Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

12 Tage

FRA

2017

Raymond Depardon

Zwölf Tage – das ist die Frist, innerhalb derer in Frankreich ein Psychiatriepatient nach der Zwangseinweisung eine Anhörung vor Gericht bekommen muss; rund 90.000 Menschen durchlaufen jährlich diese Prozedur. Für seinen neuen Film bekam der renommierte Dokumentarfilm-Regisseur und Fotograf Raymond Depardon als erster Filmemacher überhaupt Zugang zu diesen Verfahren und dokumentiert zehn Fälle in einer Klinik in Lyon. Die Kamera agiert sensibel und wahrhaftig, sie konzentriert sich einerseits auf die Patientinnen und Patienten und nimmt auch andererseits die richterliche Instanz in den Blick. Die Sachlichkeit der Methode in den richterlichen Anhörungen ist erhellend: In seltener Klarheit sieht man den großen Schmerz, der allen psychischen Erkrankungen zugrunde liegt.

Vom Westen Unberührt

FRA

2002

Raymond Depardon

Ali Hamit, Wodji Ouardougou, Hassan Yoskoï, Issa Mauli, Hamat Adoum

Nach einem Roman Diego Brossets aus dem Jahr 1922 erzählt Depardon die Geschichte des Waisenjungen Alifa. Der Junge wird von Jägern, die seine Eltern töteten, aufgenommen und wächst in ihrer Gemeinschaft auf. Alifa ist frei, ungebunden, anders. Als Jäger und schließlich als Guide wird er ein hochgeachtetes Mitglied der Sippe. Unentbehrlich wird er für sie, als er den Fremden besiegt, der ihnen die Erde rauben will, von der sie leben. Auf der Flucht vor den Kolonialmächten ziehen sich die Nomaden immer weiter in die Wüste zurück. Der vielfach ausgezeichnete Magnum-Fotograf Raymond Depardon setzt in atemberaubenden Schwarzweißaufnahmen Landschaft und Menschen in Szene. Die wettergegerbten Gesichter der afrikanischen Nomaden wirken wie Arbeiten aus einer Bildhauerwerkstatt, während die Konturen der Wüste und ihrer Bewohner durch die immer wieder aufflackernden Sandstürme verwischen.

CAN

2023

Pascal Plante

Juliette Gariépy, Laurie Babin, Elisabeth Locas, Maxwell McCabe-Lokos

Kelly-Anne sichert sich tagtäglich einen Platz bei den Verhandlungstagen gegen den brutalen Serienmörder Ludovic Chevalier, von dem sie besessen ist. Sie freundet sich auch mit einem weiteren Groupie des Killers an, doch je länger sich das Verfahren zieht, je mehr Zeit sie im Gerichtssaal mit den Familien der Opfer verbringt, umso mehr schwerer fällt es ihr, das psychische Gleichgewicht zu halten und ihrer morbiden Fixierung auf den Mörder zu entkommen. Schließlich sucht sie in wahnhafter Konzentration das letzte fehlende Puzzlestück im Prozess gegen Chevalier: das Video der grausamen Ermordung eines dritten Opfers…

Ohne viel Blut zu zeigen, kann dieser einzigartige Film das Publikum immer wieder überraschen und schocken – „einer der ambitioniertesten Thriller der letzten Jahre.“ (kino-zeit.de)

Warten auf Bojangles

FRA

2021

Régis Roinsard

Virginie Efira, Romain Duris, Grégory Gadebois, Solan Machado-Graner

Frankreich in den 1950ern. Für Georges ist es Liebe auf den ersten, für Camille erst auf den zweiten Blick – doch dann beginnt eine Zeit des gemeinsamen Glücks, ein leidenschaftliches Leben jenseits der Konventionen, mit durchtanzten Nächten zu „Mr. Bojangles“ und verrückten Geschichten zur Unterhaltung der Freunde. Bald gehört auch der gemeinsame Sohn Gary zu dieser exzentrischen Welt des rauschhaften Exzesses. Doch Camilles dunkle Seiten treten in Erscheinung, auf die manische Phase folgt der Sturz in den Abgrund, an dem die kleine Familie gerade noch getanzt hat.
Die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers erzählt von einer bedingungslosen Liebe, von ihren Höhen und Tiefen, poetisch, traurig und schön, kraftvoll und zart zugleich.
Einführung: Shirine Daumas, Institut Français Mannheim

