Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Der Pate

USA

1972

Francis Ford Coppola

Marlon Brando, Al Pacino, James Caan, Robert Duvall, Diane Keaton, Talia Shire

Die Vorlage von Mario Puzo; die Regie von Francis Ford Coppola; die Kamera von Gordon Willis; die Musik von Nino Rota; die Darstellung von Marlon Brando, Al Pacino etc. – in DER PATE fügen sich Talent und Genie auf zwingende Weise zusammen. Eine Mafiageschichte, ein Familiendrama, ein Entwicklungsroman, eine Kapitalismusparabel: Mit DER PATE gelang es Coppola, aus einer Auftragsarbeit für Paramount einen der großen Klassiker der Kinogeschichte zu schaffen, ein Filmgenre zu erneuern und den Erfolg von New Hollywood zu festigen – das weltweite Einspielergebnis rettete das Studio vor der Pleite. Auch gewann DER PATE drei Oscars für den besten Film, für das beste Drehbuch und für den besten Hauptdarsteller – wobei Marlon Brando seine Auszeichnung aus Solidarität mit den indianischen Ureinwohnern Amerikas ablehnte.

Der Pate - Teil II

USA

1974

Francis Ford Coppola

Al Pacino, Robert De Niro, Diane Keaton, John Cazale, Robert Duvall.

DER PATE – TEIL II steht seinem Vorgänger in nichts nach: Francis Ford Coppola gelang das Kunststück, seinem erfolgreichen Meisterwerk DER PATE eine ebenso spannende Fortsetzung zu bescheren – die unter anderem sechs Oscars gewann, drei mehr als der erste Teil…
Coppola schreibt die Geschichte von Michael Corleone weiter, der im ersten Teil zum Mafiapaten aufgestiegen war. Und er schildert in einem zweiten Handlungsstrang die Jugend seines Vaters Vito: Robert De Niro spielt die junge Version von Marlon Brando. So spinnt sich die Gangster-Saga um die Corleone-Familie weiter, ein Film vom Gewinn der Macht und dem Verlust der Menschlichkeit, eine Spiegelung der Gesellschaft im kriminellen Untergrund – brillant inszeniert, exzellent gespielt, grandios erzählt.
So grandios, dass er auch ohne Kenntnis des ersten Teiles – den wir im Januar 2017 in der Reihe „Großes Kino“ gezeigt haben – als eigenständiges Werk betrachtet werden kann.

The Outsiders – The Complete Novel

USA

1983

Francis Ford Coppola

Thomas Howell, Matt Dillon, Ralph Macchio, Patrick Swayze, Rob Lowe, Emilio Estevez, Tom Cruise, Diane Lane

Tulsa, Oklahoma, in den 1960er Jahren: Ponyboy und Johnny, beide Mitglieder der Teenagergang „Greasers“, flirten mit Cherry. Doch deren Freund Bob gehört zur Bande der „Socs“ – es kommt zur blutigen Auseinandersetzung zwischen den Greasers, aus ärmlichen Verhältnissen, und den reichen Kids der Socs von der West Side…
1983 verfilmte Francis Ford Coppola den gleichnamigen Jugendbuchbestseller von Susan E. Hinton – den sie 1967 neunzehnjährig geschrieben hatte – über rivalisierende Jugendgangs. THE OUTSIDERS wurde zum Kultfilm über das Teenagerdasein – nicht zuletzt auch wegen der illustren Riege damals unbekannter Jungdarsteller, denen mit diesem Film ihr Durchbruch zum Starruhm gelang. Ursprünglich war der Film vom Studio auf 90 Minuten gekürzt worden; vor einigen Jahren produzierte Coppola eine neue Schnittfassung, die sich enger an die Buchvorlage anpasste und auch den Soundtrack erweiterte. Als Wiederaufführung kommt nun die 4K-Restaurierung des Films erneut in die Kinos.

