Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Der 32. August auf Erden

CAN

1998

Denis Villeneuve

Pascale Bussières, Alexis Martin.

Nach einem schweren Autounfall weiß die Mittzwanzigerin Simone, dass sie ihr Leben ändern will. Sie gibt ihren Model-Job auf und will ein Kind bekommen. Ihr bester (platonischer) Freund Philippe, Dauerstudent, soll sie schwängern. Er willigt ein – unter der Bedingung, dass der Zeugungsakt in der Salzwüste von Utah stattfindet. Dort findet das Paar die Leiche eines Unbekannten, und Simone erkennt, dass nicht alles im Leben nach Plan verlaufen kann.
Eine Frau will sich verändern, doch der Kalender weigert sich, in den neuen Monat zu wechseln – das Langfilmdebüt von Denis Villeneuve ist existentialistische Komödie und surreales Road Movie und zeigt die stilbewusste, einnehmende Eigenwilligkeit eines Regisseurs, der weiß, was er will und was er kann.

Die Frau die singt

CAN

2010

Denis Villeneuve

Lubna Azabal, Mélissa Désormeaux-Poulin, Maxim Gaudette, Rémi Girard

Den Zwillingen Jeanne und Simon wird über einen Anwalt der letzte Wille ihrer verstorbenen Mutter eröffnet: Sie bekommen zwei Schreiben ausgehändigt, eines für ihren Vater, von dem sie glaubten, er sei tot, und eines für ihren Bruder, von dessen Existenz sie überhaupt nichts wussten. Die Geschwister brechen in den Nahen Osten auf, um die unbekannte Vergangenheit der Mutter zu erkunden. Dabei decken sie eine fürchterliche Familiengeschichte auf, voll von Inzucht, Vergewaltigung und Demütigung …
Denis Villeneuve erzählt seinen letzten frankokanadischen Film als episch angelegtes Familiendrama geschickt in zwei Zeitebenen, die eine unvorstellbare Tragödie offenbaren: „Ein wahnsinnig dichter, packender, schmerzvoller, wirkungsvoller Film, der einen immer mehr und tiefer in den Bann zieht und nicht mehr loslässt.“ (Deutschlandfunk)

Die Frau, die singt - Incendies

CAN

2010

Denis Villeneuve

Denis Villeneuve. D: Lubna Azabal, Mélissa Désormeaux-Poulin, Maxim Gaudette, Rémi Girard

Den Zwillingen Jeanne und Simon wird über einen Anwalt der letzte Wille ihrer verstorbenen Mutter eröffnet: Sie bekommen zwei Schreiben ausgehändigt, eines für ihren Vater, von dem sie glaubten, er sei tot, und eines für ihren Bruder, von dessen Existenz sie überhaupt nichts wussten. Die Geschwister brechen in den Nahen Osten auf, um die unbekannte Vergangenheit der Mutter zu erkunden. Dabei decken sie eine fürchterliche Familiengeschichte auf, voll von Inzucht, Vergewaltigung und Demütigung …
Denis Villeneuve erzählt seinen letzten frankokanadischen Film als episch angelegtes Familiendrama geschickt in zwei Zeitebenen, die eine unvorstellbare Tragödie offenbaren: „Ein wahnsinnig dichter, packender, schmerzvoller, wirkungsvoller Film, der einen immer mehr und tiefer in den Bann zieht und nicht mehr loslässt.“ (Deutschlandfunk

Enemy

CAN/ESP

2013

Denis Villeneuve

Jake Gyllenhaal, Mélanie Laurent, Sarah Gadon, Isabella Rossellini

Gleichermaßen Kafka, Cronenberg und Lynch ist dieser Kino(alb) traum von Denis Villeneuve verpflichtet, der auf José Saramagos „Der Doppelgänger“ basiert: Monotonie bestimmt das Leben von Geschichtsprofessor Adam. Sein Alltag langweilt ihn ebenso wie seine Beziehung – bis er in einem Film, den ein Kollege ihm empfiehlt, einen Schauspieler namens Anthony sieht, der ihm aufs Haar gleicht. Verstört aber auch fasziniert, beschließt er, seinen Doppelgänger aufzuspüren. Je tiefer Adam in Anthonys Welt eindringt und dabei auch dessen Frau Helen näher kommt, desto schwerer tut er sich mit dem eigenen Ich.
Zunehmend wird ihm sein Alter Ego zur Obsession. Der Beginn eines bizarren Spiels…

