Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

In Liebe lassen

FRA

2021

Emmanuelle Bercot

Benoît Magimel, Catherine Deneuve, Cécile de France, Gabriel Sara

Schauspiellehrer Benjamin hilft seinen Schülern, zu ihren innersten Gefühlen und Ängsten vorzudringen und sie kreativ einzusetzen. Dem 40-Jährigen selbst gelingt dies nicht, als er erfährt, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist. Er verweigert sich und nimmt die unbeholfenen Hilfsangebote seiner übertrieben fürsorglichen Mutter nur widerwillig an. Erst durch ihren Kontakt zu dem renommierten Onkologen Dr. Eddé und seiner Assistentin Eugénie schafft es Benjamin, sich seiner Krankheit zu stellen.
Emmanuelle Bercot konzipierte den Film speziell für ihre Schauspielstars Benoît Magimel und Catherine Deneuve – und lässt den Arzt von einem Laiendarsteller spielen: der tatsächliche Onkologe Dr. Gabriel Sara verwurzelt das Filmdrama in der Realität.
Referentinnen: Brigitte Pahlke (Bensheim) und Christine Linkert (Frankfurt)

Les filles de l’escadron bleu

FRA

2019

Emmanuelle Nobécourt

Im Juli 1945 übernimmt eine Gruppe junger Französinnen eine riskante Mission: Unter dem Spitznamen L’escadron bleu bilden sie eine mobile Einheit des französischen Roten Kreuzes, um die Rückkehr französischer Soldaten aus dem zerstörten europäischen Kontinent zu koordinieren. Unter den mutigen Frauen: die Ärztin Madeleine Pauliac, die sich mit zehn Krankenschwestern auf den Weg nach Warschau machte, um dort in einem Hospital französische Zwangsarbeiter und Insassen von Konzentrationslagern zu versorgen. Und die schon auf dem Weg nach Osten Überlebende aus Dachau und Buchenwald in langen Hin- und Herfahrten zurück nach Frankreich transportierte.
In Kooperation mit dem Institut Français Mannheim; mit freundlicher Unterstützung der Französischen Filmtage Tübingen/Stuttgart
Produzent, Drehbuchautor und Protagonist Philippe Maynial, Neffe von Madeleine Pauliac, wird bei dieser Matinee-Veranstaltung anwesend sein.

Novena

PAR/NL

2011

Enrique Collar

Juan de Dios Collar

Nach dem Tod der Großmutter kehrt der Regisseur Collar in sein Heimatdorf zurück. Während der neuntägigen katholischen Trauerzeit begleitet er seinen Onkel Juan. Als ältester Bruder seines verstorbenen Vaters wurde er in jungen Jahren unfreiwillig Familienoberhaupt. Alternativen? Keine. Er wollte Dichter und Denker sein, doch damit konnte er die Familie nicht durchbringen. So schmerzlich der Verlust der Mutter ist, er öffnet Juan neue Perspektiven. Warum nicht fortgehen und das ärmliche Leben auf dem Land hinter sich lassen. Neu anfangen, z.B. als Gastarbeiter in Buenos Aires? Collar zeichnet ein bildstarkes Porträt über das bittersüße Gefühl des Abschieds. 1983 malte er sein Bild „Novenario“. Dessen filmische Adaption ist ein feinfühliges fotografisches Meisterwerk mit der Ruhe und Lebendigkeit eines Gemäldes. Enrique Collar, 1964 Paraguay geboren, hat an der Escuela Nacional de Bellas Artes Manuel Belgrano in Buenos Aires studiert. Er ist Maler, Drehbuchautor und Regisseur und produzierte Kurz- und Dokumentarfilme. NOVENA ist sein zweiter Spielfilm, der u.a. 2010 den SICA Award als bester lateinamerikanischer Film in Mar del Plata und 2011 den Preis der Jury beim Babel Film Festival gewann.

