Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Two

ISR

2021

Astar Elkayam

Mor Polanuer, Agam Schuster, Gil Desiano, Hadas Kalderon

Omer und Bar sind unsterblich ineinander verliebt und können es kaum erwarten, eine Familie zu gründen. Bei ihrem ersten Besuch der Samenbank sind sie voller Hoffnung und Aufregung für ihre gemeinsame Zukunft. Doch bei einem Besuch bleibt es nicht, und auch nicht bei drei und vier. Die Emotionen kochen hoch und die Lage wird immer angespannter. Als dann auch noch Omers Ex-Freund Yoni als potenzieller Samenspender auf die Bildfläche tritt, gilt es für beide Frauen zu erörtern, wie weit sie gehen wollen, um Eltern zu werden.
In ihrem bemerkenswerten Regiedebüt setzt sich Regisseurin Astar Elkayam mit den physischen und emotionalen Herausforderungen auseinander, mit denen zwei Frauen konfrontiert werden, wenn sie beschließen, gemeinsam ein Kind zu haben. In den beiden Hauptrollen glänzen Mor Polanuer und Agam Schuster, deren schauspielerische Leistungen TWO noch authentischer wirken lassen.
Vorfilm:
Revolvo
– DEU 2019, R: Francy Fabritz, 8 Min.
Anette und Carla, seit je her rebellisch, nutzen angesichts von Rechtsruck, Geschlechter- und Altersdiskriminierung ihre Unsichtbarkeit, um zu tun, was sich viele nicht trauen…

Tryggd – The Deposit

ISL

2019

Ásthildur Kjartansdóttir

Elma Lísa Gunnarsdóttir, Enid Mbabazi, Raffaella Brizuela Sigurðardóttir, Claire Harpa Kristinsdóttir

Gisella, Journalistin, träumt davon, wichtige und richtige Dinge zu schreiben und auch so zu handeln. Als wieder einmal einer ihrer Artikel der Verkaufszahlen wegen in Grund und Boden redigiert wurde, kündigt sie. Und beginnt mit einer Recherche über die Lebenssituation von Einwanderern. Sie lernt Marisol, Abeba und deren Tochter Luna kennen, die in ärmlichen Verhältnissen in einer Baracke am Hafen wohnen. Gisella lädt sie in ihr großes Haus ein, das sie von ihrer Großmutter geerbt hat. Zunächst funktioniert in der Wohngemeinschaft alles gut, aber bald wandelt sich der gegenseitige Respekt der drei Frauen zu einem antagonistischen Machtkampf, und die Gastfreundschaft wird durch ein Regelsystem von Strafen ersetzt…
Ungleichheit und Mitleid, Verständnis und Eigennutz, Freundlichkeit und Grausamkeit: In ihrem eleganten psychologischen Drama erforscht Ásthildur Kjartansdóttir die komplexen Grenzen und Schwachstellen von Hilfsbereitschaft und Aufgeschlossenheit.

ŽiŽek!

USA

2005

Astra Taylor

Seine Themen reichen von Alfred Hitchcock über 9/11, die Oper, das Christentum, Lenin und David Lynch. Der slowenische Philosoph Slavoj Žižek ist einer der wichtigsten – und unerhörtesten – zeitgenössischen Kulturtheoretiker. Der fesselnde Dokumentarfilm erkundet die exzentrische Persönlichkeit und Arbeit dieses unvergleichlichen Akademikers und Autors, der auch „der Elvis der Kulturtheorie“ genannt wird. ŽIŽEK! ist sowohl eine unvergessliche Lehrstunde als auch ein bezwingendes Porträt eines intellektuellen Außenseiters. Slavoj Žižeks Kombination aus „high and low culture“ fasziniert auch diejenigen, die Philosophie an sich langweilig finden. (also leider ab 18 Jahren)

Attenberg

GRC

2010

Athina Tsangari

Ariane Labed, Evangelia Randou

Marina, 23, wächst bei ihrem Vater in einer Küstenstadt auf, die von der abweisenden Peripherie einer alten Industrieanlage umfasst wird. Sie hält sich von Menschen fern, hört Songs über Selbstmorde, schaut Dokus über Primaten von Sir David Attenborough und übt mit Freundin Bella fleißig Sexlektionen. Ihren Ekel vor dem männlichen Geschlecht vermag sie auch mit einem Bettgefährten nicht zu überwinden. Selbst bei Bella, mit der sie seltsame Marotten entwickelt und ihrem sterbenden Vater, den sie häufig im Krankenhaus besucht, wird sie kaum zugänglicher. Eine zärtliche schwarze Komödie über die Spezies Mensch. Ariane Labed wurde in Venedig 2010 mit der Coppa Volpi als beste Darstellerin ausgezeichnet.

Chevalier

GRC

2015

Athina Tsangari

Panos Koronis, Vangelis Mourikis

Welch perfider Plot: Eine Regisseurin sperrt sechs Männer in eine Luxus- Yacht und lässt sie zum Gockel-Rennen antreten. „In allem der Beste!“ nennt sich das fiese Gesellschaftsspiel, bei dem die Herren mittleren Alters sich groteske Prüfungen ausdenken und ihre Konkurrenten gnadenlos bewerten, bis ein Sieger feststeht. Auf begrenztem Raum ohne Fluchtmöglichkeit entfaltet sich die Gruppendynamik bekanntlich besonders erbarmungslos. Bald bröckeln die Fassaden, Intrigen werden gesponnen und es trennt sich der Macho-Weizen vom Softie-Spreu. Doch mancher, der als eitler Tiger springt, landet als kümmerlicher Bettvorleger. Die alte Grönemeyer-Frage geht auch als köstliche griechische Tragödie: Wann ist ein Mann ein Mann?

Erde Und Asche

AFG/FRA

2004

Atiq Rahimi

Ein alter Mann und sein fünfjähriger Enkel warten an einer staubigen Kreuzug irgendwo in der menschenleeren Weite Afghanistans auf eine Mitfahrgelegenheit. Hinter ihnen liegt das Grauen, die Bombardierung ihres Dorfes, bei der die übrige Familie ums Leben kam – mit Ausnahme des Vaters, der nicht im Dorf war, weil er im Kohlebergbau arbeitet. Ihn wollen Großvater und Enkel jetzt in der Mine besuchen, um ihm die Todesnachricht zu überbringen. Im bewegenden Schicksal einer Familie werden die Schrecken des Krieges beschworen, aber auch – zuweilen mit einem sehr grimmigem Humor – die Solidarität und der Überlebenswille der Opfer. (also ab 18 Jahren)

Stein der Geduld

FRA/AFG/DEU

2012

Atiq Rahimi

Golshifteh Farahani, Hamidreza Javdan, Hassina Burgan, Massi Mrowat

Im kriegsgebeutelten Afghanistan wacht eine junge Frau über ihren wesentlich älteren Mann, der im Koma liegt. In der persischen Mythologie ist die Rede vom Stein der Geduld, der einen Menschen davor bewahrt, unglücklich zu sein. Und so beginnt die Frau, ihren Mann zum symbolischen Stein zu machen und ihm von all ihren Sorgen, Sehnsüchten und Ängsten zu erzählen. Dadurch befreit sie sich von einer unglaublich schweren Last, die jahrelang auf ihrem Herzen lag. Atiq Rahimi scheut sich nicht Tabuthemen wie Prostitution und Unfruchtbarkeit aufzugreifen. So wird der Film selbst zu einem Akt der Befreiung in einer patriarchalen Gesellschaft.
Diskussionspartnerin: Minnet Atil, Deutschlehrerin mit mehrjähriger Afghanistan-Erfahrung.

Ararat

Kanada

2002

Atom Egoyan

Arsinée Khanjian, Charles Aznavour, Christopher Plummer, David Alpay

Der armenische Autorenfilmer Atom Egoyan, in Kairo geboren, in Kanada lebend, beschwört ein vergessenes Verbrechen: 1915 befahl und organisierte die türkische Regierung den Vernichtungsfeldzug gegen die armenische Bevölkerung des Landes, zwei Drittel der anderthalb Millionen Armenier wurden dabei ermordet. Bis heute wird der Genozid von der türkischen Regierung geleugnet. Egoyan montiert unterschiedliche Geschichten aus verschiedenen Epochen, um zu zeigen, wie alte Wunden und Verdrängungen über Generationen nachwirken. Es beginnt im Toronto von heute. Charles Aznavour – der Sänger ist armenischer Abstammung – spielt einen berühmten Regisseur, der einen historischen Film über das Massaker an den Armeniern drehen will. Die Kunsthistorikerin Ani ist spezialisiert auf die Arbeiten des armenischen Malers Arshile Gorky. Ihr Sohn Raffi hat in der Türkei Filmaufnahmen gemacht, die er dem Regisseur zur Verfügung stellen will. Bei seiner Rückkehr nach Kanada wird Raffi am Flughafen von dem Zöllner David aufgehalten, der präzise Aussagen über den Inhalt der Aufnahmen fordert. Derweil hat der Regisseur bereits mit den Dreharbeiten begonnen, ein amerikanischer Star spielt die Hauptrolle in diesem an Schlachtgetümmel reichen Film im Film. „Mit Sicherheit der gedanklich herausforderndste Film des Jahres.“ (The New York Times)

Guest of Honour

CAN

2019

Atom Egoyan

David Thewlis, Laysla De Oliveira, Rossif Sutherland, Alexandre Bourgeois, Luke Wilson

In mehreren Zeitebenen fächert Atom Egoyan eine Geschichte von Vater und Tochter auf: Lehrerin Veronica wird wegen eines sexuellen Übergriffs angeklagt und verurteilt; doch obwohl die Beschuldigungen nicht stimmen, besteht sie darauf, bestraft zu werden, stellvertretend für unausgesprochene Vergehen, die lange zurückliegen. Diese Unnachgiebigkeit der inhaftierten Veronica verstört ihren Vater Jim, der als Lebensmittelinspektor arbeitet und vor allem familiengeführte Restaurants kontrolliert. Frustriert und wütend missbraucht Jim zunehmend seine Macht, die er in dieser Funktion innehat.
Atom Egoyan (EXOTICA, DAS SÜSSE JENSEITS) behandelt erneut „seine“ Themen von Schuld und den Schatten der Vergangenheit, von familiären Traumata und Verstrickungen: „Ein raffiniert konstruiertes, spannendes Drama, das auf mehreren Ebenen mit dem Motiv der Fremdheit und des Unverständnisses zwischen Menschen arbeitet, ohne angesichts der vielen Erzählfäden den Fokus zu verlieren.“ (Filmdienst)
Die Vorführrechte für diesen Film sind ein Geburtstagsgeschenk des Bundesverbands kommunale Filmarbeit e.V. zu unserem 50. Jubiläum – vielen Dank dafür nach Frankfurt! Der Film ist Teil der Maple Movies Festival Tour, unterstützt von Telefilm Canada, dem Canada Council for the Arts, der Regierung von Kanada und der Botschaft von Kanada in Berlin.

Remember

CAN/DEU

2015

Atom Egoyan

Christopher Plummer, Martin Landau, Dean Norris, Bruno Ganz

Der Film erzählt die Geschichte des 90-jährigen Zev, der von seinem Freund Max eine schreckliche Wahrheit erfährt. Ein Nazi-Aufseher, der vor mehr als 70 Jahren ihre Familien ermordet hat, soll unter falscher Identität in Amerika leben. Zev will den schuldigen Mann finden und mit seiner eigenen Hand endlich Gerechtigkeit walten lassen. Er macht sich auf eine lange Reise durch den ganzen Kontinent und in die eigene Vergangenheit. Durch seine Demenz-Erkrankung beginnen seine Erinnerungen allerdings immer weiter zu verblassen und auch mit dem Behalten neuer Informationen ist es schwer. Deshalb macht Max ihm einen akribischen Plan, den er ihm als Gedächtnisstütze mit auf den Weg gibt…
REMEMBER ist der vielbeachtete neue Film des kanadisch-armenischen Regisseurs Atom Egoyan (Oscar-Nominierung und Grand Prix in Cannes für „Das süße Jenseits“, „Exotica“) mit den Oscar-Gewinnern Christopher Plummer und Martin Landau.

DEU

2002

Reiner Holzemer

Dokumentarfilm

Das Werk des Fotografen August Sander (1876 – 1964) hat die Fotografie- und Kunstgeschichte maßgeblich beeinflusst. Mit seinen Bildern hat er die Weimarer Republik wie kein anderer porträtiert. Reiner Holzemer stellt in seinem Film neben dem fotografischen Werk auch die Biografie Sanders in den Vordergrund.

Selma

USa

2014

Ava DuVernay

David Oyelowo, Tom Wilkinson, Carmen Ejogo, André Holland, Tim Roth, Giovanni Ribisi

1964: Friedensnobelpreis für Martin Luther King. Doch an den Verhältnissen in den USA ändert sich nichts. Insbesondere Alabama mit dem Gouverneur George Wallace sabotiert alle Bemühungen von King und seinen Anhängern, die für Gleichberechtigung und Bürgerrechte einstehen. Noch immer werden dort Schwarze faktisch von den Wahlen ausgeschlossen. In der Stadt Selma, wo ein rassistischer Sheriff besonders feindselig agiert, konzentrieren sich die von Martin Luther King organisierten Proteste – dann wird dort am 17. Februar 1965 ein junger Schwarzer von der Polizei erschossen. Und die Protestmärsche, die in Richtung der Hauptstadt Montgomery ziehen, von der Polizei gnadenlos niedergeknüppelt.
Ava DuVernay – die für diesen Film als erste schwarze Regisseurin für einen Golden Globe nominiert wurde – richtet den Blick auf die entscheidende Phase im Kampf der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung: der Kampf um das Recht auf freie und gleiche Wahlen. In Martin Luther King – überzeugend dargestellt von David Oyelowo – scheinen die beiden Seiten dieses Kampfes auf, auf der Straße angesichts der brutalen Macht der Rassisten und in zermürbenden Hinterzimmer-Gesprächen angesichts der Notwendigkeiten der Realpolitik.

August

IL

2001

Avi Mograbi

Avi Mograbi, Adi Ezroni, Meital Dohan

Den Monat August halt Avi Mograbi für die schlimmste Zeit im Jahr: eine Metapher für alles Verabscheuungswürdige in Israel. Seine Frau schätzt dagegen August als eine Zeit des Optimismus. Mograbi beginnt mit Straßenaufnahmen für seinen Film und verliert dabei die Kontrolle über das was seine Kamera aufnimmt. dennoch gelingt es ihm, seine Geschichte zu erzählen, wenn auch auf ganz andere Art und ohne dass er sich dessen bewusst wird. Gleichzeitig wird seine Frau von seinem Produzenten festgehalten, für den er einen Film über das Massaker in der Höhle von Machpela bei Hebron drehen sollte. Alle drei Charaktere – der Regisseur, die Frau und der Produzent werden übrigens von einer einzigen Person gespielt: dem Filmemacher und Provokateur Avi Mograbi, der in dieser bizarren Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilm wie aus Versehen die aktuelle Stimmung im Land einfängt.

Ein Sommer In Haifa

ISR

2010

Avi Nesher

Tuval Shafir, Adir Miller

Sommer 1968 in Haifa/Israel. Der junge Arik will in seinen Ferien Geld verdienen und nimmt einen Job bei Ehevermittler Braid an. Der Holocaust-Überlebende leitet ein Kino, das ausschließlich Liebesfilme zeigt und auf eine ganz bestimmte Zielgruppe zugeschnitten ist: Potentielle Ehepartner. Ariks Aufgabe ist es nun, jene potentiellen Ehepartner in Braids Kundschaft auf etwaige dunkle Geheimnisse auszuspähen. So lernt Arik viel über die Liebe und deren Widersprüchlichkeiten. Selber in die schöne Tamara verliebt kann Arik aus seinen Erfahrungen durchaus schöpfen..

Warum Siegfried Teitelbaum sterben musste

DEU

2016

Axel B. Steinmüller

Maik van Epple, Britta Kleineheer, Michelle Monballjin, Michael Mendl, Josef Hannesschläger

Wer war Siegfried Teitelbaum? Ein Supergangster? Weshalb musste er sterben? Hat er überhaupt je existiert? Auftragskiller Stefán, der nur knapp einen Kopfschuss überlebte, war in den Fall involviert. Er berichtet dem Verhörspezialisten Dante von seinem Auftrag, Teitelbaum zu eliminieren. Ein Auftrag, der schwer daneben ging und Stefáns ahnungslose Frau in ihr ganz eigenes Abenteuer stürzen ließ. Freilich: Erzählt Stefán überhaupt die Wahrheit? Oder ist alles, was passierte, passiert und passieren wird, Teil eines ausgeklügelten Plans?
Axel B. Steinmüller, geboren in Heidelberg und in der Kurpfalz aufgewachsen, drehte diese schwarzhumorige Gangstergroteske mit viel Enthusiasmus und kleinem Budget – und konnte beispielsweise beim Oxford International Film Festival den Preis für den besten Film gewinnen.
Im Anschluss Filmdiskussion mit dem Regisseur

Alki Alki

DEU

2015

Axel Ranisch

Heiko Pinkowski, Peter Trabner

„Tobias und Flasche haben sich gern / Und wo Tobias ist, ist Flasche nie fern.“ Ein Troubadour stimmt uns balladenhaft ein auf eine skurrile Geschichte: Die von Tobias’ Kampf mit dem Alkohol. Axel Ranischs AlkoholikerDramödie ist einzigartig in ihrem spielerischen Übermut und gibt dem AlkiDämon eine menschliche Gestalt namens Flasche: pummelig wie Tobias, reale Person und allegorische Gestalt, beides zugleich, eine verrückte Idee, aber sie funktioniert prächtig. Flasche ist Tobias’ bester Kumpel. Tags geht Tobias ins Architekturbüro, abends zu Frau und Kind, und nachts geht es richtig zur Sache mit PartySaufgelagen – bis er berufl ich und familiär alles ruiniert hat und in der Entzugsklinik landet. Axel Ranisch, der 2011 mit „Ich fühl’ mich Disco“ überraschte, bleibt in „Alki Alki“ seinem exzentrischen Stil treu. Die Band „Die Tentakel von Delphi“ liefert den fulminanten Soundtrack.
FBW: Prädikat besonders wertvoll.

Dicke Mädchen

DEU

2012

Axel Ranisch

Ruth Bickelhaupt, Heiko Pinkowski

In einer Ostberliner Plattenbauwohnung lebt Sven mit seiner Mutter Edeltraut und kümmert sich fürsorglich um die alte Dame. Während er zur Arbeit bei einer Bank geht, wird sie vom Pfleger Daniel betreut. Dieser unterschätzt seine Schutzbefohlene allerdings und wird fahrlässig: Als Schabernack sperrt sie den Verdutzten auf dem Balkon aus und macht sich auf eigene Faust auf den Weg in die Stadt. Dem armen Pfleger bleibt nichts übrig, als auf Sven zu warten, um gemeinsam nach der Entfleuchten zu suchen. Und nicht nur das: Sven hat sich schon längst in Daniel verliebt, und der ist zwar verheiratet, doch besteht Hoffnung… Schön gemachter Film mit ehrlichen Darstellern, der auf zahlreichen Festivals lief und etliche Auszeichnungen, darunter den Max-Ophüls-Preis, erhielt.

Ich fühl mich Disco

DEU

2013

Axel Ranisch

Frithjof Gawenda, Heiko Pinkowski

Schwimmtrainer Hanno schenkt seinem Sohn Flori eine Simson zum Geburtstag, doch anstatt die Welt damit zu erkunden, fährt dieser das Moped prompt gegen die Wand. Zum Glück gibt´s Mama, die mit Staubsauger und Paillettenkleid zwischen den beiden vermittelt und das Familienidyll im Schein der Discokugel zum Strahlen bringt. Aber was, wenn Mama förmlich aus dem Alltag fällt und die Welten der Jungs ungebremst aufeinanderprallen? Während Flori das Krankenzimmer zur Karaokebühne macht und sich zu Klavierklängen in Hannos Schützling Radu verknallt, ertränkt der emotional eher ungelenke Papa seine Trauer an der Bar und findet ausgerechnet bei Schlagersänger Christian Steiffen handfesten Trost. Wenn dann auch noch Rosa von Praunheim als Ratgeber für Eltern homosexueller Kinder auf den Plan tritt, sind die Lacher perfekt.
Ein urkomisches, trashiges Loblied auf Väter und Söhne, zum Schmunzeln und Schunkeln, Fremdschämen, Mitsingen, Träumen und melancholisch werden.

Orphea in Love

DEU

2022

Axel Ranisch.

Mirjam Mesak, Guido Badalamenti, Ursula Werner, Heiko Pinkowski, Ursina Lardi, Christina Große.

Nele, ursprünglich aus Estland, jobbt in einem Callcenter. Und an der Garderobe der Staatsoper: Die Liebe zur Oper und zur klassischen Musik ist ihre einzige Fluchtmöglichkeit aus dem tristen Alltag. Sie verliebt sich Hals über Kopf in den Streetdancer und Kleinkriminellen Kolya; und gerät an den Talentmanager Höllbach, der ihr die Chance ihres Lebens bietet…
Axel Ranisch inszeniert nicht nur Filme – u.a. DICKE MÄDCHEN; ICH FÜHL MICH DISCO; ALKI ALKI –, sondern auch Opern. Hier verbindet er beide Sphären: Angelehnt an den Orpheus und Eurydike-Mythos erschafft er ein rauschhaftes Fest für die Sinne, in dem filmische und opernhafte Elemente zusammenspielen, in dem sich Bilder, Musik und Arien vereinen, in dem Komik, große Gefühle und Poesie ineinander übergehen. Koproduziert mit der Bayrischen Staatsoper.

Football Under Cover

DEU

2008

Ayat Najafi

Denkt man an den Iran, denkt man sicherlich an alles Mögliche, nur nicht an Frauenfußball. Doch genau der ist Ausgangspunkt dieser schönen Dokumentation, die viele Ebenen berührt. Im Versuch einer Berliner Frauenfußballmannschaft, ein Spiel gegen die Nationalmannschaft des Iran zu organisieren, zeigen sich kulturelle Unterschiede und Ähnlichkeiten. Menschen aus zwei Welten prallen aufeinander, die auf den ersten Blick ganz anders sind, in ihren Zielen und Träumen sich jedoch kaum unterscheiden. „FOOTBALL UNDER COVER ist emotionales politisches Kino. Schon in der Machart ist es, ohne je plakativ zu sein, auch ein Ausdruck des Widerstands gegen Diktaturen, weil Filmverbote im Iran einfach ignoriert und Filmbänder mit Tricks außer Landes geschafft wurden.“ (Rüdiger Suchsland) Diskussionspartnerin: Gerda Brand, Stadt Mannheim, Leiterin Fachbereich Sport und Freizeit

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