Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Der Schatten von Caravaggio

ITA/FRA

2022

Michele Placido

Riccardo Scamarcio, Louis Garrel, Isabelle Huppert.

Um das dramatische Leben des Malers Michelangelo Merisi (1571 – 1610), besser bekannt als „Caravaggio“, ranken sich viele Geschichten von Liebe, Eifersucht, Mord und Totschlag, die genug Stoff für einen Film bieten. Doch spannender ist die Art und Weise, wie der schon zu Lebzeiten berüchtigte, unangepasste Maler seine Lebenswelt in beeindruckenden Gemälden verarbeitet, die bis heute zu den Publikumslieblingen in den großen Kunstmuseen zählen. Die Modelle für die biblischen Szenen, die er im Auftrag des Papstes und reicher Mäzene der römischen Kurie malte, fand er vielfach unter Kriminellen und Prostituierten der Stadt Rom, die gerade zu seiner Zeit durch große soziale Spannungen und massenhaftes Elend geprägt war. Der Spielfilm folgt einer raffinierten Handlung, die um den „Schatten“ kreist – ein Spion, der herausfinden soll, warum Caravaggio die menschlichen Vorbilder für seine bewegenden Darstellungen von Heiligen, Märtyrern sowie der Passion Christi nur in den Elendsvierteln der Stadt sucht, was den Kirchenmännern als Blasphemie erscheint. Der Film bietet Unterhaltung bei glaubwürdiger Nachstellung des Ateliergeschehens.
Einführung: Dr. Dorothee Höfert, Mannheim

I Am a Woman Now

NLD

2011

Michiel van Erp

Fünf starke Frauen, fünf Pionierinnen, die eines verbindet: In den 1960er und 1970er Jahren verwandelten sie sich von Männern in Frauen – durch eine Operation von Dr. Georges Burou in Casablanca, der erste Arzt überhaupt, der diesen Eingriff unternahm. Mehr als 40 Jahre nach ihren Operationen sprechen sie in intimen Interviews über ihre Träume und die Gefahren, die diese Entscheidung damals mit sich trug und inwiefern sich ihr Leben verändert hat. Eine berührende Dokumentation über eine folgenreiche Lebensentscheidung.

Modigliani - Ein Leben in Leidenschaft

GBR/DEU

2008

Mick Davis

Andy Garcia, Elsa Zylberstein, Eva Herzigova, Omid Djalili

Paris 1919. Ganz Europa leidet unter den Nachwirkungen des ersten Weltkriegs, während im wilden Pariser Nachtleben Liebe, Lust und Leidenschaft das Zepter übernommen haben. So auch im Café La Rotonde, wo die beiden konkurrierenden Maler Pablo Picasso und Amedeo Modigliani verkehren. Während Picasso als anerkannter Künstler Erfolge feiert, lebt Modigliani mit seiner Geliebten Jeanne Hebuterne in ärmlichsten Verhältnissen. Bei den regelmäßigen Treffen im La Rotonde entlädt sich die Hassliebe zwischen Picasso und Modigliani immer wieder in hitzigen Streitereien, die zuweilen sogar zu Handgreiflichkeiten führen. Umso gespannter ist die Pariser Kunstwelt auf einen anstehenden, hochdotierten Wettbewerb, bei dem auch darüber entschieden werden soll, wer von beiden der Bessere ist…
In Kooperation mit der Kunsthalle Mannheim.
Einführung: Melanie Baumgärtner, M.A.

Der letzte Dalai Lama?

