Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Draussen Am See

DEU

2009

Felix Fuchssteiner

Elisa Schlott, Michael Lott, Petra Kleinert

Draußen am See – hier ist die Familienidylle scheinbar perfekt. Hier erleben die 14-jährige Jessika, ihre Eltern und ihre Schwester eine langweilige Wochenend-Idylle. Bis die Fassade bröckelt, die Familienkonstellation aus den Fugen gerät und in einer Katastrophe endet. „Mich interessiert, was passiert, wenn sich der Ort, der ursprünglich für Geborgenheit und Sicherheit steht, dramatisch verändert“, sagt Regisseur Felix Fuchssteiner. Sein packendes Werk ist beim Internationalen Filmfest München mit dem Förderpreis deutscher Film für die beste Produktion und Elisa Schlott als beste Schauspielerin ausgezeichnet worden.

Harlan - Im Schatten Von Jud Süss

DEU

2008

Felix Moeller

Der Name von Veit Harlan, Filmregisseur in den Diensten von Joseph Goebbels, ist vor allem mit JUD SÜSS verbunden, dem schändlichsten antisemitischen Spielfilm der NS-Zeit. Der Dokumentarfilm von Moeller erzählt die Geschichte dieses schillernden und umstrittenen Regisseurs. In Interviews mit Harlans Söhnen, Töchtern und Enkeln, vielen Filmausschnitten und erstmalig zu sehendem Material aus dem Familienarchiv erzählt der Film vor allem vom Schicksal der Harlan-Familie in der Nachkriegszeit und dem Einfluss der Vergangenheit auf das eigene Leben bis heute.

Influenza

DEU

2024

Felix Schäfer

Nidia Marlinde, Felix Schäfer, Lucie Carrel, Jason Daniels

„Wie man in 48 Stunden eine Million Follower gewinnt“ – das Thema des Seminars von Motivationstrainer Sebastian Kraft lockt Mia, eine junge Journalistin, zusammen mit einer internationalen Gruppe von Influencern und Jungunternehmern nach Thailand. Training, Ansprachen, After-Party – soweit alles normal. Aber die wirkliche, geheime Erfolgsstrategie enthüllt Kraft in einer Intensiv-Masterclass am zweiten Tag: Er spricht von Schwarzer Magie und einer Hexe, die in der Nähe wohnt…

Felix Schäfer, Schauspieler und Regisseur aus Heidelberg, verknüpft Horror und Satire in einer Nacht des Grauens, in der es nicht nur um Reichweite und Follower-Erfolg, sondern um Leben und Tod geht.

Mit Videobotschaft von Regisseur Felix Schäfer!

Puppe, Icke Und Der Dicke

DEU

2012

Felix Stienz

Alice Dwyer, Stéphanie Capetanidés

PUPPE, ICKE & DER DICKE sind zufällig gemeinsam unterwegs auf der Strecke Paris – Berlin. Die Firma, bei dem Bomber als Fahrer arbeitete, ist pleite, die Kündigung ist ausgesprochen, als er beschließt, die letzte Fuhre eigenmächtig in Paris zu verhökern. An einem Pariser Kiosk begegnet er dem stummen, dicken Bruno, der nach Berlin will, um etwas über seine Familiengeschichte zu erfahren. Später schließt sich die blinde, schöne Europe an, die sich von einem Berliner Müllmann schwängern ließ und sich nun auf die Suche nach ihm macht. Die Figuren stehen stellvertretend für viele Schicksale. Wesentlich ist, dass sie irgendwie eingeschränkt sind und so auf der Verliererseite zuhause. Bei alle dem vermittelt die Komödie aber eine gehörige Portion Lebensfreude und atmet den rebellischübermütigen Geist von Filmen wie „Theo gegen den Rest der Welt“. Und so etwas war aus Deutschland lange nicht mehr zu sehen.

The Broken Circle

BEL

2012

Felix van Groeningen

Veerle Baetens, Johan Heldenbergh

Berührendes Drama, das mit träumerischer Leichtigkeit eine Liebesgeschichte erzählt, die zur herzzerreißenden Tragödie wird: Didier stiefelt in das Tattoo-Studio von Elise. Er ist ein Cowboy, spielt Banjo in einer Bluegrass-Band, ist überzeugter Atheist, sie ist eine coole Blondine, erweitert stetig ihre Tätowierungen und ist gläubig. Sie geht tatsächlich zum Auftritt seiner Band, zu dem er sie eingeladen hat. Sie verlieben sich auf Anhieb. Sie zieht zu ihm, wird schwanger. Nachdem er den ersten Schock verarbeitet hat, renoviert er das Haus für die kleine Familie. Doch dann erkrankt die kleine Tochter des Paares an Krebs und eine Welt droht aus den Fugen zu geraten…
Vorgestellt von: Konstanze Müller-Gerlach

Mapplethorpe: Look at the Pictures

USA/DEU

2016

Fenton Bailey, Randy Barbato

Als ein Senator im amerikanischen Kongress 1989 ausruft: „Look at the Pictures!“, war das Ausdruck seiner Empörung über die provokanten Bilder des Fotografen Robert Mapplethorpe. Diesen Ausruf haben die Macher des gleichnamigen Films wörtlich genommen: Sie lassen die Fotografien Mapplethorpes zu sprechenden Bildern werden. Die wichtigste Stimme jedoch ist die des Künstlers selbst: In einem erst kürzlich wiederentdeckten Interview spricht er offen über sein Leben, seine Lieben und natürlich über seine Bilder. So entfaltet sich lebendig Mapplethorpes Biographie – seine Entwicklung vom schüchternen Jungen, der sich nicht traute, seine Homosexualität zu bekennen, zum gefragtesten Fotografen seiner Zeit. Mapplethorpe leistete einen entscheidenden Beitrag zur Anerkennung der Fotografie als Kunstform.
Einführung: Dr. Claude Sui. Film und Vortrag sind für Besucher unter 16 Jahren nicht geeignet. Der Vortrag enthält Bilder, die Ihr sittliches Empfinden verletzen könnten!

Die Fremde

DEU

2009

Feo Aladag

Sibel Kekilli, Nizam Schiller

Umay flieht mit ihrem Sohn Cem vor der Gewalt ihres Ehemannes von Istanbul zu ihrer Familie nach Berlin. Dort angekommen, wird ihre Rückkehr als Schande empfunden. Cem soll ohne sie zurück in die Türkei, doch Umay nimmt den Kampf um Selbstbestimmung und Unabhängigkeit auf. Ohne moralische Verurteilung zeichnet das in Dramatik und Sprache gelungene Kinodebüt von Feo Aladag die Zwänge und Konflikte einer islamisch geprägten Gesellschaft auf. Diskussionspartnerin: Daphne Hadjiandreou-Boll, Migrationsbeirat Mannheim. Begrüßung durch Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb. Mitgliederaktion: Eintritt für CQ-Mitglieder frei

Alles fliegt dir um die Ohren - Comin’ at Ya!

USA/ITA/ESP

1981

Ferdinando Baldi

Tony Anthony, Gene Quintano, Victoria Abril

Revolverheld H. H. Hart will sein gesetzloses Leben hinter sich lassen und seine große Liebe Abilene zu heiraten. Doch das Glück währt nur kurz: Die schmierigen Brüder Pike und Polk überfallen die Hochzeit und entführen Abilene. Gemeinsam mit anderen geraubten Frauen soll sie an zahlungskräftige Abnehmer versteigert werden. Hart bleibt keine Wahl – er nimmt die Verfolgung auf, um seine Geliebte zu retten und mit den Entführern abzurechnen.

Sowohl Spaghettiwestern als auch 3D-Filme galten Anfang der 1980er als Relikte längst vergangener Kinozeiten. ALLES FLIEGT DIR UM DIE OHREN traute sich, beides zu kombinieren. Heraus kam ein Western mit Trash-Appeal voller Gewaltspitzen, Slow-Motion-Sequenzen und einem pausenlosen Feuerwerk an Pop-Out-Effekten, die direkt ins Publikum zielen. Die Independent-Produktion wurde zum Überraschungserfolg und löste eine neue 3D-Welle in Hollywood aus.

Was geschah mit Bus 670?

MEX/ESP

2020

Fernanda Valadez

Mercedes Hernández, David Illescas, Juan Jesús Varela

Eine Mutter sucht ihren verlorenen Sohn: Der mexikanische Teenager Jesús war zusammen mit einem Freund per Bus unterwegs in Richtung USA – jenseits der Grenze versprechen sie sich ein besseres Leben. Und dann ist Jesús verschwunden. Wie so viele Menschen im Grenzgebiet, wo Moral- und Gesetzlosigkeit herrschen. Als Monate später die Leiche von Jesús’ Freund auftaucht, macht sich seine Mutter Magdalena auf den Weg in die Todeszone Nord-Mexikons, einem der gefährlichsten Orte der Welt. Im Niemandsland begegnet sie anderen, die ihr Schicksal teilen. Und irgendwo liegt, vielleicht, die Wahrheit. Und sie kann schockierend sein.
Bildgewaltig, spannend, emotional erzählt Fernanda Valadez ein Drama mit Thrillerqualität, das zu einer immer intensiveren Erfahrung wird. Für ihren Film erhielt sie unter anderem auf dem Sundance Festival den Publikumspreis und die Auszeichnung für das beste Drehbuch und auf dem Filmfestival Zürich den Preis als bester internationaler Spielfilm.

Ich Werde Laufen Wie Ein Verrücktes Pferd

FRA

1973

Fernando Arrabal

George Shannon, Hachemi Marzouk, Emmanuelle Riva

In seinem zweiten Film erzählt Arrabal eine allegorische Liebesgeschichte, die er mit einer teilweise verstörenden, teilweise grotesken Schockästhetik aufbereitet und sich so Alejandro Jodorowsky episodischen Hauptwerken EL TOPO und MONTANA SACRA annähert. Dieser Film ist exemplarisch für den „zweiten Frühling“ des filmischen Surrealismus. Nach dem Tod seiner überdominanten Mutter, die ihn getrieben von religiösem Wahn seit frühester Kindheit in bizarren Ritualen zum Heiligen und Märtyrer stilisiert hat, flieht Aden Rey aus der Stadt in eine namenlose Wüste. Dort trifft er auf einen Eremiten namens Marvel, der mitten im Nirgendwo zu leben scheint und u.a. über die Fähigkeit verfügt, mit Tieren und den Elementen zu sprechen. Die Gemeinschaft des kleinwüchsigen Schamanen öffnet Aden die Augen für die schlichte Schönheit der Natur. Als Aden seine Rückkehr in die Zivilisation plant, bittet er Marvel, ihn zu begleiten, um ihm nun im Gegenzug die wunderbare Welt der Moderne und des technologischen Fortschritts zu zeigen. Aber die Erfahrungen in der Wüste haben nicht nur Marvels Sicht der Dinge verändert…

