Ein psychisch auffälliger Sohn, eine überforderte Mutter, eine traumatisierte Nachbarin: Steve, 15 Jahre alt, leidet an ADHS, ist mitunter gewalttätig; er hängt sehr an seiner verwitweten Mutter Diane, arbeitet sich aber auch an pubertärer Provokation ab. Diane ist mit den Nerven am Ende, das Leben mit ihrem Sohn ist eine einzige Zerfleischungsorgie, und sie holt Nachbarin Kyla mit ins Spiel. Die soll Steve Nachhilfe geben, und es entwickelt sich eine dynamisch-nervenaufreibende Utopie des Miteinanders…
Dolan verarbeitet in diesem radikalen Drama seine eigene schwierige Mutterbeziehung – hart und zart geht es zur Sache, bis selbst das ungewöhnlich quadratische Bildformat gesprengt wird. Ein so wuchtiger wie bezaubernder Film – Dolan erhielt den Preis der Jury in Cannes.
Einführung: Dr. Caroline Mary, Romanisches Seminar der Universität Mannheim