Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Das Cabinet des Dr. Caligari

DEU

1920

Robert Wiene

Werner Krauß, Conrad Veidt, Lil Dagover, Friedrich Fehér

„Du musst Caligari werden!“ Mit einer großangelegten Plakataktion wurde der Film beworben – und er wurde ein Welterfolg. Der wahnsinnige Dr. Caligari versetzt mit Hilfe des Somnambulen Cesare eine Stadt in Angst und Schrecken, denn Cesare begeht des Nachts schlafwandelnd furchtbare Morde. Wie in diesem Film die Grenze zwischen Realität und Wahnsinn aufgelöst wird, wie dabei die Filmbilder selbst buchstäblich „ver-rückt“ werden, war bis dahin einmalig im Kino: mit grotesken Schrägen und bizarren Bildstaffelungen, mit riesigen Schatten und verzerrten Kulissen, die die irre Innenwelt der Protagonisten kongenial widerspiegeln. Der Stil des filmischen Expressionismus wurde daher auch „Caligarismus“ genannt.

DAS CABINET DES DR. CALIGARI hatte maßgeblichen Anteil daran, dass das deutsche Kino der 1920er Jahre – kurz nach dem verlorenen Krieg – in der ganzen Welt bewundert wurde.

Orlac’s Hände

AUT

1924

Robert Wiene

Conrad Veidt, Alexandra Sorina, Fritz Kortner, Carmen Cartellieri

Der Pianist Orlac gerät auf der Heimreise von einer Tournee in ein schreckliches Zugunglück. Er verliert beide Hände. Ihm werden neue Hände angenäht – sie stammen von einem hingerichteten Raubmörder. Fortan wird er von panischen Angstzuständen heimgesucht; mit den Verbrecherhänden kann er nicht mehr Klavier spielen, wagt nicht mehr, sich seiner Frau anzunähern. Dann geschieht ein Mord – an der Tatwaffe die Fingerabdrücke des Mörders, dessen Hände nun Orlacs Hände sind…

Robert Wienes letzter expressionistischer Stummfilm, der realistische Kriminalfilm-Motive mit Elementen der damals noch jungen Wissenschaft der Psychologie verbindet, ist ein beeindruckendes Spiel von Licht und Schatten: die expressionistische Bildsprache verdeutlicht Orlacs psychischen Zustand und sein Ringen mit dem Bewusstsein, Mörderhände zu besitzen.

Raskolnikow

DEU

1923

Robert Wiene

Gregori Chmara, Maria Kryschanowskaja, Pawel Pawlow

Nach Motiven aus Dostojewskis „Schuld und Sühne“ erzählt das expressionistische Filmdrama vom mittellosen Studenten Raskolnikow, der in seiner Not eine betrügerische Pfandleiherin und deren zufällig hinzukommende Schwester ermordet. Er gesteht die Tat Sonja, in die er verliebt ist. Ein Ermittlungsrichter verdächtigt Raskolnikow, treibt ihn im Verhör fast dazu, den Mord zu gestehen. Doch dann bekennt sich ein religiöser Fanatiker zu dem Verbrechen.

Nach CALIGARI und vor ORLAC’S HÄNDE gilt diese Literaturverfilmung als weiterer Höhepunkt im Schaffen von Robert Wiene, der den expressionistischen Stil der verzerrten Kulissen für die Darstellung von Elend, Schuld und Gewissen einsetzt. Gestaltet wurden die Filmbauten von dem Exilrussen Andrej Andrejew, die Künstlichkeit des Dekors steht auf faszinierende Weise gegen das naturalistische, milieugerechte Spiel des Ensembles des von Stanislawski geleiteten Moskauer Künstlertheaters.

West Side Story

USA

1961

Robert Wise, Jerome Robbins

Natalie Wood, Richard Beymer, Russ Tamblyn, Rita Moreno, George Chakiris.

