Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Holy Smoke

USA/AUS

1999

Jane Campion

Kate Winslet, Harvey Keitel, Julie Hamilton, Sophie Lee, Pam Grier

Auf einer Indienreise wurde Ruth Anhängerin einer Sekte – zum Missfallen ihrer australischen Familie, die sie unter dem Vorwand einer tödlichen Erkrankung des Vaters zurücklockt. Der amerikanische Sektenexperte P. J. Waters soll Ruth von ihrem spirituellen Wahn heilen: Isoliert im Outback versucht er, ein machohafter Playboy, die eigenwillige Ruth zu „normalisieren“, doch sie hält dagegen. Zwischen Provokationen, Handgreiflichkeiten und gegenseitigen Erniedrigungen entwickeln sich sexuelle Begegnungen, die P. J. mehr und mehr für Liebe hält…

Rund um spirituelle Erleuchtung und gesellschaftlichen Zwang entwickelt Jane Campion einen Macht- und Geschlechterkampf, in dem sie auf komplexe Weise immer wieder die Stimmungslagen wechselt: „Dieser in jeder Hinsicht originelle, oft schwierige Film über Familie, Beziehungen, Sexualpolitik, spirituelle Suche, Glauben und Obsessionen erkundet die anhaltenden Faszinationen der Regisseurin auf aufregend unkonventionelle Weise.“ (Variety)

In the Cut

USA/GBR/AUS

2003

Jane Campion

Meg Ryan, Mark Ruffalo, Jennifer Jason Lee, Kevin Bacon

Die alleinstehende Frannie Avery lebt ein zufriedenes Leben ohne viele Sozialkontakte. Dann sieht sie in einer Bar, wie eine Frau einen Mann oral befriedigt – der Mann hat am Handgelenk eine Tätowierung. Kurz darauf wird die Frau vor Frannies Haus tot aufgefunden, ermordet von einem Serienkiller. Frannie lernt Detective Giovanni Malloy kennen, die beiden gehen eine leidenschaftliche Affäre miteinander ein. Und Malloy hat ein Tattoo am Handgelenk…

Campion liefert einen spannenden Erotikthriller, in dem sie Fragen nach dem Wert und den Möglichkeiten von Beziehungen wie auch nach weiblicher Begierde und sexueller Besessenheit behandelt: eine Frau mit ihren eigenen Wünschen in einer Welt unberechenbarer, aggressiver Männlichkeit. „Wie Campion weibliches Begehren zwischen Liebessehnsucht und Hunger nach Sex, zwischen romantischem Traum und kalter Realität umsetzt, das ist herausragendes Kino.“ (Tages-Anzeiger)

Portrait of a Lady

USA/GBR

1996

Jane Campion

Nicole Kidman, John Malkovich, Barbara Hershey, Mary-Louise Parker

1872 zieht die junge Amerikanerin Isabel Archer auf den Landsitz ihrer englischen Familie, wo sich alsbald verschiedene Männer mit Heiratsanträgen an sie wenden. Immerhin findet sie in ihrem tuberkulosekranken Cousin einen Seelenverwandten. Nach einer überraschenden Erbschaft reist sie nach Italien und lernt den mittellosen Kunstsammler und Lebemann Gilbert Osmond kennen, der eine ähnliche Haltung wider die Konventionen zu haben scheint wie sie. Die beiden heiraten – doch Gilbert entpuppt sich als kleingeistig, lieblos und chauvinistisch…

In ihrer Henry-James-Verfilmung blickt Campion in Form eines opulenten Historiendramas auf den Konflikt zwischen Statusdenken und Unabhängigkeit. „Eine äußerst konzentrierte und disziplinierte Regisseurin, die ihren Willen auf ein beeindruckendes Material einwirken lässt. Kidman ist in ihrer Rolle als Isabel alles, was man sich wünschen kann – aufgeweckt, wachsam, optimistisch.“ (Variety)

Gewinner des Pasinetti-Preis für den besten Film in Venedig.

