Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Käthe Kollwitz - Bilder eines Lebens

DDR

1986/87

Ralf Kirsten

Jutta Wachowiak, Fred Düren

Zwischen den Stilpolen Expressionismus und Realismus entwickelte die Graphikerin, Malerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz eine ganz eigene charakteristische Formsprache. Harte Schicksalsschläge bestimmten die Ausrichtung ihres Lebens und ihrer Kunst. Im Ersten Weltkrieg verlor sie ihren geliebten Sohn und wurde zur radikalen Pazifistin sowie überzeugten Sozialistin, was ihr unter den Nationalsozialisten mit dem erzwungenen Austritt aus der Preußischen Akademie der Künste zum Verhängnis wurde. Ralf Kirstens Porträt der tapferen Künstlerin versucht ihrem künstlerischen Impuls nachzuspüren und ihn in Beziehung zu den politischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts zu setzen.
Einführung: Annabell Manz, M.A.

Brass On Fire

Deutschland

2002

Ralf Marschallek

Wer Blasmusik nur aus Bierzelten kennt, kann sich hier die Gehörgänge freiblasen lassen. Die rasenden Rhythmen der Zigeuner-Combo Fanfare Ciocãrlia aus dem rumänischen Provinznest Zece Prajini haben ihre Wurzeln im Orient. Die türkischen Militärkapellen, die während der osmanischen Besatzung durch den Balkan marschierten, hinterließen Klangspuren in der Region. Tuben, Hörner und Trompeten, Saxophone, Klarinetten und Trommeln produzieren einen Sound, dessen elementare Emotionalität und rasante Rhythmik – locker schaffen die Musiker 180 beats per minute – dem Hörer den Atem verschlagen. Der Dokumentarfilmer Ralf Marschallek porträtiert die Musiker von Fanfare Ciocãrlia (Die Lerchenbläser) auf Konzertreisen im Ausland und daheim hinter den Karpaten, wo Armut Arbeitslosigkeit und Alkoholismus grassieren. Mit Musik lässt sich da nicht viel Geld verdienen, bei Festen wird manchmal nur für Essen und Trinken aufgespielt. Doch dann entdeckt ein Berliner Talentscout die Kapelle und vermarktet sie international. Sogar in Tokio reißt ihr furioser Sound das Publikum vom Hocker, denn, so die Selbsteinschätzung eines Bandmitglieds: „Wir sind die Schnellsten.“

Apfelsinen In Omas Kleiderschrank

Ralf Schnabel und Wilma Dirksen

APFELSINEN IN OMAS KLEIDERSCHRANK besteht aus dem gleichnamigen Hauptfilm und den zwei Film-Modulen „Erzähl doch mal von früher, Oma“ und „Die Frau im Spiegel“. Im Hauptfilm wird eine 69-jährige Frau, die sich bereits im mittleren Stadium der Demenz befindet, aus der Sicht ihres 16-jährigen Enkelkindes Daniel beschrieben. Die ersten Symptome, der Verlust an Alltagskompetenz und auch die vielen Erschwernisse, die durch die Erkrankung der Großmutter auf der Familie lasten, werden gezeigt. In den Film-Modulen „Erzähl doch mal von früher, Oma“ und „Die Frau im Spiegel“ werden anhand von kurzen Filmszenen Hinweise und Tipps im Umgang mit Demenzkranken gegeben. Eintritt frei.

Über sieben Brücken. Helmut Richter – ein Filmporträt

DEU

2023

Ralph Grüneberger

Dokumentarfilm

„Über sieben Brücken musst du gehn“, ein in 30 Sprachen übersetzter Hit der DDR-Rockband Karat, der nach der Cover-Version von Peter Maffay als deutsch-deutsche Hymne gilt: Komponiert hat ihn Ende 1977 der Karat-Keyboarder Ulrich „Ed“ Swillms. Doch wer hat den Text geschrieben? Der Name ist den wenigstens bekannt, und wer den Namen kennt, weiß meist nicht viel über den Autor Helmut Richter: Autor und Lyriker, Gründer und Redakteur der Zeitschrift „Leipziger Blätter“, Professor und Direktor des Leipziger Literaturinstituts „Johannes R. Becher“, Träger des Kunstpreises der Stadt Leipzig.

Das Filmporträt des Autors Ralph Grüneberger ehrt diesen Kämpfer für die Literatur.

