Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Pianomania

EAUT/FRA/DEU

2009

Robert Cibis

Lang Lang, Alfred Brendel, Rudolf Buchbinder

Stefan Knüpfer arbeitet als Cheftechniker und Meisterstimmer bei Steinway. Knüpfers Klienten sind die großen Pianisten der Welt. Ob mit Lang Lang, Brendel, Buchbinder oder Pierre-Laurent Aimard, mit ihnen ist Knüpfer immer auf der Suche nach dem perfekten Klang und der individuellen Seele eines jeden Klaviers. PIANOMANIA ist ein Film über Liebe, Perfektion und ein kleines bisschen Wahnsinn. Humorvoll wird der Zuschauer in die geheimnisvolle Welt der Töne mitgenommen und begleitet Stefan Knüpfer bei seiner ungewöhnlichen Arbeit, wo die außerordentliche Fähigkeit gefordert wird, Worte in Töne zu übertragen.

Der Leuchtturm

USA

2019

Robert Eggers

Willem Dafoe, Robert Pattinson

Tom Wake (Willem Dafoe), ein Seemann, und sein Gehilfe Ephraim Winslow (Robert Pattinson) treten Ende des 19. Jahrhunderts eine vierwöchige Schicht als Leuchtturmwärter auf einer einsamen felsigen Insel in Maine an. Schnell nehmen die Spannungen zwischen den beiden zu, zumal ein Sturm das Verlassen der Insel unmöglich macht.
Mit gestochen scharfen schwarz-weiß-Aufnahmen gelingt es der Regie und der Kamera Seefahrer-Mythen lebendig werden zu lassen. Ein literarisches Fragment von Edgar Allen Poe diente Robert Eggers als Inspirationsquelle. In den Kritiken werden die Leistung der beiden Hauptdarsteller wiederholt als spektakulär, die Tongestaltung als avantgardistisch, die Bildgestaltung als gelungene Stummfilmästhetik beschrieben.
Cinema Quadrat zeigt den Film in Kooperation mit der Oper des Nationaltheater Mannheim anlässlich der Aufführung der Kammeroper „The Lighthouse“ von Peter Maxwell Davies in der Alten Schildkrötfabrik (Premiere am 23.04.2023 um 20:00 Uhr). Die Oper basiert auf einer wahren Begebenheit und untersucht das Geheimnis des spurlosen Verschwindens dreier Leuchtturmwärter im Nordwesten von Schottland. Da der historische Fall tatsächlich nie aufgeklärt werden konnte, begibt sich der Komponist auf eine mystische Reise in das menschliche Unterbewusstsein und malt die letzten Stunden aus dem Leben dreier verschwundener Leuchtturmwärter enigmatisch in der Musik aus.
Besucher des Films erhalten bei Vorlage eines Opern-Tickets ermäßigten Eintritt. Umgekehrt gibt es einen 25% Rabatt für die Opernaufführungen bei Vorlage eines entsprechenden Kino-Tickets. 
Die Filmvorführung am 1. Mai wird mit einem musikalischen Beitrag eröffnet (Tenor: Christopher Diffey, Harfe: Nora von Marschall). Zu den Filmvorführungen wird es jeweils eine Einführung von Dr. Peter Bär im Dialog mit der Operndramaturgin Polina Sandler geben.
Informationen zur Oper „The Lighthouse“: https://www.nationaltheater-mannheim.de/spielplan/the-lighthouse/761/

Paragraph 175

USA

2000

Robert Epstein / Jeff Friedman

Etwa 100.000 Homosexuelle sind während der NS-Herrschaft in Deutschland inhaftiert und gefoltert worden. Zu Tausenden wurden Schwule und Lesben in deutschen Konzentrations-lagern ermordet. Der Paragraph 175 erlaubte den Nazis, jeden zu verhaften, den sie einer nur homosexueller Neigung verdächtigten. Erst 1969 wurde der Artikel endgültig abgeschafft. Rob Epstein und Jeffrey Friedman, die bereits mit preisgekrönten Dokumentationen wie THE CELLULOID CLOSET Furore machten, erteilen hier den letzten schwulen Überlebenden des Holocaust das Wort. Fünf Opfer der Verfolgung – alle zwischen 75 und 95 Jahre alt – sprechen vor der Kamera über ihre schwere Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihre bitteren, manchmal von Ironie durchsetzten Schilderungen werden unterbrochen und ergänzt mit Bildern und alten Dokumenten aus der Nazi-Zeit.

Howl - Das Geheul

USA

2010

Robert Epstein & Jeffrey Friedman

James Franco, Todd Ratondi, Jon Prescott

Im Jahr 1957 stand in San Francisco ein Gedicht vor Gericht: „Howl“ von Allen Ginsberg. Angeklagt ist der Verleger Lawrence Ferlinghetti wegen des Verdachts auf Verbreitung obszönen Schrifttums. Er wird im prüden Amerika überraschend frei- und dem Gedicht eine herausragende gesellschaftliche Bedeutung zugesprochen. Dem Autor bringt der Prozess landesweite Berühmtheit. Heute gilt die Auseinandersetzung um das wie in einem Rausch geschriebene kleine Meisterwerk als Geburtsstunde der Beat-Generation, und im Kino kann man das „Geheul“ darum noch einmal erleben.

Nanuk, der Eskimo

USA

1922

Robert Flaherty

Robert Flaherty lässt uns teilhaben an den Freuden und Mühen des rauen Lebens des Jägers Nanuk und seiner Familie im hohen Norden Kanadas in den frühen 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Sein Film zeigt den Alltag der Eskimos in einer ebenso grandiosen wie gefährlichen Natur mit extrem kalten Wintern und kurzen Sommern. Dieser erste lange amerikanische Dokumentarfilm bewegt sich dabei gekonnt zwischen lebensnahem Dokument und poetischer Fiktion.

Ich, Tomek

POL/DEU

2009

Robert Glinski

Filip Garbasz, Anna Kulej, Daniel Furmaniak

In einem polnisch-deutschen Grenzstädtchen wächst der 15-jährige Tomek heran. Der ambitionierte Schüler will seinem dumpfen Umfeld und Elternhaus entfliehen. Als seine Hoffnungen auf ein schulfinanziertes Astronomie-Projekt scheitern, gibt er sich auf und wird ein Herumtreiber wie die meisten anderen seines Alters. Um seine neue, naive Freundin Martha zu beschenken, lässt er sich auf kriminelle Geschäfte ein und verliert als Callboy seine Unschuld. Weder die hilflosen Eltern noch Bekannte können ihn retten. Sonderveranstaltung für Schulklassen am Fr., 23.7. 10 Uhr. Anmeldung bis zum 16.7. unter presse@cinema-quadrat.de

Gloria Mundi – Rückkehr nach Marseille

FRA/ITA

2019

Robert Guédiguian

Ariane Ascaride, Jean-Pierre Darroussin, Gérard Meylan, Anaïs Demoustier, Robinson Stévenin

Die Geschichte einer Familie im heutigen Marseille: Obwohl die Geburt eines Kindes eigentlich Grund zur Freude ist, wissen Mathilda und Nicolas nicht, wie sie die kleine Gloria über die Runden bekommen sollen. Beide stehen am Rande der völligen Erschöpfung und in äußerst prekären Verhältnissen: Sie weiß, dass sie zugunsten einer Billigarbeitskraft ihren Job verlieren wird, er schlägt sich als Uber-Fahrer durch. Um wirtschaftlich über die Runden zu kommen, brauchen sie die Hilfe der ganzen Familie, auch von Glorias Großvater, der gerade aus dem Gefängnis entlassen worden ist.
In seinem neuen Film zeichnet Robert Guédiguian eine neokapitalistische Welt, in der bürgerliche Existenzen zerbrechlich sind wie Kartenhäuser und in der diejenigen, die noch für eine gesellschaftliche Solidarität eintreten möchten, kaum mehr Mittel dazu haben. Ariane Ascaride wurde in Venedig 2019 als beste Darstellerin ausgezeichnet.
Einführung: Christian Lohse, Cinema Quadrat

Der Junge, dem die Welt gehört

DEU

2024

Robert Gwisdek

Julian Vincenzo Faber, Chiara Höflich, Denis Lavant, Corinna Harfouch

Basilio lebt allein in einer verlassenen sizilianischen Villa und schreibt Musik. Ein mysteriöser Mentor sucht ihn auf, der ihn koboldhaft mal wie ein Kind, mal wie ein alter Mann dazu antreibt, die „wahre Poesie“ zu suchen. Als Basilio wenig später auf die ebenfalls mysteriöse Karla trifft, beginnt sich seine Welt mehr und mehr in ein Gedicht zu verwandeln.
Robert Gwisdek, bekannt als Schauspieler sowie als verspielter HipHop-Musiker unter dem Namen Käptn Peng, führt in seinem Spielfilmdebüt auf einen tiefenpsychologischen Trip. Die Welt in Musik zu verwandeln, das ist Basilios Auftrag – der Hauptdarsteller ist der Singer-Songwriter Faber. Die durchweg schwarz-weiße, skurrile, traumhafte Komödie gewann in Hof den Regiepreis. Für epd Film „der bisher ungewöhnlichste und innovativste Film des Jahres“, für Robert Gwisdek schlicht ein „Liebesfilm für Verrückte“.

Adel verpflichtet – Kind Hearts and Coronets

GBR

1949

Robert Hamer

Dennis Price, Alec Guinness, Alec Guinness, Alec Guinness, Alec Guinness, Alec Guinness, Alec Guinness, Alec Guinness, Alec Guinness.

Louis Mazzini entstammt einer Mésalliance zwischen einer britischen Adligen und einem italienischen Tenor. Da die stolze D’Ascoyne-Familie auf Chalmont Castle in Kent von diesem nicht-standesgemäßen Zweig nichts wissen will, beschließt Louis, alles dafür zu tun, Herzog von Chalmont zu werden. Dafür muss er nur all seine Verwandten beseitigen.
In diesem Klassiker der Komödien der Ealing-Studios, die die britische Kinematographie bis in die 1960er entscheidend mitprägten, spielt Alec Guiness in einer Achtfach-Rolle die Mitglieder der D’Ascoyne-Familie, die in der Erbfolge vor Louis stehen. Auf makabre Weise treibt der Film seine Scherze mit Dekadenz und Mord – das British Film Institute wählte ADEL VERPFLICHTET auf den sechsten Platz der besten britischen Filme aller Zeiten.

Männer Zum Knutschen

DEU

2011

Robert Hasfogel

Frank Christian Marx, Udo Lutz, Alexandra Starnitzky

In dieser schwulen Lowbudget-Liebeskomödie meistern der immer gut gelaunte Tobias und der introvertierte Bankangestellte Ernst die täglichen Hochs und Tiefs ihrer glücklich-chaotischen Beziehung mit Bravour. Doch das plötzliche Auftauchen von Ernsts bester Freundin aus Kindheitstagen Uta – mittlerweile hochgradig intrigant und zudem noch Geheimagentin des israelischen Mossad – wird zur Zerreißprobe für die ungleichen Turteltauben. Erfrischend ist, dass MÄNNER ZUM KNUTSCHEN die Homosexualität seiner Protagonisten an keiner Stelle problematisiert, sondern sie als normal und heterosexuellen Verbindungen gleichgestellt behandelt. Lustig, romantisch, sommerlich!

Psycho Beach Party

USA

2002

Robert Lee King

Lauren Ambrose, Thomas Gibson

Malibu Beach im Jahre 1962. Die 16jährige Florence und ihre Freundin Berdine entdecken im Autokino des Surfer-Paradieses ein Mädchen mit durchgeschnittener Kehle. Es bleibt nicht bei dieser einen Toten. In regelmäßigen Abständen werden unschuldige Mitbürger auf brutalste Weise umgebracht. Dabei hat Florence auch so schon genug eigene Probleme. Nicht nur, dass die örtliche Beach-Clique sie ausschließt, sie leidet zudem an einer ungewöhnlichen Form von Schizophrenie: immer wenn sie Kreise sieht, wird aus dem schüchternen Mädchen ein furienhafter S/M-Vamp. Captain Monica Stark, eine stolze Drag Queen, übernimmt die Untersuchungen der Mordfälle. Dabei rückt Florence für sie immer mehr in den Kreis der Verdächtigen. Aber welche Rolle spielt der schwedische Student Lars? Und warum taucht die Horrorfilm-Darstellerin Bettina Barnes so plötzlich am Strand auf? Ursprünglich war PSYCHO BEACH PARTY ein erfolgreiches Broadway-Stück, dem Kritiker bescheinigten, es zeige „intellektuellen Humor im Bikini“. Independent-Regisseur King entwickelte daraus eine pointierte Persiflage auf das Surf-Film-Genre der sechziger und die Horrorfilme der siebziger Jahre, die nach einfachen, aber klar definierten Regeln funktionierten: möglichst viel Gewalt und Sex für möglichst wenig Geld.

