Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Romeos... Anders Als Du Denkst

DEU

2011

Sabine Bernardi

Rick Okon, Maximilian Befort, Liv Lisa Fries

Im falschen Körper geboren zu sein, war schon immer ein interessanter Filmstoff für seichte Verwechslungscomedys oder bleischwere Arthaus-Dramen. Sabine Bernardi findet in ihrem Debütfilm die richtige Mischung: Transsexualität als Thema ernst nehmen, respektvoll behandeln und dennoch mit wunderbar frischer Regie, flottem Drehbuch und einer glaubwürdig agierenden Darstellerriege eine höchst amüsante Unterhaltung bieten. Für alle Besucher des Eröffnungsfilms ROMEOS gibt es am Donnerstag, 2. Februar um 19.30 Uhr ein Glas Sekt zur Begrüßung.

The Mies van der Rohes – A Female Family Saga

CHE

2023

Sabine Gisiger

Dokumentarfilm mit Spielszenen mit Katharina Thalbach

Ludwig Mies van der Rohe gilt als einer der wichtigsten Protagonisten modernen Bauens im 20. Jahrhundert und wurde zu Lebzeiten für seine neuartigen Stahlstrukturen und großflächigen Verglasungen berühmt. Der Film zeichnet aber nicht das Leben dieses Architekturstars nach, sondern widmet sich seiner Frau Ada, seinen drei Töchtern Georgia, Marianne und Waltraut und seiner Partnerin Lilly Reich. Sie alle bleiben 1938 in Deutschland bzw. Europa zurück, als der politisch nicht angepasste Ehemann, Vater und Vorgesetzte Mies in die USA geht, um sich den zunehmenden Repressionen durch die Nationalsozialisten zu entziehen. Im Film spielt Katharina Thalbach die Tochter Georgia van der Rohe, die sich als Tänzerin und Schauspielerin einen Namen machte. Sie berichtet von einem familiären Leben, in dem sich alles um den in der Öffentlichkeit stehenden Vater drehte. Die Regisseurin, Sabine Gisiger, gestaltet den Film mit Hilfe von fiktiven Interviews, die ausschließlich auf authentischen Aussagen beruhen, ergänzt von privaten, unveröffentlichten Filmausschnitten, Bildern und Dokumenten.

Fritz Bauers Erbe – Gerechtigkeit verjährt nicht

DEU

2022

Sabine Lamby, Cornelia Partmann, Isabel Gathof

Der systematische Massenmord in den KZs des NS-Regimes wurde nicht von Einzelnen begangen, sondern stützte sich auf tausende Schuldige. Lange wurde die deutsche Justiz dem nicht gerecht. Ab 1963 wurden Angeklagte erstmals durch den Generalstaatsanwalt Fritz Bauer vor Gericht gebracht; doch eine Prozessflut folgte auf diese Frankfurter Auschwitz-Prozesse nicht. Rund 60 Jahre später findet Fritz Bauers Erbe nun Anwendung: Der Film zeigt anhand der jüngsten NS-Prozesse gegen inzwischen betagte Täter, wie sich in der deutschen Rechtsauffassung ein neues Prinzip etabliert. Unter anderem mit Zeitzeugenberichten von Überlebenden erzählt der Film aufrüttelnd und bewegend, wie Gerechtigkeit ihren Weg in deutsche Gerichte findet; endlich. „Unschätzbar bedeutsames Zeitdokument und hochgradig spannender Dokumentarfilm.“ (Filmbewertungsstelle, Besonders Wertvoll)
In Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Mannheim-Sandhofen
Einführung: Dr. Marco Brenneisen, Marchivum Mannheim

Wildes Alaska

DEU

2015

Sabine und Lothar Preiser.

Mehrere Monate waren Sabine und Lothar Preiser aus Ludwigshafen in Alaska unterwegs. Eine grandiose Natur mit dem höchsten Berg Nordamerikas, dem Denali (früher Mount McKinley) mit 6190 Metern, und den Küstengebirgen mit seinen Gletschern hielt sie gefangen; gleichfalls eine faszinierende Tierwelt mit Braunbären, Elchen, Walen und Weißkopfseeadlern. Die Reise beginnt im Denali Nationalpark und führt über Anchorage in den Katmai Nationalpark. An der ehemals größten Kupfermine der Welt begibt sich der Film auf die Spuren der ersten Goldsucher Anno 1898, nach Skagway, dem wohl authentischsten Ort des Goldrausches. Die Reise geht weiter zur Hauptstadt und endet in Hyder, der freundlichsten Geisterstadt am südlichsten Punkt Alaskas.
Anschließend Filmgespräch mit den Regisseuren.

Blessing Bell

Japan

2002

Sabu

Susumu Terajima, Naomi Nishida

Der Morgen erwacht über dem verlassenen Hof einer Fabrikanlage. Die Welt scheint still zu stehen. Da setzt sich ein Mann namens Igarashi in Bewegung. Wortlos lässt er sich treiben und erlebt innerhalb von 48 Stunden die erstaunlichsten Dinge: Er kommt unschuldig wegen Mordverdacht ins Gefängnis, schlägt – wieder auf freien Füßen – tatsächlich jemanden tot, rettet Kinder aus einem brennenden Haus, wird von einem Auto angefahren, sieht im Krankenhaus den Geist eines alten Mannes entschwinden, beobachtet, wie ein Selbstmörder von einer Brücke springt, gewinnt Millionen im Lotto und verliert sie wieder. BLESSING BELL lebt von seinen absurden und grotesken Momenten und Wendungen. Der vielleicht größte Reiz dieses Films aber liegt in seiner paradoxen Kombination zweier Extreme: Die Handlung könnte actionreicher kaum sein, die Erzählweise dagegen ist langsam, still und poetisch. Wunderbare Nachtaufnahmen und subtile Licht-Schatten-Kontraste machen den Film auch aus künstlerischer Sicht zu einem kleinen Meisterwerk. „Von großer Einfachheit, voller Zufälle, ein Ton, der manchmal aussetzt, und Helden, die kein einziges Wort sagen.“(taz)

Happiness

JAP/DEU

2016

Sabu

Masatoshi Nagase, Hiroki Suzuki, Erika Okuda, Orakio

Mit einer großen Box kommt Kanzaki in eine Kleinstadt. In einem heruntergekommenen Laden holt er einen seltsamen Helm heraus und setzt ihn einer alten, teilnahmslos wirkenden Frau auf. Nach einem kurzen Moment kehrt Freude in ihr Gesicht zurück. Denn der selbstgebaute Helm ermöglicht es seinem Träger, die schönsten Erinnerungen seines Lebens noch einmal erfahren zu können. Kanzakis einzigartige Erfindung macht die Runde, jeder möchte sich von Kanzaki und seinem Helm behandeln lassen. Doch niemand ahnt etwas von der geheimen Absicht, weshalb der Seelentröster diese Stadt gewählt hat.
Vor wenigen Wochen erst lief MR. LONG – jetzt kommt Sabus nächster Film in die deutschen Kinos, ein Rachethriller, der abseits ausgetretener Genre-Pfade sanft daherkommt und mit einigen Überraschungen aufwartet, „ein Drama von existenzialistischer Kraft, das nach harmonischem Beginn wie ein Schlag in die Magengrube geht.“ (Nippon Connection)

Jam

JPN

2018

SABU

Machida Keita, Aoyagi Sho, Suzuki Nobuyuki

Hiroshi, ein mäßig erfolgreicher Schnulzensänger, wird von einer seiner Anhängerinnen gefangen genommen. Takeru wiederum glaubt, seine im Koma liegende Freundin durch gute Taten heilen zu können. Tetsuo schließlich versucht, sich an dem Yakuza zu rächen, der ihn einst ins Gefängnis brachte. Drei junge Männer, die in derselben Stadt leben, die völlig unterschiedlich sind – und SABU (von dem zuletzt MR. LONG und HAPPINESS bei uns ins Kino kam) lässt sie aufeinanderprallen, in einer poppig bunten, dramatisch wilden Dramaturgie der Zufalls- und Schicksalswege: Ein Genremix, der fließend zwischen ernstem Drama, Situationskomik und brutaler Action wechselt. Und ein wilder, rasanter, überraschender Ritt für den Zuschauer.

Monday

Japan

1999

Sabu

Shinichi Tsutsumi, Yasuko Matsuyuki, Ren Osugi

Sabu ist einer der etabliertesten der jungen, wilden Regisseure aus dem fernen Nippon. Innerhalb von zweieinhalb Jahren drehte er drei Filme – nach eigenen Skripts. Sabus Filme brechen mit nahezu jedem Gesetz des klassischen Erzählkinos, sie besitzen die Ambivalenz und Logik eines Traumes bzw. Alptraumes. In MONDAY erwacht Tagaki, ein einfacher Angestellter, in einem ihm fremden Hotelzimmer und erinnert sich an nichts. Zusammen mit dem Zuschauer begibt er sich auf die Suche nach seiner Vergangenheit und macht haarsträubende Entdeckungen. Die japanische Antwort auf FALLING DOWN beginnt wie eine surreale Komödie von Buñuel und entwickelt sich zu einer pechschwarzen Achterbahnfahrt, die in der Apokalypse mündet. Voller Phantasie und mit viel Lust an Absurditäten schickt Sabu seine gebeutelte Gestalt auf einen wahren Horrortrip. Schrägste Kamerawinkel, groteske Situationen und ein wilder Mix aus Gewalt, etwas Sex und viel Humor machen MONDAY zu einer sehenswerten Mischung aus schwarzer Komödie, Thriller, Tanzfilm und Sozialkritik.

Mr. Long

PN/TWN/HKG/DEU

2017

SABU

Chen Chang, Yiti Yao, Sho Aoyagi, Runyin Bai

Der Taiwanese ist der perfekte Auftragskiller, der jeden Job tadellos erledigt. Bis eine seiner Missionen in Tokio missglückt. Fünf Tage bleiben ihm, um das Geld für seine Rückreise per Schiff aufzutreiben, zugleich muss er sich schwerverletzt verstecken. In einer tristen Wellblechsiedlung kommt er unter – und was bisher eine überstilisierte Killerballade war, mutiert zum humanistischen Drama. In seinem Unterschlupf nämlich versorgt ihn der Junge Jun mit Gemüse. Und der schweigsame, coole Killer beginnt zu kochen. So lecker, dass es sich in der Nachbarschaft herumspricht und er als Mr. Long eine Zweitkarriere mit einem Imbissstand beginnt. Freilich gibt es auch noch seine Vergangenheit…
SABU ist Spezialist für das Aufeinandertreffen von Abwegigem und Normalem, mit Gespür für Stil und für bizarren Witz kombiniert er Action und Gewalt, Slapstick, Tragikomödie und Gefühl: Ein Film, bei dem man nie weiß, was als nächstes um die Ecke kommt, und der den Zuschauer doch nie alleine lässt.

Anvil! Die Geschichte Einer Freundschaft

USA

2009

Sacha Gervasi

Mit 14 schworen sich die Schulfreunde Steve „Lips“ Kudlow und Robb Reiner aus Toronto für immer zusammen zu rocken. Mit ihrer Band Anvil wurden sie zu Halbgöttern des kanadischen Metal und veröffentlichten 1982 eines der härtesten Albums in der Metal-Geschichte: „Metal on Metal“. Das Album beeinflusste eine ganze Generation von Musikern, darunter Metallica, Slayer und Anthrax. All diese Bands verkauften in der Folge Millionen von Platten, wohingegen Anvils Karriere einen ganz anderen Lauf nahm – nämlich direkt in die Bedeutungslosigkeit. Aber Lips und Robb gaben ihren Kindheitstraum nie auf und rockten weiter, immer im Glauben daran, dass Anvil eines Tages der langersehnte Erfolg beschert werden würde. Der Film begleitet Lips und Robb, die nun um die fünfzig sind, bei den Aufnahmen zu ihrem dreizehnten Album „This is thirteen“. Sie schlagen sich mit zunehmend ungeduldigeren Familien, penetranten Gläubigern und Alterszipperlein herum. Sie wissen, es ist ihre letzte Chance den Durchbruch zu schaffen. In Vorbereitung auf das Album reist die Band nach Europa, ihre größte Tournee seit zwanzig Jahren. Und sogar nach Anvil-Maßstäben ist es eine unvorstellbare Aneinanderreihung von Katastrophen.

Sage-homme

FRA

2023

Jennifer Devoldère

Karin Viard, Melvin Boomer

Medizin ist seine Leidenschaft, doch leider setzt Léopold die Aufnahmeprüfung in den Sand. Aus der Not heraus meldet er sich für eine Ausbildung zur Hebamme an. Widerwillig legt er die pinke Uniform an und begibt sich in eine völlig unbekannte Welt, die nicht nur größtenteils von Frauen bevölkert wird, sondern auch völlig neue Anforderungen an den jungen Mann stellt. Langsam gewöhnt er sich an den von Einfühlsamkeit geprägten Alltag. Gleichzeitig wächst die Sorge, was sein privates Umfeld von der ungewöhnlichen Berufswahl halten wird.

Ginger & Rosa

GBR

2012

Sally Potter

Elle Fanning, Alice Englert, Timothy Spall, Christina Hendricks, Annette Benning

London 1962: Die beiden Teenager Ginger und Rosa sind unzertrennlich. Ginger fühlt sich zu Poesie und politischem Protest hingezogen, während Rosa ihr zeigt wie man Zigaretten raucht, Jungs küsst und betet. Als Gingers Eltern sich im Streit trennen und Gingers Vater Roland ein besonderes Interesse an Rosa entwickelt wird ihre tiefe Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Mit GINGER & ROSA ist Sally Potter ein Film gelungen, der persönliche und politische Entwicklung auf faszinierende Weise verknüpft und gekonnt zusammenführt. Sie erzählt eine Coming-of-Age-Geschichte zwischen Liebe und Politik, Loyalität und Rebellion. Es geht um Freundschaft und Verrat, um Freiheit und Verantwortung, und um moralische und ethische Entscheidungen, die Menschen aufgrund ihres speziellen Wertesystems treffen. Ausgezeichnet beim Toronto Film Festival und beim Telluride Film Festival.

Orlando

GBR/FRA

1992

Sally Potter

Tilda Swinton, Quentin Crisp, Jimmy Somerville

Ein englischer Edelmann durchlebt wechselweise als Mann und Frau die vier Jahrhunderte zwischen der höfischen Zeit von Königin Elisabeth I. und dem London des 20. Jahrhunderts. Seine geschlechtsgebundenen Erfahrungen sind ein ironisch-kritisches Spiegelbild der gesellschaftlichen Vorherrschaft des Mannes und des wachsenden emanzipatorischen Bewusstseins der Frau. Eine mit ästhetischen Bildkompositionen und großer Schauspielkunst gestaltete Verfilmung des gleichnamigen Romans von Virginia Woolf.
Zum Vortrag von Lioba Schlösser am Sonntag, 12:15 Uhr

Buñuel – Im Labyrinth der Schildkröten

ESP/NLD/DEU

2018

Salvador Simó

Nach EIN ANDALUSISCHER HUND und DAS GOLDENE ZEITALTER war Luis Buñuel ein Star der surrealistischen Szene – und skandalträchtig. Für einen dritten Film fand er keinen Produzenten – bis der Bildhauer Ramón Acín im Lotto gewinnt. Und Buñuel für seinen dritten Film LAS HURDES – LAND OHNE BROT in die verarmte spanische Region Extremadura ging, um das karge Leben der Bewohner zu dokumentieren.
Basierend auf der gleichnamigen Graphic Novel erzählt Salvador Simó in Animationsform eine faszinierende Episode der Filmgeschichte: Er verbindet Buñuels unorthodoxe, radikale filmische Methoden mit biografischen Elementen und baut echtes Filmmaterial vom damaligen Dreh mit ein. Er mischt Dokumentarisches – vieles ist belegt – und Fiktives – dies aber stets in Buñuels surrealistischem Geist: „Ein Stück Kinogeschichte, so bizarr wie die Werke seiner Protagonisten – und Animation ist die konsequenteste Art, sie zu erzählen.“ (epd Film)

Taranta on the Road

ITA

2017

Salvatore Allocca

Nabiha Akkari, Helmi Drid, Alesiso Vassallo, Giandomenico Cupaiuolo, Emmanuele Aita

Kurz nach dem arabischen Frühling 2011 erreichen Amira und Tarek, zwei tunesische Migranten, die eigentlich nichts gemeinsam haben, die italienische Küste in Apulien. Durch Zufall treffen sie auf die lokale und reichlich erfolglose Musikband „Die Evangelisten“. Die drei Bandmitglieder halten die beiden Tunesier für ein Paar, das ein Kind erwartet, und entscheiden sich, ihnen zu helfen, Frankreich zu erreichen. Die Reise, die Angst, die Liebe, die unsichere Zukunft und der Wunsch, den eigenen Weg zu finden, verbinden alle in einer lebensverändernden Erfahrung in diesem Roadmovie, das sich zur romantischen Komödie entwickelt.

Ab heute sind wir ehrlich – L’ora legale

ITA

2017

Salvo Ficarra, Valentino Picone

Salvo Ficarra, Valentino Picone, Leo Gullotta, Vincenzo Amato, Tony Sperandeo

Die sizilianische Kleinstadt leidet unter der Misswirtschaft des langjährigen korrupten Bürgermeisters Gaetano Patanè, der politische Gegner mit allen Tricks rechtzeitig auszuschalten versteht. Bei den anstehenden Wahlen traut sich einzig der integre, aber unerfahrene Lehrer Pierpaolo Natoli, als Außenseiter gegen ihn anzutreten. Das Wunder geschieht: Er wird gewählt. Doch alsbald stellt sich heraus: Natoli meint es ernst mit seinen Wahlversprechen. Er regiert nach Ordnung und Ehrlichkeit. Dabei waren die alten Zeiten für viele so bequem…
Das sizilianische Komikerduo Ficarra und Picone, stets gemeinsam als Autoren, Regisseure und Hauptdarsteller ihrer Filme tätig, ist in Italien ungemein populär. Ihre freche Politsatire L’ORA LEGALE wurde zum größten Komödienerfolg des Jahres.

Unzertrennlich – Indivisibili

ITA

2017

Salvo Ficarra, Valentino Picone.

alvo Ficarra, Valentino Picone, Leo Gullotta, Vincenzo Amato, Tony Sperandeo

Viola und Daisy sind 18, musikbegabt – und siamesische Zwillinge, die an der Hüfte zusammengewachsen sind. In ihrem Heimatort Castel Volturno bei Neapel werden sie als glückbringendes Wunder der Natur verehrt. Ihr zwielichtiger Vater nutzt ihr Talent bei zahlreichen Auftritten aus, die die ganze Familie ernähren. Das geht so lange gut, bis Viola sich verliebt und die Zwillinge herausfinden, dass sie mit einer Operation getrennt werden könnten. Doch Eltern, Verwandte, Mitbürger, sogar die katholische Kirche, alle sehen nun ihre Interessen bedroht …
Eine bizarre Geschichte mit hypnotischer Bildsprache, zwischen krassem Realismus und Surrealismus, die untergründig auch komplexe Themen wie Identität und Individualität behandelt.

Der Tango Der Rashevskis

Sam Garbarski

Hippolyte Girardot, Ludmila Mikaël, Michel Jonasz

Die Rashevskis sind das, was man eine sehr liberale jüdische Familie nennen könnte. Doch als die Großmutter Rosa 81jährig verstirbt, sind ihre Kinder und Enkelkinder alles andere als vorbereitet. Denn obwohl Rosa ihr Leben lang Religion im allgemeinen und Rabbis im besonderen hasste, hat sie zur Überraschung aller ein Grab auf dem jüdischen Friedhof reservieren lassen. Eine nahezu unüberwindbare Schwierigkeit ist nun schon die Frage, nach welchem traditionellen jüdischen Ritus sie beerdigt werden kann. Für die Rashevskis beginnt mit dem Tod Rosas eine mehr oder weniger intensive Zeit religiöser Selbstfindung die von Ninas Proklamation, eine jüdische Familie gründen zu wollen, bis zu Ricas turbulenter Beziehung zu seiner muslimischen Freundin reicht. Noch komplizierter wird es, als Antoine, ein nichtjüdischer Freund der Familie, auf der Beerdigung Nina wiedertrifft und sich in sie verliebt. Als er erfährt, dass sie nur einen jüdischen Mann heiraten könne, versucht er natürlich, ein Lösung zu finden. Mit Humor, witzig und amüsant erzählt der Film die Geschichte der Rashevskis und ihrer Suche nach Bedeutung und Identität ihres jüdischen Erbes. In Frankreich war dieser Film der Überraschungserfolg des vergangenen Jahres. Großes Kino in berauschenden Bildern

American Beauty

USA

1999

Sam Mendes

Spacey, Annette Bening, Thora Birch, Wes Bentley, Mena Suvari.

Von außen scheint Lester Burnham alles zu haben, was man sich wünschen kann, doch hinter der Fassade sieht es ganz anders aus. Als er sich in Angela, die Freundin seiner Tochter, verliebt, beginnt für ihn ein neues Leben: Er wirft seinen Job hin, erfüllt sich lang unerfüllte Träume und fantasiert über eine Affäre mit Angela.
Sam Mendes erschuf mit AMERICAN BEAUTY eine großartige Vorstadt-Satire, die bei den Golden Globes drei Hauptpreise und fünf Oscar-Auszeichnungen für Regie, Drehbuch, Hauptdarsteller, Kamera und als bester Film gewann. Die Klischees der Seifenopern werden umgedreht und der amerikanische Traum als ein Scherbenhaufen hinterlassen.
Einführung: Robert Hörr

James Bond 007 - Skyfall

GBR/USA

2012

Sam Mendes

Daniel Craig, Javier Bardem, Ralph Fiennes, Naomi Harris

James Bonds Loyalität zu seiner Vorgesetzten M wird auf die Probe gestellt, als die resolute Chefin des MI6 von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt wird. M hat Daten verloren, die alle Agenten enttarnen können, die in terroristische Zellen eingeschleust wurden. Dadurch gerät der britische Geheimdienst ins Fadenkreuz eines Verbrechers, durch dessen Skrupellosigkeit viele Menschen ihr Leben lassen müssen. Nun liegt es an 007, die unheimliche Bedrohung aufzuspüren und aufzuhalten, die den gesamten Geheimdienst an den Rand des Zerfalls treibt. Und wie Bond schnell merkt, ist sein Gegenspieler kein Unbekannter, der darüber hinaus bestens mit der Vorgehensweise des MI6 vertraut ist – aus eigener Erfahrung. Der Agent im Dienste Ihrer Majestät setzt nun alles daran, dem Verbrecher das Handwerk zu legen. Es ist egal, zu welchem Preis – so lautet die Anweisung.
In diesem Bond ist alles drin, was einen Bond ausmacht – das Girl, der Bösewicht, die exotischen Schauplätze. Aber der Film fühlt sich anders an.
Vorgestellt von Dr. Gerhard Schneider

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