Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Like Father, Like Son

JAP

2013

Hirokazu Kore-eda

Yôko Maki, Masaharu Fukuyama

Ein erfolgreicher japanischer Geschäftsmann erfährt, dass sein Sohn vor sechs Jahren bei der Geburt versehentlich vertauscht worden war – sein leibliches Kind wächst im alltäglichen Chaos einer einfachen Familie mit zwei weiteren Geschwistern auf, ohne großen Reichtum, aber mit viel Liebe. Um den Fehler von einst wieder gut zu machen, drängen die Behörden auf einen Tausch der Kinder: Die Familien willigen ein, stellen aber alsbald fest, dass man sechs Jahre gemeinsames Leben nicht einfach auslöschen kann. Bestimmende Frage ist, ob ein nicht leiblicher Sohn genauso sehr Teil einer Familie sein kann wie ein leiblicher. Präziser, subtiler Film, geformt von Kore-edas ganz eigener Sensibilität und genauer Beobachtungsgabe.

Maboroshi - Licht Der Illusion

Japan

1995

Hirokazu Kore-Eda

Der 34jährige Japaner Hirokazu Kore-Eda gehört zur jungen Generation von Filmschaffenden in seiner Heimat. Sein erster Spielfilm ist eine Meditation über das Leben und die menschliche Existenz: Ein glückliches junges Paar in Tokio. Plötzlich bringt er sich um. Sie verfällt in Trauer. Irgendwann zieht sie mit ihren Kindern aufs Land, heiratet einen älteren Mann und nach und nach, durch den Alltag, die Kinder, das Landleben, beruhigt sie sich ein wenig. Ein wunderbar ruhiger Film, der einem Zeit gibt, eine langsame Entwicklung nachzuempfinden. Traurig, aber auch tröstlich, manchmal gar heiter. „MABOROSHI folgt dem Weg eines Menschen, der sich in die Reflexion über das Leben und den Tod versenkt. Es ist die Geschichte einer Frau, welche nach einer Zeit der tiefen Trauer ihren Platz im Leben wiederfindet. Die Trauer kann nur durch die Beständigkeit des Alltagslebens und durch die Kraft der Natur überwunden werden.“ (Hirokazu Kore-eda)

Shoplifters - Familienbande

JAP

2018

Hirokazuu Kore-eda

Lily Franky, Kirin Kiki, Sakura And¬o, Mayu Masuoka

Vater und Sohn sind ein eingespieltes Team: Mit kleinsten Gesten der Verständigung klauen sie im Supermarkt, was sie fürs Leben brauchen. In einer kalten Nacht bemerken sie ein kleines Kind auf einem Balkon, verlassen und halb erfroren. Sie nehmen die Fünfjährige mit – und unter dem Namen Yuri in ihre Familie auf. Yuri lebt sich ein in diesen Verbund am unteren Ende der sozialen Leiter, dort, wo man sich mit Betrügereien und Ladendiebstählen über Wasser hält. Eine glückliche Familie – doch wenn sie auffliegen, muss sich beweisen, was diese Menschen wirklich verbindet.
SHOPLIFTERS, Gewinner der Goldenen Palme 2018, ist ein liebevolles, einfühlsames Drama um familiäre Beziehungen und menschliche Würde: „Diese Familie ist ein soziales Husarenstück, ein Glück, das aus Not und Verzweiflung entsteht.“ (Die Zeit)
Referentinnen: Astrid Gabriel, Gabriele Brandner

Jin Roh – Die Wolfsbrigade

Japan

1998

Hiroyuki Okiura

Vor dem Hintergrund politischer Machtkämpfe zwischen konkurrierenden Polizeieinheiten in Tokio entwickelt sich eine tragische Liebesgeschichte. Traumatisiert durch das Selbstmordattentat einer jungen Terroristin besucht der Polizist Fusé deren Grab. Dort trifft er auf ihre Schwester, mit der er eine ungewöhnliche Affäre beginnt. JIN-ROH entwirft das Bild einer düsteren, modernen Großstadt mit außergewöhnlichen Schauplätzen: von der Kanalisation über ein Naturkundemuseum bei Nacht bis zum Rummelplatz auf dem Dach eines Wolkenkratzers. Auf den Straßen befindet sich alles in Bewegung: Menschenmassen und S-Bahnen durcheilen die Stadt, Lichtreflexe tanzen im Regen, die Spiegelungen der Hauptfiguren in den Scheiben der Straßenbahn erzittern bei Erschütterungen. Um die emotionale Wirkung dieses Zeichentrickthrillers zu erhöhen, verzichtete Regisseur Hiroyuki Okiura, der bereits beim Publikumserfolg GHOST IN THE SHELL als Chef-Animator mitarbeitete, weitgehend auf Computeranimation und arbeitete mit handgemalten Bildern.

