Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Saturno Contro - In Ewigkeit Liebe

ITA

2007

Ferzan Ozpetek

Stefano Accorsi, Margherita Buy, Pierfrancesco Favino, Serra Yilmaz

Wir sind in Rom. Die Clique des schwulen Traumpaares Lorenzo und Davide trifft sich zum gemeinsamen Abendessen, es wird getanzt, gelacht und geredet… Doch der ausgelassene Abend steht unter keinem guten Stern, als Davides junger Liebhaber Lorenzo unvermittelt zusammenbricht. Einfach so. Alle stehen unter Schock. Im bleichen Licht des Krankenhausflures wird schnell klar, was geschieht, wenn Freundschaften auf solch eine harte Probe gestellt werden! Weltbilder wanken, Fassaden bröckeln, eine heimliche Affäre kommt ans Tageslicht und Lebenslügen werden entlarvt. Männer beginnen plötzlich, über lange begrabene Gefühle zu reden, während sich die Frauen alle Mühe geben, ihre Geheimnisse zu verbergen. Doch auch – oder gerade – Zeiten größter Trauer bieten die Chance auf ein neu geordnetes Weiterleben danach. So kann auch Lorenzos Vater, der seinen schwulen Sohn einst verstieß, nun endlich Frieden mit Lorenzo – und sich selbst – schließen. Ein optimistischer Film voller Humor über Freundschaft, Tod und Seitensprunge, in dem Regisseur Ferzan Ozpetek („Hamam – Das türkische Bad”, „Die Ahnungslosen”) erneut ein herausragendes Schauspielerensemble versammelt. “BESTER SPIELFILM” Publikumspreis VERZAUBERT Filmfestival

Das Nest – O Ninho

BRA

2016

Filipe Matzembacher, Márcio Reolon

Nicolas Vargas, Sophia Starosta, Lucas Riedl, Felipe Paes. Miniserie

Der junge Soldat Bruno desertiert von seiner Truppe, um in der brasilianischen Metropole Porto Alegre nach seinem verschollenen Bruder Leo zu suchen. Von Leo fehlt scheinbar jede Spur, doch Bruno lernt dessen Freunde kennen: die Barfrau Stella, die Party-Kids Iggy, Ariel und Kin und deren "Generalin", die Club-Besitzerin und Drag-Queen Marlene. Bruno, bedroht vom Militär und allgegenwärtiger Homophobie, lässt sich immer mehr auf sexuelle Experimente und lustvolle Exzesse, aber auch auf die familiäre Geborgenheit der Gang ein.
Diese innovative brasilianische Miniserie – erfolgreich auf Festivals weltweit – erzählt in kraftvoll leuchtenden Bildern vom subversiven Entwurf einer alternativen Familie queerer Paradiesvögel

Hard Paint

BRA

2018

Filipe Matzembacher, Marcio Reolon

Shico Menegat, Bruno Fernandes, Guega Peixoto, Sandra Dani, Frederico Vasques

Pedro verdient sein Geld in Chatrooms. Dort verwandelt er sich in NeonBoy: Mit Farbe bemalt er seinen nackten Körper, in Schwarzlicht leuchtet er. Gegen Geld trifft er sich mit einem der User im privaten Chat, verabredet sich gar mit ihm zu einem Date. Und er bemerkt, dass jemand seine Shows imitiert …
Das visuell überragende Drama porträtiert mit großer Zärtlichkeit und viel Sensibilität die Identitätssuche in einer zunehmend homophoben brasilianischen Gesellschaft: „Ein farbenfroher, neonschimmernder Befreiungstanz.“ (spielfilm.de) Gewinner des Teddy Award 2018.

