Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Munch

NOR

2023

Henrik Martin Dahlsbakken

Alfred Ekker Strande, Mattis Herman Nyquist, Ola G. Furuseth, Anne Krigsvoll

Edvard Munchs Gemälde „Der Schrei“ von 1892 zählt zu den berühmtesten Gemälden der Kunst. Immer wieder stellte Munch Menschen und ihre existenziellen emotionalen Erfahrungen von Liebe, Angst, Trauer und Tod dar. Doch seine grellen Farben und die skizzenhafte Ausführung sorgten immer wieder für eine Ablehnung seiner Werke. In seinem Leben lösten sich intensive Schaffensphasen und psychische Zusammenbrüche ab, die oft durch Alkoholexzesse ausgelöst wurden. 1892 wurde Munch durch eine Einzelausstellung im wilhelminischen Berlin schlagartig bekannt, weil sie als „skandalös“ vorzeitig geschlossen wurde. Der norwegische Regisseur Dahlsbakken wählt für seinen Film ein ungewöhnliches Konzept, um der zerrissenen Persönlichkeit des berühmten Künstlers gerecht zu werden: Gleich vier Autoren schreiben das Drehbuch zu vier Lebensabschnitten des Malers Edvard Munch (1863 – 1944), der dann von drei Schauspielern und einer Schauspielerin verkörpert wird. Die vier Erzähl- und Filmsprachen vereinen sich zu einem Kaleidoskop, das den leidenden und dennoch für seine Kunstauffassung unermüdlich kämpfenden Maler aus verschiedenen Blickwinkeln darstellt.

Einführung: Dorotea Lorenz, M.A., Kunsthalle Mannheim

Madboy

DEU

2007

Henrik Peschel

Hector Kirschtal, Nina Schwabe, Jakobus Siebels

Mitternacht, irgendwo im Nirgendwo der norddeutschen Tiefebene. Nach einem grandiosen Flop mit seiner Hardcore-Band Madboy bricht Jungbauer und Punkrocker Schäffke wutentbrannt auf in ein neues Leben in Hamburg. Unterschlupf findet er bei einem alten Freund, dem Maler Jakobus. Der pinselt expressiv in Acryl und finanziert sich das Warten auf den Durchbruch mit Gaunereien. In der Abstellkammer seines Ateliers haust die BWL-Studentin Nina zur Untermiete. Schnell verliebt sich auch Schäffke in die unnahbare Schöne. Doch mindestens so mies wie die finanzielle Lage der drei Freunde ist auch die Stimmung im abgerockten Arbeiterviertel Wilhelmsburg. Lieber heute als morgen würde Schäffke wieder nach Hause abhauen. Aber er kämpft weiter und schreibt, statt zu jammern, einen ehrlichen Song über das harte Leben in Hamburgs düsterem Hinterhof. Peschel ist mit MADBOY eine bittersüsse Komödie und ein bestechend aktueller Film über die Liebe und das Leben in Zeiten einer großen Krise gelungen. Neben hochkarätigen Schauspielern aus dem Hamburger Thalia-Theater arbeitete er mit authentischen Laien direkt von der Straße: Türstehern und Kickboxern, die noch nie vor einer Kamera standen, und unbekümmert manch gestandenen Profi in Verlegenheit brachten. Abgeschmeckt mit einem stimmigen Soundtrack von Tocotronic, St. Thomas und R.J. Schlagseite, wurde Hamburgs lautester Heimatfilm zum Publikumsliebling mit Standing Ovations auf dem Hamburger Filmfest 2008. (also mal wieder ab 18)

Nightmare Before Christmas

USA

1993

Henry Selick

Animationsfilm 3D-Fassung

Jack Skellington lebt in „Halloween Town“, wo alles und jeder dem amerikanischen Gruselfest verschrieben ist. Als Jack unverhofft das Weihnachtsfest entdeckt, beschließt er, es auch in seiner Heimatstadt zu feiern – doch wenn Hexen, Kobolde und Geister plötzlich Weihnachtsstimmung verbreiten sollen, dann ist das alles andere als ein Selbstläufer…
Tim Burton wurde zu diesem Film von Halloween-Deko inspiriert, die in einem Schaufenster abgebaut und durch Weihnachtsdeko ersetzt wurde. Als Produzent zeichnet er für den einzigartigen, makaber-skurrilen Stil verantwortlich, der NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS zum zeitlosen Puppen-Stop-Motion-Kultfilm gemacht hat. In der 2006 erstellten 3D-Fassung wirken Danny Elfmans Musical-Nummern sogar noch effektvoller.

Tim Burton's Nightmare Before Christmas

USA

1993

Henry Selick

Das schaurig-schöne Puppen-Grusical über ein etwas anderes Weihnachtsfest nach einer Idee von Tim Burton. Jedes Jahr das gleiche Theater! Jack Skellington und seine Monster bereiten den Menschen ein grässliches Halloweenfest. Jetzt hat der spindeldürre Melancholiker genug vom Leute-Schocken. Betrübt wandelt er durch den Wald, wo er die Pforte nach "Christmastown" entdeckt. Prompt entführt er Santa Claus und übernimmt dessen Geschäfte. Doch Jacks Schlangen und Schrumpfköpfe versetzen die Kinder nur in Angst. Das Musicalmärchen zieht Horrorstreifen und süßliche Weihnachtsfilme durch den Kakao. Lassen Sie sich einfach in diese Wunderwelt entführen. Frohes Fest!

Gog – Space Station U.S.A.

USA

1954

Herbert L. Strock

Richard Egan, Constance Dowling, Herbert Marshall

In einem US-Geheimlabor zur Entwicklung einer Raumstation wurden mehrere Wissenschaftler tot aufgefunden. Sabotage? Dr. David Sheppard wird damit beauftragt, die Vorkommnisse zu untersuchen. Schnell wird klar, dass das Problem beim Supercomputer NOVAC liegt, der alle technischen Geräte des Labors steuert. Weniger eindeutig ist, wie und von wem er gehackt wurde. Nach und nach werden alle Erfindungen der Forscher zu Tötungsmaschinen. So auch die Roboter Gog und Magog…
GOG ist eine kuriose Kreuzung aus Murder Mystery und einer geführten Tour durchs Technikmuseum, die sich um eine wissenschaftliche Fundierung bemüht, aus heutiger Sicht aber auf charmante Weise sehr putzig wirkt. Als Zeitkapsel der 50er Jahre demonstriert der Film jedoch auch deutlich weniger verdauliche Facetten des damaligen Atomzeitalters.
Sie können Dauerkarten für das gesamte Pop Out!-3D-Festival kaufen; die Langfilme sind in Double Features eingeteilt; und natürlich sind auch Einzelkarten erhältlich! Im Spielplan auf unserer Homepage können Sie die verschiedenen Varianten aussuchen.

Andreas Schlüter

DEU

1942

Herbert Maisch

Heinrich George, Paul Dahlke, Valy Arnheim

Als „Michelangelo des Nordens“ wurde er von seinen Zeitgenossen gepriesen: Andreas Schlüter (ca. 1659 bis 1714) verlieh als Architekt und Bildhauer der aufstrebenden Residenzstadt Berlin um 1700 europäischen (Kunst-)Glanz. 2014 jährt sich zum 300. Mal sein Todestag. Bis heute ist sein Werk in der Hauptstadt sichtbar. Man denke an das Berliner Schloss, das nach seinen Plänen errichtet worden war und zurzeit wieder aufgebaut wird. Der 1942 entstandene Spielfilm zeigt Schlüter als Genie und missverstandenen Künstler, der niemals aufgibt, auch wenn mit unlösbaren Aufgaben betraut, wie z.B. den höchsten Turm der Welt zu bauen. Mit hochkarätiger Besetzung steht dieser Film beispielhaft für eine Reihe zwischen 1933 und 1945 verfilmter, deutscher Künstlerbiografien, in denen die NS-Ideologie die historischen Fakten in ihrem Sinne umdeutet.
Einführung: Melanie Baumgärtner

