Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Geschichten Aus Javé

Brasilien

2003

Eliane Caffé

José Dumont, Nelson Xavier, Gero Camilo

Das brasilianische Dorf Javé soll in der Flut eines geplanten Staudamms verschwinden. Um ihren Heimatort zu retten, greifen die Bewohner zu einer ungewöhnlichen Verteidigungsstrategie: Ein Buch der Geschichte und Geschichten soll die Bedeutung der Siedlung beweisen, ihr sozusagen „Denkmalschutz“ sichern. Da die Dorfbewohner alle Analphabeten sind, beauftragen sie mit dem Abfassen dieses Buches den Lebenskünstler und ehemaligen Postbeamten Antônio Biá. Der hört allen zu, macht sich Notizen, und plötzlich ist Javé voller abenteuerlicher Geschichten, die bis in die Zeiten der Konquistadores zurückreichen. GESCHICHTEN AUS JAVÉ handelt mit burlesker Komik von der Kraft und Magie des Geschichtenerzählens. Eliane Caffé erhielt für ihren zweiten Spielfilm beim Filmfestival von Rio gleich drei Hauptpreise: als bester Film, für den besten männlichen Hauptdarsteller (José Dumont) und den Publikumspreis. Beim Festival von Fribourg gewann der Film den FIPRESCI-Preis der internationalen Kritikerjury.

Shadow of the Vampire

USA/GBR/LUX

2000

Elias Merhige.

John Malkovich, Willem Dafoe, Cary Elwes, Udo Kier, Eddie Izzard, Catherine McCormack

Ein fiktives Making of als Hommage auf Murnaus NOSFERATU: Für seinen Vampirfilm hat Murnau einen Schauspieler engagiert, der sich auf ganz besondere Weise in die Rolle des Grafen Orlok versetzt: Max Schreck ist nämlich tatsächlich ein Vampir, der Cast und Crew der Reihe nach dezimiert. Während Murnau unbeirrt weiterdreht und die realen Szenen eines blutsaugenden Vampirs für seinen Film nutzt.
Für den hochkarätig besetzten, spielerisch grusligen Blick hinter die Kulissen der NOSFERATU-Dreharbeiten 1921 wurde das Set-Design des Murnau-Klassikers sorgfältig rekonstruiert.
Einführung: Dr. Peter Bär

Despabilate Amor

Argentinien

1996

Eliseo Subiela

Dario Grandinetti, Soladad Silveyra

„Das Kino ist die Kunst der Erinnerung.“ So sagt die karibische Traumfrau Vera in Eliseo Subielas Komödie DESPABILATE AMOR, „Filme halten etwas fest, was gewesen ist. Neu ist nur das Leben.“ Recht hat sie, aber die Grenzen sind fließend. Eliseo Subiela (DIE DUNKLE SEITE DES HERZENS) bleibt sich treu. Er kreist, lockerer denn je, um das Thema der Erinnerung. Er läßt zwei Männer nach 25 Jahren den Traum eines Wiedersehens mit ihren Jugendbekanntschaften träumen und dabei eine andere Epoche aufleben: Von der Zeit des Rock´n Roll bis zur ersten Mondlandung, die der Hauptfigur Ernesto und seiner Geliebten beinahe einen Orgasmus gekostet hätte. Verblichen sind die Farben der Bilder mit den Szenen von damals, aber wach kann die Erinnerung jederzeit werden. Man braucht sie nur zu rufen. „Mutter“, fragt der volljährige Sohn, „wann beginnt eigentlich die ’nostalgia‘?“ Es ist die Frage, um die der ganze Film kreist. Subiela besingt die Sehnsucht nach dem, was war, ohne Weinerlichkeit, und er überschreitet die Grenzen der Realität ganz spielerisch.

Beach Rats

USA

2017

Eliza Hittman

Harris Dickinson, Madeline Weinstein, Kate Hodge, Neal Huff

Teenager-Machos am Strand von Coney Island: Chillen, kiffen, coole Sprüche klopfen. Mittendrin Frankie, der durch sein Leben driftet. Und an seiner Affäre mit Simone zunehmend wenig Interesse zeigt: Der Chatroom und die älteren Männer bieten ihm mehr Kicks…
Regiepreis beim Sundance Film Festival für diese lässige Generationsstudie im Stil von Gus van Sant!

