Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

El Tren Blanco

Argentinien

2003

Nahuel García

Am späten Nachmittag erreicht der aus den Vororten kommende so genannte „weiße Zug“ Buenos Aires. Er hat den Auftrag, die Ausgestoßenen des Systems aufzusammeln. Seine Passagiere sind die „cartoñeros“ (Kartonmenschen), Ausgestoßene, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, daß sie einsammeln, was andere weggeworfen haben. Der „tren blanco“ transportiert die Papiersammler, die in normalen Zügen unerwünscht sind, für umgerechnet 2,50 Euro für zwei Wochen abends in die Stadt hinein und nachts wieder heraus. Der Dokumentarfilm zeigt einen Abend im Leben der „cartoñeros“, erzählt in verschiedenen Episoden von Männern und Frauen sowie deren Kindern, die sie begleiten und von ihren unterschiedlichen Ansichten über ihre Arbeit. Diskussionsleitung: Günter Kipfmüller, Leiter des Goethe Instituts Mannheim-Heidelberg. Nur am 12.1. mit Moderation und anschließendem Gespräch.

Daniel Hope - Der Klang des Lebens

DEU/CHE

2017

Nahuel Lopez

Daniel Hope ist einer der vielfältigsten und bedeutendsten Geiger seiner Generation. Ein international umjubelter Star, der von Beijing über Berlin bis nach New York die großen Konzertbühnen bespielt. Seine Geschichte ist die einer einzigartigen Karriere. Es ist aber auch die Geschichte von Flucht und Vertreibung, von Heimatsuche und Identitätsfindung: Er wurde 1973 in Südafrika als Enkel deutscher Juden geboren, die in letzter Minute vor den Nazis flüchten konnten. Seine Familie siedelte als Apartheidsgegner nach England über. Dort traf Hope mit vier Jahren Yehudi Menuhin – und entschied seinen Lebensweg als Geiger. 2016 wurde er Musikdirektor des Zürcher Kammerorchesters und zog nach Berlin, ins Land seiner Vorfahren – Anlass für Nahuel Lopez, den Ausnahmemusiker dokumentarisch zu begleiten und ihn einfühlsam und facettenreich zu porträtieren.

Die Jungfrau, die Kopten und ich

FRA

2012

Namir Abdel Messeeh

Dieser Film ist eine echte Mutter-Sohn-Geschichte. Wie sollte es auch anders sein, wo es doch um die Jungfrau Maria geht. Ein Sohn dreht einen Dokumentarfilm, der der Mutter nicht in den Kram passt, der am Ende aber nur dank ihrer tatkräftigen Unterstützung vollendet wird. Bis dahin kabbeln sich Mutter und Sohn vor laufender Kamera, sie sticheln, sie drohen, sie tarnen und täuschen auf liebenswürdigste Weise und verstricken sich dabei immer mehr und immer konstruktiver in diesen Film, der eine psychosoziale Eigendynamik entfaltet, an deren Ende beide einen ganz neuen Zugang zu ihrer eigenen Familiengeschichte finden. Toll!

Die langen hellen Tage

GEO/DEU/FRA

2013

Nana Ekvtimishvili & Thomas Groß

Lika Babluani, Mariam Bokeria

Sommer 1992 in Tiflis. Georgien schlittert von der gerade erlangten Unabhängigkeit in einen blutigen Konflikt. Die beiden 14-jährigen Freundinnen Eka und Natia reifen in dieser Umbruchszeit von Mädchen zu Frauen. Sie nabeln sich mühsam von ihren Elternhäusern ab, wo viel gestritten oder befehligt wird. Sie rebellieren gegen die repressive Lehrerin, lassen eine Pistole, das Geschenk eines Verehrers, kreisen. Als der aggressive Kote Natia entführt, was nach alter Sitte ein Hochzeitsritual ist, fühlt sich Eka von ihr im Stich gelassen. Authentischer, autobiografisch geprägter Rückblick auf eine Mädchenjugend in Georgien 1992. Virtuos nimmt der Film von Ekvtimishvili und Groß die verschütteten Traditionen des georgischen Kinos wieder auf, verwebt Laut und Leise, Melancholie und Lieblosigkeit, Gewaltausbrüche und Idylle, frühreife Kaltblütigkeit und kindliche Naivität zu einer wunderbar rhythmischen, aufregenden filmischen Komposition.

Mein Freund Aus Faro

DEU

2008

Nana Neul

Anjorka Strechel, Lucie Hollmann, Tilo Prückner

Als die burschikose Mel von der Anhalterin Jenny für einen jungen Portugiesen gehalten wird, erfindet sie sich kurzerhand neu. Sie gibt sich als Miguel aus. Jenny und Mel verlieben sich Hals über Kopf. Eine Frage der Zeit, bis die Sache auffliegt mit Miguel. Das Erstlingswerk von Nana Neul gewann den Max Ophüls-Preis 2008 für das beste Drehbuch: „Ehe man sich versieht, zieht uns die Autorin mit eindrucksvollen Bildern in ein Spiel der Verführung und Verwirrung der Geschlechter. Ohne ein schweres Drama zu sein, erzählt uns der Film die dramatische Suche nach Identität durch ein fein gezeichnetes Figurenensemble. Mit wenigen Worten wird hier viel gesagt“, schrieb die Jury.

Das Zimmer Meines Sohnes

I/F

2000

Nanni Moretti

Nanni Moretti, Laura Morante

In Ancona führen Giovanni und Paola mit ihren beiden heranwachsenden Kindern, der Tochter Irene und dem Sohn Andrea, ein harmonisches Familienleben. Giovanni ist Psychoanalytiker. In seiner Praxis werden ihm Neurosen offenbart, die in scharfem Kontrast zu seinem eigenen wohlgeordneten Dasein stehen. Giovanni pflegt zahlreiche Gewohnheiten, die seinem Leben Halt geben. Er liest, hört Musik und joggt unermüdlich durch die Stadt. Eines Morgens wird Giovanni zu einem seiner Patienten gerufen und kann so nicht, wie verabredet, mit seinem Sohn Andrea joggen gehen. Andrea beschließt, stattdessen mit seinen Freunden tauchen zu fahren. Er wird nicht mehr zurückkehren… Der bislang erfolgreichste Film von Nanni Moretti über Liebe, Leid und Hoffnung wurde 2001 bei den Filmfestspielen von Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. „Ein kongenial verfilmtes Drama, ein berührendes Meisterwerk! DAS ZIMMER MEINES SOHNES ist Nanni Morettis reifstes Werk. Ohne falsche Töne gelingt die Gratwanderung zwischen heiterer Leichtigkeit und tiefster Trauer.“ (Blickpunkt Film) Mit einem Vortrag von G. Schneider zu dem Thema „Tod und Unerreichbarkeit – das Ende der Psychoanalyse?“

Der Italiener

ITA/FRA

2006

Nanni Moretti

Silvio Orlando, Margherita Buy, Daniele Rampello

Bruno Bonomo ist ein Filmproduzent, und leider kein sehr guter. Noch dazu steht auch seine Ehe vor dem endgültigen Aus. Da spielt ihm das Schicksal das Drehbuch einer jungen Regisseurin in die Hände, „Der Kaiman“. Auf den ersten Blick scheint es ein Script zu einem mittelmäßigen Thriller zu sein, beim genaueren Hinsehen entpuppt es sich als eine Abrechnung mit den politischen Machenschaften Silvio Berlusconis, ein Stoff, der den Verzweifelten wachrüttelt: wild entschlossen macht er dieses riskante Projekt zu seiner neuen Lebensaufgabe, in der Hoffnung, dadurch nicht nur den finanziellen Ruin abzuwenden, sondern auch seine Ehe zu retten. Zwischen Scheidungskrieg und Finanzierungsproblemen, zwischen Hoffnung und Resignation balancierend, wird für Bonomo dieses Projekt zu einer Angelegenheit von Leben und Tod. Der neue Film des zur Zeit wohl bedeutendsten Regisseur Italiens, Nanni Moretti (APRILE, DAS ZIMMER MEINES SOHNES).

Brownian Movement

D/NL/B

2010

Nanouk Leopold

Sandra Hüller, Dragan Bakema

Der Film handelt von der Einsamkeit in einer Beziehung und von dem existentiellen Bedürfnis, sich so nahe wie möglich zu sein. Ein mutiger und provokanter Film mit einer faszinierenden Darstellung von Sandra Hüller, die sich in vielen Szenen physisch wie psychisch entblößt, ohne dabei die Figur zu verraten. Eine subtile Erzählung über die Erschütterung einer Ehe.

