Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Die Letzten Stunden Von Pompeji

ITA/FRA

1962

Gianfranco Parolini

Brad Harris, Mara Lane, Susan Paget

Marcus Tiberius, siegreicher Feldherr, warnt den römischen Kaiser Titus Flavius vor den Umsturzplänen seines Beraters Tercius. Aber der Kaiser schenkt ihm kein Vertrauen. Er schickt ihn statt dessen nach Pompeji, um die wahren Feinde des römischen Reiches zu vernichten – die Christen. Marcus Tiberius weigert sich und schlägt sich auf die Seite der Gladiatoren, um gemeinsam mit ihnen gegen Tercius und seine Häscher zu kämpfen. Doch noch eine viel größere Gefahr droht: Der Vesuv ist ausgebrochen und seine glühende, alles verzehrende Lava bewegt sich unaufhaltsam auf Pompeji zu… Die Urgewalt des Ausbruchs hat am 24. August 79 n. C. eine ganze Kulturlandschaft innerhalb eines Tages und einer schrecklichen Nacht verwüstet.

Interviews zu einer Liebesgeschichte – Indagine su una storia d’amore

ITA

2024

Gianluca Maria Tavarelli

Alessio Vassallo, Barbara Giordano, Antonio Pandolfo, Costanza Tortoli, Claudia Potenza

Paolo und Lucia sind seit acht Jahren ein Paar. Sie sind mit Leib und Seele Schauspieler, doch die große Karriere lässt auf sich warten. Es wird immer schwieriger, Rollen zu bekommen. Und vielleicht zeigt auch ihre Beziehung erste Risse. Da beschließt Lucia, an einer beliebten TV-Reality-Show namens „Leichen im Keller“ teilzunehmen, in der Paare vor der Kamera von den Höhen und Tiefen ihrer Liebesbeziehung erzählen, und Paolo macht widerwillig mit. Könnte das eine Chance für einen Neuanfang sein? Die beiden ahnen nicht, worauf sie sich eingelassen haben…

Eine Komödie mit bitteren Untertönen und zugleich eine sehr aktuelle und treffende Satire auf die Macht der in ganz Europa populären Reality-Fernsehshows, in denen ein Millionenpublikum nach intimen Enthüllungen giert.

Der Regisseur über seinen Film:

Ich habe mir vorgenommen, eine besondere Liebesgeschichte aus der Gesellschaft von heute zu erzählen. Eine Gesellschaft, die untrennbar mit der Darstellung des Lebens in den sozialen Medien verbunden ist, mit einem ständigen Verlangen nach Sichtbarkeit, nach Selbstdarstellung und nach Neugierde auf das Leben anderer. Ich wollte auf unterhaltsame Weise mit komödiantischen Tönen die Chronik einer angekündigten Katastrophe zeigen und dabei zum Nachdenken anregen darüber, wie viel wir mittlerweile bereit sind, von uns selbst und von unserem Innersten preiszugeben, im Gegenzug für etwas so Vergängliches und Gefährliches wie Sichtbarkeit.

Gianluca Maria Tavarelli

Un Amore - Eine Liebesgeschichte

Italien

1999

Gianluca Tavarelli

Lorenza Indovina, Fabrizio Gifuni

Marco und Sara kennen sich seit zwanzig Jahren. Sie ist extrovertiert, unbezähmbar, dickköpfig. Er dagegen ist ein Träumer, bedächtig und sucht Sicherheit. Im Lauf der Jahre lieben sie sich, trennen sich wieder, betrügen sich, mißverstehen einander, heiraten andere – und hören doch nie auf, sich zu sehen. „Es ist nicht einfach eine Liebesgeschichte, sondern der Versuch zu erzählen, wie die Zeit kaum wahrnehmbar die Menschen verändert.“ Regisseur Gianluca Tavarelli inszeniert die Chronik dieser Liebesbeziehung in zwölf Episoden, die er jeweils in einer einzigen fließenden Kamerasequenz aufgenommen hat. Der Zuschauer hat so das Gefühl, für die Dauer des Films das Leben von Marco und Sara selbst mitzuerleben. „Einfühlsam verdichtet der Film Momente, in denen Verliebtheit, Hoffnung, Schmerz und Trennung intensiv zum Ausdruck kommen.“ (film-dienst)

