Filmarchiv

Lust zu stöbern? Hier finden Sie Filme, die seit Januar 2001 im Cinema Quadrat gezeigt wurden.

Boudu Sauvé Des Eaux

FRA

1932

Jean Renoir

Michel Simon, Charles Granval, Marcelle Haina

Boudu, der Landstreicher, springt in die Seine. Lestingois, der Buchhändler, holt ihn wieder raus. Und es entwickelt sich eine bezaubernde weil unmoralische Verstrickungskomödie zwischen Boudu, Lestingois, dessen Frau und dem Dienstmädchen. Dabei erinnert das anarchistische Verhalten Boudus im Mittelstandshaushalt seines Gönners an die Komik der Marx-Brothers, die etwa zur gleichen Zeit ihre ersten Filme drehten. Und „Boudu kündigte lange vor ihrer Zeit die Hippiebewegung an. Was sage ich – Boudu war der perfekte Hippie.“ (Jean Renoir)

Das Testament des Dr. Cordelier

FRA

1959

Jean Renoir

Jean-Louis Barrault, Michel Vitold, Jean Topart, Gaston Modot, Micheline Gary

Dr. Cordelier, angesehener Arzt und Wissenschaftler in Paris, forscht an einem Serum, das die wahre Natur des Menschen freisetzen soll. Versuchsperson ist er selbst. Das Experiment ist erfolgreich, auf ungute Weise: Durch die Einnahme verwandelt sich Dr. Cordelier in das Ungeheuer Opale, das des Nachts schreckliche Verbrechen begeht…

Diese französische Adaption der Novelle „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ verlegt die Geschichte der Persönlichkeitsspaltung ins zeitgenössische Paris und gilt neben der US-Version von 1931 (die wir im April zeigen werden) als beste Verfilmung der Robert-Louis-Stevenson-Novelle. Jean Renoir gilt als einer der bedeutendsten Filmemacher überhaupt.

Die große Illusion

FRA

1937

Jean Renoir

Erich von Stroheim, Jean Gabin

Zwei französische Soldaten, der adelige Captain De Boeldieu und Lieutenant Marechal, geraten im Ersten Weltkrieg in Kriegsgefangenschaft. Zusammen mit einem anderen Gefangenen namens Rosenthal planen sie zu fliehen, doch sie werden noch vor ihrem Fluchtversuch getrennt und an verschiedenen Orten untergebracht. Wenige Monate später sehen sie sich in einer Festung wieder, die von dem ebenfalls adeligen von Rauffenstein kommandiert wird. Ihre Fluchtpläne sind immer noch aktuell. Trotz allem entwickelt sich eine Freundschaft zwischen Boeldieu und dem deutschen Kommandanten und schon bald sind Pflicht und Menschlichkeit nicht mehr vereinbar. Einer der besten Ausbruchsfilme der Geschichte ist zugleich ein unerschütterliches Plädoyer für Menschlichkeit.
Mitgliederaktion: Eintritt für Cinema Quadrat-Mitglieder frei

Le Frisson Des Vampires

FRA

1970

Jean Rollin

Isa und Antoine verbringen ihre Flitterwochen in einem abgeschiedenen Schloss in der Einöde, deren Eigentümer jüngst verstorben sind. Schon bald mehren sich mysteriöse Ereignisse und seltsame Personen erscheinen. Im Schloss lauert das Grauen: Vampire gehen um und versuchen Ise in ihre Gewalt zu bringen, was auch Antoine schnell mitbekommt. Es stellt sich heraus das die Vampire große Pläne haben und Ise eine wichtige Rolle dabei spielt – doch als die beiden dies bemerken und fliehen wollen, ist es bereits zu spät: Ise wurde schon in den Kreis der Vampire gezogen…

Requiem Pour Un Vampire

FRA

1971

Jean Rollin

Zwei Frauen auf der Flucht suchen Schutz in einem geheimnisvollen Schloss und fallen einem sadistischen Vampir zum Opfer. REQUIEM POUR UN VAMPIRE ist Rollins vierter Sex-Vampir-Streifen als lyrische Reise durch nasskalte Friedhöfe, schlüpfrige Gruften und bizzare Räume. Einer seiner schönsten Filme.

Save Our Souls

FRA

2024

Jean-Baptiste Bonnet

Dokumentarfilm

Sechs Wochen lang begleitet Regisseur und Fotograf Jean-Baptiste Bonnet die Ocean Viking, ein Schiff der Seenotrettung im Mittelmeer. Mit eindringlichen Bildern zeigt er die geduldige Wachsamkeit der Crew, die Anspannung bei der Rettung von Geflüchteten, die auf eine Zukunft hoffen und im Meer zu ertrinken drohen. Und er bietet Raum für die Stimmen der Geretteten, für ihre Geschichten von Flucht, Verlust und Sehnsucht nach Sicherheit. Bonnets Kamera fängt diesen besonderen Ort zwischen Gefahr und Hoffnung ein – ein zeitloser Raum vor den Toren Europas.

Seit 2016 wurden fast 40.000 Menschen von der Ocean Viking, dem von SOS Méditerranée gecharterten Rettungsschiff, in Sicherheit gebracht.

Heimliche Spiele

Frankreich

2002

Jean-Claude Brisseau

Sandrine arbeitet in einer Bar. Sie ist fasziniert davon, wie schamlos die Stripperin Nathalie ihre Sexualität öffentlich auslebt. Die beiden Mädchen freunden sich an und Sandrine begreift, dass ihr Körper eine machtvolle Waffe sein kann. Die zwei Frauen setzten ihre Erotik bewusst und skrupellos ein, um sozial aufzusteigen. Sie nehmen Stellen in einem großen Bankhaus an, wo sie eine rasante Karriere machen. Mit schmutzigen Tricks und vorgetäuschten Orgasmen bringen sie ihre Vorgesetzten unter Kontrolle. Erst als Christophe, Sohn des Direktors und zukünftiger Chef, auf der Bildfläche erscheint, wird ihr Spiel gefährlich. Denn Christophe akzeptiert nur seine eigenen Regeln. Die „Cahiers du Cinéma“ erkoren die erotische Fabel um Sex und Macht zum besten Film des Jahres 2002.

House Of Boys

LUX/DEU/NL

2010

Jean-Claude Schlim

Layke Anderson, Benn Northover, Udo Kier

Luxemburg, 1984: Auf der Tanzfläche ist der 18-jährige Frank der Star, in seiner Familie und seinem kleinbürgerlichen sozialen Umfeld der Außenseiter. Also macht er sich auf nach Amsterdam, um seine Lust auf das Leben zu stillen, um zu tanzen, Drogen zu nehmen und Sex mit Männern zu haben. Schließlich landet er in dem Striplokal „House of Boys“. Hier erlebt er Liebe und Enttäuschung, Hemmungslosigkeit, Sünde und echte Freundschaft. Und auf dramatische Weise erfährt er zum ersten Mal, dass es eine neue Immunschwächekrankheit mit dem Namen Aids gibt.

Die Grosse Verführung

CAN

2003

Jean-François Pouliot

Raymond Bouchard, David Boutin, Benoît Brière

Sainte-Marie-La-Mauderne besteht aus zwei Dutzend Holzhäusern, die sich in die Bucht einer kleinen Felseninsel in Kanada ducken. Früher begann hier der Tag mit einem Fischzug, heute stellen sich die Männer jeden Monat vor dem Postbüro an, um ihre Sozialhilfe zu empfangen. Doch es gibt Hoffnung: Ein Unternehmen, das Plastikgeschirr produziert, will eine Fabrik auf der Insel bauen. Aber die Firma stellt eine Bedingung: Der Ort muss einen eigenen Arzt haben. Den es auf der Insel aber nicht gibt… In Kanada war die leichtfüßige Inselkomödie LA GRANDE SEDUCTION der erfolgreichste einheimische Film des Jahres 2003. Wir zeigen den Film in Kooperation mit der Tagung „Inseln – Archipele – Atolle. Ordnungen des Insularen“ der philosophischen Fakultät der Universität Mannheim. Am 13.9.gibt Norbert Ahlers vom Medienforum Heidelberg eine Einführung.

Der letzte Wolf

FRA/CHN

2015

Jean-Jacques Annaud

Feng Shaofeng, Shawn Dou, Ankhnyam Tagchaa

China 1967. Der Student Chen Zhen wird im Zuge der Kulturrevolution in die innere Mongolei geschickt, um Schäfern das Lesen und Schreiben beizubringen. Seine Leidenschaft gilt jedoch vom ersten Tag an der archaischen Wildnis und den dort ansässigen Wölfen. Als der Befehl eintrifft, alle Wolfsjungen zu töten, rettet Chen Zhen einen jungen Wolf und zieht ihn auf. Es entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden, doch dann attackieren die verbliebenen Wölfe die Siedlungen der Menschen…

Regiealtmeister Annaud beweist auch mit DER LETZTE WOLF sein Händchen für atemberaubende Tierfilme, die den Konflikt zwischen Natur und fortschreitender Zivilisation in spektakulären Bildern einfangen. Anders als in den Vorgängern DER BÄR und ZWEI BRÜDER nun jedoch in plastischem 3D!

Notre-Dame in Flammen

FRA

2022

Jean-Jacques Annaud

Samuel Labarthe, Jean-Paul Bordes, Mickaël Chirinian, Anne Hidalgo

Am 15. April 2019 stand Notre-Dame in Flammen. Vom Dachboden der Kathedrale aus breitete sich das Feuer rasend schnell auf das gesamte Bauwerk aus. Ein Schock für Frankreich, ein Schock für die Welt. In seinem Spielfilm rekonstruiert Jean-Jacques Annaud (u. a. DER NAME DER ROSE, 1986, SIEBEN JAHRE IN TIBET, 1997) minutiös und beinahe in Echtzeit die verheerende Brandkatastrophe ab dem ersten Feueralarm. Archivmaterial und Zeugenvideos ergänzt er dabei um die Perspektive der Männer und Frauen, die inmitten des Flammenherds ihr Leben aufs Spiel setzten, um die Kirche vor der vollständigen Zerstörung zu bewahren. Annaud, bekannt für seine bildgewaltigen, atemberaubenden Kinoinszenierungen, zeigt auf packende Weise die fatalen Ereignisketten, die zum Feuer führten, und huldigt der beeindruckenden Rettungsaktion für das Pariser Wahrzeichen – für die naturalistische Inszenierung gedoubelt von verschiedenen Kirchen, unter anderem in Sancés und Bourges.
Einführung: Alban Gebel, Institut Français Mannheim

Diva

FRA

1981

Jean-Jacques Beineix

Frédéric Andréi, Wilhelmenia Fernandez, Richard Bohringer, Jacques Fabbri, Dominique Pinon

Jules, junger Postbote in Paris, schwärmt für die Operndiva Cynthia Hawkins. Er fertigt unerlaubterweise bei einem Auftritt einen Arienmitschnitt an und stiehlt ein Kleid aus ihrer Garderobe – doch die Musikkassette wird mit einer anderen vertauscht, und während er auf dem Mofa durch Paris fährt, sind bald Zuhälter, taiwanesische Gangster und korrupte Polizisten hinter ihm her…
Jean-Jacques Beineix’ eleganter, komplexer Thriller besticht mit seiner Ästhetik in coolem, stylishen Blau und bietet nicht nur rasante Action, sondern auch eine kleine Reflexion über Fans und Stars. Roger Ebert beschrieb in der Chicago Sun Times den Film als “einen der besten Thriller der letzten Jahren, ja mehr als das: ein brillanter Film. […] DIVAs Verfolgungsjagden liegen auf derselben Ebene mit den Allzeitklassikern JÄGER DES VERLORENEN SCHATZES, FRENCH CONNECTION und BULLIT

Nina et le secret du hérisson / Nina und das Geheimnis des Igels

FRA

2023

Jean-Loup Felicioli, Alain Gagnol

Animationsfilm

Jeden Tag freut sich die 10-jährige Nina auf die Gutenachtgeschichten ihres Vaters, in denen ein kleiner Igel die Welt entdeckt. Als ihr Vater seine Arbeit verliert, hören die Geschichten auf und auch die Pläne für die Sommerferien müssen gestrichen werden. Gemeinsam mit ihrem Freund Mehdi setzt Nina alles daran, den Arbeitsplatz des Vaters zu retten. Dabei darf natürlich auch der kleine Igel nicht fehlen!

Im Animationsfilm steht Frankreich mit einer langen, erfolgreichen Tradition mit an der Weltspitze. Dieser Tradition zollen wir mit der Cinéfête Respekt und zeigen regelmäßig die Highlights des französischsprachigen Animationskinos. Das fantastische Abenteuer um Nina, Mehdi und den Igel feierte auf dem Festival d’Animation von Annecy seine Premiere und wurde danach unter anderem auf dem Schlingel in Chemnitz gezeigt.

Adieu au langage

FRA

2014

Jean-Luc Godard

Héloïse Godet, Kamel Abdelli, Richard Chevallier

Ein Essayfilm, ein Experimentalfilm, ein 3D-Film: Jean-Luc Godard erzählt von einer verheirateten Frau und einem ledigen Mann, sie lieben sich, sie streiten sich, es eskaliert, ein Hund vermittelt, der Ehemann zerstört alles. Ein zweiter Film beginnt, es passiert dasselbe, und doch ist alles anders. Nicht der Mensch, sondern die Metapher steht im Mittelpunkt. Am Ende hören wir ein Bellen und einen schreienden Säugling. In der Zwischenzeit reden Menschen über den Untergang des Dollars, über die Wahrheit in der Mathematik und über den Tod eines Rotkehlchens. Godard inszeniert ein wagemutiges, verrücktes Hasardeurstück, das 3D nicht für Immersion und Illusion nutzt. Vielmehr lässt Godard das Stereoskopische ebenso wie Handlung, Sinn und Konvention ins Leere – oder in die Tiefe des Raumes – laufen.
Für seinen Anti-Film erhielt Godard in Cannes den Preis der Jury.

Alphaville

FRA

1965

Jean-Luc Godard

Eddie Constantine, Anna Karina

Zukunftsvision in den 1960ern: Geheimagent Lemmy Caution kommt 1990 als Reporter getarnt nach Alphaville, wo er den entführten Professor von Braun sucht. Prof hat den Computer Alpha 60 entwickelt, der Gedanken steuern kann. Literaturliebhaber Caution verliebt sich in von Brauns Tochter. Ihre Gespräche über Poesie und Liebe verwirren Alpha 60… Godards Sci-Fi-Klassiker in schwarzweiß brauchte keine futuristische Kulisse. Er filmte Verwaltungsgebäude des nächtlichen Paris und verfremdete sie mit Licht und Schatten. Die technisierte Welt wird mit Poesie pberwunden – ein schöner Clou.

Außer Atem

FRA

1960

Jean-Luc Godard

Jean Seberg, Jean-Paul Belmondo, Daniel Boulanger, Jean-Pierre Melville

Michel gerät mit einem gestohlenen Auto in eine Verkehrskontrolle und wird direkt von der Polizei gestellt. Der Kleinkriminelle scheut nicht davor, seine Pistole zu ziehen und den Polizisten zu erschießen. Seine Flucht führt ihn nach Paris, wo er die Zeitungsverkäuferin Patricia kennen lernt, mit der er ein Verhältnis beginnt. Doch die Polizei bleibt ihm dicht auf den Fersen.
Godards Hommage an den Film noir – ursprünglich aus der Feder Truffauts – gilt als Mitbegründer der Nouvelle Vague und bricht mit allen erdenklichen Regeln des Filmdrehens. So sind Achsensprünge und Jump Cuts in diesem Werk keine Fehler wie bei anderen Streifen konventioneller Filmästhetik, sondern bewusst eingesetzte Stilmittel, die zur einzigartigen Ästhetik von AUSSER ATEM und zur Revolutionierung des europäischen Kinos beitrugen.

Außer Atem – À bout de souffle

FRA

1960

Jean-Luc Godard

Jean Seberg, Jean-Paul Belmondo, Daniel Boulanger, Jean-Pierre Melville

Jean-Paul Belmondo spielt den Kleinkriminellen Michel, der mit einem gestohlenen Auto in eine Verkehrskontrolle gerät, seine Pistole zieht und einen Polizisten erschießt. In Paris findet er bei der Zeitungsverkäuferin Patricia Unterschlupf, eine von Jean Seberg gespielte Amerikanerin in Paris. Belmondos Michel und Sebergs Patricia verlieben sich, versuchen, cool zu bleiben, doch die Polizei ist ihm dicht auf den Fersen…
Mit seiner Hommage an den Film Noir – ursprünglich nach einem Drehbuchentwurf von François Truffaut – drehte Jean-Luc Godard einen der ersten Filme der Nouvelle Vague. Godard bricht dabei mit allen erdenklichen Regeln des Filmemachens: Achsensprünge und Jump Cuts sind hier keine Fehler, sondern Grundlage der filmischen Ästhetik, mit der Godard seine ironischen Verweise auf das Genre des Kriminalfilms in die filmische Moderne überführt: „Ein Film, in dem Godard die narrativen Instrumente des amerikanischen Gangsterfilms der 30er, 40er und 50er Jahre testet und zugleich über sie reflektiert. Er prüft den Kanon des realistischen Erzählens im Kino und kommt zu einem ambivalenten Ergebnis.“ (Klaus Kreimeier)

Bildbuch

CHE/FRA

2018

Jean-Luc Godard

Poetisch, melancholisch, universell gültig und gleichzeitig sehr persönlich: Auf experimentelle Weise wühlt sich Godard durch Bildwelten, um auf die Urgründe von Kino, Politik, Geschichte, Freiheit zu kommen. Zusammengehalten von philosophischem Gedankenfl uss montiert er reale und fi ktive Bilder, gefundene Schnipsel und eigenes Material, Fake News und Syrienkrieg, Atomexplosionen und den Weißen Hai, Ironie und Agitation. Erstmals vergab das Festival von Cannes für diesen Film eine Spezial-Palme; und erstmals hat Godard persönlich für einen seiner Filme eine deutsche Tonfassung produziert und gesprochen.

Bildbuch – Le livre d'image

CHE/FRA

2018

Jean-Luc Godard

Poetisch, melancholisch, universell gültig und gleichzeitig sehr persönlich: Auf experimentelle Weise wühlt sich Godard durch Bildwelten, um auf die Urgründe von Kino, Politik, Geschichte, Freiheit zu kommen. Zusammengehalten von philosophischem Gedankenfluss montiert er reale und fiktive Bilder, gefundene Schnipsel und eigenes Material, Fake News und Syrienkrieg, Atomexplosionen und den Weißen Hai, Ironie und Agitation. Jean-Luc Godard setzt mit seinem neuesten Film sein sich alle Freiheiten nehmendes Spätwerk fort. Ein rauschhafter Gedankenfluss, eine assoziative Collage in fünf Kapiteln. Die Sehnsucht nach Freiheit. Die Abgründe der Menschheit. Die Schönheit des Kinos. Zeit und Geschichte, gedehnt und verdichtet.
"BILDBUCH ist eine fünfteilige orpheische Reise zu den Bildern des Kinos. Dabei kann man sich Godard als den mythischen Helden vorstellen, der in die Unterwelt hinabsteigt und die Kinobilder dem Vergessen entreißt.“ (Spiegel online)
Erstmals vergab das Festival von Cannes für diesen Film eine Spezial-Palme; und erstmals hat Godard persönlich für einen seiner Filme eine deutsche Tonfassung produziert und gesprochen.

Détective

FRA

1985

Jean-Luc Godard

Laurent Terzieff, Aurelle Doazan, Jean-Pierre Léaud, Nathalie Baye, Claude Brasseur, Johnny Hallyday, Alain Cuni, Emmanuelle Seigner, Julie Delpy

Wer hat den Fürsten getötet? Um das herauszufinden, beobachten Inspektor Neveau, seine Freundin Arielle und der ehemalige Hoteldetektiv Prospero die Gäste eines Pariser Grand Hotels. In dem Zimmer, in dem sie sich eingenistet haben, war Jahre zuvor der Mord geschehen; jetzt tummeln sich unter anderem ein Flugkapitän und seine entfremdete Ehefrau, ein Boxpromoter und dessen Schützling, ein Mafiaboss, eine Prinzessin der Bahamas im und um das Hotel. Und Godard hat Stoff für ein am Kriminalfilm angelegtes Panoptikum diverser Typen und Figuren. Für die griff er zurück auf Veteranen der Nouvelle Vague wie Jean-Pierre Léaud oder Claude Brasseur wie auch auf die Popkultur-Ikone Johnny Hallyday; und sogar Erich von Stroheim spielt aus dem Archiv heraus mit. Ergänzt durch Newcomer wie Emmanuelle Seigner oder Julie Delpy (de)konstruiert Godard so ein reverenzenreiches Werk, das auf die Filmgeschichte ebenso verweist wie auf Godards eigene Filmografie. Der typisch godardeske Genremix aus Mafiaballade, Krimi und Romanze führt in seiner kulturgeschichtlichen Polyphonie das kommerzielle Filmschaffen ironisch vor.

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