Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Hotel Noteboom – Eine Bilderreise Ins Land Der Worte

Deutschland

2003

Heinz Peter Schwerfel

Cees Nooteboom, Connie Palmen, Max Neumann, Rüdiger Safranski

Hermann Mussert, der Hauptprotagonist in Nootebooms zentralem Roman „Die folgende Geschichte“, ist ein einsamer Reiseschriftsteller, der im Augenblick seines Sterbens eine Fahrt durch die Vergangenheit erlebt, die in eine Zukunft jenseits des Todes führen wird. In HOTEL NOOTEBOOM werden Leben und Denken des Schriftstellers Cees Nooteboom mit dem seiner Romanhelden verwoben. Alle sind sie durch eigenes Verschulden oder Schicksalsschläge vereinsamte Einzelgänger, die – obwohl mitten im Leben stehend – immer den Tod vor Augen haben. Vier Handlungsstränge die sich immer wieder berühren zeichnen ein Bild des niederländischen Kosmopoliten dessen individuelle Lebensgeschichte mit der Zeitgeschichte der letzten 50 Jahre verschmilzt. Das Porträt des Schriftstellers entstand aus Anlaß seines 70. Geburtstags und des Erscheinens der deutschen Gesamtausgabe seines Werkes.

Eine schöne Bescherung

SWE

2015

Helena Bergström

Robert Gustafsson, Maria Lundqvist, Anastasios Soulis

Simon und Oscar, schon lange ein Paar, haben zusammen mit ihrer besten Freundin Cissi ein höchst renovierungsbedürftiges Haus gekauft. Freilich muss das Kinderzimmer schnell fertig werden: Cissi ist hochschwanger. Aber Heimwerken und Geburtsplanung sind noch die geringsten Probleme, wenn die homophobe Verwandtschaft zu Weihnachten bespaßt werden muss. Die ist vor allem daran interessiert, ob nun Simon oder Oscar der Vater von Cissis Kind ist. Eine queere Weihnachtskomödie über Toleranz in alle Richtungen.

Human Flowers of Flesh

DEU/FRA

2022

Helena Wittmann

Angeliki Papoulia, Vladimir Vulevic, Ferhat Mouhali, Gustavo de Mattos Jahn, Denis Lavan

Ida bereist mit fünfköpfiger Besatzung auf ihrem Segelschiff das Mittelmeer. Als sie in Marseille auf die französische Fremdenlegion trifft, steht sie einer verschlossenen Männerwelt gegenüber, die eine seltsame Faszination auf sie ausübt. Sie beschließt, mit ihrem Team der Spur der Legionäre zu folgen. Ihr Weg führt Ida und ihre fünf Begleiter über Korsika nach Algerien. Auf der gemeinsamen Reise verschwimmen die Grenzen zwischen Traum und Realität…
Helena Wittmanns gelingt ein cinephiles Kunstwerk voller einnehmender Bilder, in dem das Mittelmeer als Lebensraum zur Hauptdarstellerin wird. „Ein Film von utopischer Sinnlichkeit“, findet kino-zeit.de, und Sight and Sound urteilt: „ein wunderschön fließendes, mitreißendes Kinowerk“ – kurz: ein berauschender Film, den man auf der Kinoleinwand erleben muss.
Und ein Film, über den sich eine Diskussion lohnt. Daher laden wir alle Interessierten zum Filmstammtisch ein: am Mi., 12.4., um 19:30 Uhr in unserem Kinofoyer. Die Teilnahme ist kostenlos. Moderator Jost Henze freut sich über ein intensives Gespräch über den Film!

Filme Von Helga Fanderl

Helga Fanderl

Helga Fanderl: „Ich filme mit der Super 8 – Kamera, wie andere mit dem Stift zeichnen oder mit dem Pinsel malen. Die Kamera ist handgehalten. Jeder Film entsteht direkt in der Kamera durch bloßes Ein- und Ausschalten. Wahrnehmen und Aufnehmen verschmelzen zu einem Akt. Es gibt keine nachträgliche Montage. Die kurzen Filme präsentiere ich persönlich in einer für jede Vorführung ausgewählten Komposition. Der Projektor steht im Raum. In meinen Filmen greife ich gefundene Rhythmen auf, betone sie, spiele mit ihnen oder schaffe rein filmische Zeitformen. Alltägliche Szenen, Randerscheinungen und Nebensächlichkeiten werden zur Hauptsache. Das Vertraute erweist sich in seiner filmischen Gestalt plötzlich als unbekannt und kann anders gesehen werden.“ In Kooperation mit dem Bronnbacher Stipendium und Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft im BDI e.V. In Anwesenheit der Regisseurin.

Winter Adé

DDR

1988

Helke Misselwitz

In dem Dokumentarfilm WINTER ADÉ porträtiert Helke Misselwitz Frauen verschiedenen Alters und unterschiedlicher sozialer Prägung in der ehemaligen DDR. Die Reise beginnt in der Industrie- und Bergarbeiterstadt Zwickau in Sachsen und führt bis an die Ostsee. Die willkürlichen und zufälligen Begegnungen mit den Frauen ihres Films sind für die Filmemacherin auch eine Reise zu sich selbst: Misselwitz mischt sich unter ihr Volk und ihr gelingen dadurch Beobachtungen, die ein Blick von außen nie zustande bringen kann. Ein vielstimmiger Film über weibliche Erinnerungen, Sehnsüchte und Enttäuschungen, der die DDR ein Jahr vor ihrem Zusammenbruch plastisch beschreibt und eine enorme Kraft ausstrahlt.

Eine Prämie für Irene

DEU

2019

Helke Sander

Gundula Schroeder, Sara Schumann, Helga Foster, Hanne Herkommer

Helke Sander, eine der wichtigen Filmemacherinnen des Neuen Deutschen Films, porträtiert in ihrem Spielfilm Irene, eine alleinerziehende Mutter und Arbeiterin in einer Waschmaschinenfabrik. Im Alltag lässt sie sich nichts gefallen, weder die Ungleichbehandlung im Betrieb noch die sexuelle Belästigung durch Männer. Doch klar ist: Ohne solidarische Geschlechtsgenossinnen wird sie keine Chance haben.
Ein Film aus seiner Zeit, dem es darum geht, Arbeiterinnen ihre Situation bewusst zu machen – und zugleich durchaus aktuell, wenn die Chefetage Irene keine Prämie auszahlen will, weil sie sich „zu viel herausnimmt.“ Der Kampf um Gleichberechtigung am Arbeitsplatz dauert noch immer an – unfassbar. Musik von Ton Steine Scherben! Der Filmwurde 1971 in der Mannheimer Filmwoche uraufgeführt.
Vorfilm:
Kübelkind lernt nein sagen
DEU 1971. R: Ula Stöckl, Edgar Reitz. D: Kristine de Loup, Peter Hohberger. 17 Min.
Eine der abstrus-witzigen, subversiv-anachrischen Episoden der GESCHICHTEN VOM KÜBELKIND, inszeniert von Ula Stöckl und Edgar Reitz: Kübelkind feiert eine Hochzeit, aber im entscheidenden Augenblick wird es trotzig, worauf die Waffen sprechen.

Berg Fidel - Eine Schule Für Alle

DEU

2011

Hella Wenders

Wenn Kinder nicht von klein auf lernen, dass die Menschen verschieden sind, wann dann? An der inklusiven Grundschule "Berg Fidel" gehören alle dazu: ob hochbegabt oder lernschwach, geistig oder körperlich beeinträchtigt. Im Film kommen die Kinder zu Wort. Vier kleine Protagonisten erzählen mit Witz und Charme aus ihrem Schulalltag und sagen in ihrer unvergleichlichen Weise mehr als so mancher Erwachsene. Diskussionspartner: Wolfgang Schuy, Stadt Mannheim, Fachbereich Bildung – Abteilung Bildungsplanung/Schulentwicklung

Schule, Schule – Die Zeit nach Berg Fidel

DEU

2017

Hella Wenders

In BERG FIDEL – EINE SCHULE FÜR ALLE von 2011 hatte Hella Wenders vier Schüler einer inklusiven Grundschule begleitet, wo alle Kinder ungeachtet körperlicher, geistiger und sozialer Unterschiede und Beeinträchtigungen aufgenommen werden. Dort hatten David, Jakob, Anita und Samira in altersgemischten Klassen gemeinsam gelernt. Nun mussten sie sich trennen und auf unterschiedliche weiterführende Schulen wechseln. Sechs Jahre später dokumentiert Hella Wenders ihren weiteren schulischen Weg in einem einjährigen Beobachtungszeitraum – Träume, Hoffnungen, Ängste, Sorgen inmitten der Pubertät: Wir erleben, wie die Kinder lernen, mit Leistungsdruck, wechselnden Gemütszuständen und der Suche nach Anerkennung in ihrem Alltag zurecht zu kommen. Und erfahren, wie es mit ihnen weiterging in Montessori-, Förder- oder Gesamtschulen.

