Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Wo ist Anne Frank

BEL/FRA/NLD/LUX/ISR

2021

Ari Folman

Anne Franks Tagebuch berührt noch heute – oder gerade heute – Millionen Menschen. Ari Folman (WALTZ WITH BASHIR, 2008) bringt in seinem Animationsfilm eine neue Perspektive auf die erschütternde Geschichte der Teenagerin, die 1944 von den Nazis aus ihrem Versteck im Amsterdamer Hinterhaus verschleppt wurde: Er lässt Kitty, Annes imaginäre Freundin, die sie in ihrem Tagebuch anspricht, lebendig werden. Kitty macht sich in der Jetztzeit auf die Suche nach ihrer Vertrauten Anne. Und wird nicht nur mit den Gräueln des Nationalsozialismus, sondern auch mit dem heutigen Umgang mit Migrant*innen konfrontiert. „Kittys animierter Tanz zwischen den Zeiten ist ein guter Trick, um die luftdichten Vitrinen zu sprengen und frischen Wind ins Museum zu pusten.“ (Süddeutsche Zeitung)
Den Film bieten wir in Kürze auch für vormittägliche Schulvorstellungen an.

B. Aires - Sólo Por Hoy

Argentinien

2001

Ariel Rotter

Ailí Chen, Sergio Boris, Damián Dreizik, Federico Esquerro, Mariano Martínez

Fünf Tage im Leben von fünf jungen Leuten in Buenos Aires: Toro reinigt Hotelzimmer und gibt sich als geborener Schauspieler. Equis schuftet als Koch, er träumt von der Liebe seines Lebens und Paris. Morón hat gerade die Filmhochschule absolviert und befragt mit seiner Kamera Menschen auf der Straße nach ihrer Vorstellung von dem Glück, das er selbst sucht. Fer ist Moróns Bruder und zu schwermütig, um ein Apartment zu streichen. Die Chinesin Ailí jobbt von früh bis spät als Motorradkurier, dabei steckt in ihr eine Künstlerin. Alle wohnen zusammen, lassen sich treiben und leiden an der Diskrepanz zwischen ihren Träumen und der tristen Wirklichkeit. B.AIRES ist als unabhängige Studentenproduktion entstanden. In seinem Debüt findet Rotter wunderbar authentische Bilder, fängt das Leben seiner Protagonisten wie mit einer Polaroid-Kamera ein. „Zärtlich, komisch, melancholisch…“ (Der Tagesspiegel)

Yanas Freunde

IL

1999

Arik Kaplun

Evelyn Kaplun, Nir Levi, Shmil Ben-Ari

Der Film erzählt von der Ankunft russischer Immigranten in der Zeit des Golfkriegs. Während irakische Scud-Raketen über ihren Köpfen fliegen und ein ganzes Land sich verbarrikadiert kämpfen die Einwanderer mit jenen Problemen, die sie überall auf der Welt haben: Sprache, Kultur, Geld, Arbeit, Liebe… Yana ist jung, hübsch und schwanger. Ihr Mann hat sie verlassen und ist nach Russland zurückgekehrt. Die Wohnung teilt sie mit Eli, der sein Geld mit Hochzeitsvideos verdient und anderer Leute Privatleben mit seiner Kamera ausspioniert. Heimlich macht er Yanas persönliches Drama zu seinem neuen Projekt. Arik Kaplun reflektiert sehr authentisch die gemeinsamen Probleme der mittlerweile ca. eine Million israelischen Neueinwanderer aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion.

Yuku und die Blume des Himalaya

BEL/FRA/CHE

2022

Arnaud Demuynck, Rémi Durin

Animationsfilm

Die „Blume des Himalaya” strahlt ewiges Licht aus. So erzählt es die Großmutter der kleinen Maus Yuku, die mit ihrer Familie im Keller eines Schlosses lebt. Zugleich eröffnet die bettlägerige Oma ihren Enkelkindern, dass sie bald „zum blinden Maulwurf in der Erde” zieht. Yuku nimmt das Märchen von der Blume wörtlich und bricht mit ihrer Ukulele im Gepäck auf die lange Reise zum Himalaya auf, um der Großmutter ein paar Samen davon für ihr künftiges Leben im dunklen Erdreich zu schenken. Unterwegs trifft die musikalische Maus Tiere wie eine Ratte, einen Hasen, einen Fuchs und einen Wolf, die der mutigen Maus wahlweise freundlich gesinnt sind oder sie bedrohen. Die Kraft der Musik wendet dabei jedes Unheil ab. Am Ende ist das Ziel der Reise die Reise selbst, in deren Verlauf Yuku ein Stück erwachsener wird.

White Angel - Das Ende von Marinka

DEU

2023

Arndt Ginzel

Früher war Vasyl Pipa Kriminalbeamter, jetzt ist er in seiner ostukrainischen Heimat auf Evakuierungsmission. „White Angel“ haben die Menschen den Rettungswagen getauft, mit dem er täglich versucht, Einwohner der Kleinstadt Marinka vor den russischen Bomben in Sicherheit zu bringen. Nicht immer kommt er rechtzeitig. Über Monate hinweg läuft dabei seine Helmkamera mit, die einen brutalen Angriffskrieg dokumentiert, dem vor allem die Zivilbevölkerung zum Opfer fällt.
In seinem erschütternden Dokumentarfilm offenbart der preisgekrönte Leipziger Journalist Arndt Ginzel das Leiden und Sterben in der Ukraine. Er lässt Retter und Überlebende zu Wort kommen, die vom Untergang ihrer Stadt erzählen. Marinka gibt es heute nicht mehr.

12 Tangos – Adios Buenos Aires

DEU

2005

Arne Birkenstock

Roberto Tonet, Marcela Maiola, Yoland Zubieta

„Im ‚Catedral‘, einem ehemaligen Kornspeicher der Hauptstadt, spielt ein Allstar-Orchester zwölf bekannte Tangos, die Gäste des allwöchentlichen Tangoballs tanzen dazu… Anhand der Geschichten von mehreren Tangueros schildert Arne Birkenstock das Lebensgefühl in der krisengeschüttelten Stadt Buenos Aires, liefert zugleich jede Menge mitreißender Musik- und Tanzszenen und vermeidet dabei gekonnt den bekannten Musikdokumentationsstil, in denen Songs nur kurz angespielt und dann mit Statement-Fragmenten verhackstückt werden.“ (taz)

Nonkonform

DEU

2024

Arne Körner

Dokumentarfilm

Staatsanwalt, Filmkritiker, Schauspieler – Kultfigur. Dietrich Kuhlbrodt, geboren 1932, verfolgte als Oberstaatsanwalt in Hamburg und Ludwigsburg Verbrecher der Nazi-Zeit; schreibt Theater- und Filmkritiken. Und wurde in Filmen von Christoph Schlingensief zu einem der schrägsten Filmdarsteller, ließ beispielsweise als Goebbels die Sau raus oder verarbeitete Ossis zu Wurst. Er ist hellwach, streitbar, manchmal versonnen, immer unangepasst, durchweg witzig; und er führt uns auf eine aberwitzige, atemberaubende Zeitreise in die deutsche Nachkriegsgeschichte, in all den Mief und Muff, in Kleinkariertheit und Gehässigkeit – all das, wogegen er sich zeitlebens wehrt. Arne Körner porträtiert Kuhlbrodts paradoxes, schillerndes Leben – eine riesige Wundertüte voll seltener Filmausschnitte, unterlegt mit dem jazzig-flockigen Soundtrack von Helge Schneider.

Die Wohnung

DEU/ISR

2011

Arnon Goldfinger

Im Alter von 98 Jahren stirbt Gerda Tuchler. Kurz darauf versammelt sich die Familie in ihrer Wohnung in Tel Aviv. 70 Jahre lang hat sie hier mit Ehemann Kurt gelebt. Inmitten unzähliger Briefe, Fotos und Dokumente entdeckt die Familie Spuren einer unbekannten Vergangenheit: Die jüdischen Großeltern waren eng befreundet mit der Familie des SSKommandanten Baron Leopold von Mildenstein. Filmemacher und Enkel Arnon Goldfinger nimmt zusammen mit seiner Mutter den Kampf auf: mit Wut und Mut gegen die Kisten, den Staub, die Antiquitätenhändler, die Familie, die Vergangenheit und die Gegenwart.

Die letzte Sau

DEU

2016

Aron Lehmann

Golo Euler, Rosalie Thomass, Thorsten Merten

Dem Bauern Huber geht es schlecht. Mit seinen Säuen kann er keinen Stich mehr machen gegen die Fleischfabriken. Der örtliche Metzger geht bei einer Verzweiflungstat drauf. Dann fällt dem Huber auch noch buchstäblich der Himmel auf den Kopf. Und mit seiner letzten Sau macht er sich auf, im klapprigen Motorrad mit Seitenwagen. Und wird unversehens zum Helden einer revolutionären Bewegung.
Aron Lehmann, einer der hoffnungsvollsten jungen Regisseure, die Deutschland derzeit zu bieten hat, führt weiter, was er mit seinem Debüt KOHLHAAS ODER DIE VERHÄLTNISMÄSSIGKEIT DER MITTEL begonnen hat: Eine irrwitzige Geschichte von einem, der nicht aufgeben will, weil ihm nichts anderes übrig bleibt.Ein Heimatfilm, ein Roadmovie, eine anarchische Komödie – und nicht zuletzt ein Musical, denn die Songs von Ton Steine Scherben durchziehen die Handlung. Und werden als Zeichen der Liebe wie auch des Aufruhrs mit Inbrunst geschmettert.
Unterstützt die Greta&Starks-Technik für barrierefreies Kino.

Kohlhaas oder die Verhältnismässigkeit der Mittel

DEU

2012

Aron Lehmann

Thorsten Merten, Rosalie Thomass

Als wäre Kleists „Michael Kohlhaas“ nicht schon schwer genug zu verfilmen: Jungfilmer Lehmann hat mit seinem Team gerade den ersten Drehtag für sein ambitioniertes Historienepos "Kohlhaas" absolviert, da ereilt ihn die Hiobsbotschaft, dass alle Fördergelder gestrichen wurden. Ohne finanzielle Mittel bleibt dem wild Entschlossenen nur ein treues Rumpfteam, um in der fränkischen Provinzgemeinde Speckbrodi mit Hilfe der dortigen Bevölkerung seine Vision auf die Beine zu stellen. Helden, Schlachten, Blut und Tränen. Liebe, Hass und Krieg. In Lehmanns Historienepos sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Kühe sind Pferde, Bäume der Feind und den Rest muss man sich einfach vorstellen… Ausgezeichnet mit dem Publikumspreis beim Max-Ophüls-Festival 2013.

Onoda - 10.000 Nächte im Dschungel

FRA/JPN/DEU/BEL/ITA/KHM

2021

Arthur Harari

Yuya Endo, Kanji Tsuda, Yuya Matsuura, Tetsuya Chiba

Japan, 1944. Der 22-jährige Hiro Onoda, ausgebildet für den Nachrichtendienst, entdeckt eine Philosophie, die der offiziellen Linie zuwiderläuft: kein Selbstmord, am Leben bleiben, egal was passiert, die Mission ist wichtiger als alles andere. Er wird nach Lubang, einer kleinen Insel auf den Philippinen, geschickt, wo die Amerikaner kurz vor der Landung stehen. Seine Aufgabe ist es, einen Guerillakrieg zu führen, bis die japanischen Truppen zurückkehren. Das Kaiserreich wird bald darauf kapitulieren. Hiro Onoda allerdings erst 10.000 Tage später, im Jahre 1974.
Die unglaubliche Geschichte von Hiro Onoda, der fast 30 Jahre lang einen Krieg führte, der längst vorbei ist, verfilmt Arthur Harari ohne mythisierende Verklärungen oder Überhöhungen, als fast sachlicher Bericht eines extremen Gehorsams.

Bonnie Und Clyde

USA

1967

Arthur Penn

Warren Beatty, Faye Dunaway, Gene Hackman

„Sie waren jung, sie waren verliebt – und sie töteten Menschen.“ So kurz und knapp stellte das Kinoplakat aus dem Jahr 1967 den Film von Arthur Penn vor. Der Verleih hat nun eine brandneue Kopie gezogen und Cinema Quadrat zeigt den Krimiklassiker. Penns Meisterwerk nach einer wahren Geschichte gilt als wegweisend und stilbildend für das „New Hollywood Cinema“, das zwischen den späten 60er und den mittleren 70er Jahren seine Blüte erlebte und sich durch eine gesellschaftskritische Grundhaltung auszeichnete. Allerdings führte die für damalige Zeit exzessive Gewalt in BONNIE & CLYDE auch dazu, daß der Film in manchen Ländern nicht gezeigt werden durfte. Preis: 10 Oscarnominierungen, 2 Oscars.

Bonny and Clyde

USA

1967

Arthur Penn

Faye Dunaway, Warren Beatty, Gene Hackman, Michael J. Pollard

Bei seinem Erscheinen in den späten 1960er Jahren hat dieser Film das Publikum gebannt und schockiert. Vor allem an der expliziten Ästhetik der Gewaltdarstellung und an der moralischen Ambivalenz der Protagonisten schieden sich die Geister. Filmhandwerklich ist "Bonny and Clyde" ein Meisterstück: grandiose Schauspieler, überwältigend stimmungsvolle Bilder (Oscar 1968 für Beste Kamera), originelle Dialoge, konsequente Inszenierung und schmissige Musik fügen sich zusammen zu einem fesselnden Gesamtkunstwerk. Die besondere Faszination resultiert aber aus der Brüchigkeit der Figuren und der ganz eigenen Stimmung des Films, die sich zwischen humorvoller Leichtigkeit, Zynismus, verletzlicher Emotionalität und der Aura tödlicher Bedrohung schwingend bewegt. Der Film ist zeitlos spannend und berührend. Die Liebesgeschichte mit Thrill schlechthin!.
Filmanalyse: Dr. Peter Bär

Schatten – Die Nacht der Erkenntnis

DEU

1923

Arthur Robison

Fritz Kortner, Ruth Weyher, Gustav von Wangenheim, Alexander Granach

Ein Ehemann ist von der Untreue seiner Frau überzeugt. Bei einem Dinner beobachtet er Silhouetten hinter einer Gardine: seine Frau, fremde Hände, die sie anfassen… Doch die Schatten trügen, seine Frau wurde von niemandem berührt. Ein anwesender Schausteller bemerkt den eifersüchtigen Wahn des Mannes und will die Wahrheit ans Licht bringen: Er hypnotisiert die Abendgesellschaft und führt ein Schattenspiel vor, in dem den Gästen ihre erotischen Wünsche und Ängste vor Augen geführt wird.

Der Stummfilm kam ursprünglich ganz ohne Zwischentitel aus (erst ein Jahr später wurden ihm welche hinzugefügt); er ist ein gänzlich visuelles Erlebnis, in dem die psychologischen Innenwelten der Filmfiguren sich nach außen wenden: „Dieser Film zeigt meisterhaft den im romantischen und expressionistischen deutschen Stummfilm zur Vollendung entwickelten dramaturgischen Gebrauch von Licht, Schatten und Spiegeln.“ (Die Zeit, 1973)

Ruhnama - Im Schatten Des Heiligen Buchs

FIN

2007

Arto Halonen

Das Buch mit dem größten Schatten steht in Turkmenistan. Sein Titel: Ruhnama. Sein Autor: Saparmurat Nijasow, der kürzlich verstorbene Diktator von Turkmenistan. Nijasows System ist repressiv wie Nordkorea, aber inszeniert wie eine Operette. Seine Herrschaft stützt sich auf einen Personenkult stalinistischer Monstrosität, erbarmungslose Unterdrückung – und lukrative Geschäfte mit dem Westen. Das Buch ist immer dabei. Sein Inhalt wird bei allen Prüfungen abgefragt, sogar in der Fahrschule. Für westliche Konzerne ist der sicherste Weg zu den Ressourcen des Landes, das Ruhnama in ihre eigene Landessprache zu übersetzen. Die deutsche Fassung übernahm DaimlerChrysler. Und in der Hauptstadt steht sogar eine gigantische Statue des Buches – ein Geburtstagsgeschenk westlicher Unternehmen.

Die außergewöhnliche Reise der Celeste García

CUB/DEU

2018

Arturo Infante

Maria Isabel Díaz, Omar Franco, Néstor Jiménez

Sie war früher Lehrerin, jetzt gibt die 60jährige Celeste García Führungen im Planetarium von Havanna. Eines Tages gibt die Regierung bekannt, dass in der kubanischen Gesellschaft seit längerem schon Außerirdische in Menschengestalt leben, und bietet einigen ausgewählten Kubanern die Möglichkeit, deren Heimatplaneten Gryok kennenzulernen. Für Celeste ist diese Einladung zum interplanetarischen Austauschprogramm die Gelegenheit, auf die sie gewartet hat – und sie ist nicht die einzige, die sich auf diese abenteuerliche Reise begeben will.

In seiner warmherzigen, zugleich im heutigen Kuba hochpolitischen Science-Fiction-Komödie bietet Arturo Infante zwar keine Weltraumaction, dafür erzählt er von einer bunten Gruppe kubanischer Charaktere, die sich auf die Ausreise vorbereiten: Das bietet so satirische wie subtile Einblicke auf den kubanischen Sonderweg aus der Sicht der kubanischen Bevölkerung wie auch der Aliens.

Un p'tit truc en plus / Was ist schon normal

FRA

2024

Artus

Artus, Clovis Cornillac, Alice Belaidi

Paulo und sein Vater Lucien sind Bankräuber, sie haben sich außerdem verschätzt. Als die Flucht nach einem Raubzug aus dem Ruder gerät, schließen sie sich einer Reisegruppe eingeschränkter Männer und Frauen an und geben sich als Betreuer und Schützling aus. Eigentlich müssen sie das Spiel nur einige Tage aufrecht erhalten, bis Gras über ihren Raub gewachsen ist, doch sie unterschätzen die Auffassungsgabe ihrer Mitreisenden.

Die Inklusion von behinderten Menschen hat in den letzten Jahren stark zugenommen, zumindes theoretisch. Praktisch sind geistig oder körperlich Behinderte nur selten Teil des Alltags und der gemeinsamen Popkultur. Dass dies auch anders geht, zeigt der Kinohit UN P’TIT TRUC EN PLUS, der in Frankreich fast 11 Millionen BesucherInnen amüsierte. Dabei werden vor allem seine gehandicappten Figuren weder auf ein Podest gestellt, noch zur Seite geschoben, stattdessen einfach so gezeigt, wie sie sind: ganz normal eben.

Ein Tag wie kein anderer

ISR

2016

Asaph Polonsky.

Shai Avivi, Tomer Kapon, Evgenia Dodina

Die Shiva ist vorbei: Vor sieben Tagen haben Eyal und Vicky ihren 25jährigen Sohn beerdigt. Jetzt wollen sie langsam in den Alltag zurückfinden – oder doch nicht? Während Vicky wieder zur Schule zurückkehrt, wo sie als Lehrerin arbeitet, hat Eyal aus dem alten Krankenzimmer des Sohnes eine schöne Tüte medizinisches Cannabis mitgehen lassen. Doch einen Joint zu drehen ist nicht ganz leicht – sicherlich kann Zooler, der Nachbarssohn, helfen. Und zwischen den lauten Schlafzimmergeräuschen der Nachbarn, den süßen Babykätzchen im Garten und einigen Luftgitarren-Soli entwickelt sich eine schwarzhumorige Komödie: Ein Tag, in dem die Trauer von Eltern, die den Sohn verloren haben, ihren Ausdruck in absurden Situationen findet. Bis Eyal auf dem Friedhof doch so etwas wie Frieden mit sich und der Ungerechtigkeit der Welt findet.

Elly...

IRN

2009

Asghar Farhadi

Golshifteh Farahani, Taraneh Alidoosti, Mani Haghighi

Eine Gruppe von Freunden unternimmt mit Kindermädchen Elly einen ausgedehnten Ausfl ug. Elly ahnt nicht, dass sie mit Ahmad, der nach seiner Scheidung aus Deutschland zurückgekehrt ist, verkuppelt werden soll. Am zweiten Tag kommt es zu einem Vorfall, Elly verschwindet. Und auf einmal kommt sie den Beteiligten nicht mehr so makellos vor, wie noch am Vortag beschrieben.

Le Passé – Das Vergangene

FRA/ITA

2013

Asghar Farhadi

Bejo, Ali Mosaffa, Tahar Rahim

Der Iraner Ahmad kehrt nach vier Jahren zurück nach Paris, um sich von seiner Noch-Ehefrau Marie offiziell scheiden zu lassen. Sie lebt inzwischen mit einem anderen Mann zusammen; dessen Sohn und ihre beiden Töchter sind ebenfalls Teil des Patchwork-Haushaltes. Doch Lucie, die älteste Tochter, ist aufsässig und verschlossen. Trotzig torpediert sie die neue Beziehung der Mutter. Und nur langsam kommt Ahmad dahinter, was in den Jahren seiner Abwesenheit vorgefallen ist. Der große iranische Regisseur Asghar Farhadi spielt in seinem ersten französischen Film das Drama des Alltäglichen aus, mit dem ihm eigenen besonderen Gespür für Rhythmus, mit subtilen Charakterzeichnungen, mit so souveränem wie subtilem Umgang mit Emotionen. „Ein seltenes und kunstvolles Wahrhaftigkeitserlebnis“, urteilte die Münchner Abendzeitung; Bérénice Bejo wurde in Cannes als beste Darstellerin ausgezeichnet.
Referentin: Inge Hahn

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