Ammonite

GBR

2020

Francis Lee

Kate Winslet, Saoirse Ronan, Gemma Jones, James McArdle, Fiona Shaw

Im England des 19. Jahrhunderts bessert Mary Anning das Familieneinkommen auf, indem sie an der Küste von Dorset Fossilien sucht und an Touristen verkauft – Anning ist eine gefeierte, aber wissenschaftlich nicht anerkannte Paläontologin. Auf Wunsch des wohlhabenden Geologen Roderick Murchison kümmert sie sich um dessen melancholische Frau Charlotte. Die beiden Frauen kommen sich näher…
Francis Lee verknüpft in seinem Historiendrama Klassenbewusstsein, Patriarchat, Wissenschaft, die das viktorianische Zeitalter prägten, mit der Liebe zweier Frauen, die sich über gesellschaftliche Konventionen hinwegsetzt: Unaufdringlich und überzeugend spielen Kate Winslet und Saoirse Ronan die (fiktive) Beziehung realer Frauen in der pittoresk-rauen Landschaft der „Jurassic Coast“. AMMONITE feiert dabei insbesondere Mary Anning, eine der ersten Fossilienforscherinnen überhaupt.

God's Own Country

GBR

2017

Francis Lee

Josh O’Connor, Alex Secareanu, Deirdre Saxby, Ian Hart

Johnny lebt bei harter Arbeit in karger Umgebung auf der Schafsfarm seiner Eltern. Er betrinkt sich. Hat schnellen Sex mit diversen Männern. Und dann kommt der rumänische Saisonarbeiter Gheorghe auf die Farm… Begehren, Zärtlichkeit und Geborgenheit: Inmitten der archaischen Landschaft von Yorkshire entwickelt sich eine romantische Liebesgeschichte von harscher Schönheit in authentischen Bildern.
Das vielfach ausgezeichnete Filmdrama erhielt unter anderem vier British Independent Film Awards

Babylon

GBR

1980

Franco Rosso

David N. Haynes,Trevor Laird,Victor Romero Evans, Brinsley Forde

Ein frisch restauriertes, einzigartiges Zeitdokument aus der frühen Thatcher-Ära: BABYLON erzählt vom Jamaikaner David (gespielt von Brinsley Forde, Gitarrist der Reggae-Band Asward), der im Südwesten Londons als Automechaniker arbeitet und nachts als Teil eines Dub-Soundsystems Partys veranstaltet. Wegen seiner Hautfarbe ist er ständiger Diskriminierung und Polizeigewalt ausgesetzt in einem London, das Schwarzen kaum eine Chance lässt. Ein Film voller Wut und Leidenschaft, mit einem fantastischen Soundtrack von Reggae-Produzentenlegende Dennis Bovell. Für Mojo „einer der besten britischen Filme“, Variety urteilt: „BABYLON ist reich, rau und echt, ist bedrohlich, beruhrend, gewalttatig und lustig.

Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

FRA

2003

François Dupeyron

Omar Sharif, Pierre Boulanger, Gilbert Melki, Isabelle Renauld, Isabelle Adjani

Der junge Momo ist plötzlich ganz auf sich allein gestellt. Er hat nur einen einzigen Freund: Monsieur Ibrahim, der arabische Lebensmittelhändler aus der Rue Bleue. Aber die Dinge sind nicht so, wie sie scheinen: Denn die Rue Bleue ist nicht blau, Monsieur Ibrahim ist kein Araber. Und das Leben ist nicht zwangsläufig ein Trauerspiel… MONSIEUR IBRAHIM UND DIE BLUMEN DES KORAN ist eine Geschichte über die wesentlichen Erfahrungen im Leben: Freundschaft und Liebe sowie Abschied und Verlust. Und nicht zuletzt geht es um das Ziel, das alle gemeinsam haben: Glück! Monsieur Ibrahim kennt das Geheimnis des Glücks: Er steht dem jungen Momo bei den ersten wesentlichen Lebenserfahrungen bei, zeigt, wie man(n) Brigitte Bardot eine Flasche Wasser überteuert verkauft und woran man eine reiche Gegend erkennt. Er sensibilisiert für die großen und kleinen Freuden des Alltags, offenbart das Geheimnis des Lächelns, erklärt, wie man einer Frau Komplimente macht, oder warum man nur das behalten kann, was man verschenkt.
Im Anschluss Filmgespräch mit Talat Kamran, Leiter des Mannheimer Instituts für Integration und interreligiöse Arbeit, und Dr. Adrian Tavaszi, Leiter des Offenen Angebots der Mannheimer Abendakademie
In Kooperation mit Abendakademie Mannheim

8 femmes – 8 Frauen

FRA

2002

François Ozon

Danielle Darrieux, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart, Fanny Ardant, Ludivine Sagnier

Der Hausherr ist tot – ein Messer im Rücken lässt keinen Zweifel: Mord. Das Auto ist kaputt, das Telefonkabel durchgeschnitten, und acht Frauen sind gezwungen, den Mörder auf eigene Faust zu finden. Ehefrau und Töchter des Mordopfers, deren Tanten, die Großmutter, Köchin und Hausmädchen verhören sich gegenseitig, und alsbald wird klar, dass jede Motiv und Gelegenheit hatte… François Ozon inszeniert eine Whodunit-Komödie mit Musicalelementen, parodistisch und spannend zugleich. In einem wunderbar künstlichen Ambiente agieren die großen weiblichen Stars des französischen Kinos, „perfekt, stilsicher, antinaturalistisch, zitatenreich und durch und durch originell“, wie der Tagesspiegel urteilte.
Das Darstellerinnen-Ensemble wurde mit dem silbernen Berlinalebären ausgezeichnet, und über eine Million Zuschauer sahen in Deutschland diesen Krimi-Musical-Spaß.
Einführung: Achim Wirths

8 Frauen

FRA

2002

François Ozon

Darrieux, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart, Fanny Ardant, Ludivine Sagnier

Ein Messer im Rücken: Der Hausherr wurde ermordet. Das Auto ist kaputt, das Telefonkabel durchgeschnitten, und acht Frauen sind gezwungen, den Mörder auf eigene Faust zu finden. Sie verhören sich gegenseitig, und alsbald wird klar, dass jede Motiv und Gelegenheit hatte… François Ozon inszeniert eine Whodunit-Komödie mit Musicalelementen, parodistisch und spannend zugleich. In einem wunderbar künstlichen Ambiente agieren die großen weiblichen Stars des französischen Kinos, „perfekt, stilsicher, antinaturalistisch, zitatenreich und durch und durch originell“, wie der Tagesspiegel urteilte.
Das Darstellerinnen-Ensemble wurde mit dem silbernen Berlinalebären ausgezeichnet, und über eine Million Zuschauer sahen in Deutschland diesen Krimi-Musical-Spaß.
Vor dem Film entspannte Atmosphäre mit Chanson-Musik und Sommerdrink „Aperol Spritz“

Der andere Liebhaber

FRA

2017.

François Ozon

Marine Vacth, Jérémie Renier, Jacqueline Hisset, Myriam Boyer

Ein raffinierter erotischer Psychothriller, der in bester Hitchcock-Manier von sexuellen Obsessionen erzählt. Chloé leidet unter rätselhaften Bauchschmerzen. Nach ergebnislosen körperlichen Untersuchungen sucht sie Rat bei dem Psychologen Paul. Alsbald geht es ihr besser – zumal Paul die Regeln des Berufs vergisst: Zwischen ihm und Chloé entwickelt sich eine Liebesbeziehung. Chloé scheint gesund und glücklich – bis sie herausfindet, dass Paul einen Zwillingsbruder hat, ebenfalls Psychotherapeut – der mit mehr als ungewöhnlichen Methoden Chloé nicht mit Worten und Gesprächen, sondern mit exzessivem Sex zu heilen versucht. Ozon gelingt „eine höchst willkommene Rückkehr zu den ausgelassenen Vergnügen seiner frühen Karriere … eine elegante – wenn auch geradeheraus künstliche – Erforschung der sexuellen Repression.“ (Variety)

Eine neue Freundin

FRA

2014

François Ozon

Romain Duris, Anaïs Demoustier, Raphaël Personnaz

Claire und Laura sind beste Freundinnen seit Kindertagen. Sie teilen alle schönen und traurigen Erfahrungen. Doch die Freundschaft findet ein jähes Ende, als Laura stirbt. Sie hinterlässt ein kleines Baby und ihren Ehemann David. Claire muss ihre eigene Trauer unterdrücken, da sie Laura versprochen hat, sich um David und das Baby zu kümmern. Doch sie stellt fest, dass David
in die Rolle seiner verstorbenen Frau schlüpft: Beginn eines fragilen Dreiecksverhältnissen zwischen Claire, David – und dessen Frauen-Identität „Virginia“. Ozon findet mit großem Einfühlungsvermögen eigene Wege zur Inszenierung von Weiblichkeit.
„Erlesene Ausstattung und geschmeidige Kameraarbeit verstärken die visuelle Verführungskraft dieses Films, der mit Lust und Leichtigkeit die Kategorien sexueller Identitäten unterminiert.“ (Die Zeit)

Frantz

FRA(DEI

2016

François Ozon

Pierre Niney, Paula Beer, Ernst Stötzner, Marie Gruber, Johann von Bülow

Auf dem Friedhof im Quedlinburg des Jahres 1919 lernt die junge Anna den Franzosen Adrien kennen – sie trauert um Frantz, ihren Verlobten. Adrien erzählt ihr, vor dem Krieg eng mit Frantz befreundet gewesen zu sein. Anna und Frantz’ Eltern nehmen ihn bei sich auf, eine deutsch-französische Freundschaft entsteht – bis Adrien Anna sein dunkles Geheimnis gesteht und nach Frankreich zurückkehrt. Anna folgt ihm…
In stilvollen Schwarzweiß-Bildern inszeniert Ozon ein Drama um die Wirkungen, die der Große Krieg auf die menschliche Seele und das gesellschaftliche Leben hat. Die Handlung changiert zwischen Freundschaft und homoerotischem Begehren, Liebe, Schuld und Lüge. François Ozon: „Ich wollte davon erzählen, wie Lügen und Geheimnisse in dramatischen Zeiten wie des Krieges und der Krise den Menschen beim Überleben helfen können."

Mein fabelhaftes Verbrechen

FRA

2023

François Ozon

Nadia Tereszkiewicz, Rebecca Marder, Isabelle Huppert, Dany Boon, Fabrice Luchini, André Dussollier

Paris, in den 1930er Jahren: Madeleine Verdier, erfolglose Schauspielerin, wird beschuldigt, einen berühmten Produzenten ermordet zu haben. Ihre beste Freundin Pauline, arbeitslose Anwältin, hat eine Idee: Sie soll sich schuldig bekennen und auf Notwehr plädieren. Nach ihrem Freispruch in einem aufsehenerregenden Prozess winken Ruhm, Geld und Karriere – bis Odette auftaucht, die den Mord für sich reklamiert.
In der Tradition von 8 FRAUEN und DAS SCHMUCKSTÜCK inszeniert François Ozon eine mitreißende, glamouröse Krimikomödie mit fabelhafter Besetzung – und mit scharfem Blick auf eine ewiggestrige, übergriffige, chauvinistische Männerwelt.
Einführung: Cosima Besse, Institut Français Mannheim

Peter von Kant

FRA

2022

François Ozon

Denis Ménochet, Isabelle Adjani, Khalil Gharbia, Hanna Schygulla

Peter von Kant, einst ein bedeutender Regisseur, wankt liebend, leidend, schreiend, saufend und singend durch sein Kölner Atelier. Durch Sidonie, die viele Jahre Peters Muse war, lernt er den schönen Amir kennen und verliebt sich auf der Stelle in den jungen Schauspieler. Dieser erlangt Berühmtheit, die leidenschaftliche Affäre zwischen den beiden endet in Spott, Demütigungen, Selbstzerstörung.
François Ozon huldigt seinem Idol Rainer Werner Fassbinder mit dieser freien Adaption von dessen DIE BITTEREN TRÄNEN DER PETRA VON KANT (1972) und verschiebt dabei gegenüber dem Vorbild die Geschlechterrollen. Ozon schuf so ein Melodram über den Preis der Kunst, toxische Abhängigkeit und emotionalen Missbrauch, die Unmöglichkeit von Liebe auf Augenhöhe, verbunden mit französischer Leichthändigkeit.
Einführung: Manuel Hugenschmidt, Cinema Quadrat

Rueckkehr Ans Meer

FRA

2009

François Ozon

Isabelle Carré, Melvil Poupaud, Louis-Ronan Choisy

Schon lange war François Ozon fasziniert von der Idee, einen Film mit einer Schauspielerin zu drehen, die tatsächlich schwanger ist und nicht nur so tut, als ob. In Isabelle Carré hat er eine gefunden. „In unserer Gesellschaft wird der Mutterinstinkt hoch idealisiert und mit extrem positiven Bildern verbunden. Ich wollte zeigen, dass die Dinge oft komplexer sind“, sagt der Regisseur. RÜCKKEHR ANS MEER erzählt von dem drogensüchtigen Paar Mousse und Louis. Als Louis an einer Überdosis stirbt, muss die werdende Mutter alleine zurechtkommen.

Sitcom

FRA

1998

François Ozon

Évelyne Dandry, François Marthouret, Adrien de Van, Marina de Van

Vater Jean hat Geburtstag und macht sich selbst das schönste Geschenk: Er legt seine gesamte Familie um. Wunsch oder Wirklichkeit? Der Rückblick zeigt, wie der ganze Wahnsinn seinen Anfang nahm mit dem Einzug einer weißen Laborratte ins bürgerliche Familienidyll. Sohn Nicolas outet sich als schwul, worauf Mama Hélène versucht, ihn durch Inzest zu heilen. Ein Fenstersturz macht Tochter Sophie zur querschnittsgelähmten Sadomaso-Anhängerin. Nur Jean bleibt unberührt vom magischen Einfluss des neuen Mitbewohners. Doch womöglich hat er mehr mit dem Nager gemein als es zunächst scheint… Für die äußere Rahmenhandlung nutzt Regisseur Francois Ozon die Gesetze der TV-Sitcom: Eine Gruppe von Menschen, die an einem fixen Ort in ihrem Alltag vorgeführt werden. Zwischen De Sade, Buñuel und Almodóvar zersetzt Ozon das Konzept der gutbürgerlichen Familie – schrill, makaber und vollkommen entgrenzt.

Sommer 85

FRA

2020

François Ozon

Félix Lefebvre, Benjamin Voisin, Philippine Velge, Valeria Bruni Tedeschi.

1985, ein heißer Sommer in der Normandie. Alexis, 16 Jahre, verbringt zusammen mit seinen Eltern die Ferien in einem malerischen Örtchen an der Küste. Bei einem überraschenden Unwetter kentert seine Segeljolle – und er wird vom etwas älteren David gerettet. Eine große Sommerliebe nimmt ihren Anfang – Alexis ist verliebt wie nie. Doch wie sieht es bei David aus, der irgendwann auch das britische Au-Pair-Mädchen Kate nicht nur zum Segeln mitnimmt?
François Ozon blickt in seinem 19. Spielfilm auf Jugend, Liebe, auf die 80er – er verbindet eine himmelhoch jauchzende Liebe und zu Tode betrübte Tragik in dieser Adaption des Romans „Tanz auf meinem Grab“ von Aidan Chambers aus dem Jahr 1982: Ein Film, der das Leben feiert, gerade weil es ums Schicksal und seine Schlagkraft geht.
Referentin: Petra Heymanns

Swimming Pool

FRA/GBR

2002

François Ozon

Charlotte Rampling, Ludivine Sagnier, Charles Dance

Zur Ablenkung in einer depressiven Krise folgt die englische Krimi-Autorin Sarah Morton dem Tipp ihres Verlegers, die Sommermonate in einem Landhaus in Frankreich zu verbringen. Doch mit der Erholung scheint es schnell vorbei zu sein, als die so junge wie hübsche Julie eintrifft. Die behauptet, die Tochter des Verlegers zu sein, und stört Sarah mit ihren ständig wechselnden Männerbekanntschaften. Bald aber erkennt Sarah das literarische Potential: Sie beginnt, Julie als Inspiration für eine Geschichte zu sehen. Doch dann interessiert sich einer von Julies Liebhaber für Sarah – und Julie erschlägt ihn mit einem Stein…
François Ozon über seinen Film: „Ab einer bestimmten Stelle im Film weiß man nicht mehr, ob man sich gerade im Film, im Buch, das Sarah schreibt, oder in der Phantasie von Sarah Morton befindet.“

Unter dem Sand

FRA

2000

François Ozon

Charlotte Rampling, Brono Crémer, Jacques Nolot, Alexandra Stewart

Wie jedes Jahr verbringen Marie und Jean ihren Urlaub am Atlantik. Plötzlich ist Jean verschwunden. Ist er ertrunken? Ist er abgehauen? Marie klammert sich an den Gedanken, dass Jean noch lebt. In ihrem Alltag tut sie so, als sein Jean noch immer da. Auch als sie sich auf eine Beziehung mit dem Verleger Vincent einlässt, kann sie sich nicht mit dem Verschwinden ihres Mannes abfinden. Dass sie mit Jeans Depressionen konfrontiert wird; dass inzwischen eine Leiche gefunden wurde – was nicht in ihre Illusion passt, ignoriert sie.
„Ozon filmt seinen weiblichen Star mit einer Hingabe, die schon lange keiner Schauspielerin mehr zuteil wurde“, schreibt die taz, und die Welt urteilt: „Ein kleines Meisterwerk, ein Kammerspiel, eine ungemein subtile, vielschichtige Beobachtung eines Verlustes, eine scharfe Zustands-Beschreibung, deskriptiv gehalten und dennoch analytisch.“

In ihrem Haus

FRA

2012

François Ozon.

Fabrice Luchini, Kristin Scott Thomas, Bastien Ughetto, Ernst Umhauer, Emanuelle Seigner

Der frustrierte Lehrer Germain ist enttäuscht von seiner Klasse. Nur der zurückhaltende Claude begeistert ihn, der in seinen Aufsätzen mit unvergleichlicher Beobachtungsgabe von seinem Freund Rapha und dessen Familie berichtet. Claude beschreibt, wie er Rapha in dessen Haus besucht, er lebt sich in Raphas Familie ein und schildert deren Leben mit unverkennbar  voyeuristischen Zügen. Germain wird von den Aufsätzen seines Schülers immer mehr in Bann gezogen – und der fängt an, Forderungen zu stellen.
Ein raffiniertes Psychospiel um wirkliches Leben und fantasierte Kunst, literarische Ausbeutung und psychologische Manipulation und um die selbstzerstörerische ennui einer gesättigten Mittelschicht. „Transzendiert Fiktion die Grenzen des schnöden Alltags, oder verschlimmert die Realitätsflucht den Frust eines ungelebten Lebens?“ (Die Zeit)

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