USA

2017

Mickey Lemle

25 Jahre nach COMPASSION IN EXILE beschäftigt sich Mickey Lemle erneut mit dem inzwischen über 80jährigen Tenzin Gyatso. Lebenswerk und Denkweise des 14. Dalai Lama stehen im Mittelpunkt; unter anderem anhand einer Studie, die der Dalai Lama vor vielen Jahren in Auftrag gegeben hat über die Zusammenhänge zwischen buddhistischen Meditationstechniken und verschiedenen Hirnfunktionen: Ein Atlas der Emotionen, der anzeigt, dass die tibetische Philosophie nicht nur Religion, sondern Wissenschaft des Geistes ist. Insbesondere aber geht es um die Zukunft des tibetischen Buddhismus. Denn der Dalai Lama muss sich mit der Frage der eigenen Sterblichkeit auseinandersetzen – und mit einer möglichen Inkarnation. China aber, Besatzungsmacht in Tibet, will bei der Suche nach dem nächsten religiösen Anführer der Tibeter mitmischen – könnte Tenzin Gyatso die Traditionslinie aus Protest abbrechen lassen

Nina Wu

TWN/MYS/MMR

2019

Midi Z.

Wu Ke-Xi, Vivian Sung, Kimi Hsia, Ming-Shuai Shih

Nach acht Jahren in Klein- und Kleinstrollen steht die ambitionierte, aber erfolglose Schauspielerin Nina Wu endlich vor dem großen Durchbruch, als sie die Hauptrolle für einen Spionage-Thriller bekommt, der in den 1960er Jahren spielt. Doch der Dreh wird zur Folter: Die Rolle mit vielen Nackt- und expliziten Sexszenen und einem Regisseur, der sie immer wieder hart behandelt, verlangt alles von ihr ab. Das Ergebnis aber wird von der Presse gefeiert – während Nina sich in horrorfilmartigen Traumsequenzen von einer konkurrierenden Schauspielerin verfolgt fühlt.
Mit dem komplexen Vexierspiel zwischen der Schauspielerin und ihrer Rolle, zwischen Film im Film, Alptraum und Wirklichkeit, zwischen Erinnerung und mehreren möglichen Realitäten lässt Regisseur Midi Z aus dem Dreieck von sexueller Gewalt, Psychose und Filmbusiness die taiwanesische Horrorthriller-Variante diverser #MeToo-Skandale erwachsen. Das Drehbuch stammt von Hauptdarstellerin Wu Ke-Xi, geprägt von eigenen Erfahrungen.

Der Sonezaki- Selbstmord

Japan

1981

Midori Kursaki

Jahre 1703 aufgeführt und ist damit das erste der vielen „Shinjumono“ (Liebesselbstmord-Stücke), die im japanischen Bunraku-Theater aufgeführt werden. Die Filmversion des Dramas findet nicht auf der Puppenbühne statt, sondern ist an natürlichen Orten gedreht. Darsteller sind Puppen, die Puppenspieler tragen alle Masken. Die Geschichte handelt von der vereitelten gegenseitigen Zuneigung eines jungen Kaufmanns, Tokubei, und seiner reizenden Geliebten, der Kurtisane Ohatsu. Ein Meister, der auf einer richtigen Heirat besteht, eine fälschlicherweise gezahlte Mitgift, eine listige Schwiegermutter und ein falscher Freund bringen Tokubei in Bedrängnis. Der einzige ehrenhafte Ausweg ist der Selbstmord.

Cachorro

ESP

2004

Miguel Albaladejo

José García-Pérez, David Castillo, Arno Chevrier, Elvira Lindo, Mario Arias, Diana Cerezo

Bislang hat Pedro (José Luis Garcia-Pérez) ein schönes, ungebundenes und äußerst freizügiges Leben. Der schwule Zahnarzt aus Madrid steht auf behaarte Männer – also „Bären“ im Terminus der Szene – sowie Lack und Latex und lebt seine Neigung aus. Richtig zufrieden ist er allerdings nicht mit seinen Beziehungen, denn mit der Zeit erscheinen sie ihm fade und oberflächlich. Als jedoch seine Hippie-Schwester ihren Sohn bei ihm ablädt und selbst während einer Reise in Indien mit Drogen erwischt und in den Knast gesteckt wird, hat der Dottore mit dem Elfjährigen plötzlich ganz ungeahnte Probleme am Hals. Der in Spanien heftig gefeierte Regisseur Miguel Albaladejo schrieb und inszenierte eine Komödie über das spanische Familienleben und schwule Männer und begeisterte das Publikum bereits bei der Berlinale 2004. Mit ungeschminkten Protagonisten, unter Verzicht auf übliche Klischees, fängt Albaladejo treffend eine Subkultur in Madrid ein. (Blickpunkt Film)

