Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Sobibor, 14 Octobre 1943, 16 Heures

F

2001

Claude Lanzmann

Claude Lanzmann ist der Regisseur der großen Holocaust-Dokumentation „Shoah“, die seit ihrer Uraufführung 1985 als ein grundlegendes Werk betrachtet wird und auf zahlreichen Festivals ausgezeichnet wurde. Sein neuer Film SOBIBOR schildert den einzigen erfolgreichen Aufstand in einem Konzentrationslager der Nazis, indem er den Erzählungen von einem der Aufständigen folgt und sich dabei auf dessen lebendiges Wort verläßt. „Ausgehend von einem Gespräch, das mir Yehuda Lerner 1979 gewährt hatte, als ich SHOAH drehte, entstand der Film SOBIBOR, 14 OCTOBRE 1943, 16 HEURES – Ort, Tag, Monat, Jahr, Stunde des einzigen jemals gelungenen Aufstands in einem Vernichtungslager der Nationalsozialisten. In der Landschaft und an den Orten von heute, die immer noch dieselben wie damals sind, hat David, der nicht Gewalttätige, den ersten tödlichen Schlag geführt; er ist der Herold eines mythologischen Films und Meister einer sich steigernden Spannung bis zum letzten Bild, bis zu dem Augenblick, in dem die menschliche Ordnung wieder in Kraft tritt und wieder Freiheit herrscht.“ (Claude Lanzmann) Um den Film zu realisieren, folgte Lanzmann den Spuren Yehuda Lerners. Er fuhr nach Polen, nach Weißrußland und nach Sobibor, wo er zuletzt vor zwanzig Jahren gewesen war. Er fand den Bahnhof noch heruntergekommener vor als damals. Seine Rampe, auf der mehr als zweihundertfünfzigtausend Juden entladen wurden, dient nunmehr dem Verladen von Holzstämmen. Ein kleines Museum und die Synagoge von Wlodawa erinnern vage an die Greueltaten der Vergangenheit.

Ein glückliches Jahr

ITA/FRA

1973

Claude Lelouch

Lino Ventura, Françoise Fabian

Am Silvesterabend 1973 wird Simon vorzeitig aus der Haft entlassen. Sein Start ins neue Jahr führt ihn zu seiner alten Flamme Françoise. Ihre gemeinsame Begeisterung für erlesenen Schmuck hat die unterschiedlichen Charaktere einst zusammengebracht und aus der Antiquitätenhändlerin eine Juwelenräuberin gemacht. Nach sechs Jahren wieder frei, stellt er fest, dass seine Liebste sich emanzipiert hat…
„Eine raffiniert ausgetüftelte Erzählstruktur führt durch ein spannendes, amüsantes Geflecht von Einfällen, Pointen, Bezügen und Episoden, durch eine schön verrückte Geschichte“, schreibt DIE ZEIT.
Referenten: R. Schmidt und A. Metraux

La Boum

FRA

1980

Claude Pinoteau

Sophie Marceau, Claude Brasseur, Brigitte Fossey, Denise Grey

Einer der größten Kinohits der 1980er und das Debüt von Sophie Marceau, die als Dreizehnjährige sofort zum Filmstar wurde: LA BOUM – DIE FETE ist ein Klassiker, so zeitlos wie die Irrungen und Wirrungen des Heranwachsens und das himmelhoch Jauchzende und zu Tode Betrübte der Gefühle. Erfrischend, einfühlsam und realitätsnah bringt der Film die Tragikomödie der Pubertät auf den Punkt: Eine Feier der Jugend und ein sensibler Blick auf das Miteinander (und Gegeneinander) verschiedener Generationen.

Die dreizehnjährige Vic ist bereit für ihre ersten Erfahrungen mit Jungs – und lernt tatsächlich mit Mathieu ihre erste große Liebe kennen. Doch die Vorfreude auf die große Fete mit Schummerlicht und Schmusetanz wird getrübt, weil es Mathieu nicht allzu ernst zu meinen scheint, und als die Ehe ihrer Eltern wegen verschiedener Seitensprünge kriselt, findet sie bei ihrer Urgroßmutter Zuflucht vor dem Teenager-Gefühlschaos. 

Einführung: Cosima Besse, Institut français Mannheim

La Boum 2 - Die Fete geht weiter

FRA

1982

Claude Pinoteau

Sophie Marceau, Claude Brasseur, Brigitte Fossey, Denise Grey, Pierre Cosso, Lambert Wilson

Nach dem Kassenschlager LA BOUM folgt mit LA BOUM 2 der nächste Hit: Vic, inzwischen fast 16 Jahre alt, kehrt genervt aus den Sommerferien zurück – im bayrischen Feriendorf war es ätzend öde. Auf der Rückreise lernt sie Philippe kennen. Zuhause in Paris versucht sie, ihn aufzuspüren, und natürlich verliebt sie sich in ihn. Doch während sie unentschlossen ist, ob Philippe der richtige ist für das „erste Mal“, führt ihre Freundin ein reges Liebesleben, auch ihre Großmutter, die lebenslustige Poupette, entwickelt romantische Gefühle, und ihre Eltern versuchen, eine harmonische Ehe zu führen, nachdem sie sich zusammengerauft haben. Vics Hormonhaushalt gerät noch mehr durcheinander, als sie den älteren Felix kennenlernt mit seiner beeindruckenden Selbstsicherheit…
Für die ebenso amüsante wie realistische – und höchst erfolgreiche – Teenager-Komödie um die junge Vic, die die Liebe und das Erwachsenwerden kennenlernt, erhielt Sophie Marceau den César als beste Nachwuchsschauspielerin.
Einführung: Cosima Besse, Institut Français Mannheim

Das Mädchen und der Kommissar

FRA/ITA

1971

Claude Sautet

Michel Piccoli, Romy Schneider, Georges Wilson, Philippe Léotard

Der ehrgeizige Kommissar Max gibt sich die Schuld an mehreren Toten bei einem Banküberfall – in ihm wächst die fixe Idee, die Bankräuber auf frischer Tat zu ertappen. Er bedient sich dabei der Gangsterbraut und Prostituierten Lily, gewinnt ihr Vertrauen. Und sie wird zum Opfer seiner geschickten Manipulation, um einen Überfall zu provozieren…
Claude Sautets Meisterwerk des französischen Film Noir führt – nach DIE DINGE DES LEBENS – erneut Romy Schneider und Michel Piccoli zusammen in einem Kriminaldrama, das die psychischen Konflikte und das Beziehungsgeflecht der Personen in den Mittelpunkt stellt: eine Charakterstudie um Gut und Böse, um Zweck und Mittel.

Die Dinge des Lebens

FRA/ITA/CHE

1970

Claude Sautet

Michel Piccoli, Romy Schneider, Gérard Lartigau, Jean Bouise

Ein Autounfall – und was davor geschah: Pierre Bérard hat seine Familie für die junge Hélène verlassen, kann sich aber auf die Geliebte nicht voll einlassen. Er will sich trennen, und er will bei ihr bleiben, er will seine Frau vergessen und weiterhin für seine alte Familie da sein. Glück und Zweifel, Misstrauen und Liebe, Verwirrung, Verletzlichkeit und Hoffnung: Claude Sautets Liebesdrama DIE DINGE DES LEBENS erforscht psychologisch treffend die Kleinigkeiten und die Widersprüchlichkeiten, die ein Leben ausmachen, die die Protagonisten empfinden und nach denen sie handeln – und findet dafür in Romy Schneider und Michel Piccoli eine herausragende Besetzung.
Referent*innen: Regine Schmidt und Alexandre Métraux (Dossenheim)

Brust oder Keule – L'aile ou la cuisse

FRA

1976

Claude Zidi

Louis de Funès, Coluche, Julien Guiomar, Claude Gensac, Ann Zacharias. 101 Min.

Der gefürchtete Restaurantkritiker Charles Duchemin kämpft für die Erhaltung der französischen cuisine – und insbesondere gegen seinen Erzfeind Tricatel, den Betreiber einer Fast Food-Kette, der mit seinem synthetisch hergestellten Industriefraß die Geschmackskultur zerstört.
Ein Klassiker unter den Louis de Funès-Filmen: Der nervöse Choleriker mit der ausgeprägten Körpersprache und den wilden Wutanfällen war ein Aushängeschild der französischen Filmkomödie der 1960er und 1970er. Die Rolle des Gourmet-Kritikers, der in immer neuen Verkleidungen inkognito die Gaststätten des Landes bewertet, war für ihn eine Paraderolle, für die er nach einer längeren gesundheitsbedingten Pause wieder vor der Kamera stand.
Einführung: Dr. Caroline Mary-Franssen, Romanisches Seminar der Universität Mannheim

Wir Leben Im 21. Jahrhundert

DEU

2004

Claudia Indenhock

Jasmin, Pascal und Patrick leben in Köln, sind noch nicht einmal 20 Jahre alt und ohne Schulabschluss. Im Projekt »Betrieb und Schule« (BUS) wollen sie die Hauptschule nachholen und gleichzeitig über ein Praktikum den Weg ins Arbeitsleben finden. Ihre Begeisterung hält sich in Grenzen. Vor allem die Suche nach einem Praktikumsplatz gestaltet sich zäh und lange Zeit ergebnislos. Doch Misserfolge einstecken, gehört dazu, wie ihnen ein Lehrer immer wieder klarzumachen versucht. Jasmin kommt schließlich im Textileinzelhandel unter, Pascal im Straßenbau und Patrick in einer Fabrik. Leise beobachtend stellt der Dokumentarfilm von Claudia Indenhock drei sehr unterschiedliche Charaktere vor, die er ein ganzes Jahr begleitet und deren individuelle Umgangsweise mit Erfolg und Niederlage er zeigt.

Eine Perle Ewigkeit

PER

2008

Claudia Llosa

Magaly Solier, Susi Sánchez, Efraín Solís

Als erster peruanischer Film hat EINE PERLE EWIGKEIT 2009 an der Berlinale teilgenommen – und prompt den Goldenen Bären gewonnen. Im darauffolgenden Jahr war das Drama von Claudia Llosa in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ für einen Oscar nominiert. Die Drehbuchautorin und Regisseurin erzählt die Geschichte der jungen Indianerin Fausta, die als ungeborenes Kind erleben musste, wie ihre Mutter im Bürgerkrieg vergewaltigt wird, und sozusagen mit der Muttermilch eine seelische Krankheit geerbt hat. Sich selbst schützt Fausta, indem sie eine Kartoffel in ihre Vagina steckt… Vorstellen werden den Film Astrid Gabriel (Dossenheim) und Leon Gabriel (Dossenheim, Frankfurt). A. Gabriel wird aus einer psychoanalytischen Perspektive den individuellen Traumaverarbeitungsversuch der Protagonistin thematisieren. L. Gabriel, Student der Fächer Theater, Film, Medien und Lateinamerikanistik mit dem Schwerpunkt „Ästhetik und Politik“, kennt Peru aus seiner Zivildienstzeit, die er dort abgeleistet hat, und wird sich in einer medienwissenschaftlichen Perspektive mit dem Thema des kollektiven Traumas, das dem Film eingeschrieben ist, auch wenn er kein politischer Film ist, auseinandersetzen.

Madeinusa – Das Mädchen Aus Den Anden

Claudia Llosa

Madeinusa ist der Name eines jungen Mädchens, das in einem abgelegenen Dorf in der wilden Bergwelt der peruanischen Anden lebt. Höhepunkt des Jahres ist hier immer die „Heilige Woche“, ein bizarres religiöses Fest, in dessen Verlauf sich die gesamte Dorfbevölkerung in einen hemmungslosen Feierrausch hineinsteigert. Für dieses Jahr ist Madeinusa zur „Heiligen Jungfrau“ ausgewählt worden, die in einem farbenprächtigen Kostüm die Prozession anführen wird. Der mit einer guten Portion schwarzen Humors getränkter Erstlingsfilm der 29-jährigen Peruanerin Claudia Llosa (eine Nichte des Schriftstellers Mario Vargas Llosa) zeigt eine archaische Indio-Kultur, die nach ganz eigenen, oft widersprüchlichen Gesetzen funktioniert. „Man wird in Zukunft wohl noch einiges von Claudia Llosa hören.“ (Neue Zürcher Zeitung)

Elfriede Jelinek – Die Sprache von der Leine lassen

DEU

2022

Claudia Müller

Wunderkind, Skandalautorin, Vaterlandsverräterin, Feministin, Modeliebhaberin, Kommunistin, Sprachterroristin, Enfant terrible, Nestbeschmutzerin, geniale, verletzliche Künstlerin – kaum eine andere Schriftstellerin polarisiert wie Elfriede Jelinek. Zum allerersten Mal widmet sich ein Kino-Dokumentarfilm dem Leben und vor allem dem Werk der österreichischen Schriftstellerin, die 2004 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde. Besonderes Augenmerk legt Regisseurin Claudia Müller dabei auf den Umgang mit Sprache, den Jelinek in ihrem komplexen Schaffen aus Lyrik, Prosa, Hörspielen, Theaterstücken, Essays, Libretti, Drehbüchern und Übersetzungen an den Tag legt. Dabei gelingt es, einen Film nicht über ihre Sprache, sondern mit ihrer Sprache zu schaffen. In rhythmischer, assoziativer und nie willkürlicher Montage baut Müller ihren Film aus Archivmaterial auf und hinterlegt ihn mit Textpassagen aus Jelineks Œuvre – und mit einem Audiointerview, das Müller exklusiv mit der Sprachkünstlerin führen konnte, die sich wegen auswachsender Anfeindungen seit Langem aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat.

Helke Sander: Aufräumen

DEU

2023

Claudia Richarz

„Die Verhältnisse sind veränderbar, und zwar durch Einsicht und selber denken: Warum ist, was ist?“ (Helke Sander)
Die Filmemacherin und Autorin Helke Sander ist eine Ikone nicht nur der Frauenbewegung, sondern auch des Neuen Deutschen Films. Als Mitbegründerin des „Aktionsrats zur Befreiung der Frauen“ fordert sie 1968 vor dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund Frauenrechte – und wird höhnisch ausgelacht. Aber die neue deutsche Frauenbewegung beginnt. Sander war ihr Leben lang politisch aktiv, und sie schuf aus ihrem Aktivismus vielfach preisgekrönte Filme: unbezahlte Care-Arbeit, die Statistiken von Vergewaltigungen, die Situation junger Mütter, gesellschaftlicher Sexismus sind Themen, die sie immer umtreiben, auch heute, mit über 80 Jahren. Der Film verbindet mit eindrucksvollen Filmausschnitten aus Sanders Werk ihr künstlerisches Schaffen mit ihrem Leben und mit ihrem Kampf für Gleichstellung.
„Helke Sander — sperrig, verführerisch und revolutionär — gehört zum Weltkulturerbe. Weil ihr dauernd Steine in den Weg geworfen wurden, ist sie noch immer am Aufräumen.“ (Luisa F. Pusch, Sprachwissenschaftlerin und Autorin)

Touched

DEU

2023

Claudia Rorarius

Ísold Halldórudóttir, Stavros Zafeiris, Yousef Sweid, Angeliki Papoulia

Ein körperlicher Film, ein sinnlicher Film, ein poetischer Film: Die fürsorgliche (und übergewichtige) Pflegerin Maria entwickelt eine intime, verbotene Beziehung zum querschnittsgelähmten Alex. Emotionale Verbundenheit, sexuelle Erfüllung, Wunsch nach Nähe und Bestätigung einerseits – und persönliche Ängste, gesellschaftliche Tabus, gegenseitige Abhängigkeit andererseits: Zwischen heftigen Sexszenen und berührenden Momenten entwickelt die Amour fou eine (selbst)zerstörerische Dynamik. Die isländische Hauptdarstellerin ist Plus-Size-Model und Body-Positivity-Aktivistin, der griechische Hauptdarsteller seit einem Motorradunfall gelähmt: Sie wurden in Locarno ausgezeichnet.

Los insólitos peces gato – The Amazing Catfish

MEX

2013

Claudia Sainte-Luce

Lisa Owen, Ximena Ayala

Eine Kleinstadt in Mexiko. Claudia ist um die 20 und einsam. Als sie im Krankenhaus wegen einer Blinddarmentzündung behandelt wird, lernt sie Martha und deren vier Kinder kennen, die von drei Vätern abstammen. Marthas Clan ist laut, manchmal schräg, aber liebevoll. Als sich der Zustand der aids-kranken Mutter immer weiter verschlechtert, wird Claudia zunehmend in die Familie mit einbezogen…
Gewann 2013 beim Filmfestival in Mar del Plata den Preis als »Bester Lateinamerikanischer Film«.

Richard Deacon - In Between

DEU

2013

Claudia Schmid

Der in 1949 in Wales geborene Bildhauer Richard Deacon überrascht seit Jahrzehnten die Kunstwelt mit ungegenständlichen skulpturalen Raumzeichen z.B. aus Holz, Stein oder Metall. Oftmals filigrane Strukturen in höchster Präzision bilden weit ausgreifende, elegante Bewegungen aus geometrischen und organischen Formen ab, die durch ihre pure Schönheit und zugleich rätselhafte Gestalt erstaunen. Deacon interessiert sich nicht für die Darstellung vorhandener Sachverhalte, sondern experimentiert mit den grundsätzlichen Fragenstellungen bildhauerischer Arbeit: Wie lässt sich das Tragen, das Lasten, die Drehung, die Bewegung, das Verhältnis von Volumen und Leere, von Linie und Fläche sowie das Miteinander von Gesamt- und Binnenformen in verschiedenen Materialien fassen, formen, sinnlich begreifbar machen? Die Filmemacherin Claudia Schmid hat den medienscheuen und dennoch international bekannten Künstler zwei Jahre lang bei seiner kreativen Arbeit begleitet und daraus eine sehenswerte Dokumentation über einen der eigenwilligsten zeitgenössischen Bildhauer gemacht.
Einführung: Dr. Sebastian Baden, Kunsthalle Mannheim

Ama-San

PRT/JPN/CHE

2016

Cláudia Varejão

Die Frau mit der Kamera – Porträt der Fotografin Abisag Tüllmann

DEU

2015

Claudia von Alemann

„Fotografieren heißt teilnehmen“ – so lautete das Credo der bedeutenden Fotografin und Bildjournalistin Abisag Tüllmann (1935-1996). Vor kurzem sind allein 10.000 ihrer Pressefotografien im Archiv der bpk-Bildagentur der Stiftung Preußischer Kulturbesitz online verfügbar gemacht worden. Tüllmanns fotografisches Interesse richtete sich auf die politischen und ebenso auf die kulturellen Ereignisse ihrer Zeit in- und außerhalb Europas. Mit einem ruhigen Blick auf Menschen in alltäglichen Situationen blieb sie ebenso konzentriert wie bei Foto-Shootings mit Prominenten; sie fand ihre Motive beim Fotografieren auf der Straße, etwa bei den Demos der 68er-Studentenbewegung, ebenso wie in der Redaktion der „Emma“. Sie machte Fotos, in denen sich die Geschichte der BRD spiegelt und erweiterte ihren thematischen Radius auf vielen Reisen, u.a. nach Israel. Ihre bildjournalistischen Arbeiten beschrieb sie selbst als Sozialreportagen. Besonders beeindruckend erscheinen auch ihre poetischen Bilder aus dem Theatermilieu, die sie über viele Jahre hinweg u. a. in enger Zusammenarbeit mit Claus Peymann geschaffen hat.
Einführung: Christina Bergemann, M.A., Kunsthalle Mannheim

Tu nichts Böses – Non essere cattivo

ITA

2015

Claudio Caligari

Luca Marinelli, Alessandro Borghi, Silvia D’Amico, Roberta Mattei

Die Vorstädte von Rom und Ostia in den 90er Jahren: eine Welt, in der Geld, schnelle Autos, Nachtlokale und Kokain scheinbar leicht zu haben sind. Es ist die Welt, in der sich Vittorio und Cesare, beide 20 Jahre alt, auf der Suche nach Erfolg und Bestätigung bewegen. Das neue „dolce vita“ fordert jedoch einen sehr hohen Preis. Und irgendwann trennen sich die Wege: Vittorio verliebt sich, versucht eine Rückkehr in die bürgerliche Gesellschaft, Cesare hingegen versinkt immer tiefer in einem Sumpf aus Drogen und Dealen. Doch Vittorio gibt seinen Freund nicht auf.
Regisseur Claudio Caligari gehört zu den wilden Außenseitern des italienischen Kinos. In mehr als 30 Jahren konnte er nur drei Spielfilme realisieren. Authentisch, energiegeladen und emotional kreisen sie alle um junge Leute am Rand der Gesellschaft. Dabei entsteht eine neue, zeitgemäße Form des Neorealismus. NON ESSERE CATTIVO wurde zu Caligaris Vermächtnis; kurz nach Fertigstellung des Films starb er im Alter von 67 Jahren an Krebs.

Blume - Fiore

ITA

2016

Claudio Giovannesi.

Daphne Scoccia, Josciua Algeri, Laura Vasiliu, Aniello Arena, Gessica Giulianelli

Die Blume der Liebe blüht auch hinter den Mauern einer Jugendhaftanstalt. Daphne sitzt wegen Raubüberfällen und verliebt sich in Josh, der wegen ähnlicher Delikte hier ist. Doch männliche und weibliche Insassen sind strikt voneinander getrennt. Die Gefühle, die zwischen Daphne und Josh entstehen, leben nur von ihren Blicken von einer Zelle zur anderen, von kurzen Unterhaltungen durch die Gitterstäbe und einigen heimlich geschmuggelten Briefen. Kann die Macht der Gefühle alle Mauern niederreißen?
Regisseur Claudio Giovannesi erzählt in seinem packenden, berührenden Film im Geist des Neorealismus von eingesperrten Gefühlen und Sehnsüchten – nach Freiheit wie nach Liebe.

Kinshasa Symphony

DEU

2010

Claus Wischmann

Götterfunken aus einer anderen Welt: In Kinshasa, der Zehn-Millionen-Metropole und Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, erklingt Beethoven, gespielt von einem do-it-yourself Orchester. Von der Armut und den zerrütteten Verhältnissen des bis vor wenigen Jahren noch im Chaos eines Bürgerkriegs versinkenden Landes geprägt, ist für die Musiker das fast tägliche Proben im Orchester vor allem eine Möglichkeit Menschlichkeit und die Würde zu bewahren. "Wenn man seine Probleme schon nicht lösen kann, durch die Musik vergisst man sie".

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