Maelström

CAN

2000

Denis Villeneuve

Marie-Josée Croze, Jean-Nicolas Verreault, Stephanie Morgenstern

Bibiane ist Luxus gewohnt, wird aber aus ihrem privilegierten Alltag gestoßen: Ihr Chef feuert sie, sie hat eine Abtreibung hinter sich – und sie überfährt auf dem Heimweg von einer Party einen Mann. Sie fährt weiter; das Unfallopfer, ein norwegischer Fischhändler, stirbt. Später lernt Bibiane Evian kennen; er ist der Sohn des Toten. Sie verführt ihn – und das Flugzeug, das er deswegen verpasst hat, stürzt ab…
Villeneuve schafft mit seinem zweiten Spielfilm ein emotionales Drama in surrealem Gewand: Die Geschichte um Tod und um die Suche nach Halt und Sinn im Leben wird erzählt von einem Fisch kurz vor dessen Schlachtung. Der Film begeisterte Publikum wie Kritik, nicht zuletzt dank der faszinierenden Präsenz der Hauptdarstellerin Marie-Josée Croze.

Polytechnique

CAN

2009

Denis Villeneuve

Karine Vanasse, Maxime Gaudette, Sébastien Huberdeau

Am 6. Dezember 1989 tötete ein Amokläufer insgesamt vierzehn Frauen an der École Polytechnique in Montreal. Denis Villeneuves mehrfach ausgezeichneter und viel diskutierter Film reflektiert die Tragödie aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der Studierenden Jean-François und Valerié sowie des frauenhassenden Killers. Im steten Wechsel der Zeit- und Betrachtungsebenen gelingt so eine mutige, formal wie inhaltlich fordernde Auseinandersetzung mit einem willkürlichen Akt der Gewalt. Der Film basiert auf Berichten von Zeugen und Überlebenden des Amoklaufs, die Figuren sind aus Rücksicht auf die Familien der Opfer frei erfunden. POLYTECHNIQUE wurde mit insgesamt neun kanadischen Genie Awards ausgezeichnet, darunter mit den Preisen für den besten Film, die beste Regie und die beste Hauptdarstellerin. In Deutschland kam der Film nie regulär in die Kinos.

Prisoners

USA

2013.

Denis Villeneuve

Hugh Jackman, Jake Gyllenhaal, Paul Dano, Viola Davis

Zwei Mädchen verschwinden. Ein Verdächtiger – mit einem IQ nahe an der Debilität –entpuppt sich als unschuldig. Ein anderer züchtet Schlangen und besitzt blutige Kinderkleidung – doch er ist nur ein Einbrecher, nicht der Entführer. Detective Loki lässt nicht locker – labyrinthische Symbole versprechen eine neue Spur. Währenddessen hat sich der Vater eines der entführten Mädchen einen Verdächtigen geschnappt, sperrt ihn ein, foltert ihn. Aber das düstere Geheimnis hinter den schrecklichen Vorfällen kann auch er nicht einmal erahnen. Denis Villeneuve schuf in seinem US-Debüt einen packenden Serienkiller-Thriller in allerbester Tradition: Niemand ist ohne Schuld in diesem psychologisch geschickt erzählten Krimidrama, mit viel Gespür für Atmosphäre und Charaktere inszeniert.
„PRISONERS gehört zu jener Sorte Film, die einen gefangen nehmen fast im wörtlichen Sinn: Man fühlt sich als Geisel, dazu verdammt, im Kinosessel festgenagelt alles mitzumachen bis zum befürchtet-bitteren oder dem erhofft-erlösenden Ende.“ (Die Welt)

Sicario

USA

2015

Denis Villeneuve

Emily Blunt, Benicio del Toro, Josh Brolin, Victor Garber

Mitten im endlosen Drogenkrieg zwischen den USA und den mexikanischen Kartellen schließt sich die idealistische und prinzipientreue FBI-Agentin Kate Macer einer Einsatztruppe an, die im Grenzstreifen zwischen Arizona und Mexiko den Rauschgifthandel bekämpft. Hinterhalte und Sprengfallen auf der Seite der Gangster, Schießereien und Folterungen auf der Seite der Polizeikräfte, dazwischen Korruption, Kompetenzgerangel und Geheimmissionen zeigen die Härte des Krieges gegen den Drogenbaron Alarcón.
Der hervorragend besetzte, dicht inszenierte Hochspannungsthriller ist nicht einfach auf Nervenkitzel aus, vielmehr bemühte sich Denis Villeneuve um eine möglichst authentische Darstellung der Polizeitaktiken wie auch der moralischen Ambivalenzen im Kampf gegen die Drogen.

Out

NLD

2024

Dennis Alink

Bas Keizer, Bram Agterbos, Jefferson Yaw Frempong-Manso, Joel Casillo, Johan De Joode

Tom und Ajani, zwei junge queere Männer, ziehen aus der restriktiven holländischen Provinz ins vielversprechende Amsterdam, um sich den Traum vom Filmemachen zu erfüllen. In der bunten Amsterdamer Queerszene finden sie Freundschaft wie auch Herausforderung: Im pulsierenden Nachtleben wird ihre Beziehung auf die Probe gestellt, bei verspielten Nächten zuhause, bei verrückten Limousinenfahrten und nicht zuletzt in den Dampfschwaden der Sauna.

Dieser intime Blick auf den Kampf um Selbstakzeptanz vor dem Hintergrund einer neuen Umgebung ist ein lebensfroher Film in bestechenden Schwarz-Weiß-Bildern über Liebe, Identität und die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt.

Die Welle

DEU

2008

Dennis Gansel

Jürgen Vogel, Max Riemelt

Gymnasiallehrer Rainer Wenger wagt während der Projektwoche zum Thema “Staatsformen” einen pädagogischen Versuch, um seinen Schülern die Entstehung einer faschistischen Diktatur endlich einmal hautnah verständlich zu machen. Diese halten die Wiederholung von Nazi-Terror und Holocaust für ausgeschlossen, doch schon nach wenigen Tagen installiert sich eine Mini-Diktatur im Klassenzimmer und “die Welle” gerät schnell außer Kontrolle.. Im Rahmen der Kampagne „Wählen ab 16“
Klassenstufe: ab 9. Klasse
Diskussionspartner: Jürgen Brecht, Abteilung Jugendförderung der Stadt Mannheim. 

Easy Rider

USA

1969

Dennis Hopper

Peter Fonda, Jack Nicholson, Dennis Hopper

EASY RIDER, das ist Road Movie und Kultfilm, Inbegriff des Lebensgefühls der späten 1960er und mit der Musik von Steppenwolf bis heute Hymne für alle Biker: Zwei junge Männer starten mit ihren Motorrädern zu einer Odyssee von Küste zu Küste. Sie entdecken die verschiedenen Gesichter der großen Städte und der kleinen Orte, machen Erfahrungen in einer Hippie-Kommune, mit Drogen und Sex in New Orleans‘ einschlägigem Milieu. Easy Rider war der offizielle USA-Beitrag zum Cannes Filmfestival 1969. Er wurde als bester Film des neuen Regisseurs Hopper ausgezeichnet, der gleichzeitig als Darsteller brilliert.

Sascha

DEU

2010

Dennis Todorovic

Sasha Keke, Tim Bergmann

Das Leben kann verdammt kompliziert sein! Erst recht, wenn man neunzehn ist, schwul und heimlich verliebt in seinen Klavierlehrer. Schwulsein in Köln ist eigentlich kein Problem, es sei denn, man hatte noch kein Coming-Out, blendet aus, dass der Schwarm nicht sehr vertrauenserweckend ist und wird von der Mutter als Konzertpianist und vom Vater für die Familienheimkehr nach Montenegro verplant. Kurzum: eine hinreißend-charmante und urkomische Coming-Out-Multikulti-Komödie!

Der Sommer mit Carmen

GRC

2023

Zacharias Mavroeidis

Yorgos Tsiantoulas, Andreas Lampropoulos, Nikolas Mihas

Für die queere Community Athens ist der Limanakia Beach ein sozialer und sexueller Hotspot. Hier treffen sich die Freunde Demos und Nikitas, beide Anfang 30 und angehende Filmemacher. Schauspieler Nikitas hat es satt, immer nur für die gleichen schwulen Rollen besetzt zu werden, und will endlich seine eigenen Erfahrungen auf der Leinwand sehen. Während die Männer um sie schwimmen und rummachen, pitcht Nikitias seinem Freund eine Filmidee. Es soll um die Ereignisse eines vergangenen Sommers gehen, um Demos’ emotionale Wiederbegegnung mit seinem Ex Panos und um Panos’ süßen Hund Carmen.

Aus einem sommerlichen Sonnenbad vor ungezwungener Kulisse entwickelt Regisseur und Autor Zacharias Mavroeidis ein metareflexives und höchst erotisches Filmvergnügen, das spielerisch zwischen Zeit- und Erzählebenen hin- und herwechselt und eine Freundschaft in neues Licht setzt – eine hinreißende Bromance, die zeigt, dass griechisches Kino nicht nur abgründig, sondern auch verspielt, sexy und super queer sein kann!

Blue Valentine

USA

2010

Derek Cianfrance

Michelle Williams, Ryan Gosling, Faith Wladyka

IIn BLUE VALENTINE verlieben sich der Highschool-Abbrecher Dean Pereira und die angehende Medizinstudentin Cindy Heller unsterblich in einander: Obwohl Cindy von ihrem Ex-Freund schwanger ist, entscheidet sich das Paar zu heiraten und Cindys Tochter Frankie als gemeinsames Kind zu erziehen. Die Liebe der Beiden weicht nach mehreren Jahren jedoch dem Alltagstrott. Wo ist die Leidenschaft und Liebe geblieben? Um die Schauspieler auf ihre Rolle des verzweifelten Ehepaares vorzubereiten, ließ der Regisseur seine Hauptdarsteller mehrere Monate in einem Einfamilienhaus wohnen. Was Williams und Gosling hier als Paar abliefern, ist so echt, dass die Geschichte selbst ohne Überraschungen, fast nur mit kleinen Gesten, leisen Tönen und steter Lebensnähe berührt. Und einen tiefen Eindruck hinterlässt.

The Place Beyond the Pines

USA

2012

Derek Cianfrance

Ryan Gosling, Bradley Cooper, Eva Mendes, Rose Byrne, Ray Liotta

Luke ist Motorradstuntman auf dem Jahrmarkt. Avery Cross ist ein ehrgeiziger Kleinstadtpolizist. Romina war für eine Nacht mit Luke zusammen und ist Mutter seines Kindes. Für den Sohn will Luke Verantwortung übernehmen – und beginnt, Banken zu überfallen. Was Avery Cross auf den Plan ruft…
In seiner zweiten Zusammenarbeit mit Derek Cianfrance bietet Ryan Gosling eine Variation des wortkargen Einzelgängers aus DRIVE – und doch viel mehr: Die Charaktere erhalten in diesem komplex erzählten Kriminaldrama Tiefe, ja Abgründe, wenn sie in einem Strudel aus Schuld und Sühne versinken. Und irgendwann erkennen müssen, wie sehr sie mit ihren Entscheidungen die Weichen für die Zukunft ihrer Söhne gestellt haben.

Caravaggio

GBR

1986

Derek Jarman

Nigel Terry, Sean Bean, Tilda Swinton

Auch nach dreißig Jahren hat diese filmische Vergegenwärtigung eines Malerlebens am Übergang von Renaissance zu Barock nichts von ihrem Reiz verloren: Der Regisseur Derek Jarmann, selbst Maler, widmet dem Ausnahme-Kunstler Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio, ein kongeniales Porträt in bewegten Bildern. Nicht nur die dramatische Lichtfuhrung in den großformatigen Gemälden, die Caravaggio als kirchliche Auftragsarbeiten schuf, wurde von seinen Zeitgenossen kontrovers erlebt – die Tatsache, dass er Zuhälter, Prostituierte und Straßenjungen als Modelle fur die Heiligen benutzte, brachte Caravaggio in Verruf. Derek Jarman gelingt es, die Dramatik der Gemälde mit der Dramatik der Biographie in Einklang zu bringen. Auch die Farben des Malers, das dunkle Braun und die matten Hintergrunde, aber auch das kräftige Rot, macht sich Jarman in seiner Farbdramaturgie geschickt zu Nutze.
Einführung: Sophia Petri, M.A.

Sebastiane

GBR

1976

Derek Jarman

Der Heilige Sebastian, ein nackter Jüngling, gefesselt, den Blicken der Öffentlichkeit ausgesetzt, von Pfeilen durchbohrt. Kaum ein Motiv der christlichen Mythologie hat Künstler so sehr inspiriert. Derek Jarmans erster Spielfilm zeigt die letzten Tage des Heiligen in der Tradition der Renaissancekünstler — und gleichzeitig als moderne schwule Ikone. Ein Kult-Klassiker und Meisterwerk des erotischen Kinos. Jarman entwickelt eine filmische Methode, die er später in seinen berühmten biografischen Spielfilmen perfektioniert: Wie in CARAVAGGIO, EDWARD II und WITTGENSTEIN lädt er einen genau recherchierten und historisch greifbar gemachten Stoff mit aktueller Bedeutung auf. So kann er — intellektuell anregend und sinnlich erfahrbar — zeigen, daß sich Machtstreben und erotische Verflechtungen in diskriminierenden Strukturen entladen und wie aus der Sublimierung eines unmöglichen Begehrens Leiden, Leidenschaft und große Kunst werden.

The Tempest - Der Sturm

GB

1979

Derek Jarman

Heathcote Williams, Toyah Wilcox, Jack Birkett

Magier Prospero ist aus Mailand verbannt worden. Zusammen mit seiner Tochter Miranda und zwei Getreuen lebt er auf einer verlassenen Insel im Mittelmeer. Als eines Tages ein Schiff mit seinen Feinden an der Insel vorbeigesegelt kommt, scheint für Prospero die Gelegenheit zur Rache gekommen. Er beschwört einen Sturm herauf, das Schiff läuft auf Grund. Derek Jarmans Interpretation von Shakespeares letztem Stück hält sich eng an die Verse der Vorlage, die Ausstattung jedoch ist schriller Punk. Die Atmosphäre trieft vor Lüsternheit, vor allem Jack Birkett als Caliban ist die pure Sinnlichkeit. Mit Toyah Wilcox konnte der bekennde Homosexuelle Jarman, der 1994 an den Folgen von AIDS starb, zudem eine echte Punk-Röhre für sein Ensemble gewinnen.

Woodstock In Timbuktu

DEU/MLI

2011

Désirée von Trotha

Die Sahara rockt! Darauf muss man erstmal kommen, scheint sie doch auf den ersten Blick nicht besonders geeignet für ein Festival zu sein. Doch die Macher des "Festival au désert" lassen sich vom Sand und Hitze nicht stören. Jedes Jahr findet an der Grenze zu Timbuktu/Mali ein riesiges Musikfest statt. Den Machern geht es aber nicht nur um’s Feiern. Die Veranstaltung ist, wie einst Woodstock, auch ein Aufruf für ein friedliches Miteinander: Sie leistet kulturellen Widerstand gegen radikale Islamisten. Besondere Doku über ein besonderes Projekt!

Knallhart

DEU

2006

Detlev Buck

Jenny Elvers-Elbertzhagen, Jan Henrik Stahlberg, Erhan Emre

Hoher Ausländeranteil, mangelnde Integration, brutale Bandenkriminalität, Drogenmafia – du hast keine Chance, aber nutze sie. Die Krawalle der Pariser Banlieue lassen grüßen. In dieses Milieu kommt Michael Polischka an seinem 15. Geburtstag mit seiner Mutter. Deren Liebhaber im schicken Zehlendorf hat sie rausgeschmissen, ab geht’s in die neue schäbige Wohnung im Hinterhof. Während die Lady sich nach solventen Lovern umschaut und doch nur Loser aufs Laken schleppt, muss sich der Sohn gegen eine türkische Gang und deren skrupellosen Anführer wehren, die ihn nicht nur zusammenschlagen, sondern auch Handy und Schuhe abnehmen. Falls er nicht weiterhin zahlt, drohen die Typen ihm Schlimmeres an. Um an das nötige Geld heranzukommen, verübt Michael einen Einbruch. Beim Verscherbeln der Ware trifft er Hamal, einen gefürchteten Drogenboss und Paten des Viertels. Dem gefällt sein „ehrliches Gesicht“. Und schon bald ist er als Drogenkurier im Geschäft. Beim Szenario von alltäglicher Gewalt und Gegengewalt spart Buck nicht an harten Situationen, „Happy Slapping“ inklusive. „Ein Kleingangster-Drama im Scorsese-Format“ (Die Welt)

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