Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Crossroads

USA

1986

Walter Hill

Ralph Macchio, Joe Seneca

Eugene, ein wissbegieriger junger Musikstudent, findet einen alten Lehrmeister, von dem er die Geheimnisse der Bluesgitarre zu erlernen strebt. Der virtuose Klassikstudent will weg von Mozart, hin zu der Tradition des Mississippi-Deltas. Er befreit den Alten aus einem Heim und es beginnt eine Odyssee mit allem, was ein Roadmovie ausmacht: beeindruckende Landschaften, skurrile Charaktere und dazu ein furioser Showdown. Aber hier werden keine Handkanten, Fäuste oder Revolver eingesetzt, sondern STROMgitarren. Steve Vai und Ry Cooder (als Eugenes akustischer „Stuntman“) liefern sich ein legendäres gewordenes musikalisches Duell, das auch Nichtgitarristen den Mund offen stehen lässt.

Crossroads - Pakt mit dem Teufel

USA

1986

Walter Hill

Ralph Macchio, Joe Seneca

Der junge ehrgeizige Gitarrist Eugene begibt sich mit dem alten Bluesmusiker Wille auf eine abenteuerliche Reise in den Süden auf der Suche nach einem verschollenen Song des legendären Bluesmusikers Robert Johnson. An einer Wegkreuzung hatte einst Willie seine Seele dem Teufel verkauft, um den perfekten Blues zu spielen…

Die Warriors

USA

1979

Walter Hill

Michael Beck, James Remar, Dorsey Wright, Brian Tyler

New York, Ende der 1970er: Hunderte Gangs beherrschen die Stadt, jede in ihrem Revier; es herrscht Waffenruhe. Bis der Anführer der Rogues den Boss der Riffs hinterrücks erschießt und die Warriors-Gang beschuldigt. Auf ihrem Weg von der nördlichen Bronx runter nach Coney Island werden die Warriors von Banden aus allen Stadtvierteln gejagt …
Walter Hill, einer der großen Action-Regisseure der 1970er und 1980er Jahre, legte mit diesem Bandenkriegsfilm eine Blaupause für das Actionkino-Genre vor. Mit seinem coolen Look, treibendem Soundtrack und Graphic-Novel-artigen Szenen wurde der überraschende Kinoerfolg rasch zum Kultfilm. Ursprünglich von der FSK ab 18 freigegeben und später sogar wegen angeblicher Jugendgefährdung indiziert, wurde bei einer Neuprüfung FSK 12 vergeben – so ändern sich die Zeiten.
Einführung: Dr. Peter Bär
Einlass ab 20:30 Uhr – Eintritt: 10 € / 7 € erm. / 6 € Mitglieder Cinema Quadrat e.V. – Vorfüheun findet iwegen schlechteen Wetters im Kinosaal statt
 

Schwarzer Graf

DEU

2007

Walter Krieg

Charly Graf

Die trostlosen Mannheimer Benzbaracken der 50er Jahre. Straßenschilder wie „Frischer Sinn“ oder „Neues Leben“ Kontrastieren die Hoffnungslosigkeit der Bewohner. Einer von ihnen ist die Mannheimer Boxlegende Charly Graf, der als Sohn eines farbigen US-Soldaten und einer Deutschen im sozialen Brennpunkt aufgewachsen, mit 15 deutscher Box-Juniorenmeister wird. Von seiner Herkunft kann er sich nicht lösen, gerät in zwielichtige Kreise. „Ich habe die Wertvorstellungen des Milieus inhaliert“ sagt er und man wundert sich über den sprachlichen Duktus: In seiner Haftzeit in Stammheim lernte er den RAF-Anhänger Peter-Jürgen Boock kennen. Im Gefängnis in Ludwigsburg gelingt ihm sein größter Coup: durch geschicktes Taktieren spielt er Anstaltsleitung, Promoter und Presse gegeneinander aus und verwirklicht seinen größten Traum: für eine Nacht wird er von 2 beamten in die Arena gefahren und wird Deutscher Meister im Schwergewicht. Zu Wort kommen neben Grafs Mutter seine Wegbegleiter. Eine ausgesprochen ehrliche wie fesselnde Biografie, die den Protagonisten in keiner Situation entblößt, ihn vielmehr würdevoll bis ins jetzt begleitet: Graf arbeitet heute als Trainer mit schwer erziehbaren Jugendlichen an Mannheimer Schulen. (also leider ab 18)

Für immer hier – Ainda estou aqui

BRA/FRA

2024

Walter Salles

Fernanda Torres, Selton Mello, Fernanda Montenegro, Antonio Saboia

Rio de Janeiro, Anfang der 1970er Jahre: In Brasilien herrscht die Militärdiktatur. In einem Haus am Strand lebt die Familie Paiva: Vater Rubens, Mutter Eunice und ihre fünf Kinder.

Es herrschen Harmonie und Offenheit – bis eines Tages bewaffnete Regierungsbeamte Rubens Paiva, früherer Abgeordneter der Arbeiterpartei, abholen. Als Zeuge, wie es heißt. Tatsächlich wird er nie wieder zurückkehren, als einer der „Desaparecidos“: tausende Bürger wurden verhaftet, gefoltert, ermordet, ohne Spur. Ehefrau Eunice versucht herauszufinden, was mit Rubens geschehen ist…

Walter Salles’ neuer Film blickt direkt in eine dunkelsten Zeiten Brasiliens mit der erschütternden Geschichte einer Familie in Ungewissheit um das Schicksal des Vaters, und ist zugleich das ermutigende Porträt einer Frau, die sich nicht unterkriegen lässt. Der Film entstand nach dem autobiografischen Roman von Marcelo Rubens Paiva, Sohn der Familie, und wurde vielfach preisgekrönt – unter anderem im März mit dem Oscar als bester internationaler Film.

 

Der brasilianische Regisseur Walter Salles erhielt für CENTRAL STATION (1998) unter anderem den Goldenen Berlinale-Bären, FÜR IMMER HIER oscargekrönt. Auch sein übriges Filmwerk wie DIE REISE DES JUNGEN CHE oder ON THE ROAD wurden vielfach ausgezeichnet.

Muenchen in Indien

DEU

2012

Walter Steffen

Was macht ein deutscher Maler 1932 in Indien? Er porträtiert den Maharadscha von Udaipur – in klassischer Ölmalerei. Und er wird als gefragter Porträtmaler von einem Herrscher zum nächsten empfohlen: Der Pfälzer Hannes Fritz alias Fritz München machte sich auf die Suche nach einem anderen Leben und studierte in München Kunst. In Indien kam er ans Ziel seiner Träume und schuf beeindruckende Darstellungen von Kriegern und Maharadschas. Regisseur Steffen würdigt das Leben eines ungewöhnlichen Kunstmalers. In Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Mannheim. Einführung: Dr. Dorothee Höfert

Berlin. Die Sinfonie der Großstadt

DEU

1927

Walther Ruttmann

Dokumentarfilm

Dieser experimentelle Dokumentarfilm ist eine Feier der Großstadt: Der Film zeigt einen Tag im Leben der Hauptstadt Berlin, von den leeren Straßen am Morgen bis zu den Vergnügungen des Abends. Er zeigt Arbeiter und Schulkinder, Angestellte und Mannequins und Bettler, zeigt Züge, Autos, Straßenbahnen, zeigt den Schlachthof und die Fabrik, den Wannsee und den Zoo – er zeigt eine Stadt, die in den 1920er Jahren einen enormen Aufschwung erlebte, gibt Einblicke in Lebens- und Arbeitsverhältnisse. Er zeigt Berlin als lebenden Organismus.

In seinem dokumentarischen Kunstwerk lässt Walther Ruttmann die Möglichkeiten von Kamera und Filmmontage auf den Rhythmus der Großstadt treffen und lässt die Bilder zu einer Sinfonie verschmelzen.

Tuyas Hochzeit

CHN

2006

Wang Quan'an

Nan Yu, Bater, Baolier

Seit ihr Mann bei einem Unfall beide Beine verloren hat, muss die mongolische Schafhirtin Tuya die harte Arbeit allein bewältigen. Täglich läuft sie 15 Kilometer durch die Steppe, um für ihre Familie das Wasser zu holen. Als sie eines Tages erschöpft zusammenbricht, beschließt sie, sich scheiden zu lassen und einen neuen Mann zu suchen. Da sie klug und schön ist, lassen die Bewerber nicht lange auf sich warten. Doch Tuya stellt eine außergewöhnliche Bedingung…

Lunar Eclipse

China

1999

Wang Quan’an

Yu Nan, Wu Chao, Hu Xiaoguang

Während einer Autotour lernt ein frisch verheiratetes Ehepaar den jungen Fotografen Xiaobin kennen. Auf dem gemeinsamen Heimweg in die Stadt behauptet Xiaobin eine Bekannte zu haben, die genau wie die Ehefrau, Ya Nan, aussieht. Tage später ruft er Ya Nan an und fragt sie, ob er ihr Fotos geben dürfe, die er heimlich von ihr aufgenommen hat. Sie treffen sich und Ya Nan fragt ihn nach dem Mädchen, das ihr angeblich so ähnlich ist. Xiaobin beginnt, ihr von einer vielversprechenden Schauspielerin zu erzählen, die seelisch erkrankt gewesen sei und die er rettete… „Mit YUE SHI ist Regisseur Wang Quan‘an eine geheimnisvolle, sehr modern erzählte Dreiecksgeschichte gelungen.“ (die tageszeitung)

Beijing Bicycle

VR China

2001

Wang Xiaoshuai

Cui Lin, Li Bin

„Das Fahrrad war immer schon eines der Wahrzeichen Beijings, wenn nicht ganz Chinas. Über Jahre hinweg war es das einzige Fortbewegungsmittel der ganzen Familie.“ (Wang Xiaoshuai) Guei, ein 16jähriger Junge vom Land, kommt mit großen Erwartungen nach Peking. Er findet Arbeit als Fahrradkurier. Sobald er 600 Yuan verdient hat, soll das Mountainbike, das er benutzen darf, ihm gehören. Doch kurz bevor Guei das Geld zusammen hat, wird ihm das Rad geklaut. Verzweifelt läuft er durch ganz Beijing, um es zu suchen. Als Guei sein Rad wiederentdeckt, entspinnt sich ein harter Kampf, denn auch für Jian, der das Gefährt auf einem Flohmarkt gekauft hat und sich als sein rechtmäßiger Besitzer sieht, bedeutet das Fahrrad ganz Peking. Der Regisseur erzählt die Geschichte in einer ausgeklügelten Bildsprache, die eigentümlich zwischen Nähe und Distanz, melodramatischer Attacke aufs Gemüt und unvermitteltem Rückzug auf den Standpunkt des neutralen Beobachters schwankt. Sie veredelt den Film zu einem Meisterwerk, das sich vor seinem Vorbild, dem neorealistischen Klassiker FAHRRADDIEBE von Vittorio de Sica, nicht zu verstecken braucht. Mit BEIJING BICYCLE eroberte Wang Xiaoshuai auf der Berlinale 2001 gleich zwei Preise: den Silbernen Bären und den Preis für die besten jungen Schauspieler. „Eine schillernde Gratwanderung über die Bruchlinien des heutigen China“ (DIE ZEIT)

Rafiki

KEN/ZAF/DEU

2018

Wanuri Kahiu

Samantha Mugatsia, Sheila Muyiva, Jimmi Gathu, Nini Wacera

„Gute kenianische Mädchen werden gute kenianische Ehefrauen“ – Kena lernt schon früh, was von Mädchen und Frauen in ihrem Heimatland erwartet wird: artig sein und sich dem Willen der Männer fügen. Doch die selbstbewusste Kena lässt sich ihr Leben nicht vorschreiben. Sie freundet sich mit der hübschen Ziki an, obwohl ihre Väter politische Konkurrenten sind. Das Gerede im Viertel ist den Mädchen zunächst ziemlich egal. Bis sich Kena und Ziki ineinander verlieben.
RAFIKI – der Titel bedeutet auf Suaheli „Freund(in)“ – ist der erste kenianischer Film, der in Cannes lief – und wurde in Kenia selbst, wo Homosexualität unter Strafe steht, zunächst verboten. Das Verdikt gegen diesen strahlend bunten Film um Freiheitsliebe und Lebensfreude wurde erst nach einer Klage der Regisseurin gelockert.
Am 15. Juli Filmdiskussion im Rahmen der Afrika-Filmtage mit Nicole Amoussou, Meine Welt e.V.., und Merceline Hettinger, Visionary Women Association e.V.