Friedrich Schiller – Triumph Eines Genies

DEU

1940

Herbert Maisch

Heinrich George, Lil Dagover, Horst Caspar

Am 9.5.1805 starb Friedrich Schiller im Alter von 45 Jahren, ohne sein letztes Werk vollendet zu haben. Zum Schiller-Jahr 2005 zeigen wir in Kooperation mit dem Verein zum Erhalt des Schillerdenkmals e.V., den kunstvoll inszenierten Film über Schiller mit Starbesetzung. Der württembergische Volksdichter Schubart, der aus seinem Heimatland fliehen mußte, weil er revolutionäre Lieder gegen den tyrannischen Landesvater dichtet, wird unter Vorspiegelung falscher Tatsachen aus seinem Exil zurückgeholt und in den Kerker geworfen. Zur gleichen Zeit bäumt sich Friedrich Schiller als Schüler der Militärschule gegen das ungeistige, tyrannische Erziehungssystem auf und wagt es, anläßlich einer Preisverleihung dem Herzog selbst seine Meinung zu sagen. Heimlich schreibt er die „Räuber“. Die Uraufführung in Mannheim wird ein großer Erfolg. Doch nach einer offenen Aussprache mit dem Herzog fällt er in Ungnade und muß das Land verlassen.

Friedrich Schiller. Der Triumph Eines Genies

DEU

1940

Herbert Maisch

Heinrich George, Horst Caspar, Lil Dagover

Der württembergische Volksdichter Schubart, der aus seinem Heimatland fliehen musste, weil er revolutionäre Lieder gegen den tyrannischen Landesvater dichtet, wird unter Vorspiegelung falscher Tatsachen aus seinem Exil zurückgeholt und in den Kerker geworfen. Zur gleichen Zeit bäumt sich Friedrich Schiller als Schüler der Karlsschule gegen das ungeistige, tyrannische Erziehungssystem auf und wagt es, anlässlich einer Preisverleihung dem Herzog selbst seine Meinung zu sagen. Heimlich schreibt er die „Räuber“. Der kunstvoll inszenierte Film mit Starbesetzung gehört zu den unvergesslichsten Tonfilmen der Babelsberger Studios. Eine fesselnde Filmperle von 1940.

Schiller - Triumph Eines Genies

DEU

1940

Herbert Maisch

Heinrich George, Lil Dagover, Horst Caspar

Der württembergische Volksdichter Schubart, der aus seinem Heimatland fliehen mußte, weil er revolutionäre Lieder gegen den tyrannischen Landesvater dichtet, wird unter Vorspiegelung falscher Tatsachen aus seinem Exil zurückgeholt und in den Kerker geworfen. Zur gleichen Zeit bäumt sich Friedrich Schiller als Schüler der Militärschule gegen das ungeistige, tyrannische Erziehungssystem auf und wagt es, anläßlich einer Preisverleihung dem Herzog selbst seine Meinung zu sagen. Heimlich schreibt er die „Räuber“. Die Uraufführung in Mannheim wird ein großer Erfolg. Doch nach einer offenen Aussprache mit dem Herzog fällt er in Ungnade und muß das Land verlassen.

Pennies From Heaven

USA

1981

Herbert Ross

Bernadette Peters, Steve Martin

Steve Martin spielt einen verheirateten, erfolglosen Notenverkäufer, der sich in den 1930er Jahren in eine Lehrerin verliebt. Edward Hoppers gefeiertes Werk „Nighthawks“ (1942) wurde für den im Neo-Noir-Stil gedrehten Film Pennies from Heaven in ein Filmset verwandelt. Ein verfremdetes wie verführerisches Artefakt, vom Miniserien-Drehbuchmeister Dennis Potter höchstselbst nach eigener Vorlage kondensiert, von Herbert Ross in seiner besten Regiearbeit kontrolliert abgewickelt, von Christopher Walken in einer göttlichen Tanznummer in den Himmel katapultiert: „Let’s misbehave!“ Mit Einführung von Dr. Peter Bär. (also leider ab 18)

Mach's noch einmal, Sam

USA

1972

Herbert Ross, Woody Allen

Woody Allen, Diane Keaton, Tony Roberts, Jerry Lacy

Intelligente Beziehungskomödie mit Schlupflöchern in der Leinwand: Der linkische Filmkritiker und Cineast Allan wird von seiner Frau verlassen. Seine Freunde Linda und Dick machen sich auf die Suche nach einer neuen Frau für ihn. Doch auch sein Idol Humphrey Bogart steigt von der Leinwand herab, um ihn mit Ratschlägen zu versorgen. Jedoch mit zweifelhaftem Erfolg: Sobald Allan mit einer Frau zusammentrifft, versteckt er sich hinter einer Maske grotesk übersteigerter Männlichkeit.

Sergeant Berry

DEU

1938

Herbert Selpin

Hans Albers, Herma Relin

Der Chicagoer Polizist Mecki Berry wird undercover nach Mexiko versetzt, wo er einer Rauschgiftbande das Handwerk legen soll. Dabei gerät er in die dunklen Machenschaften des Großgrundbesitzers Madison, der einen unliebsamen Konkurrenten ausschalten will und auch Berry auf seine Liste setzt. Kriminal-, Abenteuer- und Westernelemente in einem spannenden und zugleich parodistischen Film. Mit einführendem Vortrag von Harald Mühlbeyer.

The House in the Park

CH

2010

Hercli Bundi

China ist im Aufbruch, und beobachten kann man ihn in der Provinzstadt Jinhua: Wo bisher grüne Felder und Äcker waren, sollen nun neue Bewohner angesiedelt werden. Architekten aus Europa, den USA und China haben den Auftrag bekommen, einen Park anzulegen. Aber ganz so schnell geht es auch nicht, wie man am Beispiel dessen sehen kann, was um das Haus des Parkmanagers passiert oder auch nicht. Von 2005 bis 2007, von der Grundsteinlegung bis zur Eröffnung hat der Regisseur Hercli Bundi das Projekt beobachtet und konnte feststellen, was passiert, wenn grenzenlose Visionen auf begrenzte Mittel treffen. Anschließend Filmgespräch mit dem Regisseur.

Why Are We Creative?

DEU

2018

Hermann Vaske

Regisseure wie Wim Wenders und David Lynch, Musikerinnen und Musiker wie Björk und Jimmy Page, Künstlerinnen und Künstler wie Marina Abramovic und Damien Hirst, Modemacherinnen wie Vivienne Westwood, Schauspielerinnen wie Angelina Jolie und Isabella Rossellini, Schauspieler wie Willem Dafoe, Sean Penn und John Cleese, Staatsmänner wie Nelson Mandela und Mikhail Gorbatschow, Wissenschaftler wie Stephen Hawking, religiöse Führer wie der Dalai Lama und Gesamtkunstwerke wie David Bowie – in 30 Jahren sprach Herrman Vaske mit über 50 Künstlern und Intellektuellen: Ein Who is Who der Kreativen der Welt, das der Frage nachgeht. Wie, warum und wozu ist der Mensch schöpferisch?
Begleitend zum Kinostart läuft noch bis 4. November die Ausstellung „Why Are You Creative?“ im Museum für Kommunikation in Frankfurt.

Ring: Das Original

JAP

1998

Hideo Nakata

Nanako Matsushima, Miki Nakatani

Die Reporterin Reiko Asakawa untersucht den Mythos eines Videobandes, dass für den Tod von jedem verantwortlich sein soll, der es anschaut, als ihre Nichte Tomoko unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt. Bei ihren Nachforschungen entdeckt sie, dass ebenfalls drei Freunde ihrer Nichte am selben Tag und zur exakt selben Zeit starben. Asakawa kann die Spuren der vier Freunde bis zu einem Ferienhaus in Izu zurückverfolgen, wo die Gruppe übernachtet hat und wo alle dieses Videoband gesehen haben. Als sie sich das Band im Ferienhaus anschaut, klingelt das Telefon und eine unheimliche Stimme teilt ihr mit, dass sie nur noch sieben Tage zu leben hat…
Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, an dessen Ende eine noch bösere Überraschung steht, als die vermutete. RING ist nicht umsonst bereits ein Klassiker des Horrorfilms und hat in Japan Kultcharakter.

Homesick

Japan

1999

Hineki Mito

Kiminobu Okumura, Aki Onobara

Nakamura, ein alter Mann, fährt allein in seine Heimatstadt auf Hokkaido. Hinter seinem höflichen Lächeln liegt eine große Traurigkeit. Unterwegs trifft er ein junges Mädchen, Akemi, die nach einem Streit von ihrem Freund verlassen wurde. Es ist, als würden die beiden eine endzeitliche Welt umwandern. Dabei begegnen sie einer älteren Dame, Shizuko, die mit einer großen Geldsumme auf der Flucht ist, und Goh, einem Ex-Polizisten, der wiederholt versucht hat, sich das Leben zu nehmen. In HOMESICK erzählen die Verlassenen einander rührende Geschichten, die mit dem Satz "Das ist auch nur gelogen." enden. Mit schwarzem Humor führt Hineki dieHeimwehkranken in seinem Roadmovie über ein spätherbstliches Hokkaido.