Das Musical, welches in den 1950er-Jahren in New York spielt, ist eine moderne Version von Shakespeares „Romeo und Julia“. Zwischen zwei rivalisierenden Gangs, den amerikanischen Jets und den puertoricanischen Sharks, tobt ein Bandenkrieg. Der Konflikt wird verschärft, als sich Jets-Mitglied Tony in Maria, die Schwester des Sharks-Anführers, verliebt …
Mit zehn gewonnenen Oscars ist WEST SIDE STORY eines der höchstdekorierten Werke in der Filmgeschichte. Die Musik von Leonard Bernstein (mit Texten von Stephen Sondheim) ist legendär. Regie-Veteran Robert Wise kümmerte sich um die dramatischen Szenen, Choreograph Jerome Robbins hatte schon für die Broadway-Version des Musicals gearbeitet und inszenierte die fulminanten Tanzszenen.
Einführung: Cosima Besse

Das Kabinett Des Dr. Larifari

D

1930

Robert Wohlmuth

Kaum war der Tonfilm eingeführt worden, da begann man auch schon, sich über ihn lustig zu machen. In DAS KABINETT DES DR. LARIFARI beschließen drei Freunde, eine Filmgesellschaft zu gründen. Da ihre Filmideen völlig auseinandergehen, bricht bald das Chaos aus, was dem Film Gelegenheit gibt, die Klassiker des deutschen Kinos aufs köstlichste durch den Kakao zu ziehen, bis schließlich der Regisseur im Zorn den Toningenieur entläßt und die Filmtechnik vollends zum Zusammenbruch bringt. 1925 hatte der in Mannheim geborene Max Hansen, der im Film den Regisseur spielt, zusammen mit Paul Morgen das Kabarett der Komiker gegründet, aus dem sich ein die meisten Mitwirkenden dieser exzentrischen Filmparodie rekrutierten. Auch das Drehbuch hatte Hansen zusammen mit (dem später in Auschwitz ermordeten) Paul Morgen geschrieben. Hansen, der in der Operette wie im Film zu Hause war und in Deutschland zu den populärsten Stars gehörte, blieb linker Künstler von der Verfolgung durch die Nazis ebenfalls nicht verschont. Bei der Premiere seines letzten deutschen Films DAS HÄSSLICHE MÄDCHEN inszenierten die Nazis einen Eklat, bei dem Hansen wegen seiner (eher angeblichen) jüdischen Abstammung beschimpft und mit Tomaten beworfen wurde. Darauf emigrierte er und war ab 1938 vorwiegend in Skandinavien tätig.

The Walk

USA

2015

Robert Zemecki

Joseph Gordon-Levitt, Ben Kingsley

Der französische Akrobat Philippe Petit liest im Wartezimmer eines Arztes vom Bau der New Yorker Twin Towers. Er will das Unmögliche wagen: Einen illegalen Drahtseilakt zwischen den Türmen des World Trade Center. Unter der Anleitung seines Mentors Papa Rudy und gemeinsam mit einer bunt zusammengewürfelten Gruppe internationaler Helfer überwinden sie zahlreiche Widerstände, Vertrauensbrüche, Meinungsverschiedenheiten und Risiken, um ihren verrückten Plan letztlich in die Tat umzusetzen: Nach der anstrengenden Vorarbeit balanciert Petit am 7. August 1974 ganze 45 Minuten auf dem Seil, bis er von Sicherheitsleuten überwältigt wird…
Ein Hochseilthriller in 3D, bei dem man beinahe Höhenangst bekommen könnte!
Eintrittspreise: 10,- € normal / 8,- € ermäßigt / 7,- € für Mitglieder von Cinema Quadrat e.V.

The Walk 3D

USA

2015

Robert Zemeckis

Joseph Gordon-Levitt, Ben Kingsley, Charlotte Le Bon

Auch, wenn Sie nicht am gesamten Symposium teilnehmen, können Sie Karten für die Spielfilme kaufen. Es gilt dabei freie Platzwahl – bei Online-Reservierung/-kauf müssen Sie aus technischen Gründen dennoch einen Platz auswählen.
Schon als Jugendlicher war Philippe Petit fasziniert vom Drahtseillauf. Als er Ende der 1960er vom Bau des World Trade Center erfährt, ist für ihn klar, was er zu tun hat. Zusammen mit einigen Freunden und Mitstreitern reist er kurz vor der Fertigstellung von Frankreich nach New York, spannt ein Seil zwischen den Türmen und läuft los, in 417 Metern Höhe…
Den legendären, verbotenen Balanceakt zeichnet Robert Zemeckis – von ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT über FORREST GUMP bis POLAREXPRESS ohnehin ein begeisterter Meister des filmischen Tricks – minutiös nach, dreidimensional und in perfekten digital erzeugten Bildern ein geradezu körperlich spürbares Kinoerlebnis.
Eintrittspreise für die Filme des Mannheimer Filmsymposiums. 10 Euro / erm. und Mitglieder 8 Euro

Zurück In Die Zukunft

USA

1985

Robert Zemeckis

Michael J

Marty McFly geht auf eine phantastische Zeitreise zu den Ursprüngen seines Seins. Mit der Zeitmaschine seines väterlichen Freundes Doc Brown, eines etwas schrulligen Erfinders, läßt er sich in das Jahr 1955 katapultieren. Dort trifft er auf seine noch junge Mutter, die anstatt seinem Vater ihm selbst schöne Augen macht. Marty hat plötzlich alle Hände voll zu tun, seine eigene Existenz zu retten. Denn sein Vater, ein dürrer, tolpatschiger und gänzlich uncouragierter Loser, hat so gar keine Schnitte bei den Frauen.

Zurück in die Zukunft – Film & Talk

USA

1985

Robert Zemeckis

Michael J. Fox, Christopher Lloyd, Lea Thompson

Die Film Commission Nordbaden begrüßt den vielseitigen Künstler Jakob Leube zum Gespräch: Leube ist bekannt für seine kreativ-satirischen Beiträge für „Extra 3“ und den „Funk“-Jugendkanal, er kreiert satirische Clips und Parodien; demnächst erscheint seine Sketch-Comedy-Serie „Gags – Comedy deluxe“ in der ARD-Mediathek. Leube arbeitet von Mannheim aus, reist zu Drehs nach Hamburg und Bremen – und er etabliert zunehmend Mannheim als Drehort für seine Comedy-Produktionen. Der Film-Talk bietet die einzigartige Gelegenheit, Jakob Leube persönlich zu begegnen.
Im Anschluss läuft ein Filmklassiker, der Leube stark beeinflusst hat, nämlich ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT, der Kultfilm der 80er, in dem Teenager Marty McFly zurückreist in die 50er, um seine Eltern miteinander zu verkuppeln.
Eintritt frei!

Zurück In Die Zukunft Ii

USA

1989

Robert Zemeckis

Michael J

Gleich nach seiner Rückkehr ins Jahr 1985 zerrt Doc Brown Marty ins Jahr 2015. Martys Sohn muß vor einer Dummheit bewahrt werden, die ihn ins Gefängnis bringen würde. Der junge Zeitreisende kann den Gefängnisaufenthalt verhindern, allerdings hat der Trip in die Zukunft Folgen für die Vergangenheit. Biff nämlich, Martys Erzfeind, hat auch einen Sohn hingekriegt. Und dieser Sohn entführt die Zeitmaschine und stellt damit alles auf den Kopf.

Zurück In Die Zukunft Iii

USA

1990

Robert Zemeckis

Michael J

Doc Brown hat es in den Wilden Westen verschlagen. Aber anstatt umgehend daran zu arbeiten, wieder in die Gegenwart zu reisen, verliebt er sich in die Lehrerin Clara. Marty gelingt ebenfalls ein neuer Zeitsprung, bleibt aber ohne einen Tropfen Benzin mit der Zeitmaschine liegen. Mangels Tankstelle in dieser Zeit, Wilder Westen eben, gestaltet sich die Rückreise als ein Ding gewisser Unmöglichkeiten. Eine Lokomotive muß her, inklusive Schußfahrt auf eine Schlucht ohne Brücke, denn die wird erst Jahre später fertig gestellt. Und es gibt noch ein Problem: Marty trifft auf den mordlüsternen Vorfahren seines Erzfeindes aus der Gegenwart.

Das versteckte Kind - Il bambino nascosto

ITA

2021

Roberto Andó

Silvio Orlando, Giuseppe Pirozzi, Lino Musella, Imma Villa, Sasà Striano

Musikprofessor Gabriele Santoro lebt zurückgezogen in einem Arbeiterviertel von Neapel. Eines Morgens schleicht sich heimlich der zehnjährige Giro in seine Wohnung, der Sohn der Nachbarn von oben. Er will auf keinen Fall zu seiner Familie zurück. Gabriele beschließt instinktiv, den Jungen in seiner Wohnung versteckt zu halten. Denn es stellt sich heraus, dass Giros Vater zur Camorra gehört und Giro selbst von den Gangstern in ganz Neapel gesucht wird, weil der Junge in einen schweren Unfall mit der Mutter eines mächtigen Camorra-Bosses verwickelt ist …
Silvio Orlando spielt meisterhaft und anrührend den vereinsamten Professor, der plötzlich ein zehnjähriges Kind aus Lebensgefahr retten muss und dabei selbst sein Leben riskiert. „Eine Begegnung, die für ihn alles verändert. Und eine Rolle, auf die ich lange gewartet habe.“ (Silvio Orlando)
Roberto Andò über seinen Film: Man hat den Eindruck, schon alles über die Camorra gesehen zu haben, aber vielleicht bietet mein Film eine innere Perspektive, welche die heimlichen Gebiete erforscht, in dem die Codes des Verbrechens und die der Zuneigung kollidieren, und in der sich das Monströse und das Menschliche verbinden. Der Klavierlehrer muss mit einem schwierigen Kind, einem Rebellen, umgehen. Ein riskantes Spiel, auf das er sich nach anfänglichem Zögern völlig einlässt. Wie alle wahren Liebesgeschichten ist auch die des Musiklehrers mit dem Kind schwierig, aber nicht unmöglich: die Geschichte einer angenommenen Vaterschaft, in der man den Sinn des Lebens finden kann.

Eine Geschichte ohne Namen – Una storia senza nome

ITA

2018

Roberto Andò

Micaela Ramazzotti, Alessandro Gassman, Jerzy Skolimowski, Laura Morante, Renato Carpentieri, Antonio Catania, Gaetano Bruno

Valeria ist Sekretärin eines Filmproduzenten. Niemand weiß, dass sie heimlich für ihren Geliebten, den gut bezahlten Filmautor Alessandro, dessen Drehbücher schreibt. Aktuell ist Alessandro in Not, weil eine neue Filmproduktion am Start ist und immer noch das Drehbuch fehlt. Da erhält Valeria ein Geschenk von einem Unbekannten: den Plot eines Films. Die Handlung ist jedoch gefährlich, die „Geschichte ohne Namen“ dreht sich um den mysteriösen Raub eines berühmten Gemäldes von Caravaggio 1969 aus einer Kirche in Palermo, in den die Mafia verwickelt war. Sobald publik wird, dass dieser Stoff verfilmt werden soll, überschlagen sich die Ereignisse, und Valeria findet sich in einer ganz ungewohnten Rolle wieder…
Der neue Film von Roberto Andò (VIVA LA LIBERTÀ) ist ein unterhaltsamer Mystery-Thriller mit mehrfach doppeltem Boden, der zudem mit einer absoluten Star-Besetzung aufwartet, darunter als Gast der polnische Regie-Altmeister Jerzy Skolimowski.
„Ich wollte in einer Zeit, in der das Kino zerbrechlich und unbedeutend scheint, eine Geschichte erzählen, die sich um einen Film und um seine mysteriöse Verbindung mit der Realität dreht. Ich hatte Lust, zu einem leichten Ton und zu Themen, die mir wichtig sind, zurückzufinden: die Faszination der Täuschung, die versteckten Gefühle, die auf den geeigneten Moment warten, um hervorzutreten, die Missverständnisse, die das Leben plötzlich entgleisen lassen und seine komische und unvorhergesehene Seite zum Vorschein bringen. Wenn man mich fragt, ob mein Film eine Komödie ist, antworte ich mit einem Satz von Billy Wilder: ‚Wenn ich einen Film mache, ordne ich ihn nie in eine Gattung ein, sondern warte auf die Vorpremiere: Lacht das Publikum viel, sage ich, dass es eine Komödie ist, andernfalls sage ich, es handele sich um einen ernsten Film oder um einen Film noir.’“. Roberto Andòer

Viva la libertà - Es lebe die Freiheit

ITA

2013

Roberto Andò

Toni Servillo, Valerio Mastandrea, Valeria Bruni-Tedeschi

Oppositionschef Enrico Oliveri hat genug: Seine Partei steckt in der Krise und politische Intrigen prägen seinen Alltag. Also flieht er heimlich nach Paris zu seiner Geliebten. Sein Verschwinden bleibt bei seinen Parteikollegen natürlich nicht unbemerkt. Doch was tun? Erst ein enger Mitarbeiter hat die rettende Idee: Da der wichtige Politiker nicht auffindbar ist, muss eben jemand her, der so aussieht wie er. Also wird Oliveris Zwilling Giovanni Ernani herbeigeschafft, um in die Rolle seines Bruders zu schlüpfen – und der etwas sonderliche Philosoph findet auch tatsächlich Gefallen an dem neuen Job, auch, wenn seine politische Performance zunächst alles andere als rund läuft…
Aber das Volk liebt ihn und auch die deutsche Kanzlerin scheint von seiner Art angetan zu sein.

Julio sumiu – Julio verschwindet

BRA

2014

Roberto Berliner

Lilia Cabral, Fiuk

Julio ist Ednas jüngster Sohn, das „Nesthäkchen“ der Familie. Als er eines Tages wie vom Erdboden verschluckt ist, die Polizei aber tatenlos bleibt und keinerlei Unterstützung bietet, macht sich die besorgte Mutter selbst auf die Suche und findet heraus, dass ein lokaler Drogenboss ihren Sohn als Geisel hält. Das Lösegeld, das er fordert, ist horrend – und die sonst so konservative Edna beschließt, es auf unkonventionelle Weise zu beschaffen: Indem sie ihre Wohnung zum Drogenlabor macht…

O coração da Loucura – Nise – Das Herz des Wahnsinns

BRA

2015

Roberto Berliner

Glória Pires, Fabrício Boliveira, Roberta Rodigues, Augusto Madeira

1936: Nise de Silveira hat 18 Monate Haft hinter sich. Sie war von einer Krankenschwester als Kommunistin angezeigt worden. Nun kehrt sie an ihren Arbeitsplatz in einer psychiatrischen Klinik in der Vorstadt Rio de Janeiros zurück – und weigert sich, die brutalen Methoden von Elektroschock und Lobotomie durchzuführen. Stattdessen übernimmt die Schülerin von C. G. Jung den Bereich der Beschäftigungstherapie und fördert die künstlerische Tätigkeit der Patienten. Mit seinem emotionalen Portrait einer starken Frau huldigt Regisseur Roberto Berliner der Psychiaterin und späteren Gründerin des „Museums für Bilder des Unbewussten“ Nise da Silveira (1905-1999).

Ander

ESP

2009

Roberto Castón

Josean Bengoetxea, Cristhian Esquivel, Pilar Rodriguez

In der Abgeschiedenheit des Baskenlandes lebt der 40-jährige Bauer Ander mit seiner Schwester Arantxa und seiner halsstarrigen Mutter. Er führt ein monotones Leben, das nur Arbeit kennt. Eines Tages bricht er sich ein Bein. Gegen den Willen der Mutter wird der peruanische Immigrant José als Arbeitshilfe eingestellt. Als Ander wieder gehen kann, hilft er José bei der Arbeit. Ohne dass es ihm bewusst ist, sucht er verstärkt dessen Nähe. Als er José zu Arantxas Hochzeit einlädt, führt dies zu einem Konflikt. In einem unerwarteten Moment kommt es zur sexuellen Begegnung zwischen den Männern. Roberto Caston erzählt in intensiven Bildern die behutsame Annäherung zweier Männer.

Rom, offene Stadt

ITA

1945

Roberto Rossellini

ldo Fabrizi, Anna Magnani, Marcello Pagliero

1943: Rom, zur Offenen Stadt erklärt, wird von den Deutschen besetzt. Im Widerstand gegen die Besatzer haben sich Kommunisten, Monarchisten, Kirche, selbst Faschisten verbündet – so kämpfen etwa der Ingenieur Giorgio und der Priester Don Pietro gegen den Feind. Giorgios ehemalige Geliebte Marina aber, geblendet von Drogen, Luxus und Lebensstil, verrät Widerstandskämpfer an die Deutschen. Auch Giorgio und Don Pietro werden verhaftet.
Roberto Rossellini schuf mit diesem Klassiker eines der Hauptwerke des italienischen Neorealismus. Basierend auf Tatsachen, gefilmt in sachlichem Stil, verbindet er verschiedene Episoden miteinander, um das Gesamtbild seiner Zeit zu zeichnen. Beim ersten Filmfestival von Cannes 1946 erhielt der Film den Hauptpreis, damals „Grand Prix“ genannt.

Rom, Offene Stadt - Roma Citta' Aperta

ITA

1945

Roberto Rossellini

Aldo Fabrizi, Anna Magnani, Marcello Pagliero

ROMA, CITTÀ APERTA erzählt die Geschichte einer italienischen Widerstandsgruppe in Rom 1944, das durch die deutschen Besatzungstruppen in gut ein Dutzend Bezirke aufgeteilt wurde, um den allenthalben vorhandenen Widerstand sowohl gegen die Deutschen, als auch gegen den italienischen Faschismus zu brechen. ROMA, CITTÀ APERTA gilt nicht nur als ein Meisterwerk des italienischen Neorealismus bzw. dessen „Initialzündung“. Der Film ist ein Meisterwerk, auch wenn er auf manchen heutzutage vielleicht einen eher „antiken“ Eindruck machen könnte. Der „plastische Realismus“ des Dramas um die Zerschlagung einer römischen Widerstandsgruppe durch die nationalsozialistischen Machthaber 1944 verknüpft – nicht nur, weil er sich auf wahre Begebenheiten stützt – Realitätsbezug, Dramatisierung und unumwundene politische (wenn auch in keiner Weise parteipolitische) Klarheit in einer Weise, die den italienischen Neorealismus der 40er und 50er Jahre insgesamt prägte. Visconti hatte den Reigen dieser Filme 1942 mit OSSESSIONE eröffnet. Neorealismus bedeutete eine „harte“, d.h. frei von allen romantischen Gefühlsduseleien und abseits irgendeiner Beschönigung der Verhältnisse geprägte, visuelle und politische Antwort auf den Faschismus. Man drehte zumeist nicht im Studio, sondern auf der Straße, vielfach auch mit Laienschauspielern. Rossellini wollte mit ROMA, CITTÀ APERTA der Wirklichkeit so nahe wie möglich kommen.

Stromboli

Italien / USA

1949

Roberto Rossellini

Ingrid Bergman, Mario Vitale

Ein Flüchtlingsmädchen aus Litauen sucht Geborgenheit bei einem Fischer auf Stromboli, doch der Mann und die Frauen des Dorfes demütigen sie. Zudem ist das Dorf in seiner Existenz ständig durch den Vulkan bedroht. Sie gerät in einen Gewissenskonflikt, weil sie nicht weiß, ob sie dort länger bleiben soll. Für STROMBOLI stand Ingrid Bergman zum ersten Mal vor der Kamera von Roberto Rossellini, der ganz im Stil des Neo-Realismus, gekonnt Dokumentation und Fiktion zusammenfließen läßt. Nach der Produktion verließ Bergman ihren Mann, um Rossellini zu heiraten.

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