Viva La Muerte

Frankreich

1970

Fernando Arrabal

VIVA LA MUERTE basiert auf Arrabals autobiografischem Roman „Baal Babylone“ (1958), in dem er die Ereignisse seiner Kindheit verarbeitet. Sein Vater war in Melilla (Spanisch-Marokko) als republikanischer Offizier stationiert. Bei dem Putsch Francos 1936 wurde er verhaftet und von der Mutter für tot erklärt, die mit den Kindern nach Spanien zurückkehrte. Das Trauma von Arrabals Kindheit ist die Ahnung, daß die Mutter selbst den Vater verraten hat. VIVA LA MUERTE – Es lebe der Tod! war der Schlachtruf der Faschisten im spanischen Bürgerkrieg, die zu Beginn des Films mit dröhnendem Lautsprecher an dem kleinen Jungen Fando vorbeifahren. Der Junge erlebt den Bürgerkrieg, der seine Familie zerstört, als alltägliches Drama, das seine persönliche Entwicklung nachhaltig prägt. Immer wieder sucht er Kontakt zu seiner fast inzestuös verehrten Mutter, die ihn mit katholischen Sühnemaßnahmen unterdrückt. Zudem wird er von seiner Tante verführt, die ihren religiösen Wahn mit sadomasochistischen Praktiken auslebt. Unfähig, seine Erlebnisse zu verarbeiten, steigert er sich in bizarre Traumwelten voll blutiger Rituale und beginnt selbst, grausame Streiche zu spielen. Mit einem Vortrag von Peter Wegner zu dem Thema „Die Sehnsucht nach dem Vater“.

Isla Bonita

ESP

2016

Fernando Colomo

Fernando Colomo, Olivia Delcán, Nuria Román, Miguel Ángel Furones

Lebenskrisen, Liebeswirren und die Schönheit von Menorca: Auf die Baleareninsel verschlägt es den alternden Werbefilmer Fer, der nach seiner Scheidung den alten Kumpel Miguel Ángel besucht; untergebracht wird er im Gästezimmer von dessen Künstlerfreundin Nuria, in deren natürliche Lebendigkeit sich Fer alsbald verliebt. Als Nuria kurzfristig die Insel verlassen muss, verstrickt sich Fer in die amourösen Bredouillen ihrer Tochter Olivia, die sich mit zwei Verehrern herumschlagen muss…
Fernando Colomo, Veteran des spanischen Kinos, inszeniert sich selbst in der Hauptrolle in dieser entspannten Sommerkomödie, in der er mit so elegantem wie unaufdringlichem wie verschmitztem Humor Reiz und Lebensgefühl der „isla bonita“ einfängt.

Memoria Del Saqueo – Chronik Einer Plünderung

Argentinien

2004

Fernando E

„Wie ist es gekommen, daß Argentinien, diese ‘Kornkammer der Welt‘, Hunger leiden muß?“ Diese zentrale Frage bewog Regisseur Fernando Solanas dazu, zu den Wurzeln seiner filmischen Tätigkeit zurückzukehren. In MEMORIA DEL SAQUEO – CHRONIK EINER PLÜNDERUNG, kämpft er mit eindringlichen Bildern um die filmische und politische Identität Argentiniens und rechnet mit den dortigen Folgen der neoliberalen Politik in den letzten Jahren ab. Beginnend mit den Volksaufständen in Argentinien blendet er zurück auf die Vorkommnisse, die das reiche Land ruiniert haben, und thematisiert in Interviews und Archivmaterial die Korruption und Verschwendung öffentlicher Gelder. Solana zeigt die Welt jener Globalisierer, die einzig an einer kurzfristigen Gewinnmaximierung für sich selbst interessiert sind und das Land in bürgerkriegsähnliche Zustände gebracht haben. Ein Film der auf beeindruckende Art die katastrophalen Auswirkungen der Globalisierung zeigt. „MEMORIA DEL SAQUEO ist mein Beitrag zur dringend notwendigen Debatte […], daß eine andere Welt möglich ist.“ (Fernando E. Solanas)

Die Reise

RA/F

1992

Fernando E. Solanas

Walter Quiroz, Soledad Alfaro, Ricardo Bartis, Cristina Becerra

Der 17jährige Martin Nunca lebt mit seiner Mutter und dem Stiefvater in Ushuaia, dem südlichsten Zipfel Argentiniens. Dort ohne Zukunftsperspektive beschließt er, nach seinem Vater zu suchen. Mit seinem Fahrrad beginnt er eine Reise quer durch den lateinamerikanischen Kontinent. Zusammen mit Martin lernen wir Südamerikas reichen Mythenschatz, die Geschichte der aztekischen Hochkultur und die Vergangenheit der Indios in den Anden kennen. In faszinierenden Panoramen werden die unwirtlichen Weiten Patagoniens ebenso lebendig wie der Urwald Amazoniens. Martin trifft jedoch auch auf die desolaten Zustände der Gegenwart: soziale Ungerechtigkeit und ökologische Mißstände, und es scheint, als wolle Solanas fragen: „Was ist bloß aus unserem wunderbaren Kontinent geworden?“

El Sur - Der Süden

Argentinien

1988

Fernando E. Solanas

Miguel Angel Sola, Susu Pecoraro

Ein Mann kehrt zurück. Fünf Jahre lang war Floreal als politischer Flüchtling in Gefängnissen und Lagern im Süden, in Patagonien. Es ist 1983, das Ende der Militärdiktatur in Argentinien. Floreal wandert ruhelos durch das nächtliche Buenos Aires. Es ist eine Rückkehr in eine veränderte Stadt, in einen politischen Umbruch, in eine frühere Liebesgeschichte. Alles ist neu, anders: Das alte Viertel, die Lokale, Gesichter, Geräusche, der Klang des Bandoneons. Das Meisterwerk von Fernando E. Solanas kommt als Wiederaufführung mit neu gezogenen Kopien in die Kinos. Trotz seiner bitteren Züge ist der Film voll subtiler Heiterkeit, geprägt von der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. „Wer Tangos liebt, der wird diesem Film verfallen.“ (DIE ZEIT)

Carne De Perro - Dog Flesh

CHL

2012

Fernando Guzzoni

Alejandro Goic, Daniel Alcaíno

Zorn, Einsamkeit und Selbsthass prägen Alejandros Leben. Unter dem Regime Pinochets war er ein grausamer Folterer, jetzt soll er zum rechtschaffenen Demokraten „umgeschult“ werden. Doch er besucht die dafür vorgesehenen Kurse kaum, versinkt stattdessen in dunklen Träumen und droht von den Dämonen der Vergangenheit immer wieder eingeholt zu werden. Kann er sich selbst neu erfinden und die Wunden, die das diktatorische Regime auch bei ihm, einem „Täter“, hinterlassen hat, aus eigener Kraft heilen?

Princesas

Fernando León de Aranoa

Candela Peña, Micaela Nevárez, MarianaCordero, Llum Barrera, Violeta Pérez, Mónica Van Campen, Flora Álvarez, María Ballesteros, Alejandra Lorente

Die knapp 30-jährige Prostituierte Caye zerreißt sich mit ihren Kolleginnen das Maul über die Konkurrenz aus Lateinamerika, die Kunden mit Dumpingpreisen abwirbt. Das ändert sich, als Caye Zulema kennenlernt. Die junge Frau aus der Dominikanischen Republik musste einen kleinen Sohn zurücklassen und hat in Spanien keine Aufenthaltserlaubnis. Deshalb wird sie von einem sadistischen Bürokraten vom Einwohnermeldeamt erpresst, der sie regelmäßig misshandelt. Als Caye der Kollegin hilft, entsteht eine nicht unkomplizierte Frauenfreundschaft. Der spanische Regisseur Fernando León de Aranoa („Montags in der Sonne”) hat einen Film geschrieben und gedreht, der die Sorgen und Ängste seiner Hauptdarstellerinnen feinfühlig und humorvoll inszeniert. Der traurig-fröhliche Soundtrack von Manu Chao untermalt einen nachdenklich verträumten Film, in dem es zwar irgendwie um Prostitution geht, aber viel dringender noch um Freundschaft, Glück und falsche Vorurteile.

Domésticas

BRA

2000

Fernando Meirelles und Nando Olival

Claudia Missura, Graziella Moretto, Lena Roque, Olivia Araujo

In Brasilien gibt es so etwas wie ein unsichtbares zweites Land, jenes der Domesticas, der Hausangestellten. Sie hei?en Cida, Roxanne, Quitéria oder Raimunda und sind tagaus tagein damit beschäftigt, anderen den Haushalt zu besorgen und das Haus sauber zu halten. Alle träumen sie von einer glücklichen Heirat, einem besseren Mann oder einer Karriere als Mannequin. DOMÉSTICAS ist nun nicht etwa ein dokumentarischer Report über Hausangestellte, es ist vielmehr ein schmissiger Spielfilm voller Witz und Humor, der für einmal ganz einfach Menschen hinter den Kulissen einer lateinamerikanischen Gro?stadt zu Hauptfiguren macht. Es ist eine Komödie mit hervorragenden Schauspielerinnen, die so echt wirken, dass man mitunter das Gefühl bekommt, sie alle seien längst wieder in den Küchen am Putzen. Es ist auch ein Film voll kleiner Hoffnungen aus dem Alltag. „Unterhaltsam und leicht, traurig und sexy“ (Variety)

City Of God

BRA/FRA/USA/DEU

2002

Fernando Meirelles, Kátja Lund

Alexandre Rodrigues, Leandro Firmino da Hora, Matheus Nachtergaele, Phellipe Haagensen

Die Stadt Gottes: Favelas am Rande von Rio de Janeiro. In diesen Armutsvierteln kämpft sich eine Gruppe von Jugendlichen durch das Leben, zwischen der Hoffnung auf Verwirklichung ihrer Träume und einem harten Bandenkrieg. Der Film beginnt in den 1960er Jahren und erstreckt sich über zwei Jahrzehnte, in denen die Brutalität des Favela-Lebens ungeschönt dargestellt wird. Durch die Augen des jungen Buscapé, der gerne Pressefotograf werden möchte, wird die Transformation einer Jugendbande von harmlosen Streichen zu skrupellosen Gangstern nahegebracht. „Freundschaft und Verrat. Liebe und Tod… Eine packende Geschichte“ (Süddeutsche Zeitung)

Das Drehbuch von CITY OF GOD basiert auf dem gleichnamigen Roman von Paulo Lins, der selbst in der Favela Cidade de Deus aufwuchs. Um eine größere Authentizität zu erreichen, besetzte Fernando Meirelles das Schauspieler-Ensemble des Films fast ausschließlich mit Jugendlichen aus den Elendsvierteln von Rio. In seinem Heimatland hat der Film damals eine Debatte über die Zustände in den Favelas angeregt.

Das Land der Heiligen

ITA

2015

Fernando Muraca

Valeria Solarino, Lorenza Indovina, Antonia Daniela Marra, Ninni Bruschetta

Das Land der Heiligen: Das ist Kalabrien, die südlichste Region auf dem italienischen Festland. Hier spielt dieser Mafia-Thriller aus ungewohnter Perspektive. Es geht um Assunta, Witwe eines Mafioso und frisch verheiratet mit ihrem Schwager, auf Geheiß des örtlichen ’Ndrangheta-Paten. Und um Vittoria, Staatsanwältin aus Norditalien, die das Schweigen der Frauen innerhalb des patriarchalischen ’Ndrangheta-Systems brechen will. DAS LAND DER HEILIGEN ist damit kein typischer Mafia-Krimi: Er schildert jenseits der Konventionen und der Klischees die Machtkämpfe innerhalb und außerhalb der ehrenwerten Familie aus konsequent weiblicher Sichtweise, mit der er das brutale und rücksichtslose Vorgehen des Clans mit seinem dichten Netz aus Drogenhandel, Erpressung und Mord betrachtet.
„Was diesen großartigen Film auszeichnet, ist die Härte in den Dialogen und in den Gesichtern der Frauen, die sich in reiner und fundamentaler Feindschaft gegenüberstehen.“ (Süddeutsche Zeitung)

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