Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Der Untertan

DDR

1951

Wolfgang Staudte

Werner Peters, Paul Esser

Diederich Heßling wird als Fabrikanten- und Offizierssohn in die Ära des wilhelminisch-deutschen Kaiserreichs hineingeboren und wächst in einer preußischen Provinzstadt – der Inkarnation obrigkeitsergebenen Spießbürgertums – auf. Nach dieser Maxime richtet der Kaiserverehrer sein Leben, das unaufhaltsam auf der Karriereleiter nach oben führt, während sich in Deutschland mehr und mehr ein Abgrund auftut.
Staudte gelang mit der Verfilmung von Heinrich Manns Roman, der einen Monat vor Kriegsbeginn 1914 fertig gestellt wurde, ein cineastisches Meisterwerk, mit dem er das Denken der herrschenden Schicht des Deutschen Reichs sarkastisch auf den Punkt brachte.

Die Mörder sind unter uns

DEU

1946

Wolfgang Staudte

Hildegard Knef, Ernst Wilhelm Borchert, Erna Sellmer, Arno Paulsen

Berlin 1945. Susanne Wallner, eine junge Fotografin, kehrt aus dem Konzentrationslager zurück, doch ihre Wohnung ist besetzt. Hier lebt seit kurzem der aus dem Krieg heimgekommene Chirurg Mertens, der seine furchtbaren Erinnerungen mit übermäßigem Alkoholgenuss zu verdrängen sucht. Die beiden arrangieren sich, und mit Susannes Hilfe findet Mertens langsam wieder zu sich. Da begegnet ihm sein ehemaliger Hauptmann Brückner, nun ein aalglatter Geschäftsmann mit gewinnbringender Geschäftsidee: Er fertigt aus alten Stahlhelmen neue Kochtöpfe. Mertens Gewissen rebelliert, und am Weihnachtsabend 1945 will er Sühne für ein von Brückner drei Jahre zuvor befohlenes Massaker an Frauen, Kindern und Männern…

Der Film wurde ab März 1946 in ausdruckstarken Bildern in den Trümmern von Berlin gedreht und beschäftigt sich direkt mit dem Lebensalltag und den Fragen, die die Menschen umtrieben: nach Schuld und Moral, nach den Verbrechen des Krieges und der Verantwortung danach. Es ist – lizensiert von den sowjetischen Befreiern Berlins – der erste deutsche Nachkriegsfilm, und die erste Produktion der Defa, die zwei Monate nach Kriegsbeginn gegründet wurde.

Kirmes

BRD

1960

Wolfgang Staudte

Götz George, Juliette Mayniel, Hans Mahnke, Wolfgang Reichmann

1959 findet wie jedes Jahr im kleinen Eifeldorf die Kirmes statt. Als das Karussell im Boden verankert werden soll, entdeckt der Schausteller ein Skelett, daneben Stahlhelm und Maschinengewehr. Damit kommt die verdrängte Geschichte von Robert Mertens ans Tageslicht, der 1944 desertiert und in den Heimatort geflohen war. Weder Freunde noch Pfarrer noch Eltern aber wollten den Fahnenflüchtigen verstecken, Selbstmord war sein einziger Ausweg. Inzwischen freilich ist der damalige NS-Ortsgruppenleiter zum Bürgermeister mutiert, und das Vergangene soll auf alle Fälle begraben bleiben…
Wolfgang Staudte, von dem einige der besten filmischen Auseinandersetzungen mit der NS-Zeit stammen, untersucht mit klarem Blick und bitterem Resümee die Kontinuität von Feigheit und Duckmäusertum. Einführung: Robert Hörr, anschließend Diskussion

Rosen für den Staatsanwal

BRD

1959

Wolfgang Staudte

Martin Held, Walter Giller, Ingrid van Bergen, Camilla Spira, Werner Peters.