The Woddafucka Thing

DEU

2022

Gianluca Vallero

Dela Dabulamanzi, Carlo Loiudice, Marc Philipps, Emilio De Marchi, Cem Sultan

Die Afro-Berlinerin Djane Sweety wird von einem Gangsterboss bedroht und glaubt, die Affäre ihres Freundes erschlagen zu haben. Zuflucht sucht sie bei zwei Karatelehrern, dem Italiener Gino und dessen deutschem Halbbruder Ninja. Denen wiederum sind zwei Immobilienhaie auf den Fersen. Eine Woche bleibt ihnen in diesem Kampf ums Überleben. Wäre ein großangelegter Raubüberfall die Lösung?
Ohne Förderung über einen Zeitraum von sechs Jahren entstanden und in kontrastreichem, zeitlosem Schwarzweiß gedreht, legt Gianluca Vallero eine schnörkellose Gangsterkomödie vor: erfrischend und schräg, cool und originell, kurz: kultverdächtig!
Hauptdarstellerin Dela Dabulamanzi stellte dieses Filmprojekt 2019 beim Filmsymposium „R.E.S.P.E.C.T.“ vor.

Die Hausschlüssel

ITA

2004

Gianni Amelio

Inspiriert von dem autobiographischen Roman „Zwei Leben“ von Guiseppe Pontiggia drehte der preisgekrönte Regisseur Gianni Amelio (Gestohlene Kinder, Lamerica) das einzigartige Portrait einer Vater-Sohn-Beziehung: In einem Nachtzug nach Berlin begegnet Gianni (Kim Rossi Stuart) zum ersten Mal seinem bereits 15-jährigen behinderten Sohn Paolo (Andrea Rossi). Als die Mutter bei seiner Geburt starb, fühlte sich Gianni der Situation nicht gewachsen und lief einfach davon. Aufgewachsen und betreut in der Familie von Giannis Bruder, muss Paolo nach Berlin in die Charité – und der unbekannte Vater soll ihn auf der Reise begleiten.

Die Zärtlichkeit - La tenerezza

ITA

2017

Gianni Amelio

Renato Carpentieri, Elio Germano, Giovanna Mezzogiorno, Micaela Ramazzotti, Greta Scacchi.

Micaela Ramazzotti, Greta Scacchi.103 Minuten. OmdtU. FSK: k. A. Lorenzo, Rechtsanwalt im Ruhestand, versprüht als Witwer in Neapel stets schlechte Laune. Mit seinen erwachsenen Kinder will er möglichst wenig zu tun haben. Als neue Nachbarn einziehen, wird sein emotionaler Schutzpanzer erstaunlicherweise durchlässig: Er ist gerne mit dieser scheinbar glücklichen Familie zusammen Doch ein schreckliches Ereignis scheint alles unwiederbringlich zu zerstören…
Gianni Amelio, einer der großen Altmeister des italienischen Kinos, erzählt mit einem herausragenden Schauspielerensemble von einem verbitterten alten Mann, der sich langsam wieder öffnet, und von zwei Familien, die auf schicksalhafte Weise miteinander verbunden werden.

Zu viele Wunder – Troppa grazia

ITA

2018

Gianni Zanasi

Alba Rohrwacher, Elio Germano, Hadas Yaron, Guiseppe Battiston, Carlotta Natoli, Thomas Trabacchi

Lucia ist Landvermesserin. Privat kämpft sie mit der Trennung von ihrem Mann und der Erziehung ihrer pubertierenden Tochter. Beruflich hat sie mit einem kleinen Trick gerade einen Job ergattert zur Vorbereitung eines großen Bauprojektes auf dem Lande. Eines Tages erhält sie bei ihren Vermessungsarbeiten auf einem einsamen Feld unerwarteten Besuch – von einer Erscheinung der Jungfrau Maria! Diese fordert sie auf, das Projekt zu stoppen und stattdessen dort eine Kirche zu bauen. Lucia zweifelt an ihrem Verstand. Doch die Heilige erscheint ihr immer wieder und bleibt knallhart bei ihrer Forderung…
Haben Wunder noch einen Platz in einer Welt, die zum Synonym für Profitgier geworden ist? Was soll man von einer Gottesmutter halten, die nicht mild und sanft daherkommt, sondern zu rabiaten Mitteln greift? Eine verblüffende Geschichte haarscharf auf der Grenze wischen Komödie und Drama, getragen von der großartigen Alba Rohrwacher als von allen Seiten bedrängte Lucia. TROPPA GRAZIA wurde beim Festival von Cannes 2018 vom Verband „Europa Cinema“ als bester europäischer Film des Jahres ausgezeichnet.
„Dies ist kein religiöser Film. Denn es geht nicht um die Fähigkeit, an Gott zu glauben oder nicht. Sondern um die Fähigkeit, überhaupt zu glauben, obwohl wir keine Kinder mehr sind. Es geht um Glauben, Fühlen und Vorstellungskraft. Die Muttergottes im Film ist nicht die der religiösen Erzählung, sondern die Madonna von Lucia, ganz einfach. Sie ist Ausdruck der Fähigkeit zu glauben, die zur Kindheit gehört und die Lucia seit zu langer Zeit unterdrückt hat. Aus diesem Grund liebe ich Lucia, weil sie nicht völlig versteht, was passiert, da sie, auch wenn sie es noch nicht gemerkt hat, beschlossen hat, ihr Leben in vollen Zügen zu leben, mit allem, was dazu gehört und um jeden Preis. Es lohnt die Mühe, einen Raum in uns zu schaffen für die Komplexität unserer Gefühle und für die geheimnisvolle Erfahrung, auch das zu spüren, was es nicht gibt.“
Gianni Zanasi

Der Meister und Tatjana

LTU

2014

Giedre Zickyte

Er war ein Exzentriker – und hinter der Kamera ein Ausnahmetalent: Der Fotograf Vitas Luckus galt in der sowjetischen Künstlerszene der Sechzigerjahre als „der Meister“. Mit seiner Frau Tatjana und einem leibhaftigen Löwen teilte er eine Wohnung in Vilnius. Zahllose Kreative aus der ganzen Sowjetunion pilgerten mit Weinflaschen im Gepäck hierher: Luckus war ihnen ein steter Quell der Inspiration, er schuf Bilder, die im Gedächtnis hängen bleiben – Bilder von jungen Künstlerinnen, aber auch von einfachen Landarbeitern. Doch Luckus stand auch im ständigen Konflikt mit den sowjetischen Obrigkeiten, ehe er 1987 unter tragischen Umständen zu Tode kam.
Seine Witwe Tatjana wanderte in die USA aus. Für diesen Film teilt sie nicht nur ihre Erinnerungen, sondern öffnet auch Luckus’ Archiv – ein Film über Fotokunst unter den erschwerten Bedingungen der UdSSR. Der Film läuft in Kooperation mit Zephyr – Raum für Fotografie zur Sonderausstellung „Rimaldas Vik?sraitis – Am Rand der bekannten Welt“ der Reiss-Engelhorn-Museen.
Einführung: Thomas Schirmböck, Leiter Zephyr

Renoir

FRA

2012

Gilles Bourdos

Michel Bouquet, Christa Théret

Der große Maler Auguste Renoir ist alt geworden, die Arbeit fällt ihm schwer. Er hat sich an die Côte d’Azur zurückgezogen, während in Europa der Erste Weltkrieg tobt. Erst sein Modell, die junge Andrée, erweckt wieder neue Energie in ihm und inspiriert ihn zu seinen letzten großen Werken. Auch sein im Krieg verwundeter Sohn Jean schöpft durch sie neuen Lebensmut, teilt er mit ihr doch die Leidenschaft für das Kino. Gilles Bourdos inszeniert die Figur der Andrée als Schnittstelle der Inspiration zwischen Vater und Sohn. Ganz im Stil der Gemälde Renoirs schwelgt der Regisseur in seinem Film in den satten Farben der lichtdurchfluteten südfranzösischen Landschaft.
Einführung: Susanne Threm, M.A.

Die Kunst der Nächstenliebe

FRA

2019

Gilles Legrand

Agnès Jaoui, Alban Ivanov, Tim Seyfi, Claire Sermonne, Michèle Moretti.

Isabelle ist eine sehr engagierte Frau. Sie hilft bei gemeinnützigen Einrichtungen, eilt von einem Bedürftigen zum nächsten, von der Kleiderspende zur Suppenküche – ein wandelndes Helfersyndrom. Mit viel Leidenschaft unterrichtet sie Lesen und Schreiben in einem Sozialzentrum. In der Parallelklasse aber unterrichtet die junge und kluge Elke, die mit ihren modernen Methoden Alphabetisierungs-Wunder bewirkt.
Und plötzlich ist es angesichts dieser Konkurrenz beim Hilfeleisten mit Isabelles Sanftmut vorbei: Mit unbegrenzter Mildtätigkeit versucht sie, die Rivalin auszustechen durch eine soziale Fahrschule…Eine übergriffige Wohltäterin: Agnès Jaoui erweist sich als brillante Komödiantin, die ihre Figur nie der Karikatur preisgibt, sondern ihr in all ihrem übersozialen, passiv-aggressivem Verhalten stets die Würde psychischer Verlorenheit verleiht.

Das krumme Haus – The Crooked House

GBR

2017

Gilles Paquet-Brenner

ax Irons, Stefanie Martini, Glenn Close, Christina Hendricks, Terence Stamp, Julian Sands, Gillian Anderson

1949 erschien Agatha Christies Roman „Das krumme Haus“; in ihrer Autobiographie bezeichnete sie diesen Roman als einen ihrer Favoriten. Dennoch blieb der Stoff relativ unbekannt – was auch daran liegen mag, dass er entgegen den sonstigen Christie-Klassikern bisher nicht verfilmt worden war.
Der Ex-Diplomat Charles Hayward ermittelt zum mysteriösen Tod des Patriarchen Aristide Leonides in dessen großem, ein wenig krummen Anwesen. Und zwar auf Bitten von dessen Enkelin Sophia, Charles’ ehemaliger Geliebten. Charles dringt mehr und mehr in diverse Familiengeheimnisse ein bei den drei Generationen der Leonides-Dystanie, die in einer durch Bitterkeit, Missgunst und Neid vergifteten Atmosphäre zusammenleben.
DAS KRUMME HAUS erzählt diese verzwickte Detektiv-Thriller-Story mit vielen überraschenden Twists auf geradezu klassische Weise: Und gleichzeitig bricht Christie in ihrer brillanten Plotkonstruktion die ungeschriebenen Gesetze des Krimi-Genres; so, wie nur sie es kann.

Die Schlacht Um Algier

FR

1965

Gillo Pontecorvo

Brahim Haggiag, Jean Martin

Algier, 1957: Die „Nationale Befreiungsfront“ rüstet zum Widerstand gegen die französische Kolonialherrschaft in Algerien. Während Ali-la-Pointe vom Kleinkriminellen zum Guerillaführer der Kasbah von Algier aufsteigt, greifen die französischen Truppen des Colonel Mathieu immer härter durch. Um die Drahtzieher der Untergrundorganisation zu finden, benutzen sie Foltermethoden, die den Attentaten der Algerier an Grausamkeit in nichts nachstehen. Die meisterhafte Umsetzung in Musik (Ennio Morricone), Bild und Schnitt, gepaart mit der Au-thentizität des Schauspiels, machen Pontecorvos Hauptwerk zu einem der beeindruckends-ten Kriegsfilme, der weit über die Darstellung der konkreten Ereignisse hinausgeht.

Zur Hölle mit dem Teufel - Frauen für ein freies Liberia

USA

2008

Gini Reticker

Der Film erzählt vom mutigen und visionären Widerstand liberianischer Frauen, die im Jahr 2003 maßgeblich dazu beigetragen haben, Frieden für ihr vom Bürgerkrieg zerrissenes Land zu erreichen. Der Krieg zwischen dem korrupten Regime unter Charles Taylor und dem Zusammenschluss der Warlords LURD (Liberia United for Reconciliation and Democracy), die Taylor stürzen wollten, hatte das Land zerstört, die Zivilbevölkerung traumatisiert und zur Flucht gezwungen. „Überzeugend, wie uns der Film die uns angeborene Kraft aufzeigt, diese Welt zu einem friedlicheren Ort zu machen.“ Desmond Tutu, Friedensnobelpreisträger. In Kooperation mit dem Eine-Welt-Forum. Eintritt frei!

Kin-dza-dza!

UdSSR

1986

Giorgi Danelia

Stanislaw Ljubschin, Jewgeni Leonow, Juri Jakowlew, Lewan Gabriadse

Arbeiter Wladimir und Student Gedewan drücken nur mal auf den falschen Knopf – und zack!, landen sie auf einem sandigen Planeten namens Plük. Im Bemühen, wieder nach Hause zu kommen, lernen sie die dortige Gesellschaft kennen, scheinbar primitiv und barbarisch, aber interplanetarische Reisen und Telepathie sind kein Problem. Zwei Wörter reichen aus: „Ku“ und „Kü“ – letzteres ein Schimpfwort –, Streichhölzer stehen hoch im Kurs, und die Einteilung in soziale Klassen erfolgt mutmaßlich willkürlich.
Mit dieser Science-Fiction-Komödie in Traditionslinie der Monty Python- und Douglas Adams-Komik schrieb sich Giorgi Danelia 1986 in die russische Filmgeschichte ein: Eine groteske Gesellschaftssatire, die sich in der postsowjetischen Ära zum Kultfilm entwickelte und nun in restaurierter Fassung und ungeschnitten in die Kinos kommt

Der Wind Zieht Seinen Weg

ITA

2006

Giorgio Diritti

Thierry Toscan, Alessandra Agosti, Dario Anghilante

Der französische Lehrer Philippe wandert mit seiner Familie in das italienische Bergdorf Chersogno aus, um fortan sein Dasein als Schäfer zu fristen. Zunächst ist die Familie verzaubert von der großartigen Landschaft und der Herzlichkeit der Bewohner. Allmählich aber wandelt sich das Klima: Man begegnet „den Neuen“ mit zunehmendem Misstrauen, bis sich die Spannungen in einem schweren Konflikt entladen. Beeindruckende Naturaufnahmen und eine atmosphärisch dichte Inszenierung zeichnen das Spielfilmdebüt des Dokumentarfilmers Diritti aus. Das Werk lief zunächst nur in einem Mailänder Kino, bis es durch Mundpropaganda in Italien zu einem Kassenschlager wurde.

Paolo Conte alla Scala

ITA

2024

Giorgio Testi

Dokumentarfilm

Die Mailänder Scala gilt als eine der großen Opernbühnen der Welt und ist normalerweise ausschließlich der klassischen Musik vorbehalten. Für den großen italienischen Cantautore Paolo Conte machte die Scala allerdings eine Ausnahme – ein Ereignis, das verdeutlicht, welche enorme Wertschätzung und Verehrung dem heute 87-Jährigen in seiner Heimat zuteil wird.

Giorgio Testis Film über dieses einmalige Konzert zwischen Bar-Jazz, Italo-Pop, Swing und Cantautori-Tradition verwebt den Auftritt des „Avvocato“ (so der Spitzname des studierten Juristen) mit Interviews und Auszügen aus der mehr als fünf Jahrzehnten währenden Karriere des begnadeten Musikers und Geschichtenerzählers und lässt dem Publikum Platz, um der faszinierenden Persönlichkeit Contes und seiner mitreißenden Musikalität nachzuspüren.

The Favourite

USA

2018

Giorgos Lanthimos

Olivia Colman, Rachel Weisz, Emma Stone, Nicholas Hoult, Mark Gatiss

18. Jahrhundert, am englischen Königshof: Nicht nur liegt England im Krieg gegen Frankreich, auch ist Königin Anne sehr anstrengend. Ihre Launen, Krankheiten und Wutausbrüche in Zaum zu halten ist nicht leicht, Lady Sarah tut ihr Bestes. Ihr Lohn: die Vertraute der Königin zu sein. Dann tritt ein neues Dienstmädchen ihren Dienst an, Sarahs junge Cousine Abigail, die ihren Adelstitel verloren hat. Sie verrichtet niedere Arbeiten, gerät aber mit ihrem Charme und ihrem Verstand ins Blickfeld der Königin…

Intrigen und Irrsinn, Rivalitäten und Rücksichtslosigkeiten, Manipulationen und Machtspiele: Giorgos Lanthimos – der bisher nur Meisterwerke geschaffen hat, zuvor etwa THE LOBSTER und THE KILLING OF A SACRED DEER – destilliert in seinem historisch-satirischen Kostümfilm den gesellschaftlichen Kampf zu einer bitterbösen Groteske.

The Lobster

GRC/GBR/NLD

2015

Giorgos Lanthimos

Colin Farrell, Rachel Weisz, Ben Wishaw, Léa Seydoux, John C. Reilly.

Beinahe dürften Sie diesen Film gar nicht sehen. Obwohl er starbesetzt ist und in Cannes gefeiert wurde, wollte ihn kein Verleih in die deutschen Kinos bringen. Ein paar widerspenstige Filmenthusiasten initiierten dann doch einen Kinostart – zum Glück! So können Sie nun eine bizarre Gesellschaftsordnung erleben, in der die Paarbeziehung Pflicht ist. Singles erhalten in einem Verkupplungs-Luxusresort eine 45-Tages-Frist, sich zu verlieben, andernfalls werden sie in ein Tier ihrer Wahl verwandelt. David widersetzt sich diesen Gesetzen und flieht in den Wald, wo sich die Widerständigen dem Liebeszwang radikal widersetzen…
THE LOBSTER steht in der großen Tradition des surrealistischen Kinos, um eine ganz eigensinnige Parabel über gesellschaftlichen Druck, Gegendruck und Überdruck zu erzählen.

Lagunaria - Venedig

ITA

2021

Giovanni Pellegrini

Eine Stimme aus einer fernen Zukunft erzählt von einer verschwundenen Stadt, die einst zu den berühmtesten der Welt gehörte: Venedig. Als mythische Legende aus fernen Zeiten beschreibt der Erzähler das tägliche Leben der Stadt und ihre tiefe Beziehung zur Lagune, die sie umgibt. Hat diese Stadt jemals existiert? War sie jemals bewohnt, oder war sie ein Touristenpark? Hat sie die Überschwemmungen und Plagen überlebt? Ist es ihren Bewohnern gelungen, eine neue Form des Zusammenlebens zu finden? Das Ergebnis dieser Auseinandersetzung mit dem Klimawandel und dem anhalten Tourismus aus ungewöhnlicher Zukunftsperspektive ist eine Geschichte einer einzigartigen und zerbrechlichen Stadt, die zugleich gewissermaßen von jeder Stadt der Welt spricht.

Romeo è Giulietta - Romeo ist Julia

ITA

2024

Giovanni Veronesi

Pilar Fogliati, Sergio Castellitto, Geppi Cucciari, Maurizio Lombardi, Serena De Ferrari, Alessandro Haber

Vittoria ist eine junge ehrgeizige Schauspielerin und macht sich Hoffnungen auf die Rolle der Julia in einer Neuinszenierung von „Romeo und Julia“, die der ebenso berühmte wie arrogante Regisseur Landi Porrini vorbereitet. Doch beim Vorsprechen wird sie vom Meister brüsk abgelehnt. Da hat sie spontan eine Idee: sie verkleidet sich als Mann und bewirbt sich für die Rolle des Romeo. Unerwarteterweise ist der Regisseur von dem ungewöhnlichen Romeo begeistert und gibt „ihm“ die Rolle. Vittoria spielt ihr Spiel weiter, doch die Komplikationen lassen nicht lange auf sich warten…

Eine intelligente und turbulente Komödie um Identität, Geschlechterrollen und die faszinierend eigene Welt des Theaters, wo Schein und Sein ohnehin verschwimmen. Pilar Fogliati, die auch am Drehbuch mitarbeitete, und Sergio Castellitto liefern sich ein schauspielerisches Duell der Extraklasse.

Giovanni Veronesi über seinen Film:
Die jungen Leute, von denen ich erzähle, sind auf der Suche nach ihrem Platz in der Welt. Vittoria, die Protagonistin, ist so unsicher, dass sie den Text einer ausländischen Autorin als ihren eigenen ausgibt. Später ist sie bereit, sich in einen Mann, Romeo, zu verwandeln, weil sie als Julia nicht angenommen wurde. Mir scheint, dass genau die Frage nach der Identität das Problem dieser Generation ist. Die Zeit, in der wir leben, erzeugt einen Zustand der Unsicherheit und Angst, eine ständige Furcht, Fehler zu machen, ein ständiges Bedürfnis nach Bestätigung des Selbstwertgefühls. Ich versuche, diese Lebensart zu verstehen, die sich so sehr von der Zeit unterscheidet, in der ich jung war, in einer weniger flüchtigen, weniger hektischen Gesellschaft.

Weitere Informationen:

https://www.cinema-italia.net/filme.php?selectedday=37&selectedfilm=5

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