Ich Hiess Sabina Spielrein

S/DK/CH

2002

Elizabeth Martón

Eva Österberg, Lasse Almebäck

Sabina Spielrein war die erste Patientin, die Jung nach Freuds damals revolutionärer Methode der Psychoanalyse behandelte. Man wußte noch nichts von den Gefahren der Abhängigkeit in einer Arzt-Patienten-Beziehung, von „Übertragung“ und „Gegenübertragung“, die Freud erst am Beispiel Spielrein entdeckte. Spielrein verliebte sich in ihren Arzt und wünschte sich ein Kind von ihm, doch Jung entledigte sich ihrer und versuchte ihre, erst durch seine Behandlung möglich gewordene, Karriere als Psychoanalytikerin fortan zu sabotieren. Bis Ende der 1970er-Jahre zeugten lediglich vier Fußnoten in Freuds Werk von Spielreins Existenz, doch dann wurde ein Koffer mit ihren Tagebüchern sowie eine umfangreiche Korrespondenz mit Jung und Freud gefunden, die ein neues Licht auf die Anfänge der Psychoanalyse warfen und das spannungsvolle Verhältnis der beiden Gründerfiguren um eine überraschende Größe erweiterte. „Nicht nur für Freunde der Psychoanalyse sehenswert.“ (zitty)

L’Chaim! – Auf das Leben!

DEU/NLD/ISR/FRA/BEL

2014

Elkan Spiller

Chaim Lubelski hatte bereits ein äußerst bewegtes und wildes Leben. So hat er einst nicht nur ein Dasein als Hippie gepflegt, sondern sich auch als Drogendealer in Afghanistan, London, Paris und Deutschland versucht, bevor er es schließlich zum Profi-Schachspieler in St. Tropez und zum erfolgreichen Geschäftsmann in New York gebracht hat. Als seine geliebte Mutter jedoch erkrankte, beschloss Chaim im Alter von 63 Jahren, zu ihr nach Antwerpen zu ziehen, um sich mit viel Hingabe um sie zu kümmern.
Regisseur Elkan Spiller ist Chaims Cousin und filmte das liebevolle und von herzlichen Sticheleien geprägte Zusammenleben der Holocaust-Überlebenden und ihres faszinierenden Sohnes, wobei auch die Vergangenheit der beiden näher beleuchtet wird.

Patrik 1,5

SWE

2008

Ella Lemhagen

Gustaf Skarsgård, Torkel Petersson, Thomas Ljungman

Göran und Sven haben fast alles, was sie brauchen: eine glückliche schwule Beziehung, ordentliche Jobs und ein nettes Haus. Zu ihrem Glück fehlt ihnen nur noch ein Kind. Und so beschließen sie, eins zu adoptieren. Was für die Adoptionsbehörde nur ein kleiner Tippfehler war, stellt sich für das Paar als Katastrophe heraus: Statt eines 1,5 Jahre alten süßen Babys bekommen sie den 15-jährigen Patrik. Der ist nicht nur rotzfrech, kleinkriminell und quasi unerziehbar – er hat auch was gegen Schwule. Zumindest am Anfang dieser schrägen schwedischen Komödie.

Just Friends

NLD

2018

Ellen Smit

Majd Mardo, Josha Stradowksi, Jenny Arean, Tanja Jess, Nazmiye Oral

Yad hat sein Medizinstudium geschmissen und kehrt aus Amsterdam in die holländische Kleinstadt zurück. Arztberuf oder akademische Laufbahn sind nichts für ihn, doch sein früherer Surflehrer-Job ist auch nicht mehr frei. Also verdingt er sich als Haushaltshilfe bei einer älteren Dame. Und lernt deren attraktiven Enkel Joris kennen. Und vielleicht schaffen es die beiden, mehr als nur Freunde zu werden…
Ein hinreißendes Paar zwischen lebensfreudigem Hedonismus und verbissenen Fitnessstudio-Besuchen, dazu einige herrlich skurrile Nebenfiguren: Diese rasant geschriebene romantische Komödie ist ein umwerfender queerer Sommerfilm.

Fia!

NOR

2004

Elsa Kvamme

„Mutti darf nicht traurig sein“, das will die achtjährige Fia. Sie schlüpft selbst in die Mutterrolle und stiehlt, um den Lebensunterhalt zu sichern. Immer mehr vergisst sich das Mädchen selbst. Dennoch scheint die Welt für sie in Ordnung – bis das Jugendamt sie in einer Pflegefamilie unterbringt. Ein kinderloses Paar kümmert sich nun rührend um Fia. Doch emotional ist sie hin- und hergerissen zwischen der Pflegefamilie und ihrer leiblichen Mutter. Unterstützung erfährt das Mädchen von ihrem Freund, dem Clown Bustric. Immer, wenn sie ihn braucht, ist er da. Das Mädchen hofft inständig, mit Bustrics Magie die Welt wieder in Ordnung bringen zu können.

Chevalier Noir

FRA/IRN/DEU/ITA

2022

Emad Aleebrahim Dehkordi

Iman Sayad Borhani, Payar Allahyari, Masoumeh Beygi, Behzad Dorani

Die Geschichte zweier Brüder und einer Stadt, die ihre eigenen Kinder verschlingt: Iman und sein jüngerer Bruder Payar leben in Shemroon, einem Stadtteil im Norden von Teheran. Mit dem frühen Tod der Mutter gehen alle unterschiedlich um: Payar verfolgt eine Box-Karriere und kümmert sich um den kranken Vater, Iman aber gibt dem Vater die Schuld am verpfuschten Leben der Familie. Er nutzt seine Beziehungen, um in einen lukrativen Kleinhandel einzusteigen: Der Verkauf von Drogen an die Reichen und Privilegierten könnte sein Weg aus einem erdrückenden Leben sein, stürzt aber beide Brüder in ein ungewisses Schicksal.
CHEVALIER NOIR blickt auf einen im iranischen Kino selten zu sehenden Stoff: eine Generation neureicher junger Erwachsener in Teheran, die sich scheinbar freier von Zwängen und Unterdrückung bewegen kann.

Dirty Dancing

USA

1987

Emile Ardolino

Jennifer Grey, Patrick Swayze

Es ist Sommer 1963: Die USA befinden sich in einem Zustand der Unschuld. Zu dieser Zeit verbringt Frances Houseman, die aus einer reichen Familie stammt und von allen nur „Baby“ genannt wird, ihre Sommerferien in einem Hotel. Dort trifft sie auf den Tanzlehrer Johnny, in den sie sich sofort verguckt. Aber der hat nichts für Mädchen wie sie übrig. Dann wird Johnnys Tanzpartnerin schwanger und Baby springt für sie ein. Im Schnelldurchgang muss sie nun die Figuren des Mambos lernen, wobei sich das Paar auch emotional näherkommt. DIRTY DANCING, der Überraschungshit im Kino und das Phänomen auf dem Videomarkt, ist mittlerweile ein Kultklassiker, der zu den romantischsten der Filmgeschichte zählt. Jennifer Grey hatte mit diesem Film ihren größten Erfolg und auch der 2009 verstorbene Patrick Swayze gelangte hier zu einer seiner berühmtesten Rollen.

We Are the Flesh

MEX/FRA

2016

Emiliano Rocha Minter

Noé Hernández, María Evoli, Diego Gamaliel, Gabino Rodríuez

Einsiedler Mariano in seiner postapokalyptischen Ruine gewährt den Geschwistern Lucio und Fauna Unterschlupf – sie müssen sich nur seinem Gesetz unterwerfen. Der Beginn einer ganzen Reihe von Grenzüberschreitungen und Tabubrüchen. Anstand und Sitte gehen vor die Hunde in dieser fiebrigen Mischung aus Psychodrama, Schockhorror und Mindfuck. Mariano zieht die Geschwister – und das Filmpublikum – in die tiefsten Tiefen seines rauschhaften Wahnsinns. Surreal, obszön, drastisch: ein radikales Regiedebüt, das „Fleischeslust“ ganz neu durchdekliniert – „eine extreme Fiesta von Inzest, Kannibalismus und explizitem Sex!“ (Variety)

The Ugly Stepsister

NOR/DNK/ROU/POL

2025

Emilie Blichfeldt

Lea Myren, Thea Sofie Loch Næss, Ane Dahl Torp, Isac Calmroth

Elvira konkurriert mit ihrer unglaublich schönen Stiefschwester Agnes: Sie tut alles, um die Aufmerksamkeit von Prinz Julian auf sich zu ziehen, der alle jungen Damen zu einem Ball geladen hat, um sich eine Braut auszusuchen.

„Wer schön sein will, muss leiden“, heißt es, und dieses schmerzhafte Bild von Schönheit zeichnet Emilie Blichfeldt in ihrem gefeierten, mehrfach ausgezeichneten Spielfilmdebüt nach: Nach Motiven der Aschenputtel-Geschichte, erzählt aus der Sicht der „bösen“ Stiefschwester, entwickelt sie einen satirischen und zugleich drastischen Body-Horror-Film, in dem Zähne, Nase und Augen auf sehr handfeste Weise korrigiert werden, um dem prüfenden Blick des Prinzen zu bestehen. „Geschliffenes Schauspiel und ein an Klassiker wie DREI HASELNÜSSE FÜR ASCHENBRÖDEL oder CINDERELLA erinnerndes Setting machen das subversive Spielfilm-Debüt zum makabren Meisterstück.“ (moviebreak.de)

Horizont

FRA

2021

Émilie Carpentier

Tracy Gotoas, Sylvain Le Gall, Niia, Clémence Boisnard.

Die 18-jährige Adja aus der Banlieue von Paris will vor allem Spaß haben und intensiv leben; sie sucht ihren Weg zwischen ihrer besten Freundin, einer Influencerin in den sozialen Netzwerken, und ihrem großen Bruder, einem erfolgreichen Fußballer. Der Kampf um ein landwirtschaftlich genutztes Gebiet, aus dem die Bauern vertrieben werden sollen für den Bau des größten Freizeitkomplexes Europas, mischt ihr unbeschwertes Leben auf. Zunächst verspottet sie mit ihrer Freundin die Umweltschutz-Gruppe, die das Ackerland besetzt, doch unter den Aktivisten ist Arthur, zu dem sie sich unleugbar angezogen führt – und sie entscheidet, sich dem Aufbegehren für eine bessere Zukunft anzuschließen.
Die rasant-charmante Geschichte um die erste Liebe zweier junger Menschen aus verschiedenen sozialen Hintergründen weitet sich zum vitalen Porträt einer Generation, die sich über ihr politisches und gesellschaftliches Engagement zusammenfindet, weil der Kampf für die Umwelt eine dringende Überlebensfrage ist. Der Film basiert auf dem realen Widerstand gegen das EuropaCity-Projekt im Pariser Norden und entstand in engem Austausch mit Jugendlichen aus den Pariser Randbezirken.

Irgendwann werden wir uns alles erzählen

DEU/FRA

2023

Emily Atef

Marlene Burow, Felix Kramer, Cedric Eich, Silke Bodenbender, Christine Schorn, Jördis Triebel.

Sommer 1990 in Thüringen. Maria, bald 19, hat keine Lust auf Schule, versenkt sich in Dostojewsky-Romanen. Sie lebt bei der Familie ihres Freundes auf einem Bauernhof, das Wetter ist schön, die Zukunft trübe. Irgendwann trifft sie den 40jährigen Eigenbrötler Henner vom Nachbarhof, er berührt sie, und sie beginnen eine Amour fou, wild, leidenschaftlich, begehrend, archaisch, übermächtig…
Emily Atef (DREI TAGE IN QUIBERON, 2018, MEHR DENN JE, 2022) verfilmte Daniela Kriens Bestseller-Roman mit großartigem Ensemble in starken, atmosphärischen Bildern: Eine körperlich-sinnliche Liebesbeziehung ohne Zukunft in einem Land ohne Zukunft: „Ein Film, der durch seine authentische Zeichnung der ausklingenden DDR beeindruckt.“ (Thüringer Allgemeine)

Abluka - Jeder misstraut jedem

Emin Alper

Mehmet Özgür, Berkay Ates, Tülin Özen, Müfit Kayacan, Ozan Akbaba

Die Endzeit einer Gesellschaft: Istanbul wird von heftigen politischen Unruhen erschüttert und versinkt im Chaos. In dieser brenzligen Situation bietet der hochrangige Polizist Hamza dem inhaftierten Kadir die vorzeitige Entlassung an – unter einer Bedingung: Er muss als Spitzel in Müllmann-Tarnung auf den Straßen Hinweise auf verdächtiges Verhalten aufspüren. Zugleich versucht Kadir vorsichtig, sich nach der 20järigen Haft seinem jüngeren Bruder Ahmet wieder anzunähern. Doch der driftet immer weiter in seine eigene, paranoide Welt ab und verschanzt sich mit einem verletzten Hund in seiner Wohnung. Und dann ist da noch der dritte Bruder, der spurlos verschwunden ist…
Ein beunruhigender Politthriller, der Muster von Misstrauen und Verrat schildert, die nicht nur für eine immer autokratischer werdende Türkei gelten
Spezialpreis der Jury in Venedig

Eine Geschichte von drei Schwestern

TUR/DEU/NLD/GRC

2019

Emin Alper

Cemre Ebüzziya, Ece Yüksel, Helin Kandemir, Kayhan Açikgöz, Müfit Kayacan, Kubilay Tunçer

Drei Schwestern aus einem armen Dorf in Zentralanatolien werden in die Stadt geschickt: Die Jüngste, Hevva, kümmert sich um den Sohn der Pflegefamilie, der aber an einer schweren Krankheit stirbt. Die Mittlere, Nurhan, kommt bei einem Arzt unter, dessen Sohn Bettnässer ist. Vor Frust, Wut und Müdigkeit schlägt sie ihn. Die 20jährige Gulsah wird von einem Apothekerlehrling schwanger. Alle kehren zurück in die Heimat, Gulsah wird eiligst mit einem Schafhirten verheiratet – und im Mit- und Gegeneinander der Geschwister wie in der Auseinandersetzung mit der patriachalischen Tradition entfaltet sich ein Familien- und Gesellschaftsdrama mit so epischen wie märchenhaften Dimensionen: In den Geschichten, die an Wintertagen erzählt werden, wie in den eindringlichen Bildern der anatolischen Landschaft wird das Gespür für Kultur und Seelenleben der Protagonisten erlebbar. Der Film wurde auf den Festivals in Istanbul und Sarajevo mehrfach ausgezeichnet.

Schwarze Katze, Weisser Kater

F/D/YU

1997

Emir Kusturica

Bajram Severdzan, Florijan Ajdini, Srdan Todorovic, Sabri Sulejmani

Ein Loblied auf die Lebenslust! Für dieses groteske Zigeunermärchen erhielt der 1955 in Sarajewo geborene Regisseur Emir Kusturica in Venedig einen „Silbernen Löwen“: Der Zigeuner Matko lebt vom Schwarzhandel mit den Russen. Für seinen ersten ganz großen Coup fehlt ihm jedoch das nötige Startkapital. Der Gangster Dadan erklärt sich bereit, ihm zu helfen – allerdings legt er Matko herein. Und obendrein verlangt der skrupellose Dadan auch noch einen „Schadenersatz“! Matkos Sohn Zare soll Dadans jüngste Schwester Ladybird heiraten. Zwar liebt eine Zare andere, dennoch werden er und Ladybird zur Heirat gezwungen. Am Ende kommt jedoch alles ganz anders … Kusturica drehte mit SCHWARZE KATZE, WEISSER KATER seinen opulentesten und skurrilsten Film, der mit seinen schrägen Typen eine Hommage an Fellini sein könnte.

Super-8 Stories

BRD/I

2001

Emir Kusturica

Ein Dokumentarfilm, der über Musik spricht. Musik, die über eine Welt spricht – die wilde, verrückte, kreative, dramatische Welt des Balkans. Der Film verfolgt die Ursprünge dieser rasenden und unwiderstehlichen Musik, die manche Balkanpunk nennen. Musik, die durch die Filme von Emir Kusturica, insbesondere SCHWARZE KATZE, WEISSER KATER, bekannt und beliebt wurde. Protagonist des Films ist die Punkband No Smoking Orchestra, die vor zwanzig Jahren „als alles noch bevorstand“ in Sarajevo gegründet wurde. Einer wilden Horde von musikalischen Zigeunern gleich, die Rock’n Roll, Punk, Polka und den Folk des Balkan mit Teufelsgeigen und Blechbläsern mischen, hat die Band inzwischen einen ähnlichen Kultstatus wie die Leningrad Cowboys erreicht. Aus der bunten Collage von privaten Super-8 Filmen, Fernseharchivbildern und den Konzertmitschnitten entstand nicht nur ein mitreißender Musikfilm, sondern auch die Geschichte des zerrütteten Balkans.

Time Of The Gypsies

Emir Kusturica

Davor Dujmovic, Bora Todorovic, Ljubica Adzovic

Perhan wächst in einer Roma-Siedlung am Stadtrand von Skopje auf. Die Großmutter sorgt für den elternlosen Jungen und seine Schwester, die durch ein verkrüppeltes Bein behindert ist. Als Perhan sich in die gleichaltrige Azra verliebt, heißt es Abschied nehmen von der friedlichen Welt der Kindheit. Denn Azras Mutter ist gegen die Verbindung ihrer Tochter mit dem mittellosen Taugenichts. So zieht Perhan mit dem Zigeunerbaron Ahmed und dessen Sippe in die Welt hinaus. In Mailand angekommen, muß Perhan erkennen, was hinter dem Reichtum des bewunderten Patriarchen steckt: Ahmed verdient sein Geld mit Kinderprostitution und -bettelei. In Perhan findet er zunächst einen gelehrigen Schüler, bis der Waisenjunge erkennen muß, daß er aufs Schlimmste hintergangen wurde. Eine Blutfehde beginnt, die immer weitere Kreise zieht. Time of the Gypsies ist eine filmische Odyssee Kusturicas, die in visionären, rauschhaften Bildern Wirklichkeit mit Märchen und Legenden der Roma verknüpft. Mit viel Poesie und verhaltenem Witz zeichnet er eine universelle Initiationsreise zwischen Tradition und Moderne, Verlust von Werten und wehmütiger Rückbesinnung, getragen von der großartigen Musik von Goran Bregovic.

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