Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

The Sparks Brothers

GBR/USA

2021

Edgar Wright

Die Sparks: Eines der seltsamsten Klanggewächse der 70er. Mit einer Mischung aus Glamrock, Jahrmarktsorgel und hysterischem Falsettgesang gelang ihnen 1974, nach langem Anlauf, mit „Kimono My House“ das ersehnte Meisterwerk – seitdem setzen die Brüder Russel und Ron Mael ihre Musikerkarriere fort, bis heute, ohne Rücksicht auf die diversen Talfahrten, und ohne beeindruckt zu sein von gelegentlichen Höhenflügen wie mit „When Do I Get to Sing ‚My Way’“ von 1994. Der eine gestylt wie zum Teenager-Mädchenschwarm, der andere mit quadratischem Bart auf der Oberlippe, geben sie ein bizarres Duo ab mit bizarrer Musik zwischen Charterfolg und Performancekunst, enorm einflussreich und zugleich total unterschätzt. Edgar Wright (SHAUN OF THE DEAD) widmet den Brüdern diesen Dokumentarfilm: eine Liebeserklärung an die Popmusik, eine Reise durch fünf Jahrzehnte Musikgeschichte, eine Hommage an eine Band, die vor allem die Lieblingsband vieler Lieblingsbands ist – und die zuletzt als Drehbuchautoren und Komponisten das Musical ANNETTE von Leos Carax geschaffen haben.

Der Nachtschwärmer

ARG/FRA

2005

Edgardo Cozarinsky

Gonzalo Heredia, Rafael Ferro, Diego Trerotola, Gregory Dayton

Buenos Aires im 21. Jahrhundert ist eine belebte, schwüle und arme Stadt zugleich: Die Bettler ziehen nachts mit Sack und Pack durch die Straßen, Kinder spielen Fußball zwischen dem Abfall der Gassen und dem Dreck des Bolzplatzes, während die Reichen abseits in den Suiten der Hotels ihren Lakaien die Politik des Landes erklären. DER NACHTSCHWÄRMER ist die außergewöhnliche Geschichte von Viktor, einem 19-jährigen Stricher aus Buenos Aires. Hier – in der Stadt, die niemals schläft – ist er zu Hause, hier sucht er Liebe, Geborgenheit und Schutz. Sein Leben ist ein Kreislauf, aus dem er nicht auszubrechen vermag. Aber heute ist Allerheiligen, und die Legende besagt, dass die Toten für eine Nacht auf die Erde zurückkommen und versuchen, alle mit sich zu nehmen, die sie zu ihren ebzeiten liebten. Auch Victor muss sich seiner Vergangenheit und den Personen stellen, die ihn einst begehrten… Regisseur Edgardo Cozarinsky liefert hier die traumhafte Chronik eines Buenos Aires, das aufgrund etlicher Konflikte nicht zur Ruhe kommt, und in dem sich seine Figuren so realitätsnah bewegen, dass man glaubt, mit Victor auf den Trottoirs von Palermo oder San Telmo zu laufen. Als Liebesgedicht eines Porteño treibt uns DER NACHTSCHWÄRMER in die Abgründe irrationaler Angst, des mörderischen Liebestriebs…

Dieter Roth

Schweiz

2003

Edith Jud

Dieter Roth, Björn Roth, Sigridur Björnsdottir

Dieter Roth (1930–1998) war ein Rastloser: Er arbeitete als Maler, Bildhauer, Modegestalter, Aktionskünstler, Schriftsteller, Musiker, Verleger und Professor. Er drehte Filme und baute Möbel, unterhielt Ateliers in Reykjavik, Wien, Hamburg und Basel. Roth thematisierte das Zurücksinken der Dinge in die Landschaft, die Heimholung des Artifiziellen durch die Natur. Pünktlich zu einer großen in Basel, Köln und New York gastierenden Retrospektive des Künstlers hat die Schweizer Filmemacherin Edith Jud nun eine durchweg spannende Dokumentation fertiggestellt. Da sie mit Roths engsten Weggefährten, Freunden und Kollegen sprechen konnte und Zugang zu privatem Archivmaterial hatte, ist ihr ein ebenso intimes wie differenziertes Porträt gelungen.

Dieter Roth. Der Film. Das Leben. Die Kunst

CH

2003

Edith Jud

Es gibt Künstler, die nicht nur erschaffen, sondern selbst Kunstwerk sind. Dieter Roth (1930 – 1998) gehört zu diesen Erscheinungen. Sein Leben war erfüllt von seiner provozierenden Arbeit, die die staunende Öffentlichkeit in den 1960er Jahren in Form von „Literaturwürsten“ und „Schimmel-Bildern“ kennen lernte. Ähnlich wie Joseph Beuys hielt Roth sich nicht an einen künstlerischen Materialkanon, sondern verwendete für seine Skulpturen und Installationen große Mengen Schokolade, Fett oder Abfall. Roth war als Maler, Zeichner, Plastiker, Designer, Dichter, Musiker, Filmer und Mäzen unterwegs. Er lebte zwanzig Biografien und hinterließ ein titanenhaftes Werk. Edith Juds Film porträtiert den Fluxus-Künstler, Sprachmeister, Erfinder und Provokateur Roth und zeigt einen witzigen, skurrilen und besonderen Menschen. Einführung: Dr. Holger Klein-Wiele

Um Himmels Willen – Se Dio vuole

ITA

2015

Edoardo Falcone

Marco Giallini, Alessandro Gassman, Enrico Oetiker, Ilaria Spada, Laura Morante

Tommaso ist Herzchirurg, ebenso erfolgreich wie arrogant. Um seine Frau Carla und seine Tochter Bianca kümmert er sich wenig. Sein ganzer Stolz ist sein Sohn Andrea, der Medizin studiert und in Papas Fußstapfen treten soll. Aber in letzter Zeit wirkt Andrea verändert und verbirgt offensichtlich etwas. Ist der Junge vielleicht schwul? Tommaso bleibt locker, man ist ja liberal. Doch es kommt viel schlimmer: Andrea offenbart seiner Familie, er wolle sein Leben künftig Jesus weihen und Priester werden! Das ist allerdings ein harter Schlag für den überzeugten Atheisten Tommaso. Wer hat seinen Sohn einer Gehirnwäsche unterzogen? Bald stößt er auf den eigenwilligen Priester Don Pietro, der mit einer fulminanten One-Man-Show viele Jugendliche in seinen Bann schlägt. Tommaso ist entschlossen, diesen Don Pietro als Scharlatan zu entlarven. Mit allen Mitteln. In seinem Eifer merkt Tommaso gar nicht, dass seine Frau und seine Tochter ebenfalls beginnen, eigene Wege zu gehen…
Eine temporeiche, in Italien äußerst erfolgreiche Komödie, die Weltbilder und Lebensvorstellungen aufeinander prallen lässt. Glänzend gespielt, mit witzigen Dialogen und vielen Überraschungen. Edoardo Falcone erhielt den italienischen Filmpreis David di Donatello als bester Debutregisseur.

Das Land meines Vaters – Au nom de la terre

FRA/BEL

2019

Edouard Bergeon

Guillaume Canet, Veerle Baetens, Anthony Bajon, Rufus, Samir Guesmi, Yona Kervern

Lebensträume und Existenzsorgen: Pierre übernimmt den Hof seines Vaters und ist entschlossen, die Landwirtschaft ertragreich und erfolgreich zu führen. Doch trotz des großen Engagements müssen er und seine Familie schweren Herzens feststellen, dass ihnen im Lauf der Jahre immer größere Steine in den Weg gelegt werden.
Inspiriert vom Leben eines Vaters erzählt Edouard Bergeon in seinem Regiedebüt mit einem überragenden Guillaume Canet in der Hauptrolle und in großen Landschaftsbildern auf authentische Weise von den dramatischen Arbeitsbedingungen der Landwirte und vom Preis unserer Nahrung – nicht nur in Frankreich.
Einführung: Dr. Caroline Mary, Lektoratsleiterin am Romanischen Seminar der Universität Mannheim, Präsidentin der Deutsch-Französischen Vereinigung Rhein-Neckar e.V.