Hirsch auf der Pirsch

„Zum Goldenen Hirsch“ heißt der regelmäßige regionale Kurzfilmwettbewerb im Cinema Quadrat und im Karlstorkino, in dem Filmschaffende aus der Metropolregion ihre Werke vorstellen: Musikvideos und Kurzdokus, Leinwanddramen, Farb-Form-Experimente oder gespielte Witze. Was gut und originell ist und von hier kommt, wird gezeigt! HIRSCH AUF DER PIRSCH zeigt das Beste vom Besten: Ein gutes Dutzend Kurzfilme mit Bezug zur Rhein-Neckar-Region, mal urkomisch, mal ergreifend, immer begeisternd! Unter anderem mit LITTLE MANNHEIM von Benedikt Hild mit vielen Miniaturansichten von Mannheim, EIN MANNHEIMER AUF DEM HELLFEST von David Borymski, einer Doku über das französische Heavy-Metal-Festival, und PSEUDO von Robert Führer, einem Hitchcock-inspirierten Super-8-Film.

Hirsch auf der Pirsch - Regionale Kurzfilme

„Zum Goldenen Hirsch“ heißt der regelmäßige regionale Kurzfilmwettbewerb im Cinema Quadrat und im Karlstorkino, in dem Filmschaffende aus der Metropolregion ihre Werke vorstellen: Musikvideos und Kurzdokus, Leinwanddramen, Farb-Form-Experimente oder gespielte Witze. Was gut und originell ist und von hier kommt, wird gezeigt! HIRSCH AUF DER PIRSCH zeigt das Beste vom Besten: Ein gutes Dutzend Kurzfilme mit Bezug zur Rhein-Neckar-Region, mal urkomisch, mal ergreifend, immer begeisternd! Unter anderem laufen einige Gewinnerfilme des „Großen Endhirsch“ – das Staffelfinale, bei dem im April alle Sieger der „Hirsch“-Kurzfilmabende gegeneinander angetreten sind.

Dainipponjin - Der Grosse Japaner

JAP

2007

Hitoshi Matsumoto

Welches Übel ist das größte: Der starrende Zyklop? Der stinkende Riesenkrake? Oder das einbeinige Hüpfmonster? Falsch, es ist die unerträgliche Alltäglichkeit im Leben eines Superhelden. Denn die goldenen Zeiten der mutigen Krieger sind vorbei. Daisato, seines Zeichens Superheld in sechster Generation, muss sich um Sponsoren und eine gute TV-Quote mühen. Japans Star-Comedian Hitoshi Matsumoto alias Hitosi Matumoto feiert in seinem mockumentarischen Debütfilm einen Abgesang auf Godzilla, Ultraman und Co. Irrwitzige Schlachten und ein lethargischer Superheld als Mischung aus Bill Murray und dem unglaublichen Hulk ergeben eine unvergleichlich tragische Komödie – melancholisch, bizarr und urkomisch.

Il legionario – Der Legionär

ITA

2022

Hleb Papou

Germano Gentile, Maurizio Buosso, Felicitè Mbezelè, Marco Falaguasta

Daniel ist als Sohn von afrikanischen Eltern in Rom geboren und in einem besetzten Gebäude aufgewachsen. Vor Jahren hat er beschlossen wegzugehen, um ein neues Leben anzufangen, doch nun ist er gezwungen zurückzukehren. Diesmal trägt er jedoch eine Polizeiuniform und soll den alten Wohnkomplex räumen, wo immer noch seine Mutter und sein Bruder Patrick leben, der inzwischen der Anführer der Hausbesetzer ist. Die Polizeieinheit, der er angehört, ist für Daniel wie eine Zweitfamilie, auch wenn es immer wieder Vorbehalte gegen den einzigen schwarzen Polizisten in der Abteilung gibt. So hat er auch seine Vergangenheit in dem besetzten Haus verschwiegen. Der Tag der Räumung rückt näher. Daniel gerät immer mehr in ein Dilemma…
Römische Legionäre des 21. Jahrhunderts: Das packende und vielschichtige Porträt eines afrikanisch-italienischen Polizisten stellt viele Gewissheiten infrage – auch die eigenen. Filmemacher Hleb Papou ist selbst Migrant aus Belarus und gewann mit IL LEGIONARIO beim Filmfestival von Locarno den Preis als bester Nachwuchsregisseur.

Lilting

GBR

2014

Hong Khaou

Ben Whishaw, Pei-Pei Cheng

LILTING spielt in London und erzählt die Geschichte einer chinesisch-kambodschanischen Mutter, die versucht, ihren Sohn zu verstehen – leider erst nach seinem viel zu frühen Tod. Ihre Welt gerät noch weiter aus den Fugen, als der Freund ihres Sohnes auftaucht. Obwohl sie nicht dieselbe Sprache sprechen und trotz ihrer kulturellen Unterschiede, versuchen die beiden schließlich doch gemeinsam ihre Trauer zu bewältigen.

Right Now, Wrong Then

KOR

2015

Hong Sang-soo

Jung Jaeyoung, Kim Minhee, Ko Ahsung

Er ist Regisseur. Sie ist Künstlerin. Zufällig begegnen sie sich. Verbringen den Tag miteinander. Besuchen ihr Atelier, essen Sushi, trinken Soju, gehen abends mit Freundinnen aus. Kommen sich näher. Mehr aber auch nicht. Was ist schiefgegangen beim Anbahnen einer engeren Beziehung? Regisseur Hong Sang-soo kommt in seiner verspielten, humorvollen Romanze dem Näherkommen näher – und fängt mitten im Film nochmal von vorne an: Wieder die Begegnung, wieder das Kennenlernen, wieder das Interessantfinden. Aber mit kleinen Veränderungen, mit subtilen Verschiebungen, mit etwas anderem Verhalten: auf die Differenzen kommt es an. Mit entspannter Spontanität ist Hong Sang-soo an seinen Film herangegangen, hat die Szenen ad hoc entwickelt und erreicht so eine vergnügliche Leichtigkeit, in der sich – von Alkohol befeuert – die Peinlichkeiten menschlichen Miteinanders offenbaren.
Der mehrfach preisgekrönte Film erhielt unter anderem in Locarno den Goldenen Leoparden und den Preis für den besten Hauptdarsteller.

On the Beach at Night Alone

2017.

KOR

Hong Sang-soo.

Kim Min-hee, Seo Young-hwa, Kwon Hae-hyo

Nach der Affäre mit einem verheirateten Regisseur reist die erfolgreiche Schauspielerin Younghee in die ferne, fremde Stadt Hamburg. In den winterlichen Park- und Flusslandschaften versucht sie, sich über ihre Gefühle und Wünsche klar zu werden. Zurück in Korea trifft Younghee in der Küstenstadt Gangneung auf alte Freunde. Man isst und trinkt zusammen, und wie so oft bei Hong Sang-soo spielt das koreanische Nationalgetränk Soju eine tragende Rolle: Unter dem Einfluss des Alkohols werden kleine und größere, harmlose und provokante Erkenntnisse und Wahrheiten ausgesprochen. Danach zieht sich Younghee zurück an einen einsamen Strand. Es scheint, als ob sie nur in der Natur zu sich selbst finden kann. Die Frage nach der Bedeutung der Liebe in unserem Leben zieht sich wie ein roter Faden durch die Filme von Hong Sang-soo, doch scheinen mögliche Antworten stets aufs Neue zu entgleiten. Kim Min-hee wurde auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären als beste Darstellerin ausgezeichnet.

Die Schriftstellerin, ihr Film und ein glücklicher Zufall

KOR

2022

Hong Sangsoo

Lee Hyeyoung, Kim Minhee, Seo Younghwa, Park Miso, Kwon Haehyo, Ki Joobong

Die bekannte Schriftstellerin Junhee, die schon seit Längerem nichts mehr veröffentlicht hat und in einer Sinn- und Schaffenskrise steckt, besucht einen Buchladen in einem Vorort von Seoul, den eine frühere Autorenkollegin betreibt; das Wiedersehen ist aber geprägt vom Neid auf Sewons Erfolg. Auf einem Aussichtsturm trifft sie auf den Filmemacher Hyojin, der einen ihrer Romane verfilmen wollte. Ein Spaziergang führt sie mit der Schauspielerin Kilsoo zusammen, beide fühlen eine innere Verbundenheit.
Hong Sangsoo, einer der bekanntesten koreanischen Regisseure, feiert in seinem 27. Spielfilm in typisch lakonischem Stil die Schönheit zufälliger Begegnungen; Gespräche, die ziellos scheinen, entfalten ihren eigenen Zauber. Eine Meditation über Wahrhaftigkeit und künstlerische Möglichkeiten: „Ein wunderschöner, mäandernder Film, angefüllt mit Gedanken und Träumereien über Leben und Kunst.“ (Sight and Sound)

