Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Don - The Chase Begins

IND

2006

Farhan Akhtar

Shah Rukh Khan, Priyanka Chopra, Arjun Rampal

Don, ein Syndikatsboss, wird im Kampf gegen die indische Polizei schwer verletzt. Das Gerücht macht die Runde, dass Don verstorben ist. Da überredet D’Silva den Tölpel Vijay, der Don zum verwechseln ähnlich sieht, dessen Rolle zu übernehmen. Dies gelingt Vijay auch, aber durch eine unglückliche Fügung stirbt D’Silva, der als einziger die Identität von Vijay kennt. Bald wird Vijay von der Realität eingeholt; sowohl Polizei als auch Gangster, die sich nicht länger täuschen lassen, machen auf ihn Jagd. Famoses Remake des Bollywood-Klassikers Don (1978).

Auf der anderen Seite

DEU/TRK

2017

Fatih Akin

Baki Davrak, Tuncel Kurtiz, Nursel Köse, Nurgül Yesilcay, Hanna Schygulla

Als der Witwer Ali die Prostituierte Yeter überredet, bei ihm einzuziehen, ist sein Sohn Nejat, Germanistikprofressor, irritiert. Nejat taut erst auf, als er erfährt, dass sie ihrer Tochter Ayten regelmäßig Geld für ihr Studium schickt. Nach Yeters plötzlichem Tod reist Nejat in die Türkei, um Ayten zu suchen. Die politische Aktivistin Ayten ist jedoch vor der türkischen Polizei nach Deutschland geflüchtet und bei einer jungen Frau, Lotte, untergetaucht. Als sie von der Polizei aufgegriffen und in die Türkei zurückgeschickt wird, macht sich Lotte auf die Suche nach der Freundin.
Fluchtpunkt Istanbul: Im Mittelteil seiner Trilogie „Liebe, Tod und Teufel“ – zwischen GEGEN DIE WAND und THE CUT – erzählt Fatih Akin von sechs Menschen, deren Schicksale sich miteinander verknüpfen, mitreißend und intensiv, kunstvoll und raffiniert inszeniert und in Cannes mit dem Preis für das beste Drehbuch ausgezeichnet: „Ein kleines Meisterwerk über Schmerz und Verlust, Abschied und Tod, aber auch Neuanfang und Heimkehr.“ (migration-im-film.de)

Crossing the Bridge – The Sound of Istanbul

DEU

2005

Fatih Akin

Dokumentarfilm

In seinem ersten abendfüllenden Dokumentarfilm begleitet Fatih Akin den Bassisten der Einstürzenden Neubauten Alexander Hacke auf seiner musikalischen Entdeckungsreise durch Istanbul. Vom Straßenmusiker bis zum türkischen Megastar, von Rock über Jazz und Rap bis zu Volksmusik fängt Hacke die vielfältigen multikulturell beeinflussten Klänge Istanbuls mit einem ständig bei sich geführten mobilen Tonstudio ein, bisweilen musiziert er auch spontan mit den türkischen Musikern zusammen. Der Film, der mit ansteckender Energie die verbindende Kraft der Kunst über die Grenzen von Politik, von Generationen, von Ost und West hinweg feiert, wurde neu restauriert – ein fesselndes Crossover-Erlebnis zwischen traditioneller und moderner Musik mitten in der pulsierenden Metropole am Bosporus.

Gegen die Wand

DEU

2004

Fatih Akin

Birol Ünel, Sibel Kekilli, Catrin Striebeck

Die 20-jährige Sibel hat versucht sich umzubringen. Dabei will sie eigentlich nur eines: Leben – und Spaß haben! Um den Zwängen ihres türkischen Elternhauses zu entfliehen, arrangiert sie eine Scheinehe mit dem zwanzig Jahre älteren Cahit. Als sie sich jedoch in ihren Ehemann verliebt, nimmt das Schicksal eine ungewöhnliche Wende.

Im Juli

DEU

2000

Fatih Akin

Moritz Bleibtreu, Christiane Paul, Idil Üner

Juli, Verkäuferin von Esoterik-Schmuck, ist verknallt in Daniel, Lehramtsreferendar. Sie überredet ihn, einen Maya-Ring zu kaufen, der ihm die Frau fürs Leben zuführen soll. Natürlich meint sie sich selbst – doch dummerweise begegnet Daniel der Türkin Melek. Es ist der Beginn der Sommerferien, Melek fliegt nach Istanbul, Daniel mit altersschwachem Auto hinterher – und unterwegs liest er Juli auf, die aus Liebesenttäuschung per Anhalter irgendwohin will…
Unter Sommerhimmel Richtung Süden: Mit seinem wildromantischen Liebes-Roadmovie liefert Fatih Akin, laut epd Film, „eine grandiose Wundertüte voll Kitsch und Poesie, Klamauk und Melodram, großen Gesten und schönen Details.“

Müll Im Garten Eden

DEU

2012

Fatih Akin

Als Fatih Akin 2006 das Heimatdorf seines Großvaters für die Schlussszene zu seinem Film „Auf der anderen Seite“ aufsuchte, wurde er mit einer drohenden Umweltkatastrophe konfrontiert und beschloss, eine Doku zu machen. Die Dreharbeiten zu MÜLL IM GARTEN EDEN oder besser ausgedrückt: Die Arbeiten an einem Film über den Kampf von David gegen Goliath, dauerten dann insgesamt fünf lange Jahre… Der Hintergrund: Mitte der 1990er Jahre wurde vom türkischen Staat beschlossen, über dem Bergdorf Camburnu eine gigantische Mülldeponie zu errichten. In einer ehemaligen Kupfergrube sollte Müll aus den Großstädten Trabzon und Rize sowie 49 weiteren Gemeinden eingelagert werden – nach Schätzungen 600 Tonnen Müll pro Tag: Seitdem dauert der Kampf der Bewohner gegen ihren zuständigen Staatsminister, gegen die Richter des Landes, gegen den Bürgermeister und vor allem gegen die finanziellen Interessen der Lobbyisten in der Müllindustrie.

Solino

BRD

2002

Fatih Akin

Moritz Bleibtreu, Antonella Attili, Gigi Savoia

Wo ist man als Einwanderer eigentlich zu Hause? Was ist Heimat? Fatih Akins Spielfilm SOLINO nimmt sich dieser Fragen an. Solino, ein Dorf in Apulien, 1964: Kinder steigen durch das Dach einer Scheune, um darin Vögel zu fangen. Der Bauer erwischt einen der Eindringlinge. Er und ein Polizist bringen Gigi (Nicola Cutrignelli) zu seinen Eltern Rosa und Romano Amato (Antonella Attili, Gigi Savoia), die mit Verwandten am Sterbebett von Rosas Vater stehen. Der Bauer verlangt Schadenersatz für die kaputten Dachziegeln. Als Rosa sich nach einem kurzen Streit ihres Mannes mit dem aufgebrachten Bauern wieder ihrem Vater zuwendet, liegt dieser mit weit geöffneten Augen auf dem Rücken: er ist tot. Romano Amato hat von dem Wirtschaftswunder in Deutschland gehört und setzt darauf seine Hoffnungen. Solange Rosas alter Vater lebte, war nichts zu machen, aber jetzt kann sie den Umzug nicht mehr ablehnen. Es beginnt ein Pendeln zwischen den Welten, Rosa sehnt sich nach Solino, doch Romano scheut die Rückkehr, die Kinder sind weder Italiener noch Deutsche und die Frage nach dem ?Wo gehöre ich hin?? wird immer drängender. In Kooperation mit dem Verein Kultur Rhein-Neckar e.V. anlässlich der Tagung „Visa vis – Kulturarbeit in der Einwanderungsgesellschaft. Mehr Informationen zur Tagung unter www.kupoge-rn.de.

8 1/2

I/F

1962

Federico Fellini

Marcello Mastroianni, Anouk Aimée

Die Ingredienzen zu seinem Film hatte Fellini längst beisammen, doch auch nachdem das Team engagiert und das Studio gemietet war, fehlte ihm eine Idee für die Geschichte, die er erzählen würde. Der Produzent wurde nervös, der Drehbeginn verschoben, da rettete sich Fellini mit einem genialen Kunstgriff aus dem Dilemma: Er machte seine Krise zum Thema des Films. Regisseur Guido hat sich in einen mondänen Kurort zurückgezogen. Dort stellen sich alle ein, denen er eigentlich entkommen wollte: Drehbuchautor und Produzent, Geliebte und Ehefrau. Währenddessen läuft die Produktionsmaschinerie auf vollen Touren. Auf Verdacht läßt Guido eine bombastische Dekoration bauen. Mit einem Vortrag von Herrn Martin Bölle: „Angst vor Beziehung als narzißtisches Thema“.

Achteinhalb

ITA/FRA

1963

Federico Fellini

Marcello Mastroianni, Anouk Aimée, Claudia Cardinale

Der Verlust von Kreativität und Inspiration lässt Guido Anselmi an sich und seinem Werk zweifeln. Er ist Regisseur und fühlt sich unfähig, die Arbeit an seinem Film fortzusetzen. Um Ruhe zu finden, zieht er sich in einen abgelegenen Kurort zurück – doch all die, denen er entkommen wollte, treten hier auf: Autor und Produzent, Ehefrau und Geliebte. Guido flüchtet sich in Tagträume…
Federico Fellini identifizierte sich in 8 1/2 selbst mit der von Marcello Mastroianni gespielten Hauptrolle des Guido Anselmi, da er zu dieser Zeit ebenfalls in einer Schaffenskrise steckte. Der Film wurde 1963 mehrfach ausgezeichnet und gewann 1964 den Auslandsoscar.

Das süße Leben - La dolce vita

ITA/FRA

1960

Federico Fellini

Marcello Mastroianni, Anita Ekberg, Anouk Aimée, Yvonne Furneaux, Lex Barker, Adriano Celentano

Boulevardreporter Marcello lässt sich durch Rom treiben zwischen reizvollen Frauen und charismatischen Intellektuellen, fasziniert und geblendet vom verführerischen, jedoch sinnentleerten Lifestyle der Reichen und Schönen auf der Via Veneto. Er reflektiert sein künstlerisches Schaffen und die sich verändernde Gesellschaft, die ihn umgibt, und merkt vielleicht gar nicht, wie sich das angestrebte süße Leben als eine Welt des Scheins und der Vergänglichkeit entpuppt.
Der ikonische Rom-Film: Die berühmte nächtliche Badeszene im Trevi-Brunnen machte Anita Ekberg als Urbild der Weiblichkeit zum Sexsymbol der 1960er Jahre. Fellinis Gesellschaftspanorama wurde mit der Goldenen Palme und mit dem Oscar für die besten Kostüme ausgezeichnet.

Fellinis Roma

ITA/FRA

1972

Federico Fellini

Peter Gonzales, Fiona Florence, Pia De Doses, Renato Giovannoli

1939, mit Beginn des Zweiten Weltkriegs, erreicht der junge Fellini aus Rimini die ewige Stadt, um dort sein Studium zu beginnen. Er lernt die Stadt kennen und lieben. Federico Fellini zeigt in diesem mosaikartig zusammengesetzten, visuell atemberaubenden autobiografischen Porträt einer Stadt, wie er selbst Rom erlebte und erlebt. Die mal komischen, mal tragischen, mal skurrilen Erlebnisse und Eindrücke des späteren Filmkünstlers als junger Mann während der Mussolini-Ära sind dabei geschickt mit einer gegenwärtigen Zeitebene verwoben, so dass Zeitgenössisches und Vergangenes, Reales und Traumhaftes nahtlos ineinander übergehen – weniger eine kontinuierliche Narration als eine aus einzelnen Aspekten zusammengesetzte, ästhetisch meisterhaft umgesetzte filmische impressionistische Collage, die einen sinnlichen – und persönlichen – Eindruck vom „süßen Leben“ in Rom vermittelt.

Fellinis Stadt der Frauen

ITA/FRA

1980

Federico Fellini

Mastroianni, Anna Prucnal, Bernice Stegers, Donatella Damiani, Jole Silvani, Ettore Manni

Frauenheld Snàporaz begegnet im Zug einer verführerischen Frau, verfolgt sie durch einen Wald bis zu einem Hotel – und gerät in einen Strudel von Erlebnissen, die immer bizarrer werden, vom feministischen Kongress über einen Frauenhelden mit seinen Sklavinnen bis zu einem weiblichen Gerichtsprozess gegen Snàporaz.
Fellini schickt sein Alter Ego Mastroianni als Snàporaz auf eine fantastische Reise durch ein weibliches Universum, in Szene gesetzt mit überbordender Fantasie. Mit den Wirrnissen um Snàporaz’ sexuelle Fantasien, Vorurteile und Ängste persifliert Fellini in einem surrealen Bilderreigen obsessive Männerträume und aggressive Machoattitüden, die mehr und mehr zum (gerechtfertigten) Opfer von Hohn und Demütigung werden.

Giulietta degli spiriti - Julia und die Geister

ITA

1965.

Federico Fellini

Giulietta Masina, Sandra Milo, Mario Pisu, Valentina Cortese, Valeska Gert, Sylva Koscina

Signora Giulietta hat sich für den 15. Hochzeitstag ein Überraschungsabendessen ausgedacht. Ihr Mann erscheint in der Villa mit Freunden, zu denen ein Spiritist gehört. Aber die Ehe zerbricht. In der Villa, am Strand, in Garten und Pinienwäldchen geht Giulietta märchenhaften Visionen nach. Sie freundet sich mit ihrer lebenslustigen Nachbarin Susy an, die nebenan ein verrücktes Fest gibt. Giuliettas Mann zieht aus. Im leeren Haus treten die Geister hervor. Aber Giulietta hat keine Angst mehr.

Fellinis Auseinandersetzung mit der Psychoanalyse führte zu seinem heitersten und verspieltesten Film, fotografiert in prachtvoll-leuchtenden Farben von Gianni Di Venanzo und unterlegt mit einer der schönsten Filmmusiken von Nino Rota. Giulietta Masina, Fellinis langjährige Muse und Ehefrau, spielt wunderbar die anfangs vereinsamte Frau, die durch die Konfrontation mit den Kräften ihrer eigenen Imagination zu neuem Selbstbewusstsein gelangt.

Wir zeigen diesen Klassiker in einer neurestaurierten Version als Hommage zum 30. Todestag von Giulietta Masina.

Weitere Informationen:

https://www.cinema-italia.net/filme.php?selectedday=37&selectedfilm=3

M

La Dolce Vita

ITA/FRA

1959

Federico Fellini

Fellini schildert einige Tage aus dem Leben des Klatschreporters Marcello in Rom. Die Uraufführung geriet zum Skandal, das Bild von Anita Ekbergs Bad im Trevi-Brunnen ging um die Welt und die Via Veneto wurde zum Treffpunkt des Jet-Set. Der Film wurde mit einem Oscar und der goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet. (Anmerkung: Alte FSK-Angaben werden leider so gut wie nie aktualisiert, selbst wenn sie aus heutiger Sicht noch so unsinnig sind.)

La strada - Das Lied der Straße

ITA

1954

Federico Fellini

Anthony Quinn, Giulietta Masina, Richard Basehart

Gelsomina, verschüchtert und aus einer armen Familie, wird von ihrer Mutter an den Schausteller Zampanò verkauft, der als Starker Mann auf Jahrmärkten auftritt. Gelsomina wird seine Assistentin – und mehr schlecht als recht von Zampanò behandelt. Dennoch hängt sie an ihm; bis sie in einem Wanderzirkus einen Seiltänzer kennenlernt und sich verliebt. Zampanò reagiert eifersüchtig und besitzergreifend …
Fellinis letzter neorealistischer Film zeigt illusionslos soziale Probleme am Beispiel des Schausteller-Tingeltangels. Das erschütternde Melodram begründete Fellinis internationalen Ruhm, gewann den Auslandsoscar und wurde zu einer mythischen Ikone des europäischen Kinos, das mit dem „Großen Zampano“ auch ein geflügeltes Wort in die Alltagssprache einbrachte.

Orchesterprobe - Prova d'orchestra

ITA/DEU

1978

Federico Fellini

Balduin Baas, Clara Colosimo, Elisabeth Labi, Ronaldo Bonacchi

Der Dirigent versucht verzweifelt, ein geordnetes Spiel zu organisieren, doch die Orchestermusik verweigert sich jeder Harmonie: Die Probe für einen Konzertabend in einer verlassenen Kirche gerät mehr und mehr zum Desaster. Die Musiker sind mit sich selbst beschäftigt, verlangen gewerkschaftlich zugesagte Pausen, irgendwann fliegen Tomaten, immer mehr bricht sich Anarchie Bahn. Bis auch noch ein Bagger auftaucht.
Fellini drehte diesen Film ursprünglich für das italienische Fernsehen: Eine hochunterhaltsame Parabel auf Sinn und Unsinn von Gemeinschaft, über die Art des gesellschaftlichen Umgangs und die (Un)Möglichkeiten, sich auf andere einzustimmen. In der Form eines Pseudo-Dokumentarfilms verfolgt Fellini den Weg ins Chaos – sein Stammkomponist Nino Rota liefert dafür fantastische Musik, die den Film an- und die Beziehungen zwischen den Protagonisten auseinandertreibt. Es war einer der letzten Filmscores des Komponisten, der im April 1979 verstarb.

Amarcord

ITA

1973

Federuco Fellini

Bruno Zanin, Magalie Noël, Pupella Maggio

Ohne stringente Handlung, in kunstvoll arrangierten, effektvollen Bildern, stellt AMARCORD Fellinis Heimatstadt Rimini zur Jugendzeit des Filmemachers in den faschistischen 1930er Jahren dar. Fellini folgt dabei den Erlebnissen des 16jährigen Jungen Titta Bioni, die von zahlreichen skurrilen Gestalten seiner Familie sowie seinem aufblühenden sexuellen Erwachen geprägt sind. Zwischen Familienfesten, einem Besuch Mussolinis in Rimini und der Beichte entwickelt sich ein Kleinstadtpanorama aus Träumen, Wünschen und Begehrlichkeiten. In verschiedenen Episoden entfaltet Fellini die reichhaltigen Facetten des Lebens, zu denen Beziehungsdramen ebenso wie Erfahrung der Natur als mystischer Ort gehören.

Der Grosse Felicia-zeller-und-rigoletti-filmabend

Felicia Zeller und Rigoletti

Gezeigt werden die beiden neuesten Filme mit den Titeln MACH DEN SHIMMY NOCH MAL und DER ORDNER sowie die Kurzfilme VIDEOBRIEF AN RIGOLETTI, VIDEOBRIEF VON RIGOLETTI und WIR AUS BADEN-WÜRTTEMBERG von Felicia Zeller und Rigoletti alias Marion Pfaus. Die Filme sind witzig, skurril, medienkritisch und auf jeden Fall kurzweilig. Felicia Zeller, Dramatikerin aus Stuttgart, und Rigoletti aus dem Odenwald, sind zu Gast im Cinema Quadrat und werden über ihre Arbeiten berichten. Mehr Informationen auf www.rigoletti.de (also leider ab 18)

Colonos

CHL/ARG

2023

Felipe Gálvez

Camilo Arancibia, Mark Stanley, Benjamin Westfall, Alfredo Castro

Regisseur Felipe Gálvez verarbeitet tatsächliche Begebenheiten, die in der offiziellen Geschichtsschreibung von Chile nicht auftauchen, und macht daraus einen Western: Zu Anfang des 20. Jahrhunderts heuert der Großgrundbesitzer José Menendez – eine historische Figur – drei Reiter an, um den riesigen Besitz auf einer der Inseln von Feuerland zu sichern: Ein britischer Ex-Offizier, ein amerikanischer Cowboy-Söldner und der halb-indigene Scharfschütze Segundo sollen die Grenzen abstecken – und gerne auch Gewalt anwenden. Insbesondere, wenn ihnen die indigene Bevölkerung im Wege ist…
Vor malerischer Landschaft entspinnt sich das rücksichtslose, unmenschliche Vorgehen, das zum Genozid an den Selk’nam führt. Galvéz inszeniert seinen erstaunlichen Debütfilm entlang von ambivalenten Charakteren, nutzt einerseits Genremotive, um andererseits mit raffinierten Wendungen die Erwartungen zu unterlaufen – und er vergisst nie die erschütternde Wahrheit hinter der Erzählung.

Alles was brennt

BRA

2024

Felipe Sholl

Caio Macedo, Alejandro Claveaux, Diva Menner, Alan Ribeiro

Der junge Literaturdozent Gabriel zieht nach Rio de Janeiro: In der Szenekneipe Glória, wo die queere Nachbarschaft auf die Sexarbeiter*innen der umliegenden Straßen trifft, findet er die Familie, die er immer gesucht hat. Er verliebt sich in den Escort Adriano, der ihm eine aufregende, aber auch dunkle neue Welt eröffnet. Als Adriano plötzlich verschwindet, begibt sich Gabriel auf eine besessene Suche, bei der er nicht nur sich selbst in Gefahr bringt.

In fiebrigen, verführerischen Bildern zeigt Regisseur Felipe Sholl (Teddy-Award der Berlinale 2008 für seinen Kurzfilm TÁ), mit welcher Wucht die Sehnsucht nach Nähe in selbstzerstörerische Obsession umschlagen kann – und wie queere Wahlfamilien besonders in aussichtslosen Lagen Schutz und Wärme bieten.

Monatsprogramme PDF

Open Air

[ti_openair]
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner