Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Secret Society – Der Club Der Starken Frauen

D / GB

2000

Imogen Kimmel

Charlotte Brittain, Lee Ross

Dicke tragen in der Regel schwer an ihren Pfunden, vor allem wenn ihr Selbstvertrauen in eine Erbse paßt. So geht es auch der 20-jährigen Daisy, einer lieben schüchternen Frau aus einem nordenglischen Kaff, die mit dem exzentrischen Ken verheiratet ist. Der träumt von Science-Fiction und Ufos und vergöttert jedes von Daisys Pfunden. Als Daisy über ihren Job in einer Konservenfabrik eine Gruppe von Sumo-Ringerinnen kennenlernt, schließt sie sich ihnen an – nur darf Ken nichts von dieser „secret society“ erfahren. Trotzdem entgehen ihm die Veränderungen an Daisy nicht. Er glaubt, daß Außerirdische sich seiner Frau bemächtigt haben und beschließt, sie zu retten. Die deutsche Regisseurin Imogen Kimmel hat sich erfolgreich ins Revier der britischen Underdog-Komödie gewagt. Ihr liebenswerter Film läßt Dicken ihre Würde und Grazie und zeigt viel Herz für deren Probleme. Ein positives Pfund sind die Darsteller: Lee Ross liefert als Ken einen witzig-hysterischen Antihelden, Charlotte Brittain als Daisy zeigt Kampfgeist und Würde.

Trans – I Got Life

DEU/RUS/USA

2021

Imogen Kimmel, Doris Metz

„Trans ist kein Fluch und keine Krankheit, sondern ein Weg.“ Imogen Kimmel und Doris Metz haben das Vertrauen von sieben Menschen gewonnen, die sich dazu entschlossen haben, ihren Weg zu gehen: Sie fühlten sich falsch im eigenen Körper und suchten die Selbstverwirklichung. Aus ihren Lebensgeschichten destilliert TRANS – I GOT LIFE das weite Spektrum der Transidentität. So bietet der Film selten gesehene, ehrliche Einblicke in das häufig zerrissene Lebensgefühl von Trans-Menschen und in die komplexen psychischen, hormonellen und chirurgischen Aspekte ihrer Transition, und geht ehrlich auf ihre Lebenssituationen und ihre Erfahrungen ein. Ein Film, der das Leben in all seinen Facetten feiert.

Light Light Light

FIN

2023

Inari Niemi

Rebekka Bear, Anni Iikkanen, Laura Birn, Pirjo Lonka

Frühling 1986. In Tschernobyl explodiert ein Atomreaktor, und in einem kleinen Städtchen im Westen Finnlands explodieren die Gefühle. Mimi ist die Neue in der Klasse und erfüllt das Leben der 15-jährigen Mariia auf einen Schlag mit strahlendem Licht. Die beiden küssen sich am Strand, teilen ihre Ängste, erleben die erste große Liebe. Dass sie aus unterschiedlichen sozialen Schichten stammen, ist den Teenagerinnen völlig egal. 20 Jahre später kehrt Mariia in ihre Heimat zurück, um sich um ihre schwerkranke Mutter zu kümmern. Und plötzlich werden wieder die Erinnerungen an jenen Sommer lebendig, der alles veränderte.

Inari Niemi wechselt virtuos zwischen den Zeitebenen und erzählt voller Melancholie und mit lichtdurchfluteten Bildern vom Heranwachsen in einer Zeit der abstrakten Bedrohung und sozialen Kluften. Ein mitreißender, romantischer Coming-of-Age-Film mit Achtzigerjahre-Sound. Publikumspreis als bester Spielfilm bei den Freiburger Lesbenfilmtagen 2024!

How Could She?

SWE

2010

Ingela Lekfalk

Der Film beruht auf einer wahren Geschichte und erzählt von Lillemor aus Schweden, die mit 19 Jahren in Frankreich Urlaub macht und sich mit HIV infiziert. Die junge Frau verdrängt die Krankheit. Sie heiratet und bekommt Kinder. Eines Tages findet ihr Mann das Geheimnis seiner Frau heraus. Durch Zeitungen und Fernsehsender wird Lillemor als “HIV-Frau” bekannt. Sie wird zu 2,5 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Film zeigt auf berührende Weise, welche drastischen Auswirkungen die Kriminalisierung von HIV auf jeden Menschen haben kann.
Klassenstufe: ab 8. Klasse
Diskussionspartnerin: Janine Stitz, Sozialarbeiterin, KOSI.MA 