The Assassin

TWN/CHN/HKG

2015

Hou Hsiao-Hsien

Shu qi, Chang Chen, Zhou Yun

Eine so lyrische wie actionreiche Story vom taiwanesischen Meisterregisseur Hou Hsiao-Hsien im China des neunten Jahrhunderts um die schöne Nie Yin-Niang, die die Kunst des Tötens professionalisiert hat: Sie arbeitet als Attentäterin. Als Killermaschine von höchster Präzision soll sie ihre Dienste dem Machterhalt der Regierung zur Verfügung stellen – doch ihre Zielperson, ein Gouverneur, war einst ihr Verlobter. Und wenn er stirbt, wird sich ein politischer und militärischer Sturm erheben. „Ein Werk, das nicht nur überragend schön ist, sondern auch im perfekten Bilder-Zen vor sich hinfließt“, schreibt kino-zeit.de – und Hou Hsiao-Hsien, Ikone des asiatischen Arthouse-Kinos, erhielt für seinen ersten Wuxia-Film den Regiepreis von Cannes.

The Murder of Fred Hampton

USA

1971

Howard Alk

Fred Hampton war das führende Mitglied der Black Panther-Sektion von Illinois. Howard Alk drehte 1969 einen Dokumentarfilm über ihn – als am Morgen des 4. Dezembers eine Polizeieinheit Hamptons Wohnung überfällt und ihn sowie einen Mitstreiter im Schlaf erschießt. Dieser offensichtliche Mord veränderte den Film: Das Porträt eines jungen, charismatischen Aktivisten wird zu investigativem Journalismus gegen die Behauptung der Staatsgewalt, die Polizeischüsse seien als Folge von bewaffnetem Widerstand gefallen. Damit gilt der Film als ausdrucksvolles und aufschlussreiches Dokument einer politisch aufgeheizten Zeit.

Ich War Eine Männliche Kriegsbraut

USA

1948

Howard Hawks

Cary Grant, Ann Sheridan, Marion Marshall

Cary Grant als Henri Rochard hat es nicht leicht. Zwar hat er das Herz von US Leutnant Cathrine Gates (Ann Sheridan) erfolgreich erobert. Nach der überstürzten Hochzeit wendet sich aber das Glück und Mr. Rochard versucht es als Mrs. Rochard, um als Kriegsbraut mit in die USA einzureisen. Ein Klassefilm aus den Glanzzeiten Hollywoods, bei der ein Cary Grant in Hochform seinen Charme und sein komödiantisches Talent voll zur Geltung bringen kann. Und unter Hawkes‘ Regie bekommt die als Komödie angelegte Geschichte mehr als nur einen kleinen kritischen Touch, wenn ein Militärbürokrat Grant nach einer bestehenden Schwangerschaft fragt… Der Film spielt in Mannheim und im Odenwald.

Leoparden Küsst Man Nicht

USA

1938

Howard Hawks

Cary Grant, Katharine Hepburn, Charles Ruggles

Der junge, reichlich weltfremde Paläontologe David Huxley steht kurz vor dem Abschluß seines Lebenswerkes: der Rekonstruktion eines riesigen Brontosaurier-Skeletts. Nur ein Knochen fehlt noch zur Vollendung des Gerippes. David bemüht sich darum, von einer verwitweten Millionärin eine Spende zu bekommen und macht damit die Bekanntschaft mit einer leidenschaftlichen Frau. Eine Screwball-Komödie von Altmeister Howard Hawks.

Tote schlafen fest

USA

1946

Howard Hawks

Humphrey Bogart, Lauren Bacall, John Ridgely, Martha Vickers

Eine Verfilmung von Raymond Chandlers bekanntestem Roman: Privatdetektiv Philip Marlowe wird vom reichen General Sternwood rekrutiert, weil dieser wegen der Spielschulden seiner jüngeren Tochter Carmen erpresst wird. Ein früherer Angestellter Sternwoods ist zudem spurlos verschwunden. Bei seinen Nachforschungen findet er heraus, dass die ältere Tochter Vivian mehr weiß, als sie zugibt. Marlowe scheut vor nichts zurück, um den Fall zu lösen, und gerät so bei seinen Ermittlungen zwischen die degenerierte Oberschicht und die brutale Gangsterwelt.

TOTE SCHLAFEN FEST ist eine verstrickte Detektivgeschichte, die den Schwerpunkt auf den Prozess einer Kriminalermittlung legt. Ein herausragendes Beispiel des Film Noir: Düsteres Gesellschaftsbild, ambivalenter Held, dunkle Schatten…

Millennium Mambo

TWN

2001

Hsiau-Hsien Hou

Shu Qi, Jack Kao, Tuan Chun-hao

Eine Bar-Hostess entfernt sich von ihrem angeberischen, eifersüchtigen Freund und wendet sich einem sensiblen, verständnisvollen Gangster zu – und dies, während sich die Welt auf ein neues Jahrtausend zubewegt. Dieser Klassiker der taiwanesischen Kinomoderne hatte bisher keinen regulären Kinostart in Deutschland und kommt nun, nach über 20 Jahren, in 4K-restaurierter Fassung endlich auf die große Leinwand: ein stilvolles, verführerisches Eintauchen in das neonfarbene Techno-Nachtleben der brodelnden Metropole Taipeh, ein fesselnder Trance- und Liebesfilm, erzählt in traumsicherem Rhythmus.

An Elephant Sitting Still

CHN

2018

Hu Bo

Zhang Yu, Peng Yuchang, Wang Yuwen, Liu Congxi

In der nordchinesischen Stadt Manzhouli soll es einen Elefanten geben, der einfach nur dasitzt und die Welt ignoriert. Das wird zur fixen Idee für die Helden dieses Films, zum erhofften Ausweg aus der Abwärtsspirale, in der sie sich befinden. Da ist der Schüler Bu, der auf der Flucht ist, nachdem er den Schulhofschläger Shuai die Treppe hinuntergestoßen hat. Dann seine Mitschülerin Ling, die mit ihrer Mutter bricht und sich von ihrem Lehrer umgarnen lässt, und Shuais älterer Bruder Cheng, der sich für den Suizid eines Freundes verantwortlich fühlt. Schließlich Herr Wang, ein rüstiger Pensionär, dessen Sohn ihn in ein Heim verfrachten will. In virtuosen Bildkompositionen erzählt der Film einen einzigen spannungsgeladenen Tag vom Morgengrauen bis zum Abend, wenn endlich der Zug nach Manzhouli abfahren soll. „Der beste Film der Berlinale“, feierte artechock.de dieses Meisterwerk in epischem Ausmaß – und wer sich auf dieses fast vierstündige Porträt einer egoistischen Gesellschaft einlässt, wird emotional reich belohnt. Für Hu Bo war sein elektrisierendes Regiedebüt zugleich sein Testament: Er hat sich im Oktober 2017 mit 29 Jahren das Leben genommen.

Berlin Babylon

Deutschland

2000

Hubertus Siegert

Axel Schultes, Günter Behnisch, Werner Durth, Helmut Jahn, Joseph Paul Kleihues

Die dokumentarische Langzeitstudie (1996 – 2000) zeigt Berlin als große Baustelle und Architekten, Stadtplaner und Bauleute bei ihrer Arbeit: Der Architekt Axel Schultes besichtigt den Rohbau des Bundeskanzleramts. Helmut Kohl weiht mit Architekt Ieoh Ming Pei den Erweiterungsbau des Deutschen Historischen Museums ein. PDS-Baustadtrat Thomas Flierl diskutiert mit dem Staatssekretär Hans Stimmann über den Umgang mit dem baulichen Erbe der DDR. Das Sony-Center hat Richtfest, und das alte Ku’damm-Eck wird abgerissen. Anstelle von Kommentaren enthält der Film Musik der „Einstürzenden Neubauten“, die den kompletten Soundtrack beisteuerten. „Die erste Dokumentation zur Architektur in Berlin, die selbst sehr entertaining ist – ein Thriller zwischen Kränen.“ (Die Tageszeitung) Die anschließende Diskussion wird von Klaus Ammer moderiert.

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