Oben ist es still

DEU/NDL

2013

Nanouk Leopold

Jeroen Willems, Henri Garcin

Helmer lebt allein mit seinem alten Vater auf einem Bauernhof in Zeeland. 50 Kühe, ein paar Schafe, zwei Esel. Nach dem Tod des Bruders ist das alles an ihm hängen geblieben. Jetzt, mit Mitte fünfzig, fasst Helmer den Entschluss, sein eigenes Leben zu beginnen. Er bringt den Vater, der nicht sterben will, ins obere Stockwerk und richtet sich unten neu ein. Doch die ungelebten Träume wird er nicht so ohne weiteres los.
Nanouk Leopolds Adaption von Gerbrand Bakkers Roman »Oben ist es still« erzählt in ruhigen Bildern ein spätes Comingout. Mit dem überraschend im Dezember verstorbenen Jeroen Willems in einer letzten, herausragenden Hauptrolle.

Still the Water

JPN

2014

Naomi Kawase

Nijirô Murakami, Jun Yoshinaga

Der 16-jährige Kaito kann die Trennung seiner Eltern nur schwer verarbeiten. Mit Widerwillen und Unverständnis beobachtet er, wie sich seine Mutter mit anderen Männern trifft. Er wohnt gemeinsam mit ihr auf der japanischen Insel Amami-Oshima, doch weder die atemberaubende Natur, noch das Meer vermögen ihn abzulenken. Auf andere Gedanken bringt ihn nur seine Freundin Kyoko, deren Mutter unter einem Tumor leidet und nur noch wenige Monate zu leben hat. Die beiden Teenager haben ihre ganz persönlichen Schmerzmomente zu verkraften, während sie sich immer weiter einander annähern und die erste große Liebe in ihrer ganzen Vielfalt und Kraft erleben – so kraftvoll wie die tosenden Wellen des Ozeans, neben dem sie leben. „Ich wünsche mir, dass den Zuschauern des Films klar wird, dass wir Menschen nicht der Nabel der Welt sind. Wir sind nur ein kleiner Teil eines großen Kreislaufes. Ich wollte eine Geschichte erschaffen, deren Konklusion ist, dass dieser Kreislauf, in dem wir alle leben, von göttlicher Natur ist.“ (Naomi Kawase)

Shahid

DEU

2024

Narges Kalhor

Baharak Abdolifard, Nima Nazarinia, Thomas Sprekelsen.

Fiktional und dokumentarisch, politisches Drama und verzweifelte Komödie, autobiografischer Essay und lustvolles Musical: Regisseurin Narges Shahid Kalhor will das „Shahid“ (= Märtyrer) aus ihrem Familiennamen streichen lassen. Die Mission „Namensänderung“ führt sie in die deutsche Bürokratie, wenn das Kreisverwaltungsreferat sie zum Psychologen schickt, und in die eigene Familiengeschichte, wenn der iranische Urgroßvater sie mit seinen tanzenden Kumpels umschwirrt. Und immer wieder verhandelt die Filmemacherin mit ihrem Darsteller*innen deren Rollen, und sie kommentiert aus den Kulissen ihren eigenen (Irr-)Weg. „Ernst, politisch und gleichzeitig urkomisch“ (NDR), „immenser Spaß“ (Berlinale).

Mehrfach ausgezeichnet, unter anderem auf der Berlinale mit dem vom Bundesverband kommunale Filmarbeit gestifteten Caligari-Filmpreis.

Wir könnten genausogut tot sein

DEU/ROU

2022

Natalia Sinelnikova

Ioana Iacob, Pola Geiger, Jörg Schüttauf, Siir Eloglu, Susanne Wuest, Knut Berger

Ein Hochhaus am Waldrand, ausgestattet mit allen Bequemlichkeiten des Lebens: Hier lebt es sich gut, nämlich abgeschirmt von der gefahrvollen Umwelt. Doch als der Hund von Hausmeister Gerti verschwindet, kriecht die Angst unter der Türschwelle ins Haus. Und Sicherheitsbeauftragte Anna muss des Problems Herr werden – zumal ihre Tochter überzeugt ist, mit ihrem bösen Blick verantwortlich zu sein für den verschwundenen Hund. Sie schließt sich ins Bad ein, und um sie zu beruhigen, versucht Anna den Hund zu finden. Was sie für alle Bewohner höchst verdächtig macht. Im Wettkampf gegen die immer irrationaler werdende Angst der Bewohner gerät die Lage schleichend aus den Fugen, wird unausweichlich aussichtsloser: In ihrem mehrfach preisgekrönten Debütfilm zeigt Natalia Sinelnikova den Mikrokosmos Hochhaus als absurd-komische Parabel über Zugehörigkeit, das Ringen um Wahrheit und die Macht der Angst. Ein schwarzhumorig-satirischer Sozialthriller mit Waldblick.

Worldstar

DEU

2007

Nataša von Kopp

Miroslav Tichy lebt das Leben eines Einsiedlers in einem kleinen Städtchen in Mähren. Mit über 80 Jahren sieht er sich mit einem bemerkenswerten Umstand konfrontiert: Plötzlich ist er ein gefeierter Star der internationalen Kunstwelt. Seine eigenwilligen voyeuristisch anmutenden Fotografien werden weltweit in bedeutende Sammlungen verkauft, zu Preisen von bis zu 12.000 Euro. Aber Tichy ist an all dem nicht interessiert. Der vielfach ausgezeichnete Film beschreibt die magische Annäherung an die Welt von Miroslav Tichy und seiner fotografischen Kunst.

Scream of My Blood: A Gogol Bordello Story

USA

2023

Nate Pommer, Eric Feinrib

Dokumentarfilm

Die Lebensgeschichte von Eugene Hütz, dem Gründer und Mastermind der New Yorker Folk-Punk-Heroen von Gogol Bordello, ist fast so wild und bunt wie seine Musik: Seine Immigration in die USA als ukrainischer Einwanderer in ganz jungen Jahren, sein kometenhafter Aufstieg mit seiner Band, die als Hochzeitskapelle begann, und seine trotzige Rückkehr in die Ukraine nach der russischen Invasion sind Stationen auf einem Weg, der noch lange nicht zu Ende ist.

SCREAM OF MY BLOOD: A GOGOL BORDELLO STORY wurde auf zahlreichen Festivals (unter anderem beim Tribeca Filmfestival, in Karlovy Vary und Göteborg) bejubelt und ist eine Feier der unbändigen Energie und kreativ-chaotischen Vielfalt, die Hütz und Gogol Bordello auszeichnen.

Paula Moderson-Becker - ein Atemzug

2007

Nathalie David

Sie war begabt und emanzipiert: Paula Modersohn-Becker. Bis zu ihrem frühen Tod 1907 war sie eine zentrale Persönlichkeit des Worpsweder Künstlerkreises. In ihren Bildern voll glühender Farbigkeit zeigte sie die einfachen Menschen, die sie bei der Arbeit auf den Feldern und in den Bauernhäusern sah, in einer in Deutschland damals neuartigen Malweise. Ihre Vorbilder fand Modersohn-Becker u. a. bei den Avantgarde- Malern in Paris, wo sie sich ab 1900 mit den bahnbrechenden Gemälden von Paul Cézanne und Vincent van Gogh auseinandersetzte.
Die Filmemacherin Nathalie David stellt die Künstlerin in Form einer vielstimmigen, bildreichen Filmcollage vor. Modersohn-Beckers Gemälde „Sitzendes Mädchen mit grüner Kette“ zählt zu den Meisterwerken der Sammlung der Kunsthalle Mannheim.
Einführung: Dr. Inge Herold

Sindbads siebente Reise

USA

1958

Nathan Juran

Kerwin Mathews, Kathrin Grant, Richard Eyer, Torin Thatcher. Special Effects: Ray Harryhausen

Auch, wenn Sie nicht am gesamten Symposium teilnehmen, können Sie Karten für die Spielfilme kaufen. Es gilt dabei freie Platzwahl – bei Online-Reservierung/-kauf müssen Sie aus technischen Gründen dennoch einen Platz auswählen.
Sindbad und Prinzessin Parisa sind auf der Heimreise nach Bagdad, um zu heiraten, als sie auf der Insel Kolossa den Magier Sokurah mit Hilfe des Wunderlampengeists Dschinn vor einem Zyklopen retten. Sokurah verwandelt in Bagdad Parisa in einen Däumling; als Gegenmittel muss Sindbad ein Stück aus der Eierschale des zweiköpfigen Vogels Roch finden…
In der ersten (und besten) der drei Sindbad-Abenteuer konnte Stop-Motion-Trickmeister Ray Harryhausen (Produktion, Drehbuch und Special Effects) erstmals seine beeindruckenden Künste in einem Farbfilm präsentieren. Der zweiköpfige Riesenvogel, der Kampf zwischen Zyklop und Drache, der Lampengeist und Sindbads Duell mit einem Skelett gehören zu den originellsten und beständigsten Trickszenen der Filmgeschichte.
Eintrittspreise für die Filme des Mannheimer Filmsymposiums. 10 Euro / erm. und Mitglieder 8 Euro

The Price of Everything

USA

2018

Nathaniel Kahn

Die teilweise astronomischen Verkaufserlöse, die bei internationalen Kunst-Auktionen erzielt werden, sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Wie kann es sein, dass vor allem zeitgenössische  Gemälde und Objekte (oder in jüngster Zeit ein ausschließlich digital erfahrbares Werk!) viele Millionen Dollar, Pfund oder Euro erzielen und sich ein überschaubarer, aber finanziell extrem potenter Kundenkreis dabei geradezu hysterisch überbietet? Der Kunstmarkt folgt offenbar Regeln, die Außenstehende nicht leicht durchschauen. Der Film reflektiert dieses Marktgeschehen durch Gespräche mit den Insidern dieser besonderen Szene, den Kunsthändlern, Sammlern, Auktionatoren und nicht zuletzt mit Künstlern wie Jeff Koons, Ai WeiWei, Gerhard Richter u.a., die selbst oft überrascht werden von den Preisen, zu denen ihre Werke den Besitzer wechseln. Der Regisseur legt bewusst die faszinierenden Widersprüche des Systems „Kunstmarkt“ frei, indem er die Dynamik bei der Preisgestaltung des Bezahlbar-Unbezahlbaren auslotet.
Einführung: Dr. Sebastian Baden, Kunsthalle Mannheim

Srbenka

HRV

2018

Nebojša Slijepcevic.

Zu Beginn der 1990er Jahre befindet sich der neugegründete Staat Kroatien mit Serbien im Krieg. In Zagreb wird ein zwölfjähriges serbisches Mädchen brutal ermordet. Die Täter werden schnell gefunden – aber nie bestraft. Ein Vierteljahrhundert später verarbeitet der für seine provozierende Theaterstücke bekannte Regisseur Oliver Frljic den Fall für die Bühne: Die Proben des Ensembles mit den jugendlichen Laiendarsteller*innen bringen verborgene Traumata bei den Darstellern zum Vorschein und werden so zu einer Art kollektiver Psychotherapie. Innere Konflikte der Schauspieler eskalieren auf der Bühne, die zwölfjährige Darstellerin Nina fühlt sich, als hätte der Krieg nie geendet: Es sind Reflexionen über ihre eigenen Gewalt-, Kriegs- und Diskriminierungserfahrungen. So führt der Dokumentarfilm über die Theaterarbeit die gesellschaftliche Spaltung dieses schier unlösbaren Konflikts zwischen Serben und Kroaten deutlich vor Augen.

Holding the Man

AUS

2015

Neil Armfield

Ryan Corr, Craig Stott, Kerry Fox, Sarah Snook, Guy Pearce, Anthony LaPaglia, Geoffrey Rush

Timothy, der im Schultheater mitspielt, und John, der Kapitän des Football-Teams, gehen in dieselbe Geografie-Klasse und verlieben sich ineinander. Es ist 1976, und ihre Liebe stößt auf starke Widerstände innerhalb ihrer katholischen Highschool sowie ihrer konservativen Familien. Aber Tim und John lassen sich nicht in ihren Gefühlen beirren und bleiben zusammen. Das Öffnen der Beziehung, ein Studienplatz in Sydney, all das stellt ihre Liebe auf die Probe. Doch nicht nur gegen die Vorurteile der Gesellschaft, auch gegen die 1985 bei beiden diagnostizierte HIV-Infektion müssen sie ankämpfen…
Im Anschluss Filmgespräch
In Kooperation mit KOSI.MA
Eintritt frei!

Breakfast On Pluto

IRL/GBR

2005

Neil Jordan

Patrick „Kitten“ Braden wird in den 50er Jahren in Irland geboren, vor einem Pfarrhaus ausgesetzt und wächst bei einer Pflegemutter auf. Früh hat er einen Hang zu den Kleidern und dem Make-Up seiner Pflegeschwester. So führt sein Weg schließlich als Transvestit ins London der 70er Jahre. Auf dem Strich wird sie von einem Freier (herrlich schmierig in einer winzigen Rolle Bryan Ferry) beinah zu Tode stranguliert. Dass Neil Jordan einen Flair hat für Outsider, hat er mehrfach bewiesen, nicht nur mit dem Publikumsmagneten MONA LISA (1986) oder THE CRYING GAME (1992). BREAKFAST ON PLUTO, der auf einem Roman von Patrick McCabe basiert, ist bei seinem Kinostart 2006 ein wenig untergegangen. Wir meinen sehr zu Unrecht.

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