Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Maidan

NLD/UKR

2014

Sergei Loznitsa

Das dramatische Filmporträt einer erwachenden Nation, die ihre eigene Identität wiederentdeckt: In einer einzigartigen Begegnung aus politischer Dringlichkeit und ästhetischer Perfektion beobachtet der in der Ukraine aufgewachsene Regisseur Sergej Loznitsa in seinem Dokumentarfilm Maidan die Geschehnisse rund um die weltbekannten Ereignisse in Kiew im Winter 2013/2014. Dabei fordert der Regisseur jederzeit den Blick des Zuschauers und hält sich mit einer schier unheimlichen Distanz aus jedweder Parteiergreifung heraus, obwohl seine Bilder ganz klar auf Seite der Protestierenden stehen. Damit liefert er sozusagen das Gegenstück zu den sowjetischen Filmen der 1920er-Jahre, die mehr als deutlich einen politischen Standpunkt mit ihrer Ästhetik verknüpften und Agitation statt Dokumentation zum Ziel hatten.
Mitgliederaktion: am 27.11. Eintritt für CQ-Mitglieder frei

Zwei Staatsanwälte

FRA/DEU/NDL/LVA/ROU/LTU

2025

Sergei Loznitsa

Aleksandr Kuznetsov, Alexander Filippenko, Anatoli Beliy

Sowjetunion, 1937, die Zeit des Großen Terrors: In einem Gefängnis werden tausende Briefe verbrannt, die von Häftlingen stammen, die im Rahmen der stalinistischen Säuberungen unschuldig beschuldigt wurden. Doch einer der Briefe gerät auf den Tisch von Regionalstaatsanwalt Alexander Kornev. Überzeugt vom Bolschewismus, aber an Gerechtigkeit orientiert, wendet er sich angesichts der offenkundigen Missstände an den Generalstaatsanwalt.

Idealismus und Recht versus Willkür und Unterdrückung: Der ukrainische Regisseur Sergei Loznitsa verfilmt den Roman des langjährigen Gulag-Häftlings Georgi Demidow als düster-absurde Odyssee durch den sowjetischen Alptraum – mit deutlichen Parallelen zum heutigen Putin-Russland.

Panzerkreuzer Potemkin

UdSSR

1925

Sergei Mikhailovich Eisenstein

Eisenstein feiert in seinem berühmten Stummfilm den 20. Jahrestag der Meuterei auf dem zaristischen Panzerkreuzer Potemkin vor dem Hafen von Odessa im Jahre 1905. Seine klassische Einteilung des Films in 5 Akte und der in dieser Bravour bis dahin nicht gekannte Rhythmus und Schnitt machen das Werk zu einem eindringlichen politischen Agitationsmittel, das eine starke Trennung zwischen Herrschenden und Beherrschten mit plakativen Mitteln vollzieht und die Zuschauenden zu politischen Erkenntnissen führen will. Wie kaum ein anderer Film polarisierte Eisensteins Meisterwerk die Weimarer Republik. Unter reger Anteilnahme der Öffentlichkeit wurde PANZERKREUZER POTEMKIN von den deutschen Zensurbehörden mehrmals geprüft, gekürzt, zugelassen und verboten. Erst nach dem großen Erfolg in Deutschland begann der „Siegeszug des Panzerkreuzers“ durch die Welt. Auf der Brüsseler Weltausstellung von 1958 wurde PANZERKREUZER POTEMKIN schließlich von internationalen Kritikern zum „besten Film aller Zeiten“ gekürt. Mit Einführung und anschließender Filmanalyse von Dr. Peter Bär. (also leider ab 18 Jahren)

Die Farbe des Granatapfels

UdSSR

1969

Sergei Paradschanow

Wilen Galustjan, Sofiko Tschiaureli, Melkon Alekjan, Georgi Gegetschkori

Der Lebensweg des armenischen Musikers Sayat Nova aus dem 18. Jahrhundert bildet die Grundlage für die acht Kapitel des Films, die sich aus surrealistischen Tableaus und einer eindrucksvollen Symbiose aus Bild und Ton bestehen: Symbolische Bilder dringen tief ein in die christlich-orientalische Kultur Armeniens – es geht weniger um die konkrete Biografie von Sayat Nova als um das Eintauchen in die Bildwelten seiner Lyrik. Der Film gilt als eines der großen Meisterwerke des poetischen Kinos: „Der kühnste, seltsamste, erstaunlichste Film, der – neben Tarkowskis DER SPIEGEL“ – in jenen Jahren in der Sowjetunion entstanden ist.“ (Der Spiegel)

A Floresta de Jonathas - Im dunklen Grün

BRA

2012

Sérgio Andrade

Begê Muniz, Ítalo Castro

Inspiriert von einer wahren Begebenheit hat Regisseur Sérgio Andrade ein sehr individuelles, persönliches Drama über den Mikrokosmos einer abgelegenen und dennoch globalisierten Gesellschaft geschaffen. Mit seinen Eltern und seinem Bruder Juliano betreibt Jonathas in seiner spärlich besiedelten Heimat im Amazonas-Gebiet einen Obstladen. An ihrem spartanischen Verkaufshäuschen an einer Straße kommen die Menschen zusammen, um sich auf den neuesten Stand zu bringen und auszutauschen. Als die Brüder eines Tages die Touristin Milly aus der Ukraine und ihren ansässigen Begleiter kennenlernen, sind sie sich auf Anhieb so sympathisch, dass sie ein abenteuerliches Wochenende zusammen verbringen, bei dem Jonathas sich im dichten Dschungel verirrt. Andrades Film, dessen beeindruckende Stilisierung des Dschungels an die ominösen Naturwelten eines Werner Herzog erinnert, überzeugt durch viel Atmosphäre.

Die Strategie Der Schnecke - La Estrategia Del Caracól

Kolumbien

1993

Sergio Cabrera

Der Besitzer eines alten Mietshauses in einem Vorort der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá will das Haus „entmieten“ und die Bewohner auf die Straße setzen. Doch in der „Casa Uribe“ lebt eine bunt zusammengewürfelte Schar: Jacinto, ein alter Anarchist; Romero, ein Anwalt ohne Zulassung, der aber alle Gesetzestricks kennt; ein Pater, der im Diesseits Befriedigung sucht; Gabriel, der sich als Gabriela verkauft und eine Alte, die mit einem Scheintoten lebt und der ein Wunder geschieht. Sie haben keine Chance, aber nutzen sie. Denn Jacinto entwickelt einen Plan: DIE STRATEGIE DER SCHNECKE… „DIE STRATEGIE DER SCHNECKE ist populäres lateinamerikanisches Kino im besten Sinne des Wortes: Politisch engagiert, aber gleichzeitig mit viel Kraft und Spaß inszeniert.“ (tip, Berlin)

Fortunata

Sergio Castellitto

2017

Sergio Castellitto

Jasmine Trinca, Stefano Accorsi, Alessandro Borghi, Edoardo Pesce, Nicole Centann, Hanna Schygulla

Fortunata, die Glückliche, heißt sie – oder nennt sie sich nur so? Sie zieht alleine die achtjährige Barbara groß, hin und wieder tritt der Vater, ein Polizist, polternd in das Leben der beiden. Fortunata möchte einen Frisiersalon eröffnen, sie möchte das Beste für Barbara, und irgendwie schleicht sich deren Therapeut in Fortunatas Alltag. Das ist gegen die Regeln – wie so vieles von dem, was die Glückliche tut.
Der populäre Schauspieler Sergio Castellitto inszeniert nicht zufällig an den gleichen römischen Schauplätze wie Pasolinis Klassiker MAMMA ROMA; und Jasmina Trinca spielt in der Titelrolle mit unbändiger Energie und ohne Berührungsängste – sie wurde in Cannes und bei den italienischen Filmpreisen für ihre Darstellung ausgezeichnet.

Leichen Pflastern Seinen Weg

Sergio Corbucci, Sergio Corbucci, Mario Amendola

Klaus Kinski, Jean-Louis Trintignant, Frank Wolff, Vonetta McGee

In den verschneiten Bergen Neu-Mexikos werden Ausgestoßene von gewissenlosen Kopfgeldjägern, unter ihnen Locco (Kinski), verfolgt, die ihr schmutziges Geschäft unter dem Schutz des Gesetzes verrichten. Auch der neue idealistische Sheriff von Snowhill kann gegen sie wenig ausrichten, stecken sie doch mit dem korrupten Friedensrichter unter einer Decke. Nur der stumme Silence, der seine Gegner stets provoziert und dann in Notwehr tötet, ist ihnen gewachsen. Allerdings verfängt seine Taktik bei Locco nicht, und am Ende stirbt Silence durch dessen Kugeln. IL GRANDE SILENZIO (Originaltitel) ist nicht nur in visueller Hinsicht (die gesamte Handlung spielt vor dem Hintergrund einer schneebedeckten Landschaft) ein höchst ungewöhnlicher Vertreter seines Genres. Denn am Ende ist der „gute“ Held tot, und das Böse hat gesiegt. Corbucci verstand seinen mit Sicherheit besten Italo-Western als Kommentar auf die „Welt des totalen Terrors, in der wir leben“. Es ist eine Reflexion über die Möglichkeit, in einer korrupten Gesellschaft Gewalt und Grausamkeit innerhalb des Gesetzes auszuüben sowie über die Sinnlosigkeit, für „die Sache“ zu sterben. Während die etablierte Kritik besonders in Deutschland ablehnend reagierte und den Film als „blutrünstig“ und „gewaltverhe

Für ein paar Dollar mehr

ITA/ESP/DE

1965

Sergio Leone

Clint Eastwood, Lee Van Cleef, Gian Maria Volonté, Klaus Kinski, Josef Egger

Sergio Leone, Clint Eastwood und Ennio Morricone: Gemeinsam schufen sie den Ital Clint Eastwood, Lee Van Cleef, Gian Maria Volonté, Klaus Kinski, Josef Egger owestern, gemeinsam schufen sie mehrere Meisterwerke der Filmgeschichte. In ihrer zweiten Zusammenarbeit tritt die Musik aus der Hintergrundbegleitung in die Handlung ein: Eine Spieluhr ist wichtiger Handlungsträger, wenn es um das Bündnis zwischen den Kopfgeldjägern Monco (Eastwood) und Colonel Mortimer (Lee Van Cleef) gegen den Banditen Indio (Gian Maria Volonté) geht. Geld, Rache, Mord, Diebstahl und raffinierte Duelle inszeniert Leone in gewohnt gewaltigen Bildern. Und Ennio Morricone, der größte Star unter den Filmmusikkomponisten und Anfang Juli im Alter von 91 Jahren verstorben, tobt sich auf der Tonspur aus: Maultrommel, Pfeifen, Glocken und kehlige Rufe machen seine Filmmusik aus, wild und mitreißend.
Einführung: Harald Mühlbeyer

Spiel mir das Lied vom Tod

ITA/USA

1968

Sergio Leone

Charles Bronson, Claudia Cardinale, Henry Fonda, Jason Robards

Sergio Leones Western-Oper rund um den Bau einer Eisenbahnstation ist in die Filmgeschichte eingegangen: große Bilder, große Musik, große Besetzung, perfekt für die große Kinoleinwand. Im Mittelpunkt steht die Farm Sweetwater, die der jungen Witwe Jill McBain gehört und die für die Wasserversorgung der Dampflokomotiven strategisch so wertvoll ist, dass sich eine epische Geschichte um Gier, Mord und Rache entfaltet. Vier Personen stehen im Mittelpunkt, vier Melodien hat Ennio Morricone komponiert – Charles Bronson wurde mit dem Film zum Star, Henry Fonda schüttelte sein Good-Guy-Image ab. Und Claudia Cardinale spielt noch einmal eine Hauptrolle in einem der großen Filmklassiker.

Zwei glorreiche Halunken

TA/ESP/DEU/USA

1966

Sergio Leone

Clint Eastwood, Lee Van Cleef, Eli Wallach, Aldo Giuffrè

Der dritte Film von Sergio Leone mit Clint Eastwood, der als namenloser Fremder durch den wilden Westen zieht: Hatte Leone mit FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR 1964 das Italowestern-Genre erfunden und es mit FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR MEHR 1965 verfestigt, so führt er es nun zur Meisterschaft. Zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs sind drei Bösewichter – Eastwood, Van Cleef und Wallach – hinter einer mit Gold gefüllten Regimentskasse her, verbünden sich, bekämpfen einander, bis am Ende ein denkwürdiges Triell – Duell zu dritt – stehen muss…
Aus unerfindlichen Gründen machte der deutscher Verleih aus dem Guten, dem Bösen und dem Hässlichen des Originaltitels ZWEI GLORREICHE HALUNKEN – doch der Film ist ein waschechter Leone, von den Onelinern der Figuren über den visuellen Stilwillen bis zur kongenialen Musik von Ennio Morricone.

La Terra

ITA

2006

Sergio Rubini

Emilio Solfrizzi, Paolo Briguglia, Claudia Gerini

Wenn filmisch das Fass Familie geöffnet wird, ist in der Regel mit schweren emotionalen Explosionen zu rechnen. So auch bei LA TERRA, der beim Flaiano Filmfestival für den Besten Schnitt und beim Internationalen Filmfestival Shanghai mit dem Golden Goblet ausgezeichnet wurde. In LA TERRA, der die Geschichte einer Heimkehr in ein Milieu von Intrigen und Kriminalität einbettet, sieht sich ein Philosophieprofessors am Ort seiner Kindheit der ambivalenten Wucht von Erstarrungen und Veränderungen ausgesetzt. Der Professor, der in Mailand ein Leben als angesehener Intellektueller führt, kehrt ebenso wie seine drei Brüder zurück wegen der Veräußerung des Familiensitzes. In Apulien enthüllt sich ihm die mafiöse Dorfstruktur, in deren üble Machenschaften auch seine Brüder verstrickt sind. Und auch der Professor selbst hütet ein dunkles Familiengeheimnis, das er seit Jahren zu verdrängen bemüht ist. Eine spannende, komplexe Inszenierung voller Tragik und deftigem Humor!

Four Moons

MEX

2014

Sergio Tovar Velarde

Antonio Velázquez, Alejandro de la Madrid, Cesar Ramos

Vier unterschiedliche Geschichten über Liebe, Sexualität und die Kunst, sich selbst zu akzeptieren: Ein elfjähriger Junge versucht geheim zu halten, dass er heimlich in seinen Cousin verliebt ist. Zwei ehemalige Schulkameraden beginnen eine Beziehung. Eine langjährige Homo-Beziehung wird von einem dritten Mann auf die Probe gestellt. Ein alter Familienvater ist besessen von einem jungen Prostituierten…
Aufwühlend, bewegend, herzzerreißend! Silver Award als bester mexikanischer Film beim Internationalen Filmfestival Monterrey.

Bizim büyük carisizlimiz - Our Grand Despair

TUR/DEU/NDL

2011

Seyfi Teoman

Ilker Aksum, Fatih Al, Gunes, Sayin

Die beiden langjährigen Freunde Ender und Çetin bewohnen eine gemeinsame Wohnung in Ankara. Über die Jahre hat sich zwischen den Mittdreißigern ein routinierter WG-Alltag eingependelt, der ins Wanken gerät, als die vom Unfalltod ihrer Eltern traumatisierte Nihal bei den Beiden einzieht. Die Schwester ihres guten Freundes Fikret, auf dessen Wunsch hin die WG-Kumpanen die Frau aufnehmen, erscheint den beiden jungen Männern zunächst als unliebsamer Störenfried. Und tatsächlich verweigert die in sich zurückgezogene Nihal anfänglich jeglichen Kontakt zu den beiden Männern. Mit der Zeit entsteht jedoch eine Vertrautheit zwischen den Mitbewohnern, die sowohl bei Ender, als auch bei Çetin in Liebe umschlägt – ohne das Wissen des jeweils anderen…
Eintritt frei!

Bamboo Stories

BGD/DEU

2019

Shaheen Dill-Riaz

Fernglück – Achtmal Bangladesch und zurück

DEU

2014

Shaheen Dill-Riaz

Acht junge Menschen brechen zu einem Freiwilligendienst nach Bangladesch auf. Im Verkehrschaos von Dhaka, einer der am schnellsten wachsenden Städte der Welt, irren sie zu einem der zahlreichen von Menschen überquellenden Busse und steigen ein. Lautes Geschrei, Motoren qualmen, die Sonne brennt. Über 8.000 Kilometer sind die acht aus Deutschland hergekommen und jetzt auf dem Weg hinaus aufs Land. Was hoffen sie zu finden, hier in Bangladesch? Den Ursprung ihrer Kleidung? Arme, aber glückliche Menschen? Die Realität in einer ungerechten Welt? Sie werden vieles davon finden, vor allem werden sie aber etwas zurücklassen, wenn sie ein Jahr später wieder nach Deutschland zurückkehren. „Ein Teil von mir wird immer in Bangladesch bleiben“, dieser Satz eines Freiwilligendienstlers ging Filmemacher und Grimme-Preisträger Shaheen Dill-Riaz nicht aus dem Kopf. Dill-Riaz begleitet die acht mit der Kamera durch eine stürmische Zeit. Es hätte ein munterer Film werden können über die Konfrontation mit einer fremden Kultur und die Dorfentwicklung im entlegenen Norden. Doch was die Freiwilligen erleben, sprengt all’ ihre Erwartungen. Anschließend Filmgespräch mit den Protagonisten.
Mitgliederaktion: Eintritt für CQ-Mitglieder frei!

Judas and the Black Messiah

USA

2021

Shaka King

Daniel Kaluuya, Lakeith Stanfield, Jermaine Fowler, Darrell Britt-Gibson, Martin Sheen, Jesse Plemons

Die Black Panther Party formierte sich in den 1960ern als radikaler Arm der schwarzen Bürgerrechtsbewegung. Einer ihrer Aktivisten: der charismatische Fred Hampton, der in jungen Jahren schon zum Vorsitzenden der Illinois-Sektion wurde. Einer seiner Mitstreiter: William O’Neal. Seine Gegner: der weiße Staatsapparat. Als O’Neal bei einem Autodiebstahl erwischt wird, schlägt ihm das FBI einen Handel vor: Als Spitzel soll er die Chicagoer Black Panthers-Szene ausforschen. Und als 1969 FBI-Chef J. Edgar Hoover beordert, Fred Hampton zu „neutralisieren“, wird der Informant O’Neal genutzt, um den Plan umzusetzen: O’Neal versetzt Hamptons Getränk mit Schlafmitteln, im Morgengrauen überfällt die Polizei die Wohnung und schießt…
Der Dokumentarfilm THE MURDER OF FRED HAMPTON war einer der ersten Filme im 1971 gegründeten Cinema Quadrat; in unserem Jubiläumsprogramm im Oktober wurde der Film noch einmal gezeigt. JUDAS AND THE BLACK MESSIAH ist die in diesem Jahr veröffentliche biografische Spielfilmversion der Geschichte um Fred Hampton, das FBI, die tödlichen Schüsse und den Verräter in den eigenen Reihen – ein packendes Drama um Rassismus und Polizeigewalt mit der steten Frage im Hindergrund, wieviel sich in den letzten 50 Jahren geändert hat.

Die Verborgene Welt

GBR/RSA

2008

Shamim Sarif

Im „Location Cafe“ der eigensinnigen Amina bekommen Menschen aller Hautfarben ihr Essen mit einem bezaubernden Lächeln serviert – alles andere als normal im Südafrika der 1950er Jahre. Als Amina der Einwanderin Miriam begegnet, die abgelegen auf dem Land ein traditionelles Dasein als Hausfrau und Mutter fristet, fühlen sich die Frauen stark voneinander angezogen. Bald erliegt die schüchterne Miriam Aminas Avancen. „Ich wünschte, ich wäre mehr wie du!“ platzt sie einmal heraus. „Sei vorsichtig, was du dir wünschst!“, warnt Amina. Denn eine derart unerhörte Verbindung leben zu wollen, ist waghalsig… Shamim Sarif ist mit DIE VERBORGENE WELT ein Bravourstück gelungen: überzeugende Charaktere, Spannung, aber auch Humor und hinreißende Romantik. Dazu eine atemberaubende Kulisse – unterstrichen von einem gefühlvollen Soundtrack mit Jazzklassikern dieser Zeit. Publikumspreis „Bester Spielfilm“ Paris Feminist & Lesbian Filmfestival. „In den Hauptrollen und als Liebespaar sind Lisa Ray und Sheetal Sheth zu sehen – vielleicht ja das neue Traumpaar des lesbischen Kinos“ L-Mag.

Polarized

GBR/CAN

2023

Shamim Sarif

Holly Deveaux, Maxine Denis, Hesham Hammoud, Abraham Asto

Lisa, aufstrebende Sängerin, muss ihre Familie unterstützen, nachdem die Landwirtschaft ihrer Eltern schließen musste, und arbeitet in der hochmodernen „Urban Farm“ einer palästinensischen Familie, die in der konservativen Kleinstadt vielen Vorurteilen ausgesetzt ist. Auch Lisa ist nicht frei davon – verliebt sich aber stürmisch in ihre Chefin Dalia, eine tiefe, aber komplizierte Leidenschaft. Doch eigentlich soll Dalia bald ihre Jugendliebe heiraten, und Lisa ist mit dem bevorstehenden Tod des Vaters wie auch mit der engstirnigen Einstellung ihrer Familie konfrontiert…

Das romantische Drama entstand teils nach eigenen Erfahrungen der Regisseurin Shamim Sarif und ihrer 27-jährigen Beziehung zu ihrer Partnerin (die den Film mitproduzierte). Ein kraftvoll gespielter Film, eine Ode an die Freiheit ehrlicher Gefühle und zugleich ein zutiefst emotionaler Aufschrei gegen Rassismus und Intoleranz.

El Houb – The Love

NLD

2022

Shariff Nasr

Larhzaoui, Lubna Azabal, Slimane Dazi, Sabri Saddig, Emmanuel Ohene Boafo

Der marokkanisch-niederländische Karim, schon lange erwachsen, eröffnet seinen Eltern, dass er Männer liebt. Doch das Gespräch mit der Familie ist nicht einfach – und Karim flieht in die Vorratskammer. Sein Coming-Out führt zu seiner Selbstisolation, indem er sich wegschließt. Kommunikation läuft nur durch eine geschlossene Tür, und Karim hat Zeit, sich über sein Leben klar zu werden. Und über sein Verhältnis zu anderen.
Klar, kompakt und klug erzählt Shariff Nasr von der chaotischen Gefühlswelt des Protagonisten – und von dessen Versuchen, Aufmerksamkeit und Verständnis seiner Eltern zu erzwingen.
Preview vor dem Kinostart!

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