Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Die Legende vom hässlichen König

DEU/AUT

2017

Hüseyin Tabak

Wer war Yilmaz Güney? Ein hochtalentierter Regisseur? Ein Revolutionär? Ein Mörder? Ein Genie oder ein Verrückter? Mit YOL – DER WEG gewann Güney 1982 die Goldene Palme; als Schauspieler hatte er in den 1960ern angefangen, wurde ein Action-Star mit dem Spitznamen „hässlicher König“ – und zugleich Galionsfigur kurdischer und sozialistischer Bewegungen. 1974 wurde er wegen Totschlags zu 18 Jahren Haft verurteilt – die Vorwürfe sind bis heute nicht geklärt, politische Motive sind wahrscheinlich. 1981 gelang ihm während eines Hafturlaubs eine spektakuläre Flucht ins französische Exil – 1984, nach seinem Cannes-Triumph und dem internationalen Durchbruch, verstarb er an Krebs. Bis heute ist er ein Volksheld – und ein persönliches Idol von Hüseyin Tabak, der sich mit diesem Film auf Spurensuche begibt: Ein vielstimmiges Porträt eines so charismatischen wie schillernden Künstlers.

SWE/NOR/FRA

2023

Ernst De Geer

Herbert Nordrum, Asta Kamma August, Julien Combes, Karin de Frumerie

Vera und André, ein junges Liebes- und Geschäftspaar, haben eine revolutionäre App für Frauengesundheit entwickelt, die sie bei einer Startup-Konferenz pitchen wollen. Am Tag zuvor jedoch begibt sich Vera in Hypnosetherapie gegen das Rauchen – und wird statt von ihrer Sucht von allen gesellschaftlichen Konventionen befreit. Ohne Hemmungen stellt sie sich vor die Investoren – und vor André, der meint, ihr merkwürdiges Verhalten ausbügeln zu müssen…

Eine Frau entdeckt die Anarchie: Die Sozialsatire stellt die Unberechenbarkeit gegen die Geschäftswelt. „Eine witzige, prägnante Satire über die moderne Selbstverwirklichungsbesessenheit, definitiv mit Schattierungen des unvergleichlichen TONI ERDMANN.“ (Variety)

Monty Python’s wunderbare Welt der Schwerkraft

GBR

1971

Ian MacNaughton

Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones, Michael Palin

Und nun zu etwas völlig anderem: Humor. Mit ihrer Fernsehshow „Monty Python’s Flying Circus“ revolutionierten fünf englische und ein amerikanischer Komiker im Jahr 1969 die TV-Comedy: Albernheiten treffen intelligenten Blödsinn, respektlose Persiflage geht in Klamauk über, und das alles wird nochmal kräftig durchironisiert. In ihrem ersten Spielfilm zelebrieren die Pythons ihre besten Sketche, neu inszeniert, neu zusammengestellt und natürlich mit irren Animationssequenzen. Und inklusive totem Papagei, Holzfällersong und Kilimandscharo-Expedition. Achtung: Mancher Witz kann tödlich sein!

Habanastation

CUB

2011

Ian Padrón

Ernesto Escalona, Andy Fornaris

Bei der Parade am 1. Mai geht Mayito verloren und treibt orientierungslos durch die Stadt. Dabei trifft er nicht nur auf seinen Mitschüler Carlos, der ihm bislang immer fremd erschienen war, sondern auch auf das andere Cuba, von dessen Existenz er in seinem wohlbehüteten Milieu nicht einmal geträumt hätte. Der Debütfilm von Ian Padrón brach auf Kuba mit mehr als einer Million Zuschauern alle Publikumsrekorde. Dies vor allem deshalb, weil er unverblümt die Existenz scharf kontrastierender sozialer Lebenswelten thematisiert. Die Geschichte der Freundschaft zwischen einem Jungen, der als Sohn eines international erfolgreichen Musikers in materieller Sorglosigkeit aufwächst, und einem Klassenkameraden aus einem marginalisierten Stadtteil, wurde auf der Insel keineswegs nur als Jugendfilm verstanden. Die frechen Dialoge des Films spiegeln den sozialen Gegensatz seiner Protagonisten wider. Ian Padrón, 1976 in Havana geboren, begann bereits im Alter von 20 Jahren in Zusammenarbeit mit dem kubanischen Filminstitut ICAIC Dokumentationen und Kurzfilme zu drehen. Der Regisseur ist der Sohn des berühmten kubanischen Animationsfilmers Juan Padrón (VAMPIROS EN LA HABANA, 1985). In Anwesenheit des Regisseurs.

O Último Cine Drive-in – Das letzte Drive-In Kino

BRA

2015

Iberê Carvalho.

Othon Bastos, Breno Nina, Rita Assemany, Fernanda Rocha

Weil seine schwerkranke Mutter mehrere Wochen stationär im Krankenhaus behandelt werden muss, begleitet Marlombrando sie in die Stadt seiner frühen Kindheit. Hier nimmt der junge Mann nach vielen Jahren Kontakt zu seinem Vater Almeida auf, der seit jeher ein Autokino betreibt. Der kauzige Almeida liebt sein altes Kino, auch wenn sich kaum jemand für die Filme interessiert. Doch das hält Almeida nicht davon ab, jeden Abend den Projektor anzuwerfen. Jetzt aber steht der Abriss der heruntergekommen Betonwüste unmittelbar bevor…

Kurzfilme von Ibrahim Shaddad

Ibrahim Shaddad

Ibrahim Shaddad, geboren 1945 in Halfa, Sudan, ist Absoldent der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR. Fast all seine Filme und Theaterstücke wurden von den Produzenten eingestellt oder von der sudanesischen Regierung verboten. Er ist Gründungsmitglied der Sudanese Film Group sowie Redaktionsmitglied des des Magazins Cinema. Seine hier gezeigten Filme ließ das arsenal – Institut für Film und Videokunst 2018 digital restaurieren.
Im Rahmen des 15. Bundeskongresses der Kommunalen Kinos werden in einem auch für die Öffentlichkeit zugänglichen Filmprogramm Filme gezeigt, die aktuell von deutschen Filmarchiven Restauriert wurden. Für die Filme gehen Restkarten in den freien Verkauf.

Blumen Aus Einer Anderen Welt

E

1999

Iciar Bolláin

José Sancho, Lissete Mejía, Luis Tosar, Marilín Torres

Ein Bus voller Frauen erreicht ein abgelegenes kastilisches Dorf, in dem fast nur noch Männer leben. Die Junggesellen empfangen ihren Besuch in weißen gestärkten Hemden und mit einer Rose in der Hand. Auf dem Dorfplatz spielt die Musik zum Tanz auf – die Singleparty steigt. BLUMEN AUS EINER ANDEREN WELT erzählt die Geschichte von drei Frauen, die nach dem Fest mit dem Dorf in Verbindung bleiben. Im Mittelpunkt steht die junge Patricia aus der Dominikanischen Republik. Sie heiratet den wortkargen Bauern Damián und hofft so, dem Kreislauf von Illegalität, Arbeitslosigkeit und drohender Ausweisung zu entkommen. Die Krankenschwester Marirrosi aus Bilbao besucht fortan den Orchideenzüchter Alfonso und die lebenshungrige Milady aus Havanna zieht in das Haus des wohlhabenden Carmelo. Iciar Bolláin, die als Schauspielerin u.a. für Ken Loach (LAND AND FREEDOM) vor der Kamera stand, bündelt in ihrem zweiten Spielfilm (nach ¿HOLA, ESTÁS SOLA?) eine ganze Fülle von sozialen Fragen und gesellschaftlichen Problemen, ohne daß diese auf dem Film lasten würden. Ein unerwartet spannender Film, der durch seinen dokumentarischen Ansatz sehr lebendig ist.

öffne Meine Augen

ESP

2003

Iciar Bollain

Laia Marull, Luis Tosar, Candela Pena

Schätzungen gehen davon aus, dass in rund 25 Prozent aller Beziehungen Gewalt ausgeübt wird. Wir zeigen aus Anlaß des Weltfrauentages den eindrucksvollen spanischen Film ÖFFNE MEINE AUGEN der Regisseurinnen Iciar Bollain und Alicia Luna. Pilar und Antonio sind fast zehn Jahre ein Ehepaar. Und fast genauso lang schlägt Antonio seine Frau immer wieder krankenhausreif. Eines Abends, noch bevor ihr Mann von der Arbeit zurückkommt, flüchtet Pilar mit ihrem gemeinsamen Sohn zur Wohnung ihrer Schwester Ana. Sie sucht sich einen Job als Ticketverkäuferin im Souvenirshop der Kathedrale von Toledo, läßt sich mit der Aussicht auf eine beruflichen Verbesserung umschulen und baut sich Schritt für Schritt ein von ihrem gewalttätigen Mann unabhängiges Leben auf. Doch gleichzeitig beginnt Antonio eine Therapie, um seine Gewaltausbrüche in den Griff zu bekommen. Und er bittet seine Frau, wieder in die gemeinsame Wohnung zurückzukehren. Pilar muß sich nun entscheiden, ob sie ihrer aufkeimenden Hoffnung nachgeben möchte und einen Neuanfang wagt oder den Rat ihrer Schwester befolgt und sich endgültig von Antonio trennt.

También La Lluvia - Und dann der Regen

MEX/ESP/FRA

2010

Icíar Bollaín

Der junge spanische Regisseur Sebastián will einen großen Film über Kolumbus drehen und dabei nicht den heroischen Entdecker zeigen, sondern die brutale Eroberung eines Kontinents, die Gier nach Gold, die Ermordung und Versklavung der indigenen Bevölkerung, ihren Widerstand. Weil das Budget äußerst knapp ist, hat der Produzent Costa das bolivianische Cochabamba als Drehort ausgewählt. Die Dreharbeiten laufen ausgezeichnet, bis soziale Unruhen ausbrechen – die Wasserversorgung der Region wurde an einen internationalen Konzern verkauft. Auch die Filmcrew kann den aktuellen Konflikten nicht ausweichen, denn ausgerechnet ihr indianischer Hauptdarsteller Daniel ist einer der Anführer des Aufstands. Icíar Bollaín, 1967 in Madrid geboren, war zunächst Schauspielerin, ehe sie in den 1990er Jahren begann eigene Kurzfilme zu drehen. 1995 erfolgte mit HOLA, ¿ESTÁS sola? ihr erster Spielfilm. Mit Filmen wie FLORES DE OTRO MUNDO (1999), TE DOY MIS OJOS (2003) und MATAHARIS (2007) zählt Bollaín zu den profiliertesten Regisseurinnen Spaniens. TAMBIÉN LA LLUVIA ist ihr bislang erfolgreichster Film und gewann u.a. 2011 den Publikumspreis auf der Berlinale/Panorama und den Silver Ariel Award in Mexiko als bester lateinamerikanischer Film.

Yuli

CUB/ESP/GBR/DEU

2018

Icíar Bollaín

Carlos Acosta, Santioago Alfonso, Edilson Manuel Olbera Nuñez, Keyvin Martínez

Carlos Acosta ist ein undiszipliniertes Kind, das alles, was es über das Leben weiß, auf den Straßen Havannas gelernt hat. Doch sein Vater Pedro – dessen Großmutter noch als Sklavin in den kubanischen Zuckerrohrplantagen ausgebeutet wurde – erkennt das außergewöhnliche Talent seines Sohnes, den er nach einem afrikanischen Kriegsgott nur Yuli nennt: Er kann tanzen wie kein zweiter. Gegen dessen Willen schickt er ihn auf die staatliche Ballettschule und sorgt mit harter Hand dafür, dass Yuli seine Ausbildung beendet. Yuli wird bald zu einem der besten Tänzer seiner Generation, feiert internationale Erfolge und ist der erste dunkelhäutige Romeo am Royal Opera House in London. Doch trotz des Ruhms zehrt das Heimweh an ihm. Als er nach einer schweren Verletzung mit dem Tanzen pausieren muss, kehrt er nach Kuba zurück: Nach all den Jahren der Entbehrung und Einsamkeit lebt Yuli hier erstmals seinen schier unstillbaren Hunger nach Leben aus – und setzt damit seine Karriere aufs Spiel. YULI, die Verfilmung der Autobiographie des vielfach ausgezeichneten kubanischen Balletttänzers, spielt Carlos Acosta sich selbst in einer Rahmenhandlung, von der aus der Bogen über 40 Jahre seiner Karriere gespannt wird. Der Film wurde in San Sebastián für das beste Drehbuch ausgezeichnet.
Icíar Bollaín, 1967 in Madrid geboren, gab 1983 ihr Schauspieldebüt. 1995 inszenierte sie ihren ersten Spielfilm und wurde in Valladolid mit dem Regie-Nachwuchspreis ausgezeichnet. Ihre bekanntesten Filme sind TAMBIÉN LA LLUVIA (UND DANN DER REGEN) von 2010 und EL OLIVO (DER OLIVENBAUM) von 2016, die beide vielfach preisgekrönt wurden und bei denen sie wie auch in YULI mit ihrem Lebensgefährten, dem Drehbuchautor Paul Laverty, zusammenarbeitete.
Nach der Vorstellung am 14.05. in Mannheim gibt es eine Filmdiskussion in Kooperation mit der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba.

Concerned Citizen

ISR

2022

Idan Haguel

Shlomi Bertonov, Ariel Wolf

Ben hält sich für einen liberalen Schwulen. Er hat mit Partner Raz ein schickes Apartment in einem hippen migrantisch geprägten Viertel in Tel Aviv gekauft, zum vollendenten Glück fehlt nur ein Kind. Zur Stadtteilverschönerung pflanzt Ben einen Baum – und löst damit eine Kette von Ereignissen aus, an deren Ende ein Geflüchteter aus Eritrea brutal von der Polizei zusammengeschlagen wird…
Mit bitterbösem Humor erzählt Regisseur Idan Haguel von einem Mann, dessen Bild von sich, von seinen Toleranzgrenzen, seiner Beziehung und der Gesellschaft aus den Fugen gerät: eine satirische Parabel auf das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung, auf unhinterfragte Privilegien und tiefsitzende Vorurteile. Idan Haguel über seinen Film: „Man kann CONCERNED CITIZEN als eine zynische ‚White-Guilt-Trip‘-Komödie über einen Gentrifizierten bezeichnen, der von seiner Umgebung gezwungen wird, die unschönen Seiten seines Charakters zu erforschen.“

Köln 75

DEU/BEL/POL

2025

Ido Fluk

Mala Emde, John Magaro, Alexander Scheer, Ulrich Tukur, Jördis Triebel, Susanne Wolff

Und dann ist es auch noch der falsche Flügel. Kein Bösendorfer Grand Imperial, sondern ein kleines, verstimmtes Probeninstrument mit klemmenden Tasten und kaputtem Pedal. Viel zu klein, um mit seinem Klang das Opernhaus in Köln richtig zu füllen. Wie kann Keith Jarrett zugemutet werden, an jenem 24. Januar 1975 eines seiner improvisierten Klavierjazzkonzerte zu geben?

