Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Alles fliegt dir um die Ohren - Comin’ at Ya!

USA/ITA/ESP

1981

Ferdinando Baldi

Tony Anthony, Gene Quintano, Victoria Abril

Revolverheld H. H. Hart will sein gesetzloses Leben hinter sich lassen und seine große Liebe Abilene zu heiraten. Doch das Glück währt nur kurz: Die schmierigen Brüder Pike und Polk überfallen die Hochzeit und entführen Abilene. Gemeinsam mit anderen geraubten Frauen soll sie an zahlungskräftige Abnehmer versteigert werden. Hart bleibt keine Wahl – er nimmt die Verfolgung auf, um seine Geliebte zu retten und mit den Entführern abzurechnen.

Sowohl Spaghettiwestern als auch 3D-Filme galten Anfang der 1980er als Relikte längst vergangener Kinozeiten. ALLES FLIEGT DIR UM DIE OHREN traute sich, beides zu kombinieren. Heraus kam ein Western mit Trash-Appeal voller Gewaltspitzen, Slow-Motion-Sequenzen und einem pausenlosen Feuerwerk an Pop-Out-Effekten, die direkt ins Publikum zielen. Die Independent-Produktion wurde zum Überraschungserfolg und löste eine neue 3D-Welle in Hollywood aus.

Was geschah mit Bus 670?

MEX/ESP

2020

Fernanda Valadez

Mercedes Hernández, David Illescas, Juan Jesús Varela

Eine Mutter sucht ihren verlorenen Sohn: Der mexikanische Teenager Jesús war zusammen mit einem Freund per Bus unterwegs in Richtung USA – jenseits der Grenze versprechen sie sich ein besseres Leben. Und dann ist Jesús verschwunden. Wie so viele Menschen im Grenzgebiet, wo Moral- und Gesetzlosigkeit herrschen. Als Monate später die Leiche von Jesús’ Freund auftaucht, macht sich seine Mutter Magdalena auf den Weg in die Todeszone Nord-Mexikons, einem der gefährlichsten Orte der Welt. Im Niemandsland begegnet sie anderen, die ihr Schicksal teilen. Und irgendwo liegt, vielleicht, die Wahrheit. Und sie kann schockierend sein.
Bildgewaltig, spannend, emotional erzählt Fernanda Valadez ein Drama mit Thrillerqualität, das zu einer immer intensiveren Erfahrung wird. Für ihren Film erhielt sie unter anderem auf dem Sundance Festival den Publikumspreis und die Auszeichnung für das beste Drehbuch und auf dem Filmfestival Zürich den Preis als bester internationaler Spielfilm.

Ich Werde Laufen Wie Ein Verrücktes Pferd

FRA

1973

Fernando Arrabal

George Shannon, Hachemi Marzouk, Emmanuelle Riva

In seinem zweiten Film erzählt Arrabal eine allegorische Liebesgeschichte, die er mit einer teilweise verstörenden, teilweise grotesken Schockästhetik aufbereitet und sich so Alejandro Jodorowsky episodischen Hauptwerken EL TOPO und MONTANA SACRA annähert. Dieser Film ist exemplarisch für den „zweiten Frühling“ des filmischen Surrealismus. Nach dem Tod seiner überdominanten Mutter, die ihn getrieben von religiösem Wahn seit frühester Kindheit in bizarren Ritualen zum Heiligen und Märtyrer stilisiert hat, flieht Aden Rey aus der Stadt in eine namenlose Wüste. Dort trifft er auf einen Eremiten namens Marvel, der mitten im Nirgendwo zu leben scheint und u.a. über die Fähigkeit verfügt, mit Tieren und den Elementen zu sprechen. Die Gemeinschaft des kleinwüchsigen Schamanen öffnet Aden die Augen für die schlichte Schönheit der Natur. Als Aden seine Rückkehr in die Zivilisation plant, bittet er Marvel, ihn zu begleiten, um ihm nun im Gegenzug die wunderbare Welt der Moderne und des technologischen Fortschritts zu zeigen. Aber die Erfahrungen in der Wüste haben nicht nur Marvels Sicht der Dinge verändert…

Viva La Muerte

Frankreich

1970

Fernando Arrabal

VIVA LA MUERTE basiert auf Arrabals autobiografischem Roman „Baal Babylone“ (1958), in dem er die Ereignisse seiner Kindheit verarbeitet. Sein Vater war in Melilla (Spanisch-Marokko) als republikanischer Offizier stationiert. Bei dem Putsch Francos 1936 wurde er verhaftet und von der Mutter für tot erklärt, die mit den Kindern nach Spanien zurückkehrte. Das Trauma von Arrabals Kindheit ist die Ahnung, daß die Mutter selbst den Vater verraten hat. VIVA LA MUERTE – Es lebe der Tod! war der Schlachtruf der Faschisten im spanischen Bürgerkrieg, die zu Beginn des Films mit dröhnendem Lautsprecher an dem kleinen Jungen Fando vorbeifahren. Der Junge erlebt den Bürgerkrieg, der seine Familie zerstört, als alltägliches Drama, das seine persönliche Entwicklung nachhaltig prägt. Immer wieder sucht er Kontakt zu seiner fast inzestuös verehrten Mutter, die ihn mit katholischen Sühnemaßnahmen unterdrückt. Zudem wird er von seiner Tante verführt, die ihren religiösen Wahn mit sadomasochistischen Praktiken auslebt. Unfähig, seine Erlebnisse zu verarbeiten, steigert er sich in bizarre Traumwelten voll blutiger Rituale und beginnt selbst, grausame Streiche zu spielen. Mit einem Vortrag von Peter Wegner zu dem Thema „Die Sehnsucht nach dem Vater“.

Isla Bonita

ESP

2016

Fernando Colomo

Fernando Colomo, Olivia Delcán, Nuria Román, Miguel Ángel Furones

Lebenskrisen, Liebeswirren und die Schönheit von Menorca: Auf die Baleareninsel verschlägt es den alternden Werbefilmer Fer, der nach seiner Scheidung den alten Kumpel Miguel Ángel besucht; untergebracht wird er im Gästezimmer von dessen Künstlerfreundin Nuria, in deren natürliche Lebendigkeit sich Fer alsbald verliebt. Als Nuria kurzfristig die Insel verlassen muss, verstrickt sich Fer in die amourösen Bredouillen ihrer Tochter Olivia, die sich mit zwei Verehrern herumschlagen muss…
Fernando Colomo, Veteran des spanischen Kinos, inszeniert sich selbst in der Hauptrolle in dieser entspannten Sommerkomödie, in der er mit so elegantem wie unaufdringlichem wie verschmitztem Humor Reiz und Lebensgefühl der „isla bonita“ einfängt.

Memoria Del Saqueo – Chronik Einer Plünderung

Argentinien

2004

Fernando E

„Wie ist es gekommen, daß Argentinien, diese ‘Kornkammer der Welt‘, Hunger leiden muß?“ Diese zentrale Frage bewog Regisseur Fernando Solanas dazu, zu den Wurzeln seiner filmischen Tätigkeit zurückzukehren. In MEMORIA DEL SAQUEO – CHRONIK EINER PLÜNDERUNG, kämpft er mit eindringlichen Bildern um die filmische und politische Identität Argentiniens und rechnet mit den dortigen Folgen der neoliberalen Politik in den letzten Jahren ab. Beginnend mit den Volksaufständen in Argentinien blendet er zurück auf die Vorkommnisse, die das reiche Land ruiniert haben, und thematisiert in Interviews und Archivmaterial die Korruption und Verschwendung öffentlicher Gelder. Solana zeigt die Welt jener Globalisierer, die einzig an einer kurzfristigen Gewinnmaximierung für sich selbst interessiert sind und das Land in bürgerkriegsähnliche Zustände gebracht haben. Ein Film der auf beeindruckende Art die katastrophalen Auswirkungen der Globalisierung zeigt. „MEMORIA DEL SAQUEO ist mein Beitrag zur dringend notwendigen Debatte […], daß eine andere Welt möglich ist.“ (Fernando E. Solanas)

Die Reise

RA/F

1992

Fernando E. Solanas

Walter Quiroz, Soledad Alfaro, Ricardo Bartis, Cristina Becerra

Der 17jährige Martin Nunca lebt mit seiner Mutter und dem Stiefvater in Ushuaia, dem südlichsten Zipfel Argentiniens. Dort ohne Zukunftsperspektive beschließt er, nach seinem Vater zu suchen. Mit seinem Fahrrad beginnt er eine Reise quer durch den lateinamerikanischen Kontinent. Zusammen mit Martin lernen wir Südamerikas reichen Mythenschatz, die Geschichte der aztekischen Hochkultur und die Vergangenheit der Indios in den Anden kennen. In faszinierenden Panoramen werden die unwirtlichen Weiten Patagoniens ebenso lebendig wie der Urwald Amazoniens. Martin trifft jedoch auch auf die desolaten Zustände der Gegenwart: soziale Ungerechtigkeit und ökologische Mißstände, und es scheint, als wolle Solanas fragen: „Was ist bloß aus unserem wunderbaren Kontinent geworden?“

El Sur - Der Süden

Argentinien

1988

Fernando E. Solanas

Miguel Angel Sola, Susu Pecoraro

Ein Mann kehrt zurück. Fünf Jahre lang war Floreal als politischer Flüchtling in Gefängnissen und Lagern im Süden, in Patagonien. Es ist 1983, das Ende der Militärdiktatur in Argentinien. Floreal wandert ruhelos durch das nächtliche Buenos Aires. Es ist eine Rückkehr in eine veränderte Stadt, in einen politischen Umbruch, in eine frühere Liebesgeschichte. Alles ist neu, anders: Das alte Viertel, die Lokale, Gesichter, Geräusche, der Klang des Bandoneons. Das Meisterwerk von Fernando E. Solanas kommt als Wiederaufführung mit neu gezogenen Kopien in die Kinos. Trotz seiner bitteren Züge ist der Film voll subtiler Heiterkeit, geprägt von der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. „Wer Tangos liebt, der wird diesem Film verfallen.“ (DIE ZEIT)

Carne De Perro - Dog Flesh

CHL

2012

Fernando Guzzoni

Alejandro Goic, Daniel Alcaíno

Zorn, Einsamkeit und Selbsthass prägen Alejandros Leben. Unter dem Regime Pinochets war er ein grausamer Folterer, jetzt soll er zum rechtschaffenen Demokraten „umgeschult“ werden. Doch er besucht die dafür vorgesehenen Kurse kaum, versinkt stattdessen in dunklen Träumen und droht von den Dämonen der Vergangenheit immer wieder eingeholt zu werden. Kann er sich selbst neu erfinden und die Wunden, die das diktatorische Regime auch bei ihm, einem „Täter“, hinterlassen hat, aus eigener Kraft heilen?

Princesas

Fernando León de Aranoa

Candela Peña, Micaela Nevárez, MarianaCordero, Llum Barrera, Violeta Pérez, Mónica Van Campen, Flora Álvarez, María Ballesteros, Alejandra Lorente

Die knapp 30-jährige Prostituierte Caye zerreißt sich mit ihren Kolleginnen das Maul über die Konkurrenz aus Lateinamerika, die Kunden mit Dumpingpreisen abwirbt. Das ändert sich, als Caye Zulema kennenlernt. Die junge Frau aus der Dominikanischen Republik musste einen kleinen Sohn zurücklassen und hat in Spanien keine Aufenthaltserlaubnis. Deshalb wird sie von einem sadistischen Bürokraten vom Einwohnermeldeamt erpresst, der sie regelmäßig misshandelt. Als Caye der Kollegin hilft, entsteht eine nicht unkomplizierte Frauenfreundschaft. Der spanische Regisseur Fernando León de Aranoa („Montags in der Sonne”) hat einen Film geschrieben und gedreht, der die Sorgen und Ängste seiner Hauptdarstellerinnen feinfühlig und humorvoll inszeniert. Der traurig-fröhliche Soundtrack von Manu Chao untermalt einen nachdenklich verträumten Film, in dem es zwar irgendwie um Prostitution geht, aber viel dringender noch um Freundschaft, Glück und falsche Vorurteile.

