Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Metropolis

Japan

2001

Rintarô (Shigeyuki Hayashi)

Basierend auf Fritz Langs Vision von den düsteren Machenschaften der Herrscher einer su-permodernen Gesellschaft und dem Mangaklassiker METROPOLIS, der bereits in den 40er Jahren von dem bekannten Animator Osamu Tezuka entwickelt wurde, gelang den Machern des Films ein zugleich spaßiges und allegorisches Meisterwerk. Nach mehr als fünfzig Jahren bekommt die Heldin Tima im doppelten Sinne Leben einge-haucht die als Supermensch konzipierte Maschine erblickt nicht nur im Rahmen der Hand-lung die Welt als solche, sondern auch die der großen Leinwand und des bewegten Bildes. Als geistiger Vater für das Drehbuch konnte kein Geringerer als der Meister des Mangas, Katsuhi-ro Otomo (AKIRA), verpflichtet werden, und mit Rintarô wurde ebenfalls ein Experte als Schöpfer der Bilderwelt engagiert. METROPOLIS beeindruckt durch eine perfekte Bildgestaltung, die den Betrachter von Anbe-ginn an die Geschichte fesselt, zudem lassen die überaus lebendigen und dynamischen Kame-rafahrten den Anime so temporeich wie SPEED erscheinen. Die düstere Schilderung der Met-ropole kann durchaus mit den Bauten des Kultfilmes von 1927 mithalten. Und dann sind da noch die wunderschönen, großen Augen der Protagonistin Tima.

Common Threads: Stories from the Quilt

USA

1989

Rob Epstein, Jeffrey Friedman

In ihrem ersten gemeinsamen Filmprojekt behandelt das hochrenommierte Dokumentarfilm-Duo Rob Epstein und Jeffrey Friedman (u.a. THE CELLULOID CLOSET, 1995) den Beginn des Aids Memorial Quilts. In diesem gemeinschaftlichen, bis heute andauernden künstlerischen Projekt einer Patchwork-Decke werden Erinnerungsstücke von Aids-Toten zusammengewebt und damit dem Vergessen und der Ignoranz entrissen. Der Film fasst die Erfahrungen der ersten Dekade des Umgangs mit Aids zusammen, die Trauer über die Verluste, die Wut über die Untätigkeit der Reagan-Regierung und den Kampfgeist der Aids-Bewegung. Zu einer Zeit, in der die schwulen Opfer der Epidemie in den Medien unsichtbar blieben, bot der Film das ganze Instrumentarium einer großen Hollywoodproduktion auf, mit Dustin Hoffman als Erzähler und Bobby McFerrin als Soundtrack-Komponist, um das Thema so selbstbewusst wie möglich zu erzählen. 1989 erhielten die Filmemacher für dieses unentbehrliche Dokument schwuler Geschichte den Oscar für den besten Dokumentarfilm.
Einführung: Em Brett, KOSI.MA
In Kooperation mit KOSI.MA, Zentrum für sexuelle Gesundheit Mannheim

McCabe & Mrs. Miller

USA

1971

Robert Altman

Warren Beatty, Julie Christie

Kein Westernheld, wie man ihn kennt: John McCabe baut in einer Wildweststadt Saloon, Spielhölle und Bordell auf, als Kompagnon bietet sich die Prostituierte Constance Miller an. Die Geschäfte florieren, erwecken aber auch den Neid der Großindustrie. Alsbald sind drei Killer der Bergwerksgesellschaft hinter McCabe her. Robert Altman zersetzt in diesem Antiwestern alle Konventionen und Mythologien des Genres und zeichnet ein realistischeres Bild des „Wilden Westens“: Diese Abrechnung mit dem amerikanischen Traum ersetzt Heldentum mit Opportunismus – und erzeugt nicht zuletzt durch die Lieder Leonard Cohens, die den Film durchziehen, eine träumerisch-melancholische Atmosphäre.

Robert Altman’s Last Radio Show

USA

2006

Robert Altman

Woody Harrielson, Kevin Kline, Meryl Streep, Lily Tomlin, Garrison Kellor, John C. Reilly, Lindsay Lohan

A Prairie Home Companion – das ist seit 1974 in ganz Amerika eine beliebte Radiosendung mit unterschiedlichsten Elementen, die von Moderator Garrison Kellor zusammengehalten werden. Nun müssen Kellor und seine Gäste erfahren, dass die laufende Sendung die letzte sein soll. Das erhöht die Spannung beträchtlich, und so droht der Abend zusehends aus dem Ruder zu laufen, wozu zwei Country- Sängerinnen, ein Sicherheitsbeauftragter und ein Todesengel in Weiß beträchtlich beitragen. Im seinem letzten Spielfilm präsentiert Altmeister Robert Altman einen wie gewohnt bis in die letzte Nebenrolle starbesetzten, entspannten und urkomischen Blick auf die kleinen Eitelkeiten, Bedürfnisse und Sehnsüchte, die das Showbiz als Mikrokosmos auszeichnen. Ein Leckerbissen für Freunde des guten Films.

The Player

USA

1992

Robert Altman

Tim Robbins, Greta Scacchi, Cynthia Stevenson

Ein Produzent, der die erste Anlaufstelle für Drehbuchautoren ist, wird von einem abgelehnten Autor mit anonymen Drohbriefen verfolgt. Zugleich sägt ein jüngerer Kollege an seinem Stuhl. Als er sich auf die Suche nach dem Autor macht, eskalieren die Ereignisse. Die bitterböse Satire war das furiose Comeback von Robert Altmann, in der er mit Hollywood und der amerikanischen Kulturszene allgemein abrechnet. Der Film steckt dabei voll von Hinweisen und Anspielungen auf reale Personen und Verhältnisse.
Drehbuch: Michael Tolkin

Robert Altman's Last Radio Show

USA

2007

Robert Altmann

Kevin Kline, Meryl Streep, Lily Tomlin, Garrison Kellor, John C. Reilly, Lindsay Lohan

Böse Überraschung für Garrison Keillor, den Moderator der „Prairie Home Companion“, einer seit 1974 in Amerika beliebten Radioshow: Die laufende Sendung soll die letzte sein – das erfolgreiche Format wird abgesetzt. Nun haben der Sicherheitsbeamte Guy Noir und Managerin Molly alle Hände voll zu tun, die Performanceauftritte zu gewährleisten…
Wunderbare Ensemble-Dramödie von Altmeister Robert Altman, der mit Starbesetzung bis in kleinste Nebenrollen einen ganz entspannten Blick auf Eitelkeiten und Sehnsüchte im Showbiz wirft.

Wien vor der Nacht

AUT/FRA/DEU

2016

Robert Bober

Der französische Dokumentarfilmer Robert Bober ist seinem Urgroßvater nie begegnet. Wolf Leib Fränkel, geboren 1853 in Polen, jüdischer Leuchtenmacher und -anzünder, ließ sich 1904 – nach einer verhinderten Auswanderung in die USA – in der Wiener Leopoldstadt als Blechschmied nieder. Über ein Jahrhundert später begibt sich Bober dort auf Spurensuche: nach Erinnerungen an den Urgroßvater, die er selbst nie gemacht hat, und nach dem Kind an der Hand des alten Mannes, das er hätte sein können.
Seine Erkundung wird zu einer Reise in die Zeit vor der langen Nacht des Holocaust, als Wien am Ende der Habsburger Monarchie kulturelle Weltstadt war und eine der größten jüdischen Gemeinden Europas beherbergte. Das Leben seines Urgroßvaters rekonstruiert er aus den Biografien der vielen jüdischen Autoren, für die Wien damals zur Wahlheimat geworden war: Joseph Roth, Stefan Zweig, Arthur Schnitzler sind Zeugen einer Zeit, die die schöpferischsten Ideen, aber auch die brutalste Gewalt hervorgebracht hat.
WIEN VOR DER NACHT ist eine berührende Familiengeschichte, die sehnsuchtsvolle Annäherung an einen verlorenen Ort und eine tief persönliche Reflektion von jüdischer Identität und Geschichte.

Art Girls

DEU

2014

Robert Bramkamp

Peter Lohmeyer, Inga Busch

Dieser experimentelle deutsche Film ist eine fulminante Mischung aus Science Fiction, Horror und Psychogramm rund um die Scheinwelt der Kunst: Für die drei Berliner Künstlerinnen Nikita, Una und Fiona ist es die große Gelegenheit, ihre Kunst endlich der Öffentlichkeit zugänglich zu machen: die von einer Biotech-Firma gesponserte Gruppenausstellung „Art Gate“. Doch schon bald wird klar, dass das Kunstereignis nur ein Vorwand für futuristische Experimente ist, die die Grenzen des Realen sprengen und dem Übernatürlichen einen Raum geben. Die Künstlerinnen steuern dabei langsam aber sicher auf eine menschliche Katastrophe zu… Ein Film, der seine Zuschauer in einen spannenden Sog aus Realität und Fiktion zieht – Grenzen sind hier nicht mehr auszumachen. Für Liebhaber von Genrefi lmen wie für Kunst-Interessierte ein kleiner Leckerbissen, der seinesgleichen sucht.

Der Prozess Der Jeanne D'arc

FRA

1962

Robert Bresson

Florence Carrez, Jean-Claude Fourneau, Marc Jacquier

Der von den Engländern 1431 angezettelte Ketzerprozess gegen die später heiliggesprochene Jeanne d’Arc in einer ebenso eigenwilligen wie beeindruckenden Filmfassung, die sich streng an die umfangreichen Originalprozessakten hält. Bresson verzichtet auf eine herkömmliche filmische Dramatisierung und pflegt stattdessen einen asketischen Stil in Text und Bild. Dabei wird die spirituelle, über die eigentliche Historizität der Ereignisse hinausweisende Dimension des Geschehens deutlich: Johanna ist nicht ausschließlich wehrloses Opfer der Intrigen der Engländer und der katholischen Kirche, sondern behauptet eine starke eigenständige Position, trotz Folterandrohungen und der Ausübung starken moralischen Drucks. Im Anschluss an den Film zeigen wir ein aufgezeichnetes Fernsehinterview mit dem bekannten französischen Historiker George Duby, in dem der Mittelalterspezialist detailliert die geschichtlichen Erkenntnisse über Johanna von Orleans referiert.

Musikvideos aus Mannheim – 25 Jahre Camelot Filmproduktion

Robert Bröllochs

Musikvideo-Abend in Anwesenheit von Produzent und Regisseur Robert Brölloch
Seit Beginn des MTV-Zeitalters gehört zu jedem Chartsong ein Musikvideo. Die Mannheimer Camelot Filmproduktion war und ist hierzu eine wichtige Anlaufstelle für namhafte Künstler im deutschsprachigen Raum: Von Modern Talking und Roland Kaiser bis Wirtz und natürlich die Söhne Mannheims – oft mit Drehorten in und um Mannheim.
Firmengründer Robert Bröllochs zeigt und kommentiert Highlights aus seiner Musikvideo-Produktion, die einen Bogen über die letzten 25 Jahre spannen, und erläutert auch den Wandel der Musikindustrie seit der Firmengründung 1994.
In Zusammenarbeit mit Rhein-Neckar-Industriekultur e.V.

Ein Licht zwischen den Wolken

ALB

2018

Robert Budina

Arben Bajraktaraj, Esela Pysqyli, Irena Cahani, Bruno Shllaku, Osman Ahmet

Hirte Besnik lebt in einer multireligiösen Familie: katholische Mutter, kommunistischer Vater, muslimische und orthodoxe Schwiegerfamilien. Das friedliche Miteinander im Dorf, hoch oben in der rauen, aber schönen albanischen Hochgebirgsidylle, bricht auseinander, als Besnik in der Moschee etwas Unglaubliches entdeckt: Hinter dem Wandverputz offenbart sich eine christliche Heiligendarstellung. Mag für die Vorfahren ein gemeinsames Gotteshaus auch selbstverständlich gewesen sein, ist es für die heutigen Muslime reiner Frevel. Und Besnik steht im Mittelpunkt des religiösen Streits in diesem grandiosen filmischen Beitrag aus Albanien zur aktuellen Debatte um religiöse Rigorosität und Freiräume: „Mit großen, ruhigen Bildern erzählt Regisseur Robert Budina eine an Metaphern reiche Geschichte über die gesellschaftlichen Spannungen auf dem Balkan.“ (filmreporter.de)
Im Anschluss an die Filmvorführung am 21.9. Filmdiskussion mit dem Regisseur

Born to Be Blue

CAN/GBR

2015

Robert Budreau.

Ethan Hawke, Carmen Ejogo, Callum Keith Rennie, Stephen McHattie

In den 1950ern war er der „James Dean des Jazz“, er endete in den 1980ern als von Drogen zersetztes Wrack: Das Auf und Ab im Leben des Jazz-Trompeters Chet Baker, seine stilvolle Musik, seine Abgründe und Abstürze thematisiert diese Filmbiografie. Ethan Hawke, mit nach hinten gegeltem Haar, ausgemergeltem Gesicht und in lässigen Sixties-Anzügen, spielt mit großer Intensität diesen großen, zerbrechlichen King des Cool Jazz.
Live-Jazz vor dem Film: Ab 21 Uhr spielen Alexandra Lehmler (Saxphon), Matthias Debus (Kontrabass) und Laurent Leroi (Akkordeon).
Alexandra Lehmler am Saxophon – Leiterin ihrer eigenen Jazzband mit inzwischen sechs Albenveröffentlichungen, 2014 Jazzpreis des Landes Baden-Wurttemberg und Stipendiatin der Kunststiftung Baden-Wurttemberg.
Matthias Debus am Bass – Studierter Jazz-Bassist, doch das Spektrum seines Schaffens reicht vom Jazz uber das Mitwirken in Orchestern, Worldmusic und Lyrikvertonungen bis hin zu Rock und Neutönendem.
Laurent Leroi begann im Alter von acht Jahren mit dem Akkordeonspiel und ist mit seiner Musik in vielen Genres zuhause: Er bereichert Straßenmusik und Volksfest, literarische Lesung, Theater oder Film mit seiner energischen, vielseitigen, unberechenbaren, leidenschaftlichen Musik.
Dazu gibt es den Sommerdrink „Cool High“
Einlass ab 20:30 Uhr
Eintrittspreis: 10 Euro / erm. 8 Euro / Mitglieder Cinema Quadrat e.V. 7 Euro

Pianomania

EAUT/FRA/DEU

2009

Robert Cibis

Lang Lang, Alfred Brendel, Rudolf Buchbinder

Stefan Knüpfer arbeitet als Cheftechniker und Meisterstimmer bei Steinway. Knüpfers Klienten sind die großen Pianisten der Welt. Ob mit Lang Lang, Brendel, Buchbinder oder Pierre-Laurent Aimard, mit ihnen ist Knüpfer immer auf der Suche nach dem perfekten Klang und der individuellen Seele eines jeden Klaviers. PIANOMANIA ist ein Film über Liebe, Perfektion und ein kleines bisschen Wahnsinn. Humorvoll wird der Zuschauer in die geheimnisvolle Welt der Töne mitgenommen und begleitet Stefan Knüpfer bei seiner ungewöhnlichen Arbeit, wo die außerordentliche Fähigkeit gefordert wird, Worte in Töne zu übertragen.

Der Leuchtturm

USA

2019

Robert Eggers

Willem Dafoe, Robert Pattinson

Tom Wake (Willem Dafoe), ein Seemann, und sein Gehilfe Ephraim Winslow (Robert Pattinson) treten Ende des 19. Jahrhunderts eine vierwöchige Schicht als Leuchtturmwärter auf einer einsamen felsigen Insel in Maine an. Schnell nehmen die Spannungen zwischen den beiden zu, zumal ein Sturm das Verlassen der Insel unmöglich macht.
Mit gestochen scharfen schwarz-weiß-Aufnahmen gelingt es der Regie und der Kamera Seefahrer-Mythen lebendig werden zu lassen. Ein literarisches Fragment von Edgar Allen Poe diente Robert Eggers als Inspirationsquelle. In den Kritiken werden die Leistung der beiden Hauptdarsteller wiederholt als spektakulär, die Tongestaltung als avantgardistisch, die Bildgestaltung als gelungene Stummfilmästhetik beschrieben.
Cinema Quadrat zeigt den Film in Kooperation mit der Oper des Nationaltheater Mannheim anlässlich der Aufführung der Kammeroper „The Lighthouse“ von Peter Maxwell Davies in der Alten Schildkrötfabrik (Premiere am 23.04.2023 um 20:00 Uhr). Die Oper basiert auf einer wahren Begebenheit und untersucht das Geheimnis des spurlosen Verschwindens dreier Leuchtturmwärter im Nordwesten von Schottland. Da der historische Fall tatsächlich nie aufgeklärt werden konnte, begibt sich der Komponist auf eine mystische Reise in das menschliche Unterbewusstsein und malt die letzten Stunden aus dem Leben dreier verschwundener Leuchtturmwärter enigmatisch in der Musik aus.
Besucher des Films erhalten bei Vorlage eines Opern-Tickets ermäßigten Eintritt. Umgekehrt gibt es einen 25% Rabatt für die Opernaufführungen bei Vorlage eines entsprechenden Kino-Tickets. 
Die Filmvorführung am 1. Mai wird mit einem musikalischen Beitrag eröffnet (Tenor: Christopher Diffey, Harfe: Nora von Marschall). Zu den Filmvorführungen wird es jeweils eine Einführung von Dr. Peter Bär im Dialog mit der Operndramaturgin Polina Sandler geben.
Informationen zur Oper „The Lighthouse“: https://www.nationaltheater-mannheim.de/spielplan/the-lighthouse/761/

Paragraph 175

USA

2000

Robert Epstein / Jeff Friedman

Etwa 100.000 Homosexuelle sind während der NS-Herrschaft in Deutschland inhaftiert und gefoltert worden. Zu Tausenden wurden Schwule und Lesben in deutschen Konzentrations-lagern ermordet. Der Paragraph 175 erlaubte den Nazis, jeden zu verhaften, den sie einer nur homosexueller Neigung verdächtigten. Erst 1969 wurde der Artikel endgültig abgeschafft. Rob Epstein und Jeffrey Friedman, die bereits mit preisgekrönten Dokumentationen wie THE CELLULOID CLOSET Furore machten, erteilen hier den letzten schwulen Überlebenden des Holocaust das Wort. Fünf Opfer der Verfolgung – alle zwischen 75 und 95 Jahre alt – sprechen vor der Kamera über ihre schwere Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihre bitteren, manchmal von Ironie durchsetzten Schilderungen werden unterbrochen und ergänzt mit Bildern und alten Dokumenten aus der Nazi-Zeit.

Howl - Das Geheul

USA

2010

Robert Epstein & Jeffrey Friedman

James Franco, Todd Ratondi, Jon Prescott

Im Jahr 1957 stand in San Francisco ein Gedicht vor Gericht: „Howl“ von Allen Ginsberg. Angeklagt ist der Verleger Lawrence Ferlinghetti wegen des Verdachts auf Verbreitung obszönen Schrifttums. Er wird im prüden Amerika überraschend frei- und dem Gedicht eine herausragende gesellschaftliche Bedeutung zugesprochen. Dem Autor bringt der Prozess landesweite Berühmtheit. Heute gilt die Auseinandersetzung um das wie in einem Rausch geschriebene kleine Meisterwerk als Geburtsstunde der Beat-Generation, und im Kino kann man das „Geheul“ darum noch einmal erleben.

Nanuk, der Eskimo

USA

1922

Robert Flaherty

Robert Flaherty lässt uns teilhaben an den Freuden und Mühen des rauen Lebens des Jägers Nanuk und seiner Familie im hohen Norden Kanadas in den frühen 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Sein Film zeigt den Alltag der Eskimos in einer ebenso grandiosen wie gefährlichen Natur mit extrem kalten Wintern und kurzen Sommern. Dieser erste lange amerikanische Dokumentarfilm bewegt sich dabei gekonnt zwischen lebensnahem Dokument und poetischer Fiktion.

Ich, Tomek

POL/DEU

2009

Robert Glinski

Filip Garbasz, Anna Kulej, Daniel Furmaniak

In einem polnisch-deutschen Grenzstädtchen wächst der 15-jährige Tomek heran. Der ambitionierte Schüler will seinem dumpfen Umfeld und Elternhaus entfliehen. Als seine Hoffnungen auf ein schulfinanziertes Astronomie-Projekt scheitern, gibt er sich auf und wird ein Herumtreiber wie die meisten anderen seines Alters. Um seine neue, naive Freundin Martha zu beschenken, lässt er sich auf kriminelle Geschäfte ein und verliert als Callboy seine Unschuld. Weder die hilflosen Eltern noch Bekannte können ihn retten. Sonderveranstaltung für Schulklassen am Fr., 23.7. 10 Uhr. Anmeldung bis zum 16.7. unter presse@cinema-quadrat.de

Gloria Mundi – Rückkehr nach Marseille

FRA/ITA

2019

Robert Guédiguian

Ariane Ascaride, Jean-Pierre Darroussin, Gérard Meylan, Anaïs Demoustier, Robinson Stévenin

Die Geschichte einer Familie im heutigen Marseille: Obwohl die Geburt eines Kindes eigentlich Grund zur Freude ist, wissen Mathilda und Nicolas nicht, wie sie die kleine Gloria über die Runden bekommen sollen. Beide stehen am Rande der völligen Erschöpfung und in äußerst prekären Verhältnissen: Sie weiß, dass sie zugunsten einer Billigarbeitskraft ihren Job verlieren wird, er schlägt sich als Uber-Fahrer durch. Um wirtschaftlich über die Runden zu kommen, brauchen sie die Hilfe der ganzen Familie, auch von Glorias Großvater, der gerade aus dem Gefängnis entlassen worden ist.
In seinem neuen Film zeichnet Robert Guédiguian eine neokapitalistische Welt, in der bürgerliche Existenzen zerbrechlich sind wie Kartenhäuser und in der diejenigen, die noch für eine gesellschaftliche Solidarität eintreten möchten, kaum mehr Mittel dazu haben. Ariane Ascaride wurde in Venedig 2019 als beste Darstellerin ausgezeichnet.
Einführung: Christian Lohse, Cinema Quadrat

Der Junge, dem die Welt gehört

DEU

2024

Robert Gwisdek

Julian Vincenzo Faber, Chiara Höflich, Denis Lavant, Corinna Harfouch

Basilio lebt allein in einer verlassenen sizilianischen Villa und schreibt Musik. Ein mysteriöser Mentor sucht ihn auf, der ihn koboldhaft mal wie ein Kind, mal wie ein alter Mann dazu antreibt, die „wahre Poesie“ zu suchen. Als Basilio wenig später auf die ebenfalls mysteriöse Karla trifft, beginnt sich seine Welt mehr und mehr in ein Gedicht zu verwandeln.
Robert Gwisdek, bekannt als Schauspieler sowie als verspielter HipHop-Musiker unter dem Namen Käptn Peng, führt in seinem Spielfilmdebüt auf einen tiefenpsychologischen Trip. Die Welt in Musik zu verwandeln, das ist Basilios Auftrag – der Hauptdarsteller ist der Singer-Songwriter Faber. Die durchweg schwarz-weiße, skurrile, traumhafte Komödie gewann in Hof den Regiepreis. Für epd Film „der bisher ungewöhnlichste und innovativste Film des Jahres“, für Robert Gwisdek schlicht ein „Liebesfilm für Verrückte“.

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