„The Köln Konzert“ wurde mit über 4 Millionen verkauften Exemplaren zum erfolgreichsten Solo-Jazz-Album aller Zeiten. Vera Brandes hat das Ganze organisiert: Sie hat eine große Klappe, sie akzeptiert kein Nein, macht sich ihre Welt, wie es ihr gefällt. KÖLN 75 erzählt ihre Geschichte, eine Schülerin, die Jazzkonzerte organisiert, von Mala Emde mit Energie und Temperament verkörpert in diesem witzig-flotten Musikfilm. In dem keine Musik von Keith Jarrett zu hören ist – das Problem mit der Rechtefrage geht Fluk geschickt und spielerisch an in seinem Spielfilm-Making-of eines der berühmtesten Konzerte überhaupt.

Arlitt, ein zweites Paris

BEN

2005

Idrissou Mora Kpai

Früher Boomtown, jetzt Geisterstadt: Arlit, im Norden des Niger gelegen, war dank seiner Uranvorkommen in den 70ern ein Eldorado, das 25.000 Arbeiter ernährte und sich mit dem Etikett „zweites Paris“ schmückte. Nach dem Verfall der Uranpreise und dem Aufstand der Tuareg Anfang der 80er Jahre und dem Rückzug des Uran fördernden Konzerns versank die Stadt in lähmender Lethargie. Heute dient sie Immigranten als Etappenziel auf dem Weg nach Europa. Auch wenn bittere Armut den Alltag bestimmt, so ist diese Stadt trotzdem der faszinierende multikulturelle Schmelztiegel geblieben, der es einmal war.

Arlit, Ein Zweites Paris

BEN/ FRA

2005

Idrissou Mora-Kpai

Arlit liegt im Niger, am Rande der Sahara. Nicht weit von der Stadt finden sich große Uranvorkommen, die in den 70er Jahren zu einem Boom führten, sodass die Stadt damals auch als „zweites Paris“ bekannt war. Inzwischen sind die großen Zeiten vorbei, die gesundheitlichen Folgen des Uranabbaus unübersehbar und Arlit ein wichtiger Transitort für Afrikaner auf dem langen Weg Richtung Europa. Die Magie des Ortes ist unverändert geblieben. Der Film porträtiert eine Stadt und ihre Bewohner, deren Wohl vom europäischen Geld abhängt. Und deren Träume von einer neuen Existenz in Europa handeln. Ein aktueller Film über das reale Leben in der Wüste. (also leider ab 18 Jahren)

Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg

Grenzenloses Glück

IL

1996

Igal Bursztyn

Ariel Zilber, Yael Almog

Baruch ist Schriftsteller und arbeitet an einem Buch über Benedetto Spinoza, einen jüdisch-niederländischen Philosophen des 17. Jahrhunderts. In einem Vorort von Tel Aviv sitzt er vor seinem Computer und versucht in die Geheimnisse des ewigen Glücks einzudringen. Um sein Wohnhaus versammelt sich ein bizarres Leben: der Schlagzeuger Jackie schleppt Touristinnen ab und die Lehrerin Aliza ärgert sich über ihren fußballbesessenen Ehemann. Dann sind da ein Geheimpolizist und seine Frau mit sechs Kindern und einer kaputten Waschmaschine, eine muntere schwedische Weltenbummlerin, eine Gruppe von ständig trainierenden Sportlern und zwei Agenten auf dem gegenüberliegenden Dach. Unbeeindruckt von den kleinen Dramen um ihn herum spaziert die Reinkarnation Spinozas durch die Nachbarschaft und gibt kluge Sentenzen von sich. Auch wenn er den Nachbarn manchmal auf die Nerven geht: Am Ende werden sie Baruch Recht geben müssen.

Sofia's Last Ambulance

DEU/BGR

2012

Ilan Metev

Sie sind ein eingespieltes Team: Der Arzt Krassi, die Sanitäterin Mila und der Fahrer Plamen. Unaufhörlich kurven sie in ihrem überalterten Rettungswagen durch die von Schlaglöchern gezeichneten Straßen der bulgarischen Hauptstadt Sofia und versuchen so gut es geht ihre Arbeit zu machen. Wie es ihnen dabei ergeht und mit welchen Widrigkeiten sie sonst noch zu kämpfen haben, erzählt dieser intelligent gemachte Dokumentarfilm, in dem sich fast alles Wesentliche außerhalb des Bildes abspielt und der dennoch einen Einblick in die gesellschaftliche Realität Bulgariens eröffnet. Eine filmische Reise in ein unbekanntes Land; mit exzellenter Ton-Bild-Montage.

Rey

CHL/FRA/NLD/DEU

2017

iles Atallah

Rodrigo Liboa, Claudio Riveros

1860 reiste der französische Abenteurer Orélie-Antoine de Tounens durch die Wälder Südchiles und Argentiniens, um die Königreiche Araucana und Patagonien zu gründen, mit sich selbst als König. Begleitet wird er von Juan Bautista Rosales, einem ortskundigen Führer, der ihn zum indigenen Volk der Mapuche bringen soll. Und tatsächlich: Die Bewohner des Gebietes wählen de Tounens zu ihrem Oberhaupt. Eine Flagge, eine Verfassung und sogar Münzen hat er für sein neues Königreich gleich selbst mitgebracht – doch während es so aussieht, als hätten sich seine irrwitzigen Träume nun tatsächlich erfüllt, fangen die Probleme jetzt erst so richtig an, denn als Herrscher über die Mapuche kommt er in Konflikt mit der chilenischen Armee, die den Machtanspruch Chiles verteidigen soll. Niles Atallah arbeitete sieben Jahre lang an seinem experimentellen Historienfilm und nutzte dabei unterschiedliches 8mm-, 16mm- und 35mm-Filmmaterial, das er teilweise für lange Zeit in seinem Garten vergrub. Die bizarre Handlung einer vergeblichen Staatsgründung, die tatsächlich auf wahren Begebenheiten – wenn auch auf widersprüchlichen Quellen basierend – beruht, wirkt damit selbst wie eine fiktive Ausgrabung von Landesgeschichte: Atallah vereint Abenteuer und Avantgarde zu einem aufregenden Bildtextur-Erlebnis.
Niles Atallah, 1978 in Kalifornien geboren, ist ein chilenisch-amerikanischer Filmemacher und Videokünstler. 2008 drehte er seinen ersten Kurzfilm, eine mehrfach ausgezeichnete Animation, die auch im New Yorker Guggenheim Museum gezeigt wurde. Für sein Langfilmdebüt LUCÍA, 2010, wurde er beim Filmfestival von Valdivia als bester chilenischer Regisseur ausgezeichnet.

Fritz Bauer - Tod Auf Raten

DEU

2010

Ilona Ziok

Fritz Bauer, ein deutscher Staatsanwalt, gerät bei seinen Ermittlungen über NS-Verbrechen in die Netzwerke von Alt-Nazis. Das Psychogramm eines Aufrechten in den 60er Jahren und einer Nation, die von ihrer Vergangenheit nichts wissen wollte. Am 15.7. mit anschließender Diskussion. Kooperationspartner: Stadtarchiv Mannheim.

The Sounds Of Silents - Der Stummfilmpianist

DEU/CSR

2005

Ilona Ziok

Er ist der dienstälteste aktive Stummfilmpianist der Welt. Der Berliner Musiker Willy Sommerfeld zählt mit seinen 102 Jahren noch zu den Zeitzeugen aus den Anfängen des Kinos. Für sein Lebenswerk und seine Verdienste um die deutsche Filmmusik erhielt er nun das Bundesverdienstkreuz. Im Gespräch mit Willy Sommerfeld scheint in THE SOUNDS OF SILENCE – DER STUMMFILMPIANIST die Geburtsstunde des Films wiederaufzuerstehen. Filmsequenzen aus bekannten, weniger bekannten und vergessenen Stummfilmen, zum Teil neu zusammengesetzt, verbildlichen den Weg des heute letzten authentischen Stummfilmpianisten der 20er Jahre.

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