An ihrer Stelle

ISR

2012

Rama Burshtein

Die 18-jährige Shira aus einer orthodoxen chassidischen Gemeinde in Tel Aviv bereitet sich auf ihre Heirat vor – mit einem von der Familie vorgeschlagenen, vielversprechenden jungen Mann. Doch die heile Familienwelt zerbricht, als am Purimfest ihre Schwester bei der Geburt des Kindes stirbt. Zurück bleiben der Ehemann Yochay mit dem Neugeborenen und die trauernde Familie. Shira wird mit dem Vorschlag konfrontiert, ihren verwitweten Schwager zu heiraten und dessen Kind eine Mutter zu sein. Die junge Frau steht vor der schweren Entscheidung ihrem Herzen oder den Wünschen ihrer Familie zu folgen…
»Packende, bewegende Geschichte mit großer Intimität«, schreibt die New York Times.

Der große Demokrator

DEU

2013

Rami Hamze

Filmemacher Rami Hamze hat sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen, um der Gesellschaft zu dienen: Er hat einen Spendenbetrag von 10.000 Euro gesammelt, den er dem Stadtviertel Köln-Kalk zur sinnvollen Verwendung zur Verfügung stellt. Die Bürger sollen innerhalb von drei Monaten gemeinsam entscheiden, was mit dem Geld passiert. Eine klare demokratische Angelegenheit: Mitbestimmung statt Ausschlussverfahren. Doch was so einfach klingt, nimmt schon bald sehr komplizierte Formen an.
Diskussionspartner: Regisseur Hami Ramze

Kleine Sünden

Spanien

1998

Ramon Barea

Elena Irureta, Ana Gabarain

In einem abgelegenen Kloster, das sich durch Schokoladenprodukte finanziert und in dem man die Heiligsprechung der Ordensgründerin vorantreibt, ist ein Machtkampf zwischen der Priorin und ihrer Stellvertreterin entbrannt. Die drei Schwestern Rufina, Asum und Rosario halten sich aus dem Streit heraus und bereiten ihre Flucht vor. Mit ihrem abenteuerlichen Ausbruch wollen sie "von neuem die Mutter Natur entdecken".Ihr Tunnel führt sie in eine antike Krypta, die unterhalb des Beichtstuhls liegt… Dem Basken Barea gelingen in seinem Debüt köstliche Hiebe gegen Rituale und Traditionen, die sich als hohl erwiesen haben. Rauchen, Graben mit der Monstranz, Spotten über "Löffelbiscuits" = Hostien, in die Krypta fallende Dorfpriester und andere Einfälle machen den Film zu einem Vergnügen auch für die, die sich nicht mit Liturgie, Reliquienverehrung und dem Sinn der Beichte auskennen.

Das merkwürdige Kätzchen

DEU

2013

Ramon Zürcher

Jenny Schily, Anjorka Strechel, Mia Kasalo

An einem Samstag im Herbst besuchen die Geschwister Karin und Simon sowie die jüngere Schwester Clara ihre Eltern in ihrer Berliner Altbauwohnung. Dieses Treffen ist Anlass für ein gemeinsames Abendessen, zu dem weitere Verwandte eingeladen sind, die im Laufe des Tages eintreffen. Man unterhält sich, kocht gemeinsam, verbringt Zeit miteinander und setzt dabei in Gesprächen und Handlungen die verschiedenen Bestandteile eines Familienalltags zusammen wie ein Puzzle. Zürcher verdichtet den Kosmos Familie auf die Wohnung.
Famose Bild- und Musikgestaltung, Geheimtipp der Berlinale 2013.

Das Mädchen und die Spinne

CHE

2021

Ramon Zürcher, Silvan Zürcher

enriette Confurius, Liliane Amuat, Ursina Lardi, Florin Geiger, André M. Hennicke

In ihrem zweiten Film nach DAS MERKWÜRDIGE KÄTZCHEN komponieren die Schweizer Zwillingsbrüder Ramon und Silvan Zürcher erneut ein poetisches Panoptikum menschlicher Beziehungsformen, das sich zwischen Alltagsstudie, Märchen und Psychogramm einer brüchig gewordenen Welt bewegt: Ein tragikomischer Katastrophenfilm kann auch dann entstehen, wenn Lisa auszieht und ihre langjährige Mitbewohnerin Mara zurückbleibt. Denn wo Kisten geschleppt, Wände gestrichen und Schränke aufgebaut werden, tun sich Abgründe auf, lassen Sehnsüchte den Raum anschwellen, und ein Begehrenskarussel nimmt immer mehr Fahrt auf zwischen Walzertakt und Presslufthammer. (Ent-)Spannungen der unterschiedlichsten Art zwischen Umzugshelfern und Möbelpackern, Lisas Mutter und der Nachbarin verbinden die Regisseure zu einer eigenwilligen, witzigen, präzisen Choreografie der zwischenmenschlichen Seltsamkeiten. Sie erhielten dafür auf der diesjährigen Berlinale – wo der Film erst vor wenigen Tagen uraufgeführt wurde – den Regiepreis der Sektion Encounters.

