Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

The Village Next to Paradise

AUT/FRA /DEU/SOM

2024

Mo Harawe

Ahmed Ali Farah, Anab Ahmed Ibrahim, Ahmed Mohamud Saleban

Ein abgelegenes Dorf in Somalia und der tägliche Kampf, den der alleinerziehende Vater Mamargade führen muss: Er muss seinem Sohn gerecht werden, sich als selbständiger Totengräber gegen die großen Bestattungsfirmen behaupten, nimmt die Schwester nach ihrer Scheidung bei sich auf.

Regisseur Mo Harawe, in Mogadischu geboren und seit 2009 in Wien ansässig, erzählt über Somalia und das ganz normale Leben: Der Film zeigt die komplexe somalische Situation, die Armut, die US-Drohnen, die über die Köpfe hinwegfliegen. Aber Harawe porträtiert seine Figuren nicht als hilflose Opfer, sondern als Menschen mit ihren Bindungen in einer unkonventionellen Familie: „eine eindringliche Geschichte über gefundene Familien, Resilienz und ein aussterbendes Dorf – Weltkino im besten Sinne.“ (Der Standard)

Das atmosphärisch dichte Familiendrama wurde als erster somalischer Film nach Cannes eingeladen.

Clash

EGY/DEU/FRA

2016

Mohamed Dia

Nelly Karim, Hany Adel, Tarek Abdel Aziz.

013: Ägypten befindet sich nach Volksaufstand und Militärputsch im Chaos. Keine Regierung kann sich halten. Eine Gruppe von Menschen verfolgt die Ereignisse von Hysterie und Gewalt, eingesperrt in einem Transportfahrzeug der Polizei: Während sich draußen Muslimbrüder und Militärs Straßengefechte liefern, zwischen denen die Revolutionäre aufgerieben werden, prallen im Inneren des Fahrzeugs politische Ansichten und Emotionen aufeinander.
Auf engstem Raum liefern sich Islamisten und Militäranhänger, desillusionierte Jugendliche und ganz normale Bürger einen handfesten ideologischen Schlagabtausch – in klaustrophobischer Enge entfaltet sich ein Panorama Ägyptens unter Hochspannung, komplett aus dem Polizei-Van heraus gefilmt.

Kairo 678

EGY

2011

Mohamed Diab

Sie kommen aus unterschiedlichen sozialen Schichten, haben ganz verschiedene Dinge erlebt und eigentlich nicht viel gemein. Es gibt jedoch eine Sache, die diese drei Frauen verbindet, deren Leben ansonsten ohne Berührungspunkte verläuft: Sie wurden auf die eine oder andere Art Opfer sexueller Belästigung. Ob im Bus, bei einem Überfall oder einer Massenvergewaltigung, ihre Erfahrungen sind sehr unterschiedlich – und genau deshalb reagieren sie auf verschiedene Weise, um sich zu wehren…

Goodbye Julia

SDN

2023

Mohamed Kordofani

Siran Riak, Eiman Yousif, Ger Duany, Nazar Gomaa

Die gut situierte Mona aus dem Nordsudan hat unter unglücklichen Umständen den Tod eines Mannes aus dem Süden verursacht. Sie versucht, ihre Schuld wiedergutzumachen, indem sie Julia, die ahnungslose Witwe des Toten, als Haushaltshilfe bei sich aufnimmt. Zwischen den beiden Frauen von so unterschiedlicher Herkunft entwickelt sich eine Freundschaft, doch das moralische Dilemma und die Unruhen im Land finden ihren Weg in das Haus. Denn der Film spielt 2011, kurz vor der Abspaltung des Südsudans als souveränes Land. Regisseur Mohamed Kordofani erzählt vor diesem Hintergrund der Spaltung eines Landes eine feinfühlige Geschichte von Schuld und Sühne: „Thriller, abgründige Emanzipationsgeschichte und einiges mehr […] Die Spannungsmechanik ist keineswegs Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck eines eindrücklichen Charakterportraits.“ (Filmbulletin)
GOODBYE JULIA wurde als erster Film aus dem Sudan ins offizielle Programm des Cannes-Festivals eingeladen, er gewann den Prix de la Liberté

A Man of Integrity

IRN

2017

Mohammad Rasoulof

Reza Akhlaghirad, Soudabeh Beizaee, Nasim Adabi, Misagh Zare

Reza und führt mit seiner Familie ein beschauliches Leben als Fischzüchter in einem Dorf im Norden Irans, abgewandt vom moralischen Sumpf der Stadt. Doch ein Großfabrikant, der beste Beziehungen zur Regierung unterhält, zwingt die lokalen Bauern und kleinen Unternehmer mit allen Mitteln in die Abhängigkeit. Reza ist fest entschlossen, sich nicht in das Netz aus Bestechung, Willkür und Machtmissbrauch verstricken zu lassen. Doch eines Tages sind seine Fische tot. Für den anständigen Mann beginnt ein Leidensweg.
Mohammad Rasoulof schuf eine eindringliche Parabel auf das korrupte System des Gebens und Nehmens und erhielt in Cannes den Hauptpreis der Sektion „Un Certain Regard“. Nach seiner Rückreise vom Festival wurde ihm am Teheraner Flughafen der Pass abgenommen: Er darf bis heute das Land nicht verlassen und wartet auf seinen Prozess wegen Gefährdung der nationalen Sicherheit und Propaganda gegen die Regierung.

Manuscripts Don't Burn

IRN

2013

Mohammad Rasoulof

Ungenannt

Dies ist nicht nur ein Film, sondern ein Politikum. Regisseur Rasoulof wurde 2010 wegen seiner regimekritischen Arbeiten im Iran zu sechs Jahren Haft verurteilt; später wurde die Strafe auf ein Jahr mit Bewährung reduziert. Im Versteckten hat er "Manuscripts Don’t Burn" gedreht. Im Zentrum der Handlung steht der versuchte Anschlag auf einen Bus mit einer Gruppe kritischer Intellektueller, ein Ereignis, das der Dissident Khosrow in seinen Memoiren zu Papier gebracht hat, nach deren Veröffentlichung er aus dem Land fliehen will. Morteza, ein ehemaliger Freund Khosrows, arbeitet mittlerweile für den Geheimdienst und versucht nun, das Original sowie zwei bei befreundeten Künstlern untergebrachte Kopien in seinen Besitz zu bringen – mit Entführung, Folter und Mord. Der Film funktioniert wie ein Paranoia-Thriller – nichts bleibt privat, nichts geheim – ganz ohne plakative Effekte. Umso beunruhigender erscheint so der Alltag im Iran, der konstant von Überwachung und Einschüchterung beherrscht wird. Um Rasoulof zu schützen, feierte der Film seine Premiere in Cannes ohne Nennung des Regisseurs. Dort wurde er in der Sektion „Un Certain Regard“ mit dem Fipresci-Preis der internationalen Filmkritik ausgezeichnet. Aus Sicherheitsgründen werden Darsteller und Crew weiterhin nicht namentlich genannt, die Credits am Ende bleiben aus, die Musik läuft vor schwarzem Hintergrund.

Die Saat des heiligen Feigenbaums

DEU/FRA/IRN

2024

Mohammad Rasulof

Missagh Zareh, Soheila Golestani, Mahsa Rostami, Setareh Maleki

Proteste im Iran: Eine junge Frau ist in Polizeigewahrsam gestorben. Just zu dieser Zeit wird Iman zum Untersuchungsrichter am Revolutionsgericht befördert; zu seinen neuen Pflichten gehört das Unterzeichnen von Todesurteilen. Seine Arbeit macht ihm psychisch zu schaffen – während seine Töchter, auch aufgrund der Demonstrationen auf der Straße, das Regime mehr und mehr in Frage stellen. Dann verschwindet Imans Dienstwaffe…

Rasulof drehte seinen Film im Verborgenen: Er nahm die landesweiten „Frauen Leben Freiheit“-Proteste nach dem Tod von Jina Mahsa Amini zum Anlass, um von einem Vater zu erzählen, der im theokratischen System mehr und mehr in Paranoia und Gewalt verfällt.

Kurz vor der Uraufführung des Films in Cannes konnte Rasulof – der im Mai 2024 zu acht Jahren Haft und Peitschenhieben verurteilt worden war – aus dem Iran ins Exil fliehen.

Bad O Meh - Wind Und Nebel

IRN

2011

Mohammad-Ali Talebi

Payam Eris, Masume Shakori, Asadolah Asadnia

Der fünfjährige Iraner Sahand muss mit ansehen, wie seine Mutter während des Krieges mit dem Irak von einer Bombe getötet wird. Er spricht nicht mehr. Der Vater bringt den traumatisierten Jungen und seine Schwester daraufhin zu ihrem Großvater. Sahand hat es dort schwer, wird von den anderen Jungen gehänselt. An einem See entdeckt er eine angeschossene Wildgans. Der Großvater verbietet zwar, die Gans zu pflegen, aber der Junge widersetzt sich ihm heimlich. Der langsame Rhythmus des Films, die Natur als Rückzugsort eines Kindes, das verzweifelt versucht, mit dem Verlust eines Elternteils zurechtzukommen ist von Talebi in großartige Bilder gefasst. An die Stelle von Dialogen treten oft allgegenwärtigen Laute oder Töne aus der Natur. Trotz seiner eindeutigen zeitlichen wie räumlichen Verortung im Iran während des Krieges mit dem Nachbarland Irak in den 1980er Jahren lässt sich der Film universell sehen. Kinder als wehrlose Opfer von Krieg und Gewalt. Der Film wurde auf der Berlinale 2011 mit dem Filmpreis „Cinema Fairbindet“ des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ausgezeichnet. Anschließend Podiumsdiskussion zum Thema „Kinder und Krieg“. Unsere Gäste berichten von ihrer Arbeit mit traumatisierten Kindern. Moderation: Nicole Heß.

Jerusalem - Eastside Story

PSE

2008

Mohammed Alatar

Der Nahost-Konflikt beherrscht mit seinen vielen Gesichtern seit Jahrzehnten die weltpolitische Tagesordnung. Jerusalem ist dabei der Schlüssel und das Herz im Ringen um Landbesitz, Bevölkerungsmehrheit und staatliche Hoheit im Heiligen Land. Der palästinensische Filmregisseur Alatar beleuchtet die geschichtliche Entwicklung des Streites insbesondere um Ost-Jerusalem, beschreibt die Leidensgeschichte der in Jerusalem lebenden Palästinenser und untersucht und kommentiert die aktuelle Lage im Jahr 2008 aus der Perspektive seines Volkes. Einführung: Georg Stein, Leiter des Nahostarchivs Heidelberg (NOAH) Mitgliederaktion: für Mitglieder von Cinema Quadrat Eintritt frei.

Die Schuld Eine Frau Zu Sien

PAK/USA

2006

Mohammed Naqvi

Die Geschichte einer Selbstbefreiung, die um die Welt ging. Als Wiedergutmachung für ein angebliches Vergehen ihres Bruders wird die Pakistanerin Mukhtar Mai von den Männern eines Nachbarclans vergewaltigt – die Strafe eines archaischen Machtsystems. Doch die junge Frau weigert sich, die ihr zugedachte Rolle zu akzeptieren und sich aus Scham selbst zu töten, wie es üblich ist. Mit Hartnäckigkeit und gegen viele Widerstände bringt sie die Täter vor Gericht. Mit der Entschädigungszahlung baut sie in ihrem Heimatdorf die erste Schule für Mädchen und junge Frauen auf, denn Mukhtar Mai ist über zeugt: Bildung ist für Frauen der beste Schutz gegen patriarchalische Unterdrückung und das, was ihr geschehen ist.

The Laramie Project

USA

2002

Moisés Kaufman

Christina Ricci, Steve Buscemi, Laura Linney

Der Film zeigt im dokumentarischen Stil die Geschichte der Theatergruppe um Moisés Kaufman, die nach dem gewaltsamen Tod des schwulen Studenten Matthew Shepard viele Interviews in der Heimatstadt des Ermordeten führen. Sie befragen Familienangehörige, Freunde, Nachbarn und Bewohner der Stadt Laramie in Wyoming. Mit der Zeit bekommen die Mitglieder der Theatergruppe einen Einblick in das Leben der Kleinstadt mit all seinen Schattenseiten wie beispielsweise Intoleranz oder Homophobie. Der Film endet mit der Gerichtsverhandlung gegen die beiden Mörder und der Uraufführung des Theaterstücks in Laramie. Preise: Auf der Berlinale 2002 erhielt das Werk den Spezialpreis als bestes Erstlingswerk. In Zusammenarbeit mit Plus e.V.

Faces Of A Fig Tree

JAP

2006

Momoi Kaori

Momoi Kaori, Yamada Hanako, Ishikura Saburo

Die Familie Kadowaki lebt in einem traditionellen japanischen Holzhaus mit einem Feigenbaum im Hof. Ein geheimnisvoller nächtlicher Baustellenjob, zu dem Vater Oto nach Tokio aufbricht, sät Misstrauen. Kaum zurück, stirbt Oto an einer plötzlichen Hirnblutung. Mutter Maasa verliert das seelische Gleichgewicht, Tochter Yume entdeckt ihre Adoptionsurkunde; ihre Welt befindet sich in Auflösung. Dieser Film zeigt die kleinen Dinge, die das Leben zu einem großen Abenteuer machen. Liebe, Tod, Geburt und eine Menge zu Essen. Die international bekannte Schauspielerin (MEMOIRS OF A GEISHA) schrieb nicht nur das Drehbuch und führte zum ersten Mal Regie, sondern übernahm auch gleich noch eine der Hauptrollen. Man kann sich satt sehen an liebevollen Details und wird ständig aufs Neue von surrealer Komik überrascht. (also ab 18 Jahren)

Le Hérisson - Die Eleganz der Madame Michel

FR

2008

Mona Achache

Josiane Balasko, Garance Le Guillermic, Togo Igawa

Nach dem Bestsellerroman "Die Eleganz des Igels" von Muriel Barbery. Eine Hommage an die Freundschaft und das Leben. Madame Michel ist Concierge in einem eleganten Pariser Wohnhaus, nach außen scheint sie mürrisch und unscheinbar, doch verbirgt sie ihre Liebe zur Literatur hinter der Tür ihrer Wohnung. Auch die hochbegabte 11jährige Paloma hat längst durchschaut, wie ärmlich ein Leben im Luxus sein kann und beschließt, sich am Tag ihres 12. Geburtstags das Leben zu nehmen. Das Schicksal der beiden wandelt sich jedoch mit dem Einzug des geheimnisvollen Japaners Kakuro.

Gasoline

Italien

2001

Monica Stambrini

Maya Sansa, Regina Orioli

Stella, die rassige Tankstellenbesitzerin, und Lenni, das Mädchen aus gutem Hause, lieben sich. Als Lennis Mutter aufkreuzt und diese Liebe lächerlich macht, rastet Stella aus. Sie schlägt Lennis Mutter. Diese fällt unglücklich und stirbt. Stella und Lenni flüchten im coolem Volvo mit Leiche im Kofferraum. Alle möglichen und unmöglichen Hindernisse stellen sich ihnen in den Weg, schweißen sie aber nur noch mehr zusammen. Das hätte Lennis Mutter gar nicht gefallen, wie Lenni weiß. Denn mit Geisterstimme spricht die Mutter noch immer zu ihr. Ein Hauch von Thelma und Louise weht durch GASOLINE, wenn die beiden Mädchen kompromisslos ihrer Zukunft entgegenrasen … Monica Stambrini, die sich mit lesbischen Kurzfilmen einen Namen machte, nennt ihren Film ein „statisches Roadmovie“. Immer wieder fällt der Blick der Kamera auf die nackten Beine der Frauen. Enttarnt sie männliche Fantasien? Feiert sie weibliches Selbstbewusstsein? Die Antwort überlässt die Regisseurin dem Publikum …

Kriegerin Des Lichts

BRD

2001

Monika Treut

„Uere“, „Kinder des Lichts“, heißt ein Projekt für Straßenkinder in Rio de Janeiro. Yvonne Bezerra de Mello gründete es nach dem Massaker vor der Canelaria-Kirche im Juli 1993, bei dem die Militärpolizei acht Straßenkinder erschossen hatte. Da Yvonne Bezerra selbst aus der Oberschicht stammt wird sie für ihr Engagement von den Reichen angefeindet. Monika Treut, die seit Jahren Dokumentarfilme über starke, interessante Frauen am Rande der bürgerlichen Gesellschaft dreht, folgte der resoluten 53jährigen auf ihrem Weg in die Slums. Da Treut weder psychologische Deutungen noch Interpretationen von Yvonne Bezerras Wirken anbietet, erreicht sie einen ungefilterten Blick auf ihre Arbeit mit den Straßenkindern: Auf ihr Elend, aber auch auf ihre Lebensfreude, die dennoch immer wieder in ihren Gesichtern zu finden ist. Es ist das Portrait einer eigenwilligen Frau, die zwar nicht gerade Mutter Theresa ist, ab dennoch die Welt im Kleinen verändern will.