1001 Nacht Teil 1: Der Ruhelose

POR/FRA/DEU/CHE

2015

Miguel Gomes

Crista Alfaiate, Miguel Gomes, Maria Rueff, Bruno Bravo

In seiner Trilogie nutzt der gefeierte portugiesische Regisseur Miguel Gomes die Struktur von „Tausendundeine Nacht", um von Portugals desolater wirtschaftlicher Lage zwischen August 2013 und Juli 2014 zu erzählen, als das gebeutelte Krisenland in Konflikt mit der EU geriet. Ein „Wunderfilm“ (Zeit), dessen drei Teile jeweils ihre Charakter ändern und sich zu einem über sechsstündigen Ereignis vereinen, dessen deutscher Partner Maren Ades Produktionsfirma Komplizen Film ist.
Im ersten Teil kommt die schöne Scheherazade zu Wort – und ihre Erzählungen vermengen Fakt und Fiktion, Realistisches und Poetisches, Märchenhaftes und Aberwitziges, vermischen sich, überlagern einander: die Fabel eines weisen Hahnes, ein Arbeitslosen-Neujahrsschwimmen, die Erektionsprobleme der EU-Troika beispielsweise.

1001 Nacht Teil 2: Der Verzweifelte

POR/FRA/DEU/CHE

2015

Miguel Gomes

Crista Alfaiate, Américo Silva, Carloto Cotta

In seiner Trilogie nutzt der gefeierte portugiesische Regisseur Miguel Gomes die Struktur von „Tausendundeine Nacht", um von Portugals desolater wirtschaftlicher Lage zwischen August 2013 und Juli 2014 zu erzählen, als das gebeutelte Krisenland in Konflikt mit der EU geriet. Ein „Wunderfilm“ (Zeit), dessen drei Teile jeweils ihre Charakter ändern und sich zu einem über sechsstündigen Ereignis vereinen, dessen deutscher Partner Maren Ades Produktionsfirma Komplizen Film ist. Im zweiten Teil von Miguel Gomes‘ Filmtrilogie erzählt die moderne Scheherazade von einem flüchtigen Mörder und einer verwundeten Kuh; von einem tausendjährigen Olivenbaum und von den Bewohnern eines Apartmentblocks; von einem Hund und von den Geistern, von denen sie alle umgeben sind.

Aquele Querido Mês De Agosto - Our Beloved Month Of August

PRT

2008

Miguel Gomes

Sónia Bandeira, Fábio Oliveira, Joaquim Carvalho

Wir befinden uns im Herzen Portugals, in der bergigen Region um Arganil. Es ist August, Hochsommer. Die Jahreszeit ist von den vielen Aktivitäten geprägt: man jagt Wildschweine, bekämpft Waldbrände, begeht Prozessionen oder feiert zahlreiche andere Feste. Manche trinken einfach nur Bier bis zum Abwinken, andere wirken dem Hochsommer mit einem regen Sexleben entgegen. Miguel Gomes‘ Dokumentation schildert das Treiben seiner portugiesischen Landsleute, erzählt von einer von Krisen geschüttelten Dreiecksbeziehung zwischen einem Vater, seiner Tochter und deren Cousin und ist zudem ein Dokument über die Entstehungsgeschichte des Films selbst. (also ab 18)

