Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Vom Wirken des Mannheimer Musikers Norbert Schwefel

DEU

2011

Dieter Wöhrle

Zehn Jahre Schwefel – Schaffen und Werk des vielseitigen Mannheimer Musikers Norbert Schwefel in Bild und Ton von 1999-2009. Interviews, Konzerte und Projekte. Von Finkenbach über den Nachtwandel im Jungbusch bis zur Stahloper, aber auch dem Freefestival Sulphur Sonic unter der Neckarvorlandbrücke, vielen Konzerten und neuen Alben. Eine kurzweilige Dokumentation mit viel Musik von Dieter Wöhrle. (also mal wieder ab 18)

Vom Wirken des Mannheimer Musikers Norbert Schwefel

DEU

2011

Dieter Wöhrle

Wer in Mannheim lebt, sich für musikaffin hält und nicht weiß, wer der „legendäre Schwefel“ war, dem sei diese Doku ans Herz gelegt: Ein Film über das Schaffen und Werk des vielseitigen Mannheimer Musikers Norbert Schwefel in Bild und Ton von 1999 – 2009. Interviews, Konzerte und Projekte. Von Finkenbach über den Nachtwandel im Jungbusch bis zur Stahloper, aber auch dem Freefestival Sulphur Sonic unter der Neckarvorlandbrücke, vielen Konzerten und neuen Alben. Eine kurzweilige Dokumentation von Dieter Wöhrle mit viel Musik in Erinnerung an einen Ausnahmemusiker! Es gibt nach dem Film die Möglichkeit, eines (oder alle) seiner großartigen Alben zu erwerben.
Am 03.10. in Anwesenheit des Regisseurs Dieter Wöhrle.

Mona Mur in Conversation

DEU

2025

Dietmar Post

Dokumentarfilm

Die Musikerin Mona Mur begann ihre musikalische Karriere in den 1980er Jahren mit Post-Punk, wandte sich dann in London Industrial Sounds zu, spielte Electronica und Punk-Balladen am Klavier, experimentelle Musik und Kompositionen für Filme und Games. Zu den Menschen, die mit ihr zusammenarbeiteten, gehören unter anderem En Esch (KMFDM), FM Einheit, Mark Chung und Alexander Hacke (Einstürzende Neubauten), Nikko Weidemann (Babylon Berlin), Dieter Meier (Yello) und J.J. Burnel and Dave Greenfield (The Stranglers), sowie die Regisseur*innen Monika Treut, Elfi Mikesch und Fatih Akin und viele andere mehr.

In einem Gespräch mit dem Regisseur und renommierten Musikfilmer Dietmar Post erzählt sie von ihrer Karriere und dem Geheimnis der Kreativität und wird dabei begleitet von einer virtuellen Jukebox, die immer wieder Archivaufnahmen, Musikvideos und Aufzeichnungen ihrer Performances einstreut.

Das Frühlingstreffen Der Feldhüter

Dimos Avdeliodis

Angeliki Malanti, Angelos Pantelaras

Feldhüter gab es in Griechenland bis in die 70er Jahre hinein. Sie waren eine Art Landpolizei, die den extrem parzellierten Besitz der Bauern beaufsichtigte, jedoch nicht immer willkommen war. Den Feldhüter von Tholopotami auf der Insel Chios trifft der Schlag, mitten in einem frühlings-haft erblühtem roten Tulpenfeld. Es scheint schwer, einen Nachfolger für ihn zu finden, denn das Dorf hat eine höchst diebische Reputation. Um das anarchische Treiben einzudämmen, werden nacheinander vier neue Uniformierte angestellt. Mit spielerischer Leichtigkeit und erfrischender Ironie erzählt Avdeliodis diese Komödie aus dem ländlichen Griechenland. DAS FRÜHLINGSTREFFEN führt durch malerische Landschaften, die von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ musikalisch begleitet werden. Um die unterschiedlichen Stimmungen in den Jahreszeiten zu akzentuieren, wurde jede der vier Episoden von einem anderen Kameramann gefilmt. Der Film war ein Höhepunkt des Berlinale-Forums 2000 und wurde mehrfach ausgezeichnet. „…ein heiteres dreistündiges Wunder.“ (FAZ)

Die Ausbildung

DEU

2010

Dirk Lütter

Stefan Rudolf, Joseph Konrad Bundschuh

Willkommen in der modernen Arbeitswelt: Nach außen soft wie ein Wellness-Bad, in Wahrheit aber härter als ein Steinbruch, wie Regisseur Lütter in seinem beängstigend realistischen Spielfilm-Debüt nachweist. Es geht um Schulabgänger Jan, der bereits in seinem zarten Alter von zwanzig ein „Arbeitsgesicht“ besitzt, also aalglatt seine Performance abliefert. Am Beispiel der geschassten Teamleiterin führt Lütter exemplarisch die Machtmechanismen in der heutigen Arbeitswelt vor. Wo das Arbeitsrecht vor Kündigung schützt, werden psychologische Manipulationstechniken eingesetzt, um Kollegen gegeneinander auszuspielen. Es ist ein unverhülltes „Teile und Herrsche“, für das Jan, als Auszubildender in der schwächsten Position, sich instrumentalisieren lässt. Der Regisseur war übrigens Kameramann beim Film WORK HARD – PLAY HARD.

Another Glorious Day

DEU

2009

Dirk Szuszies

Gene Ardor, Gary Brackett, Kesh Baggan

Der Zusammenschnitt von Bühnen- und Straßenszenen aus dem Stück „The Brig“ des New Yorker Living Theatre erlaubt einen Blick auf militärische Praktiken und Obrigkeitshörigkeit. Die Dokumentation schockiert, weil sie anhand von erniedrigenden Disziplinierungen von amerikanischen „Elitesoldaten“ verdeutlicht, dass Faschismus keine historische Angelegenheit ist. Ein kraftvoller, aufrüttelnder Theaterfilm mit Sogwirkung! Anschließend Filmgespräch mit dem Regisseur Dirk Szuszies. (also leider ab 18)

Resist! - Ein Traum Vom Leben Mit Dem Living Theatre

BEL/DEU

2003

Dirk Szuszies

„Unsere Erziehung sagt uns, dass wir nichts ändern können. Aber die Kunst zeigt, dass es möglich ist, etwas zu tun. Jeder einzelne ist Antigone.“ Daß jeder, wie Ödipus‘ unerschrockene Tochter, für seine Überzeugungen den Freitod wählen muß, ist weniger der Kern dieser Aussage Judith Malinas – vielmehr ruft die mittlerweile 78-jährige Gründerin und Macherin des New Yorker Living Theatre zur Zivilcourage auf. In Kiel als Tochter eines Rabbis geboren, wanderte ihre Familie schon 1928 in die USA aus. Unter dem Küchentisch sitzend hörte Klein-Judith die Nachrichten über die Gräueltaten der Nazis, ein Erlebnis, das ausschlaggebend für ihre tief verwurzelte pazifistische Haltung werden sollte und sie dazu bewegte, 1951 das Living Theatre zu gründen. Die Gruppe galt in den 1960er- und 1970er-Jahren als Inbegriff der Einheit von Leben, Kunst und Revolution. Trotz der Tatsache, daß RESIST! keineswegs die Schattenseiten solch couragierten Protests verschweigt, verleihen der Idealismus und die Begeisterung des politischen Protests für die „richtige“ Sache, dem Film eine unglaubliche Kraft und Dynamik. Am 08.04. ist Regisseur Dirk Szuszies zu Gast im Cinema Quadrat.

Deutschland 09 - 13 Kurze Filme zur Lage der Nation

DEU

2009

Dirk Wilutzky u.a

Produzent Dirk Wilutzky schuf mit dem Film DEUTSCHLAND 09 "das Schaufenster einer extrem talentierten Regiegeneration" (Die Welt). Mitten im gesellschaftlichen Umbruch der "Agenda 2010" auf dem Weg in die globalisierte Welt des 21. Jahrhunderts, setzt eine Gruppe deutscher Kino-Regisseurinnen und Regisseure aus ihren individuellen Blickwinkeln ein Panoramabild der gesellschaftlichen und politischen Situation der heutigen Bundesrepublik zusammen. In Workshops und Diskussionsrunden kann man mit allen Referenten ins Gespräch kommen.

Lost Killers

DEU

2000

Dito Tsintsadze

Nicole Seelig, Mišel Matičević, Lasha Bakradze

Fünf Menschen unterschiedlicher Herkunft schlagen sich in Mannheim mehr schlecht als recht durchs Leben und träumen von einer besseren Zukunft. Da wären der Kroate Branko und der Georgier Merab, die sich als Auftragskiller versuchen – aber trotz cooler Sprüche und Macho-Imponiergehabe kläglich scheitern. Mit der kessen Kubanerin Maria als Lockvogel wollen sie ihren lukrativen Auftrag, einen Mafioso zu erledigen, endlich ausführen. Am Ende bleibt offen, ob diese traurig-komischen Gestalten ihren Träumen wenigstens ein kleines Stückchen näher kommen werden. In Mannheim gedreht! Vorgestellt von Werner Traschütz.

