Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Zeugin der Anklage

USA

1957

Billy Wilder

Charles Laughton, Marlene Dietrich, Tyrone Power, Elsa Lanchester

Sir Wilfrid, gerade von einem Herzinfarkt genesen, muss als Verteidiger vor Gericht einen scheinbar aussichtslosen Fall vertreten: Leonard Vole ist des Mordes an einer reichen Witwe angeklagt. Auch wenn Vole seine Unschuld beteuert: Alles spricht gegen ihn – zur Überraschung von Sir Wilfrid auch Voles deutschstämmige Frau Christine, die von der Anklage als Zeugin berufen wird und im Verhör Voles Alibi widerlegt. Da bekommt der Verteidiger ein Bündel Briefe zugespielt, die Christines Glaubwürdigkeit zerstören…

Einer der besten Gerichtsfilme – ach: einer der unterhaltsamsten Filme überhaupt! Billy Wilder inszeniert gemeinsam mit dem grandios aufspielenden Ensemble einen gewitzt inszenierten Thriller der Täuschungen und Rollenspiele. Ein Klassiker!

120 BPM

DEU

2017

Bin Chen

Paris in den 1990er Jahren: Die Aktivistengruppe von Act Up fordert nun auch in Frankreich mehr Forschung, Aufklärung und Betreuung rund um HIV und AIDS. Allen voran der radikale Sean Dalmazo, der gemeinsam mit dem Anführer Thibault, der ehrgeizigen Sophie und Nathan, der neu in der Gruppe ist, Klassenzimmer für Aufklärungskampagnen kapert und mit Kunstblut gefüllte Wasserbomben gegen die Wände von Forschungseinrichtungen wirft. Bald entwickelt sich zwischen dem bereits an AIDS erkrankten Sean und Nathan eine Liebesbeziehung.
Act Up wurde 1987 in New York als Interessenverband gegründet, der das Ziel verfolgt, durch neue öffentlichkeitswirksame Aktionen mehr Dynamik und Politisierung in die Thematisierung von AIDS zu bringen und mit Lobby-Arbeit politischen Druck auszuüben.
Diskussionspartner*innen: Lisa Schlode, Sozialarbeiterin bei KOSI.MA, Tobias Quell, Ehrenamtlicher bei KOSI.MA

Homøe – Auf der Suche nach Geborgenheit

DEU

2017

Bin Chen

Der Film gibt einen interessanten Einblick in das tägliche Leben von lsbttiq-Geflüchteten nach ihrer Ankunft in Deutschland. So startet der schwule Javid aus Aserbaidschan im Westen Deutschlands eine Kampagne für lsbttiq-Rechte, nachdem er einen Suizidversuch in der Flüchtlingsunterkunft überlebt hat. Gleichzeitig zieht Boris aus Russland im Süden in die erste deutsche Unterkunft für lsbttiq-Geflüchtete, leidet aber wegen des komplizierten Asylverfahrens an Depressionen. Und im Norden ermutigt die sich als trans* identifizierende Melissa aus Syrien andere Asylbewerber*innen auf ihre eigene, künstlerische Weise.
Diskussionspartner*innen: Javid Nabiyev, LSBTTIQ Menschenrechtsverteidiger aus Aserbaidschan und Protagonist in HOMØE, Cara Schwab, Projektleiterin HOPE (Help and Participation for lgbttiq Refugees), PLUS e.V.

Valerie

DEU

2006

Birgit Möller

Agata Buzek, David Striesow, Birol Ünel

Kurz vor Weihnachten strandet das einst erfolgreiche Fotomodell Valerie in Berlin. Standesgemäß residiert sie im exklusiven Hyatt Hotel, aber eigentlich ist die 29jährige völlig pleite und verheimlicht ihren Freunden und Kollegen den Ernst ihrer Lage. Als sie ihr Hotelzimmer verlassen muss, hat sie nicht einmal mehr genug Geld, um die Parkgebühren zu bezahlen. Fortan verbringt sie die Nächte in ihrem Auto und lebt wie ein blinder Passagier in der Welt der Schönen und Reichen. Mit Charme und Dreistigkeit ergaunert sie sich ihr Überleben. Valeries zaghafte Versuche, sich ihren Freunden anzuvertrauen, scheitern unterdessen. Nur der spröde Parkwächter André wird Zeuge ihres Doppellebens. In der ereignislosen Welt seines Parkdecks ist die obdachlose Schönheit eine kleine Sensation.

Franky Five Star

DEU

2022

Birgit Müller

D: Lena Urzendowsky, Cino Djavid, Paul Pötsch, Gerti Drassl, Sven Hönig.