Tabu - Eine Geschichte von Liebe und Schuld

BRA/FR/DEU

2012

Miguel Gomes

Teresa Madruga, Laura Soveral

Am Anfang erzählt er vom Ende, vom Lebensende einer alten Frau. Aurora lebt in Lissabon und wird nur noch von ihrer Haushälterin gepflegt. Manchmal bekommt sie Besuch von ihrer frommen und bescheidenen Nachbarin Pilar. Die eigene Tochter lässt sich nie blicken. Doch das stört die resolute und nervige Dame nicht, denn sie ist längst in ihrer eigenen Welt gefangen, die Ereignisse aus Vergangenheit, Gegenwart, Kino und Literatur vermischt. Ein paar Tage nach Neujahr liegt sie im Sterben und diktiert Pilar den Namen eines Mannes, den diese ausfindig machen soll. Dann beginnt in TABU eine völlig andere Geschichte: Ein spannender Abenteuerfilm und eine tragische Liebesgeschichte, die am Fuß des afrikanischen Mount Tabu spielt. Es ist der Schauplatz einer Tragödie, die von einer verbotenen Liebe handelt…

1001 Nacht Teil 3: Der Entzückte

POR/FRA/DEU/CHE

2015

Miguel Gomez

Crista Alfaiate, Américo Silva, Amar Bounachada

In seiner Trilogie nutzt der gefeierte portugiesische Regisseur Miguel Gomes die Struktur von „Tausendundeine Nacht", um von Portugals desolater wirtschaftlicher Lage zwischen August 2013 und Juli 2014 zu erzählen, als das gebeutelte Krisenland in Konflikt mit der EU geriet. Ein „Wunderfilm“ (Zeit), dessen drei Teile jeweils ihre Charakter ändern und sich zu einem über sechsstündigen Ereignis vereinen, dessen deutscher Partner Maren Ades Produktionsfirma Komplizen Film ist.
Im dritten Teil verlässt Scheherazade das Schloss und trifft auf eine Reihe exzentrischer und skurriler Menschen, etwa einen Paddler mit 200 Kindern und einen Räuber, der auch ein seelenvoller Tänzer ist. Sie begegnet Touristen, die sich über die Verschmutzung des Meeres erregen, weil Scheherazade die Lampe eines Flaschengeistes ins Wasser wirft; und Angehörige der Arbeiterklasse fangen als Hobby Vögel und lassen diese bei einem hochkomplizierten Gesangswettbewerb gegeneinander antreten.

Dead Or Alive

Japan

1999

Miike Takashi

Aikawa Show, Takeuchi Riki

Ryuichi und seine Gangsterbande sind der Meinung, daß sie der japanischen Gesellschaft nichts schulden – eher umgekehrt. Sie beschließen, den Drogenhandel ihrer Stadt zu übernehmen. Doch die erste Drogenfuhre wird gleich von dem Polizisten Jojima abgefangen. Er beobachtet die kriminelle Szene sehr genau und hat Ryuichi als seinen neuen Gegner ausgemacht. Der Zusammenprall von Gangsterverzweiflung und Gesetzestreue ist nur noch eine Frage der Zeit. Dabei sind sich der Yakuza und der Cop ähnlicher, als ihnen lieb ist. „Dead or alive“ beginnt furios mit einem 6-minütigen Bilderwahnsinn, einer apokalyptischen Hymne an die Reizflut des Milleniums. Und doch wirkt dieser Anfang konventionell im Vergleich zum audiovisuellen Sturm des Finales. Dazwischen hat Regisseur Miike Takashi das Porträt einer entwurzelten Gesellschaft in Form eines harten Thrillers gepackt. Die Kamera führte Yamamoto Hideo, der auch „Hana-Bi“ filmte.

Silvana – Eine Pop-Love-Story

SWE

2017

Mika Gustafson, Olivia Kastebring, Christina Tsiobanelis.

Silvana Imam, energiegeladene Punk-Rapperin mit litauischen und syrischen Wurzeln, kämpft mit kompromisslosen Texten für Feminismus und gegen jedwede Form von Repression. So wurde sie zur Ikone der jungen Generation in Skandinavien. Der Film begleitet sie über mehrere Jahre und zeigt neben ihrem Aufstieg von der Underground-Künstlerin zum Star auch ihre ersten großen Chart-Erfolge und den Beginn ihrer Liebesbeziehung zur schwedischen Pop-Künstlerin Beatrice Eli.
Die drei Regisseurinnen, die nach einigen Musikvideos ihr Langfilmdebüt geben, lassen mit ihrem innovativen, mitreißenden Stil das intensive Leben und die energiegeladenen Erfahrungen Silvanas unmittelbar von der Leinwand auf den Zuschauer wirken.

Brasileirinho

BRA

2005

Mika Kaurismäki

BRASILEIRINHO ist ein Film über den Chôro, die erste urbane original-brasilianische Musik, die sich im Laufe der vergangenen 130 Jahre zu einer faszinierenden Form moderner tropischer Klänge entwickelt hat. Heute ist der Chôro die letzte authentische Latino-Musik, die noch ihrer internationalen Verbreitung harrt. Der Film erinnert an die Geschichte des Chôro und verweist auf seine ungebrochene Vitalität. Die Ausschnitte des Konzerts, das das Trio Madeira Brasil mit Gästen in einem der traditionellen Musiktheater von Rio gab, belegen seinen Reichtum an Rhythmen und Melodien. Interviews mit bekannten Samba- und Bossa-Nova-Musikern wie Zezé Gonzaga, Elza Soares und Guinga veranschaulichen den Einfluß, den Samba, Bossa Nova und Choro wechselseitig aufeinander ausüben. Regisseur ist Aki Kaurismäkis Bruder Mika Kaurismäki, der mit BRASILEIRINHO erneut seine besondere Nähe zur Musik und zu Lateinamerika auf die Leinwand bringt. (also leider, leider ab 18)

Honey Baby

DEU

2004

Mika Kaurismäki

Henry Thomas, Irina Björklund, Helmut Berger, Bela B

Musiker Tom aus Amerika (Henry Thomas aus „E.T.“) hat seinen kreativen Antrieb verloren und von Halle an der Saale, wo er gestrandet ist, längst die Nase voll. Sein schmieriger Manager Martin (Bela B. Felsenheimer von den Ärzten) schickt ihn, nachdem sein Klient in Deutschland nicht einmal mehr auf Hochzeitsfeiern ankommt, auf eine ausgedehnte Tour durch Osteuropa, Richtung St. Petersburg. Schon vor dem ersten Konzert gerät die Reise außer Kontrolle, als Tom die hübsche Russin Natascha kennen lernt, die ebenfalls Halle verlassen hat, und nun vor ihrem Verlobten fliehen muß, den sie kurz vor der Hochzeitsfeier sitzen ließ. Bald verlieben sich die beiden und geraten in den Weiten Osteuropas in immer seltsamere und zunehmend surreale Abenteuer. Als Tom jedoch herausfindet, daß Natascha ihm nicht die ganze Wahrheit über ihre Vergangenheit erzählt hat, scheint das Glück des jungen Paares für immer zerstört. Eine „Magical Mystery Tour – angelehnt an den griechischen Mythos von Orpheus und Eurydike“ nennt der finnische Regisseur Mika Kaurismäki seinen in Deutschland produzierten Road-Movie HONEY BABY, der aus den Genreelementen aus Tragikkomödie, Musik und Mystery zusammengesetzt ist.

Mama Africa

DEU/ZAF/FIN

2011

Mika Kaurismäki

Ein Porträt über Miriam Makeba, die Stimme Südafrikas. Die Musikdokumentation erzählt über die 2008 verstorbene Sängerin, die es als ihre Lebensaufgabe sah, die westliche Welt mit afrikanischer Musik bekannt zu machen und den Kampf gegen die Apartheid aus dem Exil voranzutreiben. Mit Live-Aufnahmen der Welterfolge wie „Click Song“ oder „Pata Pata“. Publikumspreis der Panorama-Reihe der Berlinale 2011. Eine weitere tolle Weltmusikdoku von Mika Kaurismäki.