Der Fall Randall Adams

USA

1988

Randall Adams

Ende November 1976 wird der texanische Polizist Robert W. Wood bei einer Fahrzeugkontrolle erschossen. Verdächtig sind der minderjährige David Ray Harris wie auch Randall Adams – dieser wird angeklagt und zum Tode verurteilt.
Errol Morris, einer der renommiertesten zeitgenössischen Dokumentarfilmer (THE FOG OF WAR), stieß auf den Adams-Fall in der Überzeugung, dass ein Justizirrtum vorliegt: Beim Prozess waren die Indizien gegen den zweiten Verdächtigen unter den Tisch gefallen. Mit seinen Recherchen und Interviews konnte Morris tatsächlich Widersprüche und Meineide aufdecken. Nach Veröffentlichung des Films wurde Randall Adams 1989 freigesprochen.
Morris nutzt spielfilmartige Stilmittel, etwa nachgespielte Szenen – damals höchst ungewöhnlich in einem Dokumentarfilm – oder Filmmusik von Philip Glass. 2008 urteilte Variety, DER FALL RANDALL ADAMS sei „das politischste Kinowerk der letzten 20 Jahre“, Sight and Sound zählte den Film 2014 zum fünftbesten Dokumentarfilm aller Zeiten.
Einführung: Manuel Hugenschmidt

Hockney

GBR

2014

Randall Wright

David Hockney zählt zu den einflussreichsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Schon als Junge malte wie besessen. Er trug entscheidend zur Pop-Art-Bewegung der 1960er Jahre bei, obwohl er sich ihr nicht zugehörig fühlte. So lichtdurchflutet und farbenfroh wie seine Werke ist auch der Film: Das Biopic von Randall Wright entstand in enger Zusammenarbeit mit Hockney, der seit seiner Jugend ständig eine Kamera dabei hatte. So gibt es eine überwältigende Fülle authentischen Materials inklusive vieler Bilder aus seinem Privatleben. Wright liefert einen sehr persönlichen Einblick in Hockneys Welt und zeigt, über welch unbändige Energie dieser Künstler verfügt. Ein Must-See für Kunst- und Kulturfans und für alle, die sich für das „Swinging London“ interessieren.
Einführung: Stephanie Regenbrecht, M.A.

Der junge Karl Marx

FRA/DEU/BEL

2017

Raoul Peck

August Diehl, Stefan Konarske, Vicky Krieps, Olivier Gourme

Paris, 1844, am Vorabend der industriellen Revolution: Der 26-jährige Karl Marx lebt mit seiner Frau Jenny im französischen Exil in Paris. Für den jungen Friedrich Engels, Sohn eines Fabrikbesitzers, hat der andauernd bankrotte Familienvater Marx zunächst nur Verachtung übrig. Bald aber zeigt sich, dass die beiden mehr als nur denselben Humor gemeinsam haben. Der Dandy Engels hat gerade über die Verelendung des englischen Proletariats geschrieben, er liebt Mary Burns, eine Rebellin der englischen Arbeiterbewegung. Engels weiß, wovon er spricht. Marx und Engels haben ein gemeinsames Ziel, sie können sich hervorragend miteinander betrinken, und sie respektieren und inspirieren sich als Kampfgefährten. Aus der Begegnung zweier Geistesgrößen – erzählt als Porträt einer engen Freundschaft – entsteht ein Ideenkomplex, der die Welt erschütterte.
In Kooperation mit Festkomitee Karl Marx
Einführung: Wolfgang Alles

Ernest Cole: Lost and Found

FRA/USA

2024

Raoul Peck

Dokumentarfilm

Die Bilder des südafrikanischen Fotografen Ernest Cole (1940 – 1990) gingen 1967 um die Welt: In seinem Fotoband „House of Bondage“ führte er der Weltöffentlichkeit die rassistische Realität des brutalen Apartheid-Regimes in seinem Heimatland Südafrika vor Augen. Cole war ein Jahr zuvor ins Exil nach New York gegangen, um dort seine Fotos veröffentlichen zu können – in Südafrika wurde der Bildband sofort nach Erscheinen verboten. Er dokumentierte auch in den USA die anhaltende Rassendiskriminierung. Doch er und seine Fotos gerieten in Vergessenheit, er selbst lebte zeitweise als Obdachloser und starb 1990 im Alter von nur 49 Jahren in New York. Raoul Peck – Oscar-nominiert für I AM NOT YOUR NEGRO – rekonstruiert Coles Lebenswerk, das lange als verloren galt; erst 2017 wurden in einem schwedischen Banksafe 60.000 Fotonegative wiederentdeckt. Der Film holt eine verlorene Stimme aus der Vergangenheit zurück und porträtiert in dynamischer Montage den engagierten, beeindruckenden Foto-Künstler. In Cannes als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet!

