Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Außer Atem

FRA

1960

Jean-Luc Godard

Jean Seberg, Jean-Paul Belmondo, Daniel Boulanger, Jean-Pierre Melville

Michel gerät mit einem gestohlenen Auto in eine Verkehrskontrolle und wird direkt von der Polizei gestellt. Der Kleinkriminelle scheut nicht davor, seine Pistole zu ziehen und den Polizisten zu erschießen. Seine Flucht führt ihn nach Paris, wo er die Zeitungsverkäuferin Patricia kennen lernt, mit der er ein Verhältnis beginnt. Doch die Polizei bleibt ihm dicht auf den Fersen.
Godards Hommage an den Film noir – ursprünglich aus der Feder Truffauts – gilt als Mitbegründer der Nouvelle Vague und bricht mit allen erdenklichen Regeln des Filmdrehens. So sind Achsensprünge und Jump Cuts in diesem Werk keine Fehler wie bei anderen Streifen konventioneller Filmästhetik, sondern bewusst eingesetzte Stilmittel, die zur einzigartigen Ästhetik von AUSSER ATEM und zur Revolutionierung des europäischen Kinos beitrugen.

Außer Atem – À bout de souffle

FRA

1960

Jean-Luc Godard

Jean Seberg, Jean-Paul Belmondo, Daniel Boulanger, Jean-Pierre Melville

Jean-Paul Belmondo spielt den Kleinkriminellen Michel, der mit einem gestohlenen Auto in eine Verkehrskontrolle gerät, seine Pistole zieht und einen Polizisten erschießt. In Paris findet er bei der Zeitungsverkäuferin Patricia Unterschlupf, eine von Jean Seberg gespielte Amerikanerin in Paris. Belmondos Michel und Sebergs Patricia verlieben sich, versuchen, cool zu bleiben, doch die Polizei ist ihm dicht auf den Fersen…
Mit seiner Hommage an den Film Noir – ursprünglich nach einem Drehbuchentwurf von François Truffaut – drehte Jean-Luc Godard einen der ersten Filme der Nouvelle Vague. Godard bricht dabei mit allen erdenklichen Regeln des Filmemachens: Achsensprünge und Jump Cuts sind hier keine Fehler, sondern Grundlage der filmischen Ästhetik, mit der Godard seine ironischen Verweise auf das Genre des Kriminalfilms in die filmische Moderne überführt: „Ein Film, in dem Godard die narrativen Instrumente des amerikanischen Gangsterfilms der 30er, 40er und 50er Jahre testet und zugleich über sie reflektiert. Er prüft den Kanon des realistischen Erzählens im Kino und kommt zu einem ambivalenten Ergebnis.“ (Klaus Kreimeier)

Bildbuch

CHE/FRA

2018

Jean-Luc Godard

Poetisch, melancholisch, universell gültig und gleichzeitig sehr persönlich: Auf experimentelle Weise wühlt sich Godard durch Bildwelten, um auf die Urgründe von Kino, Politik, Geschichte, Freiheit zu kommen. Zusammengehalten von philosophischem Gedankenfl uss montiert er reale und fi ktive Bilder, gefundene Schnipsel und eigenes Material, Fake News und Syrienkrieg, Atomexplosionen und den Weißen Hai, Ironie und Agitation. Erstmals vergab das Festival von Cannes für diesen Film eine Spezial-Palme; und erstmals hat Godard persönlich für einen seiner Filme eine deutsche Tonfassung produziert und gesprochen.

Bildbuch – Le livre d'image

CHE/FRA

2018

Jean-Luc Godard

Poetisch, melancholisch, universell gültig und gleichzeitig sehr persönlich: Auf experimentelle Weise wühlt sich Godard durch Bildwelten, um auf die Urgründe von Kino, Politik, Geschichte, Freiheit zu kommen. Zusammengehalten von philosophischem Gedankenfluss montiert er reale und fiktive Bilder, gefundene Schnipsel und eigenes Material, Fake News und Syrienkrieg, Atomexplosionen und den Weißen Hai, Ironie und Agitation. Jean-Luc Godard setzt mit seinem neuesten Film sein sich alle Freiheiten nehmendes Spätwerk fort. Ein rauschhafter Gedankenfluss, eine assoziative Collage in fünf Kapiteln. Die Sehnsucht nach Freiheit. Die Abgründe der Menschheit. Die Schönheit des Kinos. Zeit und Geschichte, gedehnt und verdichtet.
"BILDBUCH ist eine fünfteilige orpheische Reise zu den Bildern des Kinos. Dabei kann man sich Godard als den mythischen Helden vorstellen, der in die Unterwelt hinabsteigt und die Kinobilder dem Vergessen entreißt.“ (Spiegel online)
Erstmals vergab das Festival von Cannes für diesen Film eine Spezial-Palme; und erstmals hat Godard persönlich für einen seiner Filme eine deutsche Tonfassung produziert und gesprochen.

Détective

FRA

1985

Jean-Luc Godard

Laurent Terzieff, Aurelle Doazan, Jean-Pierre Léaud, Nathalie Baye, Claude Brasseur, Johnny Hallyday, Alain Cuni, Emmanuelle Seigner, Julie Delpy

Wer hat den Fürsten getötet? Um das herauszufinden, beobachten Inspektor Neveau, seine Freundin Arielle und der ehemalige Hoteldetektiv Prospero die Gäste eines Pariser Grand Hotels. In dem Zimmer, in dem sie sich eingenistet haben, war Jahre zuvor der Mord geschehen; jetzt tummeln sich unter anderem ein Flugkapitän und seine entfremdete Ehefrau, ein Boxpromoter und dessen Schützling, ein Mafiaboss, eine Prinzessin der Bahamas im und um das Hotel. Und Godard hat Stoff für ein am Kriminalfilm angelegtes Panoptikum diverser Typen und Figuren. Für die griff er zurück auf Veteranen der Nouvelle Vague wie Jean-Pierre Léaud oder Claude Brasseur wie auch auf die Popkultur-Ikone Johnny Hallyday; und sogar Erich von Stroheim spielt aus dem Archiv heraus mit. Ergänzt durch Newcomer wie Emmanuelle Seigner oder Julie Delpy (de)konstruiert Godard so ein reverenzenreiches Werk, das auf die Filmgeschichte ebenso verweist wie auf Godards eigene Filmografie. Der typisch godardeske Genremix aus Mafiaballade, Krimi und Romanze führt in seiner kulturgeschichtlichen Polyphonie das kommerzielle Filmschaffen ironisch vor.

Die Außenseiterbande - Bande à part

FRA

1964

Jean-Luc Godard

Anna Karina, Sami Frey, Claude Brasseur

Franz, Arthur und Odile wollen Geld stehlen: Odile, die als Au-Pair-Mädchen arbeitet, weiß, wo das Bargeld ihres Hausherrn versteckt ist. Arthur macht sich an Odile ran, zu Dritt genießen sie Paris, brausen im Cabrio umher und rennen in Recordzeit durch den Louvre – um dann, wenn es ernst wird, an einer verschlossenen Tür zu scheitern. Und an einem ziemlich guten Versteck für das Geld.
In dieser Pop-Ballade über das Abenteuer der Jugend und des jungen Lebens widmet sich Godard parodistisch der amerikanischen Pulp-Kultur und dem B-Film: Auf Grundlage eines Trivialromans übersetzt er die simple Geschichte in ironisches Kino, mit einer Fülle visueller, akustischer und erzählerischer Gags. „Eine sehr einfallsreiche Komödie, zugleich wohl Godards heiterstes und am leichtesten zugängliches Werk.“ (Lexikon des internationalen Films)

Die Geschichte Der Nana S.

Frankreich

1962

Jean-Luc Godard

Anna Karina, Sady Rebbot

Die großartige Anna Karina, von 1961 bis 1967 mit Godard verheiratet, spielt eine junge Pariserin, die ihre Miete nicht mehr zahlen kann und deswegen zur Prostituierten wird. Ihre Versuche, sich ihre Würde zu bewahren, sind vergeblich. Der durch Zwischentitel in zwölf Kapitel gegliederte Film ist Godards erster Versuch, die bis dahin übliche Film-Erzählung durch einen Film-Essay zu ersetzen. Die häufige Diskrepanz zwischen Bild und Ton sowie das scheinbar willkürliche Nebeneinander gegensätzlicher Stilmittel hält den Zuschauer auf Distanz und zwingt ihn, mitzudenken statt mitzufühlen. „Es ist eine meiner grundlegenden Vorstellungen, dass man, um in der Pariser Gesellschaft von heute zu leben, gezwungen ist, auf welchem Niveau auch immer, sich auf die eine oder andere Weise zu prostituieren oder nach Gesetzen zu leben, die denen der Prostitution ähneln.“ (Godard)

Die Verachtung

ITA/FRA

1963

Jean-Luc Godard

Brigitte Bardot, Michel Piccoli, Fritz Lang

Als der Krimiautor Paul Javal das lukrative Angebot bekommt, Fritz Langs (gespielt von sich selbst) stockendes "Odyssee"-Projekt zu überarbeiten, nimmt er die Möglichkeit eines Karriereschubs dankend an. Allerdings bahnen sich erste Spannungen an, als der Produzent Javals bildschöne Ehefrau Camille kennenlernt. Sofort lädt er sie in seinem Cabrio zu Fahrten ans Filmset ein, während sich Paul mit der Assistentin ein Taxi teilen muss. Camille, zunächst unangenehm berührt von den Avancen, will den Gönner ihres Mannes allerdings auch nicht beleidigen. So entwickelt sich zunehmend ein zerstörerisches Spiel aus Liebe, Gedanken und der Macht der Eifersucht…
Veranstaltungsort: zeitraumexit/Hof, Hafenstraße 68, 68159 Mannheim
Bei schlechtem Wetter im zeitraumexit-Gebäude
Eintritt: regulär 7 Euro/ermäßigt und Mitglieder 5 Euro
Beginn 21:00 Uhr, Einlass ab 20:00 Uhr, Filmstart mit Einbruch der Dämmerung

Die Verachtung – Le mépris

FRA

1963

Jean-Luc Godard

Brigitte Bardot, Michel Piccoli, Fritz Lang, Jack Palance, Giorgia Moll

Als der Krimiautor Paul Javal das lukrative Angebot bekommt, das stockende Projekt einer „Odyssee“-Verfilmung durch Fritz Lang zu überarbeiten, nimmt er die Möglichkeit eines Karriereschubs dankend an. Allerdings bahnen sich Spannungen an, sowohl gegenüber dem Filmproduzenten wie auch gegenüber seiner bildschönen Ehefrau Camille.
Der opulente, starbesetzte Film ist eine raffinierte, vielschichtige Satire auf das Filmgeschäft, mit dem legendären Regisseur Fritz Lang in der Rolle des legendären Regisseurs Fritz Lang, der von seinen Geldgebern zu künstlerischen Kompromissen gezwungen wird. Und er ist ein fast essayistisches Drama um den nahezu unversöhnlichen Konflikt zwischen ästhetischem Anspruch und künstlerischer Wahrhaftigkeit einerseits und den ökonomischen Zwängen und Abhängigkeiten andererseits, im Film wie in der Liebe zwischen Paul und Camille.
Ein auf der Handlungsebene schlichter, beinahe belangloser Film, der seinen inszenatorischen Reichtum aber in einer Vielzahl von Zitaten und Anspielungen, Dopplungen und Brechungen offenbart und damit zu einem faszinierenden Dokument unermüdlicher (Selbst-)Reflexion wird.“ (Lexikon des internationalen Films)

Le Mépris

F / I

1963

Jean-Luc Godard

Brigitte Bardot, Michel Piccoli, Fritz Lang, Jack Palance, Giorgia Moll, Jean-Luc Godard

Der deutsche Regisseur Fritz Lang (gespielt von sich selbst) soll in Italien Homers „Odyssee“ verfilmen. Er überwirft sich darüber mit seinem amerikanischen Produzenten. Der Produzent engagiert den französischen Drehbuchautor Paul Javal, der das Skript umschreiben soll. Paul Javal nimmt den Auftrag an und wird dafür, daß er seine künstlerischen Überzeugungen verrät, mehr und mehr von seiner Frau Camille verachtet. Godard ging es bei seinem opulenten Film mit Starbesetzung um den nahezu unversöhnlichen Konflikt zwischen künstlerischer Wahrhaftigkeit und ökonomischen Zwängen. LE MÉPRIS reflektiert zugleich seine eigene Entstehungsgeschichte: Produzent Carlo Ponti bestand mit Blick auf das breite Publikum darauf, daß die Verfilmung des Romans von Alberto Moravia konventionellen Erzählweisen folgt. Diese Zwänge hinderten Godard jedoch nicht daran, die ihm eigenen Stilmerkmale in abgeschwächter Form beizubehalten. So wird die lineare Erzählung durch die Montage von „Fremdbildern“ aufgebrochen, den beiden Handlungssträngen werden durch literarische Zitate und filmhistorische Anspielungen neue Bedeutungen zugewiesen, die Akteure sprechen vier Sprachen (Englisch, Französisch, Italienisch und Deutsch) und die Übersetzerin liegt stets ein wenig daneben. Selbst die Nacktszenen von Brigitte Bardot, die Godard nachträglich in den Film einfügen mußte, verfremdete er durch den Einsatz von roten und blauen Farbfiltern.

Le Mépris - Die Verachtung

F/I

1963

Jean-Luc Godard

Brigitte Bardot, Michel Piccoli, Fritz Lang

Ein deutscher Regisseur soll Homers „Odyssee“ verfilmen und überwirft sich darüber mit seinem Produzenten, parallel dazu kommt es zum Konflikt zwischen dem Drehbuchautor und seiner Frau. Godard ging es bei seinem opulenten Film mit Starbesetzung um den nahezu unversöhnlichen Konflikt zwischen ästhetischem Anspruch und künstlerischer Wahrhaftigkeit einserseits und den ökonomischen Zwängen und Abhängigkeiten andererseits.

Lemmy Caution gegen Alpha 60 – Alphaville, une étrange aventure de Lemmy Caution

FRA

1965

Jean-Luc Godard

Eddie Constantine, Anna Karina, Michel Delahaye, Howard Vernon

Zukunftsvision in den 1960ern: Geheimagent Lemmy Caution kommt 1990 als Reporter getarnt in die totalitäre Metropole Alphaville, um einen vermissten Agenten aufzuspüren. Die Stadt steht unter der Kontrolle von Professor von Braun. Dieser hat den Computer Alpha 60 entwickelt, der Ideen wie Gefühle oder Bewusstsein konsequent – und tödlich – der Logik unterordnet. Caution verliebt sich in von Brauns Tochter. Ihre Gespräche über Poesie und Liebe verwirren Alpha 60…
Eddie Constantine war als Lemmy Caution Star einer Reihe von Spionagefilmen der 1960er – Godard macht sich diese Groschenroman-Figur zunutze, um Thriller- und Science-Fiction-Stereotype zu unterlaufen und mit der Zeitkritik der Nouvelle Vague zu verbinden. Auf intelligente Weise mischt Godard Science-Fiction- und Film-noir-Motive, ohne Spezialeffekte zu nutzen: Er filmte in den modernen Vierteln von Paris mit ihren Glas- und Betonfassaden und ihren Neonreklamen, verfremdet mit Licht und Schatten – bereits die Gegenwart ist voller Schrecken, da die Maschine den Menschen immer mehr zurückdrängt. Für diese formal wie gedanklich eindrucksvolle filmische Reflexion, die eine mögliche Befreiung durch die Liebe und die Poesie zeigt, gewann Godard den goldenen Berlinale-Bären.

Passion

FRA /CH

1982

Jean-Luc Godard

Alain Delon, Jacques Dacqmine, Roland Amstutz, Isabelle Huppert, Hanna Schygulla

Jerzy ist gerade dabei, Rembrandts „Nachtwache“ zu filmen. Godard beginnt mit diesem Gemälde, da es sich dabei um eines der berühmtesten Beispiele ausgeklügelter Lichtdramaturgie, das die Geschichte der Malerei zu bieten hat, handelt. Was ihn antreibt, ist dessen Neuschöpfung, allerdings in filmischen Kategorien. An die Stelle des fixen Blickpunktes, den der Maler einnimmt, tritt die bewegliche Kamera. Rembrandts Figuren werden aus ihren starren Posen erlöst; sie beginnen zu atmen und sich zu bewegen.

Pierrot Le Fou

FRA/ITA

1965

Jean-Luc Godard

Jean-Paul Belmondo, Anna Karina, Jean-Pierre Leaud

Eine langweilige Party ist für Ferdinand der Anlass, sein eingefahrenes Leben an der Seite seiner reichen Ehefrau aufzugeben und mit seiner ehemaligen Geliebten Marianne einen Neubeginn zu wagen. In ihrer Wohnung taucht jedoch eine Leiche auf, mit der sich die kriminelle Vergangenheit Mariannes zurückmeldet. Nach der Flucht durch Frankreich scheinen die beiden auf einer einsamen Insel im Süden Ruhe zu finden, doch sie brechen bald wieder auf und laufen ehemaligen Freunden Mariannes in die Arme…

A Bout De Souffle

Jean-Luc Godard, B François Truffaut

Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg, Jean-Pierre Melleville

Der Kleinkriminelle Michel erschießt einen Gendarmen und flieht nach Paris. Hier lernt er die amerikanische Studentin Patricia kennen und beginnt mit ihr eine leidenschaftliche Affäre. Godard schuf mit seinem Spielfilmdebüt einen Meilenstein der Filmgeschichte und den Prototyp der Nouvelle Vague. Ein cooles Pärchen, das ein neues Lebensgefühl ausdrückt, eine ungewohnte Schnitt-Technik, der Einsatz einer Handkamera und Dialoge, bei denen nur einer der Partner zu sehen ist, sorgten für Furore. Jean-Paul Belmondo als Schmalspurganove, der seine Gesten im Kino gelernt hat und die wunderschöne Jean Seberg als Zeitungen verkaufende Studentin wurden durch ihre Rollen über Nacht zu Stars.

Vorname Carmen – Prénom Carmen

FRA

1983

Jean-Luc Godard.

Maruschka Detmers, Jacques Bonnaffé, Myriem Roussel, Jean-Luc Godard

Jean-Luc Godard spielt Jean-Luc Godard: Einen einstmals großen Regisseur, der nun in der Psychiatrie sitzt und von einem großen Beethoven-Film träumt. Seine Nichte Carmen luchst ihm den Schlüssel für sein Haus am Meer ab, angeblich für ein Filmprojekt, tatsächlich für einen Überfall. Der geht schief, Carmen verliebt sich ein einen Polizisten und hat einen neuen Coup vor: Entführung getarnt als Filmdreh im Luxushotel. Onkel Jeanot, der Carmen begehrt, soll (scheinbar) Regie führen…
Entlang von Beethoven-Streichquartetten und lose angelegt an den „Carmen“-Stoff konstruiert Godard eine wilde Story um terroristische Verbrechen, amour fou, erotische Fantasien, vorgetäuschte Dreharbeiten; und fügt ein selbstironisches Statement zur Stellung des Künstlers als alter Mann hinzu. Ab 1968 hatte sich Godard dem Anti-Film verschrieben, in den 1970ern mit dem neuen Video-Medium experimentiert, Anfang der 1980er kehrte er – erfolgreich – zum Kino zurück: „Widerstands-Werke eines Monomanen, der zertrümmern muss, um hervorzubringen, eines Puritaners, der dem am tiefsten misstraut, was ihn am stärksten fasziniert, den Bildern und Wörtern.“ (Urs Jenny im Spiegel, 1984). VORNAME CARMEN erhielt den Goldenen Löwen von Venedig.

Au plus profond de la nuit – Wenn die Nacht am tiefsten

FRA

2011

Jean-Marc Bordet

Der Film AU PLUS PROFOND DE LA NUIT – Die letzten Zeugen des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof“ ist Teil der Reihe „Die letzten Zeugen der Resistance und der Deportation“. Diese Reihe wurde von Jean-Marc Bordet in Burgund entwickelt, um die Aussagen der Frauen und Männer, die diese Zeit erlebt haben, zu bewahren und weiterzugeben. Die ihnen gemeinsame Ablehnung eines Frankreich unter dem Joch der Nazi-Besatzung und der Vichy-Regierung hat ihre Taten bestimmt. Diese Frauen und Männer beschreiben ihre Erlebnisse, Ansichten und Gefühle. Sie leisten einen unersetzlichen Beitrag zur Arbeit des Gedenkens, zur Geschichtsschreibung und zur deutsch-französischen Aussöhnung.
In Kooperation mit dem Stadtarchiv, mit Einführung

Ferien In Der Heimat

Kamerun/Frankreich/BRD

2000

Jean-Marie Téno

In seinem Dokumentarfilm begibt sich Jean-Marie Téno auf die Reise durch sein Land Kamerun, durch seine eigene Geschichte und die Geschichte seines Landes. Er wiederholt dreißig Jahre später die gleiche Reise, die er als Kind zu Beginn der Schulferien antrat: von der großen Stadt Yaoundé, wo er das Gymnasium besuchte, nach Bandjoun, in sein Heimatdorf. Auf seiner Reise begegnet er Menschen, die er nach den Hoffnungen und Enttäuschungen befragt, die ihnen die Veränderungen der vergangenen dreißig Jahre gebracht haben. Er versucht die sich auftuende Kluft zwischen Städtern und Dorfbewohnern zu überbrücken. VACANCES AU PAYS reflektiert auf persönliche Weise die afrikanische Obsession von Modernität.

Peter Lindbergh – Women’s Stories

DEU

2019

Jean-Michel Vecchiet

Peter Lindbergh zählt zu den größten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Ihm gelang es, Frauen wie Naomi Campbell, Linda Evangelista oder Cindy Crawford unter einem völlig anderen Blickwinkel abzubilden und sie zu den größten Topmodels der Welt zu machen. Peter Lindbergh verstarb wenige Monate nach der Berlinale-Premiere dieses einfühlsamen Films, der ihn porträtiert von seiner Kindheit – die geprägt war von den Spuren des Zweiten Weltkriegs – bis hin zu dem Starfotografen, der von den größten Marken weltweit gebucht wurde. Neben außergewöhnlichen Einblicken in Lindberghs tägliche Arbeit erzählt Regisseur Jean-Michel Vecchiet eine sehr persönliche und emotionale Lebensgeschichte, die grundlegende Fragen aufwirft: Wie und warum wird man zum Künstler? Woher kommt diese kreative Kraft, die jeder Logik trotzt und sich der Analyse widersetzt?
Mit Einführung von Prof. Dr. Claude W. Sui, Reiss-Engelhorn-Museen

Cyrano de Bergerac

FRA

1990

Jean-Paul Rappeneau

Gérard Depardieu, Anne Brochet, Vincent Perez, Jacques Weber

Paris, 1640: Cyrano de Bergerac ist hochdekorierter Hauptmann, ein Meister im Fechten, ein Poet mit spitzer Zunge – und er hat eine enorme Nase. So sehr er gegenüber dem Feind seinen Mann steht: Der Riesenzinken in seinem Gesicht hemmt ihn. Denn er ist unsterblich in Roxane verliebt, hat sich ihr aber nie zu nähern gewagt aus Angst vor einer schnöden Abweisung. Zudem ist Roxane in Christian verliebt, der in Cyranos Truppe dient. Freilich will Roxane von Christian geistreich umworben werden – doch dem geht jeder Sinn für Poesie ab. Also schreibt Cyrano de Bergerac in Christians Namen kunstvolle Liebesbriefe an Roxane …
In einer seiner unsterblichen Rollen verkörpert Gérard Depardieu diesen selbstlosen Helden des Kampfes und der Dichtkunst in einem opulent inszenierten Historiendrama – stilecht mit Dialogen in Versform.
Einführung: Dr. Inge Beisel, Romanisches Seminar Universität Mannheim

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