Dol - Tal Der Trommeln

FR/IRQ

2007

Hiner Saleem

Nazmî Kirik, Belçim Bilgin, Çiaw Sin

Es ist das Jahr 2005 im kleinen türkisch-kurdischen Dorf Balliova an der Grenze zwischen Iran und Irak. Das von den Grenzkonflikten zerrüttete Gebiet wird vom türkischen Militär kontrolliert. Nach häufigen Auseinandersetzungen ist die Dorfbevölkerung Ziel türkischer Repressionen geworden. Trotz dieser Umstände wollen Azad und seine Freundin Nazenin heiraten. Auf der Feier kommt es zum Handgemenge mit dem türkischen Militär. Azad schießt auf einen Kommandanten und flüchtet. Eine kurdische Liebesgeschichte mit politischer Brisanz! Mit einer Einführung von Dr. Omar Simo.

My Sweet Pepper Land

FRA/DEU

2013

Hiner Saleem

Golshifteh Farahani, Korkmaz Arslan

Moderner Grenzlandwestern aus dem wilden Kurdistan, wo neben dem Duell von Recht und Korruption ein stilles Melodram keimt: Pechschwarze Komik lässt erahnen, wie mitleidlos das Duell verlaufen wird, während die in tiefe Melancholie getauchten, oft dunklen Bilder dem Ringen von Moderne und Tradition eine moralische Dimension von Gut gegen Böse verleihen. Zwischen den beiden Idealisten, die Korruption und Opportunisten trotzen, keimt eine sehr elegische Liebesgeschichte, die in der archetypischen, minimalistischen Handlung gleichwohl nur andeutungsweise stattfindet. Spannung und Leidenschaften bleiben jedenfalls unter Verschluss, größere Gewaltausbrüche ebenfalls, wodurch im gemächlichen Rhythmus die herandämmernde Zivilgesellschaft, Friedensordnung und immer wieder Frauenrechte gegen das finstere Chaos männlicher Übergriffe und Ehrenmorde den vordersten Platz einnehmen, in der Verteidigung moderner Werte.

Vodka Lemon

Armenien/Frankreich

2003

Hiner Saleem

Romik Avinian, Lala Sarkissian, Ivan Franek

Der Witwer Hamo ist 60 Jahre alt, lebt in einem armenischen Dorf im Kaukasus und hat zwei Söhne. Einer lebt in Frankreich und schickt hin und wieder einen Brief, der zweite verbringt seine Zeit damit, sich mit Wodka Lemon in einem dauerhaften Delirium zu halten. Hamos monatliche Rente beträgt 6$, zum leben zu wenig zum sterben zu viel. So verkauft er nach und nach seine Habseligkeiten auf dem Flohmarkt und besucht regelmäßig das Grab seiner verstorbenen Frau. Im Bus dorthin lernt er Nina kennen, die schöne Witwe die ebenso arm ist wie er und ebenfalls nie ihren Optimismus verliert. Eine wunderbar skurrile Tragikkomödie voll lakonischem Witz und Zärtlichkeit. Mit unverwüstlicher Energie und Lebensfreude trotzen Hamo und Nina, die man als Zuschauer sofort ins Herz schließt, allen Widrigkeiten der Existenz.

After Life

Japan

1998

Hirokazu Kore-Eda

Takashi Mochizuki, Shiori Satonaka

Im Limbo, am Tor zum Paradies, treffen sich die Seelen der Verstorbenen. Drei Tage haben sie Zeit, sich die Erinnerung auszuwählen, mit der sie die Ewigkeit zubringen werden. Sobald der richtige Moment gefunden ist, beginnt dessen Inszenierung in einem behelfsmäßigen Filmstudio. Die Erzählungen verdichten sich zu einer Alltagsgeschichte Japans von den 20er Jahren bis in die Gegenwart. Daraus ergibt sich eine wahrhaft universelle Geschichte, die den mehrdeutigen Charakter des menschlichen Gedächtnisses untersucht, den Ort, an dem sich Realität und Fiktion vermischen. „Kore-Edas Meisterwerk schlechthin und einer der größten japanischen Filme der 90er Jahre…“ (Ulrich Gregor in epd-Film)

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