Die alte Marthe (A. S.) wird der Hexerei bezichtigt und flüchtet ins Pfarrhaus, wo sie der jungen Pfarrersf rau (L. M.) ein Geheimnis anvertraut: Auch die Mutter der Pfarrersfrau sollte vor vielen Jahren als Hexe verbrannt werden, der Pfarrer (T. R.) hat sie aus Liebe zu seiner jetzigen Frau gerettet. Die alte Marthe aber liefert der Pfarrer den Häschern aus, und sie wird verbrannt. Die junge Frau ist durch dieses Erlebnis aufgewühlt; und in dieser Stimmung verstrickt sie sich in eine leidenschaftliche Liebe zu Martin (P. L. R.), dem Sohn des Pfarrers aus erster Ehe, der nach langer Abwesenheit in sein Elternhaus zurückgekehrt ist. Als der Pfarrer das Verhältnis entdeckt, trifft ihn der Schlag. An seinem Totenbett klagt seine Mutter (S. N.) die junge Witwe an, Martin mit Hilfe des Teufels umgarnt zu haben. Die junge Frau, von dem Geliebten allein gelassen und von Schuldgefühl gequält, nimmt die Verurteilung als Hexe an und erwartet den Feuertod. VREDENS DAG ist mittelalterliche Chronik und psychologische Studie in einem. Vor allem aber ist dies ein religiöses Drama, in dem ein unbeugsamer Gott regiert, in dem die Menschen ständig vom Bösen bedroht sind. Fast unausweichlich verfallen sie der Versuchung. Doch in der Schuld gewinnen sie Selbsterkenntnis, aus dem Leid wächst ihnen die Kraft zur Sühne. Dreyer erzählt seine Chronik in streng komponierten Bildern von düsterer Kraft. Fast die gesamte Handlung spielt in den Räumen des Pfarrhauses. Das ungeschminkte menschliche Gesicht beherrscht die Szenerie; niedrige Räume erdrücken den Menschen; kalkig weiße Hintergründe isolieren ihn. (Reclams Filmführer. Stuttgart 1973)