Wir schreiben das Jahr 1794 und der Revolutionsterror erreicht gerade seinen Höhepunkt. Der Marquis de Sade, eigentlich Anhänger der Revolution, ist inhaftiert worden, wie schon zuvor unter den Monarchisten. Seine frühere Geliebte Marie-Constance erreicht durch ihre Beziehungen, dass Sade in das ehemalige Kloster und Sanatorium Picpus verlegt wird, einer Art Luxusgefängnis, in dem die Gefangenen sich frei bewegen können und bei gutem Essen auf die Guillotine warten. Auf diese kurze Zeitspanne, einen wenig bekannten Abschnitt im Leben des Marquis, konzentriert Benoît Jacquot (LA FILLE SEULE, LE SEPTIÈME CIEL) sein Sade-Porträt. Das Überraschende: Sade ist kein Sadist. Daniel Auteuil spielt ihn ohne Dämonisierung: eine stolze Figur, fast liebenswürdig. Als Theatermeister inszeniert er mit den Gefangenen ein Theaterstück und eine Inszenierung ist auch, wie er die junge Emilie durch eine Schule des Begehrens schickt.