El Baño Del Papa - Das große Geschäft

URG

2007

Enrique Fernández

César Troncoso, Virginia Méndez, Virginia Ruiz

Beto lebt mit Frau und Tochter im verschlafenen Melo im Nordosten Uruguays. Seinen Lebensunterhalt verdient er mit waghalsigen Schmuggeltouren. Eines Tages sagt Papst Johannes Paul II. seinen Besuch an. Das dürfte nicht nur der Seele gut tun, da ist auch ein großes Geschäft zu machen. Fortan haben die Einwohner von Melo nur noch den Deal im Sinn: der riesigen Volksmenge, die den Papst empfangen wird, Sandwichs und Getränke zu verkaufen. Anders Beto: Er überlegt sich, vor seinem Haus ein kostenpflichtiges Klo zu bauen: Mal müssen muss man schließlich immer. Das skurrile Abenteuer des Toilettenbaus beginnt…

Die Vampire des Dr. Dracula

ESP/DEU

1968

Enrique López Eguiluz

Paul Naschy, Manuel Manzaneque, Dyanik Zurakowska, Julian Ugarte

Achtung: Wer hier Dracula sucht, wird enttäuscht. Tatsächlich handelt es sich bei LA MARCA DEL HOMBRE LOBO, so der Originaltitel, um Paul Naschys ersten Auftritt als Wolfsmensch Waldemar Daninsky, gedreht im Hi-Fi Stereo 70mm 3D-Format. Fast 60 Jahre nach ihrer Entstehung ist diese seltene Perle des europäischen Horrorfilms nun endlich wieder in 3D zu bestaunen, wenn auch nur in der kürzeren US-Fassung.

Daninsky, ein polnischer Graf, wird bei der Jagd auf einen wiedererweckten Werwolf von der Bestie gebissen und verfällt dadurch selbst dem Fluch der Lykanthropie. Auf der Suche nach einer Heilung wendet er sich verzweifelt an den Spezialisten Dr. Mikhelov und seine Frau. Diese sind in Wirklichkeit jedoch zwei Vampire und verfolgen ihre eigenen düsteren Absichten. Daninskys einzige Chance im Kampf gegen die Blutsauger: den Werwolf in sich selbst zu entfesseln…

A Symphony of Noise – Matthew Herbert’s Revolution

DEU

2001

Enrique Sánchez Lansch

Das Geräusch eines Zahns, der gezogen wird, Geburt und Aufzucht eines Schweins, eine Schwimmerin, der den Ärmelkanal durchquert. Was hört ein Baum im Wald? Wie klingt es, wenn man eine Trompete frittiert – und was sagt das über den Brexit aus? Matthew Herbert, Electronic-DJ und -produzent, erforscht, wie die Welt klingt – und wie man aus Alltag Klänge, aus Klängen Musik machen kann. Ein Film darüber, wie Musik erweitert und ganz neu erlebt werden kann. Beispielsweise in einem Geräusch-Konzert im Berghain – eine reichlich fantastische Erfahrung!

Pol Pot Dancing

DEU/NOR

101

Enrique Sánchez Lansch

Dokumentarfilm

Vom Tänzer zum Diktator: Im Königspalast von Kambodscha zog die Startänzerin Chea Samy liebevoll den kleinen Bruder ihres Mannes auf, als wäre er ihr eigener Sohn. Erst Jahrzehnte später, als Zwangsarbeiterin unter der Herrschaft der Roten Khmer, erfuhr sie, dass ihr Pflegesohn niemand anderes ist als der Diktator Pol Pot. Trotz des Terrors der Roten Khmer, die zwischen 1975 und 1979 rund ein Viertel der kambodschanischen Bevölkerung ermordeten und den klassischen kambodschanischen Tanz fast völlig ausrotteten, überlebte Chea Samy und widmete sich fortan der Ausbildung hunderter traumatisierter junger Mädchen zu Tänzerinnen.

Enrique Sánchez Lanschs Film begibt sich auf eine filmische und tänzerische Spurensuche in das dunkelste Kapitel der Geschichte Kambodschas. Er erzählt den Werdegang Pol Pots über seine Verbindung zum Tanz und zeichnet zugleich das Porträt einer starken Frau, die niemals aufgibt.

Lemon Tree

ISR

2008

Eran Riklis

Hiam Abbass, Tarik Kopty

Salma Zidane lebt in einem kleinen Palästinenserdorf in der Westbank. Als der israelische Verteidigungsminister auf der anderen Seite der „grünen Linie“ ein Haus baut, geraten Selmas Zitronenbäume ins Visier der Personenschützer. Die Bäume könnten Terroristen verbergen. Auf jeden Fall stehen sie den Sicherheitsbedürfnissen des Ministers im Weg. Aber die Bäume sind auch Salmas Familiengeschichte. Also wird sie kämpfen – und zwar bald nicht mehr allein: Die Frau des erteidigungsministers, seit dem politischen Aufstieg ihres Mannes immer einsamer und unglücklicher, fühlt sich, je länger der ungleiche Kampf zwischen ihrem Mann und der Nachbarin andauert, immer stärker zu Salma hingezogen. Ein unsichtbares Band verbindet die beiden Frauen, und dieses wird den Minister bald noch mehr stören als die Bäume!

Vulcan Junction

IL

1999

Eran Riklis

Oren Shabo, Tomer Sharon, Yael Hadar

Neun Tage im Leben von sechs jungen Israelis, die vor Entscheidungen mit großer Tragweite stehen. Die letzten neun Tage vor dem 6. Oktober 1973, an dem Syrien und Ägypten Israel den Krieg erklärten. Michael und Danny sind die Bandleader der Rockgruppe „Genetic Code“ und träumen davon, mit ihrer Musik die Welt zu erobern. Vorläufig beschränkt sich ihre Berühmtheit jedoch auf die kleine Kneipe „Vulcan Junction“. Dieses Lokal atmet den Geist seines Besitzers Jimmy, eines amerikanischen Juden, Vietnam-Veteranen und alt gewordenen Rockers, der sich hier am Ende seiner wilden Jahre niedergelassen hat. Dalia träumt von einem Aufbruch nach Tel Aviv, wo sie für eine linke politische Wochenzeitung arbeiten möchte. Vorläufig jedoch hat sie Beziehungsstress mit ihrem Freund Avi, einem begnadeten Fußballer, der im Begriff steht zu Ajax Amsterdam zu wechseln. Neun Tage, sechs Menschen, Rock’n Roll: VULCAN JUNCTION untersucht die Naivität, Unschuld und Ahnungslosigkeit des Israels von 1973, die mit dem Überraschungsangriff der arabischen Nachbarn wie eine Seifenblase platzte.

Wer wir gewesen sein werden

DEU

2022

Erec Brehmer, Angelina Zeidler

Eine Geschichte über Identität nach dem Verlust eines geliebten Menschen: Für den Filmemacher Erec Brehmer bricht eine Welt zusammen, als seine langjährige Lebensgefährtin Angelina Zeidler bei einem gemeinsamen Verkehrsunfall stirbt. Mithilfe von Amateuraufnahmen, Sprachnachrichten, Tagebucheinträgen und gemeinsam gehörter Musik begibt er sich auf die Suche nach Orten und Situationen, in denen er seiner verstorbenen Freundin wiederbegegnen kann. So entsteht nicht nur ein kraftvolles, authentisches Dokument einer Trauerbewältigung, sondern auch eine sinnliche Aufforderung an das Leben. „Eine bittersüß-poetische und schmerzhaft persönliche Collage einer jäh beendeten Liebe. Der Film ist ehrlich bis auf die Knochen, bisweilen niederschmetternd, und schafft es doch, leisen Trost zu erzeugen – dies völlig kitschbefreit.“ (artechock.de)
Wir zeigen den Film, der im Juli erfolgreich bei uns lief, erneut anlässlich des Welthospiztages am 8. Oktober.

Born to Fake

DEU

2025

Erec Brehmer, Benjamin Rost

Dokumentarfilm

LSD-mäßiger Rausch durch das Lecken einer Kröte – kurdische Bombenbauer – Flüchtlingsschlepper – ein Katzenjäger – der deutsche Ku-Klux-Klan: Michael Born hat die heißen Eisen seiner Zeit angepackt, Berichte geliefert aus einem Untergrund, von dem keiner wusste und den alle kennenlernen wollten. Nur, dass das alles gar nicht wahr war. Vornehmlich für Stern-TV hat Born ab 1990 viele Beiträge schlicht gefälscht; 1996 kam der Skandal raus, Born wanderte ins Gefängnis. Erec Brehmer und Benjamin Rost porträtieren so unterhaltsam wie tiefgehend diesen Fake-Produzenten, der 2019 verstorben ist. Und es ist klar: Die Fragen über die Wahrheit der Bilder und die Wahrheit der Medien, über Anstand und das Selbstverständnis derer, die uns die Welt erklären, die sind auch heute noch lange nicht beantwortet.

Haymatloz - Exil in der Türkei

DEU

2016

Eren Önsöz

"Haymatloz" – was sich anhört wie ein HipHop-Graffiti, ist tatsächlich der Begriff, den türkische Behörden in die Pässe deutscher Exilanten in den Zeiten des NS-Regimes schrieben. "Haymatloz": Das war die Möglichkeit eines sicheren Lebens in der Türkei. Die war in den 1930ern in großem Umbruch begriffen. Kemal Atatürk lud hunderte vornehmlich jüdische Professoren in die Türkei ein, um seine gesellschaftlichen Reformen umzusetzen; Menschen, die ansonsten mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Holocaust zum Opfer gefallen wären. Insbesondere das Hochschulsystem war stark geprägt vom deutschen Einfluss, der Zuzug mitteleuropäischer Intellektueller prägte mit dem großen Wissenstranfer, der mit ihnen einherging, das gesamte kulturelle Leben. Diese deutsche Exilgeschichte in Richtung Türkei ist ein heute vergessenes Kapitel der Beziehungen der beiden Länder. In HAYMATLOZ begleitet Regisseurin Önsöz fünf Nachfahren dieser Professoren und stellt die Frage nach dem Einfluss in den Wissenschaften, in Kunst und Architektur: ein Erbe, das noch heute in der Türkei sichtbar ist.

Frühes Versprechen – La promesse de l'aube

FRA

2017

Eric Berbier

Charlotte Gainsbourg, Pierre Niney, Didier Bourdon, Jean-Pierre Darroussin, Catherine McCormack

Romain Gary ist bis heute einer der erfolgreichsten französischen Schriftsteller: Als einziger erhielt er den französischen Literaturpreis Prix Goncourt gleich zweimal. Sein autobiographischer Roman „Frühes Versprechen“ von 1960 – in Deutschland zunächst als „Erste Liebe – Letzte Liebe“ veröffentlicht – ist in Frankreich Schullektüre. Gary schildert sein vielfältiges Leben von der Herkunft in einer russisch-jüdischen Familie in Vilnius bis zum Diplomaten, von seiner Kreativität als Autor bis zu seinen Einsätzen in der Résistance und als Weltkriegspilot. Vor allem aber geht es um die Beziehung zu seiner Mutter Nina, die anstrengend und liebevoll, verrückt, dominant und überschwänglich von ihrem Sohn nicht weniger als Wundertaten erwartet. Und Romain Gary wird alles daran setzen, die Träume seiner Mutter zu erfüllen.
Einfuhrung: Daniela Kuschel, Romanisches Seminar der Universität Mannheim

Wir Eltern

CHE

2019

Eric Bergkraut, Ruth Schweikert

Elisabeth Niederer, Eric Bergkraut, Elia Bergkraut, Ruben Bergkraut, Orell Bergkraut.

In dieser unverschämt realistischen Familienkomödie glaubt das Elternpaar Kamber-Gruber, alles richtig gemacht zu haben. Doch die 19-jährigen Zwillingssöhne fordern mit konsequenter Verweigerungshaltung das Familiensystem heraus – weder Punktelisten noch Strafen beeindrucken die Brut, lässig spielen Anton und Romeo die überlasteten Eltern gegeneinander aus. Als die Söhne von ihrem Großvater einen generösen Erbvorschuss als Geburtstagsgeschenk erhalten, ziehen die Eltern die Notbremse – und aus dem gemeinsamen Haushalt aus.
Die Darsteller dieser umwerfend komischen Homestory sind, bis auf Elisabeth Niederer als Mutter, im echten Leben eine Familie, die wahre Mutter Ruth Schweikert schrieb zusammen mit Ehemann Eric Bergkraut das Drehbuch und führte Regie. Mittendrin im Familienchaos, zwischen Pizzakartons und Wäschebergen, geben echte Erziehungsexperten kluge Ratschläge für herausgeforderte Eltern.

À la Carte! Freiheit geht durch den Magen

FRA

2021

Éric Besnard

Gadebois, Isabelle Carré, Benjamin Lavernhe, Guillaume de Tonquédec

Frankreich 1789. Manceron, begnadeter Koch, arbeitet für den Herzog Chamfort – der Adel schwelgt in seinen Kreationen wie Schwanenragout oder gebackene Täubchen. Eines Tages lässt der eigenwillige Küchenchef seine Fantasie spielen und tischt den herzöglichen Gästen eine Köstlichkeit aus der niedrigsten aller Zutaten auf – der Kartoffel. Skandal! Nach seinem Rausschmiss erwartet Manceron im heimischen Bauernhof nichts als die Aussicht, staubigen Reisenden Bouillon und Brot zu servieren – bis Louise erscheint: Sie will in die Kochkunst eingeführt werden. Ihr sinnlicher Umgang mit Kräutern, Waldbeeren und Trüffeln schlägt Manceron in den Bann. Als der Herzog seinen Besuch ankündigt, strengt sich Louise bei den Vorbereitungen besonders an…
Éric Besnard (BIRNENKUCHEN MIT LAVENDEL) erzählt höchst sinnlich und in opulenten Bildern von der Erfindung des Restaurants als Stätte von Gemeinschaft und Genuss am Vorabend der Revolution.
Einführung: Cosima Besse, Institut Français Mannheim

À la Carte! Freiheit geht durch den Magen - Délicieux

FRA

2021

Éric Besnard

Grégory Gadebois, Isabelle Carré, Benjamin Lavernhe, Guillaume de Tonquédec

Frankreich 1789. Manceron, begnadeter Koch, arbeitet für den Herzog Chamfort – der Adel schwelgt in seinen Kreationen wie Schwanenragout oder gebackene Täubchen. Eines Tages lässt der eigenwillige Küchenchef seine Fantasie spielen und tischt den herzöglichen Gästen eine Köstlichkeit aus der niedrigsten aller Zutaten auf – der Kartoffel. Skandal! Nach seinem Rausschmiss erwartet Manceron im heimischen Bauernhof nichts als die Aussicht, staubigen Reisenden Bouillon und Brot zu servieren – bis Louise erscheint: Sie will in die Kochkunst eingeführt werden. Ihr sinnlicher Umgang mit Kräutern, Waldbeeren und Trüffeln schlägt Manceron in den Bann. Als der Herzog seinen Besuch ankündigt, strengt sich Louise bei den Vorbereitungen besonders an…
Éric Besnard (BIRNENKUCHEN MIT LAVENDEL) erzählt höchst sinnlich und in opulenten Bildern von der Erfindung des Restaurants als Stätte von Gemeinschaft und Genuss am Vorabend der Revolution.
Einführung: Cosima Besse, Institut français Mannheim

Louise Violet / Louise und die Schule der Freiheit

FRA

2024

Éric Besnard

Alexandra Lamy, Grégory Gadebois, Jérôme Kirchner, Jérémy Lopez

Im Frankreich des späten 19. Jahrhunderts geht ein Beben durchs Land. In Paris wird beschlossen, die landesweite Schulpflicht einzuführen. Die ambitionierte Lehrerin Louise Violet trifft in einem kleinen ländlichen Dorf ein, um dort den Kindern Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen. Doch bevor sie damit beginnen kann, muss sie den verärgerten Eltern erklären, warum Bildung wichtig für die Zukunft ihrer Kinder ist.

Eine Welt ohne das elementare Grundschulwissen können wir uns in Europa heute gar nicht mehr vorstellen, doch vor kaum 150 Jahren war geistige Bildung ein Privileg, das nur GroßstadtbewohnerInnen vorbehalten war. Trotz (oder gerade wegen) der schier unendlichen Informationen der modernen Welt wächst das Misstrauen zwischen den Menschen heute wieder. LOUISE VIOLET ist ein Plädoyer für das gegenseitige Entgegenkommen auf dem Weg in die Zukunft.

Frozen Angels

DEU

2005

Eric Black

„Es ist in Kalifornien leichter, eine Samenbank zu eröffnen als eine Pizzeria“, meint Talk-Radio-Moderator Bill Handel. Er muss es wissen, ist er doch auch Inhaber der weltgrößten Agentur für Leihmütter und Eizellenspenderinnen. FROZEN ANGELS erzählt von Menschen, die Pioniere eines neuen Zeitalters sind – Protagonisten und Nebendarsteller einer bestens organisierten Traumfabrik, die uns perfekt modellierte Kinder verheisst, Designer Babies eben. Wissenschaftler, Juristen, Eizellenspenderinnen, Leihmütter, Samenbankdirektoren, unfruchtbare Paare, renitente Wunschkinder – sie alle erlauben den Einblick in eine Zukunft, die längst begonnen hat. Los Angeles, die Stadt des immerwährenden Versprechens, bildet dabei die beeindruckende Kulisse für die verschiedenen Menschen und Geschichten zwischen Zukunftshoffnungen und Albtraum. Bei Themen wie Genmanipulation und Auslese wird Bill Handel, der seine Großeltern im Holocaust verloren hat, allerdings hellhörig: Das klingt ihm verdächtig nach Eugenik. Wie allerdings die Geister, die er rief, wieder loszuwerden sind, weiß er auch nicht. FROZEN ANGELS ist ein erschreckend wirklicher Science Fiction aus der Gegenwart, außergewöhnlich gefilmt, überraschend montiert, fundiert und mit abgründigen Humor erzählt. Der Film wurde auf dem Sundance Film Festival 2005 uraufgeführt und mit dem Prix du Public der Visions du Réel in Nyon ausgezeichnet.

Visual Acoustics - The Modernism of Julius Shulman

USA

2008

Eric Bricker

Julius Shulman hat einen festen Platz in der Architekturszene im Los Angeles Mitte des 20. Jahrhunderts. Als Fotograf von Architekten und Designern von Frank Lloyd Wright bis Charles Eames kombinierte er in seinen Werken das Organische mit dem Synthetischen, ließ die Natur mit revolutionärem urban design verschmelzen – und verhalf damit einigen Stararchitekten zu großem Ruhm! Bricker’s faszinierendes Porträt ist gleichermaßen Hommage an einen Ausnahmefotografen wie ein Dokument der Baukunst des Mid-Century Modernism aus Kalifornien. Sprecher: Dustin Hoffman. (also ab 18, auch wenn die Häuser von Frank Lloyd Wright wirklich nicht jugendgefährdend sind)

It Must Schwing! - The Blue Note Story

DEU

2018

Eric Friedler

Miles Davis, Herbie Hancock, John Coltrane, Sonny Rollins, Ornette Coleman, Thelonious Monk, Quincy Jones: Die Musiker sind legendär. Der Sound ist legendär. Die Cover Art ist legendär. Das ganze Label ist legendär: Blue Note Records, gegründet von Alfred Lion und Francis Wolff, die sich schon als Jugendliche in Berlin angefreundet hatten und später, im Exil in New York, ihre Leidenschaft für Jazz zum Beruf gemacht haben. Getreu ihrem Motto: It must schwing!
Eric Friedlers Dokumentarfilm wird zur Eröffnung des dritten Mannheim Musik Film Festivals mit einem Jazzkonzert begleitet: Claus Kiesselbach (Vibraphon), Alexandra Lehmler (Saxophon) und Matthias Debus (Bass) vom Hermann Art Kollektiv spielen zur Einstimmung.

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