Moro No Brasil

D / BRA / FIN

2002

Mika Kaurismäki

Walter Alfaiate, Velha Guarda Da Mangueira, Margareth Menezes, Antônio Nóbrega, Ivo Meirelles

Mika Kaurismäki hat sich einen lang gehegten Wunsch erfüllt und seine kalte Heimat Finnland hinter sich gelassen, um im tropischen Rio de Janeiro eine eigene Musikkneipe aufzumachen. Fasziniert von den Menschen seiner zweiten Heimat, ihrer Lebensfreude und dem musikalischen Reichtum des Landes machte er sich im vergangenen Jahr auf eine 4.000 Kilometer lange Reise durch Pernambuco, Bahia und Rio de Janeiro, drei brasilianische Bundesstaaten, die symbolisch für Musikstile stehen wie Frevo, Maracatu, Coco, Embolada, Forró und Samba. Kenntnisreich und begeistert wählt Kaurismäki aus der Fülle der Stile aus, konzentriert sich auf die Musik der Strasse und erzählt mitreißend vom Leben und vom Alltag Brasiliens, in dem Musik eine so ganz andere Rolle spielt als hierzulande. Die Vielzahl der Einflüsse, die die Musik seit der Kolonialisierung vor 500 Jahren geprägt haben, die indigenen Ursprünge, die kulturellen Traditionen afrikanischer und europäischer Natur spiegeln sich in der Vielfalt der Instrumente, der Rhythmen und der Stile des riesigen Landes mit seinen 170 Millionen Einwohnern.

Sonic Mirror

DEU/CHE/FIN

2008

Mika Käurismaki

Zentrum der Musik-Dokumentation SONIC MIRROR ist der amerikanische Schlagzeuger Billy Cobham, den Kaurismäki schon als Schuljunge verehrte. Dabei steht die Musik als ein universelles, der Sprache weit überlegenes Kommunikationsmittel im Mittelpunkt. So begleitet die Kamera den menschenfreundlichen Kosmopoliten zu einer Aufführung mit der Espoo Big Band nach Finnland, folgt ihm durch die belebten Straßen der brasilianischen Millionenstadt Salvador de Bahía, wo Cobham mit Kindern in einer Perkussion- Gruppe arbeitet, oder zeigt ihn in seiner alten Heimat Brooklyn. Die bewegendsten Szenen sind beim Besuch Cobhams mit der afrikanischen Perkussion-Gruppe Okuta in einem Heim für Autisten in der Schweiz entstanden. (und damit leider ab 18, auch wenn der Film äußerst erbaulich ist)

Sakuran - Wilde Kirschblüte

JAP

2006

Mika Ninagawa

Anna Tsuchiya, Masanobu Ando, Kippei Shiina, Hiroki Narimiya, Yoshino Kimura, Miho Kanno, Masatoshi Nagase, Renji Ishibashi

Japan im 18. Jahrhundert: mit acht Jahren wird Kiyoha an ein angesehenes Bordell in Tokio verkauft, wo sie sich den Konventionen widersetzt, zur ranghöchsten Kurtisane avanciert und gegen alle Logik auf die große Liebe hofft, die sie aus ihrer Gefangenschaft befreien soll. Manga-Künstlerin Moyoco Anno lieferte die Vorlage, Sängerin Ringo Shiina schrieb die Musik und Popstar und Model Anna Tsuchiya ist in der Hauptrolle zu sehen. Eine Symphonie von Farben, Formen, Gegenständen, verbunden mit Musik verschiedener Provenienz: japanische Tradition, Tangoklänge, Bigband-Sound: ein Ineinanderfließen verschiedener sinnlicher Empfindungen.

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