Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Die Missetäter

ARG

2023

Rodrigo Moreno

Daniel Eliás, Esteban Bigliardi, Germán De Silva, Margarita Moflino, Laura Paredes.

Morán, Bankangestellter in Buenos Aires, hat 650.000 Dollar gestohlen: Genug, dass es bis zur Rente reicht. Er weiht Kollege Román ein: Er selbst will sich stellen, Román das Geld verstecken, nach der Haft wird geteilt. Der Plan wird ausgeführt – der Beginn einer Reise in immer absurdere Gefilde, die dieser einfallsreiche Film in immer neuen Wendungen zwischen den bankinternen Ermittlungen, dem Gefängnisaufenthalt und der Begegnung mit Norma an einem Bergsee gewitzt und witzig ausführt. Der Film ist Parodie auf Heist-Movies, eröffnet wie nebenbei eine ganz eigene Welt und erzählt zudem von der drögen Mühle eines auf Geld fixierten Systems und dem Ausbruch aus dem engen Büroumfeld.

Die Augen des Weges – Los ojos del camino

PER

2016

Rodrigo Otero Heraud

Ein Mann aus den Anden, der in verschiedenen Regionen der Kordilleren auftaucht, der wieder verschwindet wie ein Geist, der einen letzten Blick auf die Heiligen Berge werfen möchte, der sich mit dem Wasser, den Felsen, den Männern unterhält, um eine bessere Vorstellung davon zu haben, unter welcher Krankheit die Menschheit der Gegenwart leidet: Hipólito Peralta Ccama ist ein spiritueller Meister der andinen Tradition, ein Heiler, ein Weiser, der die Welt mit dem Herzen eines Kindes der Erde sieht.
Mittels einer traumhaften und poetischen Filmsprache begleitet der Film Ccama auf einer Pilgerreise – ein visuelles Gedicht mit überwältigenden Aufnahmen der Andenbergwelt

La Zona

EX

2007

Rodrigo Plá

Daniel Gimenez Cacho, Maribel Verdu, Carlos Bardem

Utopie oder düstere Realität? Drei Jugendliche aus dem Armenviertel von Mexiko-City dringen in das von Mauern geschützte und privat überwachte Villenviertel „La Zona“ ein. Der spontane Einbruch in eines der Luxushäuser geht schief und die leichtsinnigen Eindringlinge werden geschnappt. Doch nicht etwa von der Polizei, sondern vom aufgebrachten Mob werden die Jugendlichen gerichtet. Eine Hetzjagd ohne Erbarmen beginnt… Ein Film über sozialen Hass, Selbstjustiz und das Scheitern eines schwachen Staates.

Stockholm

ESP

2013

Rodrigo Sorogoyen.

Javier Pereira, Aura Garrido

Zwei junge Menschen treffen aufeinander: Er will sie, sie zögert. Dann lernen sie sich kennen, er begeistert sie, und die beiden lassen sich aufeinander ein. Am nächsten Morgen sieht die Welt dann ganz anders aus: Sie will bei ihm bleiben, er will seine Ruhe. Und noch einmal fängt das Spiel von vorne an – doch dieses Mal ist es nicht das lustvolle Spiel vom Vorabend, sondern trister Ernst und verzweifeltes Verhandeln. Mit STOCKHOLM hat der Spanier Sorogoyen einen Film gedreht, der wie zwei Filme wirkt, die sich in Gattung, Stil und Stimmung gegenüberstehen und doch nicht voneinander zu trennen sind. Ein Film voller Unvorhersehbarkeiten, ein überraschender Kinogenuss jenseits konventioneller Love-Stories.
Es handelt sich übrigens um ein Crowdfunding-Projekt befreundeter Filmschaffender, welches in nur 13 Tagen gedreht wurde und den Publikumspreis auf dem 3. Spanischen Filmfest in Berlin gewann!

Thirteen Days

USA

2000

Roger Donaldson

Kevin Costner, Steven Culp

Der Kalte Krieg geht in seine heißeste Phase, als US-Piloten 1962 russische Nuklearraketen mit Zielrichtung USA auf Kuba entdecken. 13 Tage lang ringt Präsident Kennedy um eine Reaktion, bedrängt vom Militär, das die Konfrontation sucht. Ein diplomatischer Wettlauf gegen die Zeit und mächtige Gegner beginnt, in der jede Entscheidung die falsche sein kann. Roger Donaldsons Erinnerung an die Kubakrise verbindet Politlektion, Spannungskino und das Porträt zweier mythischer amerikanischer Helden zu einem Film, der die schwierige Aufgabe, einen diplomatisch ausgetragenen Konflikt auf der Leinwand umzusetzen, mit formaler und darstellerischer Klasse und ohne musealen Historikermief löst. In Kooperation mit der Fachschaft Geschichte der Universität Mannheim. Einführung: Prof. Dr. Julia Angster, Universität Mannheim

Lautrec - Der Maler von Montmartre

FRA

1999

Roger Planchon

Régis Royer, Elsa Zylberstein

Henri Toulouse-Lautrec (1864 – 1901) war eine exzentrische Figur im Paris der Belle Époque und einer der radikalsten Künstler des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Als kleinwüchsiger, von Krankheiten gezeichneter Adelsspross führte er ein Leben am Rande der Gesellschaft. Seine Bilder zeigen die flirrende Atmosphäre einer Gesellschaft im Umbruch. Seine Motive fand er im Zirkus, in den Bars und Bordellen der Großstadt Paris, vor allem im Künstlerviertel Montmartre, wo er selbst lebte und seine Arbeiten in ersten Ausstellungen präsentierte. Eine enge Beziehung verband ihn mit Suzanne Valadon, die als Modell arbeitete und als geniale Autodidaktin ein eigenes bedeutendes malerisches und zeichnerisches Werk schuf. Roger Planchon liefert ein unterhaltsames und opulent ausgestattetes Biopic um einen skandalumwitterten Künstler, der mit gerade mal 36 Jahren an den Folgen seiner Alkoholsucht starb.
Einführung: Dr. Thomas Köllhofer
Veranstaltungsort: Kunsthalle

Life, Animated

USA

2015

Roger Ross Williams

Im Alter von drei Jahren hört ein gesunder und aufgeweckter Junge namens Owen Suskind plötzlich auf zu sprechen. Er verschwindet völlig in seiner eigenen Welt. Die Diagnose: Autismus. Fast vier Jahre vergehen, in denen Owen ausschließlich auf Disney-Filme zu reagieren scheint. Eines Tages streift sein Vater im Spiel eine Handpuppe über – Jago, den Sprüche klopfenden Papagei aus ALADDIN – und – Peng! – Owen spricht seine ersten Worte seit Jahren. Er antwortet mit Dialogen aus seinen heißgeliebten Disney-Filmen, die ihm helfen, seine Gefühle zu begreifen und mit der Umwelt in Kontakt zu treten.
LIFE, ANIMATED stellt klassische Disney-Szenen eindrucksvoll neben Szenen aus Owens Leben und lässt mit wunderschönen Animationen zu Owens ausgedachten Geschichten den Zuschauer in eine fantastische Bilderwelt eintauchen. Ein Dokumentarfilm über das Erwachsenwerden in einer Welt, die durch Disney begreifbar wird.

Kaktusfrüchte – Sabar Bonda

GBR/IND/CAN

2025

Rohan Parashuram Kanawade

Buushaan Manoj, Suraaj Suman, Jayshri Jagtap

Als Anands Vater stirbt, kehrt er aus der Großstadt zurück in seine indische Provinzheimat, um ein zehntägiges Trauerritual zu vollziehen. Dort flammen die Gefühle für seinen einstigen Jugendfreund Balya wieder auf. Dieser kämpft darum, entgegen der Tradition unverheiratet zu bleiben. Ebenso ist Anand inmitten der Trauer den unvermeidlichen Fragen der Großfamilie nach seinem Familienstand ausgesetzt. Als er zurück in die Stadt will, muss er über das Schicksal der Beziehung entscheiden.

Rohan Parashuram Kanawades Debütfilm KAKTUSFRÜCHTE erzählt eine zarte Liebesgeschichte in der rauen Landschaft Westindiens. Ausgezeichnet als bester ausländischer Spielfilm auf dem Sundance Film Festival 2025!

Träum weiter

SWE

2017

Rojda Sekersöz

Evin Ahmad, Ella Åhman, Gizem Erdogan, Segen Tesfa

Mit einer Verbeugung verabschiedet sich Mirja vom Knast. Draußen wird sie stürmisch von ihren Freundinnen empfangen, und alsbald plant die Clique schon das nächste große Ding: Die Beute vom nächsten Überfall soll den großen Traum finanzieren, die Ausreise nach Südamerika. Die Bikinis liegen schon bereit – doch Mirja bekommt Zweifel. Und beginnt ein eigenes, heimliches Projekt: Nämlich den Versuch, ein normales Leben zu führen. Sie bewirbt sich in einem Hotel, um einen Neuanfang zu versuchen. Rojda Sekersöz’ Debütfilm ist bunt, rebellisch, energisch: Können Menschen sich ändern? Und dürfen sie das überhaupt?

Sonita

DEU/IRN/CHE

2016

Rokhsareh Ghaem Maghami

Die 18-jährige Sonita stammt aus Afghanistan und lebt ohne ihre Familie in Teheran. Ihr sehnlichster Wunsch: eine berühmte Rapperin zu sein. Eine soziale Einrichtung unterstützt sie bei der Überwindung der Fluchttraumata und bei der Planung ihrer Zukunft, doch ihre Familie hat ganz andere Pläne: Sie für 9000 Dollar an einen fremden Mann nach Afghanistan zu verkaufen. Sonita verschafft sich mit einer Geldzahlung etwas Zeit, die sie nutzt, um ein Musikvideo aufzunehmen und auf Youtube zu stellen. Der Clip ist ein furioser Aufruf gegen Zwangsheirat und bekommt weltweite Aufmerksamkeit, was das Leben von Sonita entscheidend verändert. Neben aller Sozialkritik macht den Film ein gewagter Genrewechsel bemerkenswert: Mit einem Satz wird die Regisseurin plötzlich von der neutralen Beobachterin zur aktiv Beteiligten, was vielfältige Fragen über die Ethik des Dokumentarfilms aufwirft.

Die Vogelscheuche

Rolan Bykow

Kristina Orbakaite, Juri Nikulin, Jelena Sanajewa, Dmitri Jegorow

Die zwölfjährige Lena zieht zu ihrem geliebten Großvater, der in der Stadt als komischer Kauz gilt, weil er sich mehr um seine Bildersammlung als um die Dinge des Alltags kümmert. Als Lena in ihre neue Schulklasse kommt, wird sie wegen ihrer etwas altmodischen Kleidung und ihrer Frisur von den anderen Kindern bald als „Vogelscheuche” verspottet. In Dima, dem Stärksten in der Klasse, glaubt sie einen Beschützer gefunden zu haben, der auch ihre Zuneigung erwidert. Doch Dima erweist sich als charakterloser Feigling, der nicht den Mut aufbringt, zu seinen Taten zu stehen. Um ihn zu schützen und seine Liebe zu erringen, nimmt Lena die Schuld auf sich. Damit beginnt ein schrecklicher Leidensweg für sie: Sie wird isoliert und mit Psychoterror verfolgt. Zu ihrer Enttäuschung erweist sich Dima sogar als einer der eifrigsten bei dieser „Hexenjagd”. Kahlgeschoren wie eine Verräterin erscheint sie am nächsten Tag vor der Klasse und bekennt sich selbstbewusst und stolz zu ihrem Anderssein. Mit ihrem Großvater verlässt sie daraufhin die unerträglich gewordene Stadt. In der UdSSR nach Fertigstellung zuerst verboten, wurde dieser frühe Perestrojka-Film des bekannten Schauspielers und Regisseurs Rolan Bykow unter Gorbatschow freigegeben und von weit über 54 Millionen Menschen gesehen.

The Day After Tomorrow

USA

2004

Roland Emmerich

Dennis Quaid, Jack Gyllenhaal, Emmy Rossum, Dash Mihok, Ian Holm

Schnee in Neu-Delhi, Hagel in Tokio, Tornados in Los Angeles: Der Golfstrom ist kollabiert, eine neue Eiszeit zieht heran, drei enorme Hurrikans rasen auf die USA, auf Nordeuropa und auf Russland zu, mit dreistelligen Minustemperaturen. In New York, getroffen von einer gigantischen Flutwelle, retten sich die Überlebenden vor der Eiseskälte in die Bibliothek… Roland Emmerich, der „Master of Desaster“, ist ein Filmemacher fürs Extreme, doch in diesem Fall meint er das Untergangsszenario ernst: Und mit eindringlich warnenden Klimaforschern und einem ignoranten US-Präsidenten ist sein Klimakatastrophenfilm der Superlative noch immer schrecklich aktuell.
Referent: Prof. Dr. Wilfried Rosendahl, Reiss-Engelhorn-Museen
In Kooperation mit der Abendakademie Mannheim und den Reiss-Engelhorn-Museen
 Achtung: frühere Uhrzeit!

The Mission

GB

1986

Roland Joffé

Robert de Niro, Jeremy Irons, Liam Neeson

Im Mai kommt die koreanische Malerin Kyung-Hee Lee-Schumacher ins Cinema Quadrat. 1946 in Kwangju/Süd-Korea geboren hat die Künstlerin, die ursprünglich Ärztin war und lange Zeit in Afrika gelebt hat, erst im Jahr 2000 angefangen, an der Freien Kunstakademie Mannheim Kunst zu studieren. In vielen Ausstellungen präsentierte sie seither ihre vehementen Farbmeditationen, die sich einer tiefen Spiritualität verdanken und ihr malerisches Können unter Beweis stellen. Der Film, der ihr am meisten am Herzen liegt, ist: THE MISSION. Im südamerikanischen Urwald kämpfen Mitte des 18. Jahrhunderts spanische und portugiesische Conquistadores um Macht und Einfluss. Robert De Niro spielt den spanischen Soldaten Mendoza, der nach einem tödlichen Streit mit seinem Bruder mit seinem bisherigen Leben bricht und sich einer Jesuiten-Mission anschließt, die sich um die verfolgten Ureinwohner kümmert. Mendoza findet in der aufopferungsvollen Arbeit der Dschungelmission seinen Seelenfrieden wieder, doch am Ende triumphiert die Macht der Gewalt; Missionare und Ureinwohner werden von spanischen Soldaten niedergemetzelt, weil sie den Interessen der Kolonialherren entgegen stehen.

Bübchen

DEU

1968

Roland Klick

Sascha Urchs, Edith Volkmann, Sieghardt Rupp, Renate Roland.

Achim, etwa zehn Jahre als, spielt mit seiner einjährigen Schwester. Als die Babysitterin sich mit ihrem Freund vergnügt, stülpt er ihr eine Plastiktüte über den Kopf. Ohne Absicht, ohne Motiv, einfach so – im Schubkarren fährt er die Leiche zum Schrottplatz. Eine fieberhafte Suche nach dem verschwundenen Kind bleibt erfolglos. Doch der Vater ahnt, was geschehen ist.
Roland Klick ist einer der großen und oft vergessenen Filmemacher der 1970er – in seinem Debütfilm liefert er mit größter filmischer Kunstfertigkeit ein erschütterndes Bild von Familie und Gesellschaft. Ohne psychologisierende Erklärung lässt er das Geschehen ablaufen: „eine in ruhigen Bildern gehaltene, aber umso wütender brodelnde Demontage des Wirtschaftswunder-Kleinbürgertums.“ (taz)
Sascha Urchs spielte im Alter von neun Jahren die Hauptrolle – heute ist er unter dem Namen Alexander Kekulé ein bekannter Virologe. Der Film wurde 1968 auf der Mannheimer Filmwoche uraufgeführt.

Der Geschmack von Leben

DEU

2017

Roland Reber

Antje Nikola Mönning, Andreas Pegler, Wolfgang Seidenberg, Agnes Thi-Mai, Marina Anna Eich, Mira Gittner.

Roland Reber ist ein Unikum in der deutschen Filmlandschaft. Er und seine MitstreiterInnen schaffen Filme zwischen Komödie und Wahnsinn, die mit viel Sex und nackter Haut nach Befreiung von Zwängen und Beschränkungen durch Moral, Religion oder Tradition schreien. Das neueste Werk, eine „fi(c)ktiven Dramödie“, geht der Frage nach, wonach das Leben schmeckt. Für die lebensfrohe Nikki ist klar: Nach Sperma. Im Landrover macht sie sich auf den Weg – Aufhänger für eine Gesamtschau der geheimen Wünsche und Sehnsüchte der Menschheit. Philosophie trifft auf Quatsch, Kabarett auf Sketchparade, zwischendurch wird gesungen. Provokant, wild und völlig abgedreht – und höchst unterhaltsam für den, der sich vorm ausgestellt Unanständigen nicht fürchtet.
In Anwesenheit der Filmemacher mit anschließendem Filmgespräch

Roland Rebers Todesrevue

DEU

2019

Roland Reber

Eisi Gulp, Wolfram Kunkel, Mira Gittner, Antje Nikola Mönning, Wolfgang Seidenberg, Elisa Oberzig

Roland Reber, geboren in Ludwigshafen, ist ein Quertreiber im Filmbusiness, der konsequent, kompromisslos und radikal unabhängig seine Filme macht – und das stets als Teamwork mit einer Familie an kreativen Mitstreitern. Im jüngsten Film der Reberschen Filmmanufaktur entwickelt sich bitterböse und schwarzhumorig aus einer Verkupplungs-Spielshow ein Panorama des Menschlichen und Allzumenschlichen, mit Leichenfahrern und Exhibitionistinnen, mit Social Media-Hatern und Smart Home und, nicht zu vergessen, einem wuchtigen Auftritt des Würgers von Mannheim. Ein sehr unterhaltsamer satirischer Rundumschlag, eine Revue um Leben, Tod und alles dazwischen.
In Anwesenheit von Produzentin und Darstellerin Marina Eich und von Darstellerin Elisa Oberzig

10 Kanus, 150 Speere, 3 Frauen

AUS

2006

Rolf de Heer

Crusoe Kurddal, Jamie Gulpilil

Die Männer eines Aborigine Stamms brechen auf, um durch die Arafura-Sümpfe zu wandern, Bäume zu fällen, aus den Rinden zehn Kanus für die Jagd zu bauen und sich Geschichten zu erzählen. Von Ridjimiraril zum Beispiel, dessen junger Bruder seine jüngste Frau begehrt. Der Stamm gerät in Unruhe, als ein Fremder auftaucht und Ridjimirarils zweite Frau verschwindet… Mit Aborigine-Laien besetzte Filmcollage, deren vielschichtige Episoden zu einer mystischen Reise zu den untergegangenen Epochen des fünften Kontinents einladen. Bei den Filmfestspielen in Cannes 2006 erhielt das Werk den Spezialpreis der Jury.

Die Schweizermacher

CHE

1978

Rolf Lyssy

Emil Steinberger, Walo Lüönd, Beatrice Kessler, Claudio Caramaschi

Max Bodmer und Moritz Fischer sind kleinkarierte Einbürgerungsbeamte: Sie entscheiden, wer Schweizer sein darf und wer nicht. Ihrem gnadenlosen Bürokratismus sind ein deutscher Psychiater, ein kommunistischer italienischer Konditoreiarbeiter und eine jugoslawische Tänzerin ausgeliefert: Sie müssen beweisen, dass sie schweizerischer als die Schweizer sind, um die Staatsbürgerschaft zu erlangen. Denn wer die Staatsbürgerschaft dieses schönsten, saubersten, reichsten Landes erwerben will, wird besucht, befragt, beobachtet, belauscht, beurteilt, verglichen, notiert, bewertet. Vor allem Max überwacht scharf, ob brav die Schweizer Flagge gehisst, das Schwizerdütsch geübt und der Sonntagsspaziergang zelebriert werden. Während Moritz sich in die Tänzerin verliebt…

In den 1970ern gab es in der Schweiz starke rechtspopulistische Tendenzen zur Bekämpfung der „Überfremdung“ – Initiativen für maximal 10 % Ausländeranteil in der Schweiz wurden nur ganz knapp abgelehnt. Die Satire mit Emil Steinberger in der Hauptrolle wurde zum erfolgreichsten Schweizer Film – und sein Thema ist tragischerweise noch heute aktuell.

Mädchen Am Sonntag

DEU

2005

Rolf Peter Kahl

Die Aura eines Mädchens glänzt auch ohne Sonnenschein. Davon erzählt der Dokumentarfilm MÄDCHEN AM SONNTAG von Rolf Peter Kahl. Im Dogma-Stil mit einfacher Digitalkamera und ohne künstliche Beleuchtung interviewt er vier Frauen, vier junge Schauspielerinnen, in vier verschiedenen jahreszeitlichen und landschaftlichen Szenarien. Laura Tonke, Inga Birkenfeld, Nicolette Krebitz und Katharina Schüttler sind Vertreterinnen einer neuen jungen Darstellerriege, die ihren Weg suchen, ihre Leidenschaft und Liebe zum Film zu verwirklichen. Die vier Frauen bewegen sich zwischen Naivität und Erfahrung, Wünschen und Wollen und berichten mit großer Offenheit vom Segen und Fluch des Schauspielerberufes. MÄDCHEN AM SONNTAG ist der dritte Teil der digitalen Kurzfilm-Reihe 99euro-Films, die von Rolf Peter Kahl und Torsten Neumann als Produzenten begründet wurde. Ihre strengen Vorgaben sind: ein Drehbudget von maximal 99€, kurze Zeitspannen zwischen Planung und Dreh sowie ein digitales Aufnahmeformat. (somit ab 18 Jahren)

Meine letzte Nacht mit einem Vampir

FRA

2023

Romain de Saint-Blanquat

Léonie Dahan-Lamort, Lilith Grasmug, Maxime Rohart, Fred Blin, Cyril Metzger

Frankreich, 1967. Françoise, 17 Jahre alt, lebt in einem katholischen Internat, eine Welt strenger Regeln und religiöser Disziplin. Als sie eines Nachts eine schreckliche Vision von ihrem eigenen Tod hat, beschließt sie, ihre letzte Nacht zu leben, als gäbe es kein Morgen. Mit ihrer Freundin folgt sie der Einladung zu einem geheimnisvollen Kostümfest in einer verfallenen Villa tief im Wald – und begegnet dort zwischen dem Dunst der Gauloises, den Rufen der wilden Jugend und den Klängen verbotener Radiosender dem rätselhaften Christophe. Blass, mit durchdringendem Blick erinnert er sie an die mystischen Wesen ihrer Fantasie…

Der zarte, hypnotische Film fängt die Intensität des Erwachsenwerdens in einer von Umbrüchen geprägten Zeit ein und entführt als schaurig-poetische Hommage an das Genrekino das Publikum in eine Welt voller Sehnsucht, Mut und schauerromantischer Todessehnsucht. Beim Internationalen Festival in Sitges von der Jugendjury und als bester Genrefilm ausgezeichnet!

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