Seashore

BRA

2015

Filipe Matzembacher, Marcio Reolon

Mateus Almada, Mauricio Jose Barcellos

Coming-of-Age-Drama aus Brasilien: Tomaz und Martin sind keine Kinder mehr, sondern stehen an der Schwelle zum Erwachsenendasein. Weil Martins Familie eine Erbschaftsfrage klären muss, schickt sein Vater ihn in den südlichen Teil ihres Heimatlandes Brasilien. Tomaz begleitet seinen Freund auf diese Reise. Vor der Kulisse rauschender Winter-Wellen loten Tomaz und Martin ihr Verhältnis zueinander neu aus. Ein Film über eine Freundschaft und eine ganze Generation, deren sexuelle Präferenzen sehr flexibel sind. Weltpremiere im Forum der Berlinale 2015.

Wir beide

FRA/LUX/BEL

3019

Filippo Meneghetti

Barbara Sukowa, Martine Chevallier, Léa Drucker, Jérôme Varanfrain

Nina ist für die meisten die nette Nachbarin von nebenan. Aber für Madeleine ist sie die Liebe ihres Lebens. Die Deutsche und die französische Witwe sind in ihren Siebzigern, und schon seit Jahrzehnten führen sie eine geheime Beziehung. Doch Madeleine hat nicht den Mut, ihren erwachsenen Kindern die Wahrheit zu sagen. Als sie einen Schlaganfall erleidet, hat Nina keine Möglichkeit mehr, die Geliebte heimlich zu besuchen…
Einfühlsam beschreibt der Film eine große Liebe im Verborgenen. Martine Chevallier überzeugt als Familienmutter, die sich gesellschaftlichen Konventionen beugt, Barbara Sukowa als Kämpferin, die bereit ist, für die Liebe alles aufs Spiel zu setzen.
In Kooperation mit LSBTI-Beauftragung der Stadt Mannheim
Vorstellung der in Gründung befindlichen Gruppe „Lesben ab 60 Jahren“

Kleine Wunder In Athen

GRC/DEU

2009

Filippos Tsitos

Antonis Kafetzopoulos, Anastasis Kozdine

Finanzkrise oder nicht. Der Grieche, speziell der griechische Mann, zieht sein Ding durch, wie es ihm beliebt. Im Herzen leicht anarchistisch und der Obrigkeit misstrauend, baut er sich seinen eigenen kleinen Mikrokosmos, der am besten unveränderlich zu bleiben hat, so wie er sich das erdacht hat. Stavros, der zusammen mit seiner kranken Mutter in Athen lebt und einen kleinen Laden betreibt, erlebt, wie seine Existenz plötzlich erschüttert wird, als er erfährt, dass er womöglich überhaupt kein Grieche ist. Süffisanter und mit liebevoller Bosheit inszenierter Film, der seinen Helden die Hosen runterlässt, ohne ihnen ihre Würde zu rauben. (ohne Altersbeschränkung)

My Sweet Home

DEU/GRC

2000

Filippos Tsitos

Harvey Friedman, Nadja Uhl, Mario Mentrup, Monika Hansen, Neil d’Souza

Berlin im neuen Jahrtausend: Zwölf Muttersprachen und kein Vaterland. In der Berliner Szenekneipe Globus feiern Bruce und Anke ihren Polterabend. Einziger Gast ist Ankes Mutter, die – weil gegen die Hochzeit – schließlich rausgeworfen wird; ansonsten gesellen sich die zufällig anwesenden Kneipengäste zu dieser skurrilen Feier, Gestrandete aller Nationen mit ihren eigenen Träumen und individuellen Problemen. Getragen von der mitreißenden Musik der Balkan All Stars (SCHWARZE KATZE, WEISSER KATER) gesteht einer nach dem anderen sein Scheitern ein – und wer besonders viel Mut besitzt, beichtet dies den eigenen Eltern am Telefon. MY SWEET HOME ist eine bitter-süße Liebesgeschichte, eine charmante Parabel über große und kleine Lebenslügen, von Filippos Tsitos mit viel Feingefühl und Sinn für trockenen Humor inszeniert.

23. Mannheimer Filmseminar

Filmtalk mit Sascha Keilholz und Kathrin Lämmle + Spielfilm "On Swift Horses"

Gespräch, Diskussion, Kurzfilm "Wir schwimmen", Langfilm "On Swift Horses"

Die Film Commission Nordbaden lädt am 25. Juni zum Filmtalk ins Cinema Quadrat. Gäste sind Sascha Keilholz, Leiter des Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg, und Kathrin Lämmle, Projektleiterin von Girls Go Movie. Das IFFMH ist eines der ältesten Filmfestivals in Deutschland und zeigt vornehmlich Filmentdeckungen von jungen Kinokünstler*innen. Girls Go Movie ist ein deutschlandweit einmaliges Film- und Medienformat, das sich an Mädchen und Frauen* von 12 bis 27 Jahren richtet, um eigene Kurzfilme konzipieren und inszenieren zu können.

Gezeigt wird der Girls-Go-Movie-Film WIR SCHWIMMEN (2018, R: Georgia Bauer und Rahel Jung). Im Anschluss an den Talk läuft die queere Dreiecksgeschichte ON SWIFT HORSES (USA 2024, R: Daniel Minahan, 120 Min., EnglOmdtU, FSK: 12): Muriel lebt mit ihrem Ehemann Lee und dessen Bruder Julius glücklich zu dritt. Doch Julius zieht es nach Las Vegas, zum Glückspiel – dort lernt er Henry kennen und lieben. Und Muriel gewinnt bei heimlichen Pferdewetten – und sie lernt Sandra kennen…

Sisters In Law

GBR

2005

Florence Ayisi & Kim Longinotto

Beatrice Ntuba, Vera Ngassa

Die Richterin Beatrice Ntuba und die Staatsanwältin Vera Ngassa arbeiten in Kumba, einem kleinen Ort im Südwesten Kameruns, und begreifen sich als Anwältinnen von Frauen, die Opfer von Gewalttaten wurden. SISTERS IN LAW verfolgt die Verhandlung dreier Delikte aus dem Dorf: Ein kleines Mädchen wurde von ihrer Tante misshandelt, eine junge Frau beschuldigt ihren Nachbarn, sie vergewaltigt zu haben, und eine Ehefrau will sich nach Jahren der Qual von ihrem jähzornigen Mann scheiden lassen. Ein leidenschaftlicher Film über das pralle Leben in Afrika.

La Yuma - Die Rebellin

NIC

2009

Florence Jaugey

Yuma ist jung, fröhlich und lebenshungrig. Doch das Milieu, in dem sie aufgewachsen ist, bietet ihr wenig Perspektiven. Nur als erfolgreiche Boxerin sieht sie eine Chance, den Armenvierteln von Managua zu entkommen, wo sich die Gangs um die Kontrolle über die Straßen streiten. Dann begegnet sie Ernesto, einem jungen Journalismus-Studenten. Ihr Leben erfährt eine plötzliche Wendung. Für Yuma eröffnet sich eine völlig neue Welt – mit anderer Musik und einem anderen Lebensgefühl. Eine Liebesgeschichte beginnt, die jedoch aufgrund der sozialen Gegensätze zum Scheitern verurteilt zu sein scheint. Yuma muss für ihr Glück und ihre Zukunft weiterkämpfen. „La Yuma“ ist der erste Spielfilm aus Nicaragua seit 20 Jahren. „Eine glaubwürdige Milieustudie von vibrierender Intensität. Voller Charme, lebensfrohen Figuren und einem fast verzweifelt zu nennenden Humor.“ (Die Welt) Florence Jaugey, 1959 in Nizza geboren, studierte Schauspiel und arbeitete in Frankreich am Theater und für Kino und Fernsehen. Seit 1990 lebt sie in Nicaragua, gründete die Produktionsfirma „Camila Films“ und drehte mehrere Kurz- und Dokumentarfilme. Für ihren Kurzfilm „Cinema Alcazar“ erhielt sie 1998 auf der Berlinale den Silbernen Bären. Mit ihrem Debütfilm “La Yuma“ gewann sie international Auszeichnungen, u.a. Alma Blanco als „Beste Darstellerin“ beim Filmfest in Guadalajara und Cartagena.

