Staatsanwalt, Filmkritiker, Schauspieler – Kultfigur. Dietrich Kuhlbrodt, geboren 1932, verfolgte als Oberstaatsanwalt in Hamburg und Ludwigsburg Verbrecher der Nazi-Zeit; schreibt Theater- und Filmkritiken. Und wurde in Filmen von Christoph Schlingensief zu einem der schrägsten Filmdarsteller, ließ beispielsweise als Goebbels die Sau raus oder verarbeitete Ossis zu Wurst. Er ist hellwach, streitbar, manchmal versonnen, immer unangepasst, durchweg witzig; und er führt uns auf eine aberwitzige, atemberaubende Zeitreise in die deutsche Nachkriegsgeschichte, in all den Mief und Muff, in Kleinkariertheit und Gehässigkeit – all das, wogegen er sich zeitlebens wehrt. Arne Körner porträtiert Kuhlbrodts paradoxes, schillerndes Leben – eine riesige Wundertüte voll seltener Filmausschnitte, unterlegt mit dem jazzig-flockigen Soundtrack von Helge Schneider.