Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Nuestro tiempo

MEX/FRA/DEU/DNK/SWE

2018

Carlos Reygadas

Natalia López, Phil Burgers, Carlos Raygadas, Maria Hagerman

Esther und Juan sind ein Paar, das eine glückliche und liberale Beziehung führt. Sie leben auf einer Ranch, auf der Kampfstiere gezüchtet werden, Esther managt tatkräftig die Farm, während Juan, ein bekannter und mit Auszeichnungen bedachter Dichter, sich um die Zucht kümmert. Doch dann taucht der Amerikaner Phil auf, ein Zureiter, mit dem Esther eine Affäre beginnt. Und es entspinnt sich ein Wetteifern um die Liebe von Esther. Oder geht es um mehr? Juan, der gefeierte Poet, sieht sich selbst an den Erwartungen, die er an sich hat, scheitern: Die sexuelle Freiheiten, die in ihrer Ehe vereinbart sind, scheinen außer Kontrolle zu geraten.
Die Geschichte einer Ehe, die bedingungslos, offen und ohne Geheimnisse sein will und die durch einen Fremden mit ihren eigenen Grundsätzen konfrontiert wird, führt Carlos Reygadas in die Breitwanddimensionen eines Westerns. Kunstvoll spiegelt der Film die Dreiecksgeschichte in den Gegebenheiten der Rinderfarm wider: Die beiden männlichen Rivalen wirken wie zwei Bullen, die sich gegenüberstehen. In dieser Anatomie einer Liebe und Dekonstruktion der Maskulinität übernahmen er und seine Ehefrau Natalia López die Hauptrollen.
Carlos Reygadas, 1971 in Mexico City geboren, gilt als einer der interessantesten Filmemacher der Gegenwart, das British Film Institute bezeichnete ihn als „the one-man third wave of Mexican cinema“. Seit 2002 – nach einer Karriere als Völkerrechtler – dreht er Filme. Für POST TENEBRAS LUX erhielt er 2012 den Regiepreis von Cannes. NUESTRO TIEMPO ist sein fünfter Spielfilm. Der Film läuft bei Cine Latino vor dem deutschen Kinostart.

Stellet Licht

MEX

2007

Carlos Reygadas

Cornelio Wall Fehr, Miriam Toews, Maria Pankratz

Im mexikanischen Staat Chihuahua ist Bauer Johan, ein strenggläubiger Mennonit, mit Esther verheiratet, mit der er sechs Kinder hat. Gleichzeitig hat er seit zwei Jahren eine Affäre mit Marianne. Es ist ihm unmöglich, eine Entscheidung zwischen den beiden Frauen zu fällen. Er vertraut sich seinem Freund Zacarias und seinem Vater, einem Prediger, an, der die Handlungen seines Sohnes verteufelt. Dennoch helfen sie ihm. Carlos Reygadas neuer, betörend schöner, mystisch-heilsamer Film setzt sich mit dem ewigen Mysterium zwischenmenschlicher Liebe und Verrats auseinander.

Carmen

ESP

1983

Carlos Saura

Laura del Sol, Antonio Gades, Paco de Lucía, Marisol, Cristina Hoyos

Carlos Saura, der große spanische Filmemacher, verwebt die Handlung von George Bizets Oper “Carmen” mit dem Entstehungsprozess der Flamenco-Choreographie eines Tanzensembles: Choreograph Antonio bereitet eine Bearbeitung des Opernstoffes vor. Als Hauptdarstellerin findet er die junge, temperamentvolle Carmen, in die er sich hoffnungslos verliebt. Sie ist eine Herzensbrecherin, deren Ehemann im Gefängnis sitzt – und sich nicht nur mit dem besessenen Antonio einlässt…
In seiner filmischen Flamenco-Ballett-Inszenierung erklingt neben der Bizet-Musik packender Flamenco aus der Feder des Gitarrenvirtuosen Paco de Lucía: Die Geschichte von Liebe, Eifersucht und Mord wird so im hämmernden Rythmus, dem Spiel der Hände und den Stakkato-Schlägen der jagenden Füße zu einer mitreißend sinnlichen Inszenierung, in der Realität und Fiktion verschwimmen.

Flamenco, Flamenco

ESP

2010

Carlos Saura

Gedreht in der eindrucksvollen Kulisse des ehemaligen Weltausstellungspavillons in Sevilla und unter Einbeziehung von Kunstwerken von Picasso bis Klimt, gelingt Saura erneut eine atemberaubende fi lmische Verschmelzung von Licht, Musik und Tanz, eine Hommage an die Schönheit und Vielseitigkeit des Flamenco. Über 300 Mitwirkende zeigen nicht nur die traditionelle Kunst dieses spanischen Nationaltanzes, sondern auch neue, ungewöhnliche Formen („fusion flamenco“). Als roter Faden durchläuft der Film die Lebensspanne eines Menschen von der Geburt bis zum Tod, jeweils assoziativ ausgedrückt durch unterschiedliche Tanz- und Gesangsstile. Ein überwältigendes Erlebnis für alle Sinne mit José Mercé, Estrella Morente, Sara Baras, Miguel Poveda u.v.a.

Goya

ESP

2000

Carlos Saura

Francisco Rabal, José Coronado, Dafne Fernandez

Carlos Saura erzählt die Geschichte von Goya in Rückblenden, ausgehend vom Exil des 82-Jährigen in Bordeaux. Der Künstler blickt in Gedanken und in Gesprächen mit seiner Tochter zurück auf sein Leben und Schaffen, was mitunter zu einer Abfolge albtraumhafter Delirien führt. Viele der kraftvollen Sequenzen stehen in surrealistischer Tradition. Die opulente Künstler-Hommage ist kein klassischer Historienfilm: In seiner Synthese aus Film, Malerei und Theater wird der Film selbst zum Kunstwerk. Dr. Thomas Köllhofer zeigt, wie sich beide Goya-Filme von der historisch fassbaren Person Goya entfernen und wie dennoch jeder auf seine Art ganz unterschiedliche Facetten des Künstlers und seines Werks erfahrbar macht. Ermäßigtes Kombiticket für beide Filme. In der Pause zwischen den Filmen werden spanische Tapas serviert.

Jota – Mehr als Flamenco

ESP

2016

Carlos Saura

In seinen Spielfilmen beschäftigt sich Carlos Saura seit den 1960ern mit scharfem Blick mit der spanischen Gesellschaft. In seinen Musikdokumentationen richtet er sein Augenmerk auf Traditionen, die Heimat und Zusammenhalt erschaffen: Der argentinische Tango, beispielsweise, der portugiesische Fado. Oder die Jota, der traditionellen Tanz und die Musik seiner Heimat Aragon. Mittels einer visuellen Reise, in der Szenik und Licht gezielt eingesetzt werden, setzt er sich mit dem Ursprung seiner Heimatmusik auseinander, aber auch mit der Zukunft dieser kraftvollen Musik: Ein lebendiges, einzigartiges Dokument, historisch fundiert und zugleich erzählt für künftige Generationen. Mit der weltberühmten Flamencotänzerin Sara Baras, dem Flamencogitarristen Juan Manuel Cañizares, dem Geiger Ara Malikian und dem Balletttänzer Miguel Ángel Berna.

Renzo Piano - Architekt des Lichts

ESP

2018

Carlos Saura

Der Dokumentarfilm des Regisseurs Carlos Saura über den italienischen Star-Architekten Renzo Piano (*1937) versucht, den langwierigen Entstehungsprozess von Architektur einzufangen, von der ersten Idee bis hin zur konkreten Bau-Ausführung. Was zeichnet die Architektur von Renzo Piano aus, worin liegt die Besonderheit seiner Modelle und fertigen Gebäude, die in aller Welt für Begeisterung und Faszination sorgen? Vor allem die Museumsbauten – z. B. die Fondation Beyeler in Basel-Riehen, das Zentrum Paul Klee in Bern oder das Whitney Museum of American Art in New York – sind Meilensteine eines besonderen Lebenswerks. Der Film entstand im Rahmen der Errichtung des Museums und Kulturzentrums „Centro Botín“ im nordspanischen Santander, das Renzo Piano entwarf und das 2017 fertiggestellt wurde. Und ganz ähnlich wie 1997 in Bilbao der spektakuläre Museumsbau des Architekten Frank Gehry die Stadt veränderte, hoffen auch die Bewohner von Santander auf einen Entwicklungsschub durch das neue Kulturzentrum für die Stadt und die Region.
Einführung: Dr. Mathias Listl, Kunsthalle Mannheim

Zonda: Folclore argentino – Argentina

ARG/ESP/FRA

2015

Carlos Saura

Musik, Tanz und Leidenschaft: In Carlos Sauras ARGENTINA wirbeln die Röcke, hypnotisieren die Rhythmen, betören die folkloristischen Melodien. Der preisgekrönte Regisseur begibt sich anhand von Tanzszenen und Liedern auf eine persönliche Reise durch die verschiedenen Regionen Argentiniens. Dabei trifft und porträtiert Saura einige der bekanntesten Künstler des Landes wie Pedro Aznar, Soledad Pastorutti, Jaime Torres und Mercedes Sosa. So zeigt ARGENTINA durch Musik und Tanz ein Land, seine Einwohner, seine Geschichte, seine faszinierende, lebendige Kultur.

