Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Der Schatz

RUM/FRA

2015

Corneliu Porumboiu

Toma Cuzin, Adrian Purcarescu, Corneliu Cozmei

Leider kann Costi seinem Nachbarn Adrian nicht helfen, als der ihn um Geld bittet. Aber Adrian hat einen Vorschlag: Wenn Costi einen Fachmann mit Metalldetektor besorgt, können sie auf Adrians Grundstück nach dem Schatz suchen, den einst der Großvater vergraben hat… Auch wenn wenig Aussicht auf Gewinn besteht, fasziniert der Gedanke an immensen Reichtum. Doch mit jedem Spatenstich wird auch ein Stück Geschichte freigelegt: Besitzerwechsel, Kriege und Verstaatlichung haben ihre Spuren hinterlassen.
Ursprünglich plante Corneliu Porumoiu einen Dokumentarfilm über den befreundeten Regisseur Adrian Purcarescu; ließ sich dann von einer lokalen Legende über einen Schatz begeistern; besetzte Purcarescu und filmte in quasi-dokumentarischer Weise eine fiktive Parabel um Eigentum und Gewalt, Sehnsucht und Gier als Farce um ein großes Loch im Dreck – ausgezeichnet mit dem Talentpreis der Cannes-Reihe „Un Certain Regard“.

Police, Adjective

ROM

2009

Corneliu Porumboiu

Dragos Bucur, Vladimir Ivanov

Cristi ist ein junger, aufstrebender rumänischer Polizeibeamter, der seinen Beruf mit viel Idealismus ausübt. Eines Tages erhält er von seinem vorgesetzten Offizier den Befehl, eine verdeckte Ermittlung gegen einen Jugendlichen zu führen, der des Haschischkonsums und -handels verdächtigt wird. Für den Schüler würde das eine bis zu fünfjährige Haftstrafe bedeuten, was Cristi nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Nun ist er hin- und her gerissen zwischen den gesetzlichen Vorgaben des Regimes und seinen eigenen Wertvorstellungen. Ein weiteres Meisterwerk des aufregenden Neuen Rumänischen Kinos. Tip Berlin: „Herausragend“. (also ab 18)

Rembetiko

GRC

1983

Costas Ferris

Sotiria Leonardou, Marika Nikos Kalogeropoulos

REMBETIKO erzählt die Geschichte eines gleichnamigen Musikstils, den griechische Flüchtlinge in den 1920er Jahren aus Kleinasien mitbrachten. Als 1922 die Türken Smyma zerstörten, flohen Millionen kleinasiatischer Griechen in die Vororte der großen Städte. Entwickelt aus griechischen und orientalischen Traditionen, beschreibt, verklärt, verflucht und beschwört Rembetiko mit metaphorischen Texten die Lebens- und Leidenserfahrungen dieser Menschen. Im Mittelpunkt des Films steht die berühmte Sängerin Marika Ninou, die als Teil einer Rembetiko-Gruppe Karriere macht. Ihr Lebensweg ist zugleich die Entwicklung der Rembetiko-Musik. Knapp 50 Jahre griechischer Geschichte werden gezeigt anhand des Rembetiko, Ausdrucksmittel der Unterdrückten. Costas Ferris wurde für seinen Film 1984 mit dem Silbernen Bären auf der Berlinale ausgezeichnet. Und wir sind stolz, die Festivalfassung zeigen zu können! Mitgliederaktion – Eintritt frei für Mitglieder

Lonesome

AUS

2022

Craig Boreham

Josh Lavery, Daniel Gabriel, Anni Finsterer, Ian Roberts

Casey flieht nach einem Kleinstadtskandal aus der engstirnigen Provinz in die Großstadt Sydney. Dort trifft er auf Tib, der seine eigenen Narben der Isolation mit sich trägt. Zwischen beiden funkt es sofort, nicht nur sexuell, auch emotional – doch wie können sie mit Intimität und Gefühlen umgehen, die sie bislang nicht zugelassen haben? Zumal der ältere Pietro den nach wie vor mittel- und obdachlosen Casey in die wirklich harte Szene einführt.
In diesem starken australischen Beitrag zum Queer Cinema erforscht Craig Boreham (in durchaus expliziten Bildern), wie sich zwei Menschen in der lockeren schwulen Szene von Sydney eingerichtet haben – und sich nun füreinander öffnen wollen.

4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage

ROU

2007

Cristian Mongiu

namaria Marinca, Laura Casiliu, Vlad Ivanov

Rumänien in den 1980er Jahren. Die Überwachung und Unterdrückung des Privatlebens dringt in die privatesten Bereiche. Zwei Studentinnen haben abends eine Verabredung in einem Hotel: Herr Bebe wird an Gabita eine strengstens verbotene und mit hohem Strafmaß bedrohte Abtreibung vornehmen…
Mit formal nüchternem Stil entwickelt Cristian Mongiu eine außerordentliche Spannung; in seiner Erzählung einer einzelnen Begebenheit schwingt das ganze kleinbürgerlich-chauvinistisch-heuchlerisch-brutale Klima der Ceausescu-Diktatur mit. Da es 2007 in Rumänien nur 37 Kinos gab, fuhr der Regisseur mit mobilem Projektor durchs Land, um seinen Film zu zeigen. Der preisgekrönte Film erfuhr bei uns im Cinema Quadrat seine Mannheimpremiere.

4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage

ROU

2007

Cristian Mungiu

Anamaria Marinca, Laura Vasiliu, Vlad Ivanov

Studentin Gabita (Laura Vasiliu) befindet sich in einer prekären Situation: Sie will abtreiben – was in Rumänien unter Strafe verboten ist. Ihre Zimmergenossin Otilia (Anamaria Marinca) treibt das dafür notwendige Geld und einen Arzt auf, der die Abtreibung vornehmen soll. Nachdem sie endlich ein Hotel gefunden haben, das ihnen ein Zimmer vermietet, nutzt der Arzt ihre Situation schamlos aus und überlässt sie anschließend ihrem weiteren Schicksal. Ein beklemmend inszenierte Tour durch den Alltag einer Dikatatur, für die Mungui verdient die Goldene Palme und zwei Europäische Filmpreise 2007 (Bester Film, Beste Regie) gewann.

Latin Lover

ITA

2015

Cristina Comencini

Saverio Crispo, Schauspiellegende, Frauenheld, Vater von fünf Töchtern mit fünf Frauen aus vier Ländern, ist vor zehn Jahren den Weg allen Fleisches gegangen. Nun, zum Todestag, versammeln sich alle Töchter und Witwen (nebst männlichem Anhang) in seinem apulischen Heimatdorf. Seine älteste Tochter muss nicht nur die einander fremden Familienmitglieder zusammenzubringen, sondern auch die temperamentvollen Damen unter Kontrolle zu halten. Eine schier unlösbare Aufgabe. Und dann ist da noch Pedro del Rio, Saverios Stuntdouble: Er weiß über den verstorbenen Star mehr als alle anderen. Zwischen Umarmungen, Rivalitäten und nächtlich enthüllten Geheimnissen kommt es zu einem Crescendo der Emotionen in allerlei tragikomischen Situationen.
Eine augenzwinkernde, fast wahre Hommage an die „Commedia all’italiana“ der 60er Jahre. Als Tochter von Luigi Comencini, einem der Meister dieses Genres, kennt Regisseurin Cristina Comencini sich bestens aus. Ihre turbulente Komödie hat ein fantastisches Schauspielerinnen-Ensemble zu bieten, in dem nicht nur Stars wie Virna Lisi, Marisa Peredes oder Valeria Bruni Tedeschi brillieren.

Paco de Lucia - Auf Tour

ESP

2014

Curro Sánchez

Der Film begleitet den bekanntesten Flamenco-Gitarristen weltweit auf Konzerten, Studioaufnahmen und in sein privates Refugium. Gedreht von seinem Sohn Curro Sánchez Varela kurz vor Paco de Lucias Tod im Februar 2014. Mithilfe von privaten Aufnahmen und Archivmaterial zeichnet Sánchez ein intimes Porträt des Ausnahmekünstlers, das auch die dunkleren Kapitel nicht außen vor lässt. De Lucía wurde 1947 im südspanischen Algeciras geboren und begann bereits früh mit dem Gitarrespielen. Seine erste Soloplatte veröffentlichte er mit 20 – ein Alter, das obendrein deswegen bedeutsam ist, weil zu jener Zeit auch de Lucías langjährige Kollaboration mit dem populären Flamencosänger Camarón de la Isla ihren Anfang nahm. Ein wahrer Genuss für Musik- und Flamencoliebhaber!

Fegefeuer - Miss Sadie Thompson

USA

1953

Curtis Bernardt

Rita Hayworth, José Ferrer, Aldo Ray, Russell Collins

Die Nachtklubsängerin Sadie Thompson verliebt sich auf einer feuchtheißen Südseeinsel in den dortigen Marine-Sergeanten O’Hara. Ihr frivoles Benehmen im Umgang mit den Soldaten stachelt den fanatischen Reverend Davidson auf: Alles Vergnügen ist für ihn Sünde, und Sadie ist für ihn ein Symbol für den allgemeinen Sittenverfall. Er vermutet bei Sadie eine mehr als zweifelhafte Vergangenheit, und Sadie befürchtet, O’Hara könnte dem Reverend Glauben schenken…

Der 3D-Film in Technicolor besticht durch die Farben (das Rot von Rita Hayworths Kleidern und Haaren!) und durch die sensiblen dreidimensionalen Effekte (die Träne in ihrem Auge!). Die Protagonistin in W. Somerset Maughams Kurzgeschichte „Miss Thompson“ ist eine Prostituierte; für den Film wurde diese literarische Vorlage bereits bereits stark entschärft. Dennoch galt Hayworths Tanz zu „The Heat is On“ vielen konservativen Zuschauern immer noch als zu anstößig für die Leinwand.

DEU

1930

Hans Tintner

Der späte Stummfilm, der bereits mit einigen Ton- und Dialogszenen ausgestattet ist, ist ein sozialkritisches Manifest gegen den scharfen Abtreibungsparagrafen 218: Hete Fent, schwanger, arbeitet als Büroangestellte in der Fabrik, in der auch ihr Verlobter Paul arbeitet. Ohne hohes Einkommen und ohne gemeinsame Wohnung wird es schwer, für das Kind zu sorgen, dennoch entscheiden sie sich für das Baby. Als aber Paul nach einem Streik entlassen wird, wird die Not zu groß. Hete will abtreiben – eine „Engelmacherin“ verabreicht ihr Cyankali…

Der Film, gedreht nach einem Theaterstück von Friedrich Wolf, ist ein starkes Plädoyer für den legalen Schwangerschaftsabbruch und blickt in der Tradition des Arbeiterfilms der Weimarer Republik auf die sozialen Umstände der Notlage eines jungen Paares.

The Last Supper

Kanada

1994

Cynthia Roberts

Ken McDougall, Daniel MacIvor

Der an Aids erkrankte Tänzer Chris plant angesichts unerträglicher Leiden seinen Selbstmord. Mit Hilfe seines Arztes sowie dem Beistand seines Freunds und Liebhabers Val choreographiert er seinen Freitod im Stil einer grandiosen Abschiedsrevue. Die 2000 verstorbene Regisseurin Cynthia Roberts wurde für dieses engagierte und lebensbejahende Werk bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin mit dem Teddy Award ausgezeichnet.

Unter Fremden

CAN

1990

Cynthia Scott

Alice Diabo, Constance Garneau, Winifried Holden, Catherine Roche

In einem alten Bus machen sich sieben Frauen zwischen 69 und 88 auf eine Fahrt. Doch der Bus gibt mitten in der Wildnis den Geist auf. Nun müssen sie Fähigkeiten, die schon längst vergessen waren, wieder anwenden und lernen, fern aller Zivilisation zu überleben. Ein zauberhafter Film endlich wieder auf der Kinoleinwand: voller Humor, Lebenslust und magisch-poetischen Momenten. Während sie sich in einem halbverfallenen Landhaus einrichten und auf die Suche nach Nahrung machen, erzählen sich die Frauen von ihrem Leben und ihren Träumen. Mit einer Einführung von Regina Steinmetz, Förderverein Viva mit sich anschließender Gesprächsrunde

Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen

FRA

2016

Cyril Dion, Mélanie Laurent

Die Weltgemeinschaft steht vor gigantischen Herausforderungen: Klimawandel, Umweltverschmutzung, Überbevölkerung und Ressourcenknappheit bedrohen unsere Ökosysteme und die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen weltweit. Die Schauspielerin Mélanie Laurent und der französische Aktivist Cyril Dion haben sich auf eine Reise rund um den Globus begeben, um Menschen kennen zu lernen, die mit zukunftsweisenden Ideen den ökologischen Kollaps unseres Planeten verhindern möchten.
Diskussionspartnerinnen: Susanne Kammer, Eine-Welt-Forum Mannheim e.V., und Rike Schweizer, Klima-Kollekte
Kooperationspartner: Eine-Welt-Forum Mannheim e.V

Unruh

CHE

2022

Cyril Schäublin

Clara Gostynski, Alexei Evstratov, Monika Stalder, Hélio Thiémard, Alice-Marie Humbert, Esther Flückiger

1877, in einem Tal im Schweizer Jura, ist man stolz auf die Kunst der Uhrenfertigung. Beamtenschaft und Gendarmerie wachen hier über die Zeit und geben den Menschen den Takt vor, sekundengenaue Kontrolle beherrscht den Uhrenproduktionsbetrieb in der Manufaktur. Doch es gibt auch eine starke anarchistische Bewegung, die das Ende von Nationalismus und Marktgesetzen fordert, sich für Pazifismus und Solidarität einsetzt. Hier kreuzen sich die Wege von Josephine, verantwortlich für die Montage der Unruh, des Herzstücks des Uhrwerks, und von Pjotr Kropotkin, russischer Kartograf und Anarchist. Das kleine Örtchen Saint-Imier wird zum Zentrum der anarchistischen Bewegung – die Forderung: die Befreiung der Zeit.
Cyril Schäublin feiert die Handwerkskunst der Uhrmacherei und verknüpft sie mit klarer politischer Haltung in diesem hochaktuellen Historienfilm, der Uhrenarbeit, Anarchismus, Fotografie und globaler Kommunikation verbindet. Le Monde: „erstaunliche, sehenswerte Fabel über Kapitalismus“; New York Times: „der beste Film der Berlinale“; taz: „das Beste, was der europäische Film aktuell zu bieten hat.“

Sommerhundesöhne

DEU

2004

Cyril Tuschi

Stipe Erceg, Fabian Busch

Deutschland. Frankreich. Spanien. Marokko. Cyril Tuschi erzählt ein verrücktes und bewegendes Road-Movie über zwei junge Männer, Stipe Erceg („DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI“, „STADT ALS BEUTE“) und Fabian Busch („LIEGEN LERNEN“, „23“), die mit aller Kraft versuchen, den anderen und die Außenwelt zu ignorieren. Nach einer faszinierenden Entdeckungsreise quer durch Europa und zu sich selbst stellen sie am Ende überrascht fest, daß sie Freunde geworden sind und eine ganze Welt vor sich haben. Publikumspreis beim Festival des deutschen Films Ludwigshafen.

Banana Pancakes and the Lonely Planet

NLD

2015

Daan Veldhuizen

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen: Erzählen können aber nicht nur die Touristen, sondern auch die Einheimischen. So etwa in dem entlegenen Dorf Muang Ngoi in Laos, das Backpacker und Individualtouristen – mit ihrer Bibel, dem Reiseführer „Lonely Planet“, in der Hand – als Sehnsuchtsort des ursprünglichen Lebens und der Schönheit der Natur für sich entdeckten. Daan Veldhuizen porträtiert Jugendliche aus dem Dorf, die den Wandel ihrer Welt erleben, und stellt die Postkartenbilder, die Touristen sich erhoffen, einem realistischen Bild der traditionellen und spirituellen Lebensweise der Dorfbewohner gegenüber. Während die Moderne im buddhistisch geprägten Leben einzieht, beklagen inzwischen Touristen den Verlust des Paradieses. Der Regisseur: „Man könnte das ‚umgekehrten Exotismus’ nennen: sich selber durch die Augen anderer zu sehen.“

Oslo-Stories: Sehnsucht

NOR

2024

Dag Johan Haugerud

Jan Gunnar Røise, Thorbjørn Harr, Siri Forberg, Birgitte Larsen

Zwei befreundete Schornsteinfeger leben in heterosexuellen, monogamen Beziehungen. Doch der eine hat eine sexuelle Begegnung mit einem männlichen Kunden. Und der andere ist so verstört wie fasziniert von einem Traum, in dem ihn David Bowie wie eine Frau ansieht, mit einem gewissen Begehren.

Mit geschliffenem Wortwitz hinterfragt der Film normative Männerbilder. „Die Meisterschaft seines subtil geschriebenen Drehbuchs und seiner zurückhaltenden Inszenierung mit ihren langen, ungeschnittenen Dialogszenen zeigt sich in dem, was hinter der Fassade des gepflegten norwegischen Umgangs alles passiert.“ (taz)

Die Blauen Und Die Grauen Tage

DEU

2000

Dagmar Damek

Inge Meisel, Peter Sattmann, Susanne Lothar

Lotte Hansen zieht zur Familie ihres Sohnes – das Alter und die zunehmenden Demenzerscheinungen machen diesen Schritt notwendig. Und zunächst gestaltet sich das Zusammenleben problemlos: Oma schmeißt den Haushalt, alle profitieren von ihrer Anwesenheit. Doch plötzlich ist sie verschwunden. Ihre Enkelin Vera findet die alte Frau auf dem Bahnhof, wo sie unansprechbar in die Welt ihrer Vergangenheit zurückgefallen ist. Als sie sich am nächsten Tag nicht mehr an diesen “Aussetzer” erinnern kann, bittet sie Vera, für sie ein Tagebuch über diese “grauen” und die “blauen” Tage zu führen. Die Fernsehverfilmung des gleichnamigen Kinderbuchs von Monika Feth schildert die Etappen seelischen und körperlichen Verfalls sowohl aus der Perspektive der Betroffenen als auch der “Außenstehenden”. Einführung: Dipl. Soziologin Margot Klein, Viva Mannheim

Audre Lorde - Berliner Jahre 1984 - 1992

DEU

2011

Dagmar Schultz

Dokumentarfilm

Auch über 30 Jahre nach ihrem Tod ist der Einfluss der Schriftstellerin und Aktivistin Audre Lorde auf die afroamerikanischen, feministischen und queeren Bewegungen außerordentlich lebendig. Dagmar Schultz blickt in ihrem Filmporträt auf Lordes Berliner Jahre von 1984 bis 1992, in denen sie afro-deutschen Frauen zu mehr Selbstbewusstsein verhalf und die sozialen Veränderungen in der Stadt und im Land kommentierte, die von Mauerfall und Wiedervereinigung, aber auch von ausländerfeindlichen Pogromen geprägt waren.

Zum ersten Mal erlauben persönliche Video- und Audioaufzeichnungen von Dagmar Schultz einen tiefen Blick in das Leben der privaten Audre Lorde, lassen aber auch Mitstreiter, Studierende und Freunde zu Wort kommen. Lorde bezeichnete ihre Berliner Zeit als eine der wichtigsten in ihrem Leben.

Leben über Kreuz

DEU

2021

Dagmar Seume

Christine Hecke, Benjamin Sadler, Annette Frier, André Szymanski

Die biederen Kempes und die hippen Blumbergs scheinen nichts gemein zu haben. Doch Caren Blumberg und Jan Kempe sind beide schwer nierenkrank und warten auf eine Spenderniere. Als ihr gemeinsamer Facharzt erkennt, dass eine Spende zwischen den beiden Familien möglich wäre, keimt Hoffnung auf: Doch es gibt strenge Gesetze, um Organhandel aufgrund von finanziellen oder sonstigen Abhängigkeiten zu verhindern. Deshalb müssen die ungleichen Paare einer Ethikkommission beweisen, dass die Organspende über Kreuz aus freien Stücken, aus persönlicher Verbundenheit geschieht. Kurz: Die Kempes und die Blumbergs müssen Freunde werden – oder die Freundschaft zumindest glaubhaft vorspielen.
Ausgehend von einem juristischen Grundkonflikt geht es nicht nur um Leben, Tod und die Möglichkeit, Ehe- und Familienglück zu verlängern, sondern auch um unterschiedliche Lebenskonzepte und Mentalitäten, wenn die beiden betroffenen Ehepaare aufeinanderprallen.
Referentinnen: Christine Linkert und Brigitte Pahlke

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