Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

L’Chaim! – Auf das Leben!

DEU/NLD/ISR/FRA/BEL

2014

Elkan Spiller

Chaim Lubelski hatte bereits ein äußerst bewegtes und wildes Leben. So hat er einst nicht nur ein Dasein als Hippie gepflegt, sondern sich auch als Drogendealer in Afghanistan, London, Paris und Deutschland versucht, bevor er es schließlich zum Profi-Schachspieler in St. Tropez und zum erfolgreichen Geschäftsmann in New York gebracht hat. Als seine geliebte Mutter jedoch erkrankte, beschloss Chaim im Alter von 63 Jahren, zu ihr nach Antwerpen zu ziehen, um sich mit viel Hingabe um sie zu kümmern.
Regisseur Elkan Spiller ist Chaims Cousin und filmte das liebevolle und von herzlichen Sticheleien geprägte Zusammenleben der Holocaust-Überlebenden und ihres faszinierenden Sohnes, wobei auch die Vergangenheit der beiden näher beleuchtet wird.

Patrik 1,5

SWE

2008

Ella Lemhagen

Gustaf Skarsgård, Torkel Petersson, Thomas Ljungman

Göran und Sven haben fast alles, was sie brauchen: eine glückliche schwule Beziehung, ordentliche Jobs und ein nettes Haus. Zu ihrem Glück fehlt ihnen nur noch ein Kind. Und so beschließen sie, eins zu adoptieren. Was für die Adoptionsbehörde nur ein kleiner Tippfehler war, stellt sich für das Paar als Katastrophe heraus: Statt eines 1,5 Jahre alten süßen Babys bekommen sie den 15-jährigen Patrik. Der ist nicht nur rotzfrech, kleinkriminell und quasi unerziehbar – er hat auch was gegen Schwule. Zumindest am Anfang dieser schrägen schwedischen Komödie.

Just Friends

NLD

2018

Ellen Smit

Majd Mardo, Josha Stradowksi, Jenny Arean, Tanja Jess, Nazmiye Oral

Yad hat sein Medizinstudium geschmissen und kehrt aus Amsterdam in die holländische Kleinstadt zurück. Arztberuf oder akademische Laufbahn sind nichts für ihn, doch sein früherer Surflehrer-Job ist auch nicht mehr frei. Also verdingt er sich als Haushaltshilfe bei einer älteren Dame. Und lernt deren attraktiven Enkel Joris kennen. Und vielleicht schaffen es die beiden, mehr als nur Freunde zu werden…
Ein hinreißendes Paar zwischen lebensfreudigem Hedonismus und verbissenen Fitnessstudio-Besuchen, dazu einige herrlich skurrile Nebenfiguren: Diese rasant geschriebene romantische Komödie ist ein umwerfender queerer Sommerfilm.

Fia!

NOR

2004

Elsa Kvamme

„Mutti darf nicht traurig sein“, das will die achtjährige Fia. Sie schlüpft selbst in die Mutterrolle und stiehlt, um den Lebensunterhalt zu sichern. Immer mehr vergisst sich das Mädchen selbst. Dennoch scheint die Welt für sie in Ordnung – bis das Jugendamt sie in einer Pflegefamilie unterbringt. Ein kinderloses Paar kümmert sich nun rührend um Fia. Doch emotional ist sie hin- und hergerissen zwischen der Pflegefamilie und ihrer leiblichen Mutter. Unterstützung erfährt das Mädchen von ihrem Freund, dem Clown Bustric. Immer, wenn sie ihn braucht, ist er da. Das Mädchen hofft inständig, mit Bustrics Magie die Welt wieder in Ordnung bringen zu können.

Der Prinz und der Dybbuk

POL/DEU

2017

Elwira Niewiera, Piotr Rosołowski

Dokumentarfilm

Wer war Moshe Waks, der 1904 als Sohn eines armen jüdischen Schmiedes in der Ukraine geboren wurde und als Prinz Michał Waszyński 1965 in Italien starb? War er ein Wunderkind des Kinos, ein raffinierter Betrüger oder ein Mann, der filmische Illusion und Realität nicht auseinanderhalten konnte? Als Regisseur und Produzent von Hollywood-Filmen in Italien und Spanien schuf Waszyński über 40 Filme. Seine eigentliche Obsession aber galt dem Film DER DYBBUK, bei dem er 1937 Regie führte. Der Film beruht auf einer alten jüdischen Legende, in der eine junge Frau von dem Dybbuk-Geist ihrer ersten Liebe heimgesucht wird. DER DYBBUK gilt nicht nur als einer der geheimnisvollsten jiddischen Filme der Filmgeschichte, er spiegelt auch Waszyńskis ruheloses Leben mit vielen ungelüfteten Geheimnissen wider.

Ein faszinierendes Porträt eines menschlichen Chamäleons, das kontinuierlich Namen, Religion, Titel und Länder wechselte; auch, um seine jüdische Herkunft, auch, um seine Homosexualität zu verschleiern. In Venedig mit dem Goldenen Löwen als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet!

Chevalier Noir

FRA/IRN/DEU/ITA

2022

Emad Aleebrahim Dehkordi

Iman Sayad Borhani, Payar Allahyari, Masoumeh Beygi, Behzad Dorani

Die Geschichte zweier Brüder und einer Stadt, die ihre eigenen Kinder verschlingt: Iman und sein jüngerer Bruder Payar leben in Shemroon, einem Stadtteil im Norden von Teheran. Mit dem frühen Tod der Mutter gehen alle unterschiedlich um: Payar verfolgt eine Box-Karriere und kümmert sich um den kranken Vater, Iman aber gibt dem Vater die Schuld am verpfuschten Leben der Familie. Er nutzt seine Beziehungen, um in einen lukrativen Kleinhandel einzusteigen: Der Verkauf von Drogen an die Reichen und Privilegierten könnte sein Weg aus einem erdrückenden Leben sein, stürzt aber beide Brüder in ein ungewisses Schicksal.
CHEVALIER NOIR blickt auf einen im iranischen Kino selten zu sehenden Stoff: eine Generation neureicher junger Erwachsener in Teheran, die sich scheinbar freier von Zwängen und Unterdrückung bewegen kann.

Dirty Dancing

USA

1987

Emile Ardolino

Jennifer Grey, Patrick Swayze

Sommer 1963: Die USA befinden sich in einem Zustand der Unschuld. Frances Houseman, die aus einer reichen Familie stammt und von allen nur „Baby“ genannt wird, trifft im Familien-Sommerurlaub auf den Tanzlehrer Johnny. Dessen Tanzpartnerin wird von einem angehenden Elitestudenten schwanger; Baby hilft, das Geld für eine Abtreibung aufzubringen, und springt bei einem Tanzauftritt für sie ein. Im Schnelldurchgang muss sie die Figuren des Mambos lernen, wobei sie und Johnny sich über die sozialen Grenzen hinweg näherkommen.

DIRTY DANCING, der Überraschungshit im Kino und das Phänomen auf dem Videomarkt, ist mittlerweile ein Kultklassiker. Jennifer Gray als privilegierte Tochter aus gutem Haus und Patrick Swayze als proletarischer Tänzer – der Film thematisiert neben Liebe, Tanz und Erwachsenwerden auch Armut und Diskriminierung aufgrund des sozialen Status: „DIRTY DANCING erzählt also die Geschichte eines Klassenkampfes.“ (Die Filmanalyse, Wolfgang M. Schmitt)

We Are the Flesh

MEX/FRA

2016

Emiliano Rocha Minter

Noé Hernández, María Evoli, Diego Gamaliel, Gabino Rodríuez

Einsiedler Mariano in seiner postapokalyptischen Ruine gewährt den Geschwistern Lucio und Fauna Unterschlupf – sie müssen sich nur seinem Gesetz unterwerfen. Der Beginn einer ganzen Reihe von Grenzüberschreitungen und Tabubrüchen. Anstand und Sitte gehen vor die Hunde in dieser fiebrigen Mischung aus Psychodrama, Schockhorror und Mindfuck. Mariano zieht die Geschwister – und das Filmpublikum – in die tiefsten Tiefen seines rauschhaften Wahnsinns. Surreal, obszön, drastisch: ein radikales Regiedebüt, das „Fleischeslust“ ganz neu durchdekliniert – „eine extreme Fiesta von Inzest, Kannibalismus und explizitem Sex!“ (Variety)

The Ugly Stepsister

NOR/DNK/ROU/POL

2025

Emilie Blichfeldt

Lea Myren, Thea Sofie Loch Næss, Ane Dahl Torp, Isac Calmroth

Elvira konkurriert mit ihrer unglaublich schönen Stiefschwester Agnes: Sie tut alles, um die Aufmerksamkeit von Prinz Julian auf sich zu ziehen, der alle jungen Damen zu einem Ball geladen hat, um sich eine Braut auszusuchen.

„Wer schön sein will, muss leiden“, heißt es, und dieses schmerzhafte Bild von Schönheit zeichnet Emilie Blichfeldt in ihrem gefeierten, mehrfach ausgezeichneten Spielfilmdebüt nach: Nach Motiven der Aschenputtel-Geschichte, erzählt aus der Sicht der „bösen“ Stiefschwester, entwickelt sie einen satirischen und zugleich drastischen Body-Horror-Film, in dem Zähne, Nase und Augen auf sehr handfeste Weise korrigiert werden, um dem prüfenden Blick des Prinzen zu bestehen. „Geschliffenes Schauspiel und ein an Klassiker wie DREI HASELNÜSSE FÜR ASCHENBRÖDEL oder CINDERELLA erinnerndes Setting machen das subversive Spielfilm-Debüt zum makabren Meisterstück.“ (moviebreak.de)

Horizont

FRA

2021

Émilie Carpentier

Tracy Gotoas, Sylvain Le Gall, Niia, Clémence Boisnard.

Die 18-jährige Adja aus der Banlieue von Paris will vor allem Spaß haben und intensiv leben; sie sucht ihren Weg zwischen ihrer besten Freundin, einer Influencerin in den sozialen Netzwerken, und ihrem großen Bruder, einem erfolgreichen Fußballer. Der Kampf um ein landwirtschaftlich genutztes Gebiet, aus dem die Bauern vertrieben werden sollen für den Bau des größten Freizeitkomplexes Europas, mischt ihr unbeschwertes Leben auf. Zunächst verspottet sie mit ihrer Freundin die Umweltschutz-Gruppe, die das Ackerland besetzt, doch unter den Aktivisten ist Arthur, zu dem sie sich unleugbar angezogen führt – und sie entscheidet, sich dem Aufbegehren für eine bessere Zukunft anzuschließen.
Die rasant-charmante Geschichte um die erste Liebe zweier junger Menschen aus verschiedenen sozialen Hintergründen weitet sich zum vitalen Porträt einer Generation, die sich über ihr politisches und gesellschaftliches Engagement zusammenfindet, weil der Kampf für die Umwelt eine dringende Überlebensfrage ist. Der Film basiert auf dem realen Widerstand gegen das EuropaCity-Projekt im Pariser Norden und entstand in engem Austausch mit Jugendlichen aus den Pariser Randbezirken.

Irgendwann werden wir uns alles erzählen

DEU/FRA

2023

Emily Atef

Marlene Burow, Felix Kramer, Cedric Eich, Silke Bodenbender, Christine Schorn, Jördis Triebel.

Sommer 1990 in Thüringen. Maria, bald 19, hat keine Lust auf Schule, versenkt sich in Dostojewsky-Romanen. Sie lebt bei der Familie ihres Freundes auf einem Bauernhof, das Wetter ist schön, die Zukunft trübe. Irgendwann trifft sie den 40jährigen Eigenbrötler Henner vom Nachbarhof, er berührt sie, und sie beginnen eine Amour fou, wild, leidenschaftlich, begehrend, archaisch, übermächtig…
Emily Atef (DREI TAGE IN QUIBERON, 2018, MEHR DENN JE, 2022) verfilmte Daniela Kriens Bestseller-Roman mit großartigem Ensemble in starken, atmosphärischen Bildern: Eine körperlich-sinnliche Liebesbeziehung ohne Zukunft in einem Land ohne Zukunft: „Ein Film, der durch seine authentische Zeichnung der ausklingenden DDR beeindruckt.“ (Thüringer Allgemeine)

Abluka - Jeder misstraut jedem

Emin Alper

Mehmet Özgür, Berkay Ates, Tülin Özen, Müfit Kayacan, Ozan Akbaba

Die Endzeit einer Gesellschaft: Istanbul wird von heftigen politischen Unruhen erschüttert und versinkt im Chaos. In dieser brenzligen Situation bietet der hochrangige Polizist Hamza dem inhaftierten Kadir die vorzeitige Entlassung an – unter einer Bedingung: Er muss als Spitzel in Müllmann-Tarnung auf den Straßen Hinweise auf verdächtiges Verhalten aufspüren. Zugleich versucht Kadir vorsichtig, sich nach der 20järigen Haft seinem jüngeren Bruder Ahmet wieder anzunähern. Doch der driftet immer weiter in seine eigene, paranoide Welt ab und verschanzt sich mit einem verletzten Hund in seiner Wohnung. Und dann ist da noch der dritte Bruder, der spurlos verschwunden ist…
Ein beunruhigender Politthriller, der Muster von Misstrauen und Verrat schildert, die nicht nur für eine immer autokratischer werdende Türkei gelten
Spezialpreis der Jury in Venedig

Eine Geschichte von drei Schwestern

TUR/DEU/NLD/GRC

2019

Emin Alper

Cemre Ebüzziya, Ece Yüksel, Helin Kandemir, Kayhan Açikgöz, Müfit Kayacan, Kubilay Tunçer

Drei Schwestern aus einem armen Dorf in Zentralanatolien werden in die Stadt geschickt: Die Jüngste, Hevva, kümmert sich um den Sohn der Pflegefamilie, der aber an einer schweren Krankheit stirbt. Die Mittlere, Nurhan, kommt bei einem Arzt unter, dessen Sohn Bettnässer ist. Vor Frust, Wut und Müdigkeit schlägt sie ihn. Die 20jährige Gulsah wird von einem Apothekerlehrling schwanger. Alle kehren zurück in die Heimat, Gulsah wird eiligst mit einem Schafhirten verheiratet – und im Mit- und Gegeneinander der Geschwister wie in der Auseinandersetzung mit der patriachalischen Tradition entfaltet sich ein Familien- und Gesellschaftsdrama mit so epischen wie märchenhaften Dimensionen: In den Geschichten, die an Wintertagen erzählt werden, wie in den eindringlichen Bildern der anatolischen Landschaft wird das Gespür für Kultur und Seelenleben der Protagonisten erlebbar. Der Film wurde auf den Festivals in Istanbul und Sarajevo mehrfach ausgezeichnet.

Schwarze Katze, Weisser Kater

F/D/YU

1997

Emir Kusturica

Bajram Severdzan, Florijan Ajdini, Srdan Todorovic, Sabri Sulejmani

Ein Loblied auf die Lebenslust! Für dieses groteske Zigeunermärchen erhielt der 1955 in Sarajewo geborene Regisseur Emir Kusturica in Venedig einen „Silbernen Löwen“: Der Zigeuner Matko lebt vom Schwarzhandel mit den Russen. Für seinen ersten ganz großen Coup fehlt ihm jedoch das nötige Startkapital. Der Gangster Dadan erklärt sich bereit, ihm zu helfen – allerdings legt er Matko herein. Und obendrein verlangt der skrupellose Dadan auch noch einen „Schadenersatz“! Matkos Sohn Zare soll Dadans jüngste Schwester Ladybird heiraten. Zwar liebt eine Zare andere, dennoch werden er und Ladybird zur Heirat gezwungen. Am Ende kommt jedoch alles ganz anders … Kusturica drehte mit SCHWARZE KATZE, WEISSER KATER seinen opulentesten und skurrilsten Film, der mit seinen schrägen Typen eine Hommage an Fellini sein könnte.

Super-8 Stories

BRD/I

2001

Emir Kusturica

Ein Dokumentarfilm, der über Musik spricht. Musik, die über eine Welt spricht – die wilde, verrückte, kreative, dramatische Welt des Balkans. Der Film verfolgt die Ursprünge dieser rasenden und unwiderstehlichen Musik, die manche Balkanpunk nennen. Musik, die durch die Filme von Emir Kusturica, insbesondere SCHWARZE KATZE, WEISSER KATER, bekannt und beliebt wurde. Protagonist des Films ist die Punkband No Smoking Orchestra, die vor zwanzig Jahren „als alles noch bevorstand“ in Sarajevo gegründet wurde. Einer wilden Horde von musikalischen Zigeunern gleich, die Rock’n Roll, Punk, Polka und den Folk des Balkan mit Teufelsgeigen und Blechbläsern mischen, hat die Band inzwischen einen ähnlichen Kultstatus wie die Leningrad Cowboys erreicht. Aus der bunten Collage von privaten Super-8 Filmen, Fernseharchivbildern und den Konzertmitschnitten entstand nicht nur ein mitreißender Musikfilm, sondern auch die Geschichte des zerrütteten Balkans.

Time Of The Gypsies

Emir Kusturica

Davor Dujmovic, Bora Todorovic, Ljubica Adzovic

Perhan wächst in einer Roma-Siedlung am Stadtrand von Skopje auf. Die Großmutter sorgt für den elternlosen Jungen und seine Schwester, die durch ein verkrüppeltes Bein behindert ist. Als Perhan sich in die gleichaltrige Azra verliebt, heißt es Abschied nehmen von der friedlichen Welt der Kindheit. Denn Azras Mutter ist gegen die Verbindung ihrer Tochter mit dem mittellosen Taugenichts. So zieht Perhan mit dem Zigeunerbaron Ahmed und dessen Sippe in die Welt hinaus. In Mailand angekommen, muß Perhan erkennen, was hinter dem Reichtum des bewunderten Patriarchen steckt: Ahmed verdient sein Geld mit Kinderprostitution und -bettelei. In Perhan findet er zunächst einen gelehrigen Schüler, bis der Waisenjunge erkennen muß, daß er aufs Schlimmste hintergangen wurde. Eine Blutfehde beginnt, die immer weitere Kreise zieht. Time of the Gypsies ist eine filmische Odyssee Kusturicas, die in visionären, rauschhaften Bildern Wirklichkeit mit Märchen und Legenden der Roma verknüpft. Mit viel Poesie und verhaltenem Witz zeichnet er eine universelle Initiationsreise zwischen Tradition und Moderne, Verlust von Werten und wehmütiger Rückbesinnung, getragen von der großartigen Musik von Goran Bregovic.

Lesbian Space Princess

AUS

2024

Emma Hough Hobbs, Leela Varghese

Animationsfilm

Saira, die Tochter der lesbischen Königinnen des Planeten Clitopolis, ist am Boden zerstört. Die Kopfgeldjägerin Kiki, ihre Freundin, hat mit ihr Schluss gemacht. Saira sei zu anhänglich. Doch als Kiki von den Straight White Maliens entführt wird, muss sie ihre Ängste überwinden und ihren Heimatplaneten zum ersten Mal verlassen. In einem klapprigen Raumschiff begibt sie sich auf eine intergaylaktische Mission, aber es bleiben nur 24 Stunden, um Kiki zu retten.

Eine humorvolle, krawallige und bonbonbunte animierte Abenteuerreise durch die Weiten des queeren Weltraums. LESBIAN SPACE PRINCESS gewann den Teddy-Award für den besten queeren Spielfilm auf der Berlinale 2025.

Liebesfilm

DEU

2018

Emma Rosa Simon, Robert Bohrer

Eric Klotzsch, Lana Cooper, Gerdy Zint, Hartmut Becker, Sabine Vitua

Lenz ist ein Tagträumer, charmant, phantasievoll und – wie es sich für einen Dreißigjährigen in Berlin gehört – radikal entscheidungsunfähig. Nach einer durchfeierten Nacht wacht Lenz ziemlich derangiert neben Ira auf. Lenz ist verliebt. Ira auch. Es beginnt der Sommer der Liebe: herumalbernd durch die Berliner Nacht, Bier am Kanal, Gespräche über Sex und Kindheit. Alles ist wunderschön. Bis Ira diese eine, alles verändernde Frage stellt: „Willst Du eigentlich Kinder?“ Und dann tut Lenz das, was er am besten kann, wenn es kompliziert wird. Er macht sich aus dem Staub. Eine einfache Geschichte? Vielleicht. Auf jeden Fall aber mit unglaublicher Verve erzählt. Strotzend vor Einfallsreichtum. Mit hoch energiegeladenen Darstellern. Mitunter surreal. Für die Süddeutsche Zeitung ein Highlight des letztjährigen Münchner Filmfests. Kein Wunder, dass ab und an Personen der Zeitgeschichte in die Handlung eingreifen.

Wie im echten Leben - Ouistreham

FRA

2022

Emmanuel Carrère

Juliette Binoche, Hélène Lambert, Léa Carne, Emely Madeleine

Marianne, renommierte Schriftstellerin, gibt den Komfort der Pariser Kulturelite auf und reist in die nordfranzösische Hafenstadt Caen, wo das Wetter launisch ist, das Leben rau und die Arbeit prekär. Um in die wirkliche Welt der sozial Untenstehenden einzutauchen, beginnt sie als Putzfrau auf einer Fähre zu arbeiten, dreckige Schinderei, blöde Sprüche und unfaire Behandlung inklusive. Ein Doppelleben auf Zeit aus gesicherter Position: Der Ausflug in Plackerei und Armut soll Ausgangspunkt für ein Buchprojekt sein.
Juliette Binoche als Putzkraft mit doppeltem Boden überzeugt zusammen mit dem umwerfenden und humorvollen Darstellerinnen-Ensemble, das Emmanuel Carrère für seinen Film versammelt hat. Nach einer wahren Geschichte zeigt er Leid und Liebe einer echten Arbeits-Gemeinschaft.
Einführung: Christian Lohse, Cinema Quadrat & Cosima Besse, Institut Français Mannheim

En fanfare / Die leisen und die großen Töne

FRA

2024

Emmanuel Courcol

Benjamin Lavernhe, Pierre Lottin, Sarah Suco, Jacques Bonnaffé

Der Star-Dirigent Thibaut erleidet einen gesundheitlichen Notfall und ist auf die Hilfe eines nahen Verwandten angewiesen. Gerettet wird er von seinem Bruder Jimmy, den er bis vor Kurzem noch gar nicht kannte. Angetrieben von Thibauts Dankbarkeit bauen die verlorenen Brüder eine Beziehung auf. Die Liebe zur Musik ist eine Gemeinsamkeit, aber der Klassenunterschied zwischen einem berühmten Dirigent und einem Posaunist in einem Arbeiter-Orchester lassen sich nicht leicht überwinden.

Emmanuel Courcol, der als Schauspieler begann und immer noch aktiv ist, beweist sich bereits zum zweiten Mal als erstklassiger Regisseur und Autor. Bereits mit UN TRIOMPHE war Courcol Teil der Cinéfête, nun legt er mit EN FANFARE nochmal zu. Seine musikalische Geschichte über zwei Brüder, die nach einer sehr unterschiedlichen Vergangenheit zusammenfinden, lief 2024 in Cannes und stand wochenlang an der Spitze der deutschen Arthouse-Charts.

Monatsprogramme PDF

Open Air

[ti_openair]
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner