Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Der Weg nach Mekka - Die Reise des Muhammad Asad

AUT

2008

Georg Misch

Georg Misch begibt sich auf Spurensuche eines fast vergessenen Islamgelehrten und wird zwischen Orient und Okzident fündig: Beide wollte Leopold Weiss alias Muhammad Asad als Reformer verbinden. Weiss kam 1900 als Jude in Lemberg in Österreich-Ungarn zur Welt. Er konvertierte zum Islam und wurde einer der bedeutendsten muslimischen Denker des 20. Jahrhunderts. Als Diplomat und Abenteurer reiste er um die Welt, übersetzte den Koran und modernisierte die Theologie.

Albert Einstein - Der Letzte Sommer / Eine Formel Explodiert

DDR

1989

Georg Schiemann

Tálvialdis Abolins, Marylu Poolman, Janina Hartwig

ALBERT EINSTEIN – DER LETZTE SOMMER und EINE FORMEL EXPLODIERT ist eine der letzten Produktionen des Fernsehens der DDR. Die zweiteilige Fernsehbiographie beschreibt das Leben Albert Einsteins. Der erste Teil behandelt die Geschehnisse der Jahre 1932 und 1933, also Einsteins Vertreibung aus Nazi-Deutschland. Teil 2 thematisiert seine furchtbare Entdeckung, den Amerikanern die Atombombe in die Hände gespielt zu haben. in Anschluss: Der Friedenshetzer DDR 1979. R: Werner Kohlert. Min., FSK: nicht vorgelegt DER FRIEDENSHETZER zeigt Albert Einstein im amerikanischen Exil. Ausgehend vom Jahr 1950 werden Bezüge zur Vergangenheit und Gegenwart hergestellt. Einstein entdeckte das Gesetz der Umwandlung von Masse in Energie und eröffnete somit den Weg in das Atomzeitalter. Zeitdokumente zeigen Einsteins Bemühungen, den Bau der Atombombe durch Hitlerdeutschland zu verhindern, seinen Widerstand gegen den Mißbrauch der Kernspaltung durch die USA und seine Arbeit in der internationalen Friedensbewegung. im Anschluss: Einsteins Relativitätstheorie DEU 1923. 20 Min., stumm, 16mm, FSK: nicht vorgelegt Mit Trick- und Realaufnahmen zeigen viele Beispiele, daß Bewegung, Größe, Geschwindigkeit, Zeit und Messung relativ sind. Im wesentlichen hängt der Verlauf einer Bewegung davon ab, in welchem Koordinatensystem die Beobachtung erfolgt. In weiteren Trickszenen wird auf die allgemeine Relativitätstheorie eingegangen.

Der letzte Akt

AUT/DEU

1955

Georg Wilhelm Pabst

Albin Skoda, Oskar Werner, Lotte Tobisch, Willy Krause

und die verbliebenen "Größen" des Dritten Reiches mitsamt Familien im Führerbunker in Berlin. Georg Wilhelm Pabst, Meister des Films der Weimarer Zeit, erzählt in dieser hauptsächlich österreichischen Produktion minutiös die letzten zehn Tage im Bunker nach in einer Mischung aus dokumentarischen, pseudo-dokumentarischen und frei erfundenen Szenen. Rein fiktiv allerdings ist die Figur des "aufrechten Deutschen", Hauptmann Wüst, um den sich die ganze konzentrierte Psychopathologie des Dritten Reiches gruppiert. Vorlagen waren ein Entwurf von Erich Maria Remarque sowie das Buch „In zehn Tagen kommt der Tod“, verfasst von einem Richter bei den Nürnberger Prozessen. Zehn Jahre nach den dargestellten Geschehnissen war Deutschland nicht bereit für den Film: Er verschwand nach wenigen Tagen aus den Kinos, und die Filmbewertungsstelle verweigerte dem Film ein Prädikat, weil er Hitler in einem „historisch nicht ganz überblickbaren Raum“ darstelle und zudem eine „bewusste Meinungslenkung“ sei.
Einführung: Jost Henze, anschließend Diskussion
Zu Georg Wilhelm Pabst siehe auch DIE 3-GROSCHEN-OPER (1931) am 30.11

Die 3-Groschen-Oper

DEU

1931

Georg Wilhelm Pabst

Rudolf Forster, Carola Neher, Reinhold Schünzel, Fritz Rasp, Valeska Gert, Lotte Lenja

Filmadaption des Bühnenstücks von Bertolt Brecht (Text) und Kurt Weill (Musik) um den Gangster Macheath, genannt Mackie Messer, der Polly heiratet, und um den Konflikt mit deren Vater Peachum, dem Bettlerkönig von London. Pabst gelang ein Meisterwerk des frühen Tonfilms, eine Gangsterballade aus der Londoner Unterwelt, die 1933 schnell verboten wurde – dem nationalsozialistischen Filmnachwuchs allerdings „als Musterbeispiel für beste Kamera, beste Regie, beste Darstellung“ weiter vorgeführt wurde.

Brecht arbeitete zunächst am Film mit, seine zunehmend kapitalismuskritischen Drehbuchideen wurden freilich abgelehnt, die Arbeit wurde ohne ihn fortgeführt. Brecht und Weill verklagten daraufhin die Produktionsgesellschaft.

Die Büchse der Pandora

DEU

1929

Georg Wilhelm Pabst

Louise Brooks, Fritz Kortner, Franz Lederer, Carl Goetz, Gustav Diessl

In diesem Klassiker des deutschen Stummfilms spielt Louise Brooks, in Hollywood auf dem Höhepunkt ihres Ruhms als Filmikone, die junge Tänzerin Lulu, der viele Männer verfallen, so auch der Berliner Zeitungsverleger Dr. Ludwig Schön. Zugleich flirtet sie unter anderem mit dessen Sohn, seiner Verlobten, einem Kleinkriminellen. Lulus Beziehungsdrahtseilakt eskaliert in Schöns Hochzeitsnacht, und Lulu muss nach London fliehen. Wo Jack the Ripper sein Unwesen treibt… Georg Wilhelm Pabst, „scharfsinniger Psychologe und Meister des Bildes und der Montage“ (Lex. d. int. Films), zählte in den 1920er Jahren neben Fritz Lang und Friedrich Wilhelm Murnau zu den größten deutschen Regisseuren, die dem Weimarer Kino Weltgeltung verschafften. Der späte Stummfilm DIE BÜCHSE DER PANDORA läuft mit einer 1997 komponierten Musik von Peer Raben.
Einführung: Cosima Besse
Mitgliederaktion:  Eintritt frei für Mitglieder von Cinema Quadrat e. V.

Westfront 1918 – Vier von der Infanterie

DEU

1930

Georg Wilhelm Pabst

Fritz Kampers, Gustav Diessl

Georg Wilhelm Pabsts Antikriegsfilm-Klassiker erzählt die Geschichte von vier deutschen Soldaten an der französischen Front, wo der Kriegsalltag mit Gas-, Artillerie- und Panzerangriffen unerbittlich seine Opfer fordert. In seinem ersten Tonfilm meistert Pabst mit Unterstützung von Kameramann Fritz Arno Wagner die Schwierigkeiten der Integration des Tons unter Beibehaltung einer dynamischen Bildsprache. Pabst beschränkt sich jedoch nicht auf die Darstellung des Leids unter den Soldaten, sondern zeigt auch die Strapazen, denen die Zivilbevölkerung ausgesetzt war, sowohl in physischer als auch psychischer Hinsicht. 1933 wurde der Film von den Nationalsozialisten verboten.

Die Nacht der lebenden Toten

USA

1968

George A. Romero

Duane Jones, Judith O’Dea, Karl Hardman, Marilyn Eastman

„They‘re coming to get you, Barbra!“ – Schon in den ersten Minuten beginnt der Horror. Mit ihrem Bruder besucht Barbra das Grab der Eltern, die Toten steigen aus der Erde, sie wird mit einem Schlag aus ihrem ruhigen, bürgerlichen Leben in die Hölle katapultiert. Allein und völlig verstört trifft sie auf Ben – einer der ersten afroamerikanischen Helden in der US-Filmgeschichte. Sie fliehen in ein abgelegenes Farmhaus, das bald von den Untoten belagert wird…

George A. Romero kann als der Vater der Zombies angesehen werden. Mit DIE NACHT DER LEBENDEN TOTEN drehte er einen stilbildenden Schocker, der das Horrorgenre auf einen Schlag erneuerte, mit schrägen Kameraeinstellungen, klaustrophobischen Soundeffekten, suggestiven Licht- und Schattenspielen, bisher ungesehen blutigen Effekt-Szenen und radikaler Kompromisslosigkeit. Einer der besten und erschreckendsten Horrorfilme, in den 70ern ein Standard mitternächtlicher Vorführungen, gilt der Film zugleich als Ausdruck gesellschaftlicher Konfliktpunkte von Bürgerrechtsbewegung bis Vietnamkrieg. 1999 wurde er für seine kulturelle Relevanz von der Library of Congress der USA in die National Film Registry aufgenommen.

THX 1138

USA

1971

George Luca

Robert Duvall, Maggie McOmie, Donald Pleasence

George Lucas, Herr des STAR WARS-Imperiums, stellt in seinem Regiedebüt den American Way of Life radikal in Frage: „Kauf ein – und sei glücklich!“ In einer unterirdisch lebenden Zukunftsgesellschaft läuft das Leben hochautomatisiert ab. Statt Namen gibt es Nummern, Drogen regeln das menschliche Verhalten. Vollständige Überwachung soll jede Abweichung von der Norm verhindern – beispielsweise Medikamentenverweigerung. Oder Sex. Oder gar Liebe. THX 1138 lernt LUH 3417 kennen – und sie scheint so etwas wie Emotionen zu haben. Sie beginnen, die Drogen zu meiden. Sie beginnen, sich zu verlieben. Sie beginnen, Staatsfeinde zu werden. Inspiriert von Orwell und Huxley kreiert Lucas kalte, „technokratische“ Bilder, deren verstörende Wirkung durch das hervorragende Sounddesign noch gesteigert wird.
Veranstaltungsort: Vorhalle der Multihalle Herzogenriedpark, 68169 Mannheim, Einlass Haupteingang (Max-Joseph-Str. 64) ohne Parkeintritt
Eintrittspreise: 7 Euro regulär / 5 Euro ermäßigt und Mitglieder CQ
Filmstart mit Einbruch der Dämmerung

Die Hexen Von Eastwick

USA

1986

George Miller

Jack Nicholson, Cher, Susan Sarandon, Michelle Pfeiffer

In DIE HEXEN VON EASTWICK nimmt es Jack Nicholson mit drei Hollywoodgrößen auf. Die drei Hexen Jane, Alex und Sukie verbringen ihr langweiliges Leben in der Kleinstadt Eastwick. Sie sind sich ihrer magischen Kräfte bewusst – und setzen sie ein. Die verhältnismäßig ruhig beginnende Komödie steigert sich zu einem furiosen, mit technischen Effekten gepfefferten Schluss!

Mad Max Ii - The Road Warrior

AUS

1981

George Miller

Michael Preston, Max Phipps, Vernon Wells, Kjell Nilsson, Emil Minty

Nach einem atomaren Weltkrieg: Die letzten Überlebenden kämpfen in der Wüste um die verbliebenen Rohstoffreserven. Ein vagabundierender Ex-Polizist trifft in einer Festung auf eine Gruppe von Menschen, die verzweifelt ihr um eine Raffinierie herum konstruiertes Heim gegen umherziehende Banden verteidigt. Zusammen wollen sie die Küste erreichen. Dort soll alles besser sein, das Leben sicher. Doch bis dort ist es ein langer Weg durch unzählige Feinde. Cinema Quadrat konstatiert: „Sicherlich der postapokalyptischste Film unseres Wüstenfestivals.“

Lenz

DEU

1971

George Moorse

Michael König, Louis Waldon, Rolf Zacher, Sigurd Bischoff, Monika Maurer

Verfilmung der gleichnamigen kurzen Erzählung von Georg Büchner, die vom Aufenthalt des schizophren-psychotischen Sturm-und-Drang-Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz im Hause der elsässischen Pfarrers und Menschenfreunds Oberlin handelt. Der Poet, dessen krankhafte Halluzinationen immer unerträglicher werden, erhofft sich Hilfe von dem sanftmütigen Geistlichen. Aber auch Oberlin weiß keinen Rat, er betrachtet die Krankheit seines Freundes als gottgegeben.
Der Regisseur beabsichtigte in malerischen Bildern eine „Ehrung verlorener Kulturen und Landschaften und eines Daseins in der Natur“; doch es gelingt ihm weit mehr: Er erzählt unterschwellig auch vom Sturm und Drang seiner Entstehungsjahre 1969/70.
Kino-Erlebnis wie früher: Wir zeigen den Film in 35mm-Projektion!

Die Maisinsel

GEO/DEU/FRA.

2014

George Ovashvili

Ilyas Salman, Mariam Buturishvili

Der Enguri ist ein Fluss im Grenzgebiet zwischen Abchasien und Georgien. Im Frühjahr entstehen hier kleine Inseln durch Anspülungen aus dem Kaukasus – fragiles Niemandsland auf unbestimmte Dauer. Der 70-jährige Agba begibt sich mit seiner Enkeltochter Asida auf eine solche einsame Insel dieses Flusses. Sie errichten eine Hütte, bauen Mais an, leben vom Fischfang und anderen bescheidenen Gaben der Natur. Die einzigen Menschen, denen sie begegnen, sind gelegentlich auf ihren Booten vorbeifahrende Soldaten, die wortkarg und nur durch ihr Erscheinen eine bedrohliche Atmosphäre verbreiten. Als ein angeschossener junger Mann auf der Insel strandet und von den Soldaten gesucht wird, schwindet jegliche Illusion vom Paradies auf der einsamen Insel, doch es werden nicht die Soldaten sein, die die Idylle zerstören…
Hauptpreisträger des diesjährigen Filmfestivals von Karlovy Vary und bemerkenswertes, fast stummes Drama mit starken, oft enigmatischen Bildern über eine symbolische Suche nach einem freien Leben in der vergänglichen Welt.

Die Zeitmaschine

USA

1959

George Pal

Rod Taylor, Alan Young, Yvette Mimieux

Ein junger englischer Wissenschaftler reist mit einer selbstgebauten Zeitmaschine aus dem Jahr 1899 ins achthunderste Jahrtausend. Dort stößt er auf ein friedliebendes Volk namens Eloi, die von den grausamen Morlocks tyrannisiert und gefressen werden. Unter Führung des wagemutigen Zeitreisenden kommt es zum Aufstand gegen die Unterdrücker. Der gleichnamige Roman von H.G. Wells ist einer der großen Klassiker der Science-Fiction-Literatur, und die aufwändig inszenierte Verfilmung macht ihrer großen Vorlage alle Ehre. 1960 erhielt DIE ZEITMASCHINE den Oscar für Spezialeffekte.

Der Clou

USA

1973

George Roy Hill

Robert Redford, Paul Newman, Robert Shaw, Charles Durning

Chicago in den 1930ern: Als der Trickbetrüger Johnny Hooker den Geldboten von Gangsterboss Lonnegan übers Ohr haut, ermordet dieser Johnnys Komplizen. Johnny tut sich mit dem Ganoven Henry Gondorff zusammen, um sich an Lonnegan zu rächen. Sie bauen einen enormen Schmu um Pferdewetten auf, und es beginnt ein so raffiniertes wie amüsantes Doppel- und Dreifachspiel um Betrug und Gegenbetrug.

Robert Redford und Paul Newman hatten schon 1969 für Regisseur Hill als BUTCH CASSIDY AND THE SUNDANCE KID großen Erfolg. In der Gangsterkomödie DER CLOU spielen sie zwei kleine Ganoven, die es mit Mafia und korrupter Polizei aufnehmen: Rasante Regie, perfekte Ausstattung, bestens aufgelegte Darsteller und nicht zuletzt die Ragtime-Musik von Scott Joplin sorgten für sieben Oscars und riesige Besucherzahlen.

Dark Blood

USA/NLD

1993/2012

George Sluizer

River Phoenix, Judy Davis, Jonathan Pryce, Karen Black

Eine Panne, mitten in der Wüste von New Mexico, mitten in von Atombombenversuchen verseuchtem Gebiet. Boy liest das Schauspielerehepaar Harry und Buffy auf und verspricht, den Wagen zu reparieren, findet aber immer neue Ausreden, immer länger müssen Harry und Buffy in der Wüste ausharren, und Boy spielt immer bedrohlichere Spielchen mit dem Etepetete-Pärchen… Zehn Tage vor Drehschluss mussten die Arbeiten an DARK BLOOD 1993 eingestellt werden: Hauptdarsteller River Phoenix war an einer Drogen-Überdosis gestorben. 2012 vollendete Regisseur George Sluizer sein Werk: Die abgedrehten Aufnahmen ergänzte er durch Voice Over-Beschreibungen der fehlenden Szenen und konnte so diesen mitreißenden Wüsten-Western-Thriller mit düsterer Noir-Atmosphäre für die Nachwelt retten.

Misty – Die Erroll Garner Story

FRA

2024

Georges Gacho

Dokumentarfilm

Etliche Stars des Jazz, darunter Ella Fitzgerald, Sarah Vaughn, Frank Sinatra und Etta James haben den Song „Misty“ gesungen, andere Größen haben ihn instrumental interpretiert. Doch sein Schöpfer, der Jazzpianist Erroll Garner, geriet fast in Vergessenheit. Als musikalisches Wunderkind, das niemals Klavierunterricht erhielt, spielte Garner schon in sehr jungen Jahren einfach alles nach, was seine älteren Geschwister ihm vorklimperten. Später wurde aus ihm einer der meistverkauften Jazzinterpreten seiner Zeit, der in den 1950er und 1960er Jahren häufiger Gast in den US-Fernsehshows war und der den Welthit „Misty“ komponierte. Und doch verschwand er irgendwann aus dem Gedächtnis der Öffentlichkeit. Dieser Film erweckt die Erinnerung an einen ganz Großen des Jazz zu neuem Leben.

Georges Gachot ist einer der renommiertesten Regisseur*innen, was Filme über Persönlichkeiten aus der Musik angeht, so widmete er sich bislang Martha Argerich, der Geschichte der Samba und dem untergetauchten Bossanova-König João Gilberto.

Pirosmani

UdSSR

1969

Georgi Schengelaja

Awtandil Warasi, Dawid Abaschidse

Der Film erzählt die Lebensgeschichte des autodidaktischen georgischen Malers Nikolos Pirosmanaschwili (1862-1918), bekannt als Pirosmani, dessen Kunst erst nach seinem Tod international gewürdigt wurde. Pirosmani, der als Bauernsohn geboren wurde, übte verschiedene Berufe aus, hielt aber die Malerei für seine eigentliche Bestimmung. Er schlug sich als Gebrauchs- und Wandermaler von Porträts, Stillleben und Tierbildern durch und tauschte seine Arbeiten gegen Essen oder einen Schlafplatz. Etwa 200 Werke sind von ihm erhalten. Ähnlich wie der malende französische Zöllner Henri Rousseau erfuhr Pirosmani erste Würdigung durch professionelle Künstler, in diesem Fall durch russische Futuristen, die seine Arbeiten ab 1912 ausstellten. Eines seiner bekanntesten Bilder, „Die Schauspielerin Margerita“ von 1909, zeigt die französische Sängerin Margot de Sèvres, die der Maler besonders verehrte. Die berührende, „einfache“ Bildsprache Pirosmanis inspirierte den Regisseur Schengelaja zu seinem Film über einen der bekanntesten naiven Maler des 20. Jahrhunderts.
Einführung: Dr. des. Gunnar Saecker, Kunsthalle Mannheim

Blue Jean

GBR

2022

Georgia Oakley

Jean Newman, Vivian Highton, Lois Jackson, Siobhan Murphy

England, 1988. Margaret Thatcher hat mit ihrer konservativen Parlamentsmehrheit Section 28 verabschiedet – ein homophobes Gesetz, das „die Förderung von Homosexualität“ verbietet. Deshalb darf niemand an ihrer Schule wissen, dass Sportlehrerin Jean lesbisch ist; sie könnte ihren Job verlieren. Jean führt ein Doppelleben – taucht aber an den Wochenenden mit ihrer Partnerin ins queere Nachtleben von Newcastle ein. Dort begegnet sie einer ihrer Schülerinnen…
Georgia Oakley erzählt von einer repressiven Zeit, in der zahllose queere Leben schwer eingeschränkt oder gar zerstört wurden. Schlimm genug, dass dies zu Zeiten der Eisernen Lady möglich war – viel schlimmer, dass die Situation heute in vielen Ländern keinesfalls besser ist.

La Lisière - Am Waldrand

DEU/FRA

2010

Géraldine Bajard

Hippolyte Girardot, Melvil Poupaud, Audrey Marnay

Alle ahnen, was geschehen ist. Kinderschuhe, ein glitzernder Rock, unsichere Schritte in der Nacht. Ein junges Mädchen, ein anhaltendes Auto, ein erwachsener Mann. Er geht schneller, sie blickt angstvoll zurück. Im Morgengrauen liegt etwas im feuchten Gras. Der Forstarbeiter, der es entdeckt, hält entsetzt inne. Ein Verbrechen ist am Waldrand geschehen in Géraldine Bajards brillantem Psychogramm einer geschlossenen Gesellschaft.

Le Plus Beau Métier Du Monde

F

1996

Gérard Lauzier

Gérard Depardieu, Michèle Laroque

Laurent Monier, ein bisher erfolgreicher Lehrer aus der Provinz, wird auf eigenen Antrag in eine Gesamtschule einer Pariser Banlieue versetzt. Gleich von Anfang an wird er mit dem chaotischen Alltag in der Schule und der Gewalt in der Cité des Mûriers konfrontiert. Er fühlt sich überfordert, aber auch herausgefordert. Ist er noch zu retten? Wetten, daß er das schafft? Eine spritzige Komödie mit Gérard Depardieu über Frankreich, wie es nicht im Schulbuch steht.

Monatsprogramme PDF

Open Air

[ti_openair]
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner