Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Nilas Traum im Garten Eden

DEU

2023

Niloufar Taghizadeh

Im Iran herrschen strenge Sittenvorschriften. Und es herrscht ein streng patriarchalisches, das heißt frauenfeindliches System. Deshalb sind Kurzzeitehen erlaubt – die effektiv eine Art verschleierte Prostitution darstellen, wenn die Ehe nach 30 Minuten wieder geschieden wird. Leyla und ihre sechsjährige Tochter Nila sind Opfer dieses Systems: Nila wurde während einer dieser Zeitehen gezeugt, der Vater erkennt sie nicht an, sie existiert daher nicht: keine Geburtsurkunde, kein Schulbesuch. Niloufar Taghizadeh, die bis 1996 in der Pilgerstadt Maschhad lebte (und inzwischen in Heidelberg wohnt), porträtiert die unermüdlichen Bemühungen ihrer früheren Schulkameradin Leyla um ihre Tochter Nila. Sie drehte den Film über drei Jahre zum Teil undercover.
Am 28. Juni in Anwesenheit von Regisseurin Niloufar Taghizadeh, mit anschließender Diskussion!

Kontroll

HUN

2003

Nimrod Antal

Sandor Csanyi, Zoltan Musci, Csaba Pindroch

Die U-Bahnen in Ungarns Hauptstadt sind die ältesten auf dem europäischen Festland (1896) und in Ihnen wird überdurchschnittlich oft kontrolliert. Alltägliches, das den Regisseur Nimrod Antal dazu anregte, vor dem Hintergrund dieser Kulissen einen spannenden und actionreichen Thriller in Szene zusetzen, der auch die Jury in Cannes überzeugte. Kontroll erhielt 2004 den Prix de la Jeunesse. Bulcsú hat sich für ein Leben im Labyrinth entschieden. Tag und Nacht schleicht er durch die Gänge des U-Bahnnetzes, fährt Zug von früh bis spät und packt mit seiner Truppe den härtesten, undankbarsten Job der Welt an: die Fahrkartenkontrolle. Seine Kollegen und er werden angepöbelt, angespuckt, angebrüllt. Wer einmal U-Bahnkontrolleur geworden ist, der ist offensichtlich nicht mehr in der Lage, mit der Welt an der Oberfläche zurecht zu kommen. Unter der Erde ist die Welt aber auch nicht einfacher zu meistern. Bootsie der flinkste Schwarzfahrer der Stadt, narrt die Kartenkontrolleure jeden Tag aufs Neue. Die Rivalen aus den anderen Kontrolltrupps feinden sie dauerhaft an. Und ein mysteriöser Killer, der immer wieder Fahrgäste vor einfahrende Züge stößt, verbreitet Angst und Schrecken. Gedreht wurde an Originalschauplätzen, den Tunneln der Budapester U-Bahn.

Auswege

Nina Kusturica

Liese Lyon, Mira Miljkovic, Manfred Stella

Claudia, Sladjana und Margit sind drei Frauen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher sozialer Herkunft. Alle drei stecken in einer Gewaltbeziehung und erkennen nach und nach, daß sie in einem ständigen Schockzustand gelebt haben, den sie für normal hielten. – „Der Schwerpunkt der Arbeit … war die Darstellung des Umschlagens von Liebe in ihr Gegenteil. Etwas, das aus einem subtilen Gewebe von Liebe, Anziehung und Hoffnung aufgebaut ist, verwandelt sich in Gewalt.“ (Nina Kusturica) Der Film entstand auf Initiative des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser nach einem Drehbuch von Barbara Albert an der Filmakademie Wien. (also von Gesetz wegen ab 18)

Brainwashed: Sex-Camera-Power

USA

2022

Nina Menkes

Im Wesentlichen ist Nina Menkes fokussierte Dokumentation ein filmischer Mitschnitt ihres einflussreichen Vortrags „Sex and Power: The Visual Language of Oppression“. Anhand von Beispielen aus über 120 Jahren Filmgeschichte erkundet Menkes den Male Gaze im Kino: Welche patriarchalen Erzählstrukturen stecken hinter vermeintlich klassischen Szenenauflösungen und Kadragen? Wie sehr sind Objektifizierung und Sexualisierung des weiblichen Körpers in die Filmsprache eingeprägt? Und welche Folgen hat das für die Gesellschaft?
Auch, wenn Sie nicht am gesamten Filmsymposium teilnehmen möchten, können Sie Karten für die Filme kaufen! (Karten: 12 € / erm. u. Mitglieder 8 €)
Es gilt beim Symposium freie Platzwahl, aus technischen Gründen müssen Sie bei einer Online-Reservierung einen Platz auswählen.

Auf Polizeistreife

VRC

1995

Ning Ying

Li Zhanho, Wang Lianggui, Li Jian

Anläßlich der Eröffnung des chinesischen Teehauses im Luisenpark zeigt Cinema Quadrat einen auf mehreren Festivals präsentierten und gelobten Film der Regisseurin Ning Ying. Bei der Polizei in einem Stadtteil von Bejing gehen mehrere Beschwerden über bißwütige Hunde ein. Die darausfolgende Anordnung, alle Hunde im Revier einzufangen, führt zu einer grotesken Verfolgung der Anwohner als mutmaßliche Hundehalter. Ning Yings charmante Komödie über den Alltag in einem Bejinger Bezirk ist weit davon entfernt, ein typischer Polizeifilm zu sein. Es gibt keine Auto-Verfolgungsjagden, es gibt keine Toten, keine brillante Detektivarbeit, und niemand zieht je eine Pistole. Es begeht nicht einmal jemand eine Straftat, jedenfalls keine, die die westliche Welt als solche bezeichnen würde. Anstatt Serienkiller hinter Schloß und Riegel zu bringen, müssen diese Polizisten das Erbrochene von Volltrunkenen aufwischen, Hundefänger spielen und einen Verkäufer von pornographischen Fotos – Frauen im Badeanzug – verhaften. Der Feind in AUF POLIZEISTREIFE IN PEKING ist das System selbst. Man kann den Film in verschiedene Richtungen lesen: als versteckten Kommentar zur chinesischen Leidenschaft für Bürokratie und Verfahren, als Allegorie auf die wachsende Machtlosigkeit der einst so gefürchteten Polizei oder als freche Geschichte über die vage Grenze zwischen Gesetzesmacher und Gesetzesbrecher.

I Love Beijing

China

2001

Ning Ying

Yu Lei, Zuo Beitao, Tao Hong

Dezi ist ein junger rastloser Taxifahrer. Der Film folgt ihm auf seinen Touren durch ganz Beijing. Er ist immer unterwegs, Menschen und Orte treten in sein Leben und verlassen es wieder. So wird der rasante Film zu einem Porträt der chinesischen Hauptstadt in einer Zeit rasanten Wandels. Beijing (früher: Peking) ist die derzeit vielleicht größte Boomtown, in der ganze Stadtviertel geschleift werden, um Platz für neue Glasfassadenbauten zu schaffen. Mit der Figur des Taxifahrers Dezi führt uns die junge chinesische Regisseurin Ning Ying diese Veränderungen im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen. Dezis Suche nach Halt bei einer Frau, seine Unentschlossenheit und das rastlose Umherfahren werden gleichsam ein Sinnbild der aktuellen chinesischen Gesellschaft, in der Verunsicherung vorherrscht. I LOVE BEIJING erzählt von den Schwierigkeiten der Liebe und der wachsenden Einsamkeit inmitten der neuen Konsumgüter und Konsumtempel und bebildert zugleich die Faszination des Veränderungsprozesses.

Reise In Die Hoffnung

China

2001

Ning Ying

Jedes Jahr im August und September begeben sich tausende Bauern und Bäuerinnen aus Sezuan auf eine strapaziöse Bahnfahrt in die 3000 Kilometer entfernte autonome Region Xinjiang. Drei Tage und zwei Nächte fahren sie in Richtung Westen. Dort wollen sie als Erntehelfer auf den gigantischen Baumwollfeldern Geld verdienen. Viele verlassen ihre Dörfer zum ersten Mal, viele sind noch nie mit der Bahn gefahren, für die meisten ist es ein großes Abenteuer, für ein paar Wochen unterwegs zu sein. Regisseurin Ning Ying (I LOVE BEIJING) untersucht in REISE IN DIE HOFFNUNG das relativ neue Phänomen der Migration innerhalb Chinas und zeigt die Massen von Menschen, die sich auf die beschwerliche, turbulente und oft ungewisse Reise begeben. Ning Ying: „Mich überraschte vor allem, daß die meisten diese Reise nicht nur, wie man annehmen könnte, aus wirtschaftlichen Gründen antraten, sondern auch mit dem Wunsch, ihren Horizont zu erweitern und eine neue Welt zu sehen.W

Fair Traders

CHE

2018

Nino Jacusso

Sina Trinkwalder, früher Leiterin einer Marketing-Agentur, fertigt heute Zero-Waste-Kleidung mit Angestellten, die auf dem Arbeitsmarkt kaum eine Chance hätten. Der Textilingenieur Patrick Hohmann leitet zwei Großprojekte in Indien und Tansania für die Herstellung von Biobaumwolle, die er direkt vor Ort betreut und unterstützt. Die ehemalige Pädagogin Claudia Zimmermann betreibt jetzt einen Biohof mit angeschlossenem Dorfladen in der Schweiz und engagiert sich gegen Food Waste. Drei Akteure des freien Marktes, mit unterschiedlichem Hintergrund und aus verschiedenen Generationen, vereint durch ein Ziel: Die tagtägliche Bemühung um faire Arbeitsbedingungen und nachhaltige Produktion mit dem Kostendruck der freien Marktwirtschaft zu vereinen und so zu zeigen, dass es möglich ist, Erfolg und Wirtschaftlichkeit ethisch und fair zu gestalten. „Macht Mut, neue Wege zu beschreiten und für eine andere Weltwirtschaftsordnung zu kämpfen.“ (Filmdienst)
Am 17.09. mit anschließender Filmdiskussion mit dem Eine-Welt-Forum Mannheim e.V.

Broken Wings

Israel

2002

Nir Bergman

Orly Silbersatz Banai, Maya Maron

Das Leben kann seltsam sein, und es kann schnell zu Ende gehen. Wie im Fall des Vaters der israelischen Familie Ulman: Er wird von einer Biene gestochen, stirbt und hinterlässt eine verbitterte Ehefrau und vier Kinder. Die Mutter Dafne stürzt sich in ihre Arbeit, die Kinder bleiben sich selbst überlassen. Maya, die Älteste, kümmert sich fortan um die jüngeren Geschwister. Sie fühlt sich überfordert, sie träumt davon Sängerin zu werden. Ihr Bruder Yair schwänzt seit dem Tod des Vaters die Schule, um in der U-Bahn Werbung zu verteilen. Der andere Bruder, Ido, treibt sich in einem verlassenen Schwimmbad rum und das Nesthäkchen Bahr fühlt sich gänzlich verlassen. Trotz der Angst vor Selbstmordattentaten geht auch in Israel das Leben weiter. BROKEN WINGS könnte in jedem Land spielen, doch macht ihn der moderne, israelische Alltag als Schauplatz zusätzlich interessant. Mit großer Sensibilität hält Regisseur und Autor Nir Bergman die Balance zwischen Drama und Komödie. Ihm gelang ein leises, aber treffendes Familienporträt. Sein Film wurde auf den Festivals in Jerusalem und Tokio als bester Film ausgezeichnet und erhielt auf der Berlinale 2003 mehrere Preise.

Chutney Popcorn

USA

1999

Nisha Ganatra

Jill Hennessy, Nisha Ganatra, Cara Buono

Sarita und Reena sind ungleiche Schwestern. Reena, die coole Motorradlesbe, die mit ihrer Freundin Lisa zusammenlebt, hält nicht viel vom angepassten Lebensstil ihrer verheirateten Schwester. Auch mit ihrer indischen Herkunft kann die junge Amerikanerin wenig anfangen. Als sie aber von Saritas Unfruchtbarkeit erfährt, möchte Reena endlich einmal etwas für die Familie tun und trägt das Kind ersatzweise aus. Doch plötzlich will das Schwesterherz gar kein Kind mehr und interessiert sich mehr für Motorräder. Auch Reenas Lover Lisa hat keinen Bock auf Kind und sucht das Weite… In Nisha Ganatras Erstlingsfilm werden moderne Lesbenthemen wie binationale Partnerschaften, kulturelle Zwiespälte und lesbische Mutterschaft wunderbar durch den Kakao gezogen, ohne dass die Geschichte das Wesentliche aus dem Auge verliert. CHUTNEY POPCORN ist die Antwort auf die Frage: „Gibt es den lesbischen Humor?“ „…leicht und locker… Es darf gelacht werden!“ SIEGESSÄULE

Sabotage

ISR

2022

Noa Aharoni

Dokumentarfilm

Kurz vor der Befreiung werden in Auschwitz vier Jüdinnen gehängt. Die Anklage: Sabotage. Sie hatten monatelang aus einer Waffenfabrik Schießpulver an Widerstandsgruppen im Lager geschmuggelt – so war es etwa gelungen, am 7. Oktober 1944 das Krematorium 4 in Birkenau zu sprengen. Auch die damals 16-jährige Anna Wajcblum, die Schwester einer der vier Gehängten, gehörte dem Widerstand an und überlebte. In SABOTAGE berichtet sie von den Verbrechen und dem Leid im Lager, dem sich die mutigen Frauen widersetzten. Ihr erschütternder Bericht bildet die Grundlage für Noa Aharonis Dokumentarfilm, in dem sie auch durch zart animierte Szenen den Widerstandsheldinnen ein Gesicht verleiht.

Frances Ha

USA

2012

Noah Baumbach

Greta Gerwig, Mickey Sumner, Adam Driver

Die Mittzwanzigerin Frances lebt in New York in einer WG mit ihrer alten Freundin Sophie. Trotz ausbleibendem Erfolg versucht sie sich unverdrossen als Tänzerin, lebt gut gelaunt in den Tag hinein und lässt sich vom Leben nicht verbiegen – bis Sophie auszieht und sich ein neues, schönes Apartment sucht. Frances muss sich eine neue WG suchen, im Tanzkurs läuft es schlecht, überhaupt bekommt sie das Gefühl, immer und überall die Älteste zu sein, ständig von Jüngeren überrundet zu werden…
Greta Gerwig und Noah Baumbach – ihr Lebenspartner – entwickelten im gemeinsamen Drehbuch diese Figur, die sich weder von Fehlschlägen noch von Neurosen unterkriegen lässt. Ihr Schlingern um Demütigungen und Misslingen ist hochvergnüglich geschildert, ihr unbeholfener Charme ist ansteckend – kurz, mit Spiegel online gesprochen: „die schönste Komödie des Sommers“.

Frances Ha - FÄLLT HEUTE AUS!

USA

2012

Noah Baumbach

Greta Gerwig, Mickey Sumner, Adam Driver.

+++ACHTUNG: Die Filmvorstelllung von „Frances Ha“ am heutigen 05.06.2021 fällt wegen Unwetter-Warnung aus!+++
Online gekaufte Tickets werden automatisch zurückerstattet.
Die Mittzwanzigerin Frances lebt in New York in einer WG mit ihrer alten Freundin Sophie. Trotz ausbleibendem Erfolg versucht sie sich unverdrossen als Tänzerin, lebt gut gelaunt in den Tag hinein und lässt sich vom Leben nicht verbiegen – bis Sophie auszieht und sich ein neues, schönes Apartment sucht. Frances muss sich eine neue WG suchen, im Tanzkurs läuft es schlecht, überhaupt bekommt sie das Gefühl, immer und überall die Älteste zu sein, ständig von Jüngeren überrundet zu werden…
Noah Baumbach entwickelte in enger Zusammenarbeit mit Greta Gerwig diese Figur, die sich weder von Fehlschlägen noch von Neurosen unterkriegen lässt. Ihr Schlingern um Demütigungen und Misslingen ist hochvergnüglich geschildert, ihr unbeholfener Charme ist ansteckend – kurz, mit Spiegel online geredet: „die schönste Komödie des Sommers“.

White Shadow

TZA/ITA/DEU

2013

Noaz Deshe

Noaz Deshe. D: Hamisi Bazili, Salum Abdallah

So genannte „Wunderheiler“ in einigen afrikanischen Ländern, wie im Staat Tansania behaupten, die Gliedmaßen von Albinos würden Glück und Reichtum bringen. Oft werden Menschen mit Albinismus im afrikanischen Raum gejagt, mit ihren Knochen Handel betrieben. Menschen mit diesem Genfehler führen ein einsames Leben, voll von ständiger Angst. Auch Alias in Noaz Deshes Spielfilmdebüt ist ein Albino-Junge. Nach der Ermordung seines Vaters flüchtet er zu seinem Onkel in die Stadt. Während dieser als LKW-Fahrer tätig ist, versucht Alias mit kleinen Straßengeschäften mit Sonnenbrillen und DVDs an Geld zu kommen. Alias sucht dringend nach Freundschaft. Als er auf Salum trifft, einem Jungen, der den gleichen Gendefekt hat, beginnt sich Stück für Stück sein Leben zu verändern…
Auf dem Sundance Festival und in Venedig preisgekrönt.

Hausu

JAP

1977

Nobuhiko Obayachi

Ai Matsubara, Masayo Miyako, Yoko Minamida, Kimiko Ikegami, Kumiko Ohba, Miki Jinbo

Die sechzehnjährige Oshare hat den Tod ihrer Mutter noch nicht ganz verkraftet, da wird Sie auch schon mit der neuen Liebhaberin ihres Vaters konfrontiert. Zusammen mit sechs Schulfreundinnen beschließt sie auszureißen, um die Schulferien im abgelegenen Landhaus ihrer Tante zu verbringen. Die an den Rollstuhl gefesselte Tante ist sehr angetan von den jungen Mädchen. Doch die seltsamen Vorfälle häufen sich und als sich die Tante und das Haus als menschenfressende Dämonen entpuppen, ist es für die Schulfreundinnen bereits zu spät. Regisseur Nobuhiko Obayashi schuf mit seinem 1977 entstandenen Film eine surreale, absurd überzeichnete Horror-Parodie, die, überbordend von visuellen Effekten, stilbildend wirkte.

Schocken - Ein deutsches Leben

ISR/DEU

2021

Noemi Schory

Kaufhäuser haben jahrzehntelang die deutschen Innenstädte geprägt – am Anfang steht der jüdische Unternehmer Salman Schocken. Er gründete 1904 in Zwickau eine Kaufhauskette mit einer bahnbrechenden Geschäftsidee: Er will den Lebensstil der „kleinen Leute“ mit modernem Design revolutionieren – und verbindet modernes Management mit sozialen Leistungen für seine Angestellten. Bald gehören 22 Kaufhäuser und 6.000 Mitarbeiter zu Schockens Imperium. Den wirtschaftlichen Erfolg nutzt Schocken, um als Mäzen jüdischen Menschen eine kulturelle Heimat zu geben, er gründet Zeitschriften und einen Verlag, in dem u. a. Kafkas Werk erscheint. 1934 emigriert er nach Palästina und legt den Grundstein für das Medienunternehmen Ha’aretz – in Deutschland wurde er von den Nazis enteignet.
Unternehmer, Intellektueller, Büchermensch, Verleger, Mäzen, Ästhet, Humanist: Noemi Schory porträtiert eine große Persönlichkeit und umfasst dabei Unternehmens- und Kulturgeschichte vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Camille redouble – Camille – verliebt nochmal

FRA

2012

Noémie Lvovsky

Noémie Lvovsky, Samir Guesmi, Judith Chemla, Yolande Moreau, Jean-Pierre Léaud.

An Silvester ist die 40jährige Camille am Boden zerstört: Éric hat sie verlassen, nach 25 Jahren. Von ihm ist sie mit 16 schwanger geworden, glücklich haben sie die Tochter aufgezogen – jetzt will sich Camille nur noch betrinken. Doch um Mitternacht wird sie ohnmächtig – und erwacht, äußerlich unverändert, als 15jährige Schülerin. Im Wissen um die Zukunft muss sie mit dem baldigen Tod ihrer Mutter ebenso zurechtkommen wie mit den Avancen des treulosen Éric – sie braucht ihn als Vater ihrer Tochter…
„Man mag diesen komplexen Film als märchenhafte, filmische Psychoanalyse sehen oder als feministische Commedia dell’Arte mit Science-Fiction-Touch. Oder als verrückte, melancholische Sommerkomödie.“ (epd Film)
Einführung: Dr. Caroline Mary-Franssen

Verrückt Nach Liebe - La Vie Ne Me Fait Pas Peur

Noémie Lvovsky

Ingrid Molinier, Julie-Marie Parmentier, Camille Rousselet

Das Leben macht ihnen keine Angst – Emilie, Stella, Inès und Marion, vier Freundinnen, die gemeinsam durch dick und dünn gehen und die Pubertät bestehen. Gemeinsam kämpfen sie mit ihren Komplexen und rechnen mit allem ab: ihrem Körper, ihren Eltern und ihren ersten Liebesbeziehungen. Lvovskys knallbunte und temporeiche Komödie wurde u.a. in Locarno mit dem Silbernen Leoparden ausgezeichnet. „Der extremste und umfassendste Lebenswurf, den das Kino seit langem vorgelegt hat… ein unglaublicher Film, voller Vitalität und Energie.“ (Les Cahiers du cinéma)

Balconettes

FRA

2024

Noémie Merlant

Souheila Yacoub, Sanda Codreanu, Noémie Merlant, Lucas Bravo

Eine sommerliche Hitzewelle bringt Marseille zum Kochen. Drei Freundinnen mischen sich von ihrem Balkon aus vergnügt in das Leben ihrer Nachbarn ein. Bis ein nächtlicher Drink mit dem gutaussehenden Typen von gegenüber aus dem Ruder läuft…

„Einer der radikalsten und gleichzeitig komischsten Horrorfilme seit langem“, urteilt die „Zeit“: „Hier ist es der Körper eines Täters, der zum Objekt des Schreckens wird, nicht der seines Opfers.“ Das Drehbuch zu diesem feministischen Knallbonbon – manchmal blutig, manchmal verspielt, immer rachsüchtig – entstand in Zusammenarbeit mit Céline Sciamma (PORTRÄT EINER JUNGEN FRAU IN FLAMMEN).

Systemsprenger

DEU

2019

Nora Fingscheidt

Helena Zengel, Albrecht Schuch, Gabriela Maria Schmeide, Lisa Hagmeister

Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Die wilde Neunjährige ist das, was man im Jugendamt salopp einen „Systemsprenger“ nennt. Sie passt mit ihrer ungestümen Energie nicht ins System der Einrichtungen für Kinder, die es schwer haben im Leben und die deshalb anderen das Leben schwer machen. Als es keinen Platz mehr für Benni zu geben scheint und keine Lösung mehr in Sicht ist, versucht der Anti-Gewalttrainer Micha, sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien.

Was nach Sozialdrama klingt, ist tatsächlich fulminante filmische Wucht: Nora Fingscheidt reißt in ihrem beeindruckenden Regiedebüt das Publikum voll hinein in das Erleben dieses chaotischen, unbändigen, extremen Kindes. Ihr Film beruht auf jahrelanger akribischer Recherche – und er lebt von der unglaublichen Darstellungskraft der neunjährigen Helena Zengel.

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