Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Tag Der Rache

EN

1943

Carl Th

Lisbeth Movin, Thorkild Roose, Preben Lerdorff Rye, Sigrid Neiiendam, Anne Svierkier

Die alte Marthe (A. S.) wird der Hexerei bezichtigt und flüchtet ins Pfarrhaus, wo sie der jungen Pfarrersf rau (L. M.) ein Geheimnis anvertraut: Auch die Mutter der Pfarrersfrau sollte vor vielen Jahren als Hexe verbrannt werden, der Pfarrer (T. R.) hat sie aus Liebe zu seiner jetzigen Frau gerettet. Die alte Marthe aber liefert der Pfarrer den Häschern aus, und sie wird verbrannt. Die junge Frau ist durch dieses Erlebnis aufgewühlt; und in dieser Stimmung verstrickt sie sich in eine leidenschaftliche Liebe zu Martin (P. L. R.), dem Sohn des Pfarrers aus erster Ehe, der nach langer Abwesenheit in sein Elternhaus zurückgekehrt ist. Als der Pfarrer das Verhältnis entdeckt, trifft ihn der Schlag. An seinem Totenbett klagt seine Mutter (S. N.) die junge Witwe an, Martin mit Hilfe des Teufels umgarnt zu haben. Die junge Frau, von dem Geliebten allein gelassen und von Schuldgefühl gequält, nimmt die Verurteilung als Hexe an und erwartet den Feuertod. VREDENS DAG ist mittelalterliche Chronik und psychologische Studie in einem. Vor allem aber ist dies ein religiöses Drama, in dem ein unbeugsamer Gott regiert, in dem die Menschen ständig vom Bösen bedroht sind. Fast unausweichlich verfallen sie der Versuchung. Doch in der Schuld gewinnen sie Selbsterkenntnis, aus dem Leid wächst ihnen die Kraft zur Sühne. Dreyer erzählt seine Chronik in streng komponierten Bildern von düsterer Kraft. Fast die gesamte Handlung spielt in den Räumen des Pfarrhauses. Das ungeschminkte menschliche Gesicht beherrscht die Szenerie; niedrige Räume erdrücken den Menschen; kalkig weiße Hintergründe isolieren ihn. (Reclams Filmführer. Stuttgart 1973)

Du Sollst Deine Frau Ehren

DKN

1925

Carl Th. Dreyer

Johannes Meyer, Astrid Holm, Karin Nellemose, Mathilde Nielsen

John ist ein echter Kotzbrocken, der seine beruflichen Schwierigkeiten und Enttäuschungen an Frau und Kindern abreagiert. Statt die aufopfernde Arbeit seiner Frau zu honorieren, meckert er nur an allem und jedem herum und gelegentlich „rutscht ihm die Hand aus“. Am Rande eines Nervenzusammenbruchs verreist die Frau ohne Angabe einer Adresse und begibt sich in eine Kur auf dem Land. Statt ihrer zieht Johns frühere Amme ein, um den Haushalt zu versorgen. Sie ist aus anderem Holz geschnitzt und zeigt John, wo die Harke hängt. Da wird gleiches mit gleichem vergolten, bis der Haustyrann seine Fehler einsieht und um Verzeihung bittet. Mit einer für das Entstehungsjahr 1925 bemerkenswerten Modernität ergreift Dreyer Partei für die Frau und anerkennt ihre unbezahlte Arbeitsleistung in der Familie. Dabei ist der Film auch noch umwerfend komisch: Wann haben Sie schon mal im Film einen Mann in der Ecke stehen oder das Baby wickeln gesehen?

Die Passion Der Jeanne D'arc

FRA

1928

Carl Theodor Dreyer

Maria Falconetti, Maurice Schutz, André Berley

Der Film behandelt die Gerichtsverhandlung, Aburteilung und Hinrichtung der Jeanne d’Arc. Carl Theodor Dreyer arbeitet in seinem Film vorwiegend mit Großaufnahmen und mit sparsamen, mathematisch kalkulierten Kamerabewegungen; die Zwischentexte sind den Prozessakten entnommen. Der Film ist kein Historiengemälde, keine Chronik der Ereignisse, sondern die distanzierte Beschreibung eines Glaubenskampfes, bei dem Blicke, Gesten und Körperhaltungen die interne Anspannung aller Beteiligten ausdrücken. Ein trotz seiner analytischen Struktur bewegender Film, der bei der Uraufführung 1928 in Paris Proteste der katholischen Kirche auslöste. Der Film wird von Günter Buchwald musikalisch begleitet (Klavier, Violine)

Vampyr - Der Traum Des Allen Grey

FRA

1932

Carl Theodor Dreyer

Julian West, Maurice Schutz, Rena Mandel

Allan Grey, ein Student auf der Durchreise, kehrt in der Nähe der französischen Ortschaft Courtempierre in ein Gasthaus ein, wo er Zeuge mehrerer unheimlicher Ereignisse wird. Als er erfährt, dass ein Vampir in der Gegend sein Unwesen treibt und die Tochter eines Schlossherrn in seiner Gewalt hat, beschließt er, einzugreifen. „Dreyers erster Tonfilm zählt zu den Klassikern des Horrorgenres und zu den Meisterwerken des europäischen Vorkriegsfilms überhaupt.“ (Lexikon des int. Films) (also ab 18)

Climate Warriors – Der Kampf um die Zukunft unseres Planeten

DEU

2018

Carl-A. Fechner

Wie kann die globale Energiewende gelingen?
100 Prozent erneuerbare Energie – das ist technisch längst möglich. Doch weltweit stockt der Umbau in der Energiewirtschaft, und weiterhin setzen viele Länder auf Kernenergie und Strom aus Kohle. Regisseur Carl-A. Fechner trifft für diesen Dokumentarfilm Prominente, Politiker*innen und engagierte Mitmenschen aus allen Teilen der Gesellschaft. Sie alle kämpfen als „Climate Warriors“ für ein gemeinsames Ziel: eine saubere, gerechte und sichere Welt durch erneuerbare Energien. Dazu gehört auch eine junge Generation von Climate Warriors wie der charismatische Xiuhtezcatl Martinez, der sich als Aktivist und Hip-Hop-Künstler für die Zukunft unseres Planeten stark macht.
Mit ermutigenden Beispielen zeigt dieser Film auf, dass es eine Graswurzelbewegung vieler Menschen weltweit braucht, um die Energiewende voran zu treiben und politische Rahmensetzungen zu beeinflussen – entgegen aller Widerstände. Eine globale Veränderung kann nur durch eine Bewegung von unten entstehen!
Gesprächspartner*innen: Pedro Coña Caniullan & Sabine Schielmann, INFOE – Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie e.V. / Bildung trifft Entwicklung
Auch am Mi. 18.03.2020, 10.00 Uhr exklusiv für Schulklassen, ab 7. Klasse

I Broke My Future

DEU

2006

Carla Gunnesch

Fela, Karim, Rachid und Daren haben es geschafft, die Utopie eines Lebens im ‚Paradies Europa‘ verwirklicht. In Deutschland unterliegen die Schwarzafrikaner den Vorschriften des Asylverfahrens, die ihnen die Bewegungsfreiheit nehmen und das Arbeiten verbieten. Sie tauchen ein in die Parallelwelt der Illegalität, leben und arbeiten in Berlin, stets auf der Hut vor Polizeikontrollen und den daraus folgenden Strafmaßnahmen. Ein ’normales‘ Leben erscheint unerreichbar. Dieses existiert nur in den Telefongesprächen nach Hause, wenn sie ihren afrikanischen Familien vom ‚Paradies Europa‘ berichten. Filmpartner: Caritas

Romería – Das Tagebuch meiner Mutter

ESP/DEU

2025

Carla Simón

Llúcia Garcia, Mitch, Tristán Ulloa, Miryam Gallego, Janet Novás

Für ihr Filmstudium-Stipendium braucht Marina eine Unterschrift. Sie reist quer durch Spanien nach Vigo an die Atlantikküste, zur Familie ihres Vaters – der war, wie auch ihre Mutter, an Aids gestorben. Nun kommt Marina, begleitet vom Tagebuch ihrer Mutter, an den Ort, wo ihre Eltern die kurze, wilde Zeit ihrer Liebe in den 80er Jahren erlebten, im Aufbruch nach Ende der Franco-Diktatur. Marina taucht ein in die schwirrende Welt voller neuer Tanten, Onkeln, Cousins und Cousinen – und von Geschichten, die sich auf seltsame Weise widersprechen. Denn die Großeltern schämen sich ihres drogensüchtigen Sohnes…

Carla Simón gelingt es großartig, realistische Familienszenen heraufzubeschwören, bindet die spanische Landschaft und Kultur perfekt in die Atmosphäre ein; und verarbeitet mit diesem Film autobiografisch den Aidstod ihrer eigenen Eltern. „Pure Kinomagie.“ (epd Film)

Balseros

Spanien

2002

Carles Bosch und Josep Mª Domènech

Im Sommer 1994 filmte und interviewte ein Fernsehteam sieben Kubaner und deren Familien, die Tage zuvor ihr Land verlassen hatten, um auf selbstgebauten Flößen nach Florida zu gelangen. Die „Balseros“, die aus hoher See aufgefangen worden waren, wurden anschließend im Flüchtlingslager des US-Stützpunktes Guantánamo aufgenommen. Sieben Jahre später gelingt es dem selben Filmteam, die Flüchtlinge aufzuspüren und ihre Lebenswege, auf Kuba oder in den USA, zu dokumentieren. BALSEROS erhielt den Großen Publikumspreis bei den Rencontres Internationales de Cinéma in Paris 2002 und wurde auf den Filmfestivals in Sundance, Havanna (Bester Dokumentarfilm 2002), Amsterdam und Miami gezeigt, wo er mit dem FedEx Express Audience Award for Best Documentary ausgezeichnet wurde. In Zusammenarbeit mit dem Festival „Cine Latino“.

6 x Venedig

ITA

2010

Carlo Mazzacurati

Wer an Venedig denkt, hat sofort die zahlreichen Touristenattraktionen vor Augen, die jeder kennt und für die die Stadt international berühmt ist. Doch wie lebt es sich eigentlich in einer Stadt, die von der ganzen Welt nur sehr einseitig wahrgenommen wird? Sechs Menschen, ein Archivar, ein Zimmermädchen, ein Archäologe, ein Künstler, ein ehemaliger Dieb und ein Junge, werden in ihrem Lebensalltag und Lebensrhythmus beleuchtet. Sie erzählen davon, was sie mit Venedig verbindet. (ohne Altersbeschränkung)

Der Geburtstag

DEU

2019

Carlos A. Morell

Mark Waschke, Anne Ratte-Polle, Finnlay Jan Berger, Kasimir Brause, Anna Brüggemann

Im Wohnzimmer toben die Kinder, in der Küche die Eltern: Kindergeburtstag von Lukas, und es geht alles schief. Die Eltern sind frisch geschieden, Vater Matthias, berufsgestresst und alltagsgenervt, hat mal wieder das geplante Sohnwochenende abgesagt. Und dann wird nach der Feier auch noch der kleine Julius nicht abgeholt. Matthias will den Jungen eigentlich nur loswerden, doch ihn nach Hause zu bringen ist nicht so einfach wie gedacht – und der Film, stilecht in schwarz-weiß, driftet zwischen fehlender Verantwortung, verschwundenen Eltern und gebrochenen Versprechen in Richtung surrealer Film noir-Atmosphäre auf der Reise durch die regnerische Nacht, begleitet von gediegener Jazzmusik.

El traspatio – Das Paradies der Mörder

MEX

2009

Carlos Carrera

Ana de la Reguera, Asur Zagada

Regisseur Carrera, 1962 in Mexico City geboren, zählt zu den international bedeutendsten Regisseuren des mexikanischen Kinos. In EL traspatio soll Kommissarin Blanca Bravo in der Grenzstadt Júarez dem Verschwinden eines Mädchens nachgehen. Bald werden aus einer Vermissten viele. Das Schreckensszenario: Vergewaltigung aus Rache, Lust und Laune oder für Geld gehört zum traurigen Alltag; es herrscht Willkür von obszöner Gewalt gegen Frauen (»feminicidio«). Mit ihren Nachforschungen sticht Blanca in ein Hornissennest. Denn vom Gouverneur bis zum einfachen Arbeiter scheint hier jeder vom heimlichen Schweigekomplott zu profitieren…
Aufsehen erregender Film über Gewalt und Ohnmacht.

Melaza – Molasses

CUB

2013

Carlos Lechuga

Yuliet Cruz, Armando Miguel Gómez

Aldo und Monica sind verheiratet und lieben einander wie am ersten Tag. Dies, obwohl die Umstände nicht ganz einfach sind. Er arbeitet als Lehrer, sie ist in einer stillgelegten Zuckerfabrik angestellt. Beide leben in Melaza, einem abgeschiedenen Flecken Kubas, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Carlos Lechuga betrachtet mit leisem Humor die Tücken des Lebens und wie die Menschen in Kuba sie meistern. So entwickelt sich unweigerlich eine fantasievolle Milieustudie von großer Originalität.
Ausgezeichnet beim letztjährigen Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg mit dem Hauptpreis als ‚Newcomer of The Year‘.

Anchor and Hope

ESP/GBR

2018

Carlos Marques-Marcet

Oona Chaplin, Natalia Tena, Geraldine Chaplin, Charlotte Atkinson, David Verdaguer

Eva und Kat leben unbeschwert ihre Liebe auf einem Hausboot auf den Kanälen Londons – bis Eva, angestachelt durch ihre Mutter, Kat eines Tages ein Ultimatum stellt: Sie will ein Kind. Kat ist klar, dass das unweigerlich das Ende ihres unkonventionellen Lebensstils bedeuten würde, in dem sie sich mit Eva so frei und fröhlich eingerichtet hat – doch als Kats bester Freund Roger aus Barcelona zu Besuch kommt, spielen die drei, gegen Kats Bedenken, doch die Idee eines gemeinsamen Babys durch.
Der mehrfach ausgezeichnete Film über eine unkonventionelle Familienkonstellation mit drei Eltern ist laut LA Times „eine kluge und sexy lesbische Dramödie“ – als Mutter-Tochter-Gespann dabei: Charlie Chaplins Enkelin Oona und ihre Mutter Geraldine.

Battle In Heaven

MEX

2005

Carlos Reygadas

Marcos Hernández, Anapola Mushkadiz, Bertha Ruiz

Marcos entführt ein Baby, das kurz darauf stirbt. Er beichtet seine Schuld einer Prostituierten aus gutem Hause, die mit ihm spielt und ihn zu kontrollieren versucht. Er beschließt, sich der Polizei zu stellen, seine Frau drängt ihn jedoch, seine Sünde zuvor mit einem Pilgermarsch zur Jungfrau von Guadalupe zu sühnen. Für Marcos ist es der letzte Weg, den er zu gehen hat. BATTLE IN HEAVEN ist ein Film über Schuld und Sühne, der wegen seiner expliziten Sexszenen einen Skandal bei den letztjährigen Filmfestspiele in Cannes ausgelöst hatte, aber wegen seines naturalistischen und gleichzeitig subjektiven Stils einer der provokativsten und erschütterndsten Filme der letzten Zeit ist.

Japón

Mexiko / Spanien

2002

Carlos Reygadas

Alejandro Ferretis, Magdalena Flores, Yolanda Villa, Martin Serrano

Ein namenloser Mann hinkt durch das mexikanische Hochland. Er ist in den besten Jahren, doch schon des Daseins überdrüssig. Gezeichnet vom Ekel vor einer absurden Welt sucht er die Einsamkeit der Berge, um sich auf den Tod vorzubereiten. In einem kleinen Dorf findet er Unterschlupf bei Ascen, einer alten Witwe, die in einer Steinhütte lebt. Mit ungewöhnlich montierten und surreal wirkenden Bildern, mit Unschärfen, Über- und Unterbelichtungen macht Regisseur Carlos Reygadas die weltentrückte, depressive Gefühlslage des Lebensmüden spürbar. Verstärkt wird die Stimmung durch die oft subjektive Kameraperspektive und verstörende Toncollagen. „Die männliche Figur hat keinen Namen, aber viele Eigenschaften, die wir alle haben, vor allem Selbstsucht. Der Mann ist so abstrakt wie die Idee, die ihn leitet: seinen Selbstmord vorzubereiten. Die Frauenfigur hingegen hat einen schönen Namen, Ascen, und auch sie hat etwas, was wir alle haben, vor allem Großzügigkeit.“ (Carlos Reygadas) JAPÓN wurde im letzten Jahr u.a. als Bester Lateinamerikanischer Film in Rio de Janeiro und mit der Camera d’Or in Cannes ausgezeichnet. „Der schönste Film des neuen Jahrhunderts!“ (Le Monde)

Nuestro tiempo

MEX/FRA/DEU/DNK/SWE

2018

Carlos Reygadas

Natalia López, Phil Burgers, Carlos Raygadas, Maria Hagerman

Esther und Juan sind ein Paar, das eine glückliche und liberale Beziehung führt. Sie leben auf einer Ranch, auf der Kampfstiere gezüchtet werden, Esther managt tatkräftig die Farm, während Juan, ein bekannter und mit Auszeichnungen bedachter Dichter, sich um die Zucht kümmert. Doch dann taucht der Amerikaner Phil auf, ein Zureiter, mit dem Esther eine Affäre beginnt. Und es entspinnt sich ein Wetteifern um die Liebe von Esther. Oder geht es um mehr? Juan, der gefeierte Poet, sieht sich selbst an den Erwartungen, die er an sich hat, scheitern: Die sexuelle Freiheiten, die in ihrer Ehe vereinbart sind, scheinen außer Kontrolle zu geraten.
Die Geschichte einer Ehe, die bedingungslos, offen und ohne Geheimnisse sein will und die durch einen Fremden mit ihren eigenen Grundsätzen konfrontiert wird, führt Carlos Reygadas in die Breitwanddimensionen eines Westerns. Kunstvoll spiegelt der Film die Dreiecksgeschichte in den Gegebenheiten der Rinderfarm wider: Die beiden männlichen Rivalen wirken wie zwei Bullen, die sich gegenüberstehen. In dieser Anatomie einer Liebe und Dekonstruktion der Maskulinität übernahmen er und seine Ehefrau Natalia López die Hauptrollen.
Carlos Reygadas, 1971 in Mexico City geboren, gilt als einer der interessantesten Filmemacher der Gegenwart, das British Film Institute bezeichnete ihn als „the one-man third wave of Mexican cinema“. Seit 2002 – nach einer Karriere als Völkerrechtler – dreht er Filme. Für POST TENEBRAS LUX erhielt er 2012 den Regiepreis von Cannes. NUESTRO TIEMPO ist sein fünfter Spielfilm. Der Film läuft bei Cine Latino vor dem deutschen Kinostart.

Stellet Licht

MEX

2007

Carlos Reygadas

Cornelio Wall Fehr, Miriam Toews, Maria Pankratz

Im mexikanischen Staat Chihuahua ist Bauer Johan, ein strenggläubiger Mennonit, mit Esther verheiratet, mit der er sechs Kinder hat. Gleichzeitig hat er seit zwei Jahren eine Affäre mit Marianne. Es ist ihm unmöglich, eine Entscheidung zwischen den beiden Frauen zu fällen. Er vertraut sich seinem Freund Zacarias und seinem Vater, einem Prediger, an, der die Handlungen seines Sohnes verteufelt. Dennoch helfen sie ihm. Carlos Reygadas neuer, betörend schöner, mystisch-heilsamer Film setzt sich mit dem ewigen Mysterium zwischenmenschlicher Liebe und Verrats auseinander.

Carmen

ESP

1983

Carlos Saura

Laura del Sol, Antonio Gades, Paco de Lucía, Marisol, Cristina Hoyos

Carlos Saura, der große spanische Filmemacher, verwebt die Handlung von George Bizets Oper “Carmen” mit dem Entstehungsprozess der Flamenco-Choreographie eines Tanzensembles: Choreograph Antonio bereitet eine Bearbeitung des Opernstoffes vor. Als Hauptdarstellerin findet er die junge, temperamentvolle Carmen, in die er sich hoffnungslos verliebt. Sie ist eine Herzensbrecherin, deren Ehemann im Gefängnis sitzt – und sich nicht nur mit dem besessenen Antonio einlässt…
In seiner filmischen Flamenco-Ballett-Inszenierung erklingt neben der Bizet-Musik packender Flamenco aus der Feder des Gitarrenvirtuosen Paco de Lucía: Die Geschichte von Liebe, Eifersucht und Mord wird so im hämmernden Rythmus, dem Spiel der Hände und den Stakkato-Schlägen der jagenden Füße zu einer mitreißend sinnlichen Inszenierung, in der Realität und Fiktion verschwimmen.

Flamenco, Flamenco

ESP

2010

Carlos Saura

Gedreht in der eindrucksvollen Kulisse des ehemaligen Weltausstellungspavillons in Sevilla und unter Einbeziehung von Kunstwerken von Picasso bis Klimt, gelingt Saura erneut eine atemberaubende fi lmische Verschmelzung von Licht, Musik und Tanz, eine Hommage an die Schönheit und Vielseitigkeit des Flamenco. Über 300 Mitwirkende zeigen nicht nur die traditionelle Kunst dieses spanischen Nationaltanzes, sondern auch neue, ungewöhnliche Formen („fusion flamenco“). Als roter Faden durchläuft der Film die Lebensspanne eines Menschen von der Geburt bis zum Tod, jeweils assoziativ ausgedrückt durch unterschiedliche Tanz- und Gesangsstile. Ein überwältigendes Erlebnis für alle Sinne mit José Mercé, Estrella Morente, Sara Baras, Miguel Poveda u.v.a.

Goya

ESP

2000

Carlos Saura

Francisco Rabal, José Coronado, Dafne Fernandez

Carlos Saura erzählt die Geschichte von Goya in Rückblenden, ausgehend vom Exil des 82-Jährigen in Bordeaux. Der Künstler blickt in Gedanken und in Gesprächen mit seiner Tochter zurück auf sein Leben und Schaffen, was mitunter zu einer Abfolge albtraumhafter Delirien führt. Viele der kraftvollen Sequenzen stehen in surrealistischer Tradition. Die opulente Künstler-Hommage ist kein klassischer Historienfilm: In seiner Synthese aus Film, Malerei und Theater wird der Film selbst zum Kunstwerk. Dr. Thomas Köllhofer zeigt, wie sich beide Goya-Filme von der historisch fassbaren Person Goya entfernen und wie dennoch jeder auf seine Art ganz unterschiedliche Facetten des Künstlers und seines Werks erfahrbar macht. Ermäßigtes Kombiticket für beide Filme. In der Pause zwischen den Filmen werden spanische Tapas serviert.

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