Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Der große Diktator

USA

1940

Charles Chaplin

Charles Chaplin, Paulette Goddard, Jack Oakie

Ob man über Hitler lachen darf, hat Charlie Chaplin längst beantwortet: Ja, wenn es denn witzig ist. Und das ist DER GROSSE DIKTATOR allemal. Unvergessliche Szenen wie der Tanz mit der Weltkugel, der Einzug von Benzino Napoloni in den Bahnhof und die unverständliche Rede von Diktator Hynkel, bei der sich die Mikrofone wegbiegen, sind nur wenige Beispiele für Chaplins Ideenreichtum und seine gezielte und treffende Satire.
Zwei Personen stehen im Vordergrund. Einmal der jüdische Friseur, der unter der Ideologie Hynkels zu leiden hat und Teil einer Rebellion wird, und eben der Diktator Hynkel, der viel redet und gestikuliert. Beide verbindet ihre äußerlichen Ähnlichkeiten, was im Verlauf der Handlung zu urkomischen Verwechslungen führt.

Moderne Zeiten

USA

1936

Charles Chaplin

Charles Chaplin, Paulette Goddard

Wie eine Schafherde drängen Arbeiter aus der U-Bahn in die Fabrik. Einer von ihnen ist Charlie. Er bedient absurde Maschinen, schraubt und schraubt, bis er als Versuchs-kaninchen an einer Maschine herhalten muss. Dann dreht er durch: Mit seinen Schraubenschlüsseln rennt er hinter der Sekretärin des Chefs her, läuft schraubend auf die Straße, will dort bei einer dickbrüstigen Passantin weiterschrauben. Chaplins Film kritisiert den Verlust von Menschlichkeit und Individualität durch die Industrialisierung. Mit Einführung und Live-Klavierbegleitung von Erik Schmid, Kunsthistoriker

The Kid - Der Vagabund Und Das Kind

USA

1921

Charles Chaplin

Charles Chaplin, Carl Miller, Edna Purviance

Man möge für ihr Kind sorgen, steht auf dem Zettel, den die junge Frau auf dem Rücksitz einer Limousine bei ihrem Neugeborenen lässt, um sich dann das Leben zu nehmen. Durch verschiedene Wirrungen landet der kleine Junge bei Charlie, einem armen Mann, der sich von da an zum liebevollen Ersatzvater entwickelt. Aber: Nach einigen Jahren tritt die Mutter wieder in sein Leben und das des kleinen John – sie ist nicht nur am Leben geblieben, sondern auch wohlhabend geworden … In seinem ersten abendfüllenden Film hat Chaplin seine eigene Kindheit in Londoner Armenhäusern aufgearbeitet. Heute kann man sagen: Es ist ihm ein Meisterwerk gelungen. An der Orgel begleitet von: Christiane Michel-Ostertun. Mit einer Einführung von Dr. Peter Bär

Ein Fisch namens Wanda - A Fish Called Wanda

GBR

1988

Charles Chrichton

John Cleese, Jamie Lee Curtis, Kevin Kline, Michael Palin

Vier Figuren, viermal auf unterschiedliche Weise komisch, kombiniert in einer komplexen Juwelenraub-Geschichte, garniert mit den Klischees des typisch Amerikanischen und typisch Britischen, mit toten Hündchen und aufgegessenen Aquariumsfischen: Anwalt Archie Leach – John Cleese in einer Glanzrolle – ist Verteidiger eines Juwelendiebs; dessen Komplizin Wanda – eine verführerische Jamie Lee Curtis – macht ihm Avancen, um ans Versteck der Beute zu gelangen. Otto – Kevin Kline als Wandas eifersüchtiger Lover – kapiert gar nichts, hält sich aber für ein Genie. Und Ken, der stotternde Vierte im Bunde – Michael Palin, wie Cleese Monty Python-Mitglied – versucht eine alte Dame, die als Zeugin aussagen könnte, aus dem Weg zu räumen.
John Cleese, Drehbuchautor und ungenannter Co-Regisseur, kombiniert in seiner extrem clever konstruierten und wahnsinnig komischen Story Nonsens und Satire, Farce und Krimi-Standards, schwarzen Humor und culture clash.