Die Andere Seite Des Mondes

CAN

2004

Robert Lepage

Robert Lepage, Anne-Marie Cadieux, Marco Poulin

Eine verspielt poetische Komödie von und mit dem kanadischen Theatergenie Robert Lepage. Die Geschichte: Zwei ungleiche Brüder im heutigen Québec. Philippe, ist ein weltfremder Träumer, der von der Raumfahrt fasziniert ist. Sein Bruder André arbeitet als erfolgreicher Wetteransager beim Fernsehen und scheint sein Leben im Griff zu haben. Nach jahrelanger Funkstille müssen sie wieder Kontakt zueinander aufnehmen, weil ihre Mutter gestorben ist. Doch wie zwei Planeten auf ihrer unterschiedlichen Laufbahn haben sie sich voneinander entfernt. Die Brüder (Lepage in einer Doppelrolle!) sehen sich mit ihren ‚verborgenen Seiten‘ konfrontiert.

Grindhouse - Planet Terror

USA

2007

Robert Rodriguez

Josh Brolin Marley Shelton, Rose McGowan

Ein Arzt-Pärchen erlebt bei ihrer Nachtschicht einen wahren Alptraum: Die Bürger ihrer Stadt fallen mit entstellten Brandwunden und verdächtig ausdruckslosem Blick bei ihnen ein. Auch die Go-Go-Tänzerin Cherry, deren Bein bei einem Überfall auf offener Straße abgerissen wurde. Ihr einstiger Lebensgefährte Wray hält ihr den Rücken frei, während die Seuche immer mehr Zombies gebiert. Trash-Hommage mit Trailern zu fiktiven B-Schockern. was denn sonst.

Alexander Der Grosse

USA

1956

Robert Rossen

Richard Burton, Fredric March, Claire Bloom

Dieses große Historienepos von Robert Rossens wartet mit einem beachtlichen Staraufgebot, einer prachtvollen Ausstattung und spektakulären Schlachtszenen auf: Im Jahre 356 v.Chr. wird König Philipp von Mazedonien ein Sohn geboren, dem Königin Olympia den Namen Alexander gibt. Die Ermordung seines Vaters bringt ihn an die Macht und nach seinem Sieg über die Perser wächst sein Ruhm ins Unermessliche; er darf sich fortan König von Asien nennen. Seinem Versuch, die griechische und persische Welt kulturell miteinander zu verschmelzen, setzt sein früher Tod ein Ende.

Eierdiebe

Deutschland

2003

Robert Schwentke

Wotan Wilke Möhring, Janek Rieke, Antoine Monot jr., Julia Hummer, Alexander Beyer

Martin Schwarz kehrt gerade von einem Studienaufenthalt in den USA nach Hause zurück, als er plötzlich zusammen bricht. Diagnose: Hodenkrebs. Die Ärzte raten ihm nach der Entfernung des ersten Hodens zu einer Totaloperation, doch Martin will für seine verbliebene Männlichkeit kämpfen und stattdessen eine Chemotherapie machen. Nach einigen Frotzeleien über sein verloren gegangenes „Ei“ beschließt Martin zusammen mit Leidensgenossen von der Krebsabteilung, die Reste seiner teilamputierten Männlichkeit zurückzuerobern. Der Weg führt direkt in die Pathologie. Regisseur Robert Schwentke schildert in EIERDIEBE – seiner eigenen Geschichte – den Horror einer Krebserkrankung mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor, ohne dabei ins Zotige oder Banale abzudriften.

Laurin

DEU/HUN

1989

Robert Sigl

Dóra Szinetár, Károly Eperjes, Brigitte Karner, Hédi Temessy

Wiederaufführung eines schauerromantischen Klassikers in ungekürzter, digital restaurierter Fassung: „Mit LAURIN ist Robert Sigl ein wunderschöner, einzigartiger Film gelungen, der – wieder einmal – keine Nachahmer in Deutschland fand.“ (critic.de)
Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In einem Küstenörtchen geht ein Knabenmörder um. In qualvollen Visionen sieht die kleine Laurin den Verbrecher und seine gräulichen Taten. Doch wie kann sie ihn stellen? Ihre Mutter ist tot und der Vater auf See… Robert Sigl schuf mit LAURIN ein vor allem im Ausland zum Kult gewordenes Horrormärchen, das in der Tradition des deutschen Gruselfilms und des expressionistischen Kinos steht: „Irgendwo zwischen Mario Bava, ES GESCHAH AM HELLICHTEN TAG und den Hammer-Studios besticht LAURIN mit gespenstischen Bildern und einer bedrückenden Atmosphäre.“ (filmtipps.at)

