Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Barton Fink

USA

1991

Ethan und Joel Coen

John Turturro, John Goodman, Judy Davis, Michael Lerner

1941 holt ein Kinomogul den für seine lebensnahen Stücke gefeierten Autor Barton Fink nach Hollywood. Sein erster Auftrag, das Skript zu einer Ringerschnulze, treibt Fink in die Schreibblockade. Eine der zynischsten Abrechnungen mit der Skrupellosigkeit der kommerzorientierten Filmbranche.
Dreifacher Gewinner in Cannes, unter anderem der Goldenen Palme.

Inside Llewin Davis

USA

2013

Ethan und Joel Coen

Oscar Isaac, Carey Mulligen, Justin Timberlake

New York, Februar 1961. Im “Gaslight”, einem kleinen Musikcafé in Greenwich Village, hängen die Rauchschwaden blaugrau in der Luft. Auf der Bühne sitzt ein junger Mann mit dunklen Locken – Llewyn Davis. Über das spannende Kapitel Musikgeschichte hinaus ist dieser Film aber auch die Tragikomödie eines jungen Mannes, der authentisch sein will und sich selbst leben, aber in der Liebe ebensowenig Erfolg hat wie im Beruf.

The Man Who Wasn't There

USA

2001

Ethan und Joel Coen

Billy Bob Thornton, Frances McDormand, James Gandolfini, Scarlet Johansson

Ein mit dem Leben unzufriedener Friseur versucht sich als Gangster. Hommage an den Film Noir.

Burn After Reading

USA

2008

Ethan und Joel Coen.

Frances McDormand, George Clooney, John Malkovich, Brad Pitt, Tilda Swinton, Richard Jenkins

Eine CD mit offenbar höchst brisantem Geheimdienstmaterial; ein doppelt gehörnter Ex-Agent, der Opfer erpresserischer Maßnahmen wird; seine Ehefrau, die ebenfalls mit harten Bandagen zu kämpfen versteht; ihr Liebhaber, der ebenso umtriebig wie verheiratet ist und sich dabei irgendwie beobachtet fühlt; zwei Fitnesstrainer, die als Amateur-Spione das ganz große Geld wittern; und eine ganze Horde diverser Geheimagenten, die fest daran glauben, einer ganz großen Verschwörung auf der Spur zu sein… Die Coen-Brüder – laut Empire Magazin mit diesem Film „back at their best“ – bieten in dieser skurrilen Satire ein Ensemble von A-Stars auf, die eine Ansammlung von Deppen bildet, wie sie die Kinogeschichte selten erlebt hat. Und mitten drin Frances McDormand als Fitnesstrainerin, die auf vier Schönheits-OPs spart und mit ihren Erpressungsplänen alles ins Rutschen bringt.

Poppy Field

ROU

2020

Eugen Jebeleanu

Conrad Mericoffer, Radouan Leflahi, Cendana Trifan, Alexandru Potocean

Cristi ist Polizist und damit Teil einer macho-hierarchischen Umgebung. Sein Privatleben als verschlossen schwuler Mensch grenzt er strikt davon ab. Als die Aufführung eines LGBT-Films in einem Kino von einer Gruppe homophober Ultra-Nationalisten gestört wird, trifft er auf einen ehemaligen Liebhaber. Der droht, ihn zu outen…
In seinem Kinodebüt nimmt der rumänische Theaterregisseurs Eugen Jebeleanu Bezug auf die häufigen Proteste gegen LGBT-Filme durch religiös-nationalistische Fanatiker in Rumänien. Sein Film spielt innerhalb von 24 Stunden und zeigt in eindringlicher Intensität die schwierige Situation von Homosexuellen in Rumänien. Jebeleanu ist der einzige offen schwule Regisseur Rumäniens.

The King - Mit Elvis durch Amerika

USA/DEU/FRA

2017

Eugene Jarecki

Tupelo, Memphis, Nashville, New York, Hollywood, Las Vegas: Mit dem Rolls Royce von Elvis Presley fährt Eugene Jarecki die Stationen der Karriere des Kings ab, im Jahr der Präsidentschaftswahlen 2016. Und er erforscht die Umbrüche, die Amerika durchgemacht hat – womit nicht nur die Revolution in der Popkultur gemeint ist, die Elvis anführte. Immer wieder nehmen Passagiere Platz auf der Rückbank – Prominente wie Alec Baldwin, Ashton Kutcher oder Ethan Hawke, aber auch ganz normale Fans. Sie reden über Elvis und Amerika, und Jareckis Vorhaben, über Elvis nachzudenken und zugleich die aktuelle US-Situation zu porträtieren, geht auf: Eine Parallelaufnahme über den Aufstieg des Sängers und den Abstieg seines Landes. So wie Elvis sich verführen lässt von Geld und Machtgier, wird auch das Land vom Raubtierkapitalismus ausgehöhlt, in dem ein Bauunternehmer und Reality-TV-Star mit bislang unerreichter Vulgarität ins Präsidentenamt strebt.

Zwischenland

NL

2001

Eugenie Jansen

John Kon Kelei, Jan Munter

Das erste Mal wirft der alte Mann noch mit Steinen nach ihm, doch dann entwickelt sich zwischen dem 80 Jahre alten Rentner Jakob und Majok, dem sechzehnjährigen Flüchtling aus dem Sudan, doch so etwas wie gegenseitige Zuneigung. Jakob kämpfte in den vierziger Jahren für die niederländische Kolonialherrschaft in Indonesien. Jetzt lebt er allein und voller Ressentiments gegen Nachbarn, Politiker und Ausländer und hat Angst, eines Tages ins Altersheim abgeschoben zu werden. Majok wurde von einem benachbarten Stamm aus seinem sudanesischen Heimatdorf vertrieben. Nun vagabundiert er als illegaler Flüchtling auf den Poldern, und melkt die Kühe, wie in seiner Heimat, mit der Hand. Nachts schläft er auf Parkbänken, in Schrebergärten und taucht eines Tages bei Jakob auf. Der fast dokumentarisch beobachtende Film erzählt vom Wert einer langsam beginnenden Freundschaft in einem „Zwischenland“ jenseits aller politischen Klischees. Für ihr Debüt wurde die niederländische Regisseurin mit dem Tiger Award bei den Filmfestspielen in Rotterdam ausgezeichnet. Beim Filmfestival Mannheim-Heidelberg lief der Film 2002 erfolgreich im Wettbewerb.

Vorurteil und Stolz

SWE/ISL/FIN

2021

Eva Beling

Der schwedische Stummfilm IKARUS (1916) von Mauritz Stiller deutet eine Liebe zwischen Bildhauer und männlichen Model an – der Film gilt als einer der ersten mit queerer Thematik. Stiller entdeckte auch Greta Garbo, die mit Crossdressing und sexuell ambigen Figuren zum ersten queeren Leinwandstar wurde. Bei Ingmar Bergman finden sich Beispiele unterdrückter lesbischer und schwuler Sexualität; Vilgot Sjöman zeigte in TABU (1977) eine ganze Palette nicht-heterosexueller Spielarten.
In ihrem Dokumentarfilm versammelt Eva Beling Beispiele von queeren Geschichten, Figuren und Momenten aus der schwedischen Filmgeschichte – spektakuläres Archivmaterial als rebellische Neulektüre einer ganzen nationalen Kinematographie, ganz im Dienste queerer Sichtbarkeit: Jedes Land sollte seinen eigenen STOLZ UND VORURTEIL haben!

Five Sex Rooms Und Eine Küche

DEU

2007

Eva C

Dokumentarfilm über den Alltag von vier Prostituierten, die in einem Wohnhaus eine Bordellwohnung betreiben. Da ist die Domina „Lady Tara“, die das Bordell federführend betreibt, Nadine, die mit einem Tunesier liiert ist und ihre Kunden vor allem in einem „Medizin-Raum“ bedient, die erfahrene Tina, deren Spezialgebiet bei S&M liegt, und die Anfängerin Cindy, die als Jüngste der Gruppe manchmal mit der Eifersucht ihrer älteren Kolleginnen zu kämpfen hat. Farben und Bewegung bereichern die dokumentarische Realität des Films: Rot, Grün, Lila und Gelb verändern besonders den Flur zwischen den Räumen. High Heels tanzen in schreienden Farben und grellem Licht, sie verselbstständigen sich zu einem schnellen Ballett der Dominanz, der Künstlichkeit und des Vergnügens. Am 4.9. sind die Regisseurin und zwei der Protagonistinnen anwesend und diskutieren mit dem Publikum über den Film. (also ab 18 Jahren)

Sorda – Der Klang der Welt

ESP

2025

Eva Libertad

Míriam Garlo, Álvaro Cervantes, Elena Irureta, Joaquín Notario

Ángela und Héctor sind verliebt, erwarten ihr erstes Kind – doch Ángela ist gehörlos. Sie ist auf Héctor angewiesen, der bei allen Arztterminen übersetzen muss. Sie wird immer unruhiger, macht sich immer mehr Sorgen: Wird ihr Kind hörend sein? Wie soll sie sich um ihre Tochter kümmern in einer Welt, die nicht für sie gemacht ist? Wie wird es sein, wenn die kleine Ona ihr erstes Wort spricht – und sie, die Mutter, kann es nicht hören?

Aufmerksam und ungeschönt, zärtlich und immer auf Augenhöhe mit ihren Protagonist*innen erzählt Eva Libertad von der ungeahnten Herausforderung, als gehörlose Frau ein Kind in einer Welt voller Barrieren zu bekommen, von Begegnungen und Missverständnissen, Respekt und Verschiedenheit, von Liebe und Zerreißproben. „Das Drama zeigt anschaulich und in sehr konkreten Situationen, wie die hörende Welt Gehörlose marginalisiert und wie ihre Ansprüche und Hoffnungen immer wieder mit der Wirklichkeit kollidieren.“ (Filmdienst)

Panorama-Publikumspreis der Berlinale 2025!

Loving Highsmith

CHE/DEU

2022

Eva Vitija

Mit Romanen wie „Zwei Fremde im Zug“ oder „Der talentierte Mr. Ripley“ schuf Patricia Highsmith Weltliteratur. Ihren lesbischen Liebesroman „Salz und ihr Preis“ / „Carol“ konnte sie 1952 nur unter Pseudonym veröffentlichen. Auf der Grundlage von Highsmiths Notiz- und Tagebüchern, die nach ihrem Tod in einem Wäscheschrank in ihrem Haus im Schweizer Tessin entdeckt wurden, erzählt Regisseurin Eva Vitija von Highsmiths Lieben und Leidenschaften. Neben den von Maren Kroymann gelesenen Aufzeichnungen lässt der Film auch drei Lebensgefährtinnen von Highsmith zu Wort kommen: die Künstlerin Monique Buffet, die Autorin Maijane Meaker und die Schauspielerin Tabea Blumenstein. Es entsteht das Porträt einer Frau, die das ihr aufgezwungene Doppelleben in große Literatur überführte – und das Porträt einer Generation von Frauen, die mit „Carol“ den Mut fand, für ihr Recht auf Liebe zu kämpfen.

Baselitz

DEU

2013

Evelyn Schels

Als Hans-Georg Kern 1969 anfing, seine Bilder auf dem Kopf stehend aufzuhängen und sie auch so zu malen, verursachte er einen Aufruhr in der Kunstwelt. Der deutsche Maler, der sein Pseudonym „Baselitz“ aus dem Namen seines Geburtsorts Deutschbaselitz herleitete, irritiert seine Zeitgenossen seither. Zum diesjährigen 75. Geburtstag des Künstlers verfolgt Evelyn Schels den Maler in seinem Atelier, in Gesprächen und Beobachtungen. Sie dokumentiert den Entstehungsprozess seiner auf dem internationalen Kunstmarkt sehr begehrten Gemälde. Sie lässt die Zuschauer ebenso an den raschen Pinselzügen teilhaben wie an differenzierten Schnitten mit der Kettensäge – denn Baselitz ist Maler und Bildhauer gleichermaßen.
Einführung: Dr. Dorothee Höfert

Body of Truth

DEU

2019

Evelyn Schels

Körper der Wahrheit – mit diesem Titel bietet die Regisseurin einen Rahmen für die filmischen Porträts von vier Künstlerinnen aus vier Kulturen, deren Werke international in Museen und Ausstellungen gezeigt werden: Marina Abramovic, Sigalit Landau, Shirin Neshat und Katharina Sieverding.  Ihre Kunst könnte nicht verschiedener sein, doch sie teilen die Überzeugung, dass der Körper, anders als der Geist, immer wahrhaftig ist und sich deshalb als künstlerisches Ausdrucksmittel besonders gut eignet, um etwas zu sagen – über politische Verhältnisse, über religiöse Strukturen, über Gewalt, über den Missbrauch von Macht und besonders über das Leben von Frauen, das weltweit noch immer von Unterdrückung geprägt ist. Philosophisch-politische Fragen nach den Potenzialen von Kunst mischen sich in den Gesprächen ganz selbstverständlich mit Überlegungen nach der richtigen Farbe. Ist das Rot zu stark, und kann Kunst Widerstand leisten? Evelyn Schels gelingt es, die Schaffensprozesse, die Persönlichkeiten der vier Künstlerinnen aus unterschiedlichen Generationen und die Konflikte der jüngeren Zeitgeschichte in einem sehenswerten Film-Essay zu verbinden.
Einführung: Christina Bergemann, M.A., Kunsthalle Mannheim

Hochwald

AUT/BEL

2020

Evi Romen

homas Prenn, Noah Saavedra, Josef Mohamed

Mario hat in seinem streng katholischen Bergdorf in Südtirol keine Chance. Aus dem Frust heraus folgt er seinem Jugendfreund Lenz nach Rom: Dort hofft er, das Leben zu finden, das er immer gesucht hat, und seine Tanzkarriere zu starten. Dann gibt es einen Terroranschlag in einer Schwulenbar. Und Mario kehrt alleine in sein Heimatdorf zurück, in Engstirnigkeit und Ablehnung. Dort geben ihm ausgerechnet der Moslem Nadim und seine gläubigen Brüdern Halt.
In ihrem vielschichtigen, atmosphärischen und bildgewaltigen Debütfilm erzählt Evi Romen von der Enge der Südtiroler Berge, von dem hoffnungsvollen, freien Leben in der Großstadt – und verknüpft damit das Thema fundamentaler Bedrohung für alle, die anders lieben oder anders glauben. Das spannend erzählte und überzeugend gespielte Außenseiter-Heimat-Drama wurde unter anderem beim Filmfestival Zürich, auf der Diagonale Graz und beim österreichischen Filmpreis vielfach ausgezeichnet.

Circus Palästina

IL

1998

Eyal Halfon

Yoram Hatav, Evgenia Dudina, Amos Lavi

Eines schönen Tages kommt ein kleiner Zirkus aus Osteuropa in das heilige Land, genauer gesagt in ein heruntergekommenes Dorf in der Westbank, in dem der Colonel Oz vorwiegend damit beschäftigt ist, palästinensische Flaggen herunterzureißen und zusammen mit den einheimischen Bewohnern den Handel mit geklauten Autos in Schwung zu halten. Kaum stehen die Zelte, geschieht etwas, das den fragilen Status quo an diesem abgeschiedenen Örtchen gefährdet. Der alte Zirkuslöwe „Schwejk“, neben seiner Bändigerin Mariana die wichtigste Attraktion der Truppe, wird von unerwartetem Freiheitsdrang gepackt und bricht aus – wenige Minuten vor der Eröffnungsgala. Ausgerechnet Shimshon Bleiberg, der unsoldatischste Angehörige der ganzen israelischen Armee muss ihn suchen, in Konkurrenz zu einem arabischen Jungen, der wegen seiner Augenbinde „Dayan“ genannt wird. KIRKAS PALESTINA ist eine köstliche Satire auf eine komplexen Welt, in der Freund und Feind oft kaum zu unterscheiden sind und niemand Geduld hat mit einem Löwen, der einmal einen Ausflug machen will.

Yossi

ISR

2012

Eytan Fox

Oz Zehavi, Ohad Knoller

Yossi Hoffman ist ein angesehener und engagierter Kardiologe, der durch seinen unerbittlichen Einsatz für seine Arbeit versucht, einem tragischen Ereignis in seiner Vergangenheit zu entfliehen. Seit dem Tod seines Geliebten Jagger lebt er allein und zurückgezogen. Als der Chefarzt ihm nahelegt, eine Auszeit zu nehmen, reist Yossi in die südliche Stadt Eilat. Umgeben von Meer und Sanddünen trifft er eine Gruppe junger israelischer Offiziere. Einer von ihnen ist Tom, ein gutaussehender, selbstsicherer und lebenslustiger Mann, der seine Homosexualität offen lebt. Die Begegnung mit Tom ermöglicht Yossi aus seiner selbstgewählten Isolation auszubrechen und in eine neue Welt einzutauchen… Rührend, lebensbejahend und sehr ästhetisch inszeniert.

Yossi & Jagger

Israel

2002

Eytan Fox

Ohad Knoller, Yehuda Levi

In der verschneiten Berglandschaft an der libanesischen Grenze hält ein kleiner Trupp der israelischen Armee die Stellung. Der Chef der Kompanie, Yossi, liebt heimlich Jagger, einen seiner Soldaten. Jagger ist ein ausgelassener Typ, er hört Schlager von Rita und träumt von einem zivilen Leben mit Yossi. Als Jaggers Militärdienst ausläuft, bittet er Yossi mit ihm zu gehen und seine Eltern kennen zu lernen. Alle sollen von ihrer Beziehung erfahren. Doch Yossi zögert. Eytan Fox thematisiert Krieg, Jugend und schwule Liebe. Er tut dies nicht nur romantisch, sondern auch authentisch und voller Hoffnung. In Israel sprengte der Film alle Erwartungen und wurde zu einem der erfolgreichsten Filme der letzten zehn Jahre.

Der Brennende Acker

DEU

1922

F

Ein Acker birgt eine reiche Ölquelle. Zufällig weiß der Bauernsohn Johannes davon. Als die Besitzerin merkt, daß seine Zuwendung nur ihrem ungeahnten Reichtum gilt, geht sie ins Wasser; eine zweite verschmähte Liebe setzt schließlich das Ölfeld in Brand. Nun reumütig und einsichtig, kehrt Johannes zu Scholle und Verlobter zurück. Auf der Schwelle zwischen Realismus und Phantastik bemerkenswert inszeniertes Bauerndrama. Murnaus Stummfilm galt jahrzehntelang als verloren, bis 1978 im Nachlaß eines italienischen Paters eine fast völlig erhaltene Originalkopie gefunden wurde. Mit Live-Musik von Nico-Jan Beckers (Akkordeon) und Auke Reuvers (Klarinette). Im Rahmen der Südhessischen Akkordeontage und in Zusammenarbeit mit der Musikschule Viernheim.

Die Beschissenheit Der Dinge

BEL

2009

F

Kenneth Vanbaeden, Valentijn Dhaenens, Koen De Graeve

Als 13-jähriger Junge wächst Gunther Strobbe in den Achtzigerjahren auf und lebt zusammen mit seinem Vater und dessen drei Brüdern bei seiner Großmutter. Die hat ihre Söhne bei sich aufgenommen, nachdem diese es alle fertigbrachten, ihre Ehen zu ruinieren. Für den Jungen sind die arbeitslosen Männer nun seine Familie. Täglich lassen sie es krachen und auch zu Nackt-Fahrradrennen und Weltrekord-Biertrinken sagen sie nicht nein. Als 30-Jähriger bringt Gunther seine Lebensgeschichte zu Papier und zieht Bilanz…

Der Letzte Mann

D

1924

F. W. Murnau

Emil Jannings, Maly Delschaft, Max W

Berlin, Anfangs des 20. Jahrhunderts. Der alte Portier des Hotels „Atlantic“ verdankt seiner prächtigen Uniform Selbstwertgefühl und Anerkennung: Vor der Drehtür des Hotels ist er stolzer Diener, der die Gäste begrüßt, zu Hause im Hinterhofmilieu ein viel bewunderter Mann. Doch eines Tages beobachtet der Geschäftsführer, wie schwer dem alten Portier das Hantieren mit den Koffern fällt: Er verbannt ihn daraufhin in den Keller, degradiert ihn zum Toilettenmann. In seinem Milieu wagt er nicht, den Abstieg einzugestehen. Als seine Tochter heiratet, stiehlt er die Uniform, um wenigstens hier den Schein zu wahren. Doch der Schwindel fliegt auf, er wird von seinen Hausbewohnern verlacht und gedemütigt, seine Verwandten wenden sich von ihm ab. Verzweifelt zieht sich der alte Mann in den Waschraum der Hoteltoilette zurück. F. W. Murnau hat an diese Handlung, getrennt durch den einzigen Zwischentitel des Films, ein ihm aufgezwungenes, bitter-ironisches Happy End gesetzt: Auf der Toilette stirbt ein reicher Hotelgast in den Armen des Alten und vermacht ihm sein ganzes Vermögen. So wird aus dem „letzten Mann“ ein umworbener Hotelgast. Musikbegleitung: Peter Martin (Klavier) und Sonja Schröder (Cello) Mit einer Einführung von Dr. Peter Bär Ort: Matthäuskirche MA-Neckarau, Rheingoldstr. 32

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