Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Die grosse Sause

FRA

1966

Gérard Oury

Bourvil, Louis de Funès, Terry-Thomas, Claudio Brook, Mike Marshall, Marie Dubois, Sieghardt Rupp

1942, ein britischer Bomber wird über Paris abgeschossen. Die Flieger können sich per Fallschirm retten – müssen sich nun aber aus der von Nazis besetzten Hauptstadt in die freie Zone Frankreichs retten. Dafür benötigen sie die Hilfe des Malers Bouvet und des Dirigenten Lefort, die wenig begeistert sind, sich in Gefahr zu bringen.

In DIE GROSSE SAUSE, der in Deutschland auch als DREI BRUCHPILOTEN IN PARIS gelaufen ist, treffen die großen französischen Komiker Bourvil – als gefühlvoll-naiver Malermeister – und Louis de Funès – als quirlig-egomanischer Dirigent – aufeinander. Dieser Klassiker der französischen Filmkomödie vereint mit seinen unfreiwilligen Résistance-Helden gekonnt Zeitgeschichte mit temporeichem Spaß. Bis TITANIC von 1998 war DIE GROSSE SAUSE der erfolgreichste Film in den französischen Kinos.

Einführung: Céline Herrera Navarro, Institut Français Mannheim

Miss Bala

MEX

2012

Gerardo Naranjo

Stephanie Sigman, James Russo

Armut, Drogen und Gewalt prägen das Leben im Norden Mexikos. Aus dieser Welt hofft Laura sich verabschieden zu können: Sie will Schönheitskönigin werden! Als sie zufällig in einem Nachtclub den Überfall eines Drogenkartellkommandos miterlebt, gerät sie an den brutalen Bandenboss Lino. Er verhilft ihr zum Sieg bei der Miss-Wahl – doch dafür zwingt er sie zu Drogen-Kurierdiensten. Der kraftvolle, düstere Thriller, basierend auf einer wahren Geschichte, wurde 2011 in Cannes gefeiert.

Face_it! - Das Gesicht im Zeitalter des Digitalismus

DeU

2019

Gerd Conradt

FACS: Mit dem Facial Action Coding System soll es möglich werden, die Geheimnisse des Gesichtes – der Spiegel der Seele? – zu entschlüsseln. Ausgehend von dem Pilotprojekt zur Gesichtserkennung am Berliner Bahnhof Südkreuz spürt Gerd Conradt, Dokumentarfilmer und Videopionier, der Bedeutung des Gesichts im digitalen Zeitalter nach: Seit 1978 wurde  das Gesichtsbewegungs-Koordinierungssystem immer weiter ausgefeilt zum systematischen, automatischen Scannen, zur (De)Codierung des Gesichtes. Der Film stellt Menschen vor, die sich mit der digitalen Gesichtserkennung auseinandersetzen, mit Datenschützern, einer Kunsthistorikerin, der Staatsministerin für Digitalisierung. Und mit Künstlern: Denn Gesichtsdaten können auch zum Kunstwerk werden.

Starbuck Holger Meins

BRD

2001

Gerd Conradt

Nach Andres Veiels BLACK BOX BRD beschäftigt sich Gerd Conradt mit der Epoche des gescheiterten Auf- und Umbruchs nach 1968. Sein Porträt von Holger Meins, des ersten RAF-Mitglieds, das 1974 in Untersuchungshaft starb, ist ein berührender Abgesang auf ein dramatisches Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte. Starbuck ist nicht nur der Name des Steuermanns in Melvilles Roman „Moby Dick“, sondern auch der Deckname von Holger Meins, „Steuermann“ der Baader-Meinhof-Gruppe. Gerd Conradt, der wie Meins und der renommierte Dokumentarist Harun Farocki 1968 von der Filmhochschule dffb flog, begibt sich auf Spurensuche. Ihm gelingt das kritische und gleichzeitig verstörende Porträt eines jungen, künstlerisch begabten Mannes, der die Welt gerechter machen wollte und dabei zum Terroristen wurde. Die Stationen dieser Existenz dokumentiert Conradt mit Fotos, Comics, persönlichen Briefen, Berichten, Flugblättern und vor allem mit Ausschnitten aus Meins‘ Filmen. Spannend vor allem die Erzählungen von Freunden und Weggefährten, darunter die dffb-Dozenten Wolfgang Petersen und Michael Ballhaus mit ihren Berichten von den wilden und chaotischen Zeiten oder Regisseur Peter Lilienthal, der Meins‘ Mangel an politischer Geduld bedauert. STARBUCK HOLGER MEINS ist 90 Minuten aufregendste Zeitgeschichte. Homepage des Films: http://www.starbuck-holger-meins.de

SPK Komplex

DEU

2018

Gerd Kroske

Ist individuelles Leiden die Folge der krankmachenden kapitalistischen Gesellschaft? Im Februar 1970 gründete sich in der Rohrbacher Straße in Heidelberg das Sozialistische Patientenkollektiv SPK: 52 Psychiatriepatienten unter Leitung des Arztes Wolfgang Huber, die sich in einer Therapiegemeinschaft selbständig heilen wollten. Das gruppentherapeutische Experiment betrieb Hegel-Studien und Einzelagitation und geriet alsbald in Konflikt mit der Uni Heidelberg und der Landesregierung – der sich zuspitzte und in die Radikalisierung des SPK mündete. Widerstand und Selbstermächtigung führte zu harten Maßnahmen des Staates, linke Ideologie zum Abtauchen in den RAF-Untergrund – eine Geschichte vom Irre-Sein und Irre-Werden im gesellschaftlichen Klima des deutschen Vor-Herbstes.
Anschließend Diskussion mit Prof. Michael Deuschle, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
In Kooperation mit dem Jugendkulturzentrum Forum

Stolz & Eigensinn

DEU

2025

Gerd Kroske

Dokumentarfilm

Deutschland unmittelbar nach der Wende. Die zweite große Entlassungswelle hat den Osten erreicht. Frauen, die in den Industrie-Großbetrieben der DDR als Ingenieurinnen, Schichtführerinnen, Maschinistinnen gearbeitet haben, erzählen mit überraschender Selbstverständlichkeit über sich und die persönlich erlangte Unabhängigkeit durch ihre Arbeit – in einer Dokumentation des damaligen Leipziger Piraten-TV-Senders Kanal X. Über 30 Jahre später nimmt sich Dokumentarfilmer Gerd Kroske (SPK KOMPLEX) diese Interviews wieder vor und findet die Arbeiterinnen wieder. Sie begegnen im Splitscreen-Verfahren ihrem früheren Ich, damals, als plötzlich nur noch Männer ihre Arbeit machen sollten. Sie waren Anfang der 1990er doppelt Opfer geworden, als Arbeiterin und als Frau. „Die Frau kann ihre Arbeit machen wie ein Mann, man muss sie nur lassen“, heißt es einmal – und STOLZ & EIGENSINN zeigt, wie Frauen nicht gelassen wurden.

El Bulli - Cooking In Progress

DEU

2010

Gereon Wetzel

Etwa zwei Millionen Reservierungsanfragen pro Jahr hat das wohl berühmteste Restaurant der Welt, das EL BULLI. Verschwindende Ravioli, vakuumierte Champignons und Cocktails aus Wasser und Haselnussöl: Mit seinem einzigartigen Avantgarderestaurant hat der 3-Sterne-Koch Ferran Adrià die moderne Küche revolutioniert. Kochen ist bei ihm Kunst, sinnliche Ästhetik. Geöffnet ist nur sechs Monate im Jahr, die übrige Zeit ziehen sich Adriàs Köche in ein Kochlabor zurück, um neue Kreationen zu erschaffen. Ein ganzes Jahr begleitet die Dokumentation den Meister und seine Helfer: von der ersten Idee, dem Versuchen und dem Verwerfen, dem Zufall und dem Funken Genialität bis hin zur vollendeten, perfekten und einzigartigen Komposition wird alles gezeigt.

Hat Wolff Von Amerongen Konkursdelikte Begangen?

DEU/AUT

2004

Gerhard Friedl

Das Langfilmdebüt von Gerhard Friedl ist ein hypnotisches Vexierspiel an der Schnittstelle zwischen Dokument, Essay und „pulp fiction facts“. Auf der Tonspur eine in gnadenlos objektivem Sprechduktus vorgetragene Erzählung von den labyrinthischen Genealogien, verbrecherischen Verstrickungen und Gebrechen deutscher Wirtschaftsdynastien im 20. Jahrhundert. Im Bild: bestechend kadrierte Aufnahmen, meist Schwenks und Fahrten durch europäische Finanzzentren, Produktionsstätten und Landschaften. Manchmal kommen Bild und Ton zur Deckung, manchmal verfehlen sie sich knapp. Stets legen sie Zusammenhänge nahe. Aber alleine im peniblen Kommentar, der nicht gewichtet zwischen einschneidenden Ereignissen und absurden Details (schon die epischen Finanzadelsnamen!) ist keine Übersicht zu bewahren. Paranoia? Ironie? Lassen sich die trockenen und verbrecherischen Verhältnisse der modernen Ökonomie überhaupt abbilden? Friedl: „Hat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen?“ Hat er also nicht? Der Film schwindet. Seine Erfahrbarkeit ist sein Argument.“ (Wiener Filmmuseum) „Friedl hat dem Publikum einen intelligenten Film geschenkt und dem deutschen Kino ein neues Genre: den Post-Dok-Film“ (Berliner Zeitung) Preise: Deutscher Kurzfilmpreis 2005; DIAGONALE-Preis Innovatives Kino 2005; ARTE-Dokumentarfilmpreis 2004; Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts 2004.

Die Verrufenen

DEU

1925

Gerhard Lamprecht

Aud Egede-Nissen, Bernhard Goetzke, Arthur Bergen, Mady Christians, Heinrich Zille

Ein Film „nach Erlebnissen von Heinrich Zille“ – und tatsächlich tritt der sozialkritische Maler selbst zu Beginn der Handlung auf: Ingenieur Robert Kramer war im Gefängnis wegen eines Meineids. Nach seiner Entlassung findet er keinen Halt mehr in der bürgerlichen Gesellschaft. Er wird von der Familie verstoßen, findet keine Arbeit, weil er vorbestraft ist. Die Prostituierte Emma rettet ihn und nimmt ihn bei sich auf – wird aber zusammen mit ihrem Bruder in einen Raubmord verwickelt.

Das Hauptaugenmerk des Films liegt in den präzisen Milieubeobachtungen: Er geht in die Hinterhöfe und Eckkneipen, zu den Obdachlosen, Arbeitslosen, Kleinkriminellen. Und wurde von der zeitgenössischen Kritik mit höchstem Lob bedacht: „Ich schäme mich nicht, zu gestehen, dass mir sehr oft die blanken Tränen aus den Augen gelaufen sind. Dieser Film ist eine soziale Tat, geboren aus einer Liebe zu den Ärmsten der Armen.“ (Lichtbild-Bühne, 1925)

Einführung: Erich Siebert

Stummfilm mit Livemusik von Laurent Leroi (Akkordeon). Der Musiker begann im Alter von acht Jahren mit dem Akkordeonspiel und ist mit seiner Musik in vielen Genres zuhause: Er bereichert Straßenmusik und Volksfest, literarische Lesung, Theater oder Film mit seiner energischen, vielseitigen, unberechenbaren, leidenschaftlichen Musik.

Eintritt: 15 € regulär/ 12 € ermäßigt / 10 € Mitglieder

Emil Und Die Detektive

DEU

1931

Gerhard Lamprecht

Fritz Rasp, Käthe Haack, Rolf Wenkhaus

Emil ist stolz, aber auch ein bisschen aufgeregt. Schließlich fährt er ganz alleine im Zug zur Großmutter nach Berlin und er hat die sauer gesparten 120 Mark dabei, die seine Mutter der Oma geben möchte. Während Emils Mama noch besorgt darum ist, daß er gut und ja ordentlich gekämmt ankommt, sitzt Emil der Gefahr schon direkt gegenüber. Der freundliche Herr im Abteil ist nämlich ein gewiefter Gauner, der Emil das Geld stiehlt! Doch nicht mit Emil – ohne die 120 Mark geht er nicht zur Oma, soviel steht fest. Erst muß das Geld wieder her. Und zum Glück muß Emil diesen Plan nicht allein verfolgen, denn schnell freundet er sich mit ein paar Berliner Jungs an die sich diese spannende Angelegenheit natürlich nicht entgehen lassen. Mit seinen neuen Freunden und seiner Cousine Pony Hütchen, die besorgt nach Emil sucht, schafft er es den Schurken dingfest zu machen, der gegen die wahre Heerschar von Kindern einfach keine Chance hat. empfohlen ab 6 Jahren

Irgendwo in Berlin

DEU

1946

Gerhard Lamprecht

Charles Brauer, Hans Trinkhaus, Harry Hindemith, Hedda Sarnow, Hans Leibelt, Paul Bildt, Fritz Rasp

Berlin, kurz nach Kriegsende: Die Stadt liegt in Schutt und Asche. Für Kinder ist die Trümmerlandschaft ein großer Abenteuerspielplatz. Fangen, Verstecken – und mit Feuerwerkskörpern spielen sie Krieg. Gustav und Willi, beide elf Jahre alt, sind Freunde – wobei Willi dem skrupellosen Schieber Birke bei seinen Geschäften hilft, und Gustav auf die Rückkehr des Vaters wartet. Doch der ist nach Krieg und Gefangenschaft ein psychisches Wrack, er wird zum Gespött der Nachbarn und der Kinder. Willi aber will Gustav und seiner Familie helfen und stiehlt Lebensmittel aus den Schwarzmarktbeständen von Birke…

Gerhard Lamprecht – in den 1920ern ein Regisseur der sozial Abgehängten (DIE VERRUFENEN), der mit EMIL UND DIE DETEKTIVE (1931) einen internationalen Erfolg feierte – zeigt die Nachkriegstrümmer als Lebensumfeld der Ruinenkinder. Der Film war die dritte Defa-Produktion und das Filmdebüt des damals elfjährigen Charles Brauer, damals noch unter seinem Geburtsnamen Knetschke.

Mein illegales Leben

DEU

2024

Gerhard Schick

Dokumentarfilm

Im Winter 1942 erhält Hella Zacharias den Deportationsbescheid der Gestapo. Sie taucht mit ihrer Tochter Hannelore in Berlin unter. Wohlwollende Bekannte verbergen sie vor der Verfolgung durch die Nazis, immer wieder müssen Mutter und Tochter Hals über Kopf das Versteck wechseln. 1944 kommen sie unter falschem Namen bei Fritz Kittel unter, einem Bahnarbeiter. Während sein Arbeitgeber, die Deutsche Reichsbahn, Millionen in den Tod fährt, versteckt er die beiden in seiner Wohnung.

Die Rettung gelingt – aber was bleibt? Jahrzehnte später suchen Hella Zacharias’ zweite Tochter Esther Dischereit und ihre Enkelin Chana Dischereit nach Spuren des Mannes, der ihre Familie gerettet hat. Aus der Perspektive von Chana Dischereit, einer jungen Jüdin der dritten Generation, entfaltet sich der Film als persönliche Spurensuche und Reflexion über Verfolgung, Rettung und Selbstverständnis.

Tabubruch – Axel Tüting Im Gespräch Mit...

Deutschland

2004

Gerhard Stahl

Axel Tüting, der bekannte SM-Kabarettist, unterhält sich mit den unterschiedlichsten Menschen, die BDSM betreiben oder ausgefallene Fetische haben. Neben der Vielfalt – die gleichzeitig Programm der Reihe sein wird – des BDSM, werden auch TV’s, TS’, Menschen mit ausgeprägten Fetischen, wie Latex, Schuhe, Füße, Body-Modification, Tattoos etc., interviewt oder porträtiert: Egal ob kleine, große, dicke, dünne, alte, haarlose, haarige und was es sonst noch alles gibt. In jeder Folge kommen auch Menschen aus der Szene, wie Literaten, Fotografen, Musiker, Verleger, Partyveranstalter, Shopbetreiber, Buchhändler etc. zu Wort.

Wir Leben Sm!

Deutschland

2003

Gerhard Stahl

SM-Requisiten, -Look und -Anspielungen finden sich zunehmend in der Mode wieder, in Videoclips, Filmen und in der Werbung. Aber noch immer werden Menschen mit sado-masochistischen Neigungen geächtet. Regisseur Gerhard Stahl hat fast ein Jahr lang Woschofius und Lady Isis mit der Kamera begleitet und zeigt das Leben eines SM-Paares zwischen Fetischkunst, SM-Szene, Profession und Liebe. Absolutes Highlight ist eine Session zu dritt, authentisch, erotisch und von höchster Intensität. Nach dem riesigen Andrang im Januar haben wir zwei Wiederholungsvorstellungen angesetzt. Rechtzeitige Kartenreservierung wird dringend empfohlen.

Wir Leben... Sm!

Deutschland

2003

Gerhard Stahl

SM-Requisiten, -Look und -Anspielungen finden zunehmend in der Mode wieder, in Videoclips, Filmen und in der Werbung. Aber noch immer werden Menschen mit sado-masochistischen Neigungen geächtet. Regisseur Gerhard Stahl hat fast ein Jahr lang Woschofius und Lady Isis mit der Kamera begleitet und zeigt das Leben eines SM-Paares zwischen Fetischkunst, SM-Szene, Profession und Liebe. Absolutes Highlight ist eine Session zu dritt, authentisch, erotisch und von höchster Intensität. „Die meisten Menschen haben völlig falsche Vorstellungen von SM, hauptsächlich bedingt durch die einseitige und reißerische Berichterstattung in den Medien. Mit diesem Film möchte ich den Zuschauern die Augen öffnen.“ (Gerhard Stahl) Regisseur Gerhard Stahl wird während der Vorführung anwesend sein. Im Anschluß an den Film gibt es Gelegenheit zur Diskussion mit Mitgliedern der „Schlagseite“ (Infos über die Gruppe und ihre Ziele unter www.schlagseite.org).

El ultimo applauso - Der Letzte Applaus

ARG/DEU

2009

German Kral

DER LETZTE APPLAUS begleitet das Leben einer vergessenen Gruppe von gealterten Tangosängern aus Buenos Aires von 1999 bis heute: Jahrelang sind sie in einer der berühmtesten Tangobars der Stadt aufgetreten, der „Bar El Chino“. Der Film zeigt ihren Kampf, sich während der größten Wirtschaftskrise Argentiniens ihr täglich Brot zu verdienen, und die Sehnsucht nach ihrem größten Traum: noch einmal vor ihrem Publikum zu singen und den Applaus zu hören, vielleicht zum letzten Mal in ihrem Leben… In Kooperation mit Tangodeseos und der Argentinien Gruppe Rhein-Neckar e.V. Der Regisseur ist am 10.5. anwesend!

Helmut Newton – The Bad and the Beautiful

DEU

2020

Gero von Boehm

Als Sohn jüdischer Eltern flüchtete Helmut Newton 1938 aus Berlin, seinem Geburtsort, zunächst nach Singapur, dann nach Australien, seine Fotokamera immer im Gepäck dabei. Zurück in Europa begann seine große Karriere, die ihn zu einem der berühmtesten Mode- und Werbefotografen des 20. Jahrhunderts machte. Sein (durchaus umstrittener) Ruf gründet sich – neben der extrem hohen Qualität seiner Arbeiten – auf gesellschaftlich-moralischen Grenzüberschreitungen vor allem hinsichtlich der Bild-Inszenierungen von nackten Frauenkörpern. In den Modeaufnahmen im Paris der 1960er Jahre festigte Newton seinen ganz besonderen, stets wiedererkennbaren Stil, indem er seine Modelle auch in den Straßen von Paris fotografierte, wo er sie etwa als vermeintliche Demonstrantinnen oder im Rahmen einer Paparazzi-Story agieren ließ und auf diese Weise neue, moderne Aktionsräume für den Bereich der Modefotografie eroberte. Auch prominente Persönlichkeiten wie Helmut Kohl, Margaret Thatcher, Charlotte Rampling, Catherine Deneuve, Liz Taylor, Romy Schneider oder Hanna Schygulla vertrauten auf seinen Blick für besondere Porträtfotos.
Einführung: Dr. Peter Bär, Cinema Quadrat

Lebenskünstlerinnen

Deutschland

1999

Gesine Meerwein & Katharina Gruber in Kooperation mit Argus e.V

Auf die Diagnose Brustkrebs, dem Alptraum vieler Frauen reagierten die Freiburger Filmemacherinnen Gesine Meerwein und Katharina Gruber auf eigene Weise: sie drehten einen Film, und einen sehr ungewöhnlichen dazu. Es ist weder ein trauriger Spielfilm noch ein nüchterner Dokumentarfilm, wie es sie sonst zu diesem Thema gibt. In dem Film kommen sieben Frauen zu Wort, die an Krebs erkrankt waren oder es immer noch sind. Sie berichten von den Kämpfen um Selbstbestimmung im schulmedizinischen Apparat und ihren Erfahrungen mit alternativen Ansätzen, von neu entdeckten Stärken und verändertem Körpergefühl. Sie erzählen auch von lebensnotwendiger Unterstützung durch Freundinnen, vom Leben mit einer Brust und von der Konfrontation mit der Möglichkeit des Sterbens. Und trotzdem ist es ein bemerkenswert leichter Film: Da tanzt ein nackter Rücken, und nur kurz ist die amputierte Brust zu erahnen. Eine Frau bemalt ihre Narbe, eine macht einen Gipsabdruck ihrer Brust, eine jongliert mit Brustprothesen. Die Mischung aus Heiterkeit und Schwere wirkt nicht befremdlich, sondern authentisch -weil es die Kranken sind, die den Ton vorgeben. Wir zeigen den Film in Kooperation mit dem Aktionsbündnis für Frauengesundheit aus Mannheim. Daran beteiligen sich: Gesundheitstreff Mannheim, Frauenbeauftragte von Manheim, Frauenbuchladen Xanthippe, Pro Familia Mannheim, Frauenselbsthilfe nach Krebs Weinheim, Frauenpolitischer Arbeitskreis der Grünen, Kreisverband Mannheim. Die Regisseurinnen werden ihren Film, der auf Festivals viel Aufsehen erregt hat, persönlich vorstellen und nach der Vorführung für eine Diskussion zur Verfügung stehen.

Nonna mia!

ITA

2018

Giancarlo Fontana, Giuseppe G. Stasi

Miriam Leone, Fabio de Luigi, Lucia Ocone, Barbara Bouchet.

Nur mit Hilfe der monatlichen Rente ihrer geliebten Großmutter kann die junge Kunstrestauratorin Claudia überleben. Als die alte Nonna plötzlich stirbt, scheint Claudia vor dem Aus zu stehen. Doch dann kommt sie auf die rettende Idee: Großmutters Leichnam wird einfach in die Gefriertruhe statt ins Grab gebettet, und die Rentenchecks sind gesichert! Doch diesen Plan hat Claudia ohne Simone gemacht, den wohl unbestechlichsten Steuerfahnder in ganz Italien. Der sich hoffnungslos in Claudia verliebt…
Frische Leichtigkeit, leuchtende Farben, Slapstick und Romantik auf der Basis einer tiefgefrorenen Oma: Die turbulente Komödie wurde in den italienischen Kinos zum Überraschungshit.

Der Stoff der Träume – La stoffa dei sogni

ITA

2016

Gianfranco Cabiddu

Sergio Rubini, Ennio Fantastichini, Renato Carpentieri, Teresa Saponangelo

Eine kleine abgelegene Insel vor Sardinien, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Hier befindet sich ein Hochsicherheitsgefängnis, und gerade erwartet man einen Transport verurteilter Camorra-Mitglieder. Doch das Fährschiff kentert in einem Sturm. Unter den Schiffbrüchigen, die sich auf die Insel retten, befinden sich nicht nur die vier Camorristi, sondern auch die bescheidene Theatertruppe von Signore Oreste Campese. Bald werden alle vom Wachpersonal eingefangen. Die Sträflinge mischen sich dabei unter die Theaterleute. Wer ist wer? Da hat der Gefängnisdirektor eine Idee: Er zwingt die Schiffbrüchigen, gemeinsam Shakespeares Stück „Der Sturm“ auf die Bühne des Gefängnishofes zu bringen, um herauszufinden, wer echter Schauspieler und wer Verbrecher ist. Oreste Campese rauft sich die Haare, doch die Proben beginnen. Und auf alle Beteiligten warten jede Menge Überraschungen…
Inspiriert von Eduardo de Filippos genialem Theaterstück „Die Kunst der Komödie“ (und natürlich von Shakespeares „Sturm“) handelt dieser vielschichtige, aber leichthändig inszenierte Sommerfilm vom Theater und vom richtigen Leben und davon, wie das eine vom anderen nicht zu trennen ist. Schon gar nicht in Italien. Sergio Rubini als überforderter Impresario zwischen allen Fronten bietet eine komödiantische Glanznummer. Die heimliche Hauptrolle aber spielt die ehemalige Gefängnisinsel Asinara selbst, ein fast magischer Ort mit einer atemberaubenden Landschaft.

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