„Das Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns“. Franz Kafkas Romane ziehen immer noch Millionen Leser in ihren Bann. Doch wer war dieser junge Prager Künstler? Kafka selbst beschrieb die Befindlichkeit seines Gemüts als „Seekrankheit auf festem Grunde“. Der österreichische Filmemacher Christian Frosch (DIE TOTALE THERAPIE) kennt sich mit der Kafka prägenden k.u.k.-Mentalität bestens aus und nähert sich ihm mit Motiven aus seinem Briefwechsel mit Felice Bauer. Felice Bauer lernte Kafka im Jahr 1912 auf einer Gesellschaft bei Max Brod kennen. „Unglückliche Nacht“, schrieb er später in sein Tagebuch. Ein leidenschaftlicher Briefwechsel begann. Doch mit Felice zu leben war Kafka unmöglich, gesehen haben sie sich kaum. Sie verlobten und trennten sich – und verlobten sich aufs Neue. Am Ende liebte Kafka das Briefeschreiben fast noch mehr als Felice. „Nur wenige Autoren dürften dem Schreibzwang so verfallen gewesen sein“, sagt Christian Frosch. Sein Film arbeitet konsequent assoziativ und findet dabei eindringliche Ton- und Bildlösungen. Und er macht Lust auf eins: Kafka lesen.