Die einen reisen furchtlos in fernste Länder, die anderen bekommen Schweißausbrüche beim Einkaufen im Supermarkt. Elling gehört zur letzteren Kategorie. Das eingefleischte Muttersöhnchen verehrt die norwegische Ministerpräsidentin Gro Bruntland und teilt seit zwei Jahren mit dem noch jungfräulichen, aber um so mehr vom Sex besessenen Kjell Bjarne ein Zimmer in der Psychiatrie. Nun werden Elling und Kjell Bjarne in den Alltag, zum betreuten Wohnen entlassen. Dort empfängt sie der Sozialarbeiter Frank, der ihnen klarmacht, worauf es ankommt: das zu tun, was alle tun. Telefonieren, ausgehen, einkaufen – die ganze Palette des normalen Lebens. Filme über menschliche Schwächen wandern auf einem schmalen Grat. Häufig entblößt man die Figuren, so dass das Publikum distanziert, ohne Mitgefühl über sie lacht. Oder man idealisiert die Psychosen, so dass jeder Zuschauer wünscht, einmal im Leben verrückt zu sein. Regisseur Petter Næss bemüht sich um eine Ausgewogenheit zwischen Humor und Ernsthaftigkeit. Dabei stehen ihm mit Per Christian Ellefsen und Sven Nordin zwei souverän agierende Schauspieler zur Seite, die bereits in der Theateraufführung „Elling and Kjell Bjarne“ die Hauptrollen besetzten. Die anschließende Diskussion moderiert Priv.-Doz. Dr. Burckhardt Voges, Leiter der Abteilung Gemeindepsychiatrie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit.