Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Amateurs

SWE

2016

Gabriela Pichler

Zahraa Aldoujaili, Yara Aliadotter, Fredrik Dahl, Shada Ismaeel, Maria Nohra

Eat Sleep Die

SWE

2012

Gabriela Pichler

Nermina Lukac, Milan Dragisic, Jonathan Lampinen

Rasa ist eine gläubige Muslima, die in einem kleinen schwedischen Ort lebt und in einer Fabrik arbeitet, die abgepackte Fertigsalate produziert. Nach ihrer Schicht als Verpackerin versorgt sie ihren kranken Vater, der sich kaum bewegen kann. Doch dann wird Rasas Job wegrationalisiert und ihr Vater zieht nach Norwegen. Da sie außer ihrem Vater keine weiteren sozialen Bindungen besitzt und auch keinen Schulabschluss vorweisen kann, steht sie auf einmal vor dem Nichts…

Sottosopra

Schweiz

2002

Gabriele Schärer

Marga Bührig, Christiane Brunner, Heidi Ensner, Luisa Muraro

Die Gewerkschafterin Christiane Brunner, die Theologin Marga Bührig, die Krankenschwester Heidi Ensner und die Philosophin Luise Muraro sind vier prominente Kämpferinnen für die Sache der Frau. Sie erzählen von ihrem Leben und ihren Aktionen im Rahmen der Frauenbefreiungsbewegung. Im Bund mit anderen Frauen stellen sie das Patriarchat in Frage und tragen dazu bei, die Männerherrschaft drunter und drüber – „sottosopra“ – zu bringen. Eine Rollerfahrerin verbindet die Porträts der Frauen. Sie kommentiert deren Träume, Wünsche und Wirklichkeiten. Begleitet von der Jazzmusik Irène Schweizers führt der Film von Genf, über das Vallé de Joux nach Bern, Solothurn, Binningen BL, Zürich, Mailand und Verona, die Orte an denen die porträtierten Frauen leben.

Vincent Van Gogh - Der Weg nach Courrières

DEU

1989

Gabriele Voss, Christoph Hübner

Ein Film über die unbekannten Anfänge des Malers Vincent van Gogh. Beginnend mit Aufnahmen von der „Jahrhundertversteigerung“ seiner Sonnenblumen im Auktionshaus Christie’s in London, schildert der Film den Weg van Goghs vom Arbeiterpriester zum Maler. Anhand der Briefe von Vincent van Gogh an seinen Bruder Theo werden die Stationen des frühen künstlerischen Wirkens des Malers gezeigt. Der Film liefert einen ruhigen Dialog zwischen Gegenwart und Vergangenheit, führt auf eine dokumentarische Reise durch die Landschaften und Orte, an denen sich van Gogh aufgehalten hat und verzichtet, anders als andere Filmbiographien, auf die Darstellung der üblichen Sensationsszenen aus dem Leben des Künstlers.
Einführung: Dr. Dorothee Höfert

Die Insel der hungrigen Geister

DEU/GBR/AUS

2018

Gabrielle Brady

Die Weihnachtsinsel: Vor der Küste Indonesiens gelegen, von Australien verwaltet, zur Hälfte als Nationalpark ausgewiesen. Hier leben knapp 2000 Bewohner. Und Millionen von Krabben, die sich jährlich vom Dschungel ins Meer begeben. Außerdem wohnt auf der idyllischen, urtümlichen Insel die Traumatherapeutin Poh-Lin Lee – denn in einem Hochsicherheitslager werden Asylsuchende festgehalten, ohne Urteil und auf unbestimmte Zeit, denen sie in ihrer unerträglichen und perspektivlosen Situation beisteht, so gut es geht. Doch die australische Regierung, die die Flüchtlinge ausgelagert und interniert hat, legt ihr immer mehr Steine in den Weg, während die Einheimischen ihre „Hungry Ghost“-Rituale für die Seelen der Verstorbenen veranstalten – eine Dystopie in der Utopie.

Notre Paradis

FRA

2011

Gaël Morel

Stéphane Rideau, Dimitri Durdaine

Vassili, ein alternder Strichjunge, findet einen bewußtlosen Mann im Bois de Bologne. Er nimmt ihn mit zu sich nach Hause und pflegt ihn gesund. Bald werden die beiden ein Paar und klügeln einen Plan aus: Sie arbeiten zusammen und rauben Vassilis Kundschaft aus. Irgendwann haben sie zu viele Feinde in der Stadt, so dass nur noch die Flucht aus Paris möglich ist. Cinema Quadrat zeigt den Thriller vor Bundesstart in Mannheim. (also ab 18)

I.t. – Immatriculation Temporaire

Gahité Fofana

Fatoumata Kanté, Gahité Fofana, Yves Guichard Traoré

Mathias, Sohn einer Französin, reist von Paris nach Guinea, um dort nach den Spuren seines verschollenen Vaters zu suchen. Unmittelbar nach der Ankunft werden ihm Gepäck und Papiere gestohlen. Mathias lernt in einer Bar John Tra, einen jungen, sympathischen Ganoven kennen, der ihm seine schöne Schwester Rama vorstellt und ihn bei sich aufnimmt. Mathias erkennt nicht, dass die beiden mit denen, die ihn bestohlen haben, unter einer Decke stecken. In dem Maße, in dem er sich auf seine eigennützigen Gastgeber einlässt, gerät ihm die ursprüngliche Absicht, seinen Vater zu finden, aus dem Blick. Regisseur Gahité Fofana erzählt ein einfaches, klassisches Roadmovie. Seine körnigen Bilder guineischer Nächte stimmen ebenso sehnsüchtig wie die Schlieren auf den sandigen Straßen und die in der Hitze flimmernden Plattenbaubalkone. „Einer der spannendsten und aufschlussreichsten afrikanischen Filme der letzten Jahre. – Sehenswert.“ (die tageszeitung)

Olga Benario, Ein Leben Für Die Revolution

BRD

2003

Galip Iyitanir

Olga Benarios Leben zwischen München, Berlin, Moskau und Rio de Janeiro wurde zu einem Epos von Revolution, Liebe, Verrat und Tod. Geboren 1908 in München, tritt Olga mit 15 Jahren in die Kommunistische Jugend ein. Mit Otto Braun geht sie nach Berlin, wo sie 1927 wegen Hochverrats verhaftet werden. Während Olga wieder frei kommt, drohen Otto Braun 20 Jahre Gefängnis. In einer spektakulären Aktion befreit Olga ihn aus dem Moabiter Gefängnis. Sie fliehen nach Moskau. Von der Kommunistischen Internationale wird sie mit Louis Carlos Prestes nach Brasilien gesandt, um dort die Revolution vorzubereiten. Nachdem die Revolte scheitert, wird sie verhaftet und 1936 hochschwanger an Deutschland ausgeliefert. 1942 wird sie von den Nazis umgebracht. Die Semi-Dokumentation folgt chronologisch der Biografie Olga Benarios und wird ergänzt um historische Ton- und Bilddokumente, gegenwärtige Ansichten von Originalschauplätzen sowie nachgestellten Spielszenen.

John Lurie And The Lounge Lizards - Live In Berlin

USA/GB

1991

Garret Linn

John Lurie gehört zu den wenigen wirklichen Doppeltalenten. Als Schauspieler brillierte er in den Hauptrollen früher Jim-Jarmusch-Filme, als Musiker komponierte er nicht nur die Soundtracks dazu, sondern eroberte darüber hinaus durch zahlreiche Konzerte und Plattenveröffentlichungen eine begeisterte Fangemeinde in Europa und in den USA. 1991 war John Lurie mit seiner Band „The Lounge Lizards“ zu Gast im Berliner „Quartier Latin“. Aus drei Konzerten der Band stellte Garret Linn einen Film zusammen, der einen durch die Musik aufsaugt, Zeit und Raum vergessen läßt. Linn verzichtet auf special effects und beschränkt sich darauf, die neun Musiker bei der Arbeit zu beobachten. Der Zuschauer nimmt teil an einer Session, in der sich verschiedene Musikstile, vom Blues und Jazz, von der modernen E-Musik bis zum Rock, mischen und eine neue Einheit ergeben.

Per Anhalter Durch Die Galaxis

GBR

2005

Garth Jennings

Sam Rockwell, Mos Def, Zooey Deschanel

Für Arthur Dent läuft dieser Donnerstag anders als erwartet. Der Tag beginnt damit, dass plötzlich ein Bulldozer auftaucht, um sein Haus abzureißen. Als nächstes konfrontiert ihn sein Kumpel Ford Perfect mit der Nachricht, dass er kein Schauspieler, sondern ein Außerirdischer ist – und dass übrigens in wenigen Minuten die Erde zerstört wird. Nach einigen Irrungen und Wirrungen landen die beiden auf einem Raumschiff und reisen durch die Galaxis … Mehr als 30 Jahre nach der ersten Veröffentlichung von Douglas Adams’ Kultroman wagte sich Garth Jennings an die von Fans heiß ersehnte Kinofassung.

Waydowntown

Kanada

2000

Gary Burns

Fab Filippo, Don McKellar, Marya Delver

Ein absurdes Porträt der Metropole Calgary: Drei Arbeitskollegen wetten, daß sie einen Monat lang in der Großstadt leben und arbeiten können, ohne dabei je unter freiem Himmel zu spazieren. Gegen Ende der Frist kommt es zum ebenso unvermeidlichen wie aberwitzigen Showdown zwischen verglasten Ladenpassagen und vollklimatisierten Bürolandschaften.

Enter the Void

FRA/JAP/CAN/DEU/ITA

2009

Gaspar Noé

Nathaniel Brown, Paz de la Huerta, Cyril Roy, Emily Alyn Lind

Ein Film als Grenzerfahrung, in der Innen- und Außenwelt ineinanderfließen, in der die Kamera ein Eigenleben zu führen scheint als losgelöste Seele in einer unerlösten Welt.
Oscar und seine Schwester sind innig verbunden – er ist Drogendealer in Tokio, sie besucht ihn in der Stadt und arbeitet als Stripperin. Risse in der Beziehung – ein bildlich mitzuerlebender Drogentrip – und dann die Katastrophe, als Oscar von Polizeikugeln durchsiebt wird. Und seine Seele spannt ihre Flügel aus, fliegt durch ein neonbeleuchtetes Tokio auf der Suche nach einem Zuhause… Dieser kühne, vibrierende Film als langer, scheinbar ungeschnittener psychedelischer Bildfluss von subjektiven Kamerablicken ist sicherlich eine der faszinierendsten und verblüffendsten Kinoerlebnisse: „ein wilder und halluzinatorischer Mindfuck für Erwachsene.“ (Screen International)

Irreversibel

FRA

2000

Gaspar Noé

Monica Bellucci, Vincent Cassel, Albert Dupontel

Am Anfang des Film schockt ein brutaler Mord. IRREVERSIBEL, der Skandalfilm von Gaspar Noé, erzählt rückwärts vom Glück und von der Abwärtsspirale, in die seine drei Protagonisten geraten, Alex, ihr Freund Marcus und ihr Ex-Freund Pierre. Nach einer Party wird Alex vergewaltigt und zusammengeschlagen. Marcus und Pierre suchen den Täter, um sich zu rächen.
Mit der minutenlang (und minutiös) dargestellten Misshandlung der Frau machte Noé Schlagzeilen; aber der Film erschöpft sich nicht in der Grenzüberschreitung, sondern nutzt die volle Bandbreite filmischer Möglichkeiten, um das Publikum emotional zu packen. Konsequent erzählt er seinen Film rückwärts, und zwar in langen, ungeschnittenen Einstellungen, delirierend und explosiv – und führt so vom Unerträglichen zum Glück des Anfangs.

Am Montag, 11.04., läuft mit „Irreversibel – Straigh Cut“ Noés geradlinige Schnittfassung.

Irreversibel – Straight Cut

FRA

2002/2019

Gaspar Noé

Monica Bellucci, Vincent Cassel, Albert Dupontel

Als Special für Noé-Fans zeigen wir den „Straight Cut“ von IRREVERSIBEL, den Gaspar Noé 2019 beim Filmfestival von Venedig vorstellte: Lief beim ursprünglichen Film die Erzählung rückwärts, setzte der Regisseur nun (leicht gekürzt) die Ereignisse in die chronologisch korrekte Reihenfolge um, während die Härte und die Drastik bleiben. Noé will dieses Werk als Komplementärstück zum Original verstanden wissen: „Warum dieser Film? Weil das Original rückwärts erzählt war und viele Zuschauer durch die zeitlich umgedrehte Struktur des Schnitts bestimmte Aspekte der Geschichte nicht verstanden haben. In chronologischer Reihenfolge geschnitten wird dies klarer und ebenso düsterer. Bisher war IRREVERSIBEL ein bewusst bedachtes Puzzle, nun gleicht der Film einem Diptychon.“
Am Donnerstag, 07.04. läuft die ursprüngliche Schnittfassung von „Irreversibel“.

Love 3D

FRA/BEL

2015

Gaspar Noé

Aomi Muyock, Karl Glusman, Klara Kristin

Gaspar Noés Liebesgeschichte in 3D ist ein Film, wie nur Noé es fertigbringt: Er erzählt von der Beziehung zwischen dem amerikanischen Filmstudenten Murphy und seiner französischen Freundin Electra, wild, exzessiv, voll Liebe und voll Hass, voll Glück und voll Wahnsinn, auf jeden Fall voll Leidenschaft. Bis sie sich zusammen mit der hübschen Nachbarin zu dritt vergnügen, und Murphy im Folgenden sich zur neuen Sexpartnerin hin orientiert. Diese Geschichte von Himmelhochjauchzend und Zutodebetrübt ist nicht nur in dreidimensionaler Räumlichkeit zu sehen und in Noés überwältigenden Bildern, sondern auch gespickt mit expliziten Szenen, die dem – prinzipiell hochromantischen – Liebesmelodram eine skandalträchtige Aura verschaffen, inszeniert „mit der Zärtlichkeit des professionellen Melancholikers und mit den obligatorischen Körperflüssigkeiten des notorischen Provokateurs.“ (Süddeutsche Zeitung)
Eintritt: 10 Euro / erm. 8 Euro / Mitglieder 7 Euro

Vortex

FRA

2021

Gaspar Noé

Dario Argento, Françoise Lebun, Alex Lutz

Zwei Menschen, die sich langsam verlieren – Gaspar Noé teilt das Filmbild auf, gibt ihm und ihr je eine Seite und widmet den Film „all jenen, deren Hirn sich früher zersetzt als ihr Herz“: Sie – Françoise Lebun – war Psychoanalytikerin und verliert sich nun zunächst in den Straßen von Paris und bald auch in ihrem eigenen Kopf, er – Horrorfilmregisseur Dario Argento – schreibt über Filme und Träume und hat nicht mehr die Energie, sich um die Demenzkranke zu kümmern. In seinem bisher zugänglichsten Film über das Älterwerden, über den Verlust von Eigenständigkeit, über das zunehmende Schwinden nutzt Noé raffiniert die Splitscreen-Technik, um zwei Leben zu zeigen, die nicht mehr synchron laufen. Es ist beklemmend, aber auch ruhig, zärtlich und würdevoll, die beiden auf dem Weg zum Tod zu begleiten – „Noés reifstes Werk.“ (critic.de)

Der Nobelpreisträger – El ciudadano ilustre

ARG/ESP

2016

Gaston Duprat, Mariano Cohn

scar Martínez, Dady Brieva, Andrea Frigerio

Zum ersten Mal seit 40 Jahren kehrt der Literaturnobelpreisträger Daniel Mantovani in seinen Heimatort in der argentinischen Provinz zurück, um die Ehrenbürgerwürde anzunehmen. Doch was als nostalgische Reise an die Quelle seiner literarischen Inspiration beginnt, wird für den berühmten Autor zum Höllentrip. Bewunderung und Stolz der Einheimischen schlagen alsbald um in Neid und Missgunst, und als Mantovani von einer jugendlichen Dorfschönheit im Hotelzimmer aufgesucht wird, nimmt das Unheil unerbittlich seinen Lauf…
Die mehrfach ausgezeichnete Satire erhielt unter anderem in Venedig den Coppa Volpi für den besten Darsteller.

Billu Barber

IND

2009

Gauri Khan

Bilas Rao Pardesi alias „Billu Barber“ ist Frisör und lebt einfach aber glücklich mit seiner Frau Bindiya und seinen zwei Kindern in einem kleinen indischen Dorf. Doch als Filmidol Sahir Khan für Dreharbeiten in das Dorf kommt, ist plötzlich nichts mehr wie es war: Ein jeder will vom Ruhm des Superstars etwas abhaben. Nur Bilas bleibt bescheiden und zurückhaltend. Dabei verbindet die beiden so viel mehr, als der Schein vermuten lässt… Bollywood at its best!

13

FRA

2005

Gela Babluani

Nicolas Pignon, Aurélien Recoing, Fred Ulysse

Gelegenheitsarbeiter Sébastien lässt in der Hoffnung, seine finanziellen Probleme zu lösen, bei seinem verstorbenen Auftraggeber einen ominösen Brief mitgehen. Darin befinden sich ein Bahnticket und eine Hotelübernachtung. Der Weg führt ihn in einen schwarz-weißen Albtraum in der Tradition Hitchcocks und des frühen Polanski. Auf unzähligen Festivals ausgezeichneter Film Noir, der Adrenalin pur freisetzt. Demnächst in einem Hollywood-Remake, aber vorher bei uns im Original.

In den 1920er Jahren kam, ohne dass der Begriff schon verwendet wurde, die Genderthematik erstmals auf. Travestien spielten den Wechsel von Geschlechterrollen in Komödien durch, und vorsichtig wurden auch die Lust und Nöte gleichgeschlechtliche Liebe thematisiert.

Mit den beiden Filmen ICH MÖCHTE KEIN MANN SEIN und MÄDCHEN IN UNIFORM schlägt das Programm einen Bogen vom Anfang der Weimarer Republik hin zu ihrem Ende.

Die Filmwissenschaftlerinnen Karola Gramann und Heide Schlüpmann stellen in Filmeinführungen und Publikumsgesprächen die Filme, die Thematik und die historischen Hintergründe vor.

Mädchen in Uniform

DEU 1931 R: Leontine Sagan. D: Hertha Thiele, Dorothea Wieck, Gertrud de Lalsky, Erika Mann. 83 Min. FSK: 12

Die 14jährige Halbwaise Manuela von Meinhardis kommt an ein Stift für höhere Töchter in Potsdam, in eine militärisch durchorganisierte Welt strengster preußischer Disziplin. Die Lehrerinnen sind rigoros im Umgang mit den jungen Frauen. Einzig Fräulein von Bernburg versucht, den Schülerinnen auch eine Freundin zu sein – ein Lichtblick für Manuela, die sich nur schwer dieser Welt ohne Wärme und Liebe unterordnen kann. Aus schwärmerischer Zuneigung wird Verliebtheit. Ausschließlich weiblich besetzt, beschreibt der Film das Leben im Internat als Metapher auf die vernichtende Macht des preußischen Disziplin- und Unterordnungsgeistes.

MÄDCHEN IN UNIFORM war eine der ersten filmischen Auseinandersetzungen mit lesbischer Liebe. 1933 von den Nazis verboten, wurde der Film international ein großer Erfolg, insbesondere wegen der hervorragenden darstellerischen Leistungen.

 

Ich möchte kein Mann sein

DEU 1918. R: Ernst Lubitsch. D: Ossi Oswalda, Ferry Sikla, Curt Goetz. 44 Min. Stummfilm mit Livemusik. FSK: 0

Die rebellische Ossi trinkt, raucht und spielt Poker. Dr. Kersten soll dem jungen Mädchen damenhaftes Verhalten beibringen, doch Ossi kontert die Erziehungsversuche mit einem gewagten Rollenwechsel: Sie lässt sich beim Herrenausstatter mit Frack und Zylinder einkleiden und besucht als Mann ein Nachtlokal. Dort trifft sie den ahnungslosen Kersten, mit dem sie sich den männlichen Vergnügungen hingibt. Dabei kommen sich beide näher.

Lubitsch spielt mit der Travestie; wie immer ist sein Thema auf der Ebene des subversiven Blicks auf die Geschlechterverhältnisse, Sexualität und Erotik angesiedelt.

Ein Film aus dem Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung (www.murnau-stiftung.de) in Wiesbaden.

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