Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Eine Stadt Auf Dem Berg Kann Nicht Versteckt Werden

DEU

2009

Günter Faber

Ausgangspunkt des Films ist die deutsche Pilgerherberge La Faba auf dem Jakobsweg, auf halber Höhe des letzten großen Anstiegs, 150 km vor dem Ziel Santiago de Compostela. Täglich machen hier 25 bis 40 Pilger Station. Sie werden empfangen von freiwilligen Hospitaleros, die mit viel Herz und offenem Ohr für die persönlichen Geschichten, aber auch ganz praktischer Hilfe für die Menschen da sind. Ein Film über den Herbergsbetrieb, Gebete für den Frieden, das Aufbrechen und das auf dem Weg sein. In den drei Wochen Herbergsdienst wächst in Günter Faber der Wunsch, sich selbst auf den Weg zu machen. Santiago hält eine Überraschung für ihn bereit. In Anwesenheit des Regisseurs. (also leider ab 18)

Fünf Bilder einer Reise

DEU

2012

Günter Faber

Der Heidelberger Chor Imbongi, der afrikanische Lieder singt, reist dahin, wo die Lieder herkommen: nach Südafrika und Namibia. Der Chor trifft sich mit afrikanischen Chören zu Workshops, geht auf Safari, ist in der Wüste und schließlich auch bei den Menschen, die er mit den Einnahmen aus den Konzerten unterstützt: im Dorf eSitjeni in Swaziland. Fünf Mitglieder des Chores schildern ihre Gedanken und Erfahrungen vor, während und nach der Reise – kleine eindrucksvolle Geschichten aus Afrika. Ein Reisefilm. Und ein Musikfilm. Und fünf Porträts von Menschen, die in Deutschland ihren Alltag leben und sich über die Musik für ein Aidswaisen-Projekt einsetzen. Anschließend Filmgespräch mit dem Regisseur.

Last Days

USA

2005

Gus van Sant

Michael Pitt, Lukas Haas, Asia Argento

Kurt Cobain – Sänger, Kultikone, Musiklegende. Kaum ein anderer Rockstar der 90er hat eine gesamte Generation junger Menschen so geprägt, wie der Leadsänger der US-amerikanische Grunge-Band Nirvana. Millionen kleideten sich wie er, rockten wie er und lebten wie er. Doch Sex, Drugs and Rock’n’Roll gemischt mit dem plötzlichen Ruhm setzten der Legende Kurt Cobain ein viel zu frühes Ende. Im April 1994 nahm sich der Musiker nach einer Überdosis Heroin mit einer Schrotflinte das Leben. Bis heute kursieren die wildesten Gerüchte über den Tod der Ikone. War es wirklich Suizid, oder ein getarnter kaltblütiger Mord? In „Last Days“ lässt Indie-Regisseur Gus Van Sant all die Spekulationen bei Seite, und zeigt die letzten Tage eines drogensüchtigen, gescheiteren Rockstars. LAST DAYS ist eine großartige Variation der letzten Tage Kurt Cobains und eine hypnotisierende Hommage an den Leadsänger der legendären Grunge-Band Nirvana.

Mala Noche

USA

1985

Gus Van Sant

Doug Cooeyate, Nyla McCarthy, Ray Monge

MALA NOCHE ist viererlei: Die Geschichte einer Amour Fou, deren Verortung im Schwulenmilieu denkbar beiläufig und in offenem Gegensatz zu Helden des „Queer Cinema“ wie Derek Jarman oder Todd Haynes inszeniert ist – es geht hier um Liebe, nicht um „schwule Identität“. Dann eine Untersuchung über Cultural Clashs und Rassismus in westlichen Gesellschaften; ein Film über Ausbeutung und Machtverhältnisse, eine Untersuchung über Entfremdung in der Moderne, in der auch der Körper in all seinen Verwertungsmöglichkeiten zum Handelsgut mutiert. Und schließlich aus heutiger Perspektive die frühe, beeindruckend souveräne Visitenkarte des Filmautors Gus Van Sant, der dessen späteres Werk in nuce bereits enthält, und gerade seinen letzten Filmen, dem zugedröhnten Grounge-Melo Last Days und der verträumten Pubertätsetüde Paranoid Park stilistisch am nächsten steht.

Effi Briest - Der Schritt Vom Wege

Gustaf Gründgens

Marianne Hoppe, Karl Ludwig Diehl, Paul Hartmann

Mit sicherem Gespür für die Atmosphäre des späten 19. Jahrhunderts schildert Gustaf Gründgens, wie die junge Effi von ihren Eltern mit einem 20 Jahre älteren Baron verheiratet wird. Bald leidet sie unter der Rolle der braven Ehefrau und verliebt sich in den charmanten Major Crampas. Es bleibt es bei einer flüchtigen Annäherung. Jahre später entdeckt ihr Mann einen Liebesbrief, duelliert sich mit dem Nebenbuhler und verletzt ihn tödlich. Effis gesellschaftlicher wie gesundheitlicher Abstieg nimmt seinen Lauf.

Shirley - Visionen der Realität

AUT

2013

Gustav Deutsch

Florentin Groll, Christoph Bach

Durch die Scheibe einer hell erleuchteten Kneipe fällt der Blick auf einen Barkeeper, eine Frau und zwei Männer am Tresen. Es herrscht Schweigen und eine melancholische Stimmung – typisch für das Werk des Amerikaners Edward Hopper (1882 – 1967) – der diese Ikone der Kunstgeschichte 1942 malte. Inspiriert von „Nighthawks“ hat sich der Regisseur Gustav Deutsch dem Werk von Edward Hopper auf eine ganz besondere Weise genähert – er wählte dreizehn Gemälde aus und ließ ihre Szenerien akribisch als Filmsets nachbauen: Hotelzimmer, Wohnzimmer, Kinos, ein Büro, ein Haus auf dem Land. Vor jedem Bild nimmt die Kamera konsequent die Perspektive des Malers ein, der zugleich Zuschauer und Voyeur ist. Mit Hilfe der inneren Monologe einer fiktiven Akteurin namens „Shirley“, die wie aus Hoppers Gemälden entsprungen scheint, reflektiert der Filmemacher die rätselhaften Bildwelten, in denen Einsamkeit die Hauptrolle spielt.
Einführung: Dr. Peter Bär

Italy: Love It, or Leave It

ITA

2011

Gustav Hofer

Kann man es als Italiener heute noch verantworten nicht auszuwandern? Ausgangspunkt der sechsmonatigen „italienischen Reise“ von Gustav und Luca ist der Auszug aus ihrer Wohnung in Rom und die Frage, ob es eine neue Bleibe in Italien wird oder doch lieber in Berlin. Mittlerweile emigrieren jährlich 40.000 Menschen aus Italien. Während Gustav eher ein kritischer Geist ist, ist Luca geprägt von einer großen Heimatliebe: das italienische Essen, Dante und Sophia Loren, aber auch die Menschen, die sich für „ein besseres Italien“ einsetzen, liegen ihm am Herzen. Die beiden Männer setzen sich also in einen alten Fiat 500 und fahren los, den Stiefel Italiens hinunter, und listen die Pro- und Contra-Argumente für ein Leben in Italien auf. Die Fiat-Mitarbeiterin vom Fließband kommt dabei zu Wort und zur Sprache kommen Italiens Fernsehwelt ebenso wie die Mafia, der Müllhandel und natürlich Berlusconi. Bei der vielfach preisgekrönten Doku ist viel Selbstironie im Spiel. So ernst die filmische Gegenüberstellung des Negativen und Positiven dieses Landes ist, so heiter und versöhnlich stimmend ist ihre Umsetzung.

Louise Hires A Contract Killer

FRA

2008

Gustave de Kervern

Yolande Moreau, Mathieu Kassovitz, Bouli Lanners

Die Arbeiterinnen in einer Fabrik in der Picardie haben auf Urlaub verzichtet und kostenlose Überstunden geschoben, um ihre Arbeitsplätze zu sichern und dann stehen sie eines Morgens in der über Nacht leer geräumten Halle. Die Maschinen nach Asien verschifft, der Chef weg, die wackere Frauentruppe verschaukelt. Was tun mit der Abfindung? Louise hebt den Finger: „Das reicht für ’nen Profi – lasst uns den Boss abknallen!“ Eine Antwort auf die Finanzkrise vom radikalen französischen Humor-Tandem Gustave Kervern und Benoît Delépine, das den Kasinokapitalismus mit Lachsalven niedermäht.

De Martes a Martes – Von Dienstag bis Dienstag

ARG

2012

Gustavo Fernández Triviño

Alejandro Awada, Pablo Pinto

Obwohl groß, kräftig und Hobby-Bodybuilder lässt sich Fabrikarbeiter Juan von seinen Kollegen und seinem Chef schikanieren. Nach Feierabend träumt er vom eigenen Fitness-Studio. Natürlich hat er dafür das Geld nicht und wird es wahrscheinlich auch niemals zusammen bekommen. Dann aber wird er spätabends nach Schichtende Zeuge einer Vergewaltigung, ein reicher Geschäftsmann missbraucht eine Verkäuferin. Juan macht zunächst nichts dagegen, beginnt aber dann, den Täter zu suchen…

Las insoladas – Sonnenstiche

ARG

2014

Gustavo Taretto

Carla Peterson, Maricel Alvarez

Valeria, Karina, Lala, Flor, Vicky und Sol sind zwar allesamt sehr unterschiedliche Charaktere, aber dennoch – oder gerade deswegen – allerbeste Freundinnen. Am liebsten würden die sechs Salsa-Liebhaberinnen, die sich in einer Tanzgruppe zusammen gefunden haben, einmal einen gemeinsamen Urlaub in der Karibik verbringen, doch solange ihnen dafür das Geld fehlt, treffen sie sich regelmäßig auf einer Dachterrasse mitten in Buenos Aires, um sich dort zu sonnen und herumzualbern. Als sie von einem Salsa-Wettbewerb erfahren, der mit einem hohen Preisgeld dotiert ist, scheint ihre Chance gekommen…

Medianeras - Liebe In Virtuellen Zeiten

ARG/ESP/DEU

2011

Gustavo Taretto

Javier Drolas, Pilar López de Ayala

Martín ist Webdesigner, lebt fast nur im Netz und verlässt kaum das Apartment. Mariana, frisch getrennt, vertreibt sich die Zeit mit Schaufensterpuppen und Bildersuchrätseln. Alleine nach unglücklicher Trennung in der zu dunklen Wohnung, mit miesen Jobs und Zufallsflirts, leben sie Wand an Wand, laufen sich täglich über den Weg, ohne sich je zu begegnen. In den Zeiten von E-Mail und Chat-Rooms sollte es eigentlich leichter sein, einen Partner zu finden. Doch das Gegenteil scheint der Fall… Ein humorvoller Film über virtuelle und urbane Einsamkeit. Und ein großartiges Bilderbuch über Buenos Aires. Die Geschichte von Mariana, Martín und der Stadt Buenos Aires wurde schon einmal als Kurzfilm (2005) erzählt und gewann weltweit 40 Preise. Gustavo Taretto, 1965 in Buenos Aires geboren, arbeitete als Kreativer in der Werbeindustrie und gewann damit 2003 einen Goldenen Löwen der internationalen Werbebranche in Cannes. Ab 1999 besuchte er die Filmschule von José Martinez Suarez und begann eigene Filme zu drehen. Nach mehreren preisgekrönten Kurzfilmen ist MEDIANERAS sein Spielfilmdebüt.

James Bond 007 - Goldfinger

GBR

1964

Guy Hamilton

Sean Connery, Gert Fröbe, Honor Blackman, Shirley Eaton, Tania Mallet, Harold Sakata

Auric Goldfinger (Gert Fröbe) will durch Goldschmuggel und die radioaktive Verseuchung der Bestände von Fort Knox die Weltwirtschaft ins Wanken bringen – und dabei selbst einen ordentlichen Profit erzielen. Sean Connerys dritter Auftritt als 007 gilt als erster Höhepunkt der Reihe und hat Standards gesetzt: Der Titelsong von Shirley Bassey, der silberne Aston Martin, die Rolle der Bondgirls, einfallsreiche und spektakuläre Action und exotische Schauplätze. Und vor allem natürlich Sean Connery als spitzbübischcharmanter und stets stilvoller Gentleman, der die Damenwelt verführt und ganz nebenbei die Welt rettet! 

Mixed Kebab

BEL/TUR

2012

Guy Lee Thys

Cem Akkanat, Simon van Buyten

Bram, Sohn einer türkischen Familie in Antwerpen, führt ein Doppelleben: Tags pflichtbewusster Stolz seiner Familie, nachts charmanter Aufreißer mit Interesse an Männern. Doch mit der Liebe zwischen Bram und Kevin ändert sich alles… Lebensbejahendes Plädoyer für ein selbst bestimmtes Leben und Lieben jenseits kultureller Zwänge mit charmanten Charakteren und wunderschönen Schauplätzen.
Anschließend Diskussion mit Mitgliedern von „baraka“, Köln.

Brand Upon The Brain

CAN

2006

Guy Maddin

Gretchen Krich, Sullivan Brown, Maya Lawson

Guy und seine Schwester Sis wachsen mit Waisenkindern auf einer Insel auf. Während Guy und Sis verhätschelt werden, betreiben die Eltern das Waisenhaus nicht aus Nächstenliebe. Als einige Kinder plötzlich seltsame Verletzungen aufweisen, werden zwei Detektive auf die Insel geschickt. In der Mischung zwischen Jugenddetektivfilm und expressionistischem Horror verknüpft Maddin die Ästhetik des frühen Tonfilms, klassischer Horrorwerke und des Stummfilms zu Bildern von grausiger Schönheit, die die klassischen Sehgewohnheiten unterminieren. Ein cineastisches Grand Guignol!

Dracula: Pages From A Virgin's Diary

CAN

2002

Guy Maddin

Zhang Wei-Qiang, Tara Birthwhistle, Dave Moroni

Eine kühne Synthese von Avantgardefilm und Klassik. Durch Guy Maddins eigenwilligem Filmstil wird dieses unheimliche Drama, das der Romanvorlage von Bram Stoker folgt, zu einem hochstilisierten, dialogfreien, s/w Tanzmelodram. Die sehr physischen und sinnlichen Tanzdarbietungen, die Mark Godden mit dem Royal Winnipeg Ballet erarbeitete, lassen gemeinsam mit der Musik von Gustav Mahler und der Stummfilmästhetik Maddins, eine Aura des Exzesses entstehen, die an den melodramatischen Ton archetypischer Mythen erinnern. Hypnotische Photographie, expressionistische Nebeleffekt, scharlachrote Biltze, expressive Choreographie. (also ab 18)

The Forbidden Room

CAN

2015

Guy Maddin

Roy Dupuis, Mathieu Amalric, Charlotte Rampling, Geraldine Chaplin, Udo Kier

Guy Maddin, einer der originellsten Regisseure unserer Zeit, entfesselt einen erotisch-klaustrophobischen Alptraum: Ein U-Boot in Seenot; ein Holzfäller, der der Bootsbesatzung erscheint; ein Neurochirurg, der ins Hirn eines manischen Patienten greift; ein Mörder, der sich als das Opfer der eigenen Tat ausgibt; eine traumatisierte junge Frau "on the Deutsch-Kolumbianisch Express somewhere between Berlin and Bogota"; verführerische Skelette, kollidierende Zeppeline und eine heiße Badewanne, die all das ausgelöst zu haben scheinen. Ein anarchisch entfesselter Film – und nicht zuletzt ein irrer Trip tief hinein in die Filmgeschichte: Maddin bedient sich aus dem Reservoir der vielen, vielen Stummfilme, die der Zahn der Zeit unrettbar zerstört hat.

The Saddest Music In The World

CAN

2003

Guy Maddin

Isabella Rossellini, Mark McKinney, Maria de Medeiros

„If you’re sad, and like beer, I’m your lady!“ Als Bier-Baronin Lady Port-Huntly einen internationalen Wettbewerb um die traurigste Musik der Welt ankündigt, strömen Musiker aus den entlegensten Orten des Erdballs in die kanadische Stadt Winnipeg und wetteifern um das kolossale Preisgeld von 25.000 „Depression Era Dollars“. Schluchzende mexikanische Mariachis, verdrossene schottische Dudelsackspieler, traurige westafrikanische Trommler und zahlreiche andere von Kummer betroffene Ensembles konkurrieren, und die Welt hört am Radio zu. Vorgestellt von Monika-Margret Steger.

Hukkle - Das Dorf

HU

2002

György Pálfi

Ferenc Bandi, Józsefné Rácz, József Farkas

Die Kanne Milch stellt der alte Mann auf die Bank vor dem Haus. Er setzt sich. Sein Schluckauf durchdringt als einziger Ton die Sommerhitze im Dorf. In den Holzrillen der Bank wieseln emsige Ameisen, auf der Armlehne läßt sich ein Falter nieder. Sieht man jedes Detail, wird das Landleben zum hektischen Großstadttreiben. Nur stiller. Nichts Spektakuläres wird hier vorgeführt, sondern nur das ganz einfache und täglich wiederkehrende Landleben. Langweilig eigentlich, möchte man meinen. Doch mit dem Auge dieser Kamera gesehen, bekommt jedes Detail eine ungewohnte Dramatik. Eine entspannte Beiläufigkeit entsteht, die das Spektakuläre mit der Gleichmut des Alltäglichen überdeckt. Denn ganz nebenbei, durch die Gardine gesehen oder in Nebensächlichkeiten gepackt, und ganz ohne Dialog, entspinnt sich tatsächlich eine Geschichte…

Die jüngste Tochter / La petite dernière

FRA/DEU

2025

Hafsia Herzi

Nadia Melliti, Park Ji-Min, Amina Ben Mohamed, Melissa Guers, Rita Benmannana

Fatima, 17, lebt mit ihrer französisch-algerischen Familie in einem Pariser Vorort. Sie spielt Fußball, hängt mit den prahlerischen Jungs ihrer Klasse herum, hat heimlich einen festen Freund, der schon ans Heiraten denkt. Was niemand wissen darf: Fatimas Herz schlägt für Frauen. Als sie ein Philosophiestudium in Paris beginnt, öffnet sich für sie eine ein völlig neue Welt.

Die Adaption des autofiktionalen Romans von Fatima Daas erzählt vom Hin- und Hergerissensein zwischen Familientradition und dem Wunsch nach Freiheit. Vorwiegend mit Laiendarsteller*innen inszeniert Harsia Herzi einen kraftvollen Beitrag zum Queer Cinema.

Paris des Nordens

ISL

2014

Hafsteinn Gunnar Sigurdsson

D: Björn Thors, Helgi Björnsson

Lehrer Hugi hat sich in ein Dorf im Westen von Island zurückgezogen – hier ist alles schön ruhig und vorhersehbar. Damit hat es ein Ende, als sein Vater Veigar, von dem er seit Jahren nichts gehört hat, überraschend seinen Besuch ankündigt. Vater und Sohn sind nicht unbedingt das, was man kompatibel nennt. Die einzigen Bezugspersonen des verkorksten Mittdreißigers Hugi sind die beiden anderen Mitglieder der örtlichen Anonyme-Alkoholiker-Gruppe. Thailand-Heimkehrer Veigar ist dagegen eher der junggebliebene Lebemann, außerdem ein passionierter Biertrinker. Doch nach erheblichen Startschwierigkeiten erkennen sie eine Gemeinsamkeit: Beide haben einen Weg gefunden, sich nicht mit sich selbst auseinanderzusetzen. Regisseur Sigurdsson ergründet die männliche Psyche mithilfe einer ungleichen Zwangsgemeinschaft. Ein sehr sehenswerter, kontemplativer Hybrid aus Komödie und Drama.

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