El Gato Desaparece - The Cat Vanishes

ARG

2011

Carlos Sorín

Luis Luque, Beatriz Spelzini

Ein Film über den Wahnsinn wollte Carlos Sorín eigentlich inszenieren. Doch ein Zitat Alfred Hitchcocks brachte ihn von diesem Vorhaben ab. Der hatte nämlich zu PSYCHO gesagt, dass dies kein Film über den Wahnsinn, sondern über das Filmemachen an sich sei. Und so verneigt sich Sorín vor dem "Master of Suspense". Er erzählt die Geschichte eines Professors, der als geheilt aus der Psychiatrie entlassen wird. Doch seine Ehefrau hat Angst vor erneuten Gewaltausbrüchen ihres Mannes. Und wo ist nur die titelgebende Hauskatze, die seit Tagen wie vom Erdboden verschluckt scheint? Raffiniert spielt Sorín mit den Erwartungen seiner Zuschauer. Ist der Professor verrückt oder nicht? Die clevere Farbdramaturgie und die Filmmusik tragen neben dem guten Darstellerduo viel zum Reiz dieses Thrillers bei. Hitchcocks hätte vermutlich viel Spaß gehabt. Carlos Sorín, 1944 in Buenos Aires geboren, studierte Film und begann seine Karriere in der Werbefilmbranche. Sein erster Spielfilm LA PELICULA DEL REY (1986) wurde in Venedig mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet. Bei CineLatino liefen seine prämierten Filme HISTORIAS MÍNIMAS (2005) und LA VENTANA (2010).

Historias Minimas

Argentinien

2002

Carlos Sorin

Javier Lombardo, Antonio Benedictis, Javiera Bravo

Auf den endlosen, staubigen Straßen im Süden Patagoniens kreuzen sich die Leben dreier Menschen: Der 80-jährige Rentner Don Justo sucht nach seinem entlaufenen Hund. Der 40-jährige Handlungsreisende Roberto macht sich mit Torte und Heiratsantrag auf den Weg zur Witwe eines Ex-Kunden. Das Cremegebäck soll ihr Herz erobern. Und die arme, 25-jährige junge Mutter Maria träumt von der faszinierenden Welt des Fernsehens, nachdem sie in einer Gameshow gewonnen hat. Als Roberto klar wird, dass es sich bei dem Kind seiner Angebeteten nicht um einen Sohn, sondern eine Tochter handeln könnte, ist Phantasie gefragt. Aus dem Backwerk in Form eines Fußballs wird so kurzerhand eine Schildkrötentorte. Denn: „Wer die Improvisation nicht beherrscht, geht unter“. Das Leben als Improvisation – um nichts Geringeres geht es hier. Und so hat Filmemacher Carlos Sorin in seinem tragikomischen Roadmovie überwiegend mit Laien zusammengearbeitet und seine Geschichten den wirklichen Lebensläufen der Beteiligten angeglichen. Ohne spektakuläre Ereignisse erzählt der Film über die flüchtigen Begegnungen, hoffnungsvollen Blicke und unbeholfenen Gesten vom unerschöpflichen Reichtum des alltäglichen Lebens.

La Ventana - Das Fenster

ARG

2008

Carlos Sorín

Antonio Larreta, Arturo Goetz, Jorge Diez

LA VENTANA schildert den letzten Tag im Leben des uruguayischen Autors Antonio Larreta: Weit weg vom Lärm der Stadt lebt Don Antonio auf einem ländlichen Anwesen, umsorgt von ein paar dienstbaren Geistern, die den schwerkranken Mann versorgen. Als sein Sohn, ein gefeierter Pianist, zu Besuch kommt und das alte Piano im Haus wieder auf Vordermann bringen will, wird dies zu einem Tag des Abschieds. Eine kleine Geschichte, langsam und intensiv – das wahre Leben. (also leider ab 18)

Magical Girl

ESP

2014

Carlos Vermut

Lucia Pollan, Luis Bermejo

Die 12-jährige Alicia ist an Leukämie erkrankt und möchte unbedingt einmal das Magical-Girl-Kleid tragen, das einst die japanische Sängerin Megumi anhatte. Nachdem sie wieder ins Krankenhaus musste und ihr Vater Luis erfahren hat, dass sie ihren 13. Geburtstag nicht mehr erleben wird, setzt er alles daran, ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Es folgt eine Verkettung von Zufällen, deren Inszenierung diesen wunderbar hinter- und eigensinnigen Film absolut sehenswert macht.

