ANANSI erzählt plakativ und subtil, berührend und unterhaltsam die Reise einer Gruppe von Ghanaern und eines Togolesen um die halbe Welt bis nach Deutschland. Die Geschichte von Carla, Kojo und Zaza ist alltäglich. 15.000 Menschen haben im Jahr 2000 versucht, illegal die Straße von Gibraltar zu passieren. Trotzdem erzählt der Film nicht nur vom Elend. Das verhindern das Konzept und die Sachkenntnis von Regisseur Fritz Baumann, der selbst einige Jahre als Entwicklungshelfer gearbeitet hat. Seine Bilder sind dicht und voller Überraschung, er bleibt nah an den Personen, nah an ihrer Sehnsucht, ihrer Stärke, ihrer Angst. Die Helden von ANANSI sind fast alle das, was man bei uns Wirtschaftsflüchtlinge nennt. Müssten nicht gerade die Wirtschaftsflüchtlinge den neoliberalen Globalisierern gefallen? Hochflexibel, risikobereit und immer mobil sind sie der Stoff, aus dem der Westen seine Reserven schöpft. Fast immer sind es auch die mutigsten und intelligentesten, die den riskanten Weg für eine bessere Zukunft nicht scheuen.