Chuck Chuck Baby

GBR

2023

Janis Pugh

Louise Brealey, Annabel Scholey, Sorcha Cusack, Celyn Jones

Eine Kleinstadt in Nordwales: Helen ist Ende 30 und Single. Tagsüber pflegt sie die Mutter ihres Exmannes, nachts arbeitet sie als Packerin in einer Hühnchenfabrik. Plötzlich taucht Joanne wieder auf, der geheime Schwarm ihrer Jugendjahre – und auf einmal ist mitten im tristen Alltag Helens Lebensfreude wieder da! Dann aber wird Joanna von ihrer Vergangenheit, Helen von ihrer Gegenwart eingeholt – doch die beiden Frauen sind entschlossen, für ihre Liebe zu kämpfen, zu singen und zu tanzen.
Mit Witz und Working-Class-Charme erzählt Janis Plugh in ihrem Film-Musical eine Geschichte über Liebe, weibliche Selbstermächtigung und die Kraft der Gemeinschaft. Zu einem hinreißenden Soundtrack von u.a. Neil Diamond und Minnie Riperton fliegen nicht nur die Hühnerfedern durch die Luft, sondern auch die ganz großen Gefühle. Ein echtes Feel-Good-Movie aus Großbritannien!
Am 13.07. findet Monnem Pride statt – wir sind mit einem Infostand dabei und sind Teil des begleitenden Filmprogramms, in Kooperation mit Queeres Zentrum Mannheim.
 

Turn Me On

NOR

2011

Jannicke Systad Jacobsen

Helene Bergsholm, Malin Bjørhovde

Alma gibt sich in dem verschlafenen Dörfchen Skoddeheimen ihren pikant-pubertären Tagträumen hin. Die einzige spannende Sache ist für sie: Sex, gerne auch am Telefon, während ihre überbesorgte Mutter und die extrem neugierige Nachbarin sie in erster Linie nerven. Im Gegensatz zu ihren gleichaltrigen Freunden, die tatsächlich ständig Sex haben, gibt sich Alma viel lieber in aller Abgeschiedenheit ihren romantischen Fantasien hin. Die Hauptrolle darin spielt ihr Klassenkamerad Artur. Als sie den Fehler macht, ihren Freundinnen davon zu erzählen, wird sie schnell zum Außenseiter…
Überraschend zwanglose, unbeschwerte Komödie mit Helene Bergsholm in ihrer ersten und ausgezeichnet gespielten Kinohauptrolle. Der mehrfach prämierte Debütfilm begeisterte bereits in Norwegen: unverklemmt, lustig und berührend.

Another German Tank Story

DEU

2024

Jannis Alexander Kiefer

Johannes Scheidweiler, Meike Droste, Monika Lennartz, Roland Bonjour, Alexander Schuster, Susanne Bredehöft

Wiesenwalde: Ein gottverlassenes Kaff im hintersten Brandenburg ist Drehort für eine aufwändige Hollywoodproduktion – ein NS-Weltkriegsfilm mit dem Megastar James G. Johnson. Tobi, total verpeilt und führerscheinlos, wirkt als Fahrer für dessen Lichtdouble (Verwechslungen mit dem echten Star nicht ausgeschlossen), ein abgehalfteter Boulevardjournalist fischt nach der großen Story, Tobis Kumpel findet die Wehrmachtsuniform, die er als Komparse tragen darf, super, die Ortsbürgermeisterin hat mit einem andauernden Stromausfall zu kämpfen. Und der Panzer, der auf einem Bauernhof liegengeblieben ist, was machen wir mit dem?

Ein absurder Reigen skurriler Geschichten in einem Ort, in dem nichts vorangeht: Jannis Alexander Kiefer gelingt es in seinem Debütfilm, den Osten (und überhaupt die deutsche Befindlichkeit) so pointiert darzustellen, wie es tausend Leitartikel nicht könnten – im Keller hängt noch die DDR-Fahne, und es liegen auch ein paar Hakenkreuz-Wimpel herum. Es wurde ja nie was weggeschmissen.

Quo vadis, Aida?

BIH/AUT/ROU/NLD/DEU/POL/FRA/NOR

2020

Jasmila Žbanic

asna Ðurici, Izudin Bajrovic, Boris Ler, Dino Bajrovic

Srebrenica, Juli 1995, mitten in Europa: Es zeichnet sich das schwerste Kriegsverbrechen seit dem Zweiten Weltkrieg ab. Der Film folgt Aida beim Versuch, ihren Mann und ihre Söhne in Sicherheit zu bringen – sie selbst befindet sich in der internationalen Schutzzone. Verzweifelt und ohnmächtig zugleich rast sie durch das Fabrikgelände, Sitz einer völlig überforderten UN-Einheit, die den bosnischen Schutzsuchenden nichts bieten kann. Die serbische (!) Schauspielerin Jasna Ðurici spielt diese Frau eindringlich, verletzlich und getrieben; und Jasmila Žbanic (ESMAS GEHEIMNIS) inszeniert ihren Film wie einen Thriller, nur dass es keine überraschende Rettung in letzter Sekunde geben kann. QUO VADIS, AIDA? ist ein Film über ein gewalttätiges Kriegsverbrechen – ohne die Gewalt direkt zu zeigen, was den Film umso erschütternder macht. Über 8000 Menschen wurden in Srebrenica innerhalb von wenigen Tagen massakriert.

Dark Eden – Der Alptraum vom Erdöl

DEU

2018

Jasmin Herold, Michael Beamish

Die Ölsandfläche ist so groß wie England: Rund um die Stadt Fort McMurray, mitten in Kanada, liegt eines der größten und letzten Ölvorkommen unseres Planeten. Hier lässt sich so viel Geld verdienen wie nirgends sonst. Doch der Preis ist hoch: Die aufwändige Gewinnung des Öls aus dem Teersand setzt lebensgefährliche Stoffe frei, die Natur, Tiere und Menschen vergiften. Ausgerechnet an diesem verlorenen Ort, beim Dreh eines Dokumentarfi lms über die Menschen in Fort McMurray, findet Regisseurin Jasmin Herold die große Liebe, ihren späteren Co-Regisseur Michael Beamish. Ihre eigene Geschichte schwingt stets mit in diesem Film, der das Persönliche mit dem Porträt einer Stadt und ihrer Bewohner verbindet, der – aus dem Inneren des Systems heraus – von Wohlstand und Umweltverbrechen erzählt, von Heimat und deren Ausbeutung, von Gemeinschaft und von den Krebserkrankungen, die so häufig in dieser Gegend vorkommen.

Hollywood, Je T'aime

USA

2009

Jason Bushman

Eric Debets, Chad Allen, Jonathan Blanc

Jérôme ist das, was man auf Englisch ein Dreamboat nennt: Top-Figur, leicht verklärter Dackelblick und hoffnungslos romantisch. Augenblicklich will er unbedingt dem wintergrauen Paris der Vorweihnachtszeit entfliehen und sich den Anblick seines frischverliebten Ex-Freunds ersparen. Die Lösung: ein Trip in die Traumfabrik, Hollywood. Dort wird er schnell mitsamt seinem dicken Akzent („sooo sexy“) von einem bunten Häufchen Lebenskünstler ins Herz geschlossen – als da wären: ein kerniger Drogendealer namens Ross (CHAD ALLEN aus den „Donald Strachey“ Mystery Filmen & „Save me“), die umwerfende Kaleesha, eine Frau mit ein paar unvermuteten Extras, und Norma, die Schutzgöttin aller verkrachten Drag Queens. Was folgt, ist eine wunderbar beschwingte Komödie mit Tiefgang und unvergesslichem Charme. Voller Naivität beschließt der Frenchman in L.A. kurzerhand Schauspieler zu werden. Aber aller Anfang ist schwer und mangelndes Talent ein Problem. So schlägt sich unser Held mit Hilfsjobs in Restaurants und zum Brüllen komischen Castings herum, bei denen sich noch der letzte Loser schick in Szene zu setzen versteht. Bloß nicht unser vom Rampenlicht verschreckter Jérôme, der seinen Beau zu Hause partout nicht vergessen kann.

Eames: The Architect and the Painter

USA

2011

Jason Cohn, Bill Jerse

Ihre Erfolgsgeschichte begann mit der Produktion eines Stuhls: Eames. Das DesignerEhepaar Charles und Ray – Ikonen des amerikanischen Industrieund Produktdesign sowie Schrittmacher neuer Wege in der Architektur. Noch heute gehören der „Lounge Chair“ oder die Sitzmöbel der „Plywood Group“ zum Kanon zeitgenössischer Einrichtung. Bewundert für ihre Kreationen und faszinierend als Individuen begründen „der Architekt“ und „die Malerin“ ihre Zusammenarbeit noch in den 1940er Jahren und ziehen schließlich als Eames Offi ce in die legendäre Adresse am 901 Washington Blvd. in Venice Beach, Kalifornien. Der Dokumentarfi lm von Jason Cohn und Bill Jersey macht die Arbeit der Designer als natürliche Verlängerung ihres Seins deutlich und bedient sich einer Schatzkiste von Archivmaterial sowie neuer Interviews mit Tochter Lucia Eames und Enkel Eames Demestrios. Kollegen wie der irische Architekt Kevin Roche sowie Wegbegleiter des Eames Offi ce kommen auch zu Wort.
Einführung: Stephanie Regenbrecht, M.A. (Kunsthalle Mannheim)

Manda Bala - Send a Bullet

BRA/USA

2007

Jason Kohn

Ein korrupter Politiker, ein reicher Geschäftsmann, ein Entführer aus den Slums von São Paulo: Kohn porträtiert eine Gesellschaft im Kriegszustand. Ein Krieg aller gegen alle, in dem jeder versucht, an die Spitze der Nahrungskette zu gelangen. MANDA BALA führt vor Augen, wie Menschen ohne soziale Verantwortung, ohne Rechte für die Armen und ohne Regeln für die Reichen in den Verteilungskrieg treiben. Ein visueller Essay, dessen expressive Bilder und poppige Klänge die Härte der sozialen Realität kontrastieren.
Anschließend FESTIVAL LATINO im Jugendkulturzentrum FORUM; Achtung: Kombikarten für Film + Fest erhältlich!

Die Stunde Der Grausamen Leichen

SPA

1973

Javier Aguirre

Paul Naschy, Rosanna Yanni, Victor Alcázar

Eine Kreuzung aus FRANKENSTEIN und DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME. Der bucklige Ghoto hat es nicht leicht, wird von allen verachtet und verspottet. Nur die kranke Ilsa hat für Ghoto Verständnis, bei ihr fühlt er sich wohl. Ghoto besucht Ilsa oft im Krankenhaus und verliebt sich in sie, obwohl beide wissen, dass Ilsa nicht mehr lange zu leben hat. Nach Ilsas Tod will Ghoto ihre Leiche stehlen…

Mejor No Hablar De Ciertas Cosas - The Porcelain Horse

ECU

2012

Javier Andrade

Víctor Arauz, Andrés Crespo

Paco und Luis sind Brüder aus gutem, bürgerlichem Hause. Beide taumeln richtungslos durchs Leben, verbringen ihre Tage Crack rauchend. Als die Sucht sie zunehmend in Besitz nimmt, will Luis eines Tages ein Porzellanpferd aus der elterlichen Wohnung stehlen, um es zu versilbern. Als der Vater dies bemerkt gerät die Situation außer Kontrolle. Die Familie droht auseinander zu brechen…

They Shot the Piano Player

ESP/FRA

2023

Javier Mariscal, Fernando Trueba

Animationsfilm

Im Jahr 2010 versucht der New Yorker Musikjournalist Jeff Harris die Wahrheit über das Verschwinden des jungen, brasilianischen Klaviervirtuosen Francisco Tenório Júnior in Argentinien ans Licht zu bringen. Nach einem Artikel über Bossa Nova im New Yorker hat er die Idee, ein Buch zu diesem Thema zu schreiben. Er besucht die Orte, an denen Tenório lebte, reist unter anderem nach Rio de Janeiro, interviewt diejenigen, die ihn kannten, und entdeckt gleichzeitig eine brodelnde südamerikanische Musikszene, einen Ort der Freude und Freiheit, den die Diktatoren zerstören wollten.

Bereits mit ihrem animierten musikalischen Spielfilm CHICO & RITA (2010) sorgten Javier Mariscal und Fernando Trueba für internationales Aufsehen – das ist mit THEY SHOT THE PIANO PLAYER, der für den Europäischen Filmpreis nominiert war, nicht anders.

Beware of Mr. Baker

USA

2012

Jay Bulger

Ginger Baker ist, mit Verlaub, ein Arschloch. Ein gemeingefährlicher Mann. Das sieht man gleich in der ersten Szene dieses Porträts über den Schlagzeuger der 70er-Kultband Cream. Da geraten Baker, die heute 74-jährige Hauptfigur, und Bulger, der 31-jährige Regisseur, in einen hektischen Streit darüber, wer in der Reportage sonst noch auftreten dürfe. Keiner außer ihm, findet Baker, und schlägt Bulger so fest mit dem Gehstock ins Gesicht, dass dem tatsächlich die Nase bricht. Kein Fake, keine Inszenierung. Verdient dieser Typ einen Film? Ja, er tut es: Nicht nur, weil er seit den 60ern als einer der furiosesten, konkurrenzlos besten Jazz- und Rockschlagzeuger der Welt galt. Und sonst? Seht selbst…

Trumbo

USA

2015

Jay Roach

Bryan Cranston, Diane Lane, Helen Mirren

Im Mittelpunkt dieses Biopics steht das Leben des Drehbuchautors Dalton Trumbo(1905–1976), der während der Kommunistenjagd in der McCarthy-Ära ins Gefängnis ging und anschließend auf der „schwarzen Liste“ der Studios stand. Unter Pseudonymen schrieb er dennoch weiter, gewann sogar zwei Oscars für „Ein Herz und eine Krone“ (1953) sowie „Roter Staub“ (1956). Später verfasste er die Bücher zu „Spartacus“ und „Exodus“.

The Atomic Café

USA

1982

Jayne Loader

THE ATOMIC CAFÉ ist ein Dokumentarfilm mit satirischen Elementen und unfreiwilliger Situationskomik vom Regisseurteam Jayne Loader, Kevin Rafferty und Pierce Rafferty. Thema ist die US-amerikanische Atompolitik, dargestellt als bunte Collage aus Werbe- und Propagandafilmen der 1940er und 50er Jahre. Atombombenversuche und -Programme, der Trinity-Test und das Bikini-Atoll kommen ebenso zur Sprache wie Interviews mit Beobachtern und Versuchsteilnehmern verschiedener Atombombentests. Gezeigt werden Anleitungen zum Selbstbau eines Atombunkers, zu Schutzmaßnahmen und Notfallübungen wie unter dem Tisch verkriechen oder zum Schutz vor einem Atomblitz sich die Zeitung vor die Augen halten. Durch geschickte Montage der Filmteile und das heutige Wissen um die längerfristigen Folgeschäden deckt der Film eine geschickte bis verantwortungslose Verharmlosung der Atomproblematik auf. Andererseits stößt die teils auch beängstigende Naivität auf die teils euphorische Atombegeisterung und macht es der Propagandamaschinerie einfach, die schwerwiegenden Folgen unbemerkt unter den Tisch fallen zu lassen.

Ixcanul – Träume am Fuße des Vulkans

GUA/FRA

2015

Jayro Bustamante

Maria Mercedes Coroy, Maria Telon

Die 17-jährige Maria gehört zum Volk der Maya. Mit ihren Eltern lebt sie auf einer Kaffeeplantage in Guatemala am Fuße eines Vulkans – allzu gern würde sie einmal die weite Welt jenseits dieses dunklen Berges, der ihr Leben zu begrenzen und ihre Perspektive einzuengen scheint, kennen lernen. Doch ihre Eltern haben andere Pläne für sie und streben eine Heirat mit dem Vorarbeiter der Plantage an. Ihr Freiheitsdrang bringt das Mädchen schließlich dazu, einen Kaffeepflücker zu verführen, der vorhat, in die USA zu flüchten. Er soll ihre Fahrkarte in ein neues Leben sein. Doch was ist, wenn er sie sitzen lässt?

Das Labyrinth der Wörter

FRA

2010

Jean Becker

Gérard Depardieu, Gisèle Casadesus, Sophie Guillemin, Claire Maurier

Germain ist ein etwas langsam im Kopf; mit dem Sprechen hat er es nicht so, und mit dem Denken vielleicht auch nicht, und lesen und schreiben kann er sowieso kaum – weshalb er von seinen Freunden bestenfalls veräppelt, von seinen Feinden schlimmstenfalls gedemütigt wird. Margueritte war Zeit ihres Lebens eine Leseratte, nun ist sie 95 Jahre alt und lebt nur noch für die Literatur. Als sich Germain und Margueritte begegnen, funkt es – der Analphabet beginnt, sich für Sprache und Bücher zu erwärmen, während Margueritte einen Freund in der Einsamkeit des Alters findet. Mit Gérard Depardieu und Gisèle Casadesus treffen zwei Legenden des französischen Kinos aufeinander, das 120 Kilo-Kind und die feinsinnige Alte, die neue Welten für sich entdecken, die der Freundschaft und der Literatur. Jean Becker feiert mit viel Humor die Poesie der Sprache und die Lust am Leben.
In Kooperation mit dem Grundbildungszentrum Mannheim der Abendakademie Mannheim
Einführung zum Thema „ Leben als funktionale* Analphabeti*in in Mannheim“ von Helga Hufnagel, Leitung des Grundbildungszentrum Mannheim an der Abendakademie Mannheim

Ein Mörderischer Sommer

FRA

1973

Jean Becker

Isabelle Adjani, Alain Souchon

In einem südfranzösischen Dorf taucht eine schöne junge Frau auf: Eliane. Auf ihren Stöckelschuhen im dünnen, kurzen Kleid bringt sie die Männer um den Verstand. Schließlich heiratet sie Pin Pon, den schüchternen Automechaniker, der mit Mutter, Tante und Bruder auf einem Bauernhof wohnt. Pin Pon ahnt jedoch nicht, was Eliane wirklich bewegt: Sie wurde gezeugt, als drei Männern ihre Mutter brutal vergewaltigten. Vorgestellt von Carl Rothenburg.

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