Rembrandt

F / D / NL

1999

Charles Matton

Klaus Maria Brandauer, Johanna Ter Steege, Jean Rochefort

„Die Menschen glauben was sie sehen, ich aber glaube um so weniger, je mehr ich sehe“, sagte Rembrandt, der sich im Lauf der Jahre immer wieder selbst malte und von Mal zu Mal nüchterner von der Leinwand blickt. In Rückblenden wird die Lebensgeschichte des niederländischen Barockmalers Rembrandt van Rijn erzählt, die in jeder Hinsicht ein ergiebiger Filmstoff ist. Der Sohn eines Müllers aus Leiden zieht 1631 als 25-Jähriger nach Amsterdam und wird dort ein gefragter Poträitist. Dem gesellschaftlichen Aufstieg folgt ein viertel Jahrhundert später der finanzielle Bankrott. Prunkvoll und mit liebevollen Details ausgestattet erzählt der Filmemacher, Maler und Bildhauer Charles Matton von der nonkonformistischen Persönlichkeit des großen Künstlers. Dabei setzt er auch die drei Frauen ins Bild, die in Rembrandts Leben eine Rolle spielten und mit den drei großen Perioden seines Amsterdamer Schaffens in Beziehung gesetzt werden. Klaus Maria Brandauer scheint die Rolle auf den Leib geschnitten zu sein. Er agiert diszipliniert und zurückhaltend und auch die übrigen Schauspieler sind durchweg kompetent und wohlüberlegt eingesetzt.

Steamboat Bill Jr.

USA

1928

Charles Riesner, Buster Keaton

Buster Keaton, Ernest Torrence, Tom Lewis, Marion Byron

Am Ufer des Mississippi schwelt eine Fehde zwischen zwei Dampfschiffbesitzern: Der alte Steamboat Bill versucht sich mit seinem schrottreifen Kahn gegen die übermächtige Konkurrenz des reichen Mr. King zu behaupten. Hilfe erhofft er sich von seinem Sohn (Buster Keaton), der nach Jahren in der Großstadt erstmals zu seinem Vater zurückkehrt. Leider erweist sich dieser als hühnerbrüstiger Dandy und liebt zudem die ebenfalls angereiste Tochter des verhaßten King. Vorfilm: DAS VOLLELEKTRISCHE HAUS (THE ELECTRIC HOUSE, 1922, 19 Min.): Buster spielt einen Botaniker, der versehentlich ein Diplom als Elektriker erhält. So wird unter seinen Fingern ein ganzes Haus zu einem vollautomatischen, wahren Wunderwerk der Technik.

Die oberen Zehntausend – High Society

USA

1965

Charles Walters

Bing Crosby, Grace Kelly, Frank Sinatra, Louis Armstrong

Tracy Lord und ihre Familie gehören zur High Society. Kurz vor ihrer Hochzeit mit dem eher steifen und langweiligen George Kittredge wird ihre Welt durcheinandergeworfen. Ihr Ex-Mann C. K. Dexter Haven ist in sein altes Haus in der Nachbarschaft der Lords zurückgekehrt. Des Weiteren ist ein Boulevardmagazin drauf und dran, die Affäre von Tracys Vater publik zu machen. Um die Reporter einzuwickeln, erlaubt Tracy, dass sie über ihre Hochzeit berichten.
DIE OBEREN ZEHNTAUSEND glänzt vor allem durch die begeisternde Musik von Cole Porter und durch seine brillante Besetzung, darunter Grace Kelly in ihrer letzten Filmrolle vor ihrem Rückzug aus Hollywood. Die mitreißende und unterhaltsame Musical-Hommage an die Welt der Reichen und Schönen basiert auf dem Broadway-Stück „The Philadelphia Story“, das bereits 1940 mit Katherine Hepburn, Cary Grant und James Stewart verfilmt wurde.

Modern Times

USA

1936

Charlie Chaplin

Charlie Chaplin, Paulette Goddard, Henry Bergman

Wie eine Schafherde drängen Arbeiter aus der U-Bahn in die Fabrik. Einer von ihnen ist Charlie. Er bedient absurde Maschinen, schraubt und schraubt, bis er als Versuchskaninchen an einer Maschine herhalten muss. Dann dreht er durch: Mit seinen Schraubenschlüsseln rennt er hinter der Sekretärin des Chefs her, läuft schraubend auf die Straße, will dort bei einer dickbrüstigen Passantin weiterschrauben. Chaplins Film kritisiert den Verlust von Menschlichkeit und Individualität durch die Industrialisierung.

Anomalisa

USA

2015

Charlie Kaufman, Duke Johnson

Michael Stone ist Autor eines Selbstmotivations-Bestsellers. Doch seine eigene Wahrnehmung ist gestört: Für ihn sehen alle Menschen gleich aus, wenn auch mit unterschiedlicher Kleidung und Frisur. Sie alle sprechen in derselben (männlichen) Stimme – selbst seine nahesten Familienangehörigen. Jetzt sitzt Michael während einer Lesereise in einem Hotel in Cincinatti, gelangweilt und einsam – doch dann hört er im Einerlei seiner Wahrnehmung eine Frauenstimme: Lisa. Mit ihr könnte ein neues, erfrischendes Leben beginnen…
Charlie Kaufman, der innovative Autor von Filmen wie BEING JOHN MALKOVICH oder ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND, hat mit per 3D-Drucker geschaffenen Figuren einen der wunderbarsten Puppentrickfilme überhaupt geschaffen – für Erwachsene: Es geht um Identität und Midlife-Crisis, wenn für Michael das Selbstverständliche im Alltag fremd geworden ist. In höchster filmischer Illusionskunst wird der Zuschauer in diesen Film emotional hineingezogen, der den Jury-Preis von Venedig erhielt und von der Alliance of Women Film Journalists für die beste Sexszene ausgezeichnet wurde.

Der Sommer mit Anaïs

FRA

2021

Charline Bourgeois-Tacquet

Anaïs Demoustier, Valeria Bruni Tedeschi, Denis Podalydès

Mit ihrem charmant-flippigen Wesen fasziniert und verführt Anaïs die Menschen um sich herum: Als ihr Freund sie verlässt und Anaïs auf den Verleger Daniel trifft, verliebt der sich auf der Stelle in sie. Aber Anaïs, die auf den ersten Blick so sprunghaft und spontan wirkt, sehnt sich danach, die große Liebe im Leben zu finden. Als sie auf Daniels Frau trifft, die erfolgreiche Schriftstellerin Émilie, spürt sie die Macht der Gefühle.
Impulsive Lebenslust, unbeständige Beziehungen, zwischen Pariser Großstadtflair und ländlicher Idylle – mit Anaïs Demoustier als junge Frau, die ihren Bauchgefühlen folgt, und Valeria Bruni Tedeschi als souveräne Schriftstellerin mitten im Leben gelingt Debüt-Regisseurin Charline Bourgeouis-Tacquet eine leichtfüßig erzählte Sommerdramödie.
Einführung: Dr. Inge Beisel, Romanisches Seminar der Universität Mannheim

Aftersun

GBR/USA

2022

Charlotte Wells

Paul Mescal, Frankie Corio, Celia Rowlson-Hall, Brooklyn Toulson

Urlaub an der türkischen Riviera; nicht gerade ein Luxusresort, aber für die elfjährige Sophie umso wertvoller: Sie verbringt Zeit mit ihrem Vater Calum. Die Eltern sind getrennt, Calum verarbeitet zudem die Trennung von seiner aktuellen Freundin; Sophie freundet sich mit älteren Jugendlichen an. Vater und Tochter hängen am Pool ab, machen beim Animationsprogramm mit, unterhalten sich. Und sie nehmen ihren Urlaub mit dem Camcorder auf – Annäherungen und Unstimmigkeiten, Karaokeabend und Geburtstag des Vaters zeigen eine so brüchige wie innige Beziehung zwischen den beiden. Die Jahre später von der nun 30jährigen Sophie in den Videoaufnahmen (wieder)entdeckt wird.

Subtil und emotional porträtiert Charlotte Wells die komplexe Verbindung zwischen Vater und Tochter, in einem Film, der nicht alles auserzählt, aber über seine Charaktere, über seine Stimmung, über seine Bilder bestens funktioniert: „Gedankenstrom in der Schwebe zwischen der unbeschwerten Vertrautheit von Vater und Tochter und einem subtilen Gefühl des Abschieds – von Kindheiten, Lebensträumen und endgültigen Selbstbildern.“ (Süddeutsche Zeitung). Für Sight & Sound der beste Film 2022.

Feine Sahne Fischfilet: Wildes Herz

DEU

2017

Charly Hübner, Sebastian Schultz

Anfang September waren sie beim Chemnitzer „Wir sind mehr“-Konzert mit dabei und brachten den Bundespräsidenten persönlich in Trouble, weil dieser die Veranstaltung auf Facebook postete. Wenige Tage später spielten sie in Mannheim als Support für die Toten Hosen. Charly Hübner – u. a. bekannt als Rostocker „Polizeiruf“-TV-Kommissar – porträtiert in seinem Regiedebüt die Punkband aus dem Nordosten um Frontman Jan „Monchi“ Gorkow, die sich immer klar gegen rechts positionierte – ihre „explizit anti-staatliche Haltung“ brachte ihr mehrere Erwähnungen im Verfassungsschutzbericht ein.
Mehrfach ausgezeichnet, u. a. beim DOK Leipzig.

Calcinculo - Karussel

ITA

2022

Chiara Bellosi

Gaia Di Pietro, Andrea Carpenzano, Barbara Chichiarelli, Giandomenico Cupaiuolo

Die 15-jährige Benedetta lebt mit ihren Eltern und den jüngeren Geschwistern in der süditalienischen Provinz. Wegen ihres Übergewichts gilt sie als Außenseiterin und wird häufig gemobbt. Als vor der Haustür der Familie ein Jahrmarkt seine Zelte aufschlägt, lernt sie die Schausteller:in Amanda kennen, die selbstbestimmt lebt und sich Gendernormen widersetzt. Amandas Souveränität fasziniert Benedetta sofort. Da wird Schule schnell zur Nebensache. Die beiden reden wenig, doch für Benedetta wird Amanda zur Einladung, sich einem Leben zu öffnen, von dem sie bisher glaubte, dass es ihr nicht zusteht…
Chiara Bellosis zweiter Spielfilm (nach PALAZZO DI GIUSTIZIA, Cinema Italia 2020) ist die zärtliche Beobachtung einer ungleichen Freundschaft und erzählt zugleich von Selbstentdeckung und vom Ausbrechen. CALCINCULO hatte seine Uraufführung im Panorama der Berlinale 2022.

Palazzo di giustizia - Justizpalast

ITA

2019

Chiara Bellosi

Bianca Leonardi, Sarah Short, Daphne Scoccia, Nicola Rignanese

Justizalltag in einem großen Mailänder Gericht. Im Herzen des Gebäudes eine Gerichtsverhandlung. Vor der geschlossenen Saaltür zwei Mädchen: Luce, noch klein, verspielt und eigensinnig. Domenica, fast erwachsen, unsicher und abweisend. Während ihre Väter sich drinnen in einem komplizierten Prozess um Mord oder Totschlag gegenüberstehen, wissen die Töchter draußen nicht, was tun. Nebenschauplätze wie Flure, Treppenhäuser und Pfützen im Hof werden zu Orten mit Möglichkeiten. Anwälte und Justizbeamte, Handwerker und Besucher kommen und gehen. Ein verirrter Spatz sorgt für Aufregung. Eine Vielzahl von Geschichten entfaltet sich.
Ganz auf diesen einen Ort konzentriert, rückt die Regisseurin vermeintliche Randfiguren ins Zentrum, eröffnet ungewöhnliche Perspektiven auf Justizbetrieb und Gerechtigkeit. Chiara Bellosi ist eine spannende neue Stimme im italienischen Kino.

Plan 75

JPN/FRA/PHL/QAT

2022

Chie Hayakawa

Chieko Baisho, Hayato Isomura, Taka Takao, Stefanie Arianne

Michi ist 78 und hat bis vor kurzem gearbeitet, auch, weil sie dem Staat nicht zur Last fallen wollte. Jetzt ist der Job weg, und die Aussicht, trotz aller Bemühungen ohne Arbeit, Wohnung, Geld und Gesundheitsversorgung leben zu müssen, macht sie anfällig für Plan 75. Dort arbeitet Hiromu, als sei es ein ganz normaler Vermittlerjob – bis er seinen Onkel bei einem Beratungsgespräch entdeckt. Und Maria, philippinische Pflegekraft in Japan, verdient zu wenig, um ihre Tochter in der Heimat zu versorgen. Ein lukratives Stellenangebot von Plan 75 kommt ihr gerade recht.
„Es ist sicherlich nicht der Wunsch der Ältesten, unser Leben zu verderben“, heißt es in PLAN 75: Die Geschichte um einen Regierungsplan mit finanzieller Förderung von Freitod im Alter nutzt Japans Überalterungskrise auf einfallsreiche Weise als Vorlage für eine dystopische Erzählung – doch ist Chie Hayakawas tief humanistischer und vielfach ausgezeichneter Film ist alles andere als düster, feiert vielmehr das Leben und die kleinen Freuden des Alltags.

Mulligans

USA

2008

Chip Hale

Charlie David, Dan Payne, Thea Gill, Derek James, Grace Vukovic

Es scheint der perfekte Sommer für den hübschen Chase zu werden. Sein Collegefreund Tyler hat ihn ins Ferienhaus seiner Bilderbuch-Eltern an einem herrlichen See eingeladen. Chase verbringt den Tag mit Malen, wenn er nicht gerade mit Tyler und dessen sportlichem Dad Nathan (der kanadische Ex-Volleyball- Spieler Dan Payne) Golf spielt. Lediglich die gut gemeinten Tips zum Einlochen und die allabendlichen Anmachversuche einer Freundin von Tyler irritieren ein wenig. Da tritt Chase couragiert die Flucht nach vorn an und outet sich gegenüber seinem besten Kumpel und dessen Familie. Mit ungeahnten Folgen: Sein Geständnis bricht bei dem früh verheirateten Nathan einen Damm über Jahre zurückgehaltener Gefühle auf. Als ein leidenschaftlicher Kuss der beiden auf dem Golfplatz nicht unbeobachtet bleibt, bricht das Chaos aus… Chip Hales in wunderschönen, warmen Farben inszenierte Geschichte über ein spätes Coming-out, Familie, Freundschaft, Opfer und Liebe hat es in sich und wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet.

Zimmer 212 - In einer magischen Nacht

FRA/LUX/BEL

2019

Chistophe Honoré

Chiara Mastroianni, Vincent Lacoste, Camille Cottin, Benjamin Biolay

Maria ist Jura-Professorin in Paris mit häufig wechselnden und deutlich jüngeren Liebhabern. Als ihr Mann Richard von ihrer promiskuitiven Treulosigkeit erfährt, kann sie es nicht fassen: Hatte er in den 20 Jahren Ehe nicht auch seine Seitensprünge? Im Streit zieht sie aus, verlässt ihr bürgerliches Zuhause und nistet sich im Zimmer 212 des gegenüberliegenden Hotels ein. Von hier aus betrachtet sie aus der Vogelperspektive ihren Mann in der ehemals gemeinsamen Wohnung, und sie lässt ihre Ehe Revue passieren. Und tatsächlich: Sowohl Richards jüngeres Selbst als auch diverse ehemalige Liebhaber besuchen sie in einer mentalen Erinnerungs-Zeitreise. Und jeder hat seine Meinung zur Beziehungsproblematik.
Christophe Honoré (SORRY ANGEL, 2018) beginnt seinen Film als typisch französische Beziehungs- und Ehekomödie – um dann ins Fantastische zu wechseln, was dieser Reflexion über Liebe und Leben hochoriginellen Esprit und surrealen Witz verleiht.

Zimmer 212 – In einer magischen Nacht

FRA/LUX/BEL

2019

Chistophe Honoré

Chiara Mastroianni, Vincent Lacoste, Camille Cottin, Benjamin Biolay

Maria ist Jura-Professorin in Paris mit häufig wechselnden und deutlich jüngeren Liebhabern. Als ihr Mann Richard von ihrer promiskuitiven Treulosigkeit erfährt, kann sie es nicht fassen: Hatte er in den 20 Jahren Ehe nicht auch seine Seitensprünge? Im Streit zieht sie aus, verlässt ihr bürgerliches Zuhause und nistet sich im Zimmer 212 des gegenüberliegenden Hotels ein. Von hier aus betrachtet sie aus der Vogelperspektive ihren Mann in der ehemals gemeinsamen Wohnung, und sie lässt ihre Ehe Revue passieren. Und tatsächlich: Sowohl Richards jüngeres Selbst als auch diverse ehemalige Liebhaber besuchen sie in einer mentalen Erinnerungs-Zeitreise. Und jeder hat seine Meinung zur Beziehungsproblematik.

Christophe Honoré (SORRY ANGEL, 2018) beginnt seinen Film als typisch französische Beziehungs- und Ehekomödie – um dann ins Fantastische zu wechseln, was dieser Reflexion über Liebe und Leben hochoriginellen Esprit und surrealen Witz verleiht.

Nomadland

USA

2020

Chloé Zhao

Frances McDormand, David Strathairn, Linda May, Charlene Swankie

Sie hat ihren Mann verloren, der Gipssteinbruch schließt, ihre gesamte Bergbaustadt wird abgewickelt: Die 60jähre Fern packt ihre Habseligkeiten in einen Van und zieht los, zusammen mit anderen Nomaden, die sich durch die Vereinigten Staaten treiben lassen, von Job zu Job, von Parkplatz zu Parkplatz, außerhalb, aber nicht unterhalb der konventionellen US-Gesellschaft.
Chloé Zhao hat zusammen mit Frances McDormand, die den Film auch produziert hat, das kraftvolle Porträt eines sozialen Milieus in selbstgewählter Mobilität gedreht: Basierend auf einem Sachbuch mischt ihr Film fiktionale und dokumentarische Elemente, um von einer Community zu erzählen, die versucht, auch nach wirtschaftlichem Niedergang ihr Leben selbst zu bestimmen. Der Film wurde mit dem Goldenen Löwen von Venedig und mit drei Oscars als bester Film, für beste Regie und die beste Hauptdarstellerin (dritter Oscar für McDormand nach FARGO und THREE BILLOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI) ausgezeichnet.
Referentin: Christel Hack (Mainz)

The Rider

USA

2017

Chloé Zhao

Brady Jandreau, Tim Jandreau, Lilly Jandreau, Cat Clifford

Ein Rodeounfall. Eine schwere Verletzung. Eine Metallplatte im Kopf. Brady wird nie wieder reiten können. Eine Welt bricht zusammen. Alles drehte sich in Bradys Leben bisher um Pferde, als Nachfahre der Lakota-Sioux war er stolz darauf, sich über seine Reitkünste zu definieren. Nun, hin- und hergerissen zwischen dem verlorenen alten und dem ungewissen künftigen Leben muss Brady seine Identität neu ausloten – und herausfinden, was es bedeutet, heute im amerikanischen Heartland ein Mann zu sein.
In atemberaubenden Bildern der Wildnis South Dakotas erzählt THE RIDER von zerbrochenen Träumen und verlorenen Identitäten und hält dabei authentisch und einfühlsam die Balance zwischen zärtlicher Poesie, archaischen Mythen und der rauen Lebenswirklichkeit im amerikanischen Heartland. Der tief berührende, vielfach preisgekrönte Neo-Western beruht auf den wahren Leben seiner Darsteller, er wurde unter anderem in Cannes mit dem Art Cinema Award sowie mit dem Werner Herzog Filmpreis ausgezeichnet, der Mut, Entschlossenheit und Visionen honoriert.

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