Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

The Day After Tomorrow

USA

2004

Roland Emmerich

Dennis Quaid, Jack Gyllenhaal, Emmy Rossum, Dash Mihok, Ian Holm

Schnee in Neu-Delhi, Hagel in Tokio, Tornados in Los Angeles: Der Golfstrom ist kollabiert, eine neue Eiszeit zieht heran, drei enorme Hurrikans rasen auf die USA, auf Nordeuropa und auf Russland zu, mit dreistelligen Minustemperaturen. In New York, getroffen von einer gigantischen Flutwelle, retten sich die Überlebenden vor der Eiseskälte in die Bibliothek… Roland Emmerich, der „Master of Desaster“, ist ein Filmemacher fürs Extreme, doch in diesem Fall meint er das Untergangsszenario ernst: Und mit eindringlich warnenden Klimaforschern und einem ignoranten US-Präsidenten ist sein Klimakatastrophenfilm der Superlative noch immer schrecklich aktuell.
Referent: Prof. Dr. Wilfried Rosendahl, Reiss-Engelhorn-Museen
In Kooperation mit der Abendakademie Mannheim und den Reiss-Engelhorn-Museen
 Achtung: frühere Uhrzeit!

The Mission

GB

1986

Roland Joffé

Robert de Niro, Jeremy Irons, Liam Neeson

Im Mai kommt die koreanische Malerin Kyung-Hee Lee-Schumacher ins Cinema Quadrat. 1946 in Kwangju/Süd-Korea geboren hat die Künstlerin, die ursprünglich Ärztin war und lange Zeit in Afrika gelebt hat, erst im Jahr 2000 angefangen, an der Freien Kunstakademie Mannheim Kunst zu studieren. In vielen Ausstellungen präsentierte sie seither ihre vehementen Farbmeditationen, die sich einer tiefen Spiritualität verdanken und ihr malerisches Können unter Beweis stellen. Der Film, der ihr am meisten am Herzen liegt, ist: THE MISSION. Im südamerikanischen Urwald kämpfen Mitte des 18. Jahrhunderts spanische und portugiesische Conquistadores um Macht und Einfluss. Robert De Niro spielt den spanischen Soldaten Mendoza, der nach einem tödlichen Streit mit seinem Bruder mit seinem bisherigen Leben bricht und sich einer Jesuiten-Mission anschließt, die sich um die verfolgten Ureinwohner kümmert. Mendoza findet in der aufopferungsvollen Arbeit der Dschungelmission seinen Seelenfrieden wieder, doch am Ende triumphiert die Macht der Gewalt; Missionare und Ureinwohner werden von spanischen Soldaten niedergemetzelt, weil sie den Interessen der Kolonialherren entgegen stehen.

Bübchen

DEU

1968

Roland Klick

Sascha Urchs, Edith Volkmann, Sieghardt Rupp, Renate Roland.

Achim, etwa zehn Jahre als, spielt mit seiner einjährigen Schwester. Als die Babysitterin sich mit ihrem Freund vergnügt, stülpt er ihr eine Plastiktüte über den Kopf. Ohne Absicht, ohne Motiv, einfach so – im Schubkarren fährt er die Leiche zum Schrottplatz. Eine fieberhafte Suche nach dem verschwundenen Kind bleibt erfolglos. Doch der Vater ahnt, was geschehen ist.
Roland Klick ist einer der großen und oft vergessenen Filmemacher der 1970er – in seinem Debütfilm liefert er mit größter filmischer Kunstfertigkeit ein erschütterndes Bild von Familie und Gesellschaft. Ohne psychologisierende Erklärung lässt er das Geschehen ablaufen: „eine in ruhigen Bildern gehaltene, aber umso wütender brodelnde Demontage des Wirtschaftswunder-Kleinbürgertums.“ (taz)
Sascha Urchs spielte im Alter von neun Jahren die Hauptrolle – heute ist er unter dem Namen Alexander Kekulé ein bekannter Virologe. Der Film wurde 1968 auf der Mannheimer Filmwoche uraufgeführt.

Der Geschmack von Leben

DEU

2017

Roland Reber

Antje Nikola Mönning, Andreas Pegler, Wolfgang Seidenberg, Agnes Thi-Mai, Marina Anna Eich, Mira Gittner.

Roland Reber ist ein Unikum in der deutschen Filmlandschaft. Er und seine MitstreiterInnen schaffen Filme zwischen Komödie und Wahnsinn, die mit viel Sex und nackter Haut nach Befreiung von Zwängen und Beschränkungen durch Moral, Religion oder Tradition schreien. Das neueste Werk, eine „fi(c)ktiven Dramödie“, geht der Frage nach, wonach das Leben schmeckt. Für die lebensfrohe Nikki ist klar: Nach Sperma. Im Landrover macht sie sich auf den Weg – Aufhänger für eine Gesamtschau der geheimen Wünsche und Sehnsüchte der Menschheit. Philosophie trifft auf Quatsch, Kabarett auf Sketchparade, zwischendurch wird gesungen. Provokant, wild und völlig abgedreht – und höchst unterhaltsam für den, der sich vorm ausgestellt Unanständigen nicht fürchtet.
In Anwesenheit der Filmemacher mit anschließendem Filmgespräch

Roland Rebers Todesrevue

DEU

2019

Roland Reber

Eisi Gulp, Wolfram Kunkel, Mira Gittner, Antje Nikola Mönning, Wolfgang Seidenberg, Elisa Oberzig

Roland Reber, geboren in Ludwigshafen, ist ein Quertreiber im Filmbusiness, der konsequent, kompromisslos und radikal unabhängig seine Filme macht – und das stets als Teamwork mit einer Familie an kreativen Mitstreitern. Im jüngsten Film der Reberschen Filmmanufaktur entwickelt sich bitterböse und schwarzhumorig aus einer Verkupplungs-Spielshow ein Panorama des Menschlichen und Allzumenschlichen, mit Leichenfahrern und Exhibitionistinnen, mit Social Media-Hatern und Smart Home und, nicht zu vergessen, einem wuchtigen Auftritt des Würgers von Mannheim. Ein sehr unterhaltsamer satirischer Rundumschlag, eine Revue um Leben, Tod und alles dazwischen.
In Anwesenheit von Produzentin und Darstellerin Marina Eich und von Darstellerin Elisa Oberzig

10 Kanus, 150 Speere, 3 Frauen

AUS

2006

Rolf de Heer

Crusoe Kurddal, Jamie Gulpilil

Die Männer eines Aborigine Stamms brechen auf, um durch die Arafura-Sümpfe zu wandern, Bäume zu fällen, aus den Rinden zehn Kanus für die Jagd zu bauen und sich Geschichten zu erzählen. Von Ridjimiraril zum Beispiel, dessen junger Bruder seine jüngste Frau begehrt. Der Stamm gerät in Unruhe, als ein Fremder auftaucht und Ridjimirarils zweite Frau verschwindet… Mit Aborigine-Laien besetzte Filmcollage, deren vielschichtige Episoden zu einer mystischen Reise zu den untergegangenen Epochen des fünften Kontinents einladen. Bei den Filmfestspielen in Cannes 2006 erhielt das Werk den Spezialpreis der Jury.

Die Schweizermacher

CHE

1978

Rolf Lyssy

Emil Steinberger, Walo Lüönd, Beatrice Kessler, Claudio Caramaschi

Max Bodmer und Moritz Fischer sind kleinkarierte Einbürgerungsbeamte: Sie entscheiden, wer Schweizer sein darf und wer nicht. Ihrem gnadenlosen Bürokratismus sind ein deutscher Psychiater, ein kommunistischer italienischer Konditoreiarbeiter und eine jugoslawische Tänzerin ausgeliefert: Sie müssen beweisen, dass sie schweizerischer als die Schweizer sind, um die Staatsbürgerschaft zu erlangen. Denn wer die Staatsbürgerschaft dieses schönsten, saubersten, reichsten Landes erwerben will, wird besucht, befragt, beobachtet, belauscht, beurteilt, verglichen, notiert, bewertet. Vor allem Max überwacht scharf, ob brav die Schweizer Flagge gehisst, das Schwizerdütsch geübt und der Sonntagsspaziergang zelebriert werden. Während Moritz sich in die Tänzerin verliebt…

In den 1970ern gab es in der Schweiz starke rechtspopulistische Tendenzen zur Bekämpfung der „Überfremdung“ – Initiativen für maximal 10 % Ausländeranteil in der Schweiz wurden nur ganz knapp abgelehnt. Die Satire mit Emil Steinberger in der Hauptrolle wurde zum erfolgreichsten Schweizer Film – und sein Thema ist tragischerweise noch heute aktuell.

Mädchen Am Sonntag

DEU

2005

Rolf Peter Kahl

Die Aura eines Mädchens glänzt auch ohne Sonnenschein. Davon erzählt der Dokumentarfilm MÄDCHEN AM SONNTAG von Rolf Peter Kahl. Im Dogma-Stil mit einfacher Digitalkamera und ohne künstliche Beleuchtung interviewt er vier Frauen, vier junge Schauspielerinnen, in vier verschiedenen jahreszeitlichen und landschaftlichen Szenarien. Laura Tonke, Inga Birkenfeld, Nicolette Krebitz und Katharina Schüttler sind Vertreterinnen einer neuen jungen Darstellerriege, die ihren Weg suchen, ihre Leidenschaft und Liebe zum Film zu verwirklichen. Die vier Frauen bewegen sich zwischen Naivität und Erfahrung, Wünschen und Wollen und berichten mit großer Offenheit vom Segen und Fluch des Schauspielerberufes. MÄDCHEN AM SONNTAG ist der dritte Teil der digitalen Kurzfilm-Reihe 99euro-Films, die von Rolf Peter Kahl und Torsten Neumann als Produzenten begründet wurde. Ihre strengen Vorgaben sind: ein Drehbudget von maximal 99€, kurze Zeitspannen zwischen Planung und Dreh sowie ein digitales Aufnahmeformat. (somit ab 18 Jahren)

Meine letzte Nacht mit einem Vampir

FRA

2023

Romain de Saint-Blanquat

Léonie Dahan-Lamort, Lilith Grasmug, Maxime Rohart, Fred Blin, Cyril Metzger

Frankreich, 1967. Françoise, 17 Jahre alt, lebt in einem katholischen Internat, eine Welt strenger Regeln und religiöser Disziplin. Als sie eines Nachts eine schreckliche Vision von ihrem eigenen Tod hat, beschließt sie, ihre letzte Nacht zu leben, als gäbe es kein Morgen. Mit ihrer Freundin folgt sie der Einladung zu einem geheimnisvollen Kostümfest in einer verfallenen Villa tief im Wald – und begegnet dort zwischen dem Dunst der Gauloises, den Rufen der wilden Jugend und den Klängen verbotener Radiosender dem rätselhaften Christophe. Blass, mit durchdringendem Blick erinnert er sie an die mystischen Wesen ihrer Fantasie…

Der zarte, hypnotische Film fängt die Intensität des Erwachsenwerdens in einer von Umbrüchen geprägten Zeit ein und entführt als schaurig-poetische Hommage an das Genrekino das Publikum in eine Welt voller Sehnsucht, Mut und schauerromantischer Todessehnsucht. Beim Internationalen Festival in Sitges von der Jugendjury und als bester Genrefilm ausgezeichnet!

B-Seite Festival 2014 - Eine Dokumentation zur Jetztkultur

DEU

2014

Roman Heller

Im März ist es wieder soweit: das B-Seite Festival öffnet zum achten Mal seine Pforten zu realen und virtuellen Räumen, die sich im experimentellen Spannungsfeld rund um Visuals und Neue Medien verorten. Die Macher nennen es Jetztkultur und bieten jedes Jahr eine Plattform für Künstler, Liebhaber und Interessierte, die einlädt, sich mit den neuesten Strömungen dieser jungen Kunstform auseinander zu setzen. Dabei entstand im letzen Jahr ein Film, der ästhetisch und dokumentarisch verschiedenste Festivaleindrücke mit Stimmen der Künstler und Organisatoren verknüpft und dabei authentisch und tief blicken lässt, was es heißt Pionier zu sein – sei es als Wegbereiter einer neuen Kunstform oder als deren kreativer Vermittler.

Das Messer Im Wasser

Polen

1962

Roman Polánski

Léon Miemczyk, Jolanta Umecka, Zygmunt Malanowicz

Ein Ehepaar nimmt einen trampenden Studenten in seinem Wagen mit und lädt ihn zu einer anschließenden Segelpartie auf den Masurischen Seen ein. Auf dem Boot entwickelt sich eine Konkurrenzsituation zwischen den beiden Männern, die sich gegenüber der attraktiven Krystyna und sich selbst gegenüber beweisen müssen. Als der Student sein Springmesser zieht, eskaliert die Situation. Jerzy Lipmans Kamera kontrastiert die stille Weite der schönen Landschaft mit der Enge des Bootes, in dem sich die Aggressionen aufstauen. Polánski kritisiert in seinem Spielfilmdebüt die Verbürgerlichung der polnischen Gesellschaft und den Verlust an menschlicher Substanz. Andrzej ist ein opportunistischer Aufsteiger, der das Auto, die Segelyacht und seine Frau als seinen selbstverständlichen Besitz ansieht. Und auch in seinem Gegner, dem jungen, noch aufsässigen Mann erkennt Krystyna schon den bequemen Jasager von Morgen. Mit einem Vortrag von A. Zitzelsberger-Schlez zu dem Thema „Der existentielle Kampf zweier Männer – eine psychoanalytische Perspektive.“

Der Ghostwriter

FRA/DEU/GBR

2010

Roman Polanski

Ewan McGregor, Pierce Brosnan, Olivia Williams, James Belushi, Kim Cattral

Als ehemaliger britischer Premierminister braucht Adam Lang einen Biographen. Das heißt: Er braucht einen neuen Biographen. Der letzte wurde ermordet an die US-Ostküste gespült, nicht weit vom Refugium des Polit-Rentners, einer Insel namens Martha’s Vinyard. Doch davon weiß der Neue nichts, als er seinen Autorenvertrag unterzeichnet. Zu spät werden ihm das Ausmaß der Korruption und die Komplexität intriganter Verflechtungen bewusst, zu deren schriftstellerischer Schönfärbung er angetreten ist. Und dass er Langs Ehefrau Ruth immer näher kommt, macht seine Situation nicht ungefährlicher…
Bissiger Politthriller von Altmeister Polanski mit anschließender Filmanalyse von Dr. Peter Bär.

Der Gott des Gemetzels

FRA/DEU/POL/ESP 2011

2011

Roman Polanski

Jodie Foster, Kate Winslet, Christoph Waltz, John C. Reilly

Ein Elfjähriger hat im Streit einen Mitschüler mit einem Stock ins Gesicht geschlagen. Wenig später treffen sich die Eltern des Geschlagenen mit den Eltern des Schlägers zu einem klärenden und versöhnenden Gespräch – das aber alsbald komplett aus dem Ruder läuft.

In seinem satirischen Kammerspiel zeigt Roman Polanski – nach dem Theaterstück von Yasmina Reza – in einem pointierten, höchst vergnüglichen Dialogfeuerwerk, wie sich zivilisierte Umgangsformen mehr und mehr in einem Schlachtfeld der Beleidigungen und Handgreiflichkeiten auflösen. Das hochkarätige Darstellerensemble läuft dabei zu Hochform auf.

Der Pianist

DEU/FR/POL/GBR

2002

Roman Polanski

Adrien Brody, Emilia Fox, Thomas Kretschmann

Als deutsche Truppen 1939 Polen erobern, beginnt für die dort lebende jüdische Bevölkerung ein Leidensweg, der für viele von ihnen im Vernichtungslager endet. Der jüdische Pianist Wladislaw Szpilman kann gerade noch dem Deportationszug entkommen und muss sich fortan im Warschauer Ghetto durchschlagen. In eindrucksvollen Bildern erzählt Polanski vom lähmenden Alltag des beschäftigungslosen Pianisten, der inmitten des Grauens versucht, seine Würde zu bewahren. Der Film erreicht dabei im tiefsten Innern jenseits kitschiger Emotionalisierung. Er lässt den Zuschauer fast 150 Minuten leiden. Wir gehen den furchtbaren Gang mit Szpilman zusammen. Wir sind keine Beobachter, wir gehen gemeinsam mit ihm durch die Hölle.

Ekel

GBR

1965

Roman Polanski

Catherine Deneuve, Yvonne Furneaux

Die junge Maniküre Carole ist ein schüchterne junge Frau und lebt zusammen mit ihrer älteren Schwester Hélène in London. Carole hat kaum kontakt zu Männern. Lediglich Colin ist sehr an ihr interessiert, was sie aber nicht erwidern will und kann. Allein der Gedanke an einen Mann erfüllt sie mit Ekel. Als ihre Schwester mit ihrem Freund in Urlaub fährt, kommt sie mit sich und ihrer Umwelt nicht mehr klar. Sie geht nicht mehr arbeiten, sie verkriecht sich in der Wohung und leidet unter paranoiden Wahnvorstellungen. Diese gipfeln in imaginären Vergewaltigungen durch Männer und sie wird dadurch selbst zur Täterin. „Polanskis Film ist ein klinischer Krankenbericht. Mit sorgsamer Akribie, ohne Mitleid und ohne Vorwurf, verzeichnet er die Stationen von Carols Auflösung, die mit einer banalen Empfindlichkeit beginnt und mit zwei furchtbaren Bluttaten und ihrer psychischen Zerstörung endet.“ (Reclams Filmführer)

Oliver Twist

FR/GBR

2005

Roman Polanski

Barney Clark, Sir Ben Kingsley

England, Mitte des 19. Jahrhunderts: Der junge Oliver Twist wächst in ärmlichsten Verhält-nissen und ohne Wärme und Geborgenheit im Waisenhaus auf. Als er bei einem Totengräber in die Lehre geschickt wird, gelingt ihm die Flucht nach London. Auch hier steht ihm das Glück zunächst nicht zur Seite. Er gerät in die Fänge des berüchtigten Bandenchefs Fagin, der elternlose Jungs als Taschendiebe für sich arbeiten lässt. Persönliche Einflüsse mischen sich mit literarischen, wenn die einstige Kriegswaise Polanski das wohl berühmteste Werk des britischen Literaten Charles Dickens einer cineastischen Interpretation unterzieht. Ein dichtes, stimmiges Meisterwerk, dessen Sog man sich nicht entziehen kann.

Tanz der Vampire

GBR/USA

1967

Roman Polanski

Roman Polanski, Jack MacGowran, Sharon Tate, Alfie Bass, Ferdy Mayne

Der Vampirexperte Professor Abronsius hat seinen Lehrstuhl an der Universität Königsberg verloren. Grund dafür ist seine umstrittene Theorie zum Thema „Vampirismus“. Daraufhin reist er gemeinsam mit seinem Assistenten Alfred nach Transsylvanien, um Beweise für die Existenz blutsaugender Untoter zu sammeln. In einem Gasthaus finden die beiden Abenteurer schon bald Hinweise auf Vampire in der Umgebung.
Roman Polanski schuf eine unheimlich witzige Horrorkomödie, in der er das, was im Horrorfilm gruselt, ins Lächerliche zieht – ohne den Schrecken zu verleugnen. Wir zeigen die (deutsch untertitelte) Originalverfassung der Horrorparodie TANZ DER VAMPIRE, in der es nicht nur homosexuelle, sonderen auch jüdische Vampire gibt.

Venus im Pelz

FRA/POL

2013

Roman Polanski

Emmanuelle Seigner, Mathieu Amalric

Verfilmung des Musical-Hits um ein Theater-Casting, bei dem Erotik, Geschlechterkrieg und beißende Ironie regieren. Nach einem langen Castingtag für seine Inszenierung von VENUS IM PELZ ist der Pariser Theaterregisseur und -autor Thomas erschöpft. Keine Kandidatin entsprach seinen Ansprüchen. Da taucht in letzter Minute die leicht vulgäre Wanda auf und überrascht ihn durch Wandlungsfähigkeit und Verständnis für die Rolle. Zwischen Leidenschaft, Begehren und Abhängigkeit verwischen die Grenzen von Wirklichkeit und Fantasie. Das Machtverhältnis zwischen Regisseur und Schauspielerin kehrt sich um. Ausgezeichnet von der Deutschen Film- und Medienbewertung mit „Prädikat besonders wertvoll".
Vorgestellt von: Martin Bölle

Romani Women – On and Behind the Camera

Vier Kurzfilme von und mit Roma-Frauen plus Podiumsgespräch

Wer erzählt die Geschichten von Roma-Frauen – und wie? Dieses Kurzfilmprogramm bringt Werke von und mit Roma-Frauen aus ganz Europa zusammen: intime Porträts, poetische Erkundungen von Identität, Resilienz und künstlerischem Ausdruck.

Zu sehen sind Kurzfilme aus Spanien, Rumänien, Großbritannien und Griechenland.

Programm:

El Regalo (Das Geschenk) – Lara Izagirre Garizurieta, Spanien, 2025, 14 Min.

La revedere, castelule (Auf Wiedersehen, Schloss) – Alina Șerban, Rumänien, 2024, 20 Min.

The Angry Bird – Lisa Smith & Jack Lilleywhite, Großbritannien, 2025, 10 Min.

All the Love in My Body – Carmen Baltzar, Finnland/Griechenland, 2025,14 Min.

Im Anschluss: Podiumsgespräch auf Englisch mit Lisa Smith (Filmemacherin & Kuratorin, Critical Film & Image Hub) und Dr. Andra Drăghiciu (wissenschaftliche Mitarbeiterin, Critical Film & Image Hub).

Lücke Im System

CHE/DEU

2004

Romed Wyder

Vincent Bonillo, Irene Godel, Francois Nadin

Neues aus der Schweiz: Bislang eher ein weißer Fleck auf der Karte internationaler Filmkunst, zeigt diese Produktion aus dem Alpenland, daß subtile Politthriller nicht immer aus Hollywood kommen müssen. Spannend und authentisch erzählt Regisseur Romed Wyder vom Computerhacke Alex, der ins Visier eines Multikonzerns gerät. Alex wird von einem Auto angefahren und liegt als Folge des Unfalls für zwei Tage im Koma. Er verliert sein Kurzzeitgedächtnis und kann sich nicht mehr erinnern, ob seine Mission erfolgreich war. Es beginnt ein rasantes Spiel um Verschwörungen, Erinnerungen und allerhand Personen, die es auf Alex abgesehen haben. „Lücke im System“ beruht auf wahren Begebenheiten: Zeitgleich zum Weltwirtschaftsgipfel im Januar 2000 stürmte in Davos die Polizei die Wohnung eines jungen Informatikspezialisten. Gemeinsam mit der Gruppe „Virtual Monkeywrench“ hatte er sich Zugang auf den Server des Weltwirtschaftsforums verschafft und eine CD mit E-Mail-Adressen, Passwörtern, Telefon- und Kreditkartennummern zusammengestellt und an die Presse weitergegeben.

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