Das siebente Siegel

SWE

1956

Ingmar Bergman

Max von Sydow, Gunnar Björnstrand, Bibi Andersson

Nach einer Dekade des Gemetzels in den Kreuzzügen kehrt Ritter Antonius Block mit seinem Knappen Jöns in das pestverseuchte Schweden zurück. Der Tod erscheint Antonius und erzählt ihm, dass seine Zeit gekommen sei. Als Antwort fordert der Ritter den Sensenmann zu einer Partie Schach heraus. Während das Leben der Menschen um sie herum im Angesicht des Schwarzen Todes auf den Kopf gestellt wird, setzen die beiden Kontrahenten ihr Spiel fort. Mit diesem Film lässt Ingmar Bergman seine erste Phase mit größtenteils leichteren Stoffen hinter sich und schafft den internationalen Durchbruch – die Geburtsstunde des modernen Kunstkinos. Ein zutiefst persönlicher, von der Angst um den nuklearen Holocaust geprägter Film, der es wagt, tiefgreifende Fragen über das Sein, den Glauben und die Suche nach Sinn in poetische Bilder zu verpacken.

Die Jungfrauenquelle

S

1959

Ingmar Bergman

Max von Sydow, Brigitta Valberg, Brigitta Pettersson

DIE JUNGFRAUENQUELLE wurde wegen einer Vergewaltigungssequenz als Skandalfilm gehandelt und brachte auch in der Bundesrepublik die Ingmar-Bergman- Welle ins Rollen. Das Mädchen Karin, Tochter des reichen Gutsbesitzers Töre, geht durch den Wald in eine nahegelegene Kirche, um dort Kerzen weihen zu lassen. Unterwegs wird sie von zwei Ziegenhirten überfallen, vergewaltigt, getötet und ausgeraubt. Ohne zu ahnen, daß sie bei den Eltern ihres Opfers einkehren, bitten die Mörder auf Töres Hof um Obdach. Als einer von ihnen der Mutter Karins Kleid anbietet, hat er damit sein eigenes Todesurteil gefällt. Bergman setzte diese mittelalterliche schwedische Sage in ebenso feinfühligen wie krassen Bildern voller Symbolgehalt um. DIE JUNGFRAUENQUELLE wurde 1960 als „Bester ausländischer Film“ mit dem Oscar ausgezeichnet. 1972 wurde der Stoff nochmals von Wes Craven zu dem drastischen Schocker THE LAST HOUSE ON THE LEFT verarbeitet.

Die Zauberflöte

SVE

1975

Ingmar Bergman

Josef Köstlinger, Irma Urrila, Hakan Hagegard

Bergmanns Verfilmung der Mozart Oper „Die Zauberflöte“ wurde zum 50 Jubiläum des schwedischen Fernsehens inszeniert und uraufgeführt. Der Regisseur zeigt die filmische Ouvertüre als Gesamtschau seiner Sicht und seines Verständnisses der Oper. In rhythmischer Schnittfolge läßt er als Idee der Weltverbrüderung Gesichter aller Generationen und Völker vorbeiziehen. Dann aber verweilt die Kamera stets aufs Neue auf dem Gesicht eines adoleszenten Mädchens, Bergmans Handlungsort. Mit einer Einführung von Frau Dr. Berberich: Die Erwartungen an das Leben, zu meisternde Entwicklungsschritte und Prüfungen, Illusionierung und Desillusionierung und nie endende Sehnsucht nach Leben und vielleicht nach Liebe, „der Tode und Auferstehungen fähig“. (Hilde Domin)

Fanny und Alexander

SWE/FRA/DEU

1982

Ingmar Bergman

Pernilla Allwin, Bertil Guve, Allan Edwall, Ewa Fröling, Jan Malmsjö

Ein großer Schock für Familie Ekdahl: Das Familienoberhaupt Oscar Ekdahl stirbt. Während der Trauerzeit kümmert sich der streng religiöse Bischof Vergérus um die Witwe Emilie und die Kinder Fanny und Alexander. Nach einiger Zeit kommt es zur Hochzeit zwischen Emilie und dem Bischof. Gequält und in ein kaltes, religiös geprägtes Umfeld gesperrt, rebelliert besonders der junge Alexander gegen den Stiefvater und wird dafür immer wieder bestraft. Emilie versucht mit ihren Kindern zu fliehen…
FANNY UND ALEXANDER ist der letzte Kinofilm von Ingmar Bergman und war die bis dato größte schwedische Kinoproduktion. Der Film wurde mit vier Oscars ausgezeichnet: Als bester fremdsprachiger Film, für die beste Kamera, die beste Ausstattung und das beste Kostüm.
Einführung: Sabine Fischer

Persona

SVE

1966

Ingmar Bergmann

Liv Ullmann, Bibi Andersson

Die Schauspielerin Elisabet Vogler hört mitten in einer Vorstellung von „Elektra“ plötzlich auf zu sprechen und versinkt in Lethargie und völliges Schweigen. Die junge Krankenschwester Alma soll sich um sie kümmern und begleitet sie zu einem Aufenthalt in ein einsames Haus am Meer. In der kargen Umgebung entwickelt sich zwischen den beiden Frauen eine Beziehung, die symbiotische Züge annimmt, bis ihre Identitäten ganz ineinander aufzugehen scheinen. Während die eine weiter schweigt, beginnt die andere immer mehr von sich zu erzählen und dabei ihr Innerstes zu offenbaren. Die Schauspielerin tritt in einen „Heilungsprozess“ ein, doch zugleich wachsen Unglück und Einsamkeit der Pflegerin, die sich von ihrem Gegenüber allmählich verraten und vampirisch ausgenutzt fühlt. Ingmar Bergmans faszinierendes und epochales Werk erzählt noch radikaler und reduzierter als sein Vorgänger DAS SCHWEIGEN von der intensiven Auseinandersetzung zweier gegensätzlicher Protagonistinnen an einem isolierten Schauplatz. Dabei ist PERSONA sowohl ein fesselndes psychologisches Drama als auch eine experimentelle Reflexion über das Filmemachen selbst – über Schein und Sein, über die Sehnsucht nach Fiktionen und die Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit. Mit einer Einleitung von Frau S. Kiani-Dorff und Herrn M.Bölle

Drachenmädchen

DEU

2012

Inigo Westmeier

DRACHENMÄDCHEN erzählt die Geschichte dreier Mädchen aus der Kampfschule Shaolin Tagou, die in der zentralchinesischen Provinz Henan liegt. Mit 26.000 Schülern ist sie die größte Kung-Fu-Schule Chinas. Rund 1000 Kilometer von ihren Eltern entfernt, kämpfen sich die neunjährige Xin Chenxi und die 15-jährige Chen Xi in der Masse der anderen Mädchen und Jungen durch einen Alltag, der von Disziplin, Regeln und täglichem harten Training geprägt ist. Doch Kung Fu ist zugleich auch ihre Chance. Sie wissen, wofür sie so hart trainieren: Eines Tages wollen sie zu Chinas Kung-Fu-Elite gehören und aus ihrer ärmlichen Herkunft ein lebenswertes Leben zu machen. Ein beeindruckender Filmbericht über das extrem harte, leistungsorientierte Leben von Kindern.

Keep The Lights On

USA

2012

Ira Sachs

Thure Lindhardt, Zachary Booth

Über eine Telefon-Dateline lernt Filmemacher Erik Ende der 1990er den jungen Anwalt Paul kennen. Nach dem Sex lässt er seine Telefonnummer da. Nach dem zweiten Mal fragt Paul, ob Erik nicht über Nacht bleiben will. Ein paar Wochen später hat Paul seine Freundin verlassen und die beiden ziehen zusammen. Über die nächsten neun Jahre verläuft die Beziehung stürmisch und unvorhersehbar. Immer wieder entzieht sich Paul und driftet in die Cracksucht ab, während Erik nur mühsam mit seinen Filmen weiterkommt. Die Männer verlieren und finden sich wieder, können nicht mit und nicht ohne einander. Berührendes Drama über das Suchen der Liebe, die im Zentrum von Sachs ungeschönter Beziehungsstudie vibriert.

Little Men

USA

2016

Ira Sachs

Greg Kinnear, Jennifer Ehle, Michael Barbieri, Theo Taplitz

Jake, 13 Jahre alt, zieht mit seiner Familie von Manhattan nach Brooklyn. Dort haben sie das Haus des Großvaters geerbt. Jake freundet sich schnell mit dem gleichaltrigen Tony an, dessen Mutter im unteren Stockwerk eine Schneiderei betreibt. Doch Jakes Eltern wollen die Miete erhöhen, um sie den Preisen des Viertels anzupassen, was sich Tonys Mutter schlicht nicht leisten kann…
Der Konflikt der Eltern stellt sich so der Freundschaft zwischen Jake und Tony entgegen. Ira Sachs, einer der interessantesten US-Independent-Regisseure, blickt einfühlsam und feinfühlig auf das Glück der Kindheit und den Alltag in New York, aber auch auf die Herausforderungen der Eltern und die Gefahren der Gentrifizierung – die dramatische Geschichte erzählt Sachs mit angenehmer Beiläufigkeit mit zwei wunderbaren jugendlichen Hauptdarstellern in ihren ersten Filmrollen.

Ich bin Dein

NOR

2013

Iram Haq

Amrita Acharia, Ola Rapace

Mina ist die Tochter pakistanischer Einwanderer und das schwarze Schaf der Familie. Seit einer Affäre mit ihrem Cousin ist sie in Pakistan nicht wohlgelitten. Und auch in Oslo hat die junge Schauspielerin ohne Engagements Pech mit den Männern. Ihr Lover hat eine Freundin; von ihrem pakistanischen Ehemann, einem erfolgreichen Architekten, lebt sie getrennt; den kleinen Sohn Felix muss sie sich mit ihm teilen. Als sie den schwedischen Filmemacher Jesper kennenlernt, ist dies der Beginn einer romantischen Fernbeziehung. Doch schon bei Minas Gegenbesuch in Stockholm, wohin sie Felix mitnimmt, ist ihre Liebe einer ersten Belastungsprobe nicht gewachsen.
Tiefgehendes Porträt einer emotional instabilen jungen Frau, die – zwischen eigenen Lebensträumen, Mutterschaft und familiären Ansprüchen hin und her gerissen – Schwierigkeiten hat, ihren Weg zu finden.

Rubljowka - Strasse Zur Glückseligkeit

DEU

2007

Irene Langemann

(Mitwirkende) Roma Romanow, Marusja Agiewa, Shanna Bullock

Die RUBLJOVKA ist eine 30 Kilometer lange Landstraße, die aus der Provinz nach Moskau führt. Hier wohnen seit eh und je die privilegierteren Menschen im Land, einstmals die Günstlinge der Zaren, heute die neue Elite. Die Straße ist Putins Protokollstrecke, von Verkehrspolizei und Geheimdiensten überwacht. Die Eifersucht der Dienste nutzend und getarnt als russisches Team, dokumentiert die aus Russland stammende Irene Langemann in RUBLJOVKA die neue Klasse, ihre dreiste Arroganz, Hohlheit und hemmungslose Geschmacklosigkeit, aber auch die Verlierer, Wanderarbeiter in Baracken und Alt-Einwohner, die sich als Indianer im Reservat fühlen. RUBLJOVKA erhielt den Publikumspreis der jüngsten Viennale, aber auch unangenehme Post von Schattenmännern, die versuchten, den Verleih des Filmes zu verhindern.

Tangerine

DEU/MAR

2008

Irene von Alberti

Sabrina Ouazani, Said Bey, Naima Bouzid

Tanger, Tor zwischen Europa und der islamischen Welt: Amira wird von ihrer Familie auf die Straße gesetzt, weil sie lieber Tänzerin werden will als verheiratet zu werden oder als Dienstmädchen zu arbeiten. Sie findet Unterschlupf in der Wohnung von Freundinnen, die ihren Lebensunterhalt als Prostituierte in den Bars von Tanger verdienen. Schließlich lernt Amira in einer Diskothek Pia und Tom Musiker aus Deutschland kennen. Es entspinnt sich eine vielschichtige Dreiecksbeziehung in der Geld, Lügen und Prostitution zum Widersacher von Freundschaft und Liebe werden.

1000 Arten Regen zu beschreiben

DEU

2017

Isa Prahl

Bibiana Beglau, Bjarne Mädel, Emma Bading, Janina Fautz, Louis Hofmann

Seit vielen Wochen ist die Tür zu: Mike, gerade 18 geworden, hat sich eingeschlossen. Er ist nicht krank. Er hat sich bewusst dazu entschieden, am Leben draußen nicht mehr teilzunehmen. Die Eltern Susanne und Thomas sowie Schwester Miriam sind buchstäblich außen vor – warten, fragen, fordern, flehen, rasten aus, verzweifeln, beschuldigen, ignorieren und hoffen. Dabei wird die Tür zwischen ihnen und Mike mehr und mehr zum Spiegel ihrer eigenen Geschichten. Je länger die Situation anhält, desto mehr sind sie gezwungen, sich mit ihrem eigenen Leben zu beschäftigen. Einzig Miriam, die auch gerade mit den Herausforderungen und Zumutungen des Erwachsenwerdens konfrontiert wird, scheint ihren Bruder zu verstehen.
Überforderung und Versagensangst angesichts der Erwachsenenwelt: In Japan soll es bereits mehr als eine Million Jugendliche geben, die sich über Wochen, Monate, gar Jahre einschließen. Hikikomori, dieses Phänomen der Selbstisolation, breitet sich auch in Westeuropa aus. Die Filmmusik stammt vom Soundkünstler Hauschka

No Mercy

DEU/AUT

2025

Isa Willinger

Dokumentarfilm

„No Mercy“ ist ein filmischer Befreiungsschlag, ein energiegeladener, wilder Trip durch das revolutionäre Filmschaffen von Frauen – direkt, sinnlich, unbequem und voller Kraft. Die radikale Bestandsaufnahme bringt einige der bedeutendsten Regisseurinnen* unserer Zeit zusammen: Unter anderem Céline Sciamma, Alice Diop, Ana Lily Amirpour, Catherine Breillat, Monika Treut und Virginie Despentes sprechen über die These, dass Frauen in Wahrheit die härteren Filme machen, über Sex und Gewalt, über Demütigung und Rache, über Trauma und Lust, Zärtlichkeit und Poetik und den viel diskutierten female gaze. Schonungslos ehrlich, überraschend humorvoll, provokant und herausfordernd geht NO MERCY mitten hinein in die Fragen, die heute brennen: Wo stehen wir wirklich in Sachen Macht, Geschlecht und Freiheit – im Kino wie im Leben?

Derek

GBR

2008

Isaac Julien

Derek Jarman machte aus seinem Leben ein Fest, zu dem alle eingeladen waren. Der Maler, Autor, Gärtner, Aktivist und – vor allem – Filmemacher hatte eine besondere Ausstrahlung auf seine Zeit. Als Jarman 1960 aus Middlesex nach London kam, um am King’s College Kunst und Literatur zu studieren, war von der bevorstehenden Ära des „Swinging London” noch nicht viel zu spüren. Als er Anfang der 70er Jahre seine ersten experimentellen Super8-Filme drehte, nahm er damit schon vieles vorweg, was in der zweiten Hälfte der 70er als Punk die Ästhetik ein weiteres Mal revolutionieren sollte. Über mehr als zwei Jahrzehnte war Jarman der ausschlaggebende Regisseur des britischen Independent-Kinos. Isaac Julien, der sich von Jarmans Filmen zu seinen eigenen Arbeiten inspirieren ließ, und Tilda Swinton, Jarmans „Muse” und enge Mitarbeiterin, bringen mit DEREK den Sturm und Drang dieser Dekaden noch einmal auf die Leinwand. „DEREK ist wie ein Blitzlicht, das noch einmal die inspirierende Kraft von Derek Jarmans Person und seinem Werk in groben Pinselstrichen aufleuchten läßt.” (Berlinale Festivalblog) (also ab 18)

Elegy Oder Die Kunst Zu Lieben

USA

2008

Isabel Coixet

Penélope Cruz, Dennis Hopper, Sir Ben Kingsley

Der prominente und etwas in die Jahre gekommene Professor David Kepesh hat es sich zur Angewohnheit gemacht, mit attraktiven Studentinnen nach Abschluss ihres Studiums strikt sexuelle Beziehungen zu unterhalten. So beginnt auch seine Affäre mit der schönen Consuela, die er nach gewohnter Manier zu unterwerfen versucht. Erst als sie Kepesh schließlich verlässt, wird ihm bewusst, wie viel Consuela ihm bedeutet: Ohne sie fühlt er sich alt und anfällig, sein sorgsam errichtetes Kartenhaus droht einzustürzen. Jahre später kehrt Consuela zu Kepesh zurück, doch nichts ist, wie es anfangs war. Einer der letzten Filme mit Dennis Hopper!

Moritz Daniel Oppenheim

DEU

2019

Isabel Gathof

Moritz Daniel Oppenheim (1800– 1882) traf (und porträtierte!) Goethe, bereiste die Kunst-Metropolen Europas und wurde von Kritikern als „Maler der Rothschilds und Rothschild der Maler“ gerühmt. Und doch ist diese herausragende Künstlerpersönlichkeit heute kaum mehr bekannt, gilt ein Drittel seiner Bilder als verschollen. Isabel Gathof begibt sich auf Spurensuche und fragt nach – unter anderem bei Dr. Esther Graf, die an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg über Oppenheim promoviert hat. Der Film stellt die Bilder Oppenheims – Porträts, Historiengemälde, Genreszenen – in den kulturellen und gesellschaftspolitischen Kontext des 19. Jahrhunderts, als es für einen Juden nicht selbstverständlich war, eine Malerkarriere mit akademischer Ausbildung anzustreben, ohne zum Christentum zu konvertieren.
Seit 2008 kooperieren die Kunsthalle Mannheim und das Cinema Quadrat, um über Film sinnlich und präzise Bildende Kunst (be)greifbar zu machen.
Einführung: Isabel Gathof, Regisseurin, und Dr. Esther Graf, Protagonistin und Kunsthistorikerin

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