Gauguin

FRA

2017

Edouard Delu

Vincent Cassel, Tuhei Adams, Malik Zidi, Pua-Tai Hikutini, Pemille Bergendorff

Tahiti, 1891. Der französische Künstler Paul Gauguin hat sich in sein selbsterwähltes Exil zurückgezogen. Als freier Mann in der Wildnis, fernab der Politik und Regeln eines zivilisierten Europas, entwickelt er einen neuen Stil des Malens. Vincent Cassel verkörpert Gauguin, einen der wichtigsten Wegbereiter des Expressionismus: Der Avantgardist der Moderne war zeitlebens ein Suchender nach dem Wesen der Dinge, nach dem Mysterium der Welt. Der Film konzentriert sich, ausgehend von Gauguins Reisebericht „Noa Noa“, auf die erste Tahitireise des Malers: Die Südseebilder sind Ausdruck seiner Sehnsucht nach dem Paradies, das er gefunden zu haben glaubte. Doch wie unschuldig ist dieses ursprüngliche Leben tatsächlich, aus dem Gauguin so viel künstlerische Kraft schöpfte?
Einführung: N. N.

Herrenkinder

DEU

2009

Eduard Erne

Für die Kindererziehung der Führungsschicht wurden im Dritten Reich die „nationalpolitischen Erziehungsanstalten" eingerichtet („Napola“). Was ist aus den ehemaligen Napola-Kindern geworden? Viele der rund 15 000 Schüler der NS-Eliteschulen, deren Körper durch militärischen Drill gestählt, deren Seele aber gebrochen wurde, sitzen heute in wichtigen Positionen in Wirtschaft, Politik oder Kultur. In HERRENKINDER werden diese Schülerschicksale nachgezeichnet. Prominente frühere Napola-Schüler wie der Literaturkritiker Hellmuth Karasek brechen vor der Kamera ihr Schweigen und erzählen von beklemmenden Erinnerungen an die Zuchtanstalten.

Wunschkonzert

DEU

1940

Eduard von Borsody

Ilse Werner, Carl Raddatz, Joachim Brennecke, Ida Wüst

Während der Olympischen Spiele 1936 lernen sich die junge Inge und der Fliegeroffizier Herbert kennen und lieben – doch bevor sie heiraten können, wird Herbert in geheimer Mission zur Legion Condor nach Spanien abkommandiert. Sie verlieren sich aus den Augen. Als 1939 der Krieg beginnt, übermittelt Herbert von der Front über die Radiosendung „Wunschkonzert für die Wehrmacht“ Grüße an Inge, die er nicht vergessen konnte… Die Radiosendung gab es tatsächlich, im Film treten von Rühmann bis Rökk diverse Stars im Rahmen des Wunschkonzertes auf – im Dienst der volksgemeinschaftlichen Verbindung von Heimat- zu Kriegsfront. So bettet der Film geschickt seine Liebesgeschichte in die Wirklichkeit des Kinopublikums ein und erreicht große atmosphärische Dichte. Als „Staatspolitisch wertvoll“, „Künstlerisch wertvoll“, „Volkstümlich wertvoll“ und „Jugendwert“, wurde der Film von der NS-Filmprüfstelle ausgezeichnet, nach 1945 unterlag er zunächst einem Aufführungsverbot.
Vor dem Film wird es eine kurze Einführung geben.

Der Wind

ARG/ESP

2005

Eduardo Mignogna

Federico Luppi, Antonella Costa, Pablo Cedrón

Ema Osorio wird beerdigt. Sie war Tochter und Mutter, aber keine Ehefrau. Zurück bleiben Vater und Tochter, aber kein Ehemann. Das muss keine Schande sein, aber in dem ländlich abgeschiedenen Piedra Clavada an der Südspitze Patagoniens ist es besser, wenn man für die Geburt weggeht und ansonsten eine möglichst akzeptable Erklärung für die außereheliche Schwangerschaft findet. Eine Erklärung, die gleichwohl Alina mit der Frage zurücklässt, wer sie eigentlich ist, wer ihr Vater war und ob man ihr je die Wahrheit gesagt hat. „Eine Geschichte unbändiger Sehnsucht“ (fluter)

Ein neues Leben

ITA

2014

Eduardo Winspeare

Celeste Casciaro, Laura Lichetta, Anna Boccadama, Barbara de Matteis

Die Wirtschaftskrise zerstört die Existenz dreier Generationen inmitten der herrlichen süditalienischen Landschaften um Salento. Nachdem das Familienunternehmen dicht gemacht hat, das Haus verkauft wurde und der Bruder in die Schweiz emigriert ist, versucht die energische Adele zu retten, was zu retten ist. Sie zieht mit Tochter, Großmutter und Schwester aufs Land: Feldarbeit und Tauschgeschäfte sind die einzige Möglichkeit, das tägliche Überleben zu sichern. Adele packt an – und vergrätzt es sich mit ihren Ansprüchen auf Pragmatismus nicht nur mit ihren familiären Leidensgenossinnen. In all den finanziellen Problemen, in all den Zwistigkeiten des zwangsweisen Miteinanders dieser vier Frauen bleibt EIN NEUES LEBEN authentisch und bodenständig – und skizziert nicht nur soziale und wirtschaftliche Krisen, sondern auch die Identität einer Region.

Plan 9 aus dem Weltall

USA

1959

Edward D. Wood Jr.

Gregory Walcott, Mona McKinnon, Duke Moore, Tom Keene, Tor Johnon, Maila Nurmi, Criswell, Bela Lugosi

Außerirdische sind besorgt, die Menschheit könnte mittels einer Solarbombe das gesamte Weltall vernichten. Zur Warnung wollen sie mit ihren außerirdischen Strahlen Tote zum Leben erwecken. Das Raumschiff landet auf dem Friedhof und lässt drei Verstorbene wiederauferstehen. Es kommt zu viel Hin und Her zwischen den Grabsteinen.

Der schlechteste Film aller Zeiten? Dieses Prädikat erhielt der Film bei seinen Wiederaufführungen in den Kino-Spätschienen der 70er. Auf jeden Fall ist er einer der interessantesten unter den vielen schlechtesten Filmen, die die Filmgeschichte hervorgestoßen hat! Der Film gilt als Trashklassiker, Ed Wood wurde zum Kultregisseur: unter anderem wegen der sichtbaren Drähte an den Ufo-Modellen, der wackelnden Grabsteine, der generell miesen Schauspiel-„Leistungen“ und nicht zuletzt wegen des schlechten Doubles des legendären Dracula-Darstellers Bela Lugosi, der schon vor (!) den Dreharbeiten verstorben war…

Edward Hopper und das Kino. Vortrag mit Kurzfilmen

Wer kennt sie nicht, die schweigenden Nachtgestalten vor ihren Drinks in einer Bar? Das Gemälde „Nighthawks“ des amerikanischen Realisten Edward Hopper (1882 – 1967) gehört zu den Ikonen des 20. Jahrhunderts und wurde unzählige Male reproduziert. Der Blick des Malers auf ein Schnellrestaurant bei Nacht, auf ein verlassenes Haus in den Dünen oder auf eine Gestalt in einem Hotelzimmer bietet noch immer Anlass auch für eine rege cineastische Auseinandersetzung. Regisseure wie Terence Davies, Alfred Hitchcock, Aki Kaurismäki, Herbert Ross oder Wim Wenders haben seine Bilder zitiert und in Set-Designs für ihre eigenen Filme nachgebaut. Tatsächlich wirken viele seiner Gemälde wie Film-Stills und erzählen eigene Geschichten, die aus dem Kino des 20. Jahrhunderts stammen könnten. Dr. Peter Bär spricht über Edward Hoppers Werk und dessen filmische Rezeptionsgeschichte und stellt Kurzfilme vor (teilw. in der englischen Originalfassung), die aus Hoppers Bildern Geschichten entwickeln, seine Stimmung nachempfinden oder für die Hoppers Bilder stilbildend waren. Weiter wird mit Bildern und Filmausschnitte vorgeführt werden, wie Hopper in den Bereichen Grafik, Fotografie und in der Popkultur bis in die Gegenwart prägend wirkt.