Deutschland Bleiche Mutter

BRD

1980

Helma Sanders-Brahms

Eva Mattes, Ernst Jacobi

In der Kriegs- und Nachkriegszeit entstand eine besonders intime Beziehung zwischen den Müttern und ihren Kindern, da die Väter fehlten. Etliche Mütter, die aus ihren Häusern vertrieben wurden, wuchsen über sich hinaus, ersetzten für die Kinder das fehlende Elternteil, strengten sich übermenschlich an, um ihre Kinder heil in den Frieden hineinzuretten. Auch Helma Sanders-Brahms ist so aufgewachsen. Für ihren Film ist sie von der Lebens-geschichte ihrer Mutter ausgegangen. DEUTSCHLAND, BLEICHE MUTTER erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die in der Nazi-Zeit heiratet, sich im Krieg mit ihrem kleinen Kind allein durchschlagen muss, später ihrem Mann entfremdet ist und, seelisch geschädigt, an den Rand des Selbstmords gerät. Der Film gehört zu einer Reihe von Produktionen mit feministischem Selbstverständnis (u.a. auch HUNGERJAHRE von Jutta Brückner), die eine andere Sicht der NS-Zeit und der fünfziger Jahre anstreben und Geschichte als weibliche Erinnerungsarbeit vergegenwärtigen. Mit einem Vortrag von M. Liepmann zu dem Thema „Die innere und äußere Zerstörung eines Elternpaars während des Naziregimes und danach – gesehen aus der Sicht des Kindes.“

Shirins Hochzeit

BRD

1976

Helma Sanders-Brahms

Ayten Erten, Jürgen Prochnow, Aras Ören

Die junge Türkin Shirin verlässt Anatolien auf der Suche nach Mahmud, dem sie als Kind versprochen wurde. In Köln, wo Shirin zunächst Arbeit findet, hofft sie, ihn zu finden. Die Solidarität ihrer Kolleginnen hilft Shirin, sich in der fremden Welt einzugewöhnen. Doch als sie die Arbeit wieder verliert, gerät sie in die Fänge einer Zuhälter-Gang und wird als Hure ausgebeutet. Nachts in einem Gastarbeiterwohnheim trifft sie auf Mahmud, den über die Jahre die Umstände sehr verändert haben. Die ersehnte Hochzeit findet nicht statt…

Der Hauptmann Von Köpenick

DEU

1956

Helmut Käutner

Heinz Rühmann, Hannelore Schroth, Wolfgang Neuss

Der Film, den sich der Klangkünstler, Komponist und Instrumentenerfinder Hans-Karsten Raecke ausgesucht hat, war in den 50er Jahren ein Riesenerfolg beim Publikum und ist nicht nur mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet worden, sondern auch mit einer Oscar-Nominierung als bester fremdsprachiger Film. Der kleinkriminelle Schuster Wilhelm Voigt, dem in einer preußischen Uniform plötzlich überall Respekt zuteil wird, war die Paraderolle für Heinz Rühmann, und Helmut Käutners Verfilmung von Carl Zuckmayers „deutschem Märchen“ ist längst ein Klassiker.

Schwarzer Kies

DEU

1961

Helmut Käutner

Helmut Wildt, Ingmar Zeisberg, Hans Cossy, Wolfgang Büttne

In der Nähe eines Hunsrückdorfes, ursprünglich mit 261 Einwohnern, steht eine US-Airbase. Nun sprießen im Bauernkaff Prostitution und Korruption. Mitten drin: Robert Neidhardt, der mit seinem Laster Kies zur Flughafenbaustelle transportiert – und auch einige LKW-Ladungen schwarz vertickt. Er laviert sich auf der Suche nach seinem Vorteil durch die Nachkriegsjahre – doch ein tödlicher nächtlicher Unfall bringt alles ins Wanken.
Am zweiten Abend zum 100. Gründungsjubiläum zeigen wir die letzte Produktion der klassische UFA, eine schonungslose Abrechnung mit der opportunistischen Wirtschaftswundergesellschaft, erzählt als so spannendes wie realistisches Thrillerdrama. Der Film eckte an, wurde gekürzt – und ist nun in der restaurierten Premierenfassung neu erschienen.
Siehe auch MÜNCHHAUSEN am Mo. 04.12.2017, 19:30 Uhr
Vortrag „Die Ufa: Filmkunst und Ästhetik“: Harald Mühlbeyer

Girimunho - Swirl

BRA

2011

Helvécio Marins Jr.

Maria Sebastiana, Martin Alvaro

Bastu ist eine alte Frau, die in einem kleinen Ort tief im brasilianischen Hinterland, dem Sertao, lebt. Erst kürzlich hat sie ihren Mann verloren, doch ihre Enkelkinder und ihr nicht zu brechender Lebensmut halten sie aufrecht, und mit der Gelassenheit des Alters schickt sie sich an, ihr Leben neu zu ordnen. Der halbdokumentarische Film, der eine Hommage an das ländliche Leben in Brasilien zwischen Tradition und Moderne, Spiritualität und Wirklichkeit ist, wurde auf zahlreichen internationalen Festivals ausgezeichnet.

Radio Favela

Brasilien

2002

Helvécio Ratton

Alexandre Moreno, Babu Santana

Radio Favela zeigt auf beeindruckende Weise, was Radio alles sein kann… Der Film spielt in den Slums von Belo Horizonte, der drittgrößten Stadt Brasiliens. Dort werden Jorge und seine Freunde Tag für Tag mit Diskriminierung, Korruption, Armut und Kriminalität konfrontiert. Die meisten Jugendlichen ergeben sich ihrem Schicksal und versuchen, sich mit illegalen Geschäften ihre Träume zu finanzieren. Bis auf Jorge, der mit Hilfe seiner Freunde und seiner Mutter einen Radiosender aufbaut, um dem Slum eine eigene Stimme zu geben. Zum Sound brasilianischen Hip-Hops, Soul und Funk verbreiten sie Kritik an der Regierung, informieren über Grundrechte und geben praktische Lebenshilfe. Der Piratensender wird deshalb bald von den Behörden wieder geschlossen. Der Kampf um das eigene Radio beginnt. Der Film, der letztes Jahr beim Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg lief, wird vom bermuda.funk, dem Freien Radio Rhein-Neckar, im Rahmen der Veranstaltungsreihe gezeigt, die die neue Frequenz für Mannheim auf 86,9 Mhz feiert.

Klassenfahrt

Deutschland

2002

Henner Winckler

Sophie Kempe, Steven Sperling, Bartek Blaszczyk

Eine Schulklasse fährt an die polnische Ostsee. In der Nachsaison ist hier nichts los, das Hotel ist ein Plattenbau und die Diskothek heißt zwar „Paradise“, ist aber ein öder Schuppen. Zwischen Tischtennis, Tagesausflügen und Alkoholexzessen entwickelt sich zwischen dem 16-jährigen Einzelgänger Ronny und der Klassenprinzessin Isa eine vorsichtige Beziehung. Als Isa sich immer mehr für den Polen Marek zu interessieren scheint, drängt Ronny diesen zu einer gefährlichen Mutprobe. „Der Film forderte einen langsamen Rhythmus. Es hätte zwar noch Möglichkeiten gegeben, das Tempo zu steigern, aber mir schien, dass die Ruhe der Dramaturgie des Films eher entspricht.“ (Henner Winckler) Beim Filmfestival in Belfort gewann KLASSENFAHRT den Großen Preis für den besten ausländischen Film.

Lucy

DEU

2006

Henner Winckler

Kim Schnitzer, Gordon Schmidt, Feo Aladag

Die 18jährige Maggy wartet, dass etwas geschieht. Etwas, das ihrem Leben einen Schub, ihrer unbestimmten Sehnsucht eine Richtung gibt. Die junge Kind-Frau ist gerade Mutter der kleinen Lucy geworden. Ihr Leben pendelt zwischen Teenager-Ritualen, Kinderbetreuung und der Unfähigkeit, sich die eigene Zukunft auszumalen. Mit dem 25jährigen Gordon beginnt für Maggy ein neuer Lebensabschnitt und es weht der Hauch eines Glücks. „Alles passt in LUCY, alle ist klar, knapp, genau. Henner Winckler gehört zu den Regisseuren, die Filme drehen, die den Zuschauer nicht zudröhnen, sondern Sinn für dessen eigenen Resonanzraum haben. Sie entnehmen der Alttagsmenschenwirklichkeit ihre Stoffe, um sie so unmerklich wie wirkungsvoll in Kunst zu verwandeln.“ (Der Tagesspiegel)

Der Grosse Raub - Wie In Hessen Die Juden Ausgeplündert Wurden

BRD

2002

Henning Burk

Eine am 09.11. im Stadthaus eröffnete Ausstellung dokumentiert die finanzielle Ausplünderung der jüdischen Bevölkerung bereits lange vor Beginn der „Endlösung“. Zunächst mußten die Betroffenen die Hälfte ihres Vermögens als „Judenvermögensabgabe“ und „Reichsfluchtsteuer“ an den Fiskus abgeben. Danach wurden ihnen sämtliche Freibeträge gestrichen und von Jahr zu Jahr mehr Sonderabgaben erhoben. Die Finanzämter waren schließlich sogar dafür zuständig, sämtliches Hab und Gut, das die in die Vernichtungslager Deportierten zurückließen, öffentlich zu versteigern – und die arischen „Schnäppchenjäger“ standen Schlange… – Mit einer Einführung der Regisseure und anschließender Diskussion.

Die Teuflischen – Les diaboliques

FRA

1955

Henri-Georges Clouzot

Simone Signoret, Véra Clouzot, Jean Meurisse, Charles Vanel, Michel Serrault

Michel Delasalle, Leiter eines Internats auf dem Land, ist gewalttätig, trunksüchtig, despotisch. Er lebt auf Kosten seiner vermögenden Frau Christina, und er hat in der Lehrerin Nicole eine Geliebte. Die beiden Frauen verbünden sich, um Michel zu ermorden: Sie ertränken ihn in der Badewanne, werfen ihn in das Schwimmbecken der Schule, um den Tod wie einen Unfall aussehen zu lassen. Doch am nächsten Tag ist die Leiche verschwunden!

Dieser stilbildende Psychothriller ist mit seiner düsteren, alptraumhaften Atmosphäre eines der eindrücklichsten Werke der Filmgeschichte: raffiniert und präzise, beklemmend und von Beginn bis Ende hochspannend.

Le Mystère Picasso

FR

1955

Henri-Georges Clouzot

Als sich 1955 der große spanische Maler Pablo Picasso und der französische Thrillerexperte Henri-Georges Clouzot trafen, waren viele Kritiker gespannt auf das Ergebnis. Wie ein Matador den Stier konfrontiert, stellt sich Picasso mit leuchtenden Augen der Leinwand. Während er seinen Pinsel führt, sehen wir, wie sich das Kunstwerk entfaltet und vor unseren Augen zum Leben erwacht. Durch eine transparente Leinwand aufgenommen, sieht man Picasso um Bilder und Formen ringen und erlebt einzige Momente im Mysteriumdes kreativen Schaffens. Es entstehen Bilder, die sich mit Hilfe der Stop-Motion-Animation innerhalb weniger Minuten zu voller Pracht entfalten. Der 1956 mit dem Spezialpreis der Jury in Cannes ausgezeichnete Film „Le Mystère Picasso“ ist einer der eindrucksvollsten Kunstfilme aller Zeiten. Einführung: Dorothee Höfert. Ort: Kunsthalle

Lohn der Angst

FRA/ITA

1952

Henri-Georges Clouzot

Yves Montand, Charles Vanel, Peter van Eyck, Folco Lull

Las Piedras, irgendwo in Südamerika: In dem Sammelbecken von gescheiterten Existenzen verbindet vier Personen der Traum, genug Geld zu verdienen, um ein neues Leben zu beginnen.
 Arbeit gibt es in dieser Einöde allerdings nicht und ein Flugticket ist unerschwinglich. Doch dann bietet sich den vier Männern eine einmalige Chance auf schnelles Geld – Sprengstoff muss mit zwei Lastwagen durch den Dschungel transportiert werden. 1953 in Cannes mit dem Großen Preis ausgezeichnet, wurde LOHN DER ANGST ein Welterfolg, dessen Ruhm bis heute anhält: „Ohne jegliche Tricks und Special Effects drehte Henri-Georges Clouzot einen frühen Klassiker des Actionfilms, der weit über das Genre hinausreicht.“ (Kino-Zeit)
Einführung: Harald Mühlbeyer

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