Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Kopfstand, Madam!

DEU

1966

Christian Rischert

Miriam Spoerri, Herbert Fleischmann, Heinz Bennent, Helga Tölle, Esther Spoerri

Szenen einer Ehekrise: Karin, 30, Mutter einer kleinen Tochter, war vor der Heirat Dolmetscherin. Dass sie nun wieder arbeiten will, versteht Ehemann Robert überhaupt nicht. Als Werftingenieur kann er ihr doch alles bieten! Ahnt er, dass Karin ihn mit Ulrich betrügt, einem seiner freien Mitarbeiter? Bei ihm findet Karin Zärtlichkeit, und auch Verständnis für den Wunsch nach Selbständigkeit. Doch ist Ulrich wirklich eine andere Art von Mann?
Gleichberechtigung braucht es nicht, findet Robert, Frauen hätten es schließlich gut, wenn der Mann alles für sie tut. Wohlstand und Wochenendhäuschen gibt es, wenn sich die Ehefrau aufs „Glück der Unterwerfung“ einlässt. Wie kein anderer Film des Jahrgangs ’66 schlug sich KOPFSTAND, MADAM! auf die Seite der Frauen – nicht dröge, sondern lebendig und lebensecht und durchaus gewagt: Die FSK hatte starke Bedenken gegen den Film, weil er das „sittliche Empfinden“ verletzten könnte.

Lip Oder Die Macht Der Fantasie

FRA

2007

Christian Rouaud

Regisseur Christian Rouaud erzählt vom monatelangen Kampf der Angestellten der Uhrenfabrik Lip gegen die Schließung des Werks in der 70-er Jahren. Der Film ist nicht nur einer der schönsten Dokumentarfilme, der je in Frankreich über eine soziale Bewegung gedreht wurden. Neben der Geschichte, die er erzählt, bietet er auch politischen Zündstoff. Dabei spielt das Jahr 1973 eine besondere Rolle: Es markiert den Übergang von den Jahren des Wirtschaftswunders und den Jahren, die Charles Piaget, Gewerkschaftsführer der Lip, später die „Jahre der Schande“ nannte, die Jahre der Massenarbeitslosigkeit. Dieses Datum steht außerdem, nach Claude Neuschwander, von 1974 bis 1976 Chef von Lip, für „den Tod des Unternehmerkapitalismus und den Aufstieg des Finanzkapitalismus“. Filmpartner: attac (also leider ab 18)

Trübe Wolken

DEU

2021

Christian Schäfer

Jonas Holdenrieder, Valerie Stoll, Devid Striesow, Max Gundermann

Paul lebt mit seiner Familie in einem grauen Provinzstädtchen. Es regiert Tristesse, gäbe es nicht einen anonymen Steinewerfer, der Autounfälle verursacht. Paul durchstreift das Niemandsland der Wälder und schleicht sich in verlassene Häuser – ein Jugendlicher mit absonderlichen Interessen, aber ohne besondere Eigenschaften. Das macht ihn zur Projektionsfläche von Sehnsüchten – etwa seiner Mitschülerin Dala, die sich in den Außenseiter verliebt, des extrovertierten Max, der in Paul jemand Besonderen zu sehen glaubt, oder des kunstsinnigen Lehrers Bulwer, der in Paul eine ganz besondere Sensibilität entdeckt. Doch eines Tages wird ein Toter im Wald gefunden…
Nebel, Dunst, dunkle Schauer: TRÜBE WOLKEN lebt von seiner Stimmung des Undurchsichtigen. Das Außenseiterporträt erzählt von einer Gesellschaft, in der dysfunktionale Kommunikation und triste Durchschnittlichkeit zu Unheil führen, und gibt doch nie seine Geheimnisse preis: „Freischwebend zwischen Coming-of-Age-Drama und Psychothriller ist der Film in seiner Ambivalenz ein beeindruckend selbstsicheres Kinodebüt.“ (Süddeutsche Zeitung)

Love & Motion

DEU

2005

Christian Schmidt-David

Wolfgang Stranzinger, lomographischer Weltpräsident: „Am Anfang waren Frauen, Alkohol und die Lomographie eng miteinander verknüpft.“ Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte der unscheinbaren russischen Kompaktkamera LOMO (Leningradskoye Optiko Mechanichesckoye Obyedinenie). Als „Abfallprodukt“ eines russischen Rüstungskonzerns macht sie durch die politischen Wirren von 1989 im Westen Karriere. Zwei Studenten aus Wien begründen eine weltweite Bewegung: Sie entwickeln eine andere Art zu fotografieren – die LOMOgraphie. (also ab 18).

After Midnight

USA

2019

Christian Stella

Jeremy Gardner, Brea Grant, Justin Benson

Beziehungsfilm und Horrorfilm in einem, independent produziert: Hank und Abby haben sich behaglich im neuen Heim eingenistet. Dennoch ist Abby eines Tages verschwunden, nur ein Abschiedsbrief bleibt Hank, versunken zwischen depressiven Phasen und Selbstvorwürfen. Und dann sieht er sich immer häufiger nächtlichen Angriffen eines monströsen Wesens ausgesetzt, das sein Haus umschleicht… Eine Halluzination des Wahnsinns? Eine Verkörperung von Abby? Nein: Da gehen die Filmemacher raffinierter vor, um den Zuschauer zu verunsichern und simple Erklärungsmuster zu umgehen. Sie verknüpfen die Genres, unterlaufen sie: „Ein minimalistisch realisierter, romantischer Horrorfilm. Und ja, das ist möglich.“ (Süddeutsche Zeitung)

Speak No Evil

DNK

2022

Christian Tafdrup

Morten Burian, Sidsel Siem Koch, Fedja van Huêt, Karina Smulders

Bjørn und Louise mit Tochter Agnes lernen im Toscana-Urlaub Patrick und Karin mit Sohn Abel kennen, freunden sich für die Dauer der Ferien an – und fahren dann heim nach Dänemark. Monate später folgt eine Einladung, Patrick und Karin in Holland für einen Kurzurlaub zu besuchen. Die beiden präsentieren sich unangenehm freigeistig, offenbar passen die Familien überhaupt nicht zusammen. Doch Bjørn und Louise sind zu höflich. Sie bleiben und ertragen die zunehmenden Übergriffigkeiten. Bis es zu spät ist.

SPEAK NO EVIL, das dänische Original, ist einer der nachhaltig verstörendsten Horrorfilme der letzten Zeit. Ein Film, der von Beginn an packt mit lebensechten Charakteren, die gefangen sind im selbstgestrickten Netz der Nettigkeit, und mit einem Ende, das man nicht vergessen kann. Das US-Remake von 2024 segnete die Story mit einem Happy End. Hier aber geht es richtig zur Sache.

Free Lunch Society – Komm Komm Grundeinkommen

AUT/DEU

2016

Christian Tod

Globalisierung, Automatisierung, Donald Trump. Die Mittelschicht zerbricht. Man spricht zwar über die Ursachen, aber nicht über Lösungen. Zeit für ein komplettes Umdenken: Das bedingungslose Grundeinkommen bedeutet Geld für alle als Menschenrecht ohne Gegenleistung! Visionäres Reformprojekt, neoliberale Axt an der Wurzel des Sozialstaates oder sozialromantische linke Utopie? Christian Tod spricht mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über die Gründe für das Zerbrechen der Mittelschicht und mögliche Lösungsansätze – eben auch das Grundeinkommen, dessen Idee er rund um den Globus nachspürt.
Diskussionspartnerin: Lara-Leonie Nonhoff, Team Global

Die guten Feinde – Mein Vater, die Rote Kapelle und ich

DEU

2017

Christian Weisenborn

Der Filmemacher Christian Weisenborn begibt sich auf eine persönliche Spurensuche nach der Geschichte seines Vaters, der sich im Widerstand gegen die Nazis engagierte. Günther Weisenborn gehörte zur sogenannten Roten Kapelle, 1942 wurde er von der Gestapo inhaftiert und entrann nur knapp einer Todesstrafe wegen Hochverrats – 59 seiner Mitstreiter wurden hingerichtet. Bis zu seinem Tod 1969 versuchte Weisenborn gemeinsam mit Adolf Grimme, seine verurteilten Freunde zu rehabilitieren und den verantwortlichen Richter zur Rechenschaft zu ziehen – keine leichte Aufgabe im von Nazi-Altlasten geprägten Nachkriegsdeutschland. Erst 2009 wurden die Urteile von 1942 offiziell aufgehoben.

„Die Töne kommen oft daher, wo der Schmerz ist.“ – Hans Reffert: Musiker, Zeichner und politischer Akteur

DEU

2026

Christiane Schmied, Bernd Köhler

Dokumentarfilm

Eine filmische Dokumentation über Hans Reffert: 1946 geboren und im Arbeiter-Stadtteil Ludwigshafen-Oppau aufgewachsen, entwickelte er schon als Kind ein Faible für Comic-Zeichnen und Jazz- und Skiffle-Musik. Er lernte Gitarre beim Ludwigshafener Meistergitarristen Sigi Schwab, studierte parallel Komposition und wurde sehr schnell zu einer prägenden Figur der Kulturszene des Rhein-Neckar-Raums. Legendär sind seine Musikprojekte wie der Rock’n Roll-Zirkus oder das international beachtete Adolf-Wölfli-Programm. Neben den Tourneen mit Guru Guru oder dem Bandprojekt „Sanfte Liebe” galt sein Engagement ab der Jahrtausendwende der Neudefinition politischer Musik durch das „kleine elektronische Weltorchester” (ewo2), zusammen mit Christiane Schmied und Bernd Köhler, den er schon seit Ende der sechziger Jahre bei Konzerten und Auftritten im Rahmen von Streiks oder Konzerten für die damalige Friedensbewegung begleitete, oft in Kooperation mit Musiker*innen aus der Region wie Barbara Lahr, Laurent Leroi oder Christl Marley.

Die Dokumentation zeigt den 2016 viel zu früh Verstorbenen als Ausnahme-Musiker, Komponist, Gitarrist und Sänger sowie Kultur-Organisator und politischen Akteur und bringt Ausschnitte aus Konzerten und Aktionen dieser Zeiten.

Keith Haring

FRA/ITA

2008

Christina Clausen

„Kunst ist für Jeden“, so formulierte es Keith Haring, als er die Bedeutung seiner stilisierten Silhouetten zusammenfasste, mit denen er die Straßen der Welt dekorierte. Im Film von Christina Clausen, in dem Wegbegleiter wie Andy Warhol oder Madonna zu Wort kommen, wird Haring in der vielschichtigen Rekonstruktion seines Aufstiegs – angefangen bei seiner Kindheit – wieder zum Leben erweckt. Eine sorgfältige Erkundung des Hintergrunds und der Karriere eines der beliebtesten und bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts.

Monster im Kopf

DEU

2023

Christina Ebelt

Franziska Hartmann, Slavko Popadic, Martina Eitner-Acheampong

Sandra ist impulsiv. Sandra sitzt im Knast. Sandra ist schwanger. Und sie kämpft darum, dass ihr Kind auch nach der Geburt bei ihr bleiben kann. Die Sozialarbeiterin und das Jugendamt allerdings sind skeptisch, ob ihr das zuzutrauen ist, mit ihrer Vorgeschichte.
Die Geschichte von Schwangerschaft und Geburt ist verflochten mit dem Vorleben zwischen der Liebe zu ihrem Freund und der Pflege ihrer Mutter – Christina Ebelt erzählt geschickt und mit größtmöglicher emotionaler Wirkung in zwei Zeitebenen von einer Frau mit extrem kurzer Zündschnur, aus der jederzeit Aggression und Gewalt hervorbrechen kann, eine Art SYSTEMSPRENGER im Erwachsenenalter. Franziska Hartmann spielt diese Frau in all ihren Facetten, mit all ihren Gefühlspolen so lebensecht, wie es nur gehen kann: von zärtlichem Glück zu genervter Wut agiert sie mit ungefilterter körperlicher Performance. Auch alle anderen Darsteller spielen mit realistischer Wucht – Nebenrollen sind mit realen Personen aus Polizei oder Geburtsklinik besetzt. Das Casting der Babies, die im Film vorkommen, wurde übrigens von Mannheimer Hebammen beraten – gedreht wurde allerdings coronabedingt nicht im Mannheimer Klinikum.

Sterne über uns

DEU

2019

Christina Ebelt.

Franziska Hartmann, Claudio Magno, Kai Ivo Baulitz, Nicole Johannhanwahr

Melli muss immer adrett aussehen, in blauem Rock und gebügelter Bluse streift sie durch die Stadt, am Handy gibt sie sich professionell beschäftigt. Tatsächlich sucht sie eine Bleibe, versucht, ihre Arbeit als Flugbegleiterin zu organisieren, und muss dafür kämpfen, ihren Sohn nicht zu verlieren. Denn Melli ist obdachlos, die Warteliste beim Wohnungsamt ist lang, die Notunterkunft für eine alleinerziehende Mutter mit neunjährigem Kind unzumutbar. Melli und Ben wohnen in einem Zelt im Wald. Was keiner wissen darf. Und was natürlich nicht hilft, aus der Zwickmühle herauszukommen, zumal das Jugendamt droht, den Jungen in eine Pflegefamilie zu stecken… Christina Ebelt nimmt in ihrem Debüt den sozialen Teufelskreis aus Obdachlosigkeit, Arbeitsstress, Mutterschaft ernst und versieht ihn zugleich mit fast märchenhaftem Flair – es ist leicht, abzurutschen; und schwer, sich aufrechtzuhalten.

Brandspuren an Stein und Seele

DEU

2014

Christina Stihler & Karen Strobel

Nationalsozialismus und 2.Weltkrieg hatten auch in Mannheim deutliche Spuren hinterlassen. Äußere Trümmerberge zeichneten die Quadrate, innere Erschütterungen die Menschen. Das Stadtbild modernisierte sich ab den 1950er, die dunklen Jahre schienen zu verblassen. Aber die damaligen Ereignisse haben bis in unsere Gegenwart Auswirkungen – auf die, die sie erlebten, ebenso wie auf deren Kinder und Enkel. Der Film von Christina Stihler und Karen Strobel ergründet das anhand von Interviews mit Betroffenen, einem Experten der Traumaforschung und einer Schulklasse, alles ergänzt durch Originalfilmausschnitte und Bilder. Er skizziert, was geschah und will Verständnis zwischen den Generationen wecken. Eine filmische Einladung, sich einem Thema zu nähern, die die Frage erweckt: „Wie ist das in unserer Familie?“
Wir freuen uns auf die Filmemacherinnen. Eintritt frei

Karla

DEU

2025

Christina Tournatzẽs

Elise Krieps, Rainer Bock, Imogen Kogge

1962. Karla, zwölf Jahre alt, flieht vor ihrer Familie in eine Polizeiwache. Gegenüber dem Richter Lamy klagt sie ihren Vater an, der sie mehrfach missbraucht hat. Zunächst reserviert, dann interessiert, dann mitfühlend nimmt sich Lamy ihrer an, hört ihr zu, bringt sie in einem Kinderheim unter und bereitet den Prozess vor. Karla will Gerechtigkeit. Und die Anerkennung, dass man auch als Kind ein Mensch ist, dem Würde und das Recht auf Leben zustehen.

Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt Tournatzẽs mit großer emotionaler Intensität von einem verstörten, verstummten, tief traumatisierten Kind, das nicht mehr Opfer sein will. Elise Krieps, Tochter von Vicky Krieps, ist herausragend gut als Karla, und die Regisseurin findet die richtigen Bilder für die (Nicht-)Darstellung der väterlichen Verbrechen.

Bunch of Kunst (A Film About Sleaford Mods)

DEU

2017

Christine Franz

„Wir sind 50% Wut und 50% Witz“ – so beschreiben Rapper Jason Williamson und sein Beatbastler Andrew Fearn ihre postpunkige Independent-Schnodder-HipHop-Musik. Christine Franz begleitete die Band über mehrere Jahre, in denen das Duo im Do it Yourself-Modus harte, raue, wütende Desillusion von der Bühne rotzte. Zunächst in der klassischen Ochsentour durch Klein-Pubs, bald für größeres Publikum, irgendwann beim Glastonbury-Festival mit zwei höchst erfolgreichen Alben im Gepäck. Und wer ist ihr größter Fan? Iggy Pop

Wo ich wohne - Ein Film für Ilse Aichinger

AUT

2014

Christine Nagel

Sehr sehenswerter Dokumentarfilm, der in Schwarzweiß-Aufnahmen den Inhalt von Ilse Aichingers Erzählung „Wo ich wohne“ zeigt, und außerdem von der Autorin aufgenommenes Bild- und Super-8-Videomaterial, kommentiert von Aichinger selbst. Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei die Stadt Wien sowie die schmerzhafte Thematik der Trennung von Aichingers Schwester während der Nazizeit. Dabei gibt die Autorin ihre Gabe des haarscharfen Beobachtens zum Besten, die sich auch in den Figuren ihres literarischen Werks spiegelt.
Ein ruhiger und eindringlicher Film über eine der wichtigsten deutschsprachigen Nachkriegsautorinnen, voller poetischer Intensität und mit der starken Erzählstimme der Schriftstellerin.

Vakuum

DEU/CHE

2018

Christine Repond

Barbara Auer, Robert Hunger-Bühler, Orianna Schrage, Anna Katharina Müller

Eine schockierende Diagnose: Meredith erfährt, dass sie HIV-positiv ist. Wie ist das passiert in ihrer heilen Welt in der mustergültigen Schweizer Idylle? Nur ihr Mann André kann Meredith angesteckt haben. Er geht regelmäßig ins Bordell und pflegt sexuelle Praktiken, die er zuhause mit ihr nicht auslebt. Meredith wirft André aus dem Haus. Das Alleinsein kann sie aber auch nicht ertragen. Und die Kinder ahnen von nichts, sie glauben, die Eltern bereiten ihren 35. Hochzeitstag vor.
Je näher die Feier rückt, desto brüchiger scheint die Ehe, das Stigma der Ansteckung geht einher mit heftigen Verwerfungen in einer Beziehung, die Jugend, Familie und Hoffnungen geteilt hatte, die Sicherheiten des bürgerlichen Milieus geraten ins Rutschen. Cineman.ch: „Barbara Auer und Robert Hunger-Bühler brillieren hier auf der Höhe ihres Könnens, aber es ist vor allem Barbara Auer, die sich der direkten und kompromisslosen Inszenierung Reponds ausliefert.“

Ausgerechnet Bulgarien - Angelika Schrobsdorff und ihre Familie

DEU/BGR

2007

Christo Bakalski

Diktaturen, Kalter Krieg, Mauerfall und Nahostkonflikt haben entscheidende Veränderungen im Leben der Familie Schrobsdorff bewirkt. Der Schwerpunkt der Familiendoku liegt auf Ereignissen, die nach der Flucht 1939 aus Berlin begannen und in Bulgarien stattfanden. Angelika Schrobsdorffs jüdische Mutter flüchtet 1939 in eine Scheinehe mit einem Bulgaren, um Deutschland mit ihren beiden Töchtern verlassen zu können. Sie leben in Sofia bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Während Bettina, die ältere der beiden Töchter, in Bulgarien heiratet, zwei Kinder bekommt und bleibt, tingelt die Schriftstellerin Angelika Schrobsdorff durch die Welt. Doch beide bleiben auf konträre Art heimatlos… AUSGERECHNET BULGARIEN zeigt eine Familie auf ihrer komplizierten Identitätssuche zwischen den Kulturen und lässt gleichzeitig das ganze Drama der deutschen Geschichte nachempfinden.

Verachtung

DNK/DEU/SWE/NOR

2018

Christoffer Boe

Nikolaj Lie Kaas, Fares Fares, Johanne Louise Schmidt, Fanny Bornedal

In einem geheimen Raum einer Wohnung werden drei mumifizierte Leichen entdeckt, um einen Tisch drapiert wie zum Essen; ein Stuhl ist noch frei. Das Dezernat Q um Carl Mørck und Assad ermittelt – wird es ein weiteres Opfer geben? Die Spuren führen auf die kleine dänische Insel Sprogø: Dort befand sich in den 1960er Jahren eine Anstalt zur „Erziehung“ von Frauen – wer als dumm, unsittlich oder unangepasst galt, wurde dorthin gesteckt. Beispielsweise die junge Nete, deren Beziehung dem Vater nicht passte, und die dort Demütigung, Vergewaltigung und Zwangssterilisierung erleiden musste. Der damalige Arzt ist heute Kopf einer radikal sozialdarwinistischen Nationalistengruppe…

Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Jussi Adler-Olsen behandelt im Gewand eines spannenden Thrillers einen realen dänischen Skandal: Zwischen 1934 und 1967 wurden über 11.000 Frauen in sogenannten „Erziehungsheimen“ zwangssterilisiert.

So Damn Easy Going

SWE/NOR

2022

Christoffer Sandler

Nikki Hanseblad, Melina Paukkonen, Shanti Roney, Emil Algpeus

In Joannas Kopf dreht eine Achterbahn wilde Loopings, alles ist ständig in Bewegung. Medizinisch gesagt: Sie hat ADHS. Kurzfristig helfen unverbindlicher Sex mit ihrem Mitschüler Matheus, Schwimmen im Pool und vor allem ihre Medikamente. Doch als die ausgehen und ihr arbeitsloser Vater auch nicht helfen kann, muss Joanna kreativ werden, um selbst an Geld zu kommen. Mitten im Chaos steht plötzlich eine neue Klassenkameradin vor ihr, die coole und selbstbewusste Audrey. Und Joanna hat nicht mehr nur blitzende Gedanken, sondern auch ein wild pochendes Herz.
Mit viel Humor und leuchtenden Bildern lässt der Film in die besondere Erfahrungswelt seiner Hauptfigur eintauchen: ein bittersüßer romantischer Coming-of-Age-Film, ausgezeichnet mit dem QueerScope-Debütfilmpreis und dem queeren Filmpreis des Braunschweig International Film Festivals.

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