1933 entkommt George Grosz (1893–1959) nur knapp der Verfolgung durch SA und Gestapo und emigriert mit Frau und Söhnen nach Amerika. Glücklicherweise wird sein Lehrauftrag in New York verlängert. Hier setzt Norbert Bunges Filmporträt ein, das die zweite Hälfte von Grosz’ Leben nach zeichnet. Im Exil, an Originalschauplätzen, lässt er Zeitzeugen sprechen – Grosz’ Söhne, sein letzter Schüler, sein Galerist, Freunde und Kollegen berichten über die amerikanischen Jahre des deutschen Grafikers und Malers, der erst 1959 nach Berlin zurückkehrte und kurz darauf tödlich verunglückte. Der Regisseur präsentiert Gemälde und Zeichnungen aus Museen und Sammlungen in Princeton, New York und Berlin, aber auch vertonte und tänzerisch umgesetzte Lyrik von Grosz. Sie komplettieren das Bild des gesellschaftskritischen Künstlers, der das Leben eines Geretteten und eines Entwurzelten führte, und veranschaulichen die Zerrissenheit einer Künstlerexistenz im Exil. Kuratorin Stefanie Müller widmet sich in ihrer Einführung dem „Porträt des Schriftstellers Max Herrmann-Neisse“ aus der Sammlung der Kunsthalle, mit dem Grosz 1925 nicht nur ein treffendes Porträt seines Freundes, sondern zugleich ein zeittypisches Bildnis eines Intellektuellen der Weimarer Republik geschaffen hat. Im Zentrum ihres Vortrags stehen die wechselvolle Geschichte des Bildes und die im Briefwechsel dokumentierte Freundschaft zwischen Grosz und Herrmann-Neisse. Ort : Kunsthalle Mannheim (Einlass: ab 19.00 Uhr)