Franky heißt eigentlich Elena, so spricht sie aber nur ihre nervend-rummosernde Mutter an. Franky lebt in einer WG mit dem Pärchen Katja und Hasi, sie schwärmt für einen coolen Musiker aus der Nachbarschaft. Ihre wirklichen Freunde aber hüten ein heruntergekommenes Belle-Epoque-Hotel – sie sind imaginär, Verkörperungen ihrer Persönlichkeitsmerkmale. Und ab und an rauschen das verspieltes Kleinkind, die mondäne Verführerin oder der kapitalismuskritische Page in sie, und dann schwappt das, was in ihrem Kopf widerstreitet, in ihr reales Leben über.
Birgit Möllers höchst originelle, mehrfach ausgezeichnete Komödie über Chaos in Kopf und Leben und über Drang und Zwang zu Anpassung und Selbstoptimierung funktioniert hervorragend als Beziehungskomödie der anderen Art, als Psychodrama der komischen Art, als Generationenporträt der turbulenten Art: Hat nicht jeder ab und an Larifari im Kopf?

Die Anwälte

DEU

2009

Birgit Schulz

Otto Schily, Hans-Christian Ströbele und Horst Mahler gehören zu den Exponenten der Außerparlamentarischen Opposition (APO). Schily, ein brillanter Rhetoriker in Weste und Anzug, Wahlverteidiger von Gudrun Ensslin, Mitbegründer der Grünen, schlägt später als SPD-Innenminister die politische Volte zu Law & Order. Ströbele, Rechtsreferendar in Mahlers Kanzlei, Verteidiger von Andreas Baader, ist das linke Gewissen der Grünen und auch heute noch ein Unangepasster. Horst Mahler wandelte sich vom Ultralinken in einen rechten Holocaustleugner und Volksverhetzer. Ein politisch wie menschlich aufwühlender Dokumentarfilm über die drei wichtigsten Anwälte der 68er-Bewegung und ihre auseinanderdriftenden Biografien.

Der rosarote Panther

USA

1963

Blake Edwards

David Niven, Peter Sellers, Robert Wagner, Capucine, Claudia Cardinale

Ein großer Diamant, rosa schimmernd, mit einem kleinen Schatten in der Mitte, der einem springenden Panther ähnelt – diesen Edelstein will das „Phantom“ haben, ein Meisterdieb, hinter dem Sir Charles Lytton steckt. Dala, Prinzessin von Lugasch, ist im Besitz des Steins, und auf einer Skihütte in Cortina D’Ampezzo treffen alle zusammen: die Prinzessin im Winterurlaub; das „Phantom“ Charles Lytton; sein Neffe George, ebenfalls ein Gauner; Simone, seine Komplizin und gleichzeitig Ehefrau von Inspektor Jacques Clouseau, dessen Lebensziel es ist, das geheimnisvolle „Phantom“ zu fassen…

Eine der lustigsten Filmkomödien überhaupt: eine hochkarätige Besetzung, eine Inszenierung in perfektem Timing, die Ohrwurm-Musik von Henry Mancini – und die Nebenfigur des schrullig-tollpatschigen Inspektors, gespielt von Peter Sellers, der mit diesem Film weltberühmt wurde.

Frühstück bei Tiffany

USA

1961

Blake Edwards

Audrey Hepburn, George Peppard, Patricia Neal, Mickey Rooney

Holly Golightlys Nächte sind lang, die Partys schrill, ihre Begleiter zahlreich. Sie schläft bis zum frühen Nachmittag und frühstückt im Abendkleid vor dem Juwelier „Tiffany’s“. Sie genießt ihr exzessives Partyleben. Als der junge Schriftsteller Paul Varjak in ihre Mietwohnung einzieht, ist er schnell von der jungen Frau angetan. Allmählich erkennt Paul, dass Holly nicht das unbekümmerte Mädchen ist, das sie zu sein scheint. Doch trotz ihrer inneren Ängste hält sie weiter an ihrer Rolle als gutgelauntes Partygirl fest.
FRÜHSTÜCK BEI TIFFANY ist ein zeitloser Klassiker über die Suche nach Liebe und Identität inmitten des Glitzers und Glamours der Großstadt. Eine charmante Geschichte mit unvergesslichen Momenten und einer unverwechselbaren Hauptfigur!

Hive

KOS/CHE/ALB/MKD

2021

Blerta Basholli

Yllka Gashi, Çun Lajçi, Aurita Agushi, Kumrije Hoxha, Adriana Matoshi

Fahrijes Ehemann wird seit dem Kosovokrieg vermisst. Sie ist nicht die einzige im Dorf, die mit Trauer und Geldsorgen zu kämpfen hat. Die Männer von rund einem Dutzend Frauen sind im Krieg verschwunden, die Behörden kümmern sich kaum um die Suche nach Vermissten oder nach Leichen. Die Erwartung der patriarchalischen Gesellschaft an die Frauen, die möglicherweise Witwen sind: Sie sollen auf die Rückkehr ihres Mannes als Ernährer der Familie warten. Doch Fahrije muss für den Lebensunterhalt ihrer Kinder und des Schwiegervaters sorgen und gründet ein Unternehmen: Herstellung und Vertrieb von hausgemachtem Ajvar, in einer Genossenschaft mit ihren Leidensgenossinnen – gegen die aktive Opposition der Männer, die schon den Erwerb des Führerscheins als Zeichen eines unmoralischen Lebenswandels ansehen…
HIVE (engl. für „Bienenstock“) erzählt die wahre Geschichte um die Produzentinnen von exzellentem Ajvar aus Krusha e Madhe. Der Film wurde beim Sundance-Festival mit drei Hauptpreisen ausgezeichnet: Großer Preis der Jury, beste Regie, Publikumspreis.

App

NDL

2013

Bobby Boermans

Hannah Hoekstra, Isis Cabolet, Robert de Hoog.

Das Smartphone als Second Screen: Die Studentin Anna entdeckt nach einer Party, dass sich scheinbar unbemerkt eine mysteriöse App auf ihrem Smartphone installiert hat. Diese entwickelt ein Bewusstsein und wird für Anna und ihr Umfeld zur tödlichen Bedrohung. Die Zuschauer können ebenfalls eine App auf ihre Mobilgeräte laden, die über die Tonspur mit dem Geschehen auf der Leinwand synchronisiert ist: Sie zeigt, was sich zeitgleich noch ereignet und was den Protagonisten entgeht.
Die App bitte vor dem Symposium herunterladen und installieren. Download unter: www.appdefilm.nl/deapp (Links zu Apple iTunes und Google Play)

Periferic

ROM/AUT

2010

Bogdan George Apetri

Ana Ularu, Mimi Branescu

Matilda hat alles sorgfältig geplant. Ein Lastwagenfahrer holt sie vor dem Gefängnis ab. In Bukarest wird sie das Geld besorgen, das er will, um sie am selben Abend in Constantia auf ein Schiff zu bringen. Anstatt am nächsten Morgen von ihrem Freigang zurückzukehren, wird sie auf dem Weg in ein anderes Land sein. Vorher will sie vor allem Toma, ihren knapp achtjährigen Sohn wiedersehen und sich verabschieden, von ihrer Mutter… Mit dem sozialkritischen Realismus und der stilistischen Kargheit der Neuen Rumänischen Welle erzählt Apetri von vereisten Beziehungen und einem Milieu voller Verletzungen, Aggressionen und gegenseitigem Misstrauen. Cristian Mungiu, Cannes-Gewinner von 2007, ist Co-Autor der Geschichte. (also ab 18)

Die Jahreszeit Des Glücks

CSR/DEU

2005

Bohdan Sláma

Pavel Liška, Tatiana Vilhelmová, Anna Geislerová

Nach WILDE BIENEN ist DIE JAHRESZEIT DES GLÜCKS der neue Film von Bohdan Sláma. Bewegend, tragikomisch und liebevoll ist die Geschichte von Monika und Toník, die erfahren, wie man durch die Liebe einen Funken Glück erhaschen kann. Die beiden wohnen am Rande eines Stahlwerks und träumen von einer Zukunft anderswo. So erkennen sie das Glück beinahe nicht und müssen ihm am Ende hinterherlaufen, diesmal wissend, wonach sie suchen. Mit allen großen Stars des tschechischen Kinos! Preise: Goldene und Silberne Muschel, San Sebastian; Louve-d’Or-Award, Montreal; Gewinner von sieben Tschechischen Löwen u.v.m.

Wilde Bienen

Tschechien

2002

Bohdan Sláma

Kaja liebt Bozka. Bozka aber geht mit Lada. Lada nun liebt sein Mofa und natürlich auch Bozka, vor allem aber liebt er Michael Jackson. Auf dem Feuerwehrball des Dorfes will er als Michael-Jackson-Imitator Triumphe feiern und natürlich auch Bozka beeindrucken. Bozka aber ist längst etwas genervt von Lada und lächelt nun schon mal dankbar Kaja an. Und dann erscheint noch Kajas großer Bruder, der in der Stadt wohnt und dort Geschäfte macht, die seinem Vater überhaupt nicht gefallen… In der Tradition der tschechischen Nouvelle Vague erzählt Bohdan Sláma vom Landleben in einem mährischen Dorf. Heiter und selbstironisch werden die Träume und geheimen Sehnsüchte der ausgesprochen sympathischen Helden in Szene gesetzt, die so viel ärmer sind als wir und ihre Armut und den Mangel an Perspektive dennoch mit Würde meistern. WILDE BIENEN wurde auf verschiedenen Independent-Festivals begeistert aufgenommen und mit Preisen bedacht, etwa beim Filmfestival in Cottbus und Rotterdam, oder im russischen Sotschi.

Snowpiercer

KOR/USA/FRA/CZE

2013

Bong Joon Ho

Chris Evans, Song Kang-ho, Jamie Bell, Ewen Bremner, Tilda Swinton, John Hurt, Ed Harris

Ein 2014 begonnenes experimentelles Projekt gegen die Klimaerwärmung ist entsetzlich fehlgeschlagen: Nun ist die ganze Welt von Eis bedeckt, nur ein überlanger Zug, der Snowpiercer, zieht einsam seine Runden. An Bord befindet sich die verbliebenen Menschheit – am Zugende die Unterschicht, zusammengepfercht, geknechtet, unter erbärmlichsten Bedingungen. Vorne im Zug: Die Oberschicht, die jeden Luxus genießt. Doch die unterdrückten Massen proben den Aufstand und kämpfen sich zur Spitze des Zuges durch… Die internationale Produktion, nach einer französischen Graphic Novel, setzt metaphorische Science Fiction als rasante Action in Szene. Für die US-Kinoauswertung forderte der Verleiher Kürzungen, weil der Film „zu intelligent“ sei. Bong Joon-ho weigerte sich, ein großer US-Start blieb dem Film verwehrt.

Hunde, die bellen, beißen nicht

KOR

2000

Bong Joon-ho

Lee Sung-jae, Bae Du-na

Ein anonymes Wohnhochhaus am Stadtrand von Seoul: Professor Yoon-ju steht unter der Pantoffel seiner hart arbeitenden, hochschwangeren Frau, ist arbeitslos, zwangsweise ein Stubenhocker. Zudem treibt ihn ein unablässig bellender Hund in der Nachbarschaft in den Wahnsinn. Yoon-ju beschließt, den Hund verschwinden zu lassen – doch auch andere Hunde kläffen. Und die junge Hyun Nam kommt alsbald Yoon-jus mörderischem Treiben auf die Spur.
Bong Joon-hos Langfilmdebüt beschreibt einen Mikrokosmos der Großstadt voll einsamer, unzufriedener, eigenwilliger Menschen, inklusive absurder Elemente wie koreanischer Hundesuppe, dem schrecklichen Phantom „Boiler Kim“ und 100 Meter Toilettenpapier – eine Komödie mit höchst düsteren Momenten.

Memories Of Murder

KOR

2003

Bong Joon-ho

Song Kang-ho, Kim Sang-kyung, Kim Loi-ha

Nach wahren Begebenheiten um den ersten Serienkiller Südkoreas folgt Bong Joon-ho den Bemühungen der überforderten Ermittler, dem Mörder auf die Spur zu kommen. Wobei – wir befinden uns in der Zeit der Militärdiktatur 1986 – ohne Rücksicht auf die Verdächtigen vorgegangen wird, weil vor allem eine schnelle Lösung erreicht werden soll, die mit der Aufklärung der Fälle nur wenig zu tun hat. Der unheimlich packende Thriller war 2003 der erfolgreichste Film in Korea und führte zum internationalen Durchbruch für den Regisseur: Sein raffinierter Umgang mit Genremustern, das Brechen von Erwartungen und Traditionen sind ein Markenzeichen seines Stils.

Mother

KOR

2009

Bong Joon-ho

Kim Hye-ja, Won Bin, Jin Ku, Yoon Jae-moon

Mit Heilkräutern und Akupunktur kümmert sich eine ältere Witwe um ihre Mitmenschen. Vor allem aber kümmert sie sich um ihren Sohn Do-jun, der geistig ein wenig zurückgeblieben ist. Als Do-jun verdächtigt wird, eine Schülerin ermordet zu haben – für die Polizei die einfachste Lösung des Falls –, setzt sie Himmel und Hölle in Bewegung, um ihren Liebling zu befreien. Aus dem Thrillerplot schält Bong Joon-ho eine Charakterstudie heraus, in der sich menschliche Beziehungen und menschliche Abgründe offenbaren: Spannung, Drama und Mystery werden unterfüttert von den komplexen Charakteristika der Protagonisten.
Der Film läuft begleitend zur Ausstellung „Mutter!“ der Kunsthalle Mannheim.
Einführung: Dr. Peterr Bär

Parasite

KOR

2019

Bong Joon-ho

Song Kang-ho, Lee Sun-kyun, Cho Yoe-jeong, Jang Hye-jin, Park So-dam

Die Sensation der Oscarverleihung 2020: Nicht nur die (erwartete) Auszeichnung als bester internationaler Film, sondern auch die für den besten Film, das beste Drehbuch und die beste Regie konnte Bong Joon-ho in Empfang nehmen für seine genresprengendes Familien- und Gesellschaftsdrama inklusive Kriminal- und Horrorelemente.
Familie Kim lebt in ärmlichsten Verhältnissen, als Sohn Ki-woo mit gefälschten Papieren als Hauslehrer bei der reichen Familie Park anheuert. Es gelingt ihm, mit ein paar Lügen seine Familienangehörigen in die Villa einzuschleusen – doch sie sind nicht die einzigen, die die Parks unterwandern wollen…
Referenten: Alexandre Métraux, Gerhard Schneider

The Host

KOR

2006

Bong Joon-ho

Song Kang-ho, Byeon Hee-Bong, Park Hae-il, Bae-Doo-na

Ein dunkler Schatten im Wasser: ein gigantisches Amphibium entführt die kleine Tochter von Kang-du. Mit seiner Familie – inklusive trinkendem Onkel und bogenschießender Tante – begibt er sich auf die Suche. Und gerät unversehens in Konflikt mit den Behörden: Das Monster ist Ergebnis der Flussverunreinigung durch einen US-Militärstützpunkt. Geheimnisse, Mauscheleien, dreiste Lügen: Und mittendrin eine chaotische Truppe von Nobodys im Kampf gegen einen übermächtigen Feind. Ins blutige Science-Fiction-Horror-Monster-Genregewand verpackt Bong Joon-ho beißende Gesellschaftsanalyse und bittere Satire. Der Film rangiert in Südkorea unter den 20 erfolgreichsten aller Zeiten.

Schütze mich auf allen Wegen – Ovunque proteggimi

ITA

2018

Bonifacio Angius

Alessandro Gazale, Francesca Niedda, Antonio Angius, Teresa Soro

Alessandro ist fünfzig, verdingt sich mehr schlecht als recht als Sänger, wohnt noch bei seiner Mutter in seiner Heimatstadt Sassari auf Sardinien und verbringt die meiste Zeit in seiner Lieblingsbar. Nach einer Krise landet er in einer Klinik, wo er die junge und fragile Patientin Francesca kennenlernt, die um das Sorgerecht für ihren fünfjährigen Sohn Antonio kämpft. Plötzlich sieht Alessandro wieder eine Aufgabe vor sich. Er nimmt mit Francesca Reißaus aus der Klinik und entführt mit ihrer Hilfe den kleinen Antonio aus einem Kinderheim in Cagliari. Nun ist das Trio im Auto auf der Flucht…
Zwei Menschen kämpfen um einen radikalen Neuanfang im Leben. Ein ungewöhnliches Roadmovie quer durch Sardinien, das in Italien viel beachtet wurde. Beim Filmfestival von Bari gewann Alessandro Gazale den Preis als bester Darsteller.
„Die Menschen, von denen ich in OVUNQUE PROTEGGIMI erzähle, Francesca und Alessandro, gehören zu mir. Alessandro besitzt eine Leidenschaft, die ihn langsam aber sicher verlässt und die er trotz seiner äußeren Lebendigkeit nicht wieder entfachen kann. Francesca glaubt, dass sie sich nur retten kann, indem sie vor einem Leben in Trümmern davonläuft, ihres Kindes beraubt, das sie mehr als alles liebt, und betrogen von einer scheinheiligen, zynischen Moralgesellschaft, die immer bereit ist zu verurteilen. Alles entsteht aus Situationen und Gefühlen, die ich in erster Person erlebt habe. Und wenn die Figuren als Außenseiter abgestempelt werden, dann möchte ich hiermit mit Seelenruhe verkünden, dass auch ich ein Außenseiter bin.“ Bonifacio Angius

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