Er Sie Ich

DEU

2017

Carlotta Kittel

Zwei Menschen, zwei Wahrnehmungen, zwei Erinnerungswelten. Liebten sich Angela und Christian? Waren sie fest zusammen? Welche Erwartungen hatten sie aneinander? Auf alle Fragen gibt es zwei widersprüchliche Antworten. Fest steht: Die beiden lernten sich 1986 in Berlin kennen. Als Angela schwanger wurde und sich für das Kind entschied, brach der Kontakt ab. 25 Jahre später stellt die Tochter eine Kamera auf. Sie interviewt Christian, sie interviewt Angela. Dann spielt sie ihnen die Aufnahmen der/des jeweils anderen vor. Und plötzlich entsteht eine Dynamik zwischen den beiden Eltern, ohne dass sie sich tatsächlich begegnen.
ER SIE ICH ist ein Film über die Macht, die eigene Geschichte zu erzählen, und die Machtlosigkeit, eine zweite Version dieser Geschichte zu verhindern. Ein Gespräch, das nie geführt wurde.

Spirit in the Blood

DEU/CAN

2024

Carly May Borgstrom

Summer H. Howell, Sarah-Maxine Racicot, Michael Wittenborn, Kimberly-Sue Murray, Greg Bryk

Die 15jährige Emerson zieht mit ihrer Familie in eine abgelegene, tiefreligiöse Gemeinde irgendwo in Kanada. Schnell freundet sie sich mit der selbstbewussten Delilah an. Sie streifen gemeinsam durch die Wälder. Dann wird eines Tages ein Mädchen tot aufgefunden – ein Berglöwenangriff? Doch Emerson ist überzeugt, selbst schon im Wald von einem Monster verfolgt worden zu sein. Sie und Delilah sagen der bösen Kreatur den Kampf an und versuchen, durch ein selbsterfundenes Ritual ihre eigenen dunklen Kräfte zu entfesseln. Bald schon schließen sich ihnen weitere Mädchen an…

Thriller, Coming of Age, Elevated Horror, kurz: eine Mischung aus STRANGER THINGS und STAND BY ME – Carly May Borgstrom zeigt den Schrecken als Impuls für weibliches Empowerment gegenüber einer konservativ-patriarchalischen Gesellschaft, gedreht mit überwiegend weiblichem Produktionsteam.

Mary Bauermeister - Eins und eins ist drei

DEU

2020

Carmen Belaschk

Mary Bauermeister (*1934) gilt als Mutter der sog. „Fluxus“-Bewegung der 1960er Jahre. Fluxus bringt Video, Musik, Licht, Geräusche, Bewegung, Handlungen und diverse Materialien in einer Aktion zusammen und zielt auf eine fließende (Fluxus: lat. Fluss) Einheit von Kunst und Leben. In einem Dachgeschoss der Kölner Lintgasse arbeitet Bauermeister mit Persönlichkeiten wie Karlheinz Stockhausen, John Cage, Nam June Paik, Josef Beuys zusammen und wechselt 1962 für zehn Jahre nach New York, wo sie sich in der vielfältigen Kunstszene vor allem mit ihren „Linsenkästen“ durchsetzen kann: In offenen, weißen Holzkisten schuf Bauermeister kleine, geheimnisvolle Welten aus glänzendem Glas, Lupen, Linsen und Prismen, hinterlegt von feinen Tuschezeichnungen und aufgetragenen Texten. Zurück in Köln beschäftigt sie sich mit Landschafts- und Gartengestaltung, erhält zunehmend öffentliche und private Aufträge dafür und legt über die Jahre ein faszinierendes, großes Areal an, in dem Bauwagen, kleine Häuschen und ein Turm zwischen Bäumen und Beeten genug Platz für sie, ihre Kinder (u. a. aus der Ehe mit Karlheinz Stockhausen) und befreundete Künstler*innen bieten – für ein Leben voller Kreativität.
Einführung: Dr. Dorothee Höfert, Kunsthalle Mannheim

Work Hard - Play Hard

DEU

2011

Carmen Losmann

Von non-territorialen Office Spaces, multimobilen Knowledge-Workern, Blackberries und Miles&More – ein Roadmovie in die Arbeitswelten von heute. Der Dokumentarfilm unternimmt eine Reise durch die postindustriellen Wissenswerkstätten und Dienstleistungs-Zentren. Hier ist die Arbeit „frei“, es gibt weder Stechuhr noch Anwesenheitspflicht – die Ressource Mensch rückt in den Mittelpunkt. Der Film heftet sich an die Fersen einer High-Tech-Arbeiterschaft, die hochmobil und leidenschaftlich die Arbeit zum Leben macht…

Der dritte Mann

GBR

1949

Carol Reed

Joseph Cotton, Orson Welles, Alida Valli, Trevor Howard, Paul Hörbiger, Erich Ponto

Orson Welles als zynischer Penicillin-Schieber Harry Limes im Nachkriegswien erschafft ikonische Momente der Filmgeschichte: Im Hauseingang, beleuchtet vom Schein eines einzelnen Lichtes; im Riesenrad, wo er seine böse Philosophie ausbreitet; bei der Verfolgungsjagd durch die Abwasserkanäle…
Joseph Cotten als unbedarfter amerikanischer Groschenromanschriftsteller Holly Martins ist überzeugt, dass Limes noch lebt, obwohl er bei seiner Ankunft in Wien gerade rechtzeitig zu dessen Beerdigung kommt. Während die Besatzungsmächte im geteilten Wien den neugierigen Fremden wieder ausweisen möchten, forscht Martins nach und gerät hinein in das Geflecht alliierter Interessen und skrupellosem Schwarzmarkthandel. Und trifft tatsächlich auf den alten Freund…
Expressionistische Lichtsetzung, verkantete Kamera, insbesondere die Ohrwurm-Zithermusik von Anton Karas: Carol Reed inszenierte in vollendeter Meisterschaft diesen düsteren Film noir-Thriller mitten im labyrinthischen zerbombten Wien.

Michelangelo: Inferno und Exstase

USA

1965

Carol Reed

Charlton Heston, Rex Harrison

Das Leben eines genialen Künstlers zum Gegenstand eines Spielfilms zu machen, erfordert Mut. Der Star-Regisseur Carol Reed („Der dritte Mann“) wagte sich 1965 an die Verfilmung der produktiven Beziehung zwischen Michelangelo, dem Künstler, und Papst Julius II., dem Auftraggeber. Er griff dazu auf den Roman „The Agony and the Ecstasy“ (Irving Stone) zurück. Mit viel Pathos schildert der Film die Entstehung der gewaltigen Deckenmalerei der Sixtinischen Kapelle von 1508–1512. Das Verhältnis von Michelangelo und Papst Julius II. ist im Film – historisch korrekt – von Bewunderung sowie Abneigung geprägt. Michelangelo sucht einen Mäzen, während er für Papst Julius II. die Garantie zur Unsterblichkeit ist. 138 Minuten großes Hollywood-Kino. Einführung: Dorothee Höfert FSK: frei ab 12 Jahren

Imani

UGA/SWE

2009

Caroline Kamya

Rehema Nanfuka; Philip Buyi

Drei Menschen an einem ganz normalen Tag in der Hauptstadt Kampala: eine Hausangestellte, die ihre Schwester bei der korrupten Polizei freikaufen muss, ein ehemaliger Kindersoldat, der in sein kriegsgeschädigtes Dorf zurückkehrt und ein Hip Hopper, der am Abend einen Auftritt plant. Der Film gleicht einer Momentaufnahme der ugandischen Gesellschaft mit ihren zentralen Problemen. Dank überzeugender Darsteller, einem Gespür für visuelle Darstellung und einer eigenwilligen, narrativen Musikebene ist der ugandischen Regisseurin Caroline Kamya eine herausragende Produktion des jungen afrikanischen Kinos gelungen, die sich nicht mehr primär an westlichen Vorbildern orientiert. (also ab 18)

Salgán & Salgán – A Father-Son Tango

ARG

2014

Caroline Neal.

Ein Musik-Dokumentarfilm, der zugleich eine berührende Vater-Sohn- Geschichte erzählt: Horacio Salgán, 98 Jahre alt, ist ein gefeierter Tango- Pianist – eine argentinische Legende. Auch sein Sohn Cesar, zu dem er jahrzehntelang kaum Kontakt hatte und der seinen Vater hauptsächlich aus dem Fernsehen kannte, ist Pianist und liebt, lebt und spielt den Tango. Kein leichtes Los bei dem Vater, der einen großen Schatten wirft. Das Schicksal will es, dass beide eines Tages gezwungen sind, sich anzunähern. Schließlich kommt der Moment, in dem der Sohn aus dem Schatten des Vaters treten muss…

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