Jîn

TUR/DEU

2013

Reha Erdem

Deniz Hasgüler, Onur Ünsal, Sabahattin Yakut, Yildirim Simsek

Seit über 30 Jahren tobt in den kurdischen Gebieten der Türkei der Kampf zwischen Guerilla und der türkischen Armee. Die malerisch schönen, zugleich gefährlichen Berge und Wälder von Kurdistan, sind die Heimat der 17-Jährigen Jîn. Seitdem sie sich von einer Gruppe kurdischer Freiheitskämpfer abgesetzt hat, ist das junge Mädchen auf sich allein gestellt. In den Bergen und Wäldern muss sie sich von nun an allein durchschlagen. Ihr Zufluchtsort ist die Natur und die Tiere des Waldes werden zu ihren Begleitern. Als sie zwischen die Fronten gerät und Gefahren von allen Seiten drohen, beschließt sie zu ihren Verwandten in die Stadt zu fliehen. Dort erhofft sie sich, vor der ständigen Gewalt Ruhe zu finden. Sie legt Waffe und Uniform ab und in Zivilkleidung getarnt, macht sie sich auf den beschwerlichen Weg. Doch als Kurdin ohne Papiere droht ihr jederzeit die Verhaftung. Und als Frau, ohne den Schutz ihrer Familie, gilt sie vielen Männern als Freiwild. Ihr Mut jedoch scheint ungebrochen – Jîn bedeutet “das Leben” auf Kurdisch.
Jîn war im vergangenen Jahr Eröffnungsfilm der 63. Berlinale.

Das Geheimnis der Buschleute

ZAF/AUS/DEU

2006

Rehad Desai

Südafrikas Flora und Fauna gehört neben der des Amazonas zur wichtigsten der Welt. Hier schlummert deshalb auch eine medizinische Ressource, die bislang wenig genutzt wurde – außer von den San-Buschleuten. Weil die global arbeitenden Pharma-Riesen aber genau hier gute Geschäfte wittern, ist die Frage nach dem Schutz der Artenvielfalt und der Verfügungsgewalt über die Bioressourcen eine existenzielle Frage für die San – auch in kultureller Hinsicht, denn das Wissen vom Heilen ist integraler Bestandteil ihrer Kultur. Der südafrikanische Regisseur Rehad Desai begleitet Jan van der Westerhuizen, einen der letzten traditionellen Heiler der Khomani San, in die Kalahari. Hier wächst der Hoodia-Kaktus, dessen Extrakt den Appetit hemmt – eine Wirkung, die schon seit Jahrhunderten von den San genutzt wird und die wegen ihrer Hunger unterdrückenden Wirkung nun als Schlankheitsmedikament vermarktet wird. Für die indigenen Völker wie die Khomani San gestaltet sich der Kampf für ihre Rechte mehr als schwierig. Mit Wein- und Saftprobe mit dem Winzer Bernd Naumer, Neustadt. In Zusammenarbeit mit dem Jugendkulturzentrum FORUM, Attac Mannheim, BürGenLand Ladenburg.

Kommen Rührgeräte in den Himmel? Ein Film über Nachhaltigkeit

DEU

2016

Reinhard Günzler

Der nagelneue Mixer ist kaputt. Carmen, Designstudentin in Thüringen, entdeckt auf einem Jenaer Flohmarkt ein Rührgerät aus DDR-Zeiten: uralt, in grellem Orange – und trotzdem noch tadellos in Form. Es heißt RG 28. Um hinter das Geheimnis der sagenhaften Langlebigkeit des Rührers aus dem „Elektrogerätewerk Suhl“ zu kommen, begibt sie sich auf eine Forschungsreise. Ihre Begegnungen und Gespräche führen Carmen schließlich zu der Frage, ob es ethisch vertretbar ist, unseren Erzeugnissen das zu verweigern, was wir für uns selbst erhoffen: ein langes Leben.
Diskussionspartnerin: Rike Schweizer, Forschungsstätte Ev. Studiengemeinschaft
Kooperationspartner: Stadt Mannheim, Kulturamt

Jazzfieber - The Story of German Jazz

DEU

2023

Reinhard Kungel

Jazz ist angesagt! Auch junge Menschen begeistern sich für swingende Rhythmen und jazzige Grooves. Dabei wissen die Wenigsten etwas über die Hintergründe dieser Musik. Was ist Jazz eigentlich? Wie kam diese Musik nach Deutschland? Und warum wurde sie von den Nazis bekämpft? Der Film begleitet junge Jazzer*innen und blickt mit ihnen zurück auf die Jazz-Historie in Deutschland.
Ende September fand in den letzten Jahren stets unser MannheimMusikFilmFestival statt. Ab diesem Jahr wird es etwas Neues geben: Klang/Bild, initiiert von der Music Commission e.V. und unterstützt von Next Mannheim und dem Kulturamt der Stadt Mannheim, führt vom 28. November bis 4. Dezember das Konzept des Musikfilmfestivals und des Look of Sound Festivals fort und weiter – mit größerem und erweitertem Programm, mit Filmen zum Hören und Musik zum Sehen. Dieser mitreißende Musikdokumentarfilm bietet einen kleinen Vorgeschmack.
Mit Einführung

C'est La Vie - So sind wir, so ist das Leben

FR

2008

Rémi Bezançon

Zabou Breitman, Marc-André Grondin, Déborah François

Das Leben einer fünfköpfigen Familie verändert sich grundlegend, als der älteste Sohn Albert das Haus verlässt und beginnt, auf eigenen Beinen zu stehen. Für seine Mutter Marie-Jeanne ist es, als ob sie das älteste ihrer drei Kinder für immer verlieren würde und deshalb geht sie wieder studieren. Alberts Geschwister, Raphaël und Fleur, wissen, dass die Familie nun nie wieder so zusammenleben wird, wie zuvor. Aber das ist nur ein Tag im Leben der Familie Duval. Im Film werden insgesamt fünf wegweisende Tage der Duvals porträtiert, die in einer Spanne von zwölf Jahren liegen. Publikumsliebling in Frankreich!

Das Weiterleben der Ruth Klüger

AUT/DEU

2011

Renata Schmidtkunz

Die aus Wien stammende amerikanische Schriftstellerin Ruth Klüger blickt auf ein bewegtes Leben zwischen Wien, Kalifornien, Göttingen und Israel zurück. Sie ist außerdem eine Überlebende des Holocaust. Der Film beschäftigt sich anhand ihrer Biografie mit der Frage, wie sich das Leben nach dem Holocaust gestalten lässt und wie nachhaltig es durch diese Erfahrung geprägt wurde. Die Autorin berichtet über ihr Aufwachsen im judenfeindlichen Wien, über ihr eigenes Muttersein und ihr Verständnis von der eigenen Weiblichkeit in schwierigen Zeiten. In einer sehr persönlichen Annäherung an das Schicksal der Protagonistin schafft der Film eine Auseinandersetzung mit dem Thema jenseits sachlicher, faktischer Dokumentation. Dadurch gelingt eine Bestandsaufnahme über das Vergessen und den Umgang unserer Gesellschaft mit der Vergangenheit, z. B. in Bezug auf Gedenkstätten. Schonungslos, ehrlich und versöhnlich – die Dokumentation stimmt den Zuschauer noch lange nachdenklich.

Meine Frau, Die Hexe

USA

1942

René Clair

Frederic March, Veronica Lake, Susan Hayward

René Clairs ebenso komische wie romantische Burleske führt uns ins 17. Jahrhundert: In New England wurden die hübsche Jennifer und ihr Vater Daniel wegen Zauberei von Puritanern auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Vor ihrem Tod belegt Jennifer den dafür verantwortlichen Wooley mit dem Fluch, dass er und seine Nachfahren unglückliche Ehen führen werden. Dreihundert Jahre später kehren Vater und Tochter unter die Lebenden zurück und können erfreut feststellen, dass Wooley-Nachfahre Wallace drauf und dran ist, die falsche Frau zu heiraten. Um seine Situation noch zu verschlimmern, will ihn Jennifer am Abend vor der Hochzeit in sich verliebt machen, doch leider läuft nicht alles nach Plan. Eine brillante, geistreiche und poetische Hexen-Komödie!

Verbotene Spiele – Jeux interdits

FRA

1952

René Clément

Georges Poujouly, Brigitte Fossey, Lucien Hubert, Suzanne Coutal

1940 in der französischen Provinz. Die fünfjährige Paulette verliert bei einem Fliegerangriff der Deutschen ihre Eltern und wird als Waisenkind bei einer Bauernfamilie aufgenommen. Hier freundet sie sich schnell mit dem jüngsten Sohn Michel, elf Jahre alt, an. Mit ihm errichtet sie einen Friedhof für Tiere und bewältigt so die Kriegserlebnisse auf ihre eigene Art und Weise. Als herauskommt, dass die Kinder für die Gräber ihres Friedhofs Kreuze vom Kirchhof gestohlen haben, soll Paulette von den Gendarmen abgeholt und in ein Waisenhaus gesteckt werden.

Das herzzerreißende Meisterwerk von Regisseur René Clément zählt zu den besten Anti-Kriegsfilmen aller Zeiten und wurde unter anderem mit dem Goldenen Löwen in Venedig und dem Oscar als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet. Die damals erst fünfjährige Brigitte Fossey lieferte in der Rolle der kleinen Paulette eine bravouröse Schauspielleistung ab.

Asterix Und Cleopatra

BEL/ FRAU

1968

René Goscinny

Die wunderschöne Herrscherin Cleopatra aus Ägypten wettet gegen Cäsar, in drei Monaten einen riesigen Palast zu errichten. Beauftragt damit wird Star-Architekt Numerobis. Gelingt es ihm nicht, wird er Kleopatras bösen Krokodilen zum Fraß vorgeworfen! Da hilft dann doch nur ein Wunder – oder die übermächtige Zauberkraft der Gallier! Um Hilfe gebeten, reisen Asterix, Obelix und Miraculix nach Ägypten. Mit im Gepäck: Hündchen Idefix und der gallische Zaubertrank. Eintrittspreis für groß und klein: 2,50 Euro

Gandahar

FRA

1987

Réne Laloux

Animationsfilm

Lange herrschten Frieden und Harmonie im hochtechnologisierten Gandahar. Doch eine böse Macht greift an, umherziehende Metallwesen verwandeln die Bewohner in Stein – der Rat der Frauen schickt Silvain aus, um den Invasoren entgegenzutreten. Hilfe erhalten er und seine Begleiterin Airelle von den Transformierten, die Ergebnis eines missglückten Genexperiments sind. Und bald ist klar, dass hinter allem Metamorph steckt, ein riesiges Gehirn, das ebenso ein unerwünschtes Resultat gandaharischer Forschung ist…

René Laloux, schon für seine Vorgängerfilme DER PHANTASTISCHE PLANET (1973) und HERRSCHER DER ZEIT (1982) kultisch verehrt, setzt auch in seinem dritten und letzten Langfilm GANDAHAR politische und gesellschaftskritische Denkanstöße. Doch vor allem ist dieser Film noch skurriler, schriller, schräger – ein sonderbarer Trip in außergewöhnliche Welten und ein Must-See für jeden (volljährigen) Fan des surrealen Sci-Fi-Trickfilms. „Laloux‘ faszinierendstes Werk, das inhaltlich an AVATAR erinnert – aber nicht den militaristischen, sondern den spirituell-mystischen Weg geht.“ (filmstarts.de)

Animations-Special: Wer am 19.11. oder 20.11. sowohl für den aktuellen SCHIRKOA als auch für die Wiederentdeckung GANDAHAR Karten kauft, bekommt ein Freigetränk!

Conny Plank – The Potential of Noise

DEU

2017

Reto Caduff, Stephan Plank

Den Name kennt man kaum, aber jeder hat etwas von ihm gehört: Konrad „Conny“ Plank produzierte in seinem Tonstudio nahe Köln den Sound der 70er und 80er von Krautrock bis zu internationalem Pop: Platten von Kraftwerk und Guru Guru, Eurythmics und Gianna Nannini, D.A.F. und Brian Eno nahm er auf und prägte damit die Popmusikgeschichte. 1987 starb er im Alter von nur 47 Jahren – sein Sohn Stephan porträtiert den legendären Produzenten zwischen Mythen und Wirklichkeit, inkl. vielen Interviews mit Weggefährten – und natürlich mit Plank-Soundtrack!

Jacky im Königreich der Frauen

FRA

2014

Riad Sattouf

Vincent Lacoste, Charlotte Gainsbourg, Didier Bourdon, Anémone, Michel Hazanavicius

In der Volksrepublik Bubunne herrschen die Frauen, während Männer Schleier tragen, sich um den Haushalt kümmern und vor allem gut aussehen sollen. Pferde sind heilig und das Essen von Pfl anzen verboten. Der 20-Jährige Jacky sieht in seinem weinroten Schleier ganz besonders gut aus. Er hat sich unsterblich in die zukünftige Diktatorin Bubunne XVII. verliebt. Und die Chance scheint für Jacky zum Greifen nah, die strenge Schöne für sich zu gewinnen, denn deren Mutter kündigt einen großen Ball an, auf dem sich alle Jünglinge des Landes als Heiratskandidaten präsentieren sollen. Doch da ist auch noch sein revolutionärer Onkel Julin, der im Untergrund für die Rechte aller Männer kämpft… Regisseur (und Charlie Hebdo-Mitarbeiter) Riad Sattouf inszeniert seine eigene Comicvorlage als Monty-Pythonwürdiger Anschlag auf Gender-Klischees und religiös-politischen Fundamentalismus.
In Kooperation mit den Soroptimistinnen Mannheim.
Eintritt incl. Freigetränk 10 Euro regulär/8 Euro ermäßigt/ 7 Euro Mitglieder

El Entusiasmo

Chile

1999

Ricardo Larraín

Maribel Verdu, Alvaro Escobar, Carmen Maura, Gianfranco Lebrini

Fernando, Guillermo und Isabel kämpften einst gegen die chilenische Militärjunta. Nachdem sie jahrelang nichts mehr voneinander hörten, treffen die drei in einer Grenzstadt nahe Peru wieder aufeinander. Guillermo, der noch den selben Visionen von damals nachhängt, ist verbittert und desillusioniert. Wegen der gegenwärtigen Kommerzialisierung sieht er seinen Kampf um die Freiheit verraten. Fernando hingegen nutzte die neue Freiheit in vollen Zügen. Er heiratete die von ihm und Guillermo geliebte Isabel, mit der er inzwischen einen Sohn hat, und baute ein kleines Reiseunternehmen auf. Sein Traum vom großen Geld rückt in greifbarer Nähe, als er dubiose Geschäfte mit Spekulanten treibt. Dabei vernachlässigt er zunehmend seine Familie. Doch ein liebevolles Familienleben in Ruhe und Zufriedenheit ist genau das, wovon Isabel träumt. Sie flüchtet zum Idealisten Guillermo, um dort Geborgenheit zu finden. Anhand dieser Dreiecksgeschichte zeigt EL ENTUSIASMO was aus ehemaligen Kämpfern werden kann, die sich erfolgreich für ihre Sache eingesetzt haben. „Larraín beschreibt den schwierigen Umgang mit der neu gewonnenen Freiheit, und er schafft dies in einer visuell und musikalisch ebenso gewagten wie spannungsvollen Art.“ (Frankfurter Rundschau).

Alles nur Theater? – Grazie ragazzi

ITA

2023

Riccardo Milani

Antonio Albanese, Sonia Bergamasco, Giacomo Ferrara, Vinicio Marchioni, Fabrizio Bentivoglio

Antonio ist mit Leib und Seele Theaterschauspieler, leider oft arbeitslos. Eines Tages bietet ihm ein Freund einen Job an. Er soll einen Theaterworkshop im Gefängnis von Velletri leiten. Antonio akzeptiert, doch nur fünf Häftlinge tauchen auf. So beschließt er, das Stück zu proben, mit dem er Jahre zuvor debütiert hatte, Samuel Becketts „Warten auf Godot“. Nach anfänglichen Spannungen und Misstrauen gelingt es Antonio langsam, die Häftlinge zu begeistern. Doch die strenge Gefängnisdirektorin bleibt misstrauisch…
GRAZIE RAGAZZI beruht auf einer wahren Geschichte aus einem schwedischen Gefängnis, die schon mehrere Filme inspiriert hat. Riccardo Milanis Version ist eine mitreißende, sehr italienische und hervorragend gespielte Komödie, die auch Themen wie die Realität des Strafvollzugs, Identitätssuche und last not least die Magie des Theaterspielens in den Blick nimmt.
Riccardo Milani über seinen Film:
GRAZIE RAGAZZI ist zwangsläufig auch ein Film über die Schauspielerei, die für mich stets faszinierend und geheimnisvoll bleibt. Ein Film darüber, wie die Kunst in einem Gefängnis zu einem Element der „Freiheit“ und vor allem der „Möglichkeit“ werden kann. Fünf Häftlinge, die bisher nichts mit Kultur und oder künstlerischen Ausdrucksformen zu tun hatten, setzen sich beim Theaterspielen unerwartet mit den von Beckett in „Warten auf Godot“ aufgeworfenen Fragen nach der Existenz auseinander: „Was tun wir hier?“ Sie suchen so nach einem Sinn des Wartens, das ihre Zeit in der Zelle kennzeichnet. Am Ende stellt sich die Frage nach dem Sinn ihres Lebens, dem Sinn unseres Lebens und die Frage, wie man im Inneren jedes Menschen den Funken zur Veränderung finden kann.
Riccardo Milani (*1958 in Rom) Er arbeitet zunächst als Assistent von Mario Monicelli, Nanni Moretti und Daniele Luchetti. 1997 feiert er sein Regiedebüt mit AUGURI PROFESSORE, worauf zahlreiche erfolgreiche Fernsehproduktionen und Kinofilme folgen. Bei Cinema Italia liefen COME UN GATTO IN TANGENZIALE (2017), MA COSA CI DICE IL CERCELLO (2018) und COME UN GATTO IN TANGENZIALE – RITORNO A COCCIA DI MORTO (2021).
Weitere Infos:https://www.cinema-italia.net/filme.php?selectedday=37&selectedfilm=3

Come un gatto in tangenziale: Ritorno a Coccia di Morto – Wie eine Katze auf der Autobahn: Die Rückkehr

ITA

"2021

Riccardo Milani

Paola Cortellesi, Antonio Albanese, Sonia Bergamasco, Claudio Amendola

Monica und Giovanni sind zurück! Wir erinnern uns: der feinsinnige Intellektuelle und die prollige Vorstadtmadam waren in der Erfolgskomödie COME UN GATTO IN TANGENZIALE / WIE EINE KATZE AUF DER AUTOBAHN (Cinema Italia 2018) auf spektakuläre Weise aneinandergeraten. Jetzt gibt es neuen Stress: Monica wird verhaftet, weil ihre kleptomanischen Zwillingsschwestern Diebesgut bei ihr versteckt haben. Giovanni gelingt es, sie aus dem Knast zu holen und ihre Strafe in gemeinnützige Arbeit in einer anderen Gemeinde umzuwandeln. Dummerweise liegt Monicas neues Wirkungsfeld genau neben dem schicken Kulturzentrum, das Giovanni in Kürze eröffnen will.
Genauso lustig und turbulent wie der erste Teil. Paola Cortellesi und Antonio Albanese sind wieder in Hochform, und der neue Film wurde in Italien verdientermaßen zum absoluten Kassenknüller.

Sind denn alle durchgedreht? – Ma cosa ci dice il cervello

ITA

2019

Riccardo Milani

Paola Cortellesi, Stefano Fresi, Emanuele Armani, Teco Celio.

Giovanna ist eine graue Maus, wie sie im Buche steht: unbeholfen, bescheiden, unauffällig. Selbst ihre siebenjährige Tochter hält sie für langweilig. Doch das alles ist Fassade, denn in Wirklichkeit ist Giovanna eine Top-Geheimagentin, die in brisanten internationalen Missionen von Marrakesch bis Moskau im Einsatz ist. Irgendwann aber merkt Giovanna, dass nicht nur sie selbst, sondern auch ihre besten Freunde im Alltag ständig Schikanen, Arroganz und rüpelhaftem Benehmen ausgesetzt sind. Mit den fast unbegrenzten Mitteln und Tricks einer Geheimagentin versucht sie im Leben ihrer Freunde und in ihrem eigenen wieder Ordnung zu schaffen.
Nach dem großen Erfolg von COMO UN GATTO IN TANGENZIALE / WIE EINE KATZE AUF DER AUTOBAHN (Cinema Italia 2018) legt das Team um Regisseur Riccardo Milani und Hauptdarstellerin Paola Cortellesi noch eine Schippe drauf: Ihre neueste Komödie ist eine turbulente Mischung aus augenzwinkernder James Bond-Parodie und genauer Beobachtung des italienischen Alltags, was zu urkomischen Situationen führt.
 „In einem Land, in dem es inzwischen für viele selbstverständlich ist, Gesetze und Regeln zu missachten und darauf sogar stolz zu sein, kann man die Kompetenz der anderen infrage stellen und Zweifel säen, ob Ärzte, Lehrer, Richter usw. überhaupt ihrem Beruf gewachsen sind. Und vor allem sind viele davon überzeugt, alles besser zu wissen und zu können. Dieser Zweifel scheint das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft an den Wurzeln zu unterminieren. Rücksichtslosigkeit geht uns alle an. Mit der Figur, die von Paola Cortellesi dargestellt wird, und ihren Freunden will der Film den Alltag von Italien erzählen: in den Schulen, den Krankenhäusern, den Gerichten und an allen Arbeitsplätzen. Das Ganze mit einem lachenden Auge und einem kritischen und selbstkritischen Blick auf das Land.“
Riccardo Milani

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