Yi Yi – A One and a Two

TWN/JAP

2000

Edward Yang

Kelly Lee, Jonathan Chang, Niazhen Wu, Elaine Jin, Issey Ogata

Ein Meisterwerk des Weltkinos, unter anderem in Cannes für die beste Regie ausgezeichnet, in neuer 4K-Restaurierung wieder in den Kinos: Zwischen einer Hochzeit und einem Begräbnis erzählt Edward Yang das Leben einer taiwanischen Mittelklassefamilie als Spiegel der Realität: N. J., Computeringenieur, trifft seine Jugendliebe wieder. Seine Tochter verliebt sich zum ersten Mal – in den Freund ihrer Freundin. Seine Frau ist überfordert nach dem Schlaganfall ihrer Mutter. Und der jüngste Sohn, aufgeweckt fantasiebegabt, stellt entscheidende Fragen.

Subtil, zärtlich, berührend und präzise blickt Edward Yang auf seine Figuren – es wurde sein letzter vollendeter Film vor seinem Tod 2007: „Ein Wunderwerk an Feingefühl und Humor“ (Rolling Stone) – „Einer der besten Filme des 21. Jahrhunderts“ (New York Times) – „„Einer der größten Filme aller Zeiten“ (Sight & Sound).

The Last Samurai

USA/JAP

2003

Edward Zwick

Tom Cruise, Ken Watanabe, Timothy Spall

Der US-Captain Nathan Algren verdingt sich im Jahr 1875 als Ausbilder der Armee des japanischen Kaisers für den Kampf gegen die Samurai. Seine Soldaten werden im Gefecht geschlagen und Algren gefangen genommen. Schwer verletzt wird er in das Dorf des Anführers der Samurai Katsumoto gebracht, wo er gesund gepflegt wird und bald die Lebensweise der Samurai kennen lernt. Zurück in Tokio muss er sich entscheiden: Wird er mit den von Amerikanern geführten japanischen Soldaten oder auf der Seite der Samurai kämpfen? Begleitende Filmreihe zur Ausstellung „Samurai“ im Historischen Museum der Pfalz in Speyer.

Die Nacht der Giraffe

IDN

2012

Edwin

Nicholas Saputra, Ladya Cheryl

Als kleines Mädchen wird Lana von ihrem Vater im Zoo ausgesetzt. Umgeben von Tieren, Grenzen und den Geräuschen der gezähmten Wildnis wächst sie auf, großgezogen von Tierpflegern. Sie liebt die anmutigen Bewegungen der Nilpferde und die introvertierte Eleganz der Giraffe. Eines Tages verliebt sie sich in einen jungen Magier. Sie verlässt mit ihm den Zoo, doch irgendwann verschwindet er in einer „magischen“ Rauchwolke. Lana arbeitet fortan in einem Erotik-Massagestudio. Getrieben von der Sehnsucht nach Heimat muss sie sich entscheiden zwischen ihrer Vergangenheit und einem neuen, eigenen Weg. Verträumte, entrückte Visionen erzählen von der Suche nach Identität, von Brüchen und Sehnsüchten. DIE NACHT DER GIRAFFE aka Postcards from the Zoo ist ein mit großer Leichtigkeit und in magischen Bildern erzähltes Kinomärchen, wie man es noch nicht gesehen hat. Auch am 24. u. 25.01. in deutscher Synchronfassung. (also leider ab 18)

Die Schlüssel

DDR

1972

Egon Günther

Jutta Hoffmann, Jaecki Schwarz, Magda Zawadzka

Orfeus und Eurydike in Krakau: Die Arbeiterin Ric und der Student Klaus unternehmen eine Urlaubsreise nach Krakau. Auf dem Flughafen überlässt ihnen ein freundlicher Pole, der ins Ausland fährt, seine Wohnungsschlüssel. Beide erleben zunächst unbeschwerte Tage. Doch dann sieht Ric ihre Beziehung zu Klaus, der auf die neue Umgebung ganz anders als sie reagiert, in einem neuen Licht. Der Schauplatz Krakau spielt eine zentrale Rolle im Film. Die Einwohner der Stadt sind sowohl in den Spielszenen als auch in Interviews, die im Stil des Cinéma Vérité in die Handlung eingeflochten sind, präsent und reden in ihrer Sprache. Da es weder Synchronisation noch Untertitel gibt, vermittelt die sprachlich authentische Atmosphäre ein in der Filmgeschichte seltenes Beispiel unkommentierter Zweisprachigkeit. Günthers Film wird so zu einer echten deutsch-polnischen Originalfassung.

Belladonna of Sadness

JAP

1973

Eiichi Yasmamoto

„Nicht weniger als ein emanzipatorisches psychedelisches satanistisches Remake der Geschichte Jeanne d’Arcs kurz vor der französischen Revolution“, schrieb die Süddeutsche Zeitung: BELLADONNA OF SADNESS ist ein Meilenstein des Animationsfilm aus dem Jahr 1973, der nun endlich in frisch restaurierter Fassung in die Kinos kommt. Ein schönes Bauernmädchen wird vom tyrannischen Fürsten vergewaltigt, begegnet dem Teufel und verwandelt ihre Angst mit diabolischer Macht in sexuelle Hingabe, der sich niemand entziehen kann. Wunderschöne Musik und wunderschöne Bilder in einer Geschichte voll Drastik, Erotik, Brutalität und Exzentrik – Zeichentrick für Erwachsene in einem Film, den man sehen muss. Und den man nicht wieder vergessen wird.
Mitgliederaktion: Am 07.11.2016 ist der Eintritt frei für Mitglieder von Cinema Quadrat e. V.

Verrückt Nach Paris

Deutschland

2001

Eike Besuden, Pago Balke

Frank Grabski, Paula Kleine, Wolfgang Göttsch

Hilde, Karl und Philip leben und arbeiten in einem Heim für Behinderte. Alle drei sind frustriert und gelangweilt. Sie wollen sich ein paar Tage Urlaub nehmen und hauen aus dem Heim ab. Enno, ihr Betreuer, macht sich widerwillig auf den Weg, um das Trio zurückzuholen. Eine Verfolgungsjagd mit Hindernissen beginnt, die über Umwege bis nach Paris führt. Eike Besuden und Pago Balke ist mit VERRÜCKT NACH PARIS eine fulminante Komödie gelungen, die nach der Uraufführung auf der Berlinale im letzten Jahr und auf weiteren Festivals vom Publikum euphorisch gefeiert wurde. Faszinierend ist die Leistung der behinderten Hauptdarsteller, die mit entwaffnendem Charme, natürlicher Ausstrahlung und großem Selbstbewußtsein mehr oder weniger sich selbst spielen, dabei aber eine witzige Distanz finden, die den Zuschauer unmittelbar und vorbehaltlos einnimmt. In Kooperation mit dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim.

Northern Soul

GBR

2014

Elaine Constantine

Elliot James Langridge, Joshua Whitehouse, Antonia Thomas

Das Aufwachsen in der beschaulichen nordenglischen Grafschaft Lancashire kann ganz schön öde sein – zumindest dann, wenn man jung ist und etwas erleben will. Durch einen Zufall stoßen die beiden Teenager Matt und John in den frühen 1970er Jahren auf Berichte über die sich gerade entwickelnde Northern-Soul-Szene, sind sofort Feuer und Flamme und träumen davon, wie ihre Vorbilder durch die USA zu fahren, unbekannte Soul-Hits zu entdecken und selbst bekannte DJs zu werden. Doch ihre vom Tanzen und den Amphetaminen befeuerte Leidenschaft stellt ihre Freundschaft schon bald auf eine Probe.

Mit viel Liebe zur Musik und großer Sympathie für ihre Figuren wirft Elaine Constantine einen treffenden Blick auf die goldene Zeit des Northern Soul und des Lebensgefühls, das ihn ausmacht.

Monatsprogramme PDF

Open Air

[ti_openair]
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner