Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

K.af.ka Fragment

Deutschland

2001

Christian Frosch

Lars Rudolph, Ursula Ofner

„Das Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns“. Franz Kafkas Romane ziehen immer noch Millionen Leser in ihren Bann. Doch wer war dieser junge Prager Künstler? Kafka selbst beschrieb die Befindlichkeit seines Gemüts als „Seekrankheit auf festem Grunde“. Der österreichische Filmemacher Christian Frosch (DIE TOTALE THERAPIE) kennt sich mit der Kafka prägenden k.u.k.-Mentalität bestens aus und nähert sich ihm mit Motiven aus seinem Briefwechsel mit Felice Bauer. Felice Bauer lernte Kafka im Jahr 1912 auf einer Gesellschaft bei Max Brod kennen. „Unglückliche Nacht“, schrieb er später in sein Tagebuch. Ein leidenschaftlicher Briefwechsel begann. Doch mit Felice zu leben war Kafka unmöglich, gesehen haben sie sich kaum. Sie verlobten und trennten sich – und verlobten sich aufs Neue. Am Ende liebte Kafka das Briefeschreiben fast noch mehr als Felice. „Nur wenige Autoren dürften dem Schreibzwang so verfallen gewesen sein“, sagt Christian Frosch. Sein Film arbeitet konsequent assoziativ und findet dabei eindringliche Ton- und Bildlösungen. Und er macht Lust auf eins: Kafka lesen.

Murer – Anatomie eines Prozesses

UT/LUX

2018

Christian Frosch

Karl Fischer, Karl Markovics, Alexander E. Fennon, Ursula Ofner-Scribano, Melita Jurišic

Er war der „Schlächter von Vilnius“: Franz Murer war der Hauptverantwortliche dafür, die litauische Hauptstadt „judenfrei“ zu machen. Die jüdische Bevölkerung von 80.000 Personen sank zwischen 1941 und 1943 auf 600. In Litauen wurde er wegen Mordes verurteilt – zu fünf Jahren Haft. Unter der Auflage, dass ihm später in Österreich der Prozess gemacht wird. Dies erfolgte allerdings erst 1963, auf Druck von Simon Wiesenthal. Überlebende des Massenmordes reisten als Zeugen an – und Franz Murer, als Großbauer und Lokalpolitiker ein geachteter Mann in Graz, wurde unter dem Beifall der Bevölkerung freigesprochen. Christian Frosch inszeniert ausgehend von den Gerichtsprotokollen diesen größten Justizskandal Österreichs als intensives Kammerspiel und beleuchtet die politischen Strategien und Hintergründe des Urteils.
Ausgezeichnet als bester österreichischer Film beim Grazer Filmfestival Diagonale.

Fisch und Vogel - Begegnungen mit jungen Juden

DEU

2006

Christian Jegl

„Fisch und Vogel können befreundet sein, aber wo sollen sie sich treffen?“ In diesem Film begegnen sie sich: die jungen Juden und Deutschen treffen aufeinander mit Toleranz und Respekt. Auf einzigartige Weise, neu und unverkrampft, ehrlich und direkt fungiert der Dokumentarfilm einer Studentengruppe der Hochschule Konstanz als ein Denkmal, das aber fröhlich und voller Zuversicht ist. Ein beeindruckender Einblick in Leben und Gedankenwelt der Jugendlichen, witzig, lebensnah, aber auch nachdenklich. In Kooperation mit dem Stadtjugendring.

Arme Sau - Das Geschäft Mit dem Erbgut

DEU

2007

Christian Jentzsch

In Kooperation mit dem Jugendkulturzentrum FORUM , den Initiativen BürGenLand und attac laden wir ein zu einem ersten KinoVino-Abend! Genießer dürfen sich auf Wein und Saft freuen und es wird einen Vortrag zum Thema nachhaltiger Konsum geben. Im Rahmen der Veranstaltung zeigen wir den Film ARME SAU – DAS GESCHÄFT MIT DEM ERBGUT, mit dem Regisseur Christian Jentzsch eine erschütternde Dokumentation über genetische Manipulation vorgelegt hat: Genforscher des großen amerikanischen Biotechnologie-Konzerns Monsanto haben bestimmte Abschnitte des schweinischen Erbgutes entschlüsselt und beschrieben. Diese wollen sie nun weltweit als Patent anmelden. Im Falle einer Erteilung wäre die Schweinezucht nur noch mit der Genehmigung des Konzerns möglich. -, erm. 7,- €

Warchild

USA

2008

Christian Karim Chrobog

Jal wurde als Sohn eines Soldaten der sudanesischen Befreiungsarmee geboren. Als seine Mutter starb, wurde er in einem Trainingscamp in Äthiopien zum Kindersoldaten ausgebildet. 1991 desertierte er mit 400 anderen Kindern, wovon nur 12 überlebten. Später wurde Jal von einer Mitarbeiterin der Kinderhilfsorganisation „Street Kids“ adoptiert. Seine neue Mutter, schmuggelte den Jungen nach Kenia. Nachdem Sie bei einem Autounfall starb, ermöglichten ihm Freunde den weiteren Schulbesuch. 2005 landete er mit „Gua“ in Kenia einen Hit. Mittlerweile ist Jal in Afrika ein Star. Seine Liedtexte drehen sich um den Bürgerkrieg im Sudan und fordern zu Frieden und Toleranz auf.

Giovanni Segantini: Magie des Lichts

CHE

2015

Christian Labhart

Der Dokumentarfilm über den Maler Giovanni Segantini (1858 – 1899) folgt den Spuren eines ganz besonderen künstlerischen Lebens. Als gelernter Schuhmacher entwickelte Segantini seine großartige zeichnerische Begabung zunächst autodidaktisch, später an der Mailänder Kunstakademie. Er gehört zu den bedeutendsten Freilicht-Malern außerhalb des französischen Impressionistenkreises. Seine Werke schuf er zumeist unter freiem Himmel; sie zeigen häufig die grandiose, lichtintensive Natur des Alpen-Hochgebirges und die in dieser Umgebung mühsam ihr Leben fristenden Menschen. Auf der Suche nach dramatischen Szenerien unternahm er gefährliche Gebirgstouren. Er starb 41-jährig in einer Alphütte auf dem Schafberg im Engadin.
Einführung: Sophia Petri, M.A.

What Moves You - Jetzt kommt alles in Bewegung

CH

2013

Christian Labhart

Mitten im Herzen der Weltmetropole Berlin treffen sich 80 Jugendliche aus aller Welt, die sich der Bewegungskunst der Eurythmie widmen und gemeinsam eine Aufführung erarbeiten wollen. Christian Labhart hält mit seiner Kamera die Entwicklung des künstlerischen Prozesses fest, durchwachsen von Höhen und Tiefen, Erfolgen und Rückschlägen. Was am Ende herauskommt ist eine eurythmische Bühnenshow der 5. Symphonie von Beethoven und ein zeitgenössisches Stück von Arvo Pärt. Und dies ist weit weg von den verstaubten Darstellungen dieser uralten Kunstform, sondern präsentiert sich als frisch, jung und innovativ.

Was Weg Is, Is Weg

DEU

2012

Christian Lerch

Maximilian Brückner, Florian Brückner

Mitten in Bayern, mitten in den 80ern, ist Lukas dabei, alles hinter sich zu lassen und auf einem Greenpeace-Schiff anzuheuern, Hansi schlägt sich als windiger Versicherungsvertreter durch und der übergewichtige Paul träumt wie ein großes Baby in seiner eigenen Welt. Diese drei sehr unterschiedlichen Jungs sind Brüder. Eines Tages bringt sie das Schicksal wieder zusammen – an den elterlichen Hof. Lerchs Regiedebüt lebt von seinem Lokalkolorit, seinen originellen Ideen und skurrilen Figuren. Deftige Komödie und stimmiges Abbild der 80er mit Miami Vice-Blousons und Vokuhilas.

Wild - Le Chien

Christian Monnier

Florian Frin, Marie Le Cam, Jean-Marc Le Bars

„Le Chien“, der Hund, wird Kevin genannt, weil sein Verhalten den anderen Menschen im Dorf manchmal Angst einflößt. Er lebt abseits von ihnen in einem einsamen Bauernhaus – zusammen mit dem Dachdecker Jean-Claude. Das Zusammenleben der beiden Männer ist von Schweigen geprägt. Und dann taucht im Leben der beiden plötzlich die Sozialarbeiterin Michèle auf. Regisseur Christian Monnier sagt über sein Debüt, er habe den Film machen wollen, weil er „nichts als das Leben ist, das Leben, das Gutes bringt, das Leben, das Schlechtes bringt, und das Leben, das immer einen Grund hat.“ (also leider ab 18)

Jenseits der Hügel

ROM

2012

Christian Mungiu

Valeriu Andriuta, Gina Tandura, Vica Agache, Dionisie Vitcu

Seit sie im Waisenhaus zu Freundinnen geworden sind, verbindet Voichita und Alina ein besonderes Band, das sie selbst noch fühlen, als das Leben ihre Wege trennt. Während Alina nach Deutschland geht, bleibt Voichita in Rumänien, tritt in ein Kloster ein und gibt sich als Nonne ganz ihrem Glauben hin. Als sich die jungen Frauen schließlich nach langer Zeit wiedertreffen, haben sie sich jedoch so weit voneinander entfernt, dass sie füreinander längst Fremde sind.
In Cannes gab es zwei Preise für die beiden besten Hauptdarstellerinnen!

Barbara

DEU

2012

Christian Petzold

Nina Hoss, Ronald Zehrfeld

Ärztin Barbara will die DDR verlassen. 1980 entschließt sie sich einen Ausreiseantrag zu stellen, doch der Staat reagiert auf seine Weise: Er versetzt sie von der Hauptstadt Berlin erst einmal in ein winziges Provinz-Krankenhaus. Sie ist kaum motiviert, stattdessen arbeitet sie mit ihrem Geliebten aus dem Westen Jörg weiter an ihrer Flucht. Nach und nach kommt sie aber ihrem Chef aus der Kinderchirurgie André näher. Er scheint ihr zu vertrauen, deckt ihr Engagement für die Ausreißerin Stella. Wurde André vielleicht doch von der Stasi auf sie angesetzt? Trotz des Misstrauens fühlt Barbara sich zu André hingezogen. Sie droht sich zu verlieben, während der Tag ihrer Flucht immer näher rückt…
Petzold, unser Meister des stillen Dramas, at his best.
Vorgestellt von: Charlotte Rothenburg

Cuba Libre

DEU

1995

Christian Petzold

Richy Müller, Catherine Flemming, Wolfram Berger

Tom wollte nach Kuba und hat Tina im Hotel sitzen lassen, ihr Geld gestohlen und ihr Herz gebrochen. Nach einigen Jahren trifft er sie wieder, in einer heruntergekommenen Bahnhofskneipe in Berlin. Sie möchte sich an ihm rächen – er alles wieder gut machen, indem er wieder einen Menschen bestiehlt, der ihn liebt.
Die 35mm-Kopie CUBA LIBRE stammt aus dem Archiv des Österreichischen Filmmuseums. Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung!

Die Innere Sicherheit

DEU

2000

Christian Petzold

Julia Hummer, Barbara Auer, Richy Müller

Seit 15 Jahren leben die Eltern im Untergrund. 15 Jahre ist Jeanne alt. Ein Mädchen, das noch nie auf eine Schule war. Ein Mädchen, das noch nie Freunde gehabt hat. Der Grund: Ihre Eltern waren Terroristen und sind im Untergrund geblieben. Versteckt leben sie in Portugal. Jedem Fremden mißtrauen sie. Nun aber lernt Jeanne den Surfer Heinrich kennen und verliebt sich. Als die Familie Geld und Pässe verliert und nach Deutschland zurückkehren muß, will sie ihn wiedersehen. Christian Petzolds Kinodebüt „Die innere Sicherheit“ vereint mehrere Genres in sich: Road–Movie, Thriller und die Geschichte über das Erwachsenwerden. Mit einer Einleitung von Frau B. Vogt

Gespenster

DEU

2005

Christian Petzold

Julia Hummer, Sabine Timoteo, Marianne Basler

Das neue Berlin, die Stadt, die sich immer fremder wird. Die Wege dreier Frauen kreuzen sich. GESPENSTER erzählt von Verlust, Einsamkeit und Liebe und verdichtet das Schicksal dreier Frauen zu einer bewegenden Begegnung, die ihre Flüchtigkeit, Unnahbarkeit und Sehnsucht in Momente größter Nähe umschlagen lässt. In der Hauptrolle überragend: Julia Hummer.

Jerichow

DEU

2009

Christian Petzold

Benno Fürmann, Hilmi Sözer, Nina Hoss

Der unehrenhaft aus der Armee entlassene Thomas kehrt in seine Heimatstadt Jerichow zurück. In der armen Gegend im Nordosten der Republik will er das Haus seiner verstorbenen Mutter wieder herrichten. Arbeit findet er beim Imbissbudenbesitzer Ali. Mit dessen unzufriedener Frau Laura beginnt Thomas eine Affäre. Doch der schwer eifersüchtige Geschäftsmann kommt ihnen auf die Spur und will sie dafür bezahlen lassen. Eine intensive Dreiecksgeschichte, in der eine leidenschaftliche Affäre tragische Konsequenzen hat.

Transit

DEU/FRA

2018

Christian Petzold

Rogowski, Paula Beer, Godehard Giese, Maryam Zaree, Barbara Auer, Matthias Brandt

Die deutschen Truppen stehen vor Paris. Georg, deutscher Flüchtling, entkommt im letzten Moment nach Marseille. Im Gepäck hat er die Hinterlassenschaft des Schriftstellers Weidel, der sich aus Angst vor seinen Verfolgern das Leben genommen hat: Ein Manuskript, Briefe, die Zusicherung eines Visums durch die mexikanische Botschaft. In Marseille darf nur bleiben, wer ein Transitvisum vorweisen kann. Georg nimmt Weidels Identität an. Doch dann verliebt er sich in die geheimnisvolle Marie…
Ohne die Handlung – oder die Details – aus Anna Seghers Exilroman aus dem Jahr 1942 zu ändern, versetzt Schiller-Preisträger Christian Petzold die Geschichte einer Flucht vor den Nazis in die Gegenwart: Es entsteht ein schillernder Zwischenraum, in dem die Historie mit dem Heute zusammenfließt.

Undine

DEU

2020

Christian Petzold

Paula Beer, Franz Rogowski, Maryam Zaree, Jacob Matschenz, Anne Ratte-Polle

Undine, so geht die alte Sage, ist eine verratene Wasserfrau: Sie liebt bedingungslos, und sie straft Untreue mit dem Tod. Christian Petzold, Schillerpreisträger der Stadt Mannheim, versetzt die Legende ins heutige Berlin: Undine ist Stadthistorikerin; sie wurde gerade von ihrem Freund verlassen. Doch sie lernt Christoph kennen, Industrietaucher, mit dem sie eine neue, vielleicht glückliche Liebesgeschichte erleben kann – oder es zumindest will.
Für seine aktualisierten Neuinterpretation des Mythos gelingt es Christian Petzold, mit herausragenden Darstellern die Gegenwart filmisch zu verzaubern.

Wolfsburg

DEU

2002

Christian Petzold

Nina Hoss, Benno Fürmann

Die Minute, die alles verändert, verstreicht rasend schnell: Ein Streit am Telefon, ein Handy, das zu Boden fällt, ein dumpfer Schlag, der Wagen kommt zum Halten. Phillip wartet, lauert, blickt in den Rückspiegel und beschleunigt wieder. Fahrerflucht. Das Kind bleibt verletzt auf der Landstraße liegen. Glänzend inszeniert Petzold (DIE INNERE SICHERHEIT) seine Geschichte über Autos, Schuld, und Liebe. Nina Hoss und Benno Fürmann stilisieren ihre Filmfiguren dezent, machen sie mit Widersprüchen lebendig. Psychologisch kristallklar und konsequent, in ruhigen, nüchternen, so intensiven wie enthaltsamen Bildern und Farben. Ein Film, der nie dick aufgetragen ist, sondern mit Andeutungen und Auslassungen arbeitet. Bei der Berlinale 2003 wurde WOLFSBURG mit dem angesehenen Preis des Kritikerverbandes „Fipresci“ ausgezeichnet. Beim deutschen Filmpreis 2004 war er der Favorit der meisten Kritiker. „Mit ironischen Elementen und Bildern von eiskalter Klarsicht ist WOLFSBURG einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre.“ (Blickpunkt: Film)

Yella

DEU

2007

Christian Petzold

Nina Hoss, Hinnerk Schönemann, Devid Striesow

Nach dem Scheitern ihrer Ehe mit Ben kehrt Yella ihrer Heimat Wittenberge den Rücken zu und versucht in Hannover einen Neuanfang. Dort lernt sie Philipp, den Manager einer Private Equity-Firma, kennen und ist von der schnellen und hochmodernen Welt der Risiko-Kapitalanlagen beeindruckt. Zunächst wird sie Assistentin des zielstrebigen aber manipulativen Managers, schließlich kommen sich die beiden auch privat näher. Obwohl sie glücklich ist, kommen immer wieder Erinnerungen an die Vergangenheit in ihr hoch. Yella verknüpft Wirtschaftsthemen, kaputte Beziehungen und Wunschträume in schnörkellosen Bildern. Hauptdarstellerin Nina Hoss wurde für ihre starke darstellerische Leistung als Yella mit dem Silbernen Bären der Berliner Filmfestspiele 2007 ausgezeichnet, Regisseur Petzold wurde für den Goldenen Löwen nominiert. Der Film lief auf dem Festival des deutschen Films 2007 in Ludwigshafen. Moderation der Diskussion: Doris Steinbeißer, SWR4 Kurpfalzradio, FrauenKulturRat

La vida loca - Die Todesgang

MEX/ESP/FRA

2008

Christian Poveda

In San Salvador bekämpfen sich zwei Banden, die Mara Salvatrucha und Mara 18, seit Jahren. 14.000 verlassene Jugendliche weihen ihr Leben der Gang, die ihre Familie ersetzt. „Wir müssen versuchen zu verstehen, warum 12-jährige ihr Leben für eine Gang opfern", sagte Regisseur Christian Poveda in einem Interview. Im September 2009 wurde er bei Dreharbeiten für eine Fortsetzung mit mehreren Kopfschüssen getötet.

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