Ride In The Whirlwind

USA

1966

Monte Hellman

Cameron Mitchell, Jack Nicholson, Millie Perkins

Drei arbeitslose Cowboys stoßen auf eine Bande von Outlaws und lassen sich widerstrebend einladen, deren Nachtlager zu teilen. Zusammen mit ihren Gastgebern laufen sie in eine Falle von Verfolgern, die die Outlaws als Mörder lynchen wollen. Zwei der Cowboys entkommen der Falle, werden aber weiter gejagt. Um den Verfolgern zu entgehen, müssen sie einen unschuldigen Mann töten. Im Sommer 1965 drehten Hellmann und Nicholson in den ödesten Gegenden von Utah unter den primitivsten Bedingungen in einem Produktionsgang THE SHOOTING und RIDE IN THE WHIRLWIND, die Filme kosteten je 75.000 Dollar und wurden in je drei Wochen abgedreht. Hellmann erklärte bei der Uraufführung in Cannes: „Wir haben versucht, die Realität des amerikanischen Westens mit einem neuen Blick zu sehen und das Lebensgefühl, den Rhythmus und die Sprechweise des Westens filmisch zu fixieren.“ Hellmann und Nicholson wurden als Entdeckungen gefeiert, die Filme als „existentialistische Western“ analysiert. Die Filme sind karg, nihilistisch und radikal objektiv. Verrichtungen und Abläufe werden gezeigt, Fragen werden gestellt, doch nie beantwortet, aber jedes Bild wirkt wie eine Bedrohung.

Two-lane Blacktop

USA

1971

Monte Hellman

James Taylor, Warren Oates, Laurie Bird

Durch Zwei gelangweilte Typen , gespielt von den Popmusikern James Taylor und Dennis Wilson, lassen sich ziellos über den Highway treiben. Hier finden sie den Thrill, wenn sie mit ihrem 55er Chevy andere Autofahrer zu Rennen herausfordern. Als ASPHALTRENNEN gedreht wurde, war man bei Universal sicher, einen zweiten EASY RIDER zu haben, an den Kinokassen jedoch floppte der schon im voraus zum „Film des Jahres“ gekürte Streifen. Dabei ist Monte Hellmanns Film ein kleines Meisterwerk, eines der besten Road Movies überhaupt und bei dieser Gelegenheit in einer eigens aus dem Ausland beschafften 35mm-Kopie zu bewundern.

Obaba

ESP/DEU

2005

Montxo Armendáriz

Barbara Lennie, Pilar Lopez de Ayala, Héctor Colomé, Ryan Cameron, Peter Lohmeyer, Txema Blasco

Die Studentin Lourdes kommt aus der baskischen Metropole San Sebastián in das abgelegene Bergdorf Obaba, um dort einen Film über das Leben der Bewohner zu drehen. Sie begegnet den Bewohnern und ihren für sie merkwürdigen Ritualen, ihrer Vergangenheit, und irgendwann wird sie auch mit ihrer eigenen Nachtseite konfrontiert, ihrem Unbewussten. Stadt trifft auf Land, Alltagsvernunft auf Esoterik, Wissenschaft auf Legenden. OBABA von Montxo Armendáriz demonstriert einmal mehr die ganz gewöhnliche Stärke des spanischen Gegenwartskinos. Zugleich ist dies eines der seltenen Beispiele für einen originär baskischen Film. Wer OBABA in der Originalfassung sieht, wird erstaunt sein, über die Rauheit und Fremdartigkeit dieser Sprache. Zugrunde liegt dem Film der Episoden-Roman „Obabakoak oder Das Gänsespiel“ (1988) von Bernardo Atxaga – ein weltweiter Beststeller, ein zentrales literarisches Werk des baskischen Nationalbewusstseins und ein Kosmos des Phantastischen und Skurrilen. Kameramann Javier Aguirresarobe (THE OTHERS) entdeckt uns den Facettenreichtum des Dunklen, und die durchweg guten Darsteller, unter ihnen Peter Lohmeyer als deutscher Ingenieur, machen den Film zu einem sehenswerten Erlebnis. (Rüdiger Suchsland) (also ab 18 Jahren)

The Music of Strangers – Yo-Yo Ma & The Silk Road Ensemble

USA

2015

Morgan Neville

Die universelle Macht der Musik: Das Silk Road Ensemble, benannt nach der uralten, weitspannenden Seidenstraße, will alle Grenzen überwinden. Das internationale Musik-Kollektiv um Cellist Yo-Yo Ma praktiziert mit seinem Kern-Ensemble und diversen Gastmusikern weltweit die Völkerverständigung. Morgan Neville porträtiert die Musik und die Musiker in Bühnenauftritten und Interviews, wobei die Geschichte des Ensembles ebenso wie seine Philosophie (be)greifbar werden.

Super Size Me

USA

2003

Morgan Spurlock

Warum sind die Amis so fett? Morgan Spurlock begibt sich auf eine kulinarische Reise der besonderen Art: Er ernährt sich 30 Tage lang von den Köstlichkeiten, die McDonald’s so auf seiner Speisekarte hat. Die gesundheitlichen – sagen wir mal – ‚Veränderungen‘ werden von drei Ärzten dokumentiert und der Regisseur findet antworten auf die Frage, warum sich die Volkskrankheit Übergewicht in den USA so rasant verbreitet.

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