Nachts, wenn der Teufel kam

BRD

1957

Robert Siodmak

Mario Adorf, Claus Holm, Hannes Messemer, Peter Carsten

Sommer 1944. Ein Frauenmörder geht um. Kriminalkommissar Kersten, Fronturlauber, beschäftigt sich mit dem Fall und ist sicher, dass ein geistesgestörter Serientäter dahinter steckt. Dem SS-Gruppenführer gefällt die Idee, ein Argument mehr, sich der Ermordung geistig Behinderter zu widmen – und tatsächlich kann der Kommissar den unzurechnungsfähigen Bruno Lüdke überführen. Der ist geständig – doch dann kommt Order von oben: Im Dritten Reich ist es ausgeschlossen, dass debile Massenmörder jahrelang ihr Unwesen treiben. Kersten soll den Fall fallenlassen – doch für einen der Morde sitzt ein Unschuldiger in der Todeszelle… Eine Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in Form eines Thrillers mit Noir-Einschlag war in der BRD der 1950er Jahre eine Ausnahme. Der 1952 aus dem US-Exil zurückgekehrte Robert Siodmak schuf eine so spannende wie radikale Abrechnung mit einem ideologisch zutiefst verseuchten Staatsunwesen. Für Mario Adorf, der in der Rolle des Mörders brilliert, war dieser Film der Karrieredurchbruch.
Einführung: Verena Ziegler

Voruntersuchung

DEU

1931

Robert Siodmak

Albert Bassermann, Hans Brausewetter, Charlotte Ander, Gustav Fröhlich.

Der Student Fritz wird des Mordes an einer jungen Frau verdächtigt, von der er sich aus Liebe zur Tochter des Landgerichtsrats Bienert trennen wollte. Sein Freund Walter, Sohn des Land-gerichtsrats, der auch die Untersuchung leitet, wollte die Frau nochmals besuchen, um die Angelegenheit für Fritz zu bereinigen. Als bekannt wird, dass Walter den Schlüssel zur Woh-nung der Toten hatte, fürchtet Bienert, sein Sohn könnte der Mörder sein. „VORUNTERSUCHUNG besteht als Film fast nur aus Atmosphäre; die realistischen Details machen seine Qualität aus,..“ (Raymond Borde)

Menschen am Sonntag

DEU

1930

Robert Siodmak, Edgar G. Ulmer

Erwin Splettstößer, Annie Schreyer, Brigitte Borchert, Wolfgang von Waltershausen

Ein Klassiker des Kinos: Ein Wochenende in Berlin, ganz normale Menschen bei ihren ganz normalen Beschäftigungen zwischen Großstadthektik und Sonntagsausflug. Wir lernen den Taxifahrer Erwin kennen, seine Freundin Annie, deren Freundin Brigitte. Den Nachbarn Wolfgang und Christl, Komparsin beim Film. Es geschieht wenig, und es geschieht doch sehr viel, wenn sich die Protagonisten begegnen, wenn sie streiten, flirten, Spaß haben. Durchsetzt von dokumentarischen Berlin-Aufnahmen, besetzt mit Laiendarstellern, gelingt eine ganz eigene Wahrhaftigkeit bei dieser Schilderung des Lebens junger Leute in der Metropole: Eine konzentrierte Geschichte des Lebens an und für sich. Billie Wilder schrieb am Drehbuch mit, nach einer Idee von Curt Siodmak – alle Hauptbeteiligten an dem Film setzten ihre Film-Karrieren nach Hitlers Machtübernahme in Hollywood fort.
Vorgestellt von: Angelika Zitzelsberger-Schlez

Am Ende Kommen Touristen

DEU

2008

Robert Thalheim

Alexander Fehling, Barbara Wysocka, Ryszard Ronczewski

Bei seinem Zivildienst in der polnischen Kleinstadt Oswiecim verliebt sich der 19-jährige Berliner Sven in die charmante Dolmetscherin Ania. Oswiecim hat unter seinem deutschen Namen traurige Berühmtheit erlangt. Hier errichteten die Deutschen 1941 ihr größtes Vernichtungslager: Auschwitz. Für Sven werden die ungewohnte Sprache, die fremde Umgebung, die historische Bedeutung des Ortes und seine Aufgabe, den mürrischen KZ-Überlebenden Krzeminski zu betreuen, zur emotionalen Zerreißprobe. Einführung: Frau Dr. Schlösser, Stadtarchiv Mannheim

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