Domésticas

BRA

2000

Fernando Meirelles und Nando Olival

Claudia Missura, Graziella Moretto, Lena Roque, Olivia Araujo

In Brasilien gibt es so etwas wie ein unsichtbares zweites Land, jenes der Domesticas, der Hausangestellten. Sie hei?en Cida, Roxanne, Quitéria oder Raimunda und sind tagaus tagein damit beschäftigt, anderen den Haushalt zu besorgen und das Haus sauber zu halten. Alle träumen sie von einer glücklichen Heirat, einem besseren Mann oder einer Karriere als Mannequin. DOMÉSTICAS ist nun nicht etwa ein dokumentarischer Report über Hausangestellte, es ist vielmehr ein schmissiger Spielfilm voller Witz und Humor, der für einmal ganz einfach Menschen hinter den Kulissen einer lateinamerikanischen Gro?stadt zu Hauptfiguren macht. Es ist eine Komödie mit hervorragenden Schauspielerinnen, die so echt wirken, dass man mitunter das Gefühl bekommt, sie alle seien längst wieder in den Küchen am Putzen. Es ist auch ein Film voll kleiner Hoffnungen aus dem Alltag. „Unterhaltsam und leicht, traurig und sexy“ (Variety)

City Of God

BRA/FRA/USA/DEU

2002

Fernando Meirelles, Kátja Lund

Alexandre Rodrigues, Leandro Firmino da Hora, Matheus Nachtergaele, Phellipe Haagensen

Die Stadt Gottes: Favelas am Rande von Rio de Janeiro. In diesen Armutsvierteln kämpft sich eine Gruppe von Jugendlichen durch das Leben, zwischen der Hoffnung auf Verwirklichung ihrer Träume und einem harten Bandenkrieg. Der Film beginnt in den 1960er Jahren und erstreckt sich über zwei Jahrzehnte, in denen die Brutalität des Favela-Lebens ungeschönt dargestellt wird. Durch die Augen des jungen Buscapé, der gerne Pressefotograf werden möchte, wird die Transformation einer Jugendbande von harmlosen Streichen zu skrupellosen Gangstern nahegebracht. „Freundschaft und Verrat. Liebe und Tod… Eine packende Geschichte“ (Süddeutsche Zeitung)

Das Drehbuch von CITY OF GOD basiert auf dem gleichnamigen Roman von Paulo Lins, der selbst in der Favela Cidade de Deus aufwuchs. Um eine größere Authentizität zu erreichen, besetzte Fernando Meirelles das Schauspieler-Ensemble des Films fast ausschließlich mit Jugendlichen aus den Elendsvierteln von Rio. In seinem Heimatland hat der Film damals eine Debatte über die Zustände in den Favelas angeregt.

Das Land der Heiligen

ITA

2015

Fernando Muraca

Valeria Solarino, Lorenza Indovina, Antonia Daniela Marra, Ninni Bruschetta

Das Land der Heiligen: Das ist Kalabrien, die südlichste Region auf dem italienischen Festland. Hier spielt dieser Mafia-Thriller aus ungewohnter Perspektive. Es geht um Assunta, Witwe eines Mafioso und frisch verheiratet mit ihrem Schwager, auf Geheiß des örtlichen ’Ndrangheta-Paten. Und um Vittoria, Staatsanwältin aus Norditalien, die das Schweigen der Frauen innerhalb des patriarchalischen ’Ndrangheta-Systems brechen will. DAS LAND DER HEILIGEN ist damit kein typischer Mafia-Krimi: Er schildert jenseits der Konventionen und der Klischees die Machtkämpfe innerhalb und außerhalb der ehrenwerten Familie aus konsequent weiblicher Sichtweise, mit der er das brutale und rücksichtslose Vorgehen des Clans mit seinem dichten Netz aus Drogenhandel, Erpressung und Mord betrachtet.
„Was diesen großartigen Film auszeichnet, ist die Härte in den Dialogen und in den Gesichtern der Frauen, die sich in reiner und fundamentaler Feindschaft gegenüberstehen.“ (Süddeutsche Zeitung)

Das Leben – Ein Pfeifen

Cuba

1998

Fernando Pérez

Luis Alberto García, Coralia Veloz, Claudia Rojas, Bebé Pérez, Isabel Santos

„In meinem Film geht es um Absurdität, um Unmögliches und um Zufälle“, erklärt Fernando Pérez. Dargeboten werden diese von der stets glücklichen und pfeifenden Bébé. Sie erzählt die sich kreuzenden Geschichten ihrer drei Freunde in Havanna: Julia, eine verdiente Altenpflegerin, die an unkontrollierten Gähnen und rätselhaften Ohnmachtsanfällen leidet. Der ansonsten lebenslustige Musiker Elpidio Valdés fühlt sich schuldig, weil seine Adoptivmutter Cuba ihn verstoßen hat. Er hat ihren hohen moralischen Ansprüchen nicht genügt. Mariana schließlich ist Tänzerin und hat Keuschheit gelobt, wenn sie den Part der Giselle im Staatstheater von Havanna spielen darf. Alle drei suchen ihr Glück und alle drei werden es finden – jedoch nicht ohne eine schwere Wahl treffen zu müssen. Voll poetischer Bilder und gespickt mit surrealen Einfällen ist DAS LEBEN – EIN PFEIFEN zweierlei: ein Plädoyer für Lebensfreude und gegen Schicksalsergebenheit im allgemeinen, und eine Liebeserklärung an Kuba und seine Hauptstadt im Besonderen. Mit einem Vortrag von Frau E. Tilch-Bauschke zu dem Thema „Die subversive Kraft der Psychoanalyse.“ Mehr Infos zum Film unter www.pegasosfilm.de

Letzte Tage in Havanna – Últimos días en La Habana

CUB

2016

Fernando Pérez

Jorge Martínez, Patricio Wood, Gabriela Ramos, Cristian Jesús Pérez

Miguel und Diego leben gemeinsam in einer heruntergekommenen Wohnung in Havanna. Während Miguel sein Geld als Tellerwäscher verdient und davon träumt, endlich das ersehnte US-Visum zu erhalten, ist Diego aufgrund seiner AIDS-Erkrankung ans Bett gefesselt und wartet auf den Tod. Auch vom Wesen her sind die beiden Männer völlig unterschiedlich: Miguel verschließt sich immer mehr vor seinen Mitmenschen, Diego hingegen möchte seine letzten Tage nicht einsam und alleine verbringen. Als Miguel eines Tages tatsächlich sein Visum erhält, steht er vor einer Entscheidung…
Auf dem Filmfestival Malaga als bester lateinamerikanischer Film ausgezeichnet.
Anschließend Filmdiskussion. In Kooperation mit der Freundschaftsgesellschaft BRD-Cuba

Martí El Ojo Del Canario - Marty, The Eye Of The Canary

CUB

2010

Fernando Pérez

José Martí (1853-1895) war ein kubanischer Dichter und gilt bis heute als Nationalheld und Symbol für den Unabhängigkeitskampf des Landes. Der Film konzentriert sich auf die Zeit Martís als Kind und Heranwachsender. Schon als Jugendlicher sympathisierte er mit dem Widerstand gegen die Spanier, wurde dafür zu Zwangsarbeit verurteilt und nach Spanien ins Exil geschickt. Es war der Beginn, eines Mythos, einer Legende. Fernando Pérez, Jahrgang 1944, drehte in den 1970er Jahren Dokumentarfilme bevor er 1986 mit „Clandestinos“ seinen ersten Spielfilm realisierte. Mit seinen kunstvoll-poetischen und visuell stilisierten Filmen gehört Pérez zu den wichtigsten und berühmtesten Regisseuren Lateinamerikas. Seine Filme „La vida es silbar“, 1998 und „Suite Habana“, 2003 zählen zu den Meilensteinen des kubanischen Kinos. Sein neuer Film über den jungen Martí gewann in Havanna 2010 zahlreiche Preise (u.a. „Beste Regie“). Wir freuen uns, ihn zusammen mit seiner Frau und Filmemacherin Claudia von Aleman nach 2004 erneut als Gast bei Cine Latino begrüßen zu dürfen. Anschließend Filmgespräch mit dem Regisseur. (also leider ab 18)

Suite Havanna

Kuba

2003

Fernando Pérez

Der „beste lateinamerikanische Film 2003“, hat in seinem Heimatland Kuba viele Emotionen geweckt: in Havanna stürmten die Leute das Kino und in Miami rissen sich die Exilkubaner um die ersten Raubkassetten. 24 Stunden im Leben „durchschnittlicher“ Kubaner: Da sind beispielsweise der Bahnarbeiter Heriberto, der gerne Musiker wäre; der Arzt Juan Carlos, der als Clown auftritt, und ein pensionierter Professor für Marxismus, dessen 79jährige Frau an der Ecke der einstigen Prachtstrasse Prado Nüsse verkauft, um die karge Rente aufzubessern. Die einzelnen Geschichten – jede für sich eigentlich unabhängig – überkreuzen sich in dieser Stadt, die trotz ihres Verfalls vor Vitalität strotzt. Pérez komponiert aus Beobachtungen, Klängen, Musik, Gesichtern, Geräuschen, Gesten und Rhythmen seine visuelle Suite und ein Stück Kino, wie man es selten gesehen hat. Auf Dialoge kann er bei diesem Porträt (s)einer Metropole ganz verzichten. Eine Liebeserklärung an eine Stadt, ihre Bewohner und das Kino.

Chico & Rita

ESP/GBR

2010

Fernando Trueba, Javier Mariscal, Tono Errando

Der alte Jazzpianist Chico Valdés hört im Radio seinen eigenen, vor über 60 Jahren komponierten Song, gesungen von der Liebe seines Lebens: Rita Martínez. Er erinnert sich. Und der Film umspannt die Geschichte Kubas seit 1948, eine musikalische Zeitreise mit kubanischem wie amerikanischem Jazz von unter anderem Dizzy Gillespie, Cole Porter, Thelonious Monk. Regisseur Fernando Trueba, Zeichner Javier Mariscal und die kubanische Jazzlegende Bebo Valdés schufen gemeinsam diese schicksalhafte Liebesgeschichte als Bolero der Leidenschaft.

Das Fenster Gegenüber

ITA

2003

Ferzan Özpetek

Giovanna Mezzogiorno, Raoul Bova, Massimo Girotti

Giovanna, verheiratet und zweifache Mutter, schmückt ihren stupiden Alltag in Fabrik und Küche mit heimlichen Blicken durch das Fenster zu ihrem attraktiven Nachbarn Lorenzo von gegenüber. Das Schicksal bringt ihr den alten Mann Davide ins Haus, der ihr nicht nur eine herzzerreißende Liebesgeschichte zu einem Mann nahebringt – nein auch Lorenzo kommt real in ihr Leben. Und Giovanna muß sich entscheiden: zwischen Lorenzo und der Bindung an ihre Familie, zwischen ihrem öden, aber sicheren Job in der Fabrik und einem freien, aber unsicheren Neuanfang als Schülerin Davides, der sie die Backkunst lehren will… Preise: Vier ital. Filmpreise „David di Donatello“ – Bester Film, Beste Musik, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin; Publikumspreis 2004 bei der „Cinema Italia“-Tournee der AG Kino.

La dea fortuna - Die Göttin Fortuna

ITA

2019

Ferzan Özpetek

Stefano Accorsi, Edoardo Leo, Jasmine Trinca, Serra Yilmaz, Filippo Nigro

Alessandro und Arturo sind ein festes Paar – kein Problem im weltoffenen römischen Stadtteil Ostiense. Und doch kriselt es: Der attraktive Alessandro verdient die Brötchen als Klempner und ist Seitensprüngen nicht abgeneigt; Arturo arbeitet als Übersetzer, wäre lieber Schriftsteller und neigt zur Frustration. In die festgefahrene Alltagsroutine kommt Bewegung, als plötzlich Annamaria auftaucht, Alessandros Ex aus einem früheren Lebensabschnitt. Die Alleinerziehende bringt wegen eines Krankenhausaufenthalts ihre beiden Kinder bei Alessandro und Arturo unter…
Wie kann eine Regenbogenfamilie funktionieren, die nicht dem klassischen Mutter-Vater-Kind-Klischee entspricht? Ferzan Özpeteks charmante und warmherzige Komödie mit queerem Touch macht Mut. Und im Hintergrund mischt die Göttin Fortuna mit.

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