Die Odyssee

FRA/DEU/CZE

2020

Florence Miailhe

Das kleine Dorf, in dem die Geschwister Kyona und Adriel aufwachsen, wird eines Nachts überfallen. Die Familie ist gezwungen, vor der eskalierenden Gewalt zu fliehen. Als Kyona und Adriel von ihren Eltern getrennt werden, müssen sie ihren weiteren Weg alleine gehen. So beginnt eine heldenhafte Reise, die die beiden Kinder über einen Kontinent voller Gefahren führt. Sie schließen neue Freundschaften, aber immer wieder holen sie der Krieg und ihre eigene Geschichte ein. Auf ihrer Suche nach Sicherheit und Freiheit lassen sie ihre Kindheit hinter sich.
Inspiriert von der Flucht ihrer Urgroßeltern aus Odessa schuf die Künstlerin Florence Miailhe einen beeindruckenden Film, an dem sie zehn Jahre arbeitete: Der Film besteht aus 120.000 Einzelbildern, gemalt mit Öl auf Glas – eine aufwändige Technik, die erstmals für einen abendfüllenden Film angewandt wurde. Der mehrfach ausgezeichnete Film besticht durch die zarte Schönheit, mit der Krieg, Vertreibung, Flucht, Hunger, Angst und Verheerung geschildert werden – für erwachsenes wie für jugendliches Publikum: „Ein Film, wie man ihn nie zuvor gesehen hat.“ (programmkino.de)

My Way – Ein Leben für das Chanson

FRA/BEL

2012

Florent Emilio Siri

: Jérémie Renier, Benoît Magimel, Monica Scattini, Ana Girardot

Claude François wird im Jahr 1939 in Ägypten als Sohn italienisch-französischer Auswanderer geboren. Bereits in jungen Jahren interessiert sich „Cloclo“ sehr stark für Musik, und nach seinem Umzug an die Côte d’Azur 1956 kann er diese Leidenschaft auch zu seinem Beruf machen, zunächst als Schlagzeuger in verschiedenen Jazz-Combos. Die ersten Jahre sind schwer, bis Cloclo 1962 mit „Belles Belles Belles“ einen ersten Hit als Chansonnier landet. Fortan schreibt er eigene Lieder. Und erlangt 1967 mit „Comme d’habitude“ Weltruhm – ein Lied, das mit englischem Text von Frank Sinatra unter dem Titel „My Way“ gecovert wurde…
Regisseur Florent-Emilio Siri erzählt in diesem Biopic – gespickt mit einer Vielzahl von Chansons – die Geschichte von Claude „Cloclo“ François, die von Höhenflügen und von Tiefschlägen geprägt war, mit großem Erfolg, tragischen Liebesgeschichten, einem schweren Autounfall und einem viel zu frühen tragischen Ende.
Einführung: Solenne Delagarde und Anne-Lucie Robin, Institut français Mannheim

Havanna - Die Neue Kunst Ruinen Zu Bauen

DEU

2006

Florian Borchmeyer

Cuba, im 47. Jahr der Revolution, ein Jahr vor den Feierlichkeiten zu Fidel Castros achtzigstem Geburtstag: Während sich der Líder Máximo scheinbar noch bester Gesundheit erfreut, sind in der revolutionären Hauptstadt Havanna die Spuren des Verfalls allerorts sichtbar. Einstürzende Bauwerke aus allen Epochen der cubanischen Geschichte finden sich an fast jeder Straßenecke. Was die Ruinen Havannas von denen anderer Orte wie Rom oder Athen unterscheidet: sie sind bewohnt. In HAVANNA – DIE NEUE KUNST, RUINEN ZU BAUEN gewähren uns fünf Ruinenbewohner Zugang zu ihrem Leben und ihrem Lebensraum. Im Wechsel erzählen diese Personen ihre Geschichte, die eng mit der Geschichte ihres Wohnortes verbunden ist – und wie diese eine Chronik des Kampfs gegen den Verfall und gegen die Ruinenbildung ist. Denn auch ein Mensch kann zur Ruine werden.

Jesus liebt mich

DEU

2012

Florian David Fitz

Florian David Fitz, Jessica Schwarz

Jesus ist ein Mensch, aber nicht von dieser Welt – das hat nicht nur religiöses, sondern auch komisches Potential. Das hat den Roman von David Safier und auch das nach ihm gedrehte Spielfilmdebüt des Schauspielers Florian David Fitz inspiriert. Und der macht aus der Jesus-Story anders als Monty Python keine Satire, sondern eine romantische Komödie: Kaum hat sie ihre Hochzeit verpatzt, verliebt sich Marie in einen Fremden, den sie auf der Straße trifft. Es ist Jeshua, der aus Galiläa zu kommen behauptet. Hoffentlich kein Terrorist! Ziemlich spät dämmert Marie, dass sie ihr Herz ausgerechnet an den Messias verloren hat, der wenige Tage vor der Apokalypse in ein ländliches bayrisches Idyll gekommen ist, um sich ein Bild vom Zustand der Menschheit zu machen. Die dennoch eher entspannte Stimmung des Films entspricht dem Song „Nur noch kurz die Welt retten“ von Tim Bendzko, den Fitz in den Soundtrack des Films aufgenommen hat.
Nach dem Film diskutieren Karsten Visarius und Andreas Engelschalk über das Spannungsverhältnis zwischen der Gattung Komödie und religiösem Ernst.

Grenzgänger

AUT

2012

Florian Flicker

Andrea Wenzl, Andreas Lust

An der österreichisch-slowakischen Grenze bewirtschaftet das Ehepaar Hans und Jana Fischer in trauter Zweisamkeit und abgeschieden von der Großstadt ein Gasthaus. Nach Einbruch der Dunkelheit helfen die Fischers illegalen Flüchtlingen über die Grenze. Und obwohl die Grenzwache des Bundesheeres über das Treiben der Wirte Bescheid weiß, fehlen doch die stichhaltigen Beweise. So wird der junge Präsenzdiener Ronnie auf das Paar angesetzt. Als mehr oder weniger ungebetener Gast lässt er sich im Gasthaus nieder. Zwischen Hans, Jana und Ronnie entwickelt sich im öden Sumpfgebiet der March-Au schnell eine verstrickte Dreiecksbeziehung. Eingebettet in den politischen Rahmen europäischer Grenzen, zeigt der Film den Menschen als Spielball politischer Interessen. Flicker und sein exzellentes Darsteller-Trio haben die Figuren bei ihrem packenden Liebesspiel um Vertrauen, Verrat und Eifersucht dramaturgisch präzise im Griff und halten gekonnt die Balance der Macht.

Traumnovelle

DEU

2024

Florian Frerichs

Nikolai Kinski, Laurine Price, Detlev Buck, Nora Islei, Bruno Eyron, Sharon Kovacs

Jakob hält sich als Arzt, Mann, Intellektueller für den Herrn seiner Lebenswelt. Doch nach einem Einblick in die erotischen Fantasien seiner Frau zerbröckelt die gutbürgerliche Fassade. Er verliert sich in sexuellem Verlangen, in unbestimmten Sehnsüchten, in verborgenen Begierden.

Der Erotikthriller adaptiert Arthur Schnitzlers gleichnamige Novelle, verwebt sie mit Motiven aus Verdis Oper „Un ballo in maschera“ und versetzt das Geschehen ins heutige Berlin, zwischen Prunk und Zerfall, zwischen Liebenswürdigkeit und Ekel, mit seiner morbiden Vitalität und dem ständigen Versprechen auf Neuanfang. „Ein filmischer Traum in einem Traum von hypnotischer Qualität, verführerisch und faszinierend.“ (artechock.de)

Wholetrain

DEU

2005

Florian Gaag

Mike Adler, Florian Renner, Elyas M’Barek, Jacob Matschenz

Was für eine Überraschung – ein Graffiti-Film aus Deutschland und auch noch ein guter! WHOLETRAIN erzählt die Geschichte einer Crew von vier Graffiti-Writern, die sich der Szene mit ihren eigenen Hierarchien, Werten, Regeln und Codes verschrieben haben. KSB (Keep Steel Burning), so der Name der Crew, haben die Stadt „im Griff“. Ihre Pieces auf den Bahnen rollen selbst durch die entlegensten Viertel der Stadt und verschaffen KSB Ruhm und Anerkennung. Als eine andere Crew in der Stadt auftaucht und KSB in ihrer Writer-Ehre verletzt, entbrennt ein kreativer Wettstreit, der das Leben der vier Protagonisten für immer verändern wird. Ein tolles Debutwerk von Florian Gaag, der früher natürlich selbst mit Sprühdose und Edding unterwegs war…

Klasse Deutsch

DEU

2018

Florian Heinzen-Ziob

n der Schulklasse B206 ist vieles anders: Denn nur zwei Jahre hat die Lehrerin Ute Vecchio Zeit, um Kinder, die aus dem Ausland neu nach Deutschland gekommen sind, auf das deutsche Schulsystem vorzubereiten. Dabei fängt sie oft mit den einfachsten Dingen an, wie dem Unterschied zwischen „finden“ und „erfinden“ und wer eigentlich Bastian Schweinsteiger ist. Doch so unterschiedlich die Länder und Kulturen sind, aus denen die Kinder kommen, so vielschichtig sind auch die Herausforderungen für Ute Vecchio, die sie mit viel Leidenschaft angeht. Da gibt es zum Beispiel die ehrgeizige und resolute Pranvera, die regelmäßig beim Armdrücken gegen die Jungs gewinnt, aber erleben muss, wie ihre beste Freundin abgeschoben wird. Ferdi hingegen hat nur vier Monate Zeit, den Schulstoff aus vier Jahren nachzuholen, um so seinen Traum von einem Job als Automechaniker doch noch wahr werden zu lassen. Auch der fröhliche Kujtim hat in seinem bewegten Leben vier Sprachen gelernt, kann aber keine einzige schreiben. Somit steht Ute Vecchio vor einer vielseitigen Mammutaufgabe.
Zusammen mit Kindern aus aller Welt durchleben die Kinozuschauer*innen den turbulenten Schulalltag mit der kniffligen deutschen Sprache. Wer wünscht sich da nicht genau so eine Lehrerin wie die charismatische Kölnerin Ute Vecchio!
Diskussionspartnerin: Nina Aleric, Regionalreferentin Bildung, International Rescue Committee
Auch am Di. 17.03.2020, 10.00 Uhr exklusiv für Schulklassen; ab 8. Klasse

Original Copy – Bollywood ist unser Leben

DEU

2015

Florian Heinzen-Ziob, Georg Heinzen

„Alfred Talkies“: In dem alten Hindi-Filmpalast rattern 35mm- Kopien durch die museumsreifen Projektoren: Billige B-Pictures, in denen viel geprügelt und noch mehr geschossen wird. Ein Kino im Herzen Mumbais, völlig aus der Zeit gefallen, aufrechterhalten von unerschrockenen Mitstreitern: Der distinguierten Chefin, die das Kino eigentlich nicht übernehmen sollte, weil sie eine Frau ist. Dem peniblen Manager, der genau weiß, was sein Publikum will. Und Sheikh Rehman, dem kettenrauchenden Filmplakatmaler, der im Stil alter Meister hinter der Kinoleinwand sein Atelier betreibt – Künstler, Guru, Komödiant, Philosoph. Doch Filmposter werden heute auf Plastik gedruckt, luxuriöse Apartmenthochhäuser vertreiben die Zuschauer. Ein aussichtsloser Kampf. Aber natürlich kein Grund aufzugeben.
In Kooperation mit Zephyr – Raum für Fotografie der Reiss-Engelhorn- Museen. Einführung: Dorothea Kartmann

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