Samson & Delilah

AUS

2009

Warwick Thornton

Rowan McNamara, Marissa Gibson

Samson und Delilahs Welt ist klein – die beiden Teenager leben in einer abgeschiedenen Aborigine-Gemeinschaft inmitten der Wüste Zentral- Australiens. Die Kommunikation zwischen dem schweigsamen Benzin-Schnüffler und der fürsorglichen Delilah ist so karg und trocken wie die Landschaft. Eines Nachts kehren sie ihrem tristen Leben den Rücken und suchen Zuflucht in einer Großstadt. Dort scheinen sie sich im gnadenlosen Tempo einer fremden Welt zu verirren. Doch eines bleibt Ihnen: Die Liebe…

Sweet Country

AUS

2017

Warwick Thornton.

Hamilton Morris, Sam Neill, Ewen Leslie, Bryan Brown

1929, im Outback des Northern Territory in Australien: Ein paar kleine Farmen liegen verstreut in der Landschaft. Eine davon bewohnt ein traumatisierter Weltkriegsveteran, der sich wüst und verbittert mit dem Aborigine Sam anlegt. Sam erschießt den Weißen; in Notwehr zwar, doch es ist klar, dass er damit geliefert ist. Er flieht mit seiner schwangeren Frau in die Wüste. Dort kennt er sich aus – im Gegensatz zu seinen Verfolgern… Warwick Thornton erzählt im klassischen Gewand eines Westerns vom harten Leben an der Frontier – und von den bösen Verhältnissen zwischen Aborigines und „Herrenmenschen“, von systemischer Gewalt und Rassismus. Ein harter, spannender, wendungsreicher Film vor spektakulärer Kulisse, der das Verdrängte Australiens ans Licht holt. In Venedig mit dem Großen Preis der Jury, in Toronto mit dem Platform Prize ausgezeichnet.

Was wir gemeinsam schufen

ARG

2024

Nicolás Teté

Ezequiel Martinez, Santiago Magariños, Nazarena Rozas

Was bedeutet Liebe? Was bedeutet Zusammensein? Was verspricht man sich?

Mariano wollte schon immer auf dem Land leben, und jetzt, da sein Partner Juan als Schriftsteller Erfolg hat, beschließen sie, den Neubeginn zu wagen. In der argentinischen Pampa müssen sie nun ihren Alltag, ihre Routinen, ihre Liebe neu ausrichten. Insbesondere, als eine Freundin sie besucht, kommen gewichtige Fragen auf.

Dieses Beziehungsdrama um Alltag und Zusammengehörigkeit zeigt das Leben des Paares (und ihres Hundes) im Lauf einer Woche – „der junge Nicolas Teté stellt sich mit dieser intimen und hoffnungsvollen Geschichte an die Seite wichtiger Namen des neuen argentinischen Queer-Kinos.“ (Cinematografia Queer)

Kleine Vera

UdSSR

1988

Wassili Pitschul

Nataljy Negoda, Andrei Sokolow, Ljudmila Saizewa, Juri Nasarow

Der beste und erfolgreichste Film der Perestroika-Zeit (54 Mio. sowjetische Besucher*innen!) über die Sehnsucht einer jungen Frau nach Freiheit und Liebe ist kein russischer, sondern ein ukrainischer Film: Gedreht in Mariupol (damals Schdanov), der Heimatstadt des Regisseurs, strotzt KLEINE VERA – jenseits aller Schwermut und obwohl er die Trostlosigkeit der spätsowjetischen Realität so offen zeigt wie kein Film vor ihm – vor Hoffnung und Leben und vermittelt die Energie, die damals in der Luft lag: Vera, 17 Jahre, lernt den Studenten Sergej kennen – doch mit dieser ersten Liebe verschärfen sich ihre Konflikte mit den Eltern. Ein „eindrucksvoller, ungemein dicht inszenierter Erstlingsspielfilm“ (Filmdienst), der unverschämt unverkrampft das Leben in den letzten Jahren der Sowjetunion zeigt. Und im Mittelpunkt Vera, lebendig, unangepasst und einfach nicht zu disziplinieren.
Eintritt frei bei Vorlage eines ukrainischen Passes
Di. 21. Juni: Kurze Einführung auf Englisch: Jost Henze

Keep On Burning: The Story of Northern Soul

GBR

2012

Wayne Allen, Allen Byron

Dokumentarfilm

In den späten 1960er und frühen 1970er Jahren entstand in den Industriestädten Nordenglands eine Bewegung von unten, die das (sub)kulturelle Leben prägen und ein wichtiger Impulsgeber für die Popmusik und Clubkultur werden sollte: Es war die Geburtstunde des Northern Soul, der gerade wieder einmal (nicht nur auf der Insel) ein Revival erlebt und wieder eine nachfolgende Generation zum Tanzen bringt. Der Film von Wayne Allen und Allen Byron versammelt prägende DJs jener Zeit, Journalisten und Promoter sowie den Soul Radio Pionier Tony Blackburn und Mac Almond, dessen Megahit „Tainted Love“ eine Coverversion eines Klassikers des Northern Soul ist.

DEU

1925

Wilhelm Prager, Nicholas Kaufmann

Dokumentarfilm

Gesunder Körper in gesundem Geist: Ausgehend von der Massensport- und Naturalismus-Bewegung der 1920er Jahre propagiert WEGE ZU KRAFT UND SCHÖNHEIT die Wiederaneignung eines Körperideals nach dem Vorbild der Antike. Pflege, Gymnastik, Sport, Tanz werden filmisch gefeiert, wenn der nackte oder wenig bekleidete menschliche Körper in stilisierten Dokumentarszenen gezeigt wird. Dieser gesellschafts- wie filmhistorisch bedeutende Klassiker des Ufa-Kulturfilmes weist zugleich voraus auf den nationalsozialistischen Körperkult – als Statistin tritt Leni Riefenstahl in einer Tanzgruppe auf.

Jahrelang war der Film nur zensiert verfügbar; wir zeigen die wissenschaftlich rekonstruierte, digital restaurierte Fassung.

Ein Film aus dem Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung (www.murnau-stiftung.de) in Wiesbaden.

Only the River Flows

CHN

2023

Wei Shuju

Zhu Yilong, Chloe Maayan, Hou Tianlai, Kai Tong Lin

Eine chinesische Kleinstadt in den 1990ern: Im Fluss wird die Leiche einer älteren Frau gefunden. Ma The, Chef der Kriminalpolizei, verhaftet bald einen offensichtlich Tatverdächtigen. Doch er bemerkt, dass seine Vorgesetzten diesen Fahndungserfolg aufdringlich allen mitteilen wollen. Er beginnt, sich tiefer mit dem Fall zu beschäftigen…
Der visuell packende, hochatmosphärische Thriller um einen Serienmörder in der chinesischen Provinz ist laut Hollywood Reporter „eine puzzleartige Hommage an das Noir-Genre, mit Anklängen an Jean-Pierre Melville, CHINATOWN und MEMORIES OF MURDER.“
Der Film, der auch sozialen Druck und soziale Abgründe in der post-maoistischen Volksrepublik thematisiert, wurde in China zum Spitzenreiter der Kino-Besuchercharts.

Teil 1: „Kollaborationen: Frauen und der absolute Film“

Kurzfilmprogramm, ca. 33 Min.

Teil 2: „Bauhäuslerinnen und Celluloid“

Kurzfilmprogramm, ca. 15 Min.

Teil 3: Die experimentelle Dokumentarfilmerin Ella Bergmann-Michel

Kurzfilmprogramm, ca. 46 Min.

Referentin: Kristina Jaspers, Kuratorin der Deutschen Kinemathek Berlin

Die Filmavantgarde der 1920er-Jahre verstand sich als eine Art Experimentierlabor des Neues Sehens. Insbesondere der „absolute“, abstrakte Film stellte mit seiner Verbindung aus Malerei und Montage die Wahrnehmung in den Vordergrund. Während in der Weberei des Bauhauses Bilder und Teppiche aus Celluloid entstanden, arbeiteten Bauhäuslerinnen wie Lore Leudesdorff und Ré Soupault an wegweisenden Filmen wie Viking Eggelings SYMPHONIE DIAGONALE von 1924 oder Walter Ruttmanns OPUS IV von 1925 mit, ohne dass ihre Namen in den Credits erschienen. Die Künstlerin Ella Bergmann-Michel trennte sich vom Bauhaus und schuf in der Nähe von Frankfurt nicht nur originelle Collagen, Grafiken und Fotografien, sondern drehte auch eine Reihe experimenteller Dokumentarfilme mit sozialkritischem Anspruch und engagiert sich für den unabhängigen internationalen Avantgardefilm. Das Werk all dieser Filmemacherinnen gilt es neu zu entdecken. Kristina Jaspers präsentiert drei Kurzfilmprogramme mit begleitenden Vorträgen.

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