In den letzten Kriegstagen: Todesurteil wegen zwei Dosen Fliegerschokolade vom Schwarzmarkt. Durch einen Fliegerangriff aber kann der Delinquent Rudi Kleinschmidt im letzten Moment entkommen. Einige Jahre später kehrt Kleinschmidt in seine Heimatstadt zurück – und trifft seinen einstigen NS-Richter Schramm wieder, der inzwischen entnazifiziert Karriere als Oberstaatsanwalt gemacht hat; noch immer treudeutsch in der Gesinnung und stets bereit, alten Kameraden juristisch zu helfen. Doch der traumatisierte Kleinschmidt hat im Affekt ein Schaufenster eingeschlagen, zwei Dosen Schokolade gestohlen – und steht wieder vor Gericht, bei dem Schramm die Anklage führt.
Staudtes bitterböse Satire auf die ideologischen Zustände in Justiz und Gesellschaft der Nachkriegszeit erhielt 1960 den Bundesfilmpreis – doch Bundesinnenminister Gerhard Schröder blieb der Verleihung demonstrativ fern, da Staudte ihn zuvor – ungerechtfertigterweise – als „ehemaligen SA-Mann“ bezeichnet hatte. Einführung: Joachim Kurz, anschließend Diskussion

Love Alien

DEU

2012

Wolfram Huke

Sie werden Dauersingles, absolute Beginner oder Menschen ohne Beziehungserfahrung genannt. Sie haben nie Händchen gehalten oder im Kino geknutscht. Wissen nicht, wie man einen Partner findet, "wie man das macht" mit der Liebe. Haben sich verliebt, sind aber nie zurück geliebt worden. Dabei ist ihnen ihr Defizit äußerlich nicht unbedingt anzusehen. Ungeliebt leiden sie still für sich und richten sich notgedrungen allein im Leben ein – ohne die Hoffnung ganz aufzugeben. Wolfram ist einer von ihnen. Er nimmt uns mit, zeigt uns die Innenansicht eines beziehungslosen Lebens in einer Welt, wo der Liebe kaum zu entkommen ist. Ein Jahr lang, vom 29. bis zum 30. Geburtstag, trägt er eine Kamera bei sich, wechselt mehrfach seine Strategie, nutzt Online-Partnerbörsen und Ratschläge von Beziehungsberaterinnen und Styling-Experten.
Ein sehr offener, ehrlicher und schonungsloser Film.

Chungking Express

HKG

1993

Wong Kar-Wai

Brigitte Lin, Tony Leung, Faye Wong, Takeshi Kaneshiro

Der Polizist mit Dienstnummer 223 verliebt sich in eine verführerische Frau mit blonder Perücke, obwohl sie mit Drogen handelt. Währenddessen versucht die Kellnerin eines Nacht-Schnellimbisses den Polizisten mit Dienstnummer 663 zu erobern; da er ihre Avancen nicht bemerkt, lebt sie ihre Liebe aus, indem sie seine Wohnung verschönert. Ein Film in zwei Teilen, verbunden durch einen Schnellimbiss: Wong Kar-Wai erzählt eine aufregende, poetische und zärtliche Großstadtballade vom Verlieren und Suchen der Liebe und erzeugt mit seinen Bildstilisierungen einen visuellen und emotionalen Sog – einer der schönsten Filme der 90er.
Einführung: René Wörns
Einlass ab 20:30 Uhr – Eintritt: 10 € / erm. 7 € / Mitglieder 6 €
Von Anfang Juni bis Mitte August gibt es wieder Open Air-Kino in unserem Innenhof im dritten Stock des K1-Gebäudes! Immer samstags können Sie herrliche Sommerabende mit tollen Filmen unter freiem Himmel verbringen.
Das Sommerkino Open Air ist bestuhlt. Es gilt freie Platzwahl.
Es gibt Brezeln und Sommerdrinks – auch alkoholfrei.
Bei schlechtem Wetter laufen die Filme in unserem Kinosa

In the Mood For Love

HKG/FRA/THA

2000

Wong Kar-Wai

Maggie Cheung, Tony Leung, Ping Lam Siu, Rebecca Pan

Einer der größten Liebesfilme der Filmgeschichte kommt in hochauflösender 4K-restaurierter Fassung erneut ins Kino: Selten wurde die Melancholie einer unmöglichen Liebe in schöneren Bildern, in berührenderer Musik und in bewegenderer Poesie eingefangen. Im Hongkong der 1960er Jahre begegnen sich der junge Zeitungsjournalist und eine schöne Sekretärin erstmals auf der Suche nach einer Wohnung – sie werden Nachbarn, und bald bemerken sie: Ihre jeweiligen Ehepartner haben eine Affäre miteinander. Ihre auf die Entdeckung folgenden Treffen sind zaghafte Versuche, den Verrat zu begreifen – und aus dem Begreifen wird Gefühl…
IN THE MOOD FOR LOVE wurde im Jahr 2000 mit der Goldenen Palme ausgezeichnet und 2016 bei einer BBC-Umfrage auf Platz zwei der bedeutendsten Filme des 21. Jahrhunderts gewählt.

Die letzte Nacht des Boris Gruschenko

USA

1975

Woody Allen

Woody Allen, Diane Keaton

Boris Gruschenko, aufgewachsen im dörflichen Russland Ende des 18. Jahrhunderts, ist der schmächtigste in seiner Familie. Dafür philosophiert er gerne mit seiner schönen Cousine Sonja. Als Napoleon Europa überrennt, muss Boris in den Krieg ziehen. Versehentlich wird er zum Kriegsheld; ebenso versehentlich muss Sonja ihn heiraten. Die Ehe ist eher durchwachsen – bis sich für Boris die Gelegenheit ergibt, sich als Mann zu erweisen: durch ein Attentat auf Napoleon… Woody Allen parodiert in diesem letzten Film seines Frühwerkes alles, was ihm unter die Nase kommt, von der Historie über die Literatur bis zur Philosophie. Die Gags purzeln nur so übereinander – doch dahinter steckt die wahre Tragödie des kleinen Mannes, der es mit seinen sorglich gepflegten Neurosen niemandem recht machen kann.
In Kooperation mit der Fachschaft Geschichte der Uni Mannheim
Einführung durch Prof. Dr. Erich Pelzer und Prof. Dr. Hiram Kümper

Magic in the Moonlight

UsA

2014

Woody Allen

Colin Firth, Emma Stone, Simon McBurney, Hamish Linklater, Chatherine McCormack

In MAGIC IN THE MOONLIGHT wandelt Woody Allen, so die Süddeutsche Zeitung, in einem seiner „neurotischen Paralleluniversen, in denen er der Idee der romantischen Liebe hinterherrennt und doch gleichzeitig an ihrer Nichtexistenz verzweifelt“: Im pittoresken Südfrankreich der 1920er Jahre versucht Zauberkünstler Stanley, die junge Amerikanerin Sophie als Scharlatan zu entlarven. Die betätigt sich auf dem Landsitz einer befreundeten Familie mit spiritistischen Sitzungen – will sich aber vielleicht auch nur als Schwiegertochter einschleichen. Stanley, der mürrische Zyniker, ist sich seiner Sache sicher – bis er Sophie näherkommt. Und feststellen muss, dass er nicht alle Geheimnisse entzaubern kann, speziell nicht die der Liebe. Woody Allen behandelt in dieser wunderbaren Komödie mit großartigen Darstellern unter dem strahlenden Himmel der Côte d’Azur wieder einmal seine ewigen Zweifel am Leben, an Gott und am Universum; und die Frage, ob die Flucht in die Illusion vielleicht die größere Wahrheit ist.
Referentin: Monica Fritzsche

Manhattan

USA

1979

Woody Allen

Woody Allen, Diane Keaton, Michael Murphy

Der 42-jährige Isaac Davis hat einen Job, den er hasst, eine viel zu junge Freundin und eine lesbische Ex-Frau namens Jill, die gerade ein Enthüllungsbuch über ihre Ehe schreibt. Dann aber verliebt er sich Hals über Kopf in Mary, die attraktive, intellektuelle neue Flamme seines besten Freundes. Isaac verlässt die blutjunge Tracy, wirbt um Mary, wirft seinen Job hin und beginnt seine Suche nach Romantik und Erfüllung in einer Stadt, in der Sex so intim wie ein Handschlag – und der Weg zur wahren Liebe durch eine Drehtür führt. Vorgestellt von Alexandre Métraux und Gerhard Schneider.

Midnight in Paris

USA/ESP/FRA

2011

Woody Allen

Owen Wilson, Rachel McAdams, Marion Cotillard, Michael Sheen, Tom Hiddleston, Kathy Bates, Adrien Brody

Gil, Hollywood-Drehbuchautor mit literarisch-künstlerischen Ambitionen, macht mit seiner Verlobten Inez Urlaub in Paris. Während Inez an den eloquenten Lippen des gemeinsamen Freundes Paul hängt, einem rechthaberischen Pseudointellektuellen, sehnt sich Gil nach vergangenen Zeiten, nach Paris in seiner Hochzeit als kulturelle Metropole. Inez verspottet ihn als Träumer. Doch um Mitternacht, leicht angetrunken, steigt Gil in ein Taxi – und fährt hinein in die Goldene Zeit der 1920er, zu Hemingway und Picasso, Josephine Baker und Gertrude Stein, Dalí und Buñuel, Scott und Zelda Fitzgerald…

Für seine spielerische Fantasykomödie um Künstlercharaktere und Nostalgie erhielt Woody Allen unter anderem den Oscar für das beste Originaldrehbuch.

Radio Days

USA

1987

Woody Allen

Danny Aiello, Jeff Daniels, Mia Farrow, Seth Green

Joe Needleman wächst im New Yorker Stadtteil Queens in den frühen 1940er Jahren auf, in ärmlichem Milieu, inmitten weitschweifiger Verwandtschaft. Rundfunksendungen verbinden die Menschen: Klatsch über Prominente, Sport, Gameshows, schnulzige Musik; dazu Orson Welles‘ „Krieg der Welten“-Hörspiel, Pearl Harbour, Zweiter Weltkrieg. Und sie bilden den Hintergrund für ein episodisches Geschichtengeflecht etwa um einen aufstrebenden Radiostar, um eine Tante, die erfolglos die Liebe sucht, um Einbrecher, die am Tatort an einem Gewinnspiel teilnehmen… Eine wunderschön gefilmte Reise zurück in die Zeit, in der das Radio das Leitmedium für Information, Unterhaltung und Realitätsflucht war.
In Kooperation mit Technoseum
Einführung: Dr. Anke Keller, Technoseum, Kuratorin der aktuellen Ausstellung „Auf Empfang! Die Geschichte von Radio und Fernsehen“
Einlass ab 20:30 Uhr – Eintritt: 10 € / erm. 7 € / Mitglieder 6 €
Von Anfang Juni bis Mitte August gibt es wieder Open Air-Kino in unserem Innenhof im dritten Stock des K1-Gebäudes! Immer samstags können Sie herrliche Sommerabende mit tollen Filmen unter freiem Himmel verbringen.
Das Sommerkino Open Air ist bestuhlt. Es gilt freie Platzwahl.
Es gibt Brezeln und Sommerdrinks – auch alkoholfrei.
Bei schlechtem Wetter laufen die Filme in unserem Kinosa

The Purple Rose of Cairo

USA

1985

Woody Allen

Mia Farrow, Jeff Daniels

In diesem Klassiker von 1985, der auf den ersten Blick wie – wenn auch eine der schönsten, so doch eine recht einfache Liebesgeschichte anmutet, illustrieren wundersame Szenen komplexe Wechsel von Fiktion und Realität. Allens kluge Refl exion über Schein und Sein zieht den Zuschauer unbemerkt in eine Traumwelt hinein und aus dem eigenen Alltag heraus, um auf einer Wolke der Kinowelt davonzuschweben! Genauso nämlich ergeht es der Protagonistin Cecilia: Es ist die Zeit der wirtschaftlichen Depression, sie ist ein niedliches graues Mäuschen und hat nichts zu lachen als Frau eines wahren Motzkoffers von Mann. So fl üchtet sie vor der tristen Wirklichkeit immer wieder ins Kino. Eines Tages geschieht ein Wunder: Filmheld Tom Baxter steigt, von Liebe ergriffen, plötzlich von der Leinwand zu seiner Bewunderin herab und brennt mit ihr durch. Die Begegnung mit der Realität ist für ihn ebenso aufregend wie für Cecilia die Affäre mit dem Idol aus der Traumfabrik. Bald jedoch kollidieren die Welten von Illusion und Wahrheit …

Überall gibt es ein Hausen

DEU

2024

wtp-Kollektiv

Antje Nikola Mönning, Amelie Köder, Helena Sattler, Lenka Arnold, Ute Meisenheimer, Agnes Thi Mai, Mira Gittner

Sturmfrei in Hausen: Sieben Frauen sieben Tage lang auf einem Seminar in einem Bauernhaus, die Frauen wollen sich selbst entdecken und einander. Eine Frauengemeinschaft, die zusammen herausfinden will, was Freiheit von den Zwängen, Freiheit für sich selbst sein soll. Inszeniert wurde dieser Film von einem Kollektiv, die Darstellerinnen konzipierten den Film selbst, von der Rollencharakterisierung über Kostüm und Maske bis zur Dramaturgie, und das funktioniert: Denn das Ergebnis ist nicht ein freundliches Selbstfindungs-Wohlfühlfilmchen, sondern ein Film, der die Reibereien, die Egoismen, die verschiedenen Weltanschauungen gegeneinanderstellt. Die Argumentationen der Gespräche über Pflichten und Zwänge, Beziehung und Familie, das Selbst und die Anderen stehen gleichberechtigt legitim nebeneinander – und in Traumsequenzen und Musikszenen ergeben sich wunderbare Kinomomente. „Ein Trip voller wilder Wendungen: das wtp-Kollektiv – viele Köchinnen verderben hier nicht den Brei!“ (kinokino)

O Beautiful Night

DEU

2019

Xaver Böhm

Noah Saavedra, Marko Mandic, Vanessa Loibl

Hypochondrie, Panikattacken, Todesangst! Und dann begegnet Juri tatsächlich einem sinistren Burschen: dem leibhaftigen Tod.Gemeinsam radeln sie durch die neonblinkende Berliner Nacht auf der Suche nach dem Rausch, der dem Leben Sinn verleihen könnte. Von einer schummrigen koreanischen Bar mit hexenhaften Kräutern über eine Cartbahn inklusive Russisch Roulette führt der Weg in eine Peepshow, wo sich Juri in Nina verliebt, die sich den beiden anschließt – weil sich das Leben doch lohnen könnte, auch wenn der Tod nahe ist.
Xaver Böhm, der sich als Bildender Künstler und Animationsfilmer einen Namen gemacht hat, schuf in seinem Debütfilm einen faszinierenden, bizarr-faustischen Trip durch die Nacht, surreal, düster-romantisch und wunderschön.

Otto – Der Film

DEu

1985

Xaver Schwarzenberger, Otto Waalkes

Otto Waalkes, Elisabeth Wiedemann, Sky du Mont, Jessika Cardinahl, Peter Kuiper, Gottfried John, Karl Lieffen, Karl Schönböck, Johannes Heesters, Günther Kaufmann

Otto hat drei Probleme: kein Geld, kein Job, keine Ahnung, wie es weitergeht.

Er schuldet dem Kredithai Shark 9876,50 Mark. Er ist verliebt in Silvia, Tochter der schwerreichen Konsulin von Kohlen und Reibach, die mit dem Jetset-Dandy Ernesto verheiratet werden soll. Er erhält eine Flasche Wein, rettet einen Hasen bei der Treibjagd, gerät in einen Banküberfall – das nützt ihm alles nichts bei dem Problem, dass er kein Geld hat. Und keinen Job. Und keine Ahnung, wie’s weitergehen soll.

Mit seinem ersten Spielfilm landete Otto Waalkes den Über-Hit: 14 Millionen Zuschauer in West- und Ostdeutschland machen ihn zur bis heute erfolgreichsten deutschen Produktion. Ein Film voll Quatsch – und zugleich ein Film, der hinter dem Nonsens Gesellschaftsdünkel und NS-Vergangenheit anprangert: Dafür sorgen die Drehbuchautoren der Neuen Frankfurter Schule Bernd Eilert, Robert Gernhardt und Peter Knorr.

Einfach das Ende der Welt

CAN/FRA

2016

Xavier Dolan

Gaspard Ulliel, Nathalie Baye, Vincent Cassel, Marion Cotillard, Léa Seydoux

Louis kehrt nach zwölf Jahren nach Hause zurück. Die Familie freut sich über die Heimkehr des verlorenen Sohnes – doch bald schlägt die Stimmung um, wenn Vorwürfe und Streitereien ausbrechen und alle in die alten Muster schmerzhaft scheiternder Kommunikation verfallen. Ein leidenschaftlicher Filmemacher zerlegt die Leidenschaften einer Familie in ihre Einzelteile: Mit den Stars des französischen Kinos inszeniert Xavier Dolan eine brillante Familientragödie des emotionalen Aufruhrs, in der das Ungesagte und Unbekannte mit dem Vergangenen und dem Bevorstehenden kollidiert. Ein energiegeladenes Kammerspiel nach einem Theaterstück von Jean-Luc Lagarce, „ein zerbrechlicher, kleiner, unvollkommener, beschränkter und gerade deshalb großartiger Film“ (critic.de).
Dolan erhielt in Cannes den Großen Preis der Jury.

Herzensbrecher

CAN

2010

Xavier Dolan

Niels Schneider, Monia Cokri, Xavier Dolan, Anne Dorval

Marie und Francis, beide Anfang 20, sind beste Freunde: das klassische Duo aus hübscher Frau und schwulem Freund. Sie lernen den jungen schönen Nicholas kennen, der so sicher, souverän und stets extravagant durchs Leben zu schreiten scheint. Sie sind hingerissen von ihm. Jeder der beiden versucht, seine Faszination vor dem anderen zu verstecken und gleichzeitig Nicholas‘ Gunst zu erringen. Nicholas wiederum nähert sich mal Marie, mal Francis an, deren Verliebtheit zu ständigen Streitereien untereinander führt. Die Freundschaft leidet, die Coolness-Fassade auch, und Nicholas, das narzisstische Objekt der Begierden, steht über allem…
Eine raffinierte Dreiecksgeschichte, die „mit pointierten Dialogen, visuellen Capriccios und einer Wahrhaftigkeit mitten ins Herz enttäuschter Liebe zielt.“ (Süddeutsche Zeitung). Xavier Dolan wurde mit seinem zweiten Spielfilm wieder direkt nach Cannes eingeladen, wo er den Nachwuchspreis erhielt.

I Killed My Mother

CAN

2009

Xavier Dolan

Xavier Dolan, Anne Dorval, François Arnaud

Huberts Mutter Chantale, alleinerziehend, ist überfordert mit dem rebellischen 16-Jährigen. Hubert kann Chantale nicht mehr ertragen. Ihn nervt ihre Sprunghaftigkeit; sie ist enttäuscht, weil er sich in der Schule als Waise ausgibt und ihr seine Homosexualität verheimlicht hat. Die Konflikte steigern sich, Hubert wird ins Internat verwiesen… Dolan verarbeitet halbbiographisch eine konfliktreiche Jugend, ein „feuriges Leinwandduell zwischen Dolan in Gestalt der genialen, aber verzogenen Bestie und Dorval in der Rolle der sympathischen, aber verständnislosen Kleinbürgerin" (Spiegel). Intensiv und unverblümt, voll Hass und voll Liebe beschreibt I KILLED MY MOTHER die Leiden des Erwachsenwerdens.
Ein beeindruckender Coming of Age-Film, den Dolan, geboren 1989, mit 17 Jahren geschrieben und ohne Regie-Vorkenntnisse inszeniert hat: Die Geburtsstunde eines filmischen Wunderkindes.

Matthias & Maxime

CAN

2019

Xavier Dolan

Gabriel D'Almeida Freitas, Xavier Dolan, Pier-Luc Funk, Samuel Gauthier

Matthias und Maxime sind schon seit ihrer Kindheit beste Freunde. Doch das Erwachsenwerden bedeutet Veränderung, und so zieht es Maxime für längere Zeit nach Australien. Vor der Abreise spielen beide beim studentischen Kurzfilm einer Freundin mit – und müssen sich vor der Kamera küssen. Maxime will seine Gefühle nicht länger zurückhalten – doch Matthias begegnet nach dem Filmkuss seinem Freund zunehmend aggressiv…
Xavier Dolan, der auch die Rolle des Maxime spielt, legt mit 30 Jahren seinen bereits achten Film vor und überzeugt mit dieser zärtlichen Geschichte von Freundschaft, Verlangen und Aufbruch. Auf seine typische Art, voller ungestümer Energie und mit viel Romantik, erzählt er vom Erwachsenwerden der Mitt-Zwanziger: „Mit Abstand sein bisher sexiester Film. Und auch einer seiner stärksten.“ (thatshelf.com)
Xavier Dolans MOMMY läuft bei uns am 26.11.2020.

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