Roxy

DEU

2022

Dito Tsintsadze

Devid Striesow, Vakho Chachanidze, Camila Borghesani, Ivan Shvedoff, Sandro Kekelidze, Thorsten Merten

Thomas Brenner ist Taxifahrer, lebt ein Allerweltsleben. Ordentlich, überraschungsarm, unter dem Radar. Bis drei mysteriöse Russen mit Kampfhund Roxy in sein Fahrzeug steigen. Und er von ihnen als Mädchen für alles angeheuert wird: Fahrten, Besorgungen, Betreuung von Kind und (verführerischer) Frau – und das Besorgen falscher Pässe. Denn die Russen sind auf der Flucht, die Verfolger dicht auf den Fersen. Brenner gerät in einen Strudel aus Freundlichkeit und Bedrohlichkeit, Loyalität und Verrat, Vertrauen und Gewalt, Duckmäusertum und Opportunismus.
Dito Tsintsadze (Regisseur des Mannheim-Films LOST KILLERS) erzählt von Macht und wie man sich ihr andienen kann. Sein Thriller enthält immer wieder absurd-komische Elemente, die die fundamentale Abgründigkeit noch verstärken. Devid Striesow ist die perfekte Besetzung für den scheinbar unscheinbaren Taxifahrer.

Divertimento – Ein Orchester für alle

FRA

2022

Marie-Castille Mention-Schaar

Oulaya Amamra, Lina El Arabi, Niels Arestrup, Zinedine Soualem, Nadia Kaci

Die Zwillingsschwestern Zahia und Fettouma sind leidenschaftliche Musikerinnen mit großen Ambitionen. Zahias Traum ist es, Dirigentin zu werden. Ein scheinbar unmögliches Ziel, vor allem als junge Migrantentochter im Frankreich der 1990er. Trotz Widerstand etabliert sie sich nach und nach in der Klassik-Szene und stellt dabei nicht nur die patriarchalischen Strukturen in Frage, sondern auch, dass die Klassik der gesellschaftlichen Elite vorbehalten ist. Der Film setzt Zahia Ziouani ein Denkmal, die im Alter von 3 Jahren nach Frankreich zog und noch heute als Dirigentin aktiv ist. Das Divertimento-Orchester, das sie 1998 gründete, steht ebenso wie der Rest ihrer Karriere als Symbol für kulturelle Verständigung über ethnische oder soziale Grenzen hinweg. Nach einigen Aufführungen auf französischen und internationalen Festivals lief der Film im Juni 2023 in deutschen Kinos an. Regie führte Marie-Castille Mention-Schaar, die zuletzt mit LE CIEL ATTENDRA in der Cinéfête vertreten war.

Touki Bouki – Die Reise der Hyäne

SEN

1973

Djibril Diop Mambéty

Magaye Niang, Mareme Niang, Aminata Fall, Ousseynou Diop

Mory und Anta träumen vom Paradies Paris, sie wollen den Senegal fürs verheißene Land Frankreich verlassen. Er war Hirte, doch seine Herde wurde geschlachtet; sie ist Studentin, am Rande der Gesellschaft. Gegen viele Widerstände versuchen sie, an Geld für die geplante Überfahrt zu kommen…
Der Klassiker aus dem Senegal erzählt von romantischer und aufregender Jugend und Rebellion, formal sehr originell, intensiv, expressiv, erfüllt vom Zauber des Kinos – ein afrikanischer EASY RIDER. Insbesondere aber ist der Film auch eine politisch und sozial weitsichtige Reflexion über afrikanische Realität und europäischen Traum. „Trotz seines Alters hat der Film nichts von seiner Faszination und Brisanz verloren.“ (Filmdienst)
 

Viva Riva!

FR/BEL/ZAF/COG

2010

Djo Tunda wa Munga

Patsha Bay Mukuna, Manie Malone

Als Riva nach zehnjähriger Abwesenheit nach Kinshasa zurückkehrt, hat er viel Geld in der Tasche, das er im berauschenden Nachtleben der Stadt verpulvern kann. Gemeinsam mit seinem Kumpel J.M. macht er die Nacht zum Tag und feiert, trinkt und verprasst das Geld. Dabei entdeckt er die schöne Tänzerin Nora und weiß sofort, dass er sie als Freundin haben will. Doch ist Nora schon vergeben und zwar an den Gangsterboss Azor… Ein Kampf um Liebe, Verrat und Rohstoffe. Der Thriller begeisterte bei der Berlinale und verkündet das neue Selbstbewusstsein des afrikanischen „Nollywood-Kinos“.

You I Love

RUS

2003

Dmitry Troitsdy

Damir Badmaev, Lubov Tolkalina, Evgeny Koryakovsky, Irina Grineva

Die verrückte Story rankt um ein heterosexuelles Paar, deren Leben durch die Zufallsbekanntschaft mit einem hinreißenden Mongolen aus den Fugen gerät: Das Pärchen, Tim und Vera, repräsentieren die neue Elite Rußlands. Er ist leitender Angestellter einer Werbeagentur, sie eine äußerst attraktive Nachrichtensprecherin. Alles scheint perfekt zu laufen, bis Vera eines Abends statt dem erwarteten romantischen Dinner ihren Verlobten im Bett mit einem Typen erwischt!? Der Junge war Tim vors Auto gelaufen und er hatte ihn daraufhin aus schlechtem Gewissen mit nachhause genommen. Als Gelegenheitsarbeiter in Moskau herumstreifend, ist der exotische, von einem Mongolischen Nomadenvolk abstammende Uloomji für jede Situation offen. „YOU I LOVE ist eine ungewöhnlich romantische Komödie voller einzigartiger und unvergeßlicher Charaktere, mit Bildern, die an Ausdruckskraft und visueller Stärke ihresgleichen suchen. Einer unserer absoluten Favoriten des Jahres (…). Als ob das Filmemacherduo Almodóvars emotionale Power, den Witz von „Sex and the City“ und Ozons Gesellschaftskritik in einem Mixer steckt und mit dem fertigen Produkt ein neues russisches Kino schafft, das ehrfurchtslos die Spinnweben des vormals sowjetischen Kinos von der Wand fegt.“ (Verzaubert Festival) (somit ab 18 Jahren)

In der Nacht des 12.

FRA/BEL 2022

2022

Doinik Moll

Anouk Grinberg, Bastien Bouillon, Bouli Lanners

Ein Dorf in der Nähe von Grenoble: In der Nacht des 12. Oktober ist Clara auf dem Nachhauseweg, als ihr jemand auflauert, sie mit Benzin übergießt und anzündet. Die Polizei ermittelt: Verhöre, Verdächtige, Motive, es sind alles Spuren, die ins Nichts führen. Jahre später, mit einer neuen Untersuchungsrichterin, wird der Fall, den der zuständige Kommissar nie hat vergessen können, wieder aufgenommen.
Ein Thriller ohne Auflösung: Dominik Moll nimmt sich eines wahren Falles an, nach der Vorlage eines Sachbuches über den Polizeialltag – dementsprechend inszeniert er die Ermittlungsarbeit um ein ungelöstes Verbrechen nüchtern, unspektakulär, aber dennoch durchweg spannend und emotional packend. Und er schildert realistisch die Umstände eines brutalen Femizids in einer Welt, die von männlichen Maßstäben beherrscht wird. Ausgezeichnet unter anderem mit sechs Césars.

Das kann man nicht vergessen, aber niemand erinnert sich daran

DEU

2011

Dokumentation aus der Werkstatt des Stadtarchivs

Im Juni 2011 reisen sieben Mannheimer Jugendliche nach Warschau, um vier ehemalige Häftlinge des Konzentrationslagers Mannheim-Sandhofen über ihre Erfahrungen erzählen zu lassen. Der Kurzfilm ist das Ergebnis des deutsch-polnischen Jugendprojekts „Menschenrechte im Blick“. Die eindrücklichen Zeitzeugenberichte regen zur Reflektion an, über die Bedeutung von Erinnerung und Gedenken. Die Interviews schaffen einen Gegenwartsbezug und ermöglichen eine neue Sichtweise. Diskussionspartnerin: Dr. Susanne Schlösser, Stadtarchiv Mannheim Eintritt frei.

My Brother Tom

GB

2001

Dom Rotheroe

Ben Whishaw, Jenna Harrison

Jessica kommt aus einer gutbürgerlichen Familie, in der über Probleme nicht geredet wird. Tom lebt allein mit seinem Vater, der den Tod seiner Frau als eine psychologische Waffe gegen den eigenen Sohn einsetzt. Als Tom von einem brennenden Baum in Jessicas Leben stürzt, ist sie zugleich verängstigt und fasziniert von seinem dunklen Wesen. Der Wald ist Toms Zufluchtsort vor seinem tristen Alltag. Für die beiden Teenager wird er ein neues Zuhause, wo sie ein starkes, kompromissloses Bündnis schließen. Dom Rotheroes Spielfilmdebüt erzählt in rauhen und zärtlichen Bildern von einer bedingungslosen Liebe, die Grenzen überschreitet und an Grenzen stößt – ein Film über Nähe, Schmerz, Hingabe, Einsamkeit und Sehnsucht. Die Kamera führte Robby Müller, der langjährige Kameramann von Wim Wenders, Jim Jarmusch und Lars von Trier. In den Hauptrollen beeindrucken die Newcomer Jenna Harrison und Ben Whishaw. „Einer der bewegendsten Filme dieses Jahres, eine packende, aufregend eigenwillige Liebesgeschichte mit äußerst engagierten und mutigen Darstellern. Ein verstörender, nachhaltig atmosphärischer Film.“ (The Glasgow Herald)

Tom of Finland

FIN/DEU/SWE/DNK

2017

Dome Karukoski

ekka Strang, Lauri Tilkanen, Jessica Grabowsky

Jeder kennt die erotische Kunst ausgestellter Männlichkeit, die zum Markenzeichen von Tom of Finland wurde. Das Biopic erzählt sein Leben, in dem Touko Laaksonen – so sein richtiger Name – sich durch sein Malen aus dem Zwangssystem der Unterdrückung in einem moralinsauren Finnland herausarbeiten konnte und zur Symbolfigur wurde mit seinen stolzen, muskulösen, ungehemmten Bildmotiven.

Close to You

CAN/GBR

2023

Dominic Savage

Elliot Page, Hillary Baack, Peter Outerbridge, Wendy Crewson

Sam lebt seit vier Jahren in Toronto und war seit seiner Transition nicht mehr in seinem Heimatort Cobourg. Für den Geburtstag seines Vaters kehrt er nun dorthin zurück. Er hat aber Angst vor aufgesetzter Toleranz und blöden Kommentaren. Im Zug trifft er Katherine, eine alte Freundin aus der Highschool, die selbst mit den Geistern der Vergangenheit kämpft – und für die Sam immer noch tiefe Gefühle hat.

Regisseur Dominic Savage und Hauptdarsteller Elliot Page arbeiteten gemeinsam am Drehbuch, die Dialoge sind größtenteils improvisiert. CLOSE TO YOU erzählt einfühlsam eine ganz persönliche Geschichte eines jungen trans Mannes.

Heikos Welt

DEU

2021

Dominik Galizia

Martin Rohde, Leyla Roy, Heike Hanold-Lynch, Hans-Jürgen Alf, Franz Rogowski – und ein Überraschungsgast aus der Schlagerwelt

Heikos Mutter erblindet, eine teure Operation muss her. Heiko fühlt sich in der Pflicht, Geld zu verdienen – doch die Billiguhren, die er vertickt, bringen keinen Bonus zum Hartz-Geld. Erst, als Heiko am Stammtisch wettet, beim Dart zu gewinnen, funkt es bei ihm: Mit dem richtigen Alkoholpegel trifft er. Euro um Euro zieht er durch die Kneipen und die anderen Dartspieler ab, bis er auf Jadefuchs trifft. Die ist besser als er…
Heiko streift durch Kiez und Kneipen: Martin Rohde verkörpert ihn mit Leib und Seele. Galizia und Rohde bespielen seit Jahren einen eigenen „Heiko“-Youtubekanal, in denen sich dieser Großschwätzer austoben kann – und der Spielfilm zur Figur ist in Sachen Sprüche, Coolness-Gehabe und Kleine-Leute-Kaschemmenleben ganz groß. Weil er authentisch ist in Redenschwingen und Gläserstemmen, weil die Darsteller ganz in ihren Rollen aufgehen – vielleicht sich selbst spielen? –, und weil er bei seiner ganzen Grundentspanntheit durchweg überraschend ist. Ein beglückendes Filmerlebnis.

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