I Am Not Your Negro

USA/FRA/BEL/CHE

2016

Raoul Peck

Im 1979 begonnenen, unvollendet gebliebenen Text „Remember This House“ schreibt der vor 100 Jahren geborene, bedeutende US-Autor James Baldwin die Geschichte Amerikas neu – mit Erinnerungen an seine drei ermordeten Bürgerrechtler-Freunde Malcolm X, Medgar Evers und Martin Luther King und Reflexionen der eigenen, schmerzhaften Lebenserfahrung als Schwarzer. Raoul Peck inszeniert diese bislang unveröffentlichten Manuskriptseiten als fulminante Collage von Archivfotos, Filmausschnitten und Nachrichten-Clips: die Boykottinitiativen und den Widerstand gegen die Rassentrennung in den 1950er- und 60er-Jahren, die Unsichtbarkeit von Schwarzen in den Kinomythen Hollywoods, afroamerikanische Proteste gegen weiße Polizeigewalt bis in die jüngste Gegenwart. Die Eloquenz der Worte – gesprochen von Samuel L. Jackson – ist kongenial in Bilder übersetzt – „einer der besten Filme über die Bürgerrechtsbewegung, der je gedreht wurde.“ (Guardian)

Im Anschluss spielt um 20 Uhr in der Alten Feuerwache Meshell Ndegeocello ein James Baldwin Tribute-Konzert – mit Konzertkarten ermäßigter Kino-Eintritt!

Einführung: Volker Doberstein, Enjoy Jazz

Lumumba – Ein Afrikanischer Held

Raoul Peck

Eriq Ebouaney, Alex Descas, Théophile Moussa Sowié

1960 erlangt Kongo die Unabhängigkeit von der ehemaligen Kolonialmacht Belgien, und der erst 36jährige Autodidakt und ehemalige Postangestellte Lumumba wird erster Präsident der neuen, noch labilen Demokratie. Kaum zwei Monate im Amt, fällt der brillante Redner und idealistische Prophet eines freien, geeinten Afrikas einem politisch motivierten Mord zum Opfer, dessen Umstände bis heute nicht aufgeklärt sind. Nach seinem Tod beginnen die dunklen Jahrzehnte der Diktatur von Mobutu Sese Seko. In seinem streng an den historischen Fakten orientierten Spielfilm rekonstruiert Raoul Peck die dramatischen Umstände der Ermordung Lumumbas. Sein Schicksal wird zu einem Schlüssel für das Verständnis der politischen Wirren im heutigen Kongo und der wirtschaftlichen Interessen der westlichen Industrieländer, die eine Ursache für den dort nun schon seit vielen Jahren andauernden Bürgerkrieg sind.

Mord in Pacot

HTI/FRA/NOR

2014

Raoul Peck

Lyonel Trouillot, Pascal Bonitzer

Der Film spielt nach dem schrecklichen Erdbeben auf Haiti von 2010, das 250 000 Opfer forderte und über einer Million Menschen obdachlos machte. Auch das Nobelviertel Pacot in Port-au-Prince ist ein einziges Trümmerfeld. Dort lebt ein ehemals gut situiertes Paar. Ihr Adoptivkind ist in den Trümmern verschwunden, die Villa ist vom Abriss bedroht, Wasser gibt es nur noch aus dem nicht ganz leergelaufenen Swimmingpool, die Bediensteten sind weg. Der Anbau ist noch bewohnbar. In diesen zieht der aus Europa stammende Katastrophenhelfer Alex mit seiner haitianischen Freundin Andrémise ein. In den nächsten neun Tagen wird das ganze Ausmaß der Erschütterung sichtbar: die bisherigen Beziehungen zwischen Arm und Reich, zwischen Helfern und Opfern stehen auf dem Prüfstand.
In der Montage der Szenen und in der präzisen Darstellung der Charaktere wird ständig der Konflikt zwischen dem selbstbewussten Streben nach Selbstbestimmung und sozialer Gerechtigkeit einerseits, der Restauration des Vergangenen andererseits spürbar.

Klimt

AUT/DEU/FRA/GBR

2006

Raoul Ruiz

John Malkovich, Veronica Ferres

In einem Rausch aus Farben nähert sich der Spielfilm dem Werk des berühmten und zu Lebzeiten heftig umstrittenen Malers Gustav Klimt (1862–1918). Seine Gemälde gehören zur glanzvollen Epoche des Wiener Fin de Siècle. Klimts opulente und detailverliebte Malerei kreist um die Motive Tod und Sexualität. Die Modernität seiner Kunst liegt in der ornamentalen Malweise, mit der er seine naturnahen Körperdarstellungen gestaltete. Der Zuschauer wird in eine elegante und zugleich artifizielle Welt entführt, die den Hintergrund für die künstlerischen Wagnisse des Malers bildet. Mit Einführung von Dr. Susanne Kaeppele

Die Nadel

UdSSR

1988

Raschid Nugmanow

Alexander Baschirow, Viktor Zoj, Pjotr Mamonow

Nach einem längeren Aufenthalt in Moskau reist der aus Kasachstan stammende Student Moro erstmals wieder in seine Heimatstadt Alma-Ata. Dort haben sich viele Dinge verändert – nicht zum Guten. Seine frühere, enge Freundin Dina scheint unter dem Einfluss von Kräften zu stehen, die sich seinem Zugriff entziehen. Sie ist zum Junkie geworden ist. Sie wird von einem kalt berechnenden Arzt in verhängnisvoller Abhängigkeit gehalten. Moro entführt Dina und unterzieht sie in den wüsten-ähnlichen Uferzonen des Aralsees einer Entgiftung. In Alma-Ata nimmt er den Kampf gegen die Drogenmafia auf. Moros Aufbegehren endet in einem heldenhaften, doch sehr ungleichen Showdown. DIE NADEL, einer der erfolgreichsten sowjetischen Filme aller Zeiten, ist eines der kraftvollsten und originellsten filmischen Zeugnisse der unter Michail Gorbatschow eingeleiteten Umwälzungen in der Sowjetunion. Wie bei Jean-Luc Godards Erstling À BOUT DE SOUFFLE von 1959 fielen auch bei diesem Debüt gesellschaftliche Aufbruchstimmung und künstlerische Innovation zusammen.

Apple Stories

DEU

2012

Rasmus Gerlach

Während unzählige Hipster bei Apple-Store-Eröffnungen schon um 5 Uhr morgens um einen Platz in der front row kämpfen, herrscht am anderen Ende der Welt ein ganz anderer Krieg. Ruanda und Shenzen sind die Stationen der Reise, die Doku-Filmer Gerlach aufsuchte, um die andere Seite der Handelskette des modernen Mobilfunks zu zeigen. Und zwar am Beispiel des Software-Riesen Apple, der den Minen-Arbeitern in Ruanda kaum mehr als das Hemd am Körper gönnt und seine Arbeiter in Shenzen so unter Druck setzt, dass die Suizidrate Schlagzeilen machte. Die sehr sehenswerte „VJ-Doku" stößt auf unerzählte Geschichten und nie gesehene Bilder, die so manchem Mac-Liebhaber den sauren Apfel vorhalten.

Florabowl Locals - Ein Dokumentarfilm über einfach machen ohne Plan

DEU

2021

Rasmus Simon, Arne Fiehl

Einfach machen: Der Florabowl, heute weltweit bekannt und einer der ältesten und zentralsten DIY-Skateparks in Deutschland, entstand auf diesem Weg: Vor über 10 Jahren fassten ein paar Gleichgesinnte an, mit Beton, Schaufel, Stahl und alles ohne Baugenehmigung; und in einer der teuersten Städte Deutschlands. Rasmus Simon und Arne Fiehl porträtieren diesen besonderen Ort im Hamburger Schanzenviertel, direkt neben der Roten Flora. Ein kleiner Mikrokosmos, der viele zusammenbringt, manche für einen Moment, viele für ein ganzes Leben. Keine Werbung, kein Eintritt und keine erkennbare Ordnung. Dafür sympathisches Chaos, Punkrock, Skaten, Freundschaft, Witz und Tatendrang und vor allem ganz viel Leidenschaft und Liebe zur Sache. Der Film beschreibt, wie der Florabowl entstand, in Bewegung kam und wie es gelang, gemeinsam ein solches Kleinod zu erschaffen.

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