Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Unterwegs

Deutschland

2004

Jan Krüger

Anabelle Lachatte, Florian Panzner, Lena Beyerling, Martin Kiefer

Sandra verbringt zusammen mit ihrer Tochter Jule und ihrem Freund Benni die Sommerferien auf einem abgelegenen Campingplatz in Brandenburg. Marco taucht auf unterbricht ihre tägliche Urlaubsroutine. Seine spontane und direkte Art fordert nicht nur Sandras Reaktion heraus, sondern er überredet Benni und Sandra auch noch zu einer gemeinsamen Reise an die polnische Ostsee. „An UNTERWEGS hat mich interessiert, dass die Geschichte ohne äußere Zwänge auskommt, sich allein aus dem Geheimnis der Figuren entwickelt. Die gemeinsame Reise schafft eigene Bedürfnisse und Regeln… Der Reiz einer solchen Reise ist, sich neu einzulassen aufeinander, herauszufinden, was vielleicht noch alles möglich ist.“ (Jan Krüger) UNTERWEGS ist der Debütfilm von Jan Krüger, dessen Uraufführung auf dem Internationalen Filmfestival Rotterdam 2004 war. Dort gewann er den „Young Tiger Award“.

Oh Boy

DEU

2012

Jan Ole Gerster

Tom Schilling, Inga Birkenfeld, Martin Brambach, Ulrich Noethen, Annika Ernst, Michael Gwisdek

Ein schwarz-weiß komponierter Blick ins Lebensgefühl der 2010er Jahre und Porträt eines jungen Drifters, der Kaffee trinkend durchs Jetzt schlurft: Niko hat das Jurastudium schon vor zwei Jahren geschmissen, kassiert von Papa aber immer noch die Kohle und fühlt sich rundum wohl beim Nichtstun. Bis eines Tages alles aus dem Ruder gerät. Die Freundin sagt abrupt Adieu, Papa ist sauer und kappt den monetären Support, der Verkehrs-Psychologe gibt ihm wegen „emotionaler Unausgeglichenheit“ und „Minderwertigkeitskomplexen“ den Führerschein nicht zurück. Ziel- und Orientierungslosigkeit bestimmen bis dahin den Alltag dieses Antihelden zwischen Sarkasmus, Melancholie und schwarzem Humor, garniert mit lakonischen Dialogen und subversivem Witz – einer der Höhepunkte des deutschen Kinos der letzten Jahrzehnte!

Alle meine Väter

DEU

2008

Jan Raiber

Jan, der Regisseur, ist gleichzeitig die Hauptfigur in diesem unglaublich persönlichen Film: Auf der Suche nach seinem leiblichen Vater kommt er einem lange gehüteten Familiengeheimnis auf die Spur. Der Zuschauer ist dabei, wenn der Film und vor allem aber Jans Leben einen komplett anderen Verlauf nehmen als erwartet. Es ist ein Film über Angst, Scham und Schweigen – und über Wahrheit, Mut und Verantwortung. Für sein beeindruckendes Debüt ist der Leipziger Regisseur Jan Raiber in ganz Europa mit Preisen ausgezeichnet worden. In Zusmmenarbeit mit dem Arbeitskreis Jungenarbeit. (also leider ab 18)

Das Versprechen – Architekt BV Doshi

DEU

2023

Jan Schmidt-Garre

„Architektur entwerfen heißt Geschichten erzählen“, sagt der indische Architekt Balkrishna Vithaldas Doshi (*1927). Für seine Verwendung nachhaltiger und regionaler Materialien, für seine Entwürfe für den sozialen Wohnungsbau in den Slums der großen indischen Städte und nicht zuletzt für seinen besonderen Stil, der traditionelle Bauformen mit modernen technischen Möglichkeiten verbindet, wurde ihm 2018 der hochangesehene Pritzker-Preis, auch Nobel-Preis für Architektur genannt, verliehen. Der Film zeigt die Entwicklung eines an Kunst, Geschichte und Technik gleichermaßen interessierten Mannes, dessen Engagement im Wohnungsbau für die Ärmsten der Armen besonders beeindruckt. Doshi verzichtete auf internationale Prestigeprojekte, um sich ganz und gar der weltweit wichtigen Aufgabe zu widmen, preiswerte, dabei effiziente und menschenwürdige Wohnungen zu entwickeln, die nach Belieben und Möglichkeiten von ihren Bewohnerinnen und Bewohnern verändert und weiterentwickelt werden können. Der Film porträtiert das Werk eines humorvollen und klugen Architekten, dessen Bauten man kennen lernen möchte!
Einführung: Dr. Thomas Köllhofer, Kunsthalle Mannheim

Der Atmende Gott - Eine Reise zum Ursprung des modernen Yoga

DEU

2011

Jan Schmidt-Garre

Yoga hat sich in Deutschland mit nunmehr über drei Millionen Praktizierenden zu einem regelrechten Trend entwickelt. Hinter dem Begriff des ‚asana‘ verbirgt sich nach alter hinduistischer Tradition und als Teil des Raja-Yoga eine große Anzahl von Körperpositionen, die erst im 20. Jahrhundert von Heiler Tirumalai Krishnamacharya zu einer Meditationslehre zusammengefasst wurden. Regisseur Jan Schmidt-Garre begibt sich auf eine Spurensuche nach Indien, um die Entwicklungsgeschichte des zeitgenössischen Yoga zu verfolgen. (also ab 18)

Wenn einer von uns stirbt, geh ich nach Paris

DEU

2007

Jan Schmitt

In seiner Dokumentation begibt sich Fernsehjournalist Jan Schmitt auf Spurensuche. Warum nahm sich seine Mutter Mechthild einst das Leben? Er befragt ihre Schwestern, Jugendfreundinnen und Kolleginnen. Er wälzt Akten und studiert Gutachten. So entsteht nicht nur das intime Porträt einer tiefverzweifelten Frau, es tauchen auch nach und nach schreckliche Ereignisse aus der Vergangenheit auf, die bis dato stets unter den Teppich gekehrt worden waren. Ein erschütterndes Mahnmal gegen Kindesmissbrauch.
In Kooperation mit dem Büro der Frauenbeauftragten der Stadt Mannheim Rahmenprogramm zur Ausstellung "Was sehen Sie, Frau Lot?"
Im März zu sehen im Rathaus Mannheim, E 5 & in der CityKirche Konkordien, R3, 3
Der Regisseur Jan Schmitt ist bei der Vorstellung anwesend!

Wahnsinn

CSR

2005

Jan Svankmajer

Jan Triska, Pavel Liska, Anna Geislerova

Der Altmeister des tschechischen Surrealismus beginnt mit einer Überraschung: Der Regisseur tritt selbst vor die Kamera und erklärt dem Publikum, was es in den folgenden knapp zwei Stunden erwartet: ein “philosophischer Horrorfilm”, der Motive von Edgar Allan Poe und Marquis de Sade aufgreife. Erzählt wird die Geschichte des jungen Jean Berlot, der des Nachts von Albträumen heimgesucht wird. Er fantasiert, dass ihm zwei Wärter einer Irrenanstalt eine Zwangsjacke anlegen wollen. Ein Herr mit dem Namen Marquis bietet ihm an, ihn zu therapieren. Der ist ihm nicht ganz geheuer: Marquis hält in seinem Schloss schwarze Messen ab, schlägt Nägel in eine Christusfigur und führt blasphemische Reden… Svankmajer, der in seinem Leben mehr als ein Regime erdulden musste, zeigt die Herrschenden gleich welcher Couleur als Zyniker und deutet das Dasein an sich als Horror, dem niemand entrinnen kann. (also ab 18)

Faust

CSR

1994

Jan Swankmajer

Petr Cepek, Jan Kraus, Vladimir Kudla

Jan Svankmajer ist der berühmteste und auf vielen internationalen Festivals ausgezeichnete tschechische Meister des Animations- und Trickfilms. Wie schon in seinem ersten Langfilm versetzt er auch seine freie Adaption des Faust-Mythos in eine eigenwillige Welt aus Real- und Animationsfilm, in der sich menschliche Schauspieler mit bewegten Puppen und Objekten zu einer surrealen, magischen Vision vereinigen: Ein Mann, der durch die Straßen des heutigen Prag streift, findet einen geheimnisvollen Stadtplan, auf dem ein bestimmtes Haus markiert ist. Im Keller dieses Hauses stößt er auf eine verlassene Theatergarderobe und ein Exemplar von Goethes Faust. Aus einer Laune des Augenblicks heraus streift er das Faust-Kostüm über und rezitiert den Prolog. Was nur ein Spiel war, wird plötzlich Realität: Der als Faust Verkleidete findet sich in ein mittelalterliches Alchemistenlabor versetzt. Zwei dubiose Typen ermuntern ihn, Mephisto zu beschwören, der sogleich erscheint. Damit beginnt ein bizarrer Reigen von irrsinnigen Verwandlungen voll lachender Teufel, mit Menschen als Marionetten, zwischen schwarzem Humor, Traum und Albtraum… (also ab 18)

Drei Zinnen

DEU

2017

Jan Zabeil

Alexander Fehling, Bérénice Bejo, Arian Montgomery

Aaron, seine französische Freundin Lea und deren achtjähriger Sohn Tristan im Urlaub. In Südtirol, in einer Berghütte. Nahe dem Gebirgsstock Drei Zinnen. „Mutter, Vater und Kind“, so nennt Tristan die drei Felsen – doch er, seine Mutter und sein Stiefvater müssen sich als Familie erst finden. Sie gehören zusammen – doch es gibt Reibungen. Nicht nur, weil jeder eine eigene Sprache spricht; Tristans leiblicher Vater ist Engländer. Auch, weil sich Handlungen und Gefühle erst einmal einschwingen müssen in der Patchworkfamilie. Liebe kann väterlich sein, freundschaftlich, erotisch, Konflikte entzünden sich an Kleinigkeiten, und was macht den familiären Zusammenhalt jenseits des Biologischen eigentlich aus? Sehr genau analysiert und inszeniert Jan Zabeil die kleinen Verwerfungen bei der Suche nach dem gemeinsamen Glück – und wenn der Nebel aufzieht im Gebirge, ist das katastrophale Finale eines Bergdramas nicht weit.
„Düster, perfide und viel interessanter als konventionelle Patchworkdramen mit Happy End.“ (Süddeutsche Zeitung)

Brüder zur Sonne, zur Freiheit

DEU

1997

Jan-Christoph Hassel

„ABBau Stop!“ 1987 begann im Rahmen der Fusion von ASEA und BBV zum Konzern ABB ein dramatischer Kampf um Arbeits- und Ausbildungsplätze. In dem Fernsehfilm von Jan-Christoph Hassel, zehn Jahre nach der Fusion, berichten Beschäftigte des Mannheimer ABB-Werkes über ihre existenzbedrohende Situation, erzählen von ihren Erfahrungen und denken über ihre persönlichen und gewerkschaftlichen Perspektiven bei ABB nach. In einer Einführung erinnert der ehemalige ABB-Betriebsrat Wolfgang Alles an den jahrzehntelangen Kampf um ABB.
In Kooperation mit Rhein-Neckar-Industriekultur e.V., IG Metall und Überbetriebliches Solidaritätskomitee Rhein-Neckar, mit freundlicher Genehmigung des SWR.
Freier Eintritt!

Atlantic

DEU/NDL/BEL/MAR

2014

Jan-Willem van Ewijk

Thekla Reuten, Mohamed Majid

Fettah ist ein marokkanischer Surfer, der die große Welle sucht. Er lebt in einer Welt, in der sein Leben vorbestimmt ist. Als er jedoch eines Tages auf die Freundin eines Surftouristen trifft, soll sich alles für immer ändern. Er verliebt sich so sehr in die Holländerin, dass er für sie sein Leben riskieren wird: Nur mit seinem Surfbrett und einem eisernen Willen begibt er sich aufs offene Meer, um nach Europa zu gelangen. Das mit Rückblenden und in mehreren Zeitebenen erzählte Melodram lebt von seinen atmosphärisch starken Strand- und Naturaufnahmen.

Bright Star

GBR/AUS/FRA

2009

Jane Campion

Abbie Cornish, Ben Wishaw, Paul Schneider, Kerry Fox

1818: Die junge Schneiderin Fanny Brawne lernt den mittellosen Dichter John Keats kennen. Wegen ihrer fehlenden Bildung kann sie mit Poesie wenig anfangen, ist aber auf seltsame Weise berührt. Obwohl ihre Mutter und Keats’ Förderer Brown dagegen sind, lässt sie sich von Keats die Dichtkunst näherbringen, die beiden werden gegen die gesellschaftlichen Gepflogenheiten ein Paar.

Beruhend auf wahren Begebenheiten aus Keats’ letzten Lebensjahren erzählt der Film die durch einen Briefwechsel sowie zahlreiche Gedichte dokumentierte Liebesgeschichte zwischen dem romantischen Dichter und der klugen und schlagfertigen Schneiderin – eine Liebe, die zum Scheitern verurteilt ist. Und von der die Welt erst nach Fanny Brawnes Tod 1965 erfahren hat. „Der Film, der in manchen Momenten so zart und zerbrechlich erscheint wie die Beziehung zwischen Keats und Fanny, ist eine bittersüße Ode an die Schönheit und den Schmerz einer unerfüllten Liebe.“ (Cinema)

Das Piano

AUS/NZL/FRA

1993

Jane Campion

Holly Hunter, Harvey Keitel, Sam Neill, Anna Paquin

Ein großes poetisches Melodram um weibliche Selbstfindung und -befreiung: Im 19. Jahrhundert wird die stumme Witwe Ada von Schottland nach Neuseeland verheiratet. Der neue, unbekannte Ehemann ist ihr, ihrer Tochter und ihrem Piano gegenüber gleichgültig – der Nachbar dagegen interessiert sich für Adas Klavierspiel. Und für Ada selbst. Ada, gefangen in einem sprachlosen Körper, findet sich in einem verhängnisvollen Dreiecksbeziehung wieder zwischen zwei Männern, zwischen Leidenschaft und Ruppigkeit, zwischen Pianomusik und Urwald: „Alle Komponenten wirken zusammen, damit atmosphärische Dichte, Intimität mit den Personen und ihren Verwicklungen und ein suggestiver Fluss der Erzählung entstehen.“ (Filmdienst)
DAS PIANO wurde unter anderem mit der Goldenen Palme und drei Oscars ausgezeichnet.

Ein Engel an meiner Tafel

NZL/AUS/GBR

1990

Jane Campion

Kerry Fox, Alexia Keogh, Karen Fergusson

Die Geschichte einer Frau, der das Schreiben wahrscheinlich das Leben gerettet hat: In ihrem zweiten Spielfilm erzählt Jane Campion in drei Kapiteln das Leben der 1924 geborenen Autorin Janet Frame, von ihrer angstgeprägten Kindheit über einen achtjährigen Aufenthalt in der Psychiatrie wegen angeblicher Schizophrenie bis zu ihren Reisen als Erwachsene und ihrem Prozess der Selbstfindung in einem Umfeld gesellschaftlichen Unverständnisses. Es entsteht undramatisch, aber spannungsreich das Lebensbild einer Schriftstellerin, die in ihren verschiedenen Lebensaltern von drei Darstellerinnen auf hervorragende Weise porträtiert wird.

„Ein gelungenes Plädoyer für das Recht auf einen eigenen Lebensentwurf, der sich den gesellschaftlichen Normen und verordneten Verhaltensweisen nicht unterwirft.“ (Jury der Evangelischen Filmarbeit)

Holy Smoke

USA/AUS

1999

Jane Campion

Kate Winslet, Harvey Keitel, Julie Hamilton, Sophie Lee, Pam Grier

Auf einer Indienreise wurde Ruth Anhängerin einer Sekte – zum Missfallen ihrer australischen Familie, die sie unter dem Vorwand einer tödlichen Erkrankung des Vaters zurücklockt. Der amerikanische Sektenexperte P. J. Waters soll Ruth von ihrem spirituellen Wahn heilen: Isoliert im Outback versucht er, ein machohafter Playboy, die eigenwillige Ruth zu „normalisieren“, doch sie hält dagegen. Zwischen Provokationen, Handgreiflichkeiten und gegenseitigen Erniedrigungen entwickeln sich sexuelle Begegnungen, die P. J. mehr und mehr für Liebe hält…

Rund um spirituelle Erleuchtung und gesellschaftlichen Zwang entwickelt Jane Campion einen Macht- und Geschlechterkampf, in dem sie auf komplexe Weise immer wieder die Stimmungslagen wechselt: „Dieser in jeder Hinsicht originelle, oft schwierige Film über Familie, Beziehungen, Sexualpolitik, spirituelle Suche, Glauben und Obsessionen erkundet die anhaltenden Faszinationen der Regisseurin auf aufregend unkonventionelle Weise.“ (Variety)

In the Cut

USA/GBR/AUS

2003

Jane Campion

Meg Ryan, Mark Ruffalo, Jennifer Jason Lee, Kevin Bacon

Die alleinstehende Frannie Avery lebt ein zufriedenes Leben ohne viele Sozialkontakte. Dann sieht sie in einer Bar, wie eine Frau einen Mann oral befriedigt – der Mann hat am Handgelenk eine Tätowierung. Kurz darauf wird die Frau vor Frannies Haus tot aufgefunden, ermordet von einem Serienkiller. Frannie lernt Detective Giovanni Malloy kennen, die beiden gehen eine leidenschaftliche Affäre miteinander ein. Und Malloy hat ein Tattoo am Handgelenk…

Campion liefert einen spannenden Erotikthriller, in dem sie Fragen nach dem Wert und den Möglichkeiten von Beziehungen wie auch nach weiblicher Begierde und sexueller Besessenheit behandelt: eine Frau mit ihren eigenen Wünschen in einer Welt unberechenbarer, aggressiver Männlichkeit. „Wie Campion weibliches Begehren zwischen Liebessehnsucht und Hunger nach Sex, zwischen romantischem Traum und kalter Realität umsetzt, das ist herausragendes Kino.“ (Tages-Anzeiger)

Portrait of a Lady

USA/GBR

1996

Jane Campion

Nicole Kidman, John Malkovich, Barbara Hershey, Mary-Louise Parker

1872 zieht die junge Amerikanerin Isabel Archer auf den Landsitz ihrer englischen Familie, wo sich alsbald verschiedene Männer mit Heiratsanträgen an sie wenden. Immerhin findet sie in ihrem tuberkulosekranken Cousin einen Seelenverwandten. Nach einer überraschenden Erbschaft reist sie nach Italien und lernt den mittellosen Kunstsammler und Lebemann Gilbert Osmond kennen, der eine ähnliche Haltung wider die Konventionen zu haben scheint wie sie. Die beiden heiraten – doch Gilbert entpuppt sich als kleingeistig, lieblos und chauvinistisch…

In ihrer Henry-James-Verfilmung blickt Campion in Form eines opulenten Historiendramas auf den Konflikt zwischen Statusdenken und Unabhängigkeit. „Eine äußerst konzentrierte und disziplinierte Regisseurin, die ihren Willen auf ein beeindruckendes Material einwirken lässt. Kidman ist in ihrer Rolle als Isabel alles, was man sich wünschen kann – aufgeweckt, wachsam, optimistisch.“ (Variety)

Gewinner des Pasinetti-Preis für den besten Film in Venedig.

Chuck Chuck Baby

GBR

2023

Janis Pugh

Louise Brealey, Annabel Scholey, Sorcha Cusack, Celyn Jones

Eine Kleinstadt in Nordwales: Helen ist Ende 30 und Single. Tagsüber pflegt sie die Mutter ihres Exmannes, nachts arbeitet sie als Packerin in einer Hühnchenfabrik. Plötzlich taucht Joanne wieder auf, der geheime Schwarm ihrer Jugendjahre – und auf einmal ist mitten im tristen Alltag Helens Lebensfreude wieder da! Dann aber wird Joanna von ihrer Vergangenheit, Helen von ihrer Gegenwart eingeholt – doch die beiden Frauen sind entschlossen, für ihre Liebe zu kämpfen, zu singen und zu tanzen.
Mit Witz und Working-Class-Charme erzählt Janis Plugh in ihrem Film-Musical eine Geschichte über Liebe, weibliche Selbstermächtigung und die Kraft der Gemeinschaft. Zu einem hinreißenden Soundtrack von u.a. Neil Diamond und Minnie Riperton fliegen nicht nur die Hühnerfedern durch die Luft, sondern auch die ganz großen Gefühle. Ein echtes Feel-Good-Movie aus Großbritannien!
Am 13.07. findet Monnem Pride statt – wir sind mit einem Infostand dabei und sind Teil des begleitenden Filmprogramms, in Kooperation mit Queeres Zentrum Mannheim.
 

Turn Me On

NOR

2011

Jannicke Systad Jacobsen

Helene Bergsholm, Malin Bjørhovde

Alma gibt sich in dem verschlafenen Dörfchen Skoddeheimen ihren pikant-pubertären Tagträumen hin. Die einzige spannende Sache ist für sie: Sex, gerne auch am Telefon, während ihre überbesorgte Mutter und die extrem neugierige Nachbarin sie in erster Linie nerven. Im Gegensatz zu ihren gleichaltrigen Freunden, die tatsächlich ständig Sex haben, gibt sich Alma viel lieber in aller Abgeschiedenheit ihren romantischen Fantasien hin. Die Hauptrolle darin spielt ihr Klassenkamerad Artur. Als sie den Fehler macht, ihren Freundinnen davon zu erzählen, wird sie schnell zum Außenseiter…
Überraschend zwanglose, unbeschwerte Komödie mit Helene Bergsholm in ihrer ersten und ausgezeichnet gespielten Kinohauptrolle. Der mehrfach prämierte Debütfilm begeisterte bereits in Norwegen: unverklemmt, lustig und berührend.

Another German Tank Story

DEU

2024

Jannis Alexander Kiefer

Johannes Scheidweiler, Meike Droste, Monika Lennartz, Roland Bonjour, Alexander Schuster, Susanne Bredehöft

Wiesenwalde: Ein gottverlassenes Kaff im hintersten Brandenburg ist Drehort für eine aufwändige Hollywoodproduktion – ein NS-Weltkriegsfilm mit dem Megastar James G. Johnson. Tobi, total verpeilt und führerscheinlos, wirkt als Fahrer für dessen Lichtdouble (Verwechslungen mit dem echten Star nicht ausgeschlossen), ein abgehalfteter Boulevardjournalist fischt nach der großen Story, Tobis Kumpel findet die Wehrmachtsuniform, die er als Komparse tragen darf, super, die Ortsbürgermeisterin hat mit einem andauernden Stromausfall zu kämpfen. Und der Panzer, der auf einem Bauernhof liegengeblieben ist, was machen wir mit dem?

Ein absurder Reigen skurriler Geschichten in einem Ort, in dem nichts vorangeht: Jannis Alexander Kiefer gelingt es in seinem Debütfilm, den Osten (und überhaupt die deutsche Befindlichkeit) so pointiert darzustellen, wie es tausend Leitartikel nicht könnten – im Keller hängt noch die DDR-Fahne, und es liegen auch ein paar Hakenkreuz